Radio Bremen: Sprachrohr von Linksextremisten?!

Es werden immer mehr.

Die Beiträge, in denen wir berichten, wie politische Aktivisten ihre einseitige Sicht der Welt in öffentlich-rechtlichen Medien platzieren und als “journalistischen Beitrag” maskieren können, werden immer häufiger.

Gestern haben wir einmal mehr aufgezeigt, dass der ARD-Faktenfinder ein Verlautbarungs- und Manipulationsinstrument ist, das politische Aussagen der Amadeu-Antonio-Stiftung ungeprüft und ohne auch nur die Spur eines kritischen Tones lanciert, um die Öffentlichkeit zu manipulieren. Heute berichtet Dr. Dr. Marcus Ermler über einen Fall aus Bremen, bei dem Radio Bremen sich Aussagen und vermeintliche Recherchen des linksextremen AfD-Watch Bremen zu eigen macht und als journalistischen Beitrag präsentiert. Während Dr. Ermler in seinem Beitrag darauf eingeht, dass öffentlich-rechtliche Anstalten offensichtlich keine Skrupel haben, Material, das die Persönlichkeitsrechte von Menschen verletzt, zu veröffentlichen, so lange es sich gegen die AfD oder das richtet, was man in Bremen als Rechte ansieht, richtet und fordert, neben Informationen von AfD Watch, aus Gründen der Ausgewogenheit, und zu Letzterer sind öffentlich finanzierte Sender ja verpflichtet, auch Informationen von einem beliebigen Neo-Nazi-Blog zu beziehen, ist für uns die Normalität, mit der sich öffentlich-rechtliche Journalisten zu Sprachrohren politischer Interessen machen, der Punkt, den wir hervorheben wollen.

Öffentlich-rechtliche Journalisten werden nicht dafür bezahlt, dass sie eine bestimmte oder ihre politische Meinung als journalistischen Beitrag ausgeben, sondern dafür, der Öffentlichkeit Informationen bereit zu stellen. Die vielen Einzelfälle, über die wir in den letzten Wochen berichtet haben und die alle gemeinsam haben, dass keine Informationen, sondern Bewertungen und Diffamierungen transportiert werden, die alle aus der selben politischen Richtung, nämlich von links lanciert werden, zeigen, dass öffentlich-rechtliche Anstalten ihrem Informationsauftrag nicht mehr gerecht werden.

Ein jeder Mensch hat ein Recht auf Notwehr.

Aus diesem Recht lässt sich das Recht ableiten, nicht für Beiträge in öffentlich-rechtlichen Medien bezahlen zu müssen, die darauf ausgerichtet sind, die geistige Integrität des entsprechenden Menschen zu beschädigen, Beiträge, deren Ziel darin besteht, ihn zu manipulieren und zu indoktrinieren. Wenn Manipulation, politischer Aktivismus und der Versuch, öffentlich-rechtliche Medien zu Monokulturen der einen, wahren politischen Sichtweise zu machen, wie dies im 1000jährigen Reich der Fall war, überhand nehmen und zur Normalität geworden sind, dann ist es Zeit zivilen Ungehorsam zu üben.

 

Unlängst habe ich in einem Artikel für die Achse des Guten festgestellt, dass der Bremer Senat linksextreme Tugendwächter deckt und dies am Fall der Plattform „AfD Watch Bremen” veranschaulicht. Diese Plattform übt sich im Geiste einer „Stasi 2.0″ darin, einen öffentlichen Pranger für Mitglieder Bremer AfD zu implementieren. Hierbei werden nicht nur politische Aussagen der Mitglieder kritisch beleuchtet (was tatsächlich noch Journalismus wäre!), sondern private Details und das soziale Umfeld vor einer breiteren Öffentlichkeit genüßlich ausgebreitet. Nazi-Outings mit Bild und Adresse gehören bei dieser Plattform ebenfalls zum guten Ton.

Diese Plattform ist so entgegen ihrer eigenen Selbstdarstellung nicht journalistisch, sondern propagandistisch orientiert, um so die AfD als Wiedergeburt der NSDAP darzustellen und zu dämonisieren. Mit besonderen Befremden habe ich zur Kenntnis nehmen müssen, dass nicht nur die Bremer Linkspartei die Arbeit dieses linksextreme Propagandawerkzeug goutiert, sondern auch taz, Weser-Kurier und seit neuestem auch buten un binnen, das Nachrichtenformat von Radio Bremen.

Auch für Bremer Presseerzeugnisse und Medien gilt die journalistische Sorgfaltspflicht. So müssen „alle Nachrichten vor ihrer Veröffentlichung auf Herkunft, Inhalt und Wahrheitsgehalt überprüft werden, müssen und [dürfen] nicht sinnverzerrt oder verfälscht dargestellt werden”. Weiterhin ist „die Kennzeichnung von Gerüchten, unbestätigten Meldungen und Symbolfotos […] verpflichtend”. Und schließlich geht die Sorgfaltspflicht mit „Wahrung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts” einher, das gegen die „Grundrechte der Meinungs- und Pressefreiheit sowie das Interesse der Öffentlichkeit” abgewogen werden muss.

Ein aktueller Bericht von buten un binnen, der im Wesentlichen die „Recherchen” von AfD Watch Bremen wiedergibt, ist eine so offensichtliche Verletzung dieser Sorgfaltspflicht, dass ich mich dazu entschied, eine Stellungnahme von Redaktion zu erbeten, was leider bislang ohne Antwort blieb.

Was war passiert?

AfD Watch Bremen behauptet in einem Artikel, dass der Bremer Bundestagsabgeordnete, ein Mitglied der Identitären Bewegung beschäftigen würde [Anmerkung der Redaktion: Was offensichtlich für Linke schlimmer wäre, selbst wenn es stimmen würde, als ein Bundestagsabgeordneter der LINKEN, der einen ehemaligen Terroristen (also einen Mörder) beschäftigt]. Belegen sollen dies Film- und Bildaufnahmen eines angeblichen Abgeordnetenbüros.

Das Brisantere hieran ist folgende Aussage im Text: „So arbeitet der IB Akteur Jonas Schick seit ein paar Monaten werktags zwischen 9.00 und 16.00 Uhr als Büroleiter gemeinsam mit dem Vorsitzenden der JA und zweiten stellv. Landesvorsitzenden Robert Teske”. Nun stellt sich mir die Frage, wie genau kann man feststellen, dass jemand „seit ein paar Monaten werktags zwischen 9.00 und 16.00″ arbeitet. Doch nur dann, wenn man ihn permanent observiert! Und wie kommt man zu den Videoaufnahmen und Fotos? Auch nur dann, wenn man permanent filmt und Fotos macht.

Da es sich bei den Mitarbeitern weder um „Personen der Zeitgeschichte” handelt (weder absolute noch relative) noch um eine „Bildberichterstattung über Prominente” haben wir es hier offenkundig mit einem Eingriff in die allgemeinen Persönlichkeitsrechte zu tun. Dies scheint buten un binnen jedoch nicht zu tangieren, vielmehr heißen sie die „journalistische” Arbeitsweise von AfD Watch Bremen gut, die mit ihrer Rund-um-die-Uhr-Überwachung bzw. dem Sammeln privaten Informationen von Bremer AfD-Mitgliedern eher an Stasi bzw. Gestapo erinneren.

Nun werden sich buten un binnen bzw. AfD Watch Bremen vermutlich damit retten wollen, dass das Interesse der Öffentlichkeit überwiege und es sich bei Herrn Magnitz um eine relative Person der Zeitgeschichte handle (was bei seinen observierten Mitarbeitern jedoch wohl nicht aufrecht zu erhalten ist). Gut, wenn beide „journalistische” Institutionen im Sinne des „Interesses der Öffentlichkeit” arbeiten und handeln, bleibt die Frage, warum man sich ausschließlich mit vermeintlichen Rechtsextremen beschäftigt und auf dem linken Auge blind ist!?

Entweder schaut man kritisch auf jede Art von Extremismus oder eben auf keinen. Selektiv und nach ideologischer Präferenz zu arbeiten, ist ein Hohn für den journalistischen Arbeitsethos und insbesondere eine Verachtung der von Hajo Friedrich postulierten Arbeitsanweisung an Journalisten: „Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten”.

Besonders deutlich wird dieser doppelte Standard daran, dass buten un binnen vor der Bundestagswahl nicht einen einzigen Bericht darüber lieferte, dass der Direktkandidat Sebastian Rave der Bremer Linkspartei ein offenkundiger Linksextremist war und ist.

Rave ist ein zentrales Mitglied der Bremer Linkspartei: neben der Direktkandidatur für den Wahlkreis 54 bei der letztjährigen Bundestagswahl war er seinerzeit auch Mitglied des Landesvorstandes als Sprecher für „Antifa, Antirassismus, Antimilitarismus, Internationales, Friedenspolitik”, ferner Mitglied im Bundesvorstand, der vom Verfassungsschutz (siehe hier, S. 140-141) beobachteten Sozialistischen Alternative (SAV) und Organisator des Bündnisses gegen Rechtspopulismus und Rassismus.

Noch schlimmer: Im Rahmen der medialen Berichterstattung von buten un binnen (sowie Weser-Kurier und taz) über eine Demo gegen das AfD-Büro in der Bremer Innenstadt wird Rave zum einfachen „Anwohner” gemacht, ohne seine hervorgehobene Stellung in der Bremer Linkspartei bzw. sein Verhältnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu erwähnen.

Auch Aussagen, die er im Vorfeld der Bundestagswahl von sich gab, wurden nirgends kritisch reflektiert. So schließt er seine Bewerbungsrede für die Wahl zum Direktkandidaten mit einem entlarvenden Abschluss “Danke, Rotfront” (hier ab 9:44) – „Rotfront” war die Grußform desRotfrontkämpferbundes, des paramilitärischen Kampfverbandes der KPD aus Zeiten der Weimarer Republik; ferner sieht er sich auch als „Straßenkämpfer” (im Video, ab 9:35).

Während der Demo Mitte Juni vor dem Büro der AfD sagt Herr Rave folgendes: „Gemeinsam vertreiben wir die AfD aus der Falkenstraße” (hier, ab 1:39). Und genau das wurde seinerzeit unternommen. Delikat ist auch folgende Äußerung auf seiner Homepage: “Seit Mitte 2012 mache ich hauptberuflich Propaganda: Für Linke und LINKE, für Bewegungen und Gewerkschaften”. Die letzten Politiker in Deutschland, die das Wort Propaganda noch wie eine Auszeichnung vor sich her trugen, waren die der roten und brauen Sozialisten.

Ich empfinde es in Bremen als rechtsstaatlichen und presserechtlichen Hohn, einerseits bei der Berichterstattung über die AfD auf offensichtlich linksextreme Propagandainstrumente zurückzugreifen, die ihre Informationen entgegen der journalistischen Sorgfaltspflicht beschaffen, und andererseits linksextreme Aktivitäten in Bremer Parteien völlig unter den Teppich zu kehren und so der journalistischen Sorgfaltspflicht einen zweiten Tittt zu verpassen.

Auch frage ich mich: wenn heute bereits die Observation rund-um-die-Uhr journalistischer Standard ist und nicht einmal vor dem privaten Umfeld von Poltikern halt gemacht wird, die dieses nicht freiwillig der Öffentlichkeit in BUNTE und Co. ausbreiten wollen wie so manch ehemaliger Vizekanzler, was ist der nächste Schritt? Neonazi-Blogs als Quelle über die politische Linke? Waterboarding als neue Informationsquelle?

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Ein Bundesamt für Politische Korrektheit?

Was halten Sie davon, wenn ihre Sprache regelmäßig überprüft wird, damit Sie keinen Hass sprechen? Wie wäre es, wenn wir jedem Kleinkind einen Wegebegleiter, der von der Amadeu-Antonio-Stiftung autorisiert wird, mit auf den Weg geben, damit sich gleich gar keine Gedanken einstellen, die der doch so guten Regierung und den vielen so guten Politikern nicht passen, und falls sie sich doch einstellen, auf dass sie mit Stumpf und Stil aberzogen werden können? Warum kein Amt, das dafür sorgt, dass all diejenigen, die heute auf Zeitverträgen in Projekten darben müssen, die vom BMFSFJ nur mit mageren 105 Millionen Euro im Jahr finanziert werden, fest angestellte Bekämpfer von Hass und Hetze werden, die dafür sorgen, dass wir auch morgen noch in vorgegebener und eng umgrenzter Freiheit nebst zugehöriger Echokammer leben können?

Wenn es nach den Grünen im Bundestag geht, dann wird es wohl bald ein Amt für Politische Korrektheit geben. Die Grünen haben nämlich Angst davor, dass „Hass und Hetze auf Gleichgültigkeit“ treffen. Sie wollen deshalb dafür sorgen, dass sie nicht auf Gleichgültigkeit, sondern auf, nun… was eigentlich, was ist das Gegenteil von Gleichgültigkeit? Empathie, Ärger, Hass treffen. Wenn sich nämlich niemand für Hass und Hetze interessiert, so befürchten die Grünen, dann wird „menschenfeindliches Gedankengut“, für das sich auch niemand interessiert, in die Gesellschaft einsickern, denn der rechte Rand und alle die ihn bevölkern, der gehört für die Grünen nicht zur Gesellschaft, auch dann nicht, wenn er Steuern zahlt.

Um zu verhindern, dass uns Hass und Hetze nicht interessiert, um dafür zu sorgen, dass wir nicht gleichgültig gegenüber Hass und Hetze sind, sondern mit Ärger und Hass und Liebe auf Hass und Hetze reagieren, haben die Grünen einen Antrag im Bundestag eingebracht, dessen interessantester Punkt gleich unter 1. steht:

„1. Verlässliche Förderung zivilgesellschaftlicher Arbeit Die Förderung zivilgesellschaftlicher Arbeit zur Demokratiestärkung, gegen Rechtsextremismus, Rassismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit muss als Daueraufgabe nachhaltig gestaltet und finanziell strukturell abgesichert werden, wobei die Unabhängigkeit zivilgesellschaftlichen Engagements nicht ausgehöhlt werden darf. Die Bundesregierung soll dafür einen Entwurf für eine bundesgesetzliche Grundlage zur Demokratieförderung vorlegen.“

Diese Forderung kann man nur dahingehend interpretieren, dass es einen festen Haushaltsposten zur Verbreitung politisch korrekter Sprache und Unterdrückung aller Abweichungen geben soll. Derartige Haushaltsposten haben gewöhnlich die Gründung eines Amtes, z.B. das eines Bundesbeauftragten für den Hass auf Hate Speech oder die Kontrolle politisch unkorrekter Umtriebe zur Folge. Die damit geschaffte Institutionalisierung stellt sicher, dass Stiftungen wie die Amadeu-Antonio-Stiftung oder Vereine, die sich auf Dissens spezialisiert haben, wie Dissens e.V. dauerhaft von Steuerzahlern durchgefüttert werden und aufgrund der steuerlichen Mästung in Organisationen wachsen können, in denen sich bald 50, bald 100, bald 1000 Blockwarte gegen den Hass und die Hetze in dem Bemühen zusammenfinden, all diejenigen zu erziehen, die die politisch korrekte Sprache immer noch nicht richtig verinnerlicht haben, die immer noch nicht in _*Innen sprechen, um alle, die sich einbilden, ihre Identität finde sich zwischen den eigenen Beinen und sie seien in normalen Kategorien menschlicher Sprache nicht enthalten, nicht durch sprachlichen Ausschluss zu verletzten.

Der neue Antrag der Grünen macht deutlich, dass die Grünen die größte Gefahr für die individuelle Freiheit darstellen, die derzeit im Bundestag vertreten ist. Und das will etwas heißen.

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Akademisierter Lynchmob gegen gemeinsame Erklärung: Nachtreten von Links

Wäre Wilhelm Hopf, der Verleger des LIT-Verlags, nicht risikoavers, sondern das, was man mit Joseph Schumpeter einen Entrepreneur nennen kann, dann hätte er die Gelegenheit beim Schopfe gepackt, die sich ihm geboten hat, als eine Reihe von vermeintlichen Wissenschaftlern, die im LIT-Verlag publiziert haben oder Zeitschriften des LIT-Verlages herausgeben, offen gegen ihn und seine Unterschrift unter der Gemeinsamen Erklärung Stimmung gemacht haben. Die Chance bestand darin, alle Unterzeichner rauszuwerfen bzw. von weiteren Publikation beim LIT-Verlag auszuschließen und den LIT-Verlag neu zu definieren, neue, junge Wissenschaftler, solche mit Ideen, an die Stelle der ausgelaugten alten zu setzen, die schon eine simple Unterschrift unter zwei Sätzen so aus der Bahn werfen kann, dass sie hyperventilieren, wild assoziieren und mit verbalen Fackeln vor dem Verlagsgebäude von Hopf auftauchen.

Aber Wilhelm Hopf ist risikoavers. Deshalb hat er die Chance vertan, die sich ihm bot. Deshalb ist der LIT-Verlag immer noch die vertrocknete Version eines deutschen Mainstream-Verlags, in dem Ideenlose für Einfallslose publizieren und Zeitschriften herausgeben, in denen die Langeweile zum Programm ist.

Und weil Hopf die schlechteste aller Handlungsmöglichkeiten gewählt hat, weil er seine Unterschrift zurückgezogen und sich damit in die Notwendigkeit, fadenscheiniger Erklärungsversuche begeben hat, ist er nunmehr Freiwild, das alle jagen können, die sich entweder für gut halten, sich als gut inszenieren wollen, die signalisieren wollen, wie gut sie doch sind und die ansonsten, außer ihrer affektiven Zuordnung nichts zu bieten haben, keine Leistung, keine Kompetenz, kein Ereignis, das in ihrer Umwelt einen positiven Eindruck oder gar eine Veränderung zum Besseren, Effektiveren bewirkt hätte.

Berliner Heni: Fussball-WM 2006 ist schuld an AfD

Clemens Heni ist der bislang letzte, der im Tagesspiegel gegen Wilhelm Hopf nachtreten darf. Heni ist ScienceFiles Lesern dadurch bekannt, dass er in einem Anfall von Assoziations-Wahnsinn eine Verbindung zwischen der Fußball-WM 2006 in Deutschland, dem damit verbundenen „deutschnationalen Symbol“ und dem Aufstieg der AfD gut 10 Jahre später hergestellt hat. Heni, der im Tagesspiegel als Politikwissenschaftler und Direktor des Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA) verkauft wird, gehört zu denen, die wir als Extremismus-Unternehmer bezeichnen. Sie verdienen ihr Geld mit der Beschwörung politischer Katastrophen (selbstverständlich von rechts), mit dem Verkauf von Antidoten (selbstverständlich von links), der Verbreitung von Verschwörungstheorien und der Eigen-Inszenierung als Retter der nicht-rechten Welt.

Als solcher Messias der armen linken Leute ist Heni im Tagesspiegel angetreten, um eine Verschwörungstheorie ganz eigener Art zu verkünden, für deren Langform er in Marburg den Doktortitel verliehen bekommen hat. Doktortitel, die man früher als Doktorwürde bezeichnet hat, aber von Würde trauen sich nicht einmal mehr die Linken im Zusammenhang mit Doktortiteln zu sprechen, sind ein Beispiel für ein gefallenes Kulturgut. Früher waren sie in der Regel Indikator für eine besondere Leistung und entsprechende Kompetenzen des Titelinhabers, heute sind sie in den meisten Fällen (es gibt immer noch Ausnahmen) der Beleg dafür, dass der Inhaber genug Sitzfleisch hatte, um sich selbst durch die Langeweile zu schreiben, die seine Qualifikationsarbeit bei denen, die sie lesen müssen, verbreitet.

Heni ist kein Politikwissenschaftler, politischer Wissenschaftler, nein politischer Aktivist trifft es besser, denn Heni gehört zu denen, die ihre Mission mit Wissenschaft verbinden wollen, die ihre angebliche Erkenntnis als neue Heilslehre, an der die Welt genesen soll, verkaufen wollen. Das hat zwei Vorteile: Wenn man behauptet, auf der Seite der Guten zu stehen, fragen nur noch wenige nach den Argumenten und die, die dennoch fragen, die kann man versuchen, als Böse abzukanzeln, in der vergeblichen Hoffnung, damit alle Kritik im Keim erstickt zu haben. Im Genderismus kann man dieses Spiel fast täglich beobachten. Heni gehört in den Kreis der Genderisten. Er verkauft zwar Antisemitismus tut dies aber im „Kontext von Judith Butler“. Gleich und Gleich gesellt sich eben gerne.

Auch der Direktor Heni ist mehr oder minder eine Inszenierung, denn das Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA) macht mehr den Eindruck einer Patchwork-Veranstaltung, die außer einer (schlecht gemachten) Internetpräsenz wenig vorzuweisen hat. Ebenso wenig, wie der Verlag oder Selbstverlag „Edition Critic“, in dem Heni gezwungen ist, seine Schreibereien zu publizieren. Er hat es nicht einmal in den LIT-Verlag geschafft.

Damit sind wir wieder bei Wilhelm Hopf und dem Tritt, den Heni im Tagesspiegel ungefährdet dem am Boden Liegenden verpassen darf.

In seinen Studien zur Ethnomethodologie beschreibt Howard Garfinkel den Insassen einer Irrenanstalt, der denkt, er werde vom FBI verfolgt. Was die Beschreibung von Garfinkel so unangenehm macht, ist die Tatsache, dass der beschriebene Irre über die Fähigkeit verfügt, die belanglosesten Ereignisse, die geringsten Anlässe über eine Reihe von Assoziationen so aufzublasen, dass er sie in rationaler Weise als Beleg seiner Wahn-Vorstellung, er werde vom FBI verfolgt, ausgeben kann.

Die Unruhe, die bei normalen Menschen entsteht, wenn sie vorgeführt bekommen, wie schmal der Grat zwischen Normalität und Wahnsinn doch ist, sie hat bei Bertrand Russell zu der Feststellung geführt, dass ihn die Vorstellung, man könne den Irren, der sich für ein Rührei halte, nur deshalb verurteilen, weil er sich in der Minderheit befinde, beunruhige. Russell war niemand, der zur Hysterie geneigt hätte.

Die Unruhe von Russell sie hat uns begleitet, als wir die Abrechnung des nicht-LIT-Autoren Clemens Heni mit Wilhelm Hopf, dem Verleger des LIT-Verlags, gelesen haben. Die Assoziationskette von Heni, sie verläuft wie folgt:

Henning Eichberg, dem in Deutschland Kredit für die vermeintliche Erfindung des Begriffs „Ethnopluralismus“ und die Begründung der „Neuen Rechten“ gegeben wird, stecke hinter Versuchen, die Linke mit Ideen der neuen Rechten zu infiltrieren, um die Ideen der neuen Rechten salonfähig zu machen.

Henning Eichberg sei Mitbegründer der Grünen gewesen.
Henning Eichberg habe in SPD-Publikationen veröffentlicht.
Henning Eichberg habe auch für die PDS geworben.

All dies ist kein Wunder, denn Eichberg war, wie Alain de Benoist im Grunde ein Feind von Kapitalismus und Liberalismus und ein Freund des Sozialismus. Abermals gilt: Gleich und Gleich gesellt sich gern.

Nun ist für Heni die Nähe von Eichberg zu Grünen, SPD und PDS nicht Indiz dafür, dass das, was Grüne, SPD und PDS Mitglieder denken, mit dem, was Eichberg denkt, zumindest in Teilen kompatibel bzw. dass es in Teilen anschlussfähig ist, wie es in intellektuell heißt, sondern dafür, dass Eichberg, ein Man on a mission war: Mission Unterwanderung. Mission Verbreitung der Neuen Rechten. Eichberg, so will Heni seinen Lesern glaubhaft machen, sei ein geschulter rechter Kader, der versucht hat, die drei Parteien mit seinen Ideen zu unterwandern und „rechsextreme Ideologie als links zu verkaufen“.

Es sind Sätze wie der gerade zitierte, die Russell und uns schaudern machen. Die Wirkung von Ideologien beruht darauf, dass sie für glaubwürdig gehalten werden. Damit Hennig seine Ideologie als links verkaufen kann, muss sie von LINKEN für glaubwürdig gehalten werden. Wenn aber Linke eine Ideologie adaptieren, weil sie sie für glaubwürdig halten, was heißt das für die Ideologie? Ist sie dann Links oder ist sie das nicht?

Man kann nur dann der Ansicht sein, dass eine Ideologie, die von vielen Linken für links gehalten wird, nicht links ist, wenn man einen Essentialismus des wahren Linken verfolgt, einen Essentialismus, den nur Eingeweihte zu erblicken und zu durchschauen vermögen, Hohepriester des Sozialismus wie Heni zum Beispiel. Da ist es wieder, unseres und das Schaudern von Russell.

Doch zurück zur Assoziationskette.
Der Unterwanderer der Linken, Eichberg, nicht Eichstätt oder Eichmann, nein Eichberg, er hat im LIT-Verlag publiziert. Bücher wie: „Die historische Relativität der Sachen oder Gespenster im Zeughaus“ – ein Klassiker der Neuen Rechten, wenn es nach Heni geht.

Oder das hier:
Die Nase als Zeitmaß oder über das Zappeln des Körpers im Munde. In der Reihe: „Der menschliche Körper im Munde des deutschen Volkes“.
Wohl Ethnopluralismus in Reinkultur, wenn es nach Heni geht.

Oder das hier:
Die proletarische Freidenker-Bewegung: Geschichte, Theorie, Praxis
Wohl ein Buch über die gelebte Praxis in der Neuen Rechten

All diese Bücher habe Eichberg mit Bedacht im LIT-Verlag platziert. Wir zitieren die Erkenntnis von Clemens Heni:

„In den achtziger Jahren veröffentlichte der Lit Verlag diverse Schriften des neurechten Vordenkers Henning Eichberg, die von Hopf zum Teil mit Nachworten angepriesen wurden, etwa „Die Veränderung des Sports ist gesellschaftlich“ von 1986 oder „Körperkulturen und Identität. Versuche einer alternativen Aufmerksamkeit“ von 1989.“

Das zuerst genannte Buch ist ein Diskussionsband über die Arbeiten von Hennig Eichberg im Bereich der Sportpsychologie bzw. Sportsoziologie

Das dann erwähnte Buch handelt unter anderem vom Nutzen, den Massensportereignisse für den Macherhalt herrschender Gruppen abgeben, einen Nutzen, dem Eichberg nicht positiv gegenüber steht (er findet sich hier eher im Einklang mit Michel Foucault, den der Genderismus, vermutlich ohne mehr als 10 Seiten zu lesen, zu einem seiner Gurus erklärt hat). Was beides mit der Neuen Rechten zu tun haben soll, ist vermutlich nur Clemens Heni ersichtlich, aber immerhin erklärt sich hier seine Assoziation zwischen AfD und Fußballweltmeisterschaft. Russelsches Schaudern zum x-ten Mal.

Nun hat, wie Eichberg weiter schreibt, Götz Kubitschek in der Zeitschrift „Sezession“, die vom Verlag Antaios, dessen Verleger Kubitschek ist, herausgegeben wird, in einem Nachruf auf Eichberg geschrieben, dass Eichbergs Ideen für eine Generation der „jungen und rechten Intelligenz“ wichtig gewesen seien, wenngleich diese Generation von Eichberg ständig enttäuscht worden sei, weil Eichberg so sprunghaft gewesen und kein Interesse an der Ausarbeitung seiner Weltanschauung gehabt habe. Das zitiert Heni und merkt nichts dabei. Er merkt nicht, dass er Kubitschek gerade zur unangefochteten Autorität der Neuen Rechten erklärt, deren Urteil er, Heni, sich unterwirft. Er merkt nicht einmal, dass Kubitschek, die Autorität für Heni, den Dienst, den Eichberg der Neuen Rechten erwiesen hat, mit gemischten Gefühlen sieht.

Aber so ist das in Assoziationsketten, die Assoziation wird von einem Stimulus auslöst. Gibt es noch andere, dann werden diese übersehen oder ignoriert. Und so kommt es, dass Heni nicht nur meint, die Fußballweltmeisterschaft 2006 und die Schwarz-Rot-Goldenen Fahnen, die er als deutschnationale Symbolik ansieht (er will zwar Politikwissenschaftler sein, kennt aber offensichtlich die Bedeutung des Begriffs „deutschnational“ nicht, nicht einmal den Hang zum Kaiser, der damit verbunden ist (nicht zu Franz Beckenbauer!)) sei die Ursache der Wirkung AfD, die mit 10 Jahren Verspätung eingetreten ist. Er meint auch, dass ein Verleger, der in den 1980er Jahren Bücher eines Autoren, Henning Eichberg, verlegt hat, der auch in Publikationen der SPD, der Grünen und der PDS zu finden ist, 28 Jahre später mit einer Unterschrift unter einer Gemeinsamen Erklärung zeige, dass die Strategie, des 2017 verstorbenen Eichbergs, die Linke mit Ideen der Neuen Rechten zu unterwandern, aufgegangen sei und dies, obwohl Hopf, der Verleger vom LIT-Verlag gar kein Linker ist, was ihn für Heni zu einem Rechten im Geiste macht.

Russell schaudert und wir fragen uns, ob wir dem Irren aus der Erzählung Garfinkels mit unserer Assoziation Unrecht tun.


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Gemeinsame Erkärung 2018: Wenn Professoren zum Boykott aufrufen

Als die Sozialisten die Universitäten in Beschlag genommen haben. Da hat er geschwiegen und dem Treiben zugesehen, das Lehre und Forschung immer schwieriger gemacht hat.

Als die Studentenvertretungen, die zum Hort kommunistischer Kader geworden sind, angefangen haben, Lehrende, die gegen, das, was sie für richtig und wahr halten, die gegen den Glauben der kommunistischen Kader verstoßen haben, anzugreifen, zu diskreditieren und ihre Lehrveranstaltungen erst zu stören und dann zu verunmöglichen, da hat er geschwiegen (so sehr, das nicht einmal wir etwas finden können).

Als die Einschüchterung anderer bis in deren Privatleben getrieben wurde, als Blogwarte das, was andere auf Facebook schreiben, genutzt haben, um diese anderen anzuschwärzen, als die Denunziation gerade an Universitäten ungeahnte Höhen erreicht hat, da hat er geschwiegen.

Als Ministerien damit begonnen haben, Universitäten nach ihren Vorstellungen zu gestalten und die Wissenschaft zum Legitimationsbeschaffer für ihre nicht selten politischen Wahnvorstellungen zu machen, da hat er geschwiegen.

Als immer mehr seiner Kollegen zu Fahnenträgern von Ideologie wurden, da hat er geschwiegen.

Als mit dem Genderismus eine wissenschaftsfeindliche Ideologie an Universitäten implementiert wurde, da hat er geschwiegen und dabei zugesehen, wie noch der letzte Ansatz von Wissenschaftlichkeit vor die Hunde gegangen ist.

Und jetzt, jetzt sitzt er im Trümmerhaufen dessen, was einst höhere Bildung war, und jetzt stört ihn etwas. Nein, zwei Dinge stören ihn. Eine Gemeinsame Erklärung, die magere 33 Worte umfasst, sie stört ihn und ein Verleger, der Verleger Wilhelm Hopf vom LIT-Verlag, der stört ihn auch.

Die Gemeinsame Erklärung 2018, die stört ihn eben und bei Hopf stört ihn, dass er die gemeinsame Erklärung unterschrieben und dann seine Unterschrift zurückgezogen hat, des Geldes wegen, wie Feltes meint. Nicht dass unser Professor, der Kriminologie Thomas Feltes, seinen Beruf wegen des Geldes ausüben würde. NEIN. Das Geld, das er als Beamter monatlich von Steuerzahlern einstreicht, das nimmt er in Kauf, um seiner Berufung nachzugehen. So ist er, der Professor Feltes – immer am Wohl seiner Studenten interessiert, nie am Wohl seines Bankkontos. Er ist eben ein reiner Geist. Selbst wenn er, weil ihn sein Uni-Job nicht ausfüllt, nebenher noch bei Prozessen, wie dem Loveparade-Prozess aktiv ist, hat er nie sein Bankkonto und immer das Wohl seiner Klienten im Blick. So ein Guter ist er, der Thomas Feltes.

Backup falls Feltes seinen Tweet löscht.

Weil er so ein Guter ist, mit anstehender Beamtenpension und obgleich er nie in die Situation gekommen ist, auf einem freien Markt etwas anbieten und von der Nachfrage danach leben zu müssen, verurteilt er den Verleger Wilhelm Hopf. Denn Hopf hat die Gemeinsame Erklärung unterschrieben. Fehler gibt es in der Welt von Feltes offensichtlich nicht. Dort gibt es nur Verurteilung und die Moral von Feltes, die er für die überlegene Moral halten muss, sonst würde er sich nicht über Handlungsentscheidungen anderer ereifern. Sonst würde er nicht einen Mann verurteilen und öffentlich diskreditieren, der sein Recht auf eine private freie Meinung nutzt, was das Recht umfasst, in seiner privaten Meinung von der privaten Meinung abzuweichen, die Thomas Feltes hat, was Feltes wundern mag, aber nichts daran ändert. Sonst würde er sich überhaupt nicht bemüßigt sehen, sich in anderer Menschen Angelegenheiten einzumischen und sich nicht zum Richter über deren private Meinung aufspielen, sonst hätte er Demut ob der eigenen Unzulänglichkeiten.

Aber plötzlich, nach all den Verheerungen, die Bologna Prozess, Bildung für Alle Unsinn, Genderismus, Sozialismus, kommunistische Studentenkader, Astaner, die noch nach ihrer Intelligenz suchen, und Ministerien, die in Universitäten die Erfüllungsgehilfen ihren wirren ideologischen Ideen sehen, angerichtet haben, plötzlich regt sich Widerstand bei Thomas Feltes. Plötzlich agiert und interveniert er, wird er zum Rächer, der nicht vergessen will, dass ein anderer eine aus Feltes Sicht verwerfliche Unterschrift geleistet hat.

DoktorandInnen so schreibt er in angepasstestem Genderdeutsch, DoktorandInnen sollten nicht mehr beim LIT-Verlag veröffentlichen. Man dürfe dem Mann, der nicht aus Überzeugung und innerer Einkehr, sondern wegen schnöden Mammons seinem falschen Glauben abgeschworen hat, nicht vergeben, müsse ihn vielmehr strafen, ihn boykottieren. In der Welt von Thomas Feltes zählt nur die unbedingte Hingabe zur herrschenden Ideologie, unter Zurücklassung aller Moral, allen Anstands, aller beamtenrechtlichen Verpflichtungen, aller Menschlichkeit.

Thomas Feltes ist ein Guter. Das hat er mit seinem Tweet gezeigt, der natürlich kein virtue signalling, sondern die wahre Überzeugung eines modernen Inquisitoren zum Ausdruck bringt, oder?

Wir leben im Jahr 2018 und weil Personen wie Thomas Feltes nur Reinheit in Glauben und Geiste kenntlich gemacht durch ein tugendhaftes und zweifelsfreies Leben dulden wollen, deshalb sollten wir einfachen Sünder, ihm, den man als neuen Inquisitor einer alten Idee ansehen könnte, seinen Willen lassen und seine reine Welt nicht mit unserer Anwesenheit belasten. Also: all ihr Unreinen im Geiste, die ihr Geld als Austausch für Leistung akzeptiert schon um damit Feltes unterhalten zu können, die ihr Meinungen vertretet, die nicht Feltes‘ sind, die ihr nicht pur seid und von Luft und Liebe zum Nächsten lebt (Rechte, Rechtsextreme, Rechtspopulisten, die 130.000 Unterzeichner und vor allem Wilhelm Hopf ausgenommen, unter anderem), lasst uns seine Bücher, die wir besitzen, in die Mülltonne werfen. Wir sind seiner nicht wert. Lasst und vom Kauf von Büchern, Zeitschriften und Magazinen, die der Name Thomas Feltes in ihrer Bedeutung ins unermessliche verklärt, Abstand nehmen. Lasst uns einen Bogen um Wirkungsstätten machen, an denen der Reine seine Lehre offenbart. Und vor allem, lasst uns einen Brief, fies und unrein wie wir sind, an seinen Dienstherren schreiben, denn, wie Dr. Dr. Marcus Ermler gerade ausgeführt hat: Für Beamte gilt ein Beamtenrecht. Beamte haben sich politischer Agitation dann zu enthalten, wenn sie sich als Inhaber ihrer Beamtenposition gerieren. Und Thomas Feltes legt sehr viel Wert darauf, kund zu tun, dass er als Hochschullehrer eine Anstellung beim Staat gefunden hat und sich deshalb Professor nennen darf.

Geschichte wiederholt sich nicht, so wird oft behauptet. Letztlich ist es aber eine Frage, der Logik, der Kenntnisse der Logik, ob man in der Aufforderung nicht bei Juden zu kaufen, weil diese zum damaligen Zeitpunkt als Volksschädlinge diffamiert wurden, dieselbe formale Struktur sieht, die auch in der Aufforderung, nicht bei LIT zu publizieren, gegeben ist, weil dessen Verleger ein Meinungsabweicher ist.

Aber mit Logik haben es Juristen bekanntlich nicht so, wie Egon Schneider und Friedrich Schnapp Auflage um Auflage aufs Neue feststellen.

Feltes hat seinen Tweet nunmehr gelöscht. Der Tweet ist hier archiviert.


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Frankfurter SPD: von allen guten Geistern verlassen – Kleingeistkultur soll an Universitäten durchgesetzt werden

Wir gehen davon aus, dass es gute Geister sind, die Menschen zum selbständigen und rationalen Denken, Sprechen und Handeln befähigen. Gemessen daran ist der SPD-Stadtverordnete mit dem Doppelnamen Bäppler und Wolf und dem Vornamen Thomas von allen guten Geistern verlassen.

Beleg folgt gleich.

Hier die Vorgeschichte.

Vom 14. bis zum 15. April findet in Räumlichkeiten der Goethe Universität in Frankfurt ein von Dr. Gerhard Amendt und Tom Todd organisierter Kongress zum Thema „Familienkonflikte gewaltfrei austragen, statt. Im Rahmen dieses Kongresses werden u.a. Vorträge zu Themen gehalten wie „Partnergewalt: Geschlecht, Risiko und die Rolle der dyadischen Prozesse“, oder „‘Das tut mir leid, wir helfen keinen Männern‘ – Die Erfahrungen männlicher Opfer von partnerschaftlicher Gewalt mit Scham und der Suche nach Hilfsangeboten“ oder „Kontrollierendes Verhalten in Paarbeziehungen – Ein Risikofaktor für Gewalttätigkeit“ oder „Eine einfache und effektive interaktionale Unterscheidung zwischen verschiedenen Paartypen, die mit Gewalt leben“ oder „Kann es eine universale Antwort auf partnerschaftliche und familiäre Gewalt geben?“

Die Titel sind so trocken, hier kann es sich nur um eine wissenschaftliche Fachtagung handeln. Wer in seinem Leben jemals eine Konferenz von DGS oder ISA besucht hat, der hat keine Mühe, sich an derartige Titel zu erinnern.

Wer noch nie eine wissenschaftliche Konferenz besucht hat, wer keine Ahnung davon hat, was man unter einem wissenschaftlichen Vortrag zu verstehen hat, wer zudem keine Idee davon hat, worin das Ziel wissenschaftlicher Kongresse überhaupt besteht, der ist auf Vermutungen angewiesen.

Geht es um Vermutungen, also darum, sich das, was man nicht weiß, vorzustellen, dann fallen Menschen in drei Gruppen: Diejenigen, die keinerlei Vermutungen auf Basis von Null-Information anstellen, diejenigen, die dem, was sie nicht kennen, mit Wohlwollen gegenübertreten und diejenigen, die dem, was sie nicht kennen, ablehnend, mit Feindschaft, mit Boshaftigkeit gegenüberstehen.

Der Mann mit dem Doppelnamen, Thomas Bäppler-Wolf, er scheint zur zuletzt genannten Gruppe zu gehören. Er hat offensichtlich keine Informationen, aber er hat kein Problem, den Veranstaltern und den Vortragenden, die an Universitäten in Österreich, den USA, Israel und im Vereinigten Königreich lehren, eben einmal homophobe Positionen zu unterstellen.

Die „Goethe-Universität sollte keine Plattform für homophobe Positionen bieten“, so fordert Bäppler … Wolf und appelliert an die Verantwortlichen, ihre Entscheidung kritisch zu überprüfen“ und Möglichkeiten auszuloten, um „die Tagung von der Universität fernzuhalten“.

Worauf nun stützt der SPD-Stadtverordnete seine Behauptung, die Tagung solle zur Plattform gemacht werden, um homophobe Positionen zu verbreiten?

Gerhard Amendt, einer der Veranstalter, er habe sich „mehrfach als Gegner der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare und deren Adoptionsrecht positioniert“.

Mitorganisator Tom Todd „hat es sich u.a. zur Aufgabe gemacht, gegen die ‚Gendersprache‘ mobil zu machen“ und „bezeichnet die geschlechtsneutrale Sprache als ‚Manipulationsversuch‘ und „warnt vor der Ausbreitung von Homosexualität“.

Für Thomas Bäppler-Wolf steht fest, dass mit der Tagung unter einem wissenschaftlichen Deckmantel Front gegen die Vielfalt der Lebensformen gemacht werden soll: „In einer Demokratie muss ich auch solche Positionen schweren Herzens dulden, aber eine öffentlich finanzierte und wissenschaftlich renommierte Institution wie die Goethe-Universität sollte sich dafür nicht einspannen lassen, indem sie Räume zur Verfügung stellt.“

Heftige Vorwürfe, die Bäppler-Wolf da macht.

Gerhard Amendt und Tom Todd haben eine Meinung, die von seiner abweicht. Sie nehmen sich das Recht, eine Einstellung zu Homosexualität zu haben, die Bäppler-Wolf nicht gefällt und sogar die ideologische Kunstsprache der Gendersita abzulehnen.

Können Sie sich größere Verfehlungen vorstellen, die es im 21. Jahrhundert zu bekämpfen gibt?
Bäppler-Wolf nicht, und das sagt eigentlich alles.

Aber es rechtfertigt nicht, dass er seine Unfähigkeit zum Denken in Worte gießt, sich in die inneren Angelegenheiten von Universitäten also von Bildungsinstitutionen, die ihm scheinbar so fremd sind, einzumischen und mit gleich zwei Fehlschlüsse zu versuchen, die Öffentlichkeit von der eigenen Dummheit zu überzeugen.

  • Fehlschluss der unzulässigen Verallgemeinerung. Selbst wenn Tom Todd und Gerhard Amendt keine Freunde von Homosexualität sind, was man übrigens nicht sein muss – auch Heterosexuelle, die Homosexualität eklig finden und die soll es geben, haben ein Lebensrecht, nicht nur Homosexuelle, die Heterosexualität eklig finden, auch die soll es geben, selbst wenn dies der Fall sein sollte, kann man daraus nicht schließen, dass Amendt in einem Vortrag zu „Partnergewalt“ homophobe Positionen verbreitet.
  • Schon gar nicht kann man davon, dass Tom Todd und Gerhard Amendt eine Einstellung haben, die Bäppler-Wolf nicht passt, schließen, dass alle, die bei der Tagung vortragen, homophob sind, denn das müssen sie sein, um die Tagung zur homophoben Plattform zu machen. Wären wir unter den Vortragenden, Bäppler-Wolf würde von uns nicht nur zum Verbreiter der dümmsten unter den Fehlschlüssen erklärt, hier ad hominem, oben unzulässige Verallgemeinerung, er hätte auch einen Brief von der Staatsanwaltschaft im Briefkasten. Gegenstand: Strafanzeige wegen Verleumdung.

Das ist dann spätestens der Punkt, an dem einem als halbwegs gebildeter Mensch der Kragen platzt, wenn ein Bäppler-Wolf meint, er könne den Begriff der Homophobie, weil er sich so schön zur Diskreditierung von Personen und Veranstaltungen eignet, von denen er nur weiß, dass er ihnen ablehnend gegenübersteht, aber nicht, warum, eben einmal für die eigenen politischen Zwecke missbrauchen.

Homophobie wird von denen, die den Begriff benutzen können, definiert als „an emotional response including fear, anxiety, anger, discomfort, and aversion that an individual experiences in interacting with gay individuals, which may or may not involve a cognitive component” (Adams, Wright & Lohr 2001: 214) definiert.

Auch wenn es sich Politiker, vor allem diejenigen, die eine Sprachdiktatur durchsetzen wollen, nicht vorstellen können, das menschliche Leben wird durch Handeln, nicht durch Schwätzen geprägt. Deshalb haben die meisten Konzepte der Sozialwissenschaften auch Handlungen zum Gegenstand. Um die Zuschreibung homophob zu rechtfertigen, muss eine Person somit in der Gegenwart eines Schwulen emotionale und messbare Reaktionen wie Ärger, Angst, Unwohlsein usw. EMPFINDEN und ZEIGEN. Eine ablehnende Einstellung (cognitive component) gegenüber Schwulen ist gerade kein notwendiges Merkmal der Definition.

Bäppler-Wolf meint, er könne Amendt und Todd auf Grundlage von aus seiner Sicht negativen Äußerungen, von denen er behauptet, dass beide sie gemacht hätten, unterstellen, sie seien homophob. Damit entpuppt er sich als einer jener Spruchbeutel, die wahllos Begriffe benutzen, von denen sie nur den affektiven, aber nicht den semantischen Gehalt kennen. Selbst wenn Amendt und Todd sagen würden: „Wir hassen Schwule“, wäre dies keine Grundlage für Homophobie. Talk is cheap, gerade Politiker sollten das wissen. Und weil Talk cheap ist, deshalb beziehen sich Konzepte wie Homophobie auf MESSBARES VERHALTEN.

Personen wie Bäppler-Wolf benutzen also Begriffe, wissenschaftliche Konzepte, deren Bedeutung sie nicht kennen, von denen sie nur wissen, dass sie negativ konnotiert sind, mit der leicht erkennbaren Absicht, Dritte zu diskreditieren, wobei sie nicht davor zurückschrecken, Professoren aus Israel, den USA und dem Vereinigten Königreich, die sie überhaupt nicht kennen, gleich mit zu diffamieren.

Alle diejenigen, denen Wissenschaft am Herzen liegt, haben die Versuche der Viertelgebildeten, sich wissenschaftliche Begriffe zueigen zu machen und sie als ideologische Kampfwerkzeuge zu missbrauche, zu lange mit angesehen. Es ist Zeit, Personen wie Bäppler-Wolf, die ein öffentliches Mandat missbrauchen, um Menschen, deren Einstellungen ihm nicht passen, zu diffamieren, aus dem öffentlichen Leben zu entfernen. Stecken wir sie in Anstalten, in denen sie mit ihres gleichen und in Räumen, die gegen Schall und den Versuch, sich den Kopf an der Wand einzurennen, gepolstert sind, von morgens bis abends Begriffe wie „homophob“, „rechtsextrem“ und was auch immer austauschen können, am besten in Gendersprech.

Ach ja, dass Tom Todd die Versuche, die schöne deutsche Sprache durch Genderzusätze zu verhunzen, nicht mag, macht ihn auch nicht zum Homophoben. Dass Bäppler-Wolf darin Homophobie sieht, muss man nicht weiter kommentieren. Wähler erhalten die Stadtverordneten, die sie verdienen, und wer bei der nächsten Wahl zum Frankfurter Stadtparlament Bäppler-Wolf oder die SPD wählt, der verdient es eben nicht anders.

Für alle diejenigen, die mit Stadtverordneten wie Bäppler-Wolf konfrontiert sind, obwohl sie sie nicht gewählt haben: In einer Demokratie muss man auch Personen mit solch‘ logisch fehlhaften Positionen schweren Herzens dulden …

Adams, Henry E., Wright, Lester W. & Lohr, Bethany A. (2001). Is Homophobia Associated with Homosexual Arousal? In: Baumeister, Roy F. (ed). Social Psychology and Human Sexuality. New York: Taylor & Francis, pp.213-223.


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