Das Ende der Gender Studies

Donald Trump hat den Entwurf für seinen ersten Haushalt veröffentlicht, und er ist sich treu geblieben: Ein Mehr an Ausgaben in Verteidigung und Wirtschaft wird durch Einsparungen u.a. im Bereich von State Department und USAID Programmen gegenfinanziert. Allein 10,7 Milliarden US-Dollar will Trump dadurch einsparen, dass er jegliche staatliche Finanzierung für Programme, die der Prävention des Klimawandels dienen, streicht und die US-Zuschüsse an Weltbank und UN-Friedensmissionen reduziert.

Bemerkenswert ist der Haushalt auch, weil Maßnahmen enthalten sind, die es in Deutschland noch nie geben hat. Stellen Sie sich vor, ein Programm, eine Abgabe, eine Nutznießerkette, die von einem deutschen Ministerium, z.B. in die Welt von Genderismus oder Rassismusbekämpfung aufgebaut wurde, würde in einem künftigen Haushalt einfach so gestrichen. Weg. Futsch. Behörden und Ämter, die damit beschäftigt gewesen sind, z.B. Gender Mainstreaming zu befördern oder die Deutschen zu antirassistischen Gutmenschen zu erziehen, würden einfach so gestrichen, die dort Beschäftigten auf die Straße gesetzt.

Bisher nicht vorstellbar in Deutschland.

Vorstellbar und machbar in den USA. Insgesamt 19 nationale Behörden sind im Entwurf des ersten Trump-Budget gestrichen und entsprechend nicht mehr vorhanden, darunter das National Endowment for the Humanities, ein Amt, von dem aus insbesondere Forschungsgelder in den Bereich der Gender Studies geflossen sind. Die Liste der vom NEH geförderten Projekte und Maßnahmen, die den Gender Studies zugeordnet werden können, umfasst 681 Einträge, die jeweilige Fördersumme reicht von wenigen Tausend US-Dollar bis in die Hundertausende.

Mit der Streichung des NEH ist nicht nur das Ende dieser Projekte und Maßnahmen, sofern sie nicht bereits abgeschlossen sind, gekommen, tatsächlich stellt die US-Administration damit jegliche Förderung von Gender Studies und verwandtem Unsinn ein.

Das Ende der Gender Studies ist eingeläutet. Die Zeit, in der man mit Gender Fördergelder für jeden Unsinn erheischen konnte, sie ist vorbei – zumindest in den USA:

Blödsinn mit Methode: Die Auflösung oder Aufklärung

Die Qualität wissenschaftlicher Texte lässt sich als Funktion ihrer Konkretheit messen. Manche Texte sind so schwammig und vage, so voller Nominalkonstruktionen und nichtsagender Reifikationen am Begriffshimmel, dass sie nur als Travestie, nicht jedoch als wissenschaftlicher Text durchgehen. Wie macht man derartige Texte kenntlich?

Eine einfache Methode haben wir in unserem Post „Blödsinn mit Methode“ dargestellt. Wenn es möglich ist, in einem vermeintlich wissenschaftlichen Text den Gegenstand der angeblichen Forschung auszutauschen, ohne dass es den Resttext tangiert, dann haben wir es mit Blödsinn, weil inhaltsleer, und nicht mit Wissenschaft zu tun. Ein weiteres Kriterium, das den Blödsinn als Blödsinn erhärtet, kann ergänzt werden. Wenn es einer großen Zahl unabhängiger Urteiler nicht möglich ist, den willkürlich ersetzten Text vom Originaltext zu unterscheiden, dann handelt es sich mit Sicherheit um Blödsinn, Blödsinn wie in die Gender Studies in Reihe produzieren.

Und so haben wir unseren Lesern ein Ergebnis der Denkversuche, das aus den Gender Studies kommt, in fünf Varianten vorgelegt, in denen wir nur den Forschungsgegenstand ausgetauscht haben. Und, gemein wie wir sind, haben wir unsere Leser gebeten, den publizierten Text von unseren Texten zu unterscheiden.

552 Leser haben sich den Spaß gemacht oder sich dem Leid unterzogen, die fünf Texte zu lesen, um den Text zu identifizieren, der es in eine angeblich wissenschaftliche Zeitschrift geschafft hat. Hier das Ergebnis ihrer Einschätzung.

genderwald

Und diese Verteilung belegt unseren Punkt, denn: Leute, 81% von Euch liegen daneben!

Es ist nicht die Genderfreizeit, nicht der Gendertod und auch nicht der Genderacker oder der Genderkaffee, es ist der Genderwald.

Die Bewertung dieses Ergebnisses wollen wir unserem Kommentatoren Uranus überlassen:

“Nachdem ich für Genderfreizeit votiert und festgestellt habe, damit immerhin bei der Mehrheit der Meinungen gelandet zu sein, wollte ich nun auch wissen, ob es sich hier um einen vorgezogenen Aprilscherz handelt oder ob es sowas in der wahren Welt wirklich gibt. Und siehe da, eingegeben in google findet sich als erster Treffer die FZG – Freiburger Zeitschrift für GeschlechterStudien: …. Erschütternd. Ich hatte bis zuletzt auf den Aprilscherz gehofft.

Das publizierte Machwerk findet sich tatsächlich in der Freiburger Zeitschrift für Geschlechterstudien und wurde von Regula Kolar und Bianca Baerlocher verbrochen. Titel: Vielfalt im Wald. Chancengleichheit als Kriterium für eine nachhaltige Waldgestaltung

Das hätten wir uns nicht ausdenken können.

Als kleine Belohnung für all diejenigen, die sich durch die Texte gekämpft haben, hier unsere Lieblingsversion, von deren Veröffentlichung wir bislang abgesehen haben:

Vielfalt in der Irrenanstalt. Chancengleichheit als Kriterium für eine nachhaltige Arbeit mit Irren

Die Irrenanstalt ist für alle da – auf Seiten der Irren, aber auch auf Seiten der Wächter und Psychiater. Dieser Artikel beleuchtet die männerdominierte Branche der Irrenwächter und Psychiater und geht von einer Interdependenz zwischen Gesellschaft, Geschlecht und Irre sein aus. Denn die Gesellschaft-Irrsinn-Beziehungen und deren Ausgestaltung sind mit Gender sowie mit Fragen der Chancengleichheit verknüpft. Ziel ist es, sich durch eine integrative Perspektive der beiden Forschungsfelder Gender Studies und Nachhaltigkeitsforschung sozialtheoretisch Problemstellungen von Nachhaltigkeit und Chancengleichheit zu nähern. Die theoretische Basis bilden dabei der Ansatz „sozial-ökologische Regime“ und die „Care“-Perspektive. Es wird argumentiert, dass nachhaltige Irrenarbeit heißt, Chancengleichheit im Zusammenhang mit der Behandlung von Irren auf allen Seiten zu gewährleisten. Zum Schluss wird die Frage gestellt: Ist nachhaltige Beschäftigung mit Irren Care-Arbeit und umgekehrt?

Blödsinn mit Methode

Wir haben schon seit längeren einen Verweis auf Unsinn in unserer todo-Liste, den wir zunächst haben liegen lassen, weil der Unsinn, besser: Blödsinn, der Gender Studies Blödsinn, der es in unsere Mailbox geschafft hat, einen mit normalen Verstand begabten Menschen vor eine Herausforderung stellt, die man als Frage formulieren kann: Was macht man mit einem derartigen Blödsinn?

Die offensichtliche und naheliegende Antwort lautet: löschen und vergessen.

Aber der Blödsinn kommt von Hochschulen. Gender Studierte verbreiten ihre Leerformeln und ihre Phantasien von Hochschulen aus. Also haben wir uns gedacht: Selbst mit diesem Blödsinn müssen wir etwas machen, ihn zum Gegenstand machen, anhand dessen, man etwas zeigen kann. Und was kann man anhand von Blödsinn zeigen?

Einfach: Warum es Blödsinn ist und nichts an Hochschulen verloren hat.

Unser Ausgangspunkt ist die Feststellung, dass ein Text, der mit Recht den Anspruch erhebt, wissenschaftlich zu sein, eine konkrete Fragestellung behandelt. Die Fragestellung wird in einen Forschungsstand eingeordnet, vor dem Hintergrund einer Theorie oder theoretischer Vorstellungen werden Hypothesen entwickelt und diese Hypothesen werden getestet. Oder es wird konzeptionelle Arbeit geleistet und Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeiten diskutiert und verdichtet, in ein theoretisches System integriert oder – weniger aufwändig: in ein theoretisches Modell.

Wissenschaftliche Texte der beschriebenen Art zeichnen sich dadurch aus, dass sie zielgerichtet und auf einen konkreten Gegenstand, eine konkrete Fragestellung bezogen sind. Entsprechend kann man den Gegenstand, auf den sich die konkrete Fragestellung, die beantwortet werden soll, nicht einfach austauschen, ohne den Sinn des gesamten wissenschaftlichen Textes zu entstellen.

Gender Studies T Shirt
Im Gegensatz dazu kann man in den Texte von Wortakrobaten, die lediglich den Anschein erwecken wollen, Wissenschaftler zu sein, und zwar durch die Verwendung von wichtig klingenden Begriffen wie „integrative Perspektive“ oder „sozialtheoretische Problemstellung“ oder „sozial-ökologische Regime“, kurz Texte, in denen ein oder mehrere Autoren versuchen, den Lesern durch die Verwendung möglichst vieler abstrakter Begriffe, so den Geist zu benebeln, dass die anfälligen unter ihnen denken, der Text müsse ein ganz gelehrter sein, schon weil so komplizierte Begrifflichkeiten verwendet werden, nach Herzenslust herumschreiben und Wort ersetzen, ohne dass es jemand bemerkt. Denn die anscheinend komplizierten Begrifflichkeiten werden in einer Weise in einen Reigen von Leerformeln eingewoben, die es dem kritischen Geist erlaubt, den Blödsinn, der hier zur Methode gemacht wurde, offenzulegen, einfach dadurch, dass er einige der Begriff austauscht und zeigt, dass man mit dem selben Text ganz unterschiedlichen Blödsinn schreiben kann.

Und genau das haben wir mit dem Text, der in unsere Mailbox gekommen ist, getan. Wir haben in dem Text nicht mehr als 10 Worte ausgetauscht und in einem Fall einen Satz umgestellt. Herausgekommen ist fünfmal Blödsinn und wir fragen unsere Leser, welcher Blödsinn ist der, der in einer Zeitschrift der Gender Studies veröffentlicht wurde?

Option 1: Nachhaltiger Gendertod

facepalm-GodzillaVielfalt im Tod. Chancengleichheit als Kriterium für eine nachhaltige Bestattungsgestaltung

Der Tod ereilt jeden, er ist für alle da – für die Sterbenden, aber auch für die Totengräber und Bestattungsunternehmer. Dieser Artikel beleuchtet die männerdominierte Bestattungsbranche und geht von einer Interdependenz zwischen Gesellschaft, Geschlecht und Tod aus. Denn die Gesellschaft-Tod-Beziehungen und deren Ausgestaltung sind mit Gender sowie mit Fragen der Chancengleichheit verknüpft. Ziel ist es, sich durch eine integrative Perspektive der beiden Forschungsfelder Gender Studies und Nachhaltigkeitsforschung sozialtheoretisch Problemstellungen von Nachhaltigkeit und Chancengleichheit zu nähern. Die theoretische Basis bilden dabei der Ansatz „sozial-ökologische Regime“ und die „Care“-Perspektive. Es wird argumentiert, dass nachhaltige Bestattungsgestaltung heißt, Chancengleichheit im Zusammenhang mit dem Tod auf allen Seiten zu gewährleisten. Zum Schluss wird die Frage gestellt: Ist nachhaltige Bestattungsarbeit Care-Arbeit und umgekehrt?

Option 2: Nachhaltiger Genderkaffee

Oh No!Vielfalt im Café. Chancengleichheit als Kriterium für nachhaltige Kaffeekränzchen

Cafes sind ist für alle da – auf Seiten der Nutzer_innen, aber auch auf Seiten der Gastronomieberufe. Dieser Artikel beleuchtet die frauendominierte Cafébranche und geht von einer Interdependenz zwischen Gesellschaft, Geschlecht und Kaffeetrinken aus. Denn die Gesellschaft-Café-Beziehungen und deren Ausgestaltung sind mit Gender sowie mit Fragen der Chancengleichheit verknüpft. Ziel ist es, sich durch eine integrative Perspektive der beiden Forschungsfelder Gender Studies und Nachhaltigkeitsforschung sozialtheoretisch Problemstellungen von Nachhaltigkeit und Chancengleichheit zu nähern. Die theoretische Basis bilden dabei der Ansatz „sozial-ökologische Regime“ und die „Care“-Perspektive. Es wird argumentiert, dass nachhaltige Kaffeekränzchen heißen, Chancengleichheit im Zusammenhang mit dem Kaffeetrinken auf allen Seiten zu gewährleisten. Zum Schluss wird die Frage gestellt: Ist nachhaltige Gastronomiearbeit Care-Arbeit und umgekehrt?

Option 3: Nachhaltiger Genderacker

scully facepalmVielfalt auf dem Acker. Chancengleichheit als Kriterium für eine nachhaltige Gestaltung der Agrarwirtschaft

Die Landschaft ist für alle da – auf Seiten der Nutzer_innen, aber auch auf Seiten der Agrarberufe. Dieser Artikel beleuchtet die männerdominierte Agrarbranche und geht von einer Interdependenz zwischen Gesellschaft, Geschlecht und Natur aus. Denn die Gesellschaft-Natur-Beziehungen und deren Ausgestaltung sind mit Gender sowie mit Fragen der Chancengleichheit verknüpft. Ziel ist es, sich durch eine integrative Perspektive der beiden Forschungsfelder Gender Studies und Nachhaltigkeitsforschung sozialtheoretisch Problemstellungen von Nachhaltigkeit und Chancengleichheit zu nähern. Die theoretische Basis bilden dabei der Ansatz „sozial-ökologische Regime“ und die „Care“-Perspektive. Es wird argumentiert, dass nachhaltige Agrarwirtschaft heißt, Chancengleichheit im Zusammenhang mit der Landschaftsnutzung auf allen Seiten zu gewährleisten. Zum Schluss wird die Frage gestellt: Ist nachhaltige Agrararbeit Care-Arbeit und umgekehrt?

Option 4: Nachhaltiger Genderwald

Prof FacepalmVielfalt im Wald. Chancengleichheit als Kriterium für eine nachhaltige Waldgestaltung

Der Wald ist für alle da – auf Seiten der Nutzer_innen, aber auch auf Seiten der Waldberufe. Dieser Artikel beleuchtet die männerdominierte Waldbranche und geht von einer Interdependenz zwischen Gesellschaft, Geschlecht und Natur aus. Denn die Gesellschaft-Natur-Beziehungen und deren Ausgestaltung sind mit Gender sowie mit Fragen der Chancengleichheit verknüpft. Ziel ist es, sich durch eine integrative Perspektive der beiden Forschungsfelder Gender Studies und Nachhaltigkeitsforschung sozialtheoretisch Problemstellungen von Nachhaltigkeit und Chancengleichheit zu nähern. Die theoretische Basis bilden dabei der Ansatz „sozial-ökologische Regime“ und die „Care“-Perspektive. Es wird argumentiert, dass nachhaltige Waldgestaltung heißt, Chancengleichheit im Zusammenhang mit der Waldnutzung auf allen Seiten zu gewährleisten. Zum Schluss wird die Frage gestellt: Ist nachhaltige Waldarbeit Care-Arbeit und umgekehrt?

Option 5: Nachhaltige Genderfreizeit

Double facepalmVielfalt im Freizeitpark. Chancengleichheit als Kriterium für eine nachhaltige Freizeitgestaltung

Freizeit ist für alle da – auf Seiten der Nutzer_innen, aber auch auf Seiten der Freizeitberufe. Dieser Artikel beleuchtet die frauendominierte Freizeitbranche und geht von einer Interdependenz zwischen Gesellschaft, Geschlecht und Freizeit aus. Denn die Gesellschaft-Freizeit-Beziehungen und deren Ausgestaltung sind mit Gender sowie mit Fragen der Chancengleichheit verknüpft. Ziel ist es, sich durch eine integrative Perspektive der beiden Forschungsfelder Gender Studies und Nachhaltigkeitsforschung sozialtheoretisch Problemstellungen von Nachhaltigkeit und Chancengleichheit zu nähern. Die theoretische Basis bilden dabei der Ansatz „sozial-ökologische Regime“ und die „Care“-Perspektive. Es wird argumentiert, dass nachhaltige Freizeitgestaltung heißt, Chancengleichheit im Zusammenhang mit der Freizeitgestaltung auf allen Seiten zu gewährleisten. Zum Schluss wird die Frage gestellt: Ist nachhaltige Freizeitarbeit Care-Arbeit und umgekehrt?

Na, welche sozialtheoretische Gender-Care-Nachhaltigkeits-Chancengleichheits-Perspektive ist der Blödsinn, der veröffentlicht wurde? Oder sind es gar mehrere, die veröffentlicht wurden?

Gender Blödsinn

Islamischer Staat und Genderista auf dem Rückzug

Diese Schlagzeile musste einfach sein. Es ist natürlich ein Zufall, dass sich Genderisten und Islamischer Staat zur gleichen Zeit genötigt sehen, Rückzugsgefechte zu führen. Aber es ist in beiden Fällen erfreulich.

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The Snout in the Trough

Dass es für Genderista schwieriger wird, die eigenen Finger in die öffentlichen Töpfe zu bekommen, um sich an Steuergeldern zu laben und ein Auskommen zu verschaffen, ist einerseits nicht erstaunlich: Ressourcen sind beschränkt, und wenn man, wie das Propagandaministerium (BMFSFJ) 50 zusätzliche Millionen Steuerzahler-Euros in die Bekämpfung der neuen Gutmenschen-Mode „Rassismus und Hate Speech“ steckt, dann sind diese 50 Millionen Euro einfach nicht da, um die vielen Trittbrettfahrer, die den Gravy Train der Genderista bestiegen haben, durchzufüttern.

Andererseits haben Genderista, sofern sie einen wissenschaftlichen Anspruch erhoben haben, seit Jahren daran gearbeitet sicherzustellen, dass nicht einmal der letzte wissenschaftliche Analphabet der Ansicht sein kann, Gender Studies hätten auch nur entfernt etwas mit Wissenschaft zu tun. Nicht zuletzt haben wir auf ScienceFiles einen erheblichen Anteil daran, das Missverständnis, Gender Studies seien Wissenschaft, aufzuklären und aus der Welt zu schaffen.

Und jetzt sitzen die Genderista da und sehen ihre Felle davon schwimmen. Ein Zustand, der die Notwendigkeit mitbringen könnte, sich nach einer Lohn- nicht Andienungsarbeit umsehen zu müssen, was erhebliche Probleme im Hinblick auf die Kompetenzen und Fähigkeiten mit sich bringen könnte, die für Lohnarbeit notwendig sind. Deshalb kann man derzeit den Versuch beobachten, die Gender Studies wieder ins Gespräch und ins Steuerzahler-Geschäft zu bringen.

Und wie vertrocknet die Genderista doch sind, wie wenig einfallsreich, zeigt sich daran, dass dieser Versuch wieder mit der alten Opfergeschichte gefahren wird. Gender Bashing lautet der Begriff, der sich langsam einbürgert, und den Genderista benutzen, um das Lamento abzusetzen, das sie seit Jahren absetzen und das wohl das einzige ist, was sie wirklich können: klagen.

Unter den Hinweisen, die uns von unseren Lesern zu Beträgen mit dem Titel „Gender Bashing“ zugeschickt werden, hat es einer auf gleich fünf Hinweise gebracht. Simone Schmollack, die in der taz Journalismus zu imitieren versucht, hat ihn zu verantworten und darf sich nach unserer Einschätzung damit schmücken, den vermutlich dümmsten Beitrag zum Gender Bashing geschrieben zu haben. Und das will etwas heißen.

Der Beitrag ist das übliche Opfer Lamento, in dem das Elend der universitären Gender Studies beklagt wird, die, wie Schmollack zu wissen meint, von Donald Trump über Papst Franziskus bis zu Harald Martenstein (in welche Richtung die Steigerung verläuft, ist offen) lächerlich gemacht werden. Dabei hätten wir den Gender Studies so große Verdienste wie die Debatte über die Unisex Toiletten und den über gendergerechte Sprache zu verdanken, ohne die, so muss man zugestehen, die Gender Studies viel von ihrem Unterhaltungswert eingebüßt hätten.

Besonders schwer liegt Schmollack die Kritik an der Verschwendung von Steuergeldern für 173 Gender-Professuren an deutschen Hochschulen im Magen. Die entsprechende Kritik treibt sie dazu, die folgende Textpassage zu erstellen:


„Man muss schon taub und blind sein, um zu leugnen, dass Frauen vielfach schlechter bezahlt werden als Männer und vielfach eine miserable Rente kriegen. Dass es weniger Chefinnen als Chefs gibt, dass Teilzeitjobs vorrangig von Frauen ausgefüllt werden. Dass alltäglicher Sexismus insbesondere Frauen trifft. Macht nichts – die Gender-KritikerInnen fordern trotzdem, dass jetzt endlich mal die Männer in den politischen und wissenschaftlichen Fokus gehörten.“

Leugnen als Verb bezieht sich in der Regel auf einen sprachlichen Akt. Entsprechend kann man durchaus blind und taub sein, um dennoch zu leugnen, was Schmollack hier behauptet. Man kann es sogar, auf Basis von Gerechtigkeitsmaßstäben leugnen, denn Frauen erhalten weniger Rente, weil sie weniger in die Rentenkasse einzahlen. Man muss schon besonders blind und taub sein, wenn diese Informationen nicht zu einem vordringen. Dass Frauen häufiger Teilzeitjobs machen als Männer, liegt daran, dass Frauen häufiger Teilzeitjobs machen wollen als Männer und weil sie mehr Teilzeitjobs machen wollen als Männer, deshalb werden sie seltener Chef. Man muss schon sehr dumm sein, wenn man diese einfachen Zusammenhänge als Beleg für die Diskriminierung von Frauen anführt.

Hätte ein Mann geschrieben, was Schmollack hier verbrochen hat, wir würden es als herrlich bezeichnen. Da Schmollack kein Mann ist, bleibt uns aus Gründen der Gleichstellung nur die Möglichkeit, den Text als dämlich zu bezeichnen.

Zur schönen Mär vom Gender Pay Gap äußern wir uns nicht mehr. Wer diesen Unsinn im 21. Jahrhundert immer noch behauptet, dem ist nicht mehr zu helfen, jedenfalls nicht außerhalb geschlossener Anstalten.

Das, was wir zitiert haben, ist übrigens das, was Schmollack anführt, um die Notwendigkeit von Gender Studies an Universitäten zu begründen. Damit kommen wir zum nächsten und grundlegenden Problem: Wissenschaft ist nicht dazu da, die Wirklichkeit ideologisch zu verklären und eine bestimmte Sichtweise auf die Dinge durchzusetzen. Wissenschaft dient der Erkenntnis, und entsprechend wird von einem Wissenschaftler verlangt, dass er prüft, was er zu wissen glaubt.

Gender Studierte wissen schon, dass das, was sie glauben, Wissen ist: Deshalb behaupten Sie, was Schmollack so gut nacherzählen kann, erzählen von einem Gender Pay Gap, das sich bei erster empirischer Prüfung in Luft auflöst, schreiben von gläsernen Decken, die es nur für diejenigen gibt, die mit kaum Anstrengung und unverdient in Führungspositionen gelangen wollen und versuchen sich auf Kosten der Mehrheit der Beitragszahler zur Rentenkasse einen Vorteil dahingehend zu verschaffen, dass die Höhe der Rente nicht mehr an die Höhe des Beitrags gekoppelt werden soll. Kurz: Gender Studierte sind Ideologen, deren Ziel darin besteht, gesellschaftliche Ressourcen nach ihren Interessen um zu verteilen. Sie haben mit Wissenschaft überhaupt nichts am Hut, wissen meist wie Schmollack gar nicht, was Wissenschaft ist.

Deshalb ist es gut, dass die Genderista auf dem Rückzug sind und deshalb ist und bleibt es wichtig, dass Gender Studies von Hochschulen verschwinden.


Hinweise für ScienceFiles?
Schreiben Sie uns.

Gender-Schreihals im Deutschlandradio: Urwissenschaft und Urdummheit

Die Ochsentour der deutschen institutionalisierten Wissenschaft sieht die Vertretung von Professuren vor. Wer Professuren vertritt, erwirbt sich damit so etwas wie Beharrlichkeitspunkte. Hat jemand vier bis fünfmal eine Professur vertreten, für den Inhaber des Lehrstuhls, der gerade forscht oder Urlaub macht oder sich eine Elternzeit gönnt, dann hat er sich in den engeren Kreis der beharrlichen Bewerber auf einen Lehrstuhl beharrt und kann damit rechnen, auf Platz zwei bis drei einer Besetzungsliste zu landen und innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre tatsächlich berufen zu werden, sofern er in der Zwischenzeit nicht die Altersgrenze für die Besetzung Lehrstuhls überschritten hat.

hornuff-screenshotSo ist das, wenn der entsprechend beharrende Lehrstuhlanwärter männlich ist. Ist er weiblich, dann muss er sich nur auf eine Ausschreibung im Rahmen des Professorinnenprogramms bewerben und hat über kurz oder lang eine Professur inne, keine Vertretung, keine Ochsentour, einfach als Gnade des eigenen Geschlechts.

Daniel Hornuff vertritt Professuren. Er ist männlich und macht die Ochsentour, eine sehr passende Tour für ihn, denn der Theater- und Kunstwissenschaftler hat ein Problem: Er sieht überall „blasierte Schreihälse“, wie er schreibt, die die Gender Studies diffamieren und lächerlich machen, obwohl sie sich nicht „vertieft … mit ihren Ansätzen und Inhalten“ auseinandergesetzt haben.

Hornuff scheint für sich die vertiefte Auseinandersetzung mit den Ansätzen und Inhalten der Gender Studies in Anspruch zu nehmen, und in der Folge seiner vertieften Auseinandersetzung mit den Gender Studies ist er zu der Einsicht gelangt, dass der Kern der Gender Studies darin liegt, zu untersuchen, „inwieweit das Geschlecht ebenso soziale und kulturelle Dimensionen besitzt“. Es sei die „Ur“aufgabe der Wissenschaft, so tönt er in voller Überzeugung, „vermeintliche Gewissheiten mit aller Konsequenz infrage zu stellen“.

Seltsam, wenn man die vermeintliche Gewissheit, dass es sich bei Gender Studies um eine Wissenschaft handelt, infrage stellt, wird man von Hornuff als „blasierter Schreihals“ beschimpft. Offensichtlich sind dem Theaterwissenschaftler die Prämissen seiner eignen Behauptungen nicht klar, so wie ihm nicht klar ist, dass der Unterschied zwischen einem sozialen und einem biologischen Geschlecht, zwischen der Geschlechterrolle und der biologischen Determination von Geschlecht ein so alter Hut ist, dass es schon fast nicht mehr wahr ist. Diesen Hut wollten Soziologen schon in den 1970er Jahren nicht mehr aufsetzen und haben ihn entsprechend liegen lassen. Die Gender Studies haben ihn begierig aufgesetzt und seither vertreten sie Plattitüden und Unsinn in einem Umfang, dass es jedem Wissenschaftler schlecht werden muss.

Logik der Forschung

Was genau den entsprechenden Kern von Forschungsinteresse, Forschungsgegenstand, Methode und Erkenntnisgewinn der Gender Studies ausmacht, dies zu ergründen bemühen wir uns schon seit mehreren Jahren. Wir haben Vertreter der Gender Studies wiederholt angeschrieben und darum gebeten, grundlegende Fragen der Wissenschaftlichkeit und Methode, die sich im Hinblick auf die Gender Studies stellen, zu beantworten, Fragen, die ein Wissenschaftler im Traum beantworten kann – nur die Vertreter der Gender Studies können die Fragen nicht beantworten, was den Schluss zwingend macht, dass es sich bei ihnen nicht um Wissenschaftler handelt.

So wie es sich bei Hornuff nicht um einen Wissenschaftler handelt, denn der Zweck seines mit „Gender-Bashing ist der neue Volkssport“ überschriebenen Beitrags auf Deutschlandradio-Kultur (was das mit Kultur zu tun haben soll, ist eine andere Frage) besteht einzig darin, Kritiker von Gender Studies pauschal als blasierte Schreihälse zu beleidigen und seinerseits jeglichen Beleg dafür, dass es sich bei Gender Studies um eine Wissenschaft handelt, schuldig zu bleiben. Statt dessen attestiert er Kritikern der Gender Studies anti-akademische Arroganz und steckt sie n die rechte Ecke.

Wenn das akademisch sein soll, dann muss man zum anti-Akademiker werden, wenn man Wissenschaft vor Schreihälsen wie Hornuff, die wohl meinen sich bei den Gender Mainstreamern andienen zu müssen, um ihre Chancen auf eine Professur zu erhöhen, in Schutz nehmen will.

Aber: Wir geben jedem eine zweite Chance zu beweisen, dass er nicht nur eine große Klappe hat, sondern weiß wovon er spricht. Deshalb haben wir die 30 Fragen zu Gender Studies, die wir zu Erkenntnisgegenstand, -ziel, -methode und Nutzen formuliert haben, an Daniel Hornuff geschickt. Er kann sie sicher beantworten: Oder ist er etwa ein opportunistischer Schreihals, der sich ausgerechnet bei Gender Studierten anbiedert?

Universität Duisburg-Essen: Letzte Zuckungen eines kümmerlichen Genderismus

Bei uns häuft sich die Junk-Science von der Universität Duisburg-Essen. Scheinbar wird dort rausgehauen, was geht, eine richtige fiesta bobada. Das neueste Beispiel kommt von Kümmerling, von Dr. Angelika Kümmerling und bejammert das Gender Time Gap. Ja, das gibt es auch. Das Gender Time Gap. Es besteht darin, dass Frauen seit Jahrzenten deutlich weniger arbeiten als Männer: 8,2 Arbeitsstunden weniger in der Woche und im Durchschnitt waren es 2015, so hat Kümmerling in ihrer Arbeitszeit herausgefunden.

Damit haben wir ein deskriptives Ergebnis: „abhängig beschäftigte Frauen arbeiteten im Jahr 2016 durchschnittlich 30,1 Stunden in der Woche“, während „abhängig beschäftigte Männer im Durchschnitt 38,3 Stunden pro Woche“ gearbeitet haben. Der Unterschied ergibt sich daraus, dass Männer in der Regel Vollzeit arbeiten, während viele Frauen Teilzeit arbeiten.

Was macht man mit einem solchen deskriptiven Ergebnis?
Man kann versuchen, es zu erklären.
Das jedenfalls würde man tun, wenn man ein Wissenschaftler wäre.
Kümmerling ist kein Wissenschaftler, denn sie versucht nicht, das deskriptive Ergebnis zu erklären.
Kümmerling ist Ideologe. Und im Gegensatz zu Wissenschaftlern bewerten Ideologen alles Deskriptive. Ideologen sind nicht glücklich, wenn sie nicht bewerten können, sie sind getrieben von einer Bewertungs-Manie. Die Manie äußert sich wie folgt:

facepalm-Godzilla“Männer sind nach wie vor nahezu ausschließlich in Vollzeit erwerbstätig, während Frauen zumindest in bestimmten Lebensphasen auf Beschäftigungsverhältnisse mit einer geringeren Stundenanzahl setzen, z.B. um sich verstärkt der Kinderbetreuung widmen zu können. Diese Teilzeitstrategie, mit den bekannten Auswirkungen eines geringeren Einkommens und schlechteren Karriereaussichten, führt zu einer nicht ausreichenden eigenständigen sozialen Absicherung der Frauen sowohl in der Erwerbsphase als auch bei Krankheit, Arbeitslosigkeit oder im Alter. Damit wird der Preis für eine bessere Vereinbarkeit und ein entspannteres Familienleben von den Frauen gezahlt, indem sie nicht über die Rolle der Hinzuverdienerinnen im Haushalt hinaus kommen.“

Wenn man den ideologischen Unsinn, den wir gerade zitiert haben, auf seine Prämissen reduziert, dann ergibt sich ein Terrorgebilde. Der Terror wird von der Fortpflanzung ausgeübt. Sie zwingt Frauen gleich zu zwei Opfern. Einmal müssen sie ihre Karriere, ihr Einkommen und ihre Rente ihrer Funktion des Kindergebärens opfern, um die Familie, wie sie sich Kümmerling vorstellt, ins Leben zu rufen. Ist die Familie erst einmal ins Leben gerufen, dann folgt auch gleich das zweite Frauenopfer, dieses Mal in Form von Teilzeit, die Frauen auf sich nehmen, um ein „entspanntes Familienleben“ zu garantieren.

Eigentlich ist das nicht nur ideologischer Unsinn, eigentlich ist es mehr als kümmerlich, schon weil es kümmerlich ist, anzunehmen, dass Frauen Wesen ohne einen eigenen Willen sind, der sie Beruf vor Familie und Kindern wählen lässt. Man könnte fast sagen, dass niemand, nicht einmal Frauen, dazu gezwungen werden, Kinder in die Welt zu setzen. Ja die philosophische Tradition der Willensfreiheit geht geradezu davon aus, dass auch Frauen, sofern man sie in der Klasse des homo sapiens verortet, das tun können, was Menschen auszeichnen soll: Eine Wahl treffen und im vorliegenden Fall z.B. nein sagen. Das nun wieder, dass Frauen nein sagen könnten, sich gegen Kinder und für Beruf entscheiden könnten, kann sich Kümmerling in ihrer kümmerlichen Welt gar nicht vorstellen. Sie ist der Ansicht, dass Frauen keinen eigenen Willen haben und entsprechend auch nicht zur Gattung des homo sapiens zu rechnen sind.

junk_scienceUnd wegen dieses kümmerlichen Blicks auf Frauen, entgeht Kümmerling auch, dass Frauen, würde man ihnen ein eigenes Urteil oder gar eine eigene Entscheidungsfähigkeit zugestehen, tatsächlich Kinder einem Beruf vorziehen können und Kinder dazu nutzen können, um der Vollzeit zu entgehen und über die Elternzeit in die Teilzeit oder gleich ganz in die Freizeit zu flüchten. Eine Arbeitsminimierungsstrategie kann man das nennen, oder besser könnte man das nennen, wenn man denken würde, auch Frauen können denken. Aber so lange es die Universität Duisburg-Essen und die dortige Kaderschmiede, die kognitiv doch arg kümmerliche Wesen hervorbringt, gibt, scheint es von dort keine Zugeständnisse an die Ratio von Frauen zu geben.

Entsprechend raten wir Frau Kümmerling, einen weiten Bogen um Wales zu machen, denn die Frauen in Wales, wie im Vereinigten Königreich im Allgemeinen, aber in Wales im ganz Besonderen, nehmen es nicht locker, wenn man ihnen die eigene Fähigkeit zu Entscheidungen abspricht, auch oder besonders die Frauen in der ScienceFiles-Redaktion nicht, die über schlagfertige Argumente in jeder Form verfügen, um kümmerliches Denken aus der Welt der normalen Menschen zu entsorgen.

P.S.

Kann jemand diese Kümmerlinge ruhig stellen, denn sie sind nur noch mit Kümmerling zu ertragen und wir fürchten, angesichts der kümmerlichen Qualität der Kümmerlingschen Elaborate, dass wir unsere recommended daily allowance an Kümmerling überschreiten.


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Geschlechtergerechtes Bodenwischen: Bundesministerium fördert MINT-Gender-Unsinn

Hinter den Förderkennzeichen 01FP1419 und 01FP1421 versteckt sich wieder einmal die Verschwendung von Steuergeldern durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Wie viel Steuergelder verschwendet wurden, haben wir nicht erfragt, es reicht an dieser Stelle festzustellen, dass die Transparenz in Deutschland nicht einmal soweit reicht, die Ver(sch)wendung von Steuergeldern lückenlos nachzuweisen. Der Umgang mit fremder Menschen Geld ist offensichtlich mit keinerlei zusätzlicher Verpflichtung oder gar Sorgfalt verbunden. Ministeriale gerieren sich, wie es ihnen gefällt, und geben das Geld der Steuerzahler aus, wie es ihnen beliebt. Das wird in Deutschland als Demokratie bezeichnet.

Die Früchte von 01FP1419 und 01FP1421, sie sind nunmehr als Sammelband zu bestaunen, als Sammelband mit dem Titel „Vielfalt geschlechtergerechten Unterrichts – Ideen und konkrete Umsetzungsbeispiele für Sekundarstufen“. Herausgegeben haben das Buch, dessen Titel bereits schlimme Befürchtungen weckt, Marita Kampshoff und Claudia Wiepcke. Ziel das Sammelbandes ist es: „das Interesse von Mädchen und Jungen für einen MINT-Beruf zu wecken“ bzw. die „Förderung einer geschlechtergerechten MINT-Berufsorientierung“.

Die „Förderung einer geschlechtergerechten MINT-Berufsorientierung“ sie soll mit eigens und auf Kosten der Steuerzahlern entwickelten Unterrichtsmaterialien erfolgen (dazu unten mehr) und mit dem „von den Herausgeberinnen entwickelten Dreischritt … von Konstruktion, Rekonstruktion und Dekonstruktion“.

Gender Studies T ShirtEs ist Zeit, sich daran zu erinnern, dass Gender Studies, und das Sammelband-Machwerk ist den Gender Studies zuzuordnen, keine Wissenschaft, sondern Geschwätz sind. Wir warten nun seit mehr als zwei Jahren darauf, dass die angeblichen Gender-WissenschaftlerInnen die einfachsten Fragen nach ihrem Erkenntnisinteresse, ihrer Methode und ihren wissenschaftlichen Standards beantworten. Bislang umsonst, was seinen Grund darin hat, dass Gender Studies im Wesentlichen einen aufgeblasenenWortpopanz darstellen, bei dem hochtrabende Begriffe genutzt werden, um die letzte Trivialität zu verschleiern und Wissenschaftlichkeit zu gaukeln.

Deutlich wird dies am so immens wichtigen Konzept der „Intersektionalität“. Es füllt Bände, hat eine Vielzahl von Bäumen auf dem Gewissen. Legionen von Genderisten können sich seitenweise zu Intersektionalität auslassen und darüber schreiben, dass Menschen mehr als eine Eigenschaft haben, also nicht nur dumm sind, sondern auch hässlich, zum Beispiel. Das ist Intersektionalität!

Der für den Sammelband eigens entwickelte „Dreischritt“ von Konstruktion, Rekonstruktion und Dekonstruktion ist ein weiteres Beispiel für die aufgeblasenen Begriffe und Konzepte, mit denen Genderisten die Ärmlichkeit der eigenen Gedanken zu verschleiern suchen.

Stellen Sie sich vor, Sie nehmen eine Kaffetasse und werfen diese Kaffeetasse mit Schmackes auf den Boden. Die Kaffeetasse zerspringt in tausend Teile. Die Kaffeetasse, die zuvor erstellt wurde und auf diese Weise eine „Materialität“, wie das bei Genderisten heißt, erhalten hat, die zudem mit einem Symbolgehalt durch die Bezeichnung „Kaffeetasse“ und immanenten Diskriminierungsstrukturen, denn Tee wird eindeutig diskriminiert, versehen wurde, mit drei Worten: die konstruiert wurde, sie wurde also mit Schmackes dekonstruiert. Nun nehmen Sie ein Tube Uhu und rekonstruieren aus den vielen Scherben die einstige Kaffeetasse. Dabei kommt natürlich nicht mehr die ursprüngliche Kaffeetasse heraus, sondern etwas ganz anderes. Deshalb müssen Sie überlegen, was man nun mit der Kaffeetasse, die zwar rekonstruiert ist, so gut es möglich war, aber immer noch an der Dekonstruktion leidet, die sie mit Schmackes vorgenommen haben, machen kann. Vielleicht finden Sie jemanden, der dumm genug ist, die rekonstruierte Kaffeetasse, die von Uhu zusammengehalten wird, zu kaufen, als Kunstgegenstand zum Beispiel. In Ministerien soll man unter den dort sitzenden Politikern entsprechend Freigiebige finden, die sich selbst sprachlichen Popanz als Wissenschaft unterschieden lassen und ihn finanzieren: 01FP1419 und 01FP1421, Sie wissen schon.

Die De-, Re- und Konstruktion, sie dient der „Förderung einer geschlechtergerechten MINT-Berufsorientierung“, und zwar in der Schule. Wie das geht, beschreiben Anina Mischau, Kati Bohnet und Sascha Martinovic für Schüler der Jahrgangsstufen 7/8 anhand des Bodenwischens. 3 Unterrichtsstunden, insgesamt 135 Minuten sollen dafür geopfert werden, Geschlechterrollen und geschlechterbezogene Arbeitsteilung zu erlernen. Mit den Unterrichtsmaterialien soll bei den Schülern ein Verständnis dafür initiiert werden, dass „historisch gewachsene und noch heute wirksame Ursachen ungleicher Geschlechterverhältnisse in der Mathematik u.a. auch mit geschlechtsstereotypen Zuschreibungen von Tätigkeitsberufen und Fähigkeiten in Verbindung gebracht werden können“ (37).

Um diese Zuschreibungen aufzudecken, wird die Placemat-Methode benutzt. Die komplexe Methode hat eine der Autorinnen in einer eigens von ihr erstellten Grafik dargestellt, die wir hier wiedergeben.

Placemat

Wir hoffen, unsere Leser sind nicht von der Neuheit, der Placemat-Darstellung und deren Komplexität erschlagen und schon so dekonstruiert, dass sie unserer Rekonstruktion dessen, was Schüler heute in der 7/8 Jahrgangsstufe an Unsinn zugemutet wird, nicht mehr verfolgen können. Die Placemat-Methode besteht übrigens darin, vier Schüler vor die in der Abbildung konstruierte „Placemat“ zu setzen und sie ihre Gedanken dazu, wie man die folgende Aufgabe lösen kann, mit der die Stereotype in der Mathematik aufgedeckt werden sollen, aufschreiben zu lassen.

Die Aufgabe lautet:

BodenwischenWelche Fläche wischt ein Mann in seinem Leben? (Kati Bohnet hat eine bildliche Darstellung fabriziert, um diese Frage zu visualisieren). Überlege zunächst still für Dich, wie Du an diese Frage herangehen möchtest. Welche Informationen brauchst Du, um die Frage beantworten zu können. Schreibe Deine Gedanken und Ideen still in das Feld vor Dir“ (die Placemat).

Das also ist die Methode, mit der „dem Fachkräftemangel“ im MINT-Bereich entgegengewirkt werden soll. Es ist die Methode „zur Förderung einer geschlechtergerechten MINT-Berufsorientierung von Mädchen und Jungen“. Und es ist die Methode, die die Steuerzahler sehr viel Geld gekostet hat: 01FP1419 und 01FP1421. Wie viel war bislang nicht zu rekonstruieren. Wir dekonstruieren die Kosten daher als zu hoch und schätzen sie auf eine Summe im sechsstelligen Bereich.

Wie viele Schüler studieren wohl mit einer höheren Wahrscheinlichkeit ein MINT-Fach, wenn ihnen ein derartiger Stuss in der Schule zugemutet wird? Wie viele Schüler werden wohl für eine „geschlechtergerechte Berufsorientierung“ sensibilisiert, wenn sie bemerken, wie krude und, mit Verlaub: dämlich, sie manipuliert werden sollen. Und wie armselig ist das, was Genderisten in ihrem Kopf zu denken im Stande sind: Warum soll die Fläche des gewischten Bodens geschätzt werden? Warum nicht die tägliche Wegstrecke zum Arbeitsplatz, die BEIDE Eltern zurücklegen? Warum nicht der Anteil des Einkommens, den BEIDE Elternteile erwirtschaften? Warum nicht das Verhältnis zwischen Arbeitszeit und Rentenzeit, für beide Elternteile.

Man weiß gar nicht, worüber man mehr betroffen sein soll: Über die Primitivität der Gedanken von Genderisten, über die Dummheit, die sie auf Grundlage ihrer eigenen Primitivität Schülern des Jahrgangs 7/8 unterstellen oder darüber, dass es tatsächlich Beamte gibt, die von Steuerzahlern bezahlt werden, um einen effizienten Einsatz von Steuergeldern zu gewährleisten, die einen solchen Unsinn mit Steuergeldern finanzieren.

Wir können uns das Ganze nur so rekonstruieren, dass die Konstruktion „formale Bildung“ bei manchen zu der unbegründeten Gewissheit geführt hat, dass mit einem formalen Bildungstitel auch Intelligenz und Bildung einhergehen. Entsprechend kann man die Vergabe von Steuermitteln für solche Sammelbände nur als entweder Beleg dafür dekonstruieren, dass die Beamten dem schönen Schein, der von Bildungstiteln ausgeht und der sich in einer Konstruktion aus Titel und Bildung niederschlägt, auf den Leim gehen oder darüber, dass sich sinnloses Geplapper, das sich über viele Seiten erstreckt, bestens als Arbeitsnachweis für Beamte geeignet ist, die – wann immer sie gefragt werden, was sie mit dem Geld der Steuerzahler getan haben – auf Regale voller Bücher sinnlosen Inhalts verweisen können. Dies führt zu der Rekonstruktion der Geschehnisse derart, dass die Konstruktion darüber, wie Steuergelder zu verwenden sind, bei Beamten keinerlei Kriterien von Effizienz, Effektivität, Qualität und Kompetenz umfasst. Vielmehr lässt sich die Verwendung von Steuergeldern insbesondere im „geschlechtersensiblen Bereich“ als Verschwendung de- und rekonstruieren.


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Das hat die Soziologie nicht verdient: Ilse Lenz trägt vor

Das dritte ISA-Forum of Sociology, ein Treffen der International Sociological Association, es findet dieses Jahr in Wien statt. Mit Ilse Lenz. Dieses Highlight wollte uns ein Leser nicht ersparen. Deshalb hat er uns die entsprechende Ankündigung geschickt.

Ilse Lenz, für alle die es nicht wissen, hat Probleme mit gerichtlichen Freisprüchen, hat, als sie noch an der Universität Bochum einen Lehrstuhl besetzte, akademische Abschlüsse wohl ohne Anspruch auf wissenschaftliche Methoden und Standards vergeben und tingelt seitdem sie emeritiert wurde, mit dem von Steuerzahlern finanzierten Wanderzirkus der Anti-Feminismus-Lamentierer durch Deutschland und weigert sich ansonsten, einfache Fragen zur Wissenschaftlichkeit der Gender Studies zu beantworten (vermutlich weil Sie sie nicht beantworten kann, denn Gender Studies und Wissenschaft sind inkompatibel).

Lenz UnsinnDenn eines ist Ilse Lenz ganz besonders: Ein alter Gender-Studies-Kämpfer für die Gleich … -stellung, -macherei, -heit, -strömung, -bürstung, irgendwas solange es nur gleich ist. Als solche hält sie einen Vortrag in englischer Sprache, in Wien, beim dritten ISA Forum, im Hörsaal II des Neuen Institutsgebäudes, am Mittwoch den 13. Juli, 15 Uhr.

Und damit auch keine Zweifel mehr darüber bleiben, dass es sich bei Gender Studies nicht um Wissenschaft und bei Vertretern derselben nicht um Wissenschaftler handelt, haben wir uns der Mühe unterzogen, das Abstract zum Vortrag ins Deutsche zu übersetzen.

Links findet sich der Lenzsche Versuch (besser das Lenzsche Vergehen) am Englischen, in der Mitte die wörtliche Übrsetzung und rechts unsere Übertragung ins Deutsche.

Lenzsche Beschwörungsformeln Wörtliche Übersetzung Tatsächlicher Inhalt
The paper will argue that presently the gender order in postindustrial welfare states is in a process of transformation with open end. Im Text wird argumentiert, dass die Geschlechterordnung in postindustriellen Wohlfahrtsstaaten derzeit einem Prozess der Transformation unterworfen ist, dessen Ende nicht absehbar ist. Die Geschlechterordnung ändert sich.
This is not only a result of the current crisis but of internal structural and institutional changes and global influences and interchanges. Das ist nicht nur ein Ergebnis der momentanen Krise, sondern auch von internen Strukturen und institutionellen Veränderungen und globalen Einflüssen und Wechselwirkungen. Alles hängt irgendwie mit irgendwas zusammen, innen und außen; Veränderung führt zu Wandel
Main actors driving this transformation are global capitalism with its increasing economisation and flexibilisation of workforces, gender movements mobilising for equality and diversity of gender and sexualities, internet communities propelling international and transnational discourses and communications and political actors on the global and national level in the global multilevel system. Die wichtigsten Akteure, die diese Transformation hervorbringen sind der globale Kapitalismus, der eine zunehmende Ökonomisierung und Flexibilisierung der Arbeitskräfte zur Folge hat, Gender Bewegungen, die für Diversität, Gleichheit der Geschlechter und Sexualitäten mobilisieren, Internetgemeinschaften, die internationale und nochmal internationale Diskurse und Kommunikationen antreiben und politische Akteure auf der globalen und nationalen Ebene und im globalen Multiebenensystem. Uff. Also: Kommunikation ist nicht gleich Diskurs, politische Akteure sind auf allen Ebenen und zwischen allen Ebenen gleichzeitig, Genderbewegte mobilisieren für Geschlecht und Sexualität und der Kapitalismus ökonomisiert und flexibilisiert und alles zusammen transformiert. Was? Keine Ahnung. Es transformiert halt irgendwas, nach irgendwo zu irgendwas, was wieder ein offenes Ende hat und global, vor allem global ist und sich verändert – oder so.
Thus, I will argue for an action-oriented perspective and theorising the interconnections between actors effecting institutional change on the mesolevel and structural transformation at the macro-level. Deshalb werde ich für eine handlungsorientierte Perspektive argumentieren, und die Verbindung zwischen Akteuren, die instutionellen Wandel auf der Meso-Ebene und strukturelle Transformationen auf der Makro-Ebene beeinflussen, theoretisieren. Akteure agieren miteinander und aus handlungstheoretischer Sicht hat die Interaktion zuweilen ein Ergebnis, zuweilen auch nicht. Manchmal gründen Akteure eine Institution, dann wandelt sich etwas auf der Meso-Ebene. Manchmal gibt es eine Revolution, dann ändert sich etwas auf der Makro-Ebene. Was das Ganze mit der Geschlechterordnung zu tun hat? Keine Ahnung.
But the transformation on the macro level and the institutional changes are interlinked with a deep going cultural change in the understanding of gender: Its meaning is shifting internationally from dualistic biologistic gender dualism to gender diversity embracing diverse social gender and sexual representations and practices. Aber die Transformation auf der Makro-Ebene und auf der institutionellen Ebene sind mit einem tiefgehenden kulturellen Wandel im Verständnis von Geschlecht verbunden: Die Bedeutung von Geschlecht verändert sich international von einem dualen Geschlechtsdualismus zu einer Geschlechts-Diversität, die diverse soziale Geschlechter und sexuelle Repräsentationen und Praktiken umfasst. Alles Leben ist Geschlecht. Geschlecht, nicht männlich und weiblich, sondern alles, was man sich so an Geschlecht einbilden kann, es treibt die Transformation und den Wandel, auf allen Ebenen und international.
I will argue that theorising on macro transformation and institutional change on the meso level should be related to cultural change. Ich werde argumentieren, dass Makro-Transformationen und institutioneller Wandel auf der Meso-Ebene auf kulturellen Wandel bezogen werden sollten. Die Trivialität des Jahrtausends von Lenz neu entdeckt: Weil Menschen handeln und Menschen, dann wenn sie anders handeln als bislang, Wandel hervorbringen, deshalb muss man den Wandel auf die handelnden Menschen und das die handelnden Menschen verbindende einer gemeinsamen Kultur zurückbinden.

Man kann Genderisten wirklich nicht nachsagen, sie würden sich nicht alle Mühe geben, jeden Zweifel dahingehend, ob Gender Studies zur Wissenschaft gehören oder nicht, zu zerstreuen und eindeutig Position zu beziehen und einmal mehr deutlich zu machen: Mit Wissenschaft haben Gender Studies gar nichts zu tun.

Und wenn Sie bis eben noch Lust hatten, am Dritten ISA Forum of Sociology in Wien teilzunehmen, dann sollte sie Ihnen nach dieser geballten Lenzschen Ladung an Unsinn eindeutig vergangen sein, und wir sind einmal mehr genötigt feszustellen, dass wissenschaftliche Freiheit nicht bedeutet, jeden Unsinn auf wissenschaftlichen Kongressen zuzulassen, sondern sich auf jede ernstgemeinte Forschung bezieht.

Wenngleich es natürlich eine gewisse Würze hat, sich vorzustellen, Lenz reicht ihre Erkenntnisse über das nicht-duale Geschlecht als Beitrag zu einer Tagung des Bundesverbands Deutscher Urologen zur Diskussion ein. Der Unterschied zwischen ernstzunehmender Wissenschaft und der immer mehr unter dem Einfluss von politischer Korrektheit und Genderunsinn leidenden Soziologie, er wird daran ganz schnell deutlich werden.


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Recht auf Dummheit? Gender Studies Tag bei ScienceFiles

Manchmal traut man sich gar nicht, nach ein paar lazy days die Mailbox aufzurufen. Wir haben sehr viele aktive Leser… Ganz zu schweigen von unseren Korrespondenten, die sich mit Themen ihrer Vorliebe befassen, wie z.B. unser Peter Trier, der sich zum Professorinnenprogramm-Spezialisten entwickelt hat (dazu bald mehr). Allen, die uns regelmäßig oder ab und zu mit Informationen versorgen, gilt einmal mehr unser herzliches Dankeschön.

Ein Hinweis, der schon seit ein paar Tagen etwas Schimmel angesetzt hat, hat einen Beitrag in der taz zum Gegenstand. Eine Katja Sabisch, die an der Ruhr-Universität einen Le(e)(h)rstuhl [Unzutreffendes streichen] für Gender Studies besetzt, hat einen Beitrag unter der Überschrift „Hier wird Stimmung gemacht“ für die taz geschrieben. Wir haben den Beitrag gelesen und: Von Stimmung keine Spur. Von wegen, hier wird Stimmung gemacht. Ein leeres Versprechen. Statt Stimmung gibt es Gejammer. Statt dass etwas gemacht wird, wird etwas beklagt. Gendersita wie sie eben so sind, immer passiv, immer weinerlich, immer Opfer und immer an nichts schuld. Woran auch? Die machen ja nichts.

Nichts?

Fast nichts!

Denn: Sie machen Wissenschaft lächerlich. Z.B. nach der Methode Sabisch. Die Methode Sabisch besteht darin, gelehrt daher zu schwätzen, Worte zu gebrauchen, die gut und gelehrt klingen, Worte wie „Erkenntnistheorie“. Gender Studies so behauptet Sabisch, Gender Studies seien eine Erkenntnistheorie und als solche „mindestens so voraussetzungsvoll wie Astrophysik“. Voraussetzungsvoll soll bedeuten, dass nicht jeder Trottel Gender Studies betreiben kann, sondern nur wenige Eingeweihte, die die hohen Anforderungen, die mindestens so hoch sind, wie die für Astrophysik erfüllen. Er muss die Gender Studies Erkenntnistheorie beherrschen.

Die kennen Sie nicht, die Gender Studies Erkenntnistheorie?

Hier kommt Sie: „… der wissenschaftliche Blick [darf] nicht vor dem vermeintlich Natürlichen Halt machen“, denn: „alle Phänomene sind kulturell situiert“. Na, wie klingt das? Mehr? Sie haben es nicht anders gewollt: „Vielmehr werden sie [also alle Phänomene] mit bestimmten Bedeutungen aufgeladen, die historisch zwar variabel, aber sozial wirksam sind. Geschlecht ist daher immer noch ein gesellschaftlicher Platzanweiser“.

Das also ist die Erkenntnistheorie der Gender Studies: Phänomenen wird eine gesellschaftliche Bedeutung zugewiesen, die sich über Zeit ändert, aber [Warum aber?] sozial wirksam ist, und Geschlecht ist ein solcher gesellschaftlicher Platzanweiser, wie es z.B. Professor war, bevor es Gender Studies gab. Seither muss man differenzieren, zwischen richtigem Professor und Gender-Professor. Die Differenzierung beschreibt den Wandel und der Wandel, er ist sozial wirksam. Früher konnte man sagen: „Ich bin Professor“. Heute muss man sagen: „Ich bin Professor für Astrophysik“, um Mutmaßungen zuvor zukommen, Mutmaßungen, wie der, dass heute jeder Knilch Professor für irgendetwas Belangloses werden kann, etwas so Belangloses z.B. wie die Gender Studies, deren Erkenntnistheorie darin besteht, dass Begriffe soziale Konventionen sind, die eine soziale Bedeutung an Objekte und Phänomene herantragen.

Die Wissenschaft hat, nachdem es nur wenige Tausend Jahre her ist, dass u.a. Aristophanes auf diese Bedingtheit der Erkenntnis hingewiesen hat, geradezu darauf gewartet, dass Gender Studierte entdecken: „Hey, Begriffe haben eine Bedeutung und zuweilen eine soziale Bedeutung.“

Nun mag diese Erkenntnis im Einzelfall als großer intellektueller Durchbruch gefeiert werden, aber das macht aus der nachholenden Erkenntnis wissenschaftlicher Gemeinplätze keine Erkenntnistheorie. Warum nicht? Weil eine Erkenntnistheorie mehr ist, als eine Behauptung über etwas, wie Sabisch meint. Erkenntnistheorie beginnt da, wo eine Methode ersonnen wird, um für andere nachvollziehbar und überprüfbar zu begründen, warum Begriffe soziale Bedeutung tragen, woran man die soziale Bedeutung erkennt, wie man sie misst, wie man sie erklärt, wo sie relevant ist, und vor allem beginnt die Erkenntnistheorie da, wo der Gegenstand des Interesses von der Theorie über die Erkenntnismöglichkeiten getrennt wird. Zu behaupten, dass Begriffe sozial überformt sind, ist also keine Erkenntnistheorie, nicht einmal eine tiefgreifende Erkenntnis, sondern eine Trivialität:

Damit Katja Sabisch eine Idee davon erhält, was eine Erkenntnistheorie ist und was der Gegenstand einer Erkenntnistheorie ist, hier ein kurzer Beitrag, in dem Karl Raimund Popper seine Erkenntnistheorie beschreibt:

 

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Geschenkte Doktortitel, weiße Männer und viel Ahnungslosigkeit

Ist es nicht seltsam, dass bei all der Empörung über Plagiate, die als eigene wissenschaftliche Arbeiten eingereicht und von wohlmeinenden Doktorvätern durchgewunken wurden, eine Frage nie gestellt wurde? Welche Frage? Na die nach der Qualität der deutschen Wissenschaft, danach, ob denn unter den Arbeiten, die als Eigenleistung durchgehen, nicht welche sind, immer mehr sind, die zwar keine Plagiate darstellen, deren Qualität aber so niedrig ist, dass man feststellen muss: Hier wurde ein Doktortitel verschenkt, die Qualifikation all jener, die einen Doktortitel redlich erworben haben, relativiert und darüber hinaus eine Situation geschaffen, die sich nur unwesentlich von der unterscheidet, die entsteht, wenn ein Plagiator einen Doktortitel erhält.

Wir schreiben das, nachdem uns ein Buch, eine Dissertation auf den Tisch gekommen ist, deren Besprechung demnächst in einem Fachjournal zu lesen sein wird (wir werden davon berichten), die nicht einmal die rudimentärsten Anforderungen an eine Dissertation erfüllt – eigentlich nicht einmal die Anforderungen, die man an eine Bachelorarbeit stellen würde. Die Arbeit ist einfach nur schlecht, von einer ideologischen Besessenheit durchdrungen, und ihre Autorin bar jeglicher methodischer und theoretischer Kenntnisse.

Wie konnte es dazu kommen, dass Teile der deutschen Wissenschaft derart verkommen sind? Wie kann es sein, dass Doktortitel verschleudert werden und damit die Arbeit all derer, die einen Doktortitel redlich erwerben, die den wissenschaftlichen Ansprüchen an eine Dissertation genügen, relativiert wird?

Nun, die Antwort kann man auf zwei Ebenen finden. Die erste Ebene, die der Hochschulen und Universitäten hat nicht durch die Bachelorisierung, sondern durch die Ideologisierung der Hochschulen einen weitgehenden Verlust wissenschaftlicher Standards, Methodenkenntnisse und Techniken gesehen. Verantwortlich dafür, ist der Einzug von Ideologen, die dafür sorgen, dass das Ansehen von Wissenschaft zerstört, Hochschulen als Orte, an denen Wissenschaft betrieben wird, diskreditiert und Methoden und Standards, die einst Wissenschaft ausgemacht haben, erodiert werden.

KuhnDeutlich wird dies am Beispiel der Soziologie, einer Sozialwissenschaft, die in der Terminologie von Thomas Kuhn an der Grenze von einer Vor- zu einer Normalwissenschaft stand. Und dann haben die Ideologen Einzug gehalten, vor allem die Genderista. Für die Soziologie hat dies ein abruptes Ende theoretischer Diskussionen zur Folge gehabt. Der Rational-Choice-Ansatz, bis zum Einzug der Genderista so etwas wie der Hoffnungsträger soziologischer Theoriebildung, er ist weitgehend verschwunden. Die Methode der Hypothesenableitung und –prüfung, die mit vornehmlich quantitativem Instrumentarium verbunden wurde, sie ist der qualitativen Sozialforschung gewichen, die sich weitgehend auf das Fallenlassen von Begriffen reduziert. Man sagt „Instrumentarium der Grounded Theory“ und fühlt sich erhaben, man führt so genannte Expertengespräche und hofft, dass die vermeintlichen Experten die eigene Ahnungslosigkeit reduzieren und man treibt Diskursanalysen, schwätzt und schwätzt und schwätzt, ohne Sinn und Zweck, seitenweise, ohne roten Faden, theoretischen Rahmen und methodische Begründung. Die Schwatzbude der reflektiven intersektionalen Beschauung heteronormativer, vielleicht auf interkulturell-diversifizierter Trivialitäten, sie hat das Erkenntnisinteresse verdrängt und die Soziologie vom Fach auf dem Sprung zum Fach, in dem um ein Verständnis von Wissenschaftlichkeit gekämpft werden muss, reduziert. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass die Ideologisierung der Sozialwissenschaften die deutschen Sozialwissenschaften weit hinter die Aufklärung zurückgeworfen haben und eine geistige Engstirnigkeit und professionelle Ahnungslosigkeit salonfähig gemacht haben, die man unter rationalen Wesen nicht für möglich gehalten hätte.

Ähnlich wie am Beispiel der Soziologie beschrieben, wurden mit den Gender Studies Hochschulen gekapert und mit Unterstützung eines politisch-korrekten Diskurses, der Hochschulen von Ministerien ebenso aufgezwungen wurde, wie die Lehrstühle für Gender Studies, eine Atmosphäre produziert, in der sich Wissenschaftler lieber in den Elfenbeinturm zurückziehen, um dort Wissenschaft zu betreiben, als sich mit den Kadern der Gender Studies und ihrem ideologischen Auftrag auseinanderzusetzen. Letztere nutzen den dadurch geschaffenen Freiraum, um nun ihrerseits Hinz und Kunz mit akademischen Titeln zu versorgen und auf diese Weise eine Erosion von Standards und Methoden, von Wissenschaft als solcher zu betreiben.

Die beschriebene Entwicklung vollzieht sich in einem gesellschaftlichen Klima, in dem toleriert wird, dass es in öffentlich lesbaren Printerzeugnissen, in Tageszeitungen, für die manche sogar Geld ausgeben, möglich ist, Unsinn wie den folgenden abzusondern:

“Die Gender Studies sind tatsächlich ein Betrug an der Wissenschaft, zumindest an jener im altertümlichen Sinne einer unveränderbaren Erkenntnis verstandenen, einer, die an Objektivität der ForscherInnen glaubt, an eine Wahrheit gar. Dieser geht die Selbstreflektion vollkommen ab. Denn diese Wissenschaft betreibt der kleine Gott – ein Mensch, der sich in dieser von Ausschüssen und Hierarchien zerfressenen Welt nicht hinterfragen muss. In der Regel ist das der bürgerliche weiße heterosexuelle Mann“.

Das schreibt eine Sonja Vogel in der Taz, in der sie beschrieben wird als „taz2-Redakteurin und Teilzeitverlegerin, Geschlechter- und Osteuropawissenschaftlerin“.

Geschlechterwissenschaftlerinnen zeichnen sich also dadurch aus, dass sie einem Wissenschaftsverständnis anhängen, das zuletzt vielleicht im 16. Jahrhundert gesichtet wurde, bevor die empirische Wissenschaft Einzug gehalten hat und Anfang des 20. Jahrhunderts zu einer kritisch-rationalen Wissenschaft weiterentwickelt wurde, die dem Erkenntnisgewinn als Ziel der Wissenschaft verschrieben war. Auf die Suche nach der Wahrheit macht sich bestenfalls noch die Katholische Kirche und die – wie man so hört – nur noch bedingt. Wenn also Frau Vogel einen Glauben an die Objektivität und die Wahrheit sieht, dann muss dieser Glaube an die Objektivität und die Wahrheit bei ihr verankert sein. Vermutlich wäre ihr die Tatsache, dass ihre Vorstellung bestenfalls von Gender Studierten geteilt wird, mit etwas Selbstreflektion aufgefallen, aber das fehlt den weißen, bürgerlichen und zumeist a-sexuellen Nicht-Männern, die sich z.B. in Zeitungen über etwas aufregen, eine Wissenschaft, wie sie schreiben, die außer ihnen selbst und der Gender Studierten Sekte niemand sieht.

Der Niedergang der Sozialwissenschaften in Deutschland, er findet in einem Klima des kompetenzlosen Tagtraums kognitiv a-normaler, weißer, bürgerlicher und a-sexueller Nicht-Männer statt und wird an Universitäten durch Gender Studierte Kader umgesetzt, die zwar nicht wissen, was Wissenschaft ist, aber ganz genau wissen, dass sie von weißen Männer betrieben wird, die Wahrheit gefunden haben und Objektivität besitzen und alle heterosexuell sind. Auf so ein Feindbild muss man erst einmal kommen. Und wenn man auf ein solches Feindbild kommt, dann sagt die Wissenschaft, dann sagen die entsprechenden Forschungsergebnisse der Sozialpsychologie vorher, dass der, dem diese Ideen kommen, mit hoher Wahrscheinlichkeit ein an Geist und Leben gescheiterter Versuch, Persönlichkeit zu sein, ist.

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