Gleichschaltung: Was Diversität in Deutschland wirklich meint

Die sozialistische Welt der Partei in Orwells 1984 zeichnet sich durch eine eigene Sprache aus, die dazu gedacht ist, die Parteimitglieder an den Großen Bruder zu binden und sie in der Traumwelt der Partei, die von der wirklichen Welt der Prols getrennt ist, einzumauern. In der Traumwelt der Partei sorgt das Konzept der Newspeak (Neusprech) dafür, dass keine Gedankenverbrechen begangen werden bzw. Gedankenverbrechen schnell erkannt werden, z.B. durch ein Facecrime, wenn der Gesichtsausdruck eines Parteimitglieds auf Deldenk hinweist, also darauf, dass ein Parteimitglied Kritik an einer Doktrin der Partei „denkt“. Newspeak oder Neusprech kennt die Unperson, jemanden, der vom richtigen Glauben abgefallen ist, über den daher nicht mehr gesprochen werden darf, an den nicht einmal mehr gedacht werden darf. Wer es schafft, im Einklang mit den Vorgaben der Partei zu leben, der ist ein Gutdenker. Er hat keine „unguten Gedanken“ mehr und ordnet sich in die Freiheit, die ihm die Partei gewährt ein, eine Freiheit, die keinerlei Handlungsfreiheit, sondern lediglich eine Freiheit von z.B. Ungeziffer bezeichnet. Besonders bekannt geworden sind die Gegensätze, die Orwell in Newspeak durch Doppeldenk ausschaltet, also durch die Fähigkeit, Widersprüche zu denken und mit ihnen zu leben. Das Ministerium für Liebe (Miniluv) ist daher für Recht und Ordnung zuständig, was in 1984 mit Folter und Überwachung gleichgesetzt ist, denn der Große Bruder liebt seine Parteimitglieder so sehr, dass er jedes Mittel, auch Folter anwendet, um sie wieder zum richtigen Denken zu bekehren, wenn sie sich eines Gedankenverbrechens schuldig gemacht haben. Das Ministerium für Wahrheit (Minitrue) ist für Propaganda zuständig, verbreitet also das, was die Parteimitglieder als Wahrheit glauben sollen, nicht das, was Wahrheit ist usw.

Insgesamt beschreibt Orwell ein sehr düsteres Bild von Menschen, die in einem Echozimmer gehalten und dort von der Realität, von Kritik, von jeder Form von abweichender und neuer Idee isoliert werden.

Orwell hat damit die Vorlage für das geliefert, was heute von Politikern und Eurokraten als „freie Gesellschaft“ bezeichnet wird. Wir haben die Analogien zu Orwell einmal am Beispiel der Diversität durchgespielt. Diversität, also Pluralismus oder Verschiedenheit ist einer der Werte, die in Deutschland von Diversitätsaposteln hochgehalten werden. Diversität ist Neusprech, Newspeak, denn wenn man die Probe auf Exempel macht, dann zeigt sich, dass Diversität nicht Verschiedenheit und Pluralismus meint, sondern Gleichschaltung in der totalitären Vorstellungswelt der Linken.

Ein paar Beispiele:

Wer Feminismus kritisiert ist ein Anti-Feminist und als solcher eine Unperson. Es werden Listen über ihn angelegt, es wird versucht, ihn aus dem öffentlichen Diskurs auszuschließen. Es wird versucht, in mundtot zu machen, zu ächten und zu isolieren. Geht es um Feminismus, dann gibt es keine Diversität.

Wer den menschengemachten Klimawandel anzweifelt wird als Klimaleugner denunziert. Es wird versucht, ihn lächerlich zu machen, sofern er Wissenschaftler ist, wird versucht, seine Ergebnisse totzuschweigen, ihm die Möglichkeit, seine Arbeiten in wissenschaftlichen Journalen zu publizieren, zu nehmen usw. Geht es um den Klimawandel, dann gibt es keine Diversität.

Wer Homosexuelle nicht mag, der wird, egal, ob er seine Aversion in Handlungen oder verbal kundtut, als Homophober beschimpft und aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Bislang landet er noch nicht im Gefängnis, aber diese Umkehrung der einstigen Verhältnisse ist nur noch eine Frage der Zeit. Geht es um menschliche Empfindungen gegenüber Homosexuellen, dann gibt es keine Diversität.

Wer das Wort „Neger“ verwendet, z.B. weil er nicht einsieht, dass er sich von anderen die Phantasien, die sie mit dem Begriff „Neger“ verbinden, unterschieben lassen soll, der gilt als Rassist. Es wird versucht, seine Begriffs-Verwendung als Hatespeech zu stigmatisieren und ihn aus dem öffentlichen Diskurs auszuschließen. Geht es um die richtige Sprache, dann gibt es, wie in 1984 keine Diversität, keine Toleranz für Abweichung.

Wer die AfD wählt oder als Mitglied der AfD bekannt ist, stellt sich außerhalb des politisch korrekten Kanons. Er wird zur Zielscheibe von linker Agitation, seine Accounts in sozialen Netzwerken werden überwacht, eine Abweichung von der offiziellen Parteilinie mit Denunziation bei Netzwerkbetreiber oder Arbeitgeber geahndet. Eine Diversität der Meinungen und Überzeugungen gibt es nicht.

Wer darauf hinweist, dass die 78 Milliarden Euro Kosten für Flüchtlinge erst einmal aufgebracht werden müssen und es mit Gerechtigkeitsaspekten nicht vereinbar ist, wenn man Steuerzahler für Flüchtlinge, die noch keinerlei Beitrag in der Aufnahmegesellschaft geleistet haben, zahlen lässt, wohlwissend, dass die 78 Milliarden Euro, stünden sie den nämlichen Steuerzahlern zur Alterssicherung bereit, in vielen Fällen die Altersarmut ersparen würden, der gilt als Ausländerfeind, als Rechtsextrem, als Rassist, als … Diversität gibt es nicht, die Abschottung der Parteimitglieder von der Realität und ihr Bemühen, dem Großen Bruder durch Quaksprech gefällig zu sein, ist vollkommen.

Schließlich: Wer es wagt darauf hinzuweisen, dass ohne Kapitalismus frühere, heutige und nachfolgende Generationen am Hungertuch nagen würden bzw. genagt hätten, wird zum „Neoliberalen“ erklärt, was letztlich nichts anderes heißen soll als „rechts“, in jedem Fall jemand, der die Parteidoktrin in Frage stellt und somit ein Gedankenverbrechen begeht. Diversität gibt es auch hier nicht.

Kurz: Diversität meint in Deutschland einen sehr engen Korpus von erlaubten Denk- und Handlungsweisen, die keinerlei Abweichung, keinerlei Diversität in der eigentlichen Bedeutung des Wortes, zulassen. Freiheit ist eben Sklaverei und Frieden ist Krieg, so wie Diversität zu Gleichschaltung im Totalitarismus geworden ist.

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Reconquista Germanica: Nicht rechtsextrem und viel Lärm um herzlich wenig

Nicht zuletzt der Glockenturm (belltowernews) der Amadeu-Antonio-Stiftung hat die Reconquista Germanica bekannt gemacht.

Die Faktenfinder und Patrick Gensing haben sich alle Mühe gegeben, Reconquista Germanica hochzureden und zum „Public Enemy No. 1“, zur Trollfabrik aufzubauen.

Jan Böhmermann hat mit seiner misslungenen Aktion „Reconquista Internet“ und der dazugehörigen Liste derer, die aus dem demokratischen Deutschland, wie es sich Böhmermann vorstellt, entfernt werden müssen, dazu beigetragen, dass Reconquista Germanica auch noch dem letzten Begriffsstutzigen ein Begriff geworden ist.

Die ganze Kampagne gegen Reconquista Germanica ist ein perfektes Modell dafür, wie ein Echozimmer funktioniert, wie mimetische Isomorphie dazu führt, dass gleichgeschaltete Akteure auf Grundlage von gleichgeschalteten Informationen sich auf ein Objekt fixieren und dieses Objekt zum wichtigsten Gegenstand ihrer engen Stirn machen.

Und natürlich finden sich in diesem Echozimmer nicht nur politische Aktivisten wie die Glockenturmbesatzung der AAS-Stiftung, die davon lebt, dass es Plattformen oder Organisationen oder Erscheinungen wie Reconquista Germanica gibt, die man hochreden und mit Relevanz versehen kann, sondern auch Politiker, denen es ein ideologisches Ansinnen ist, eine rechte Gefahr zu beschwören, rechte Feinde aufzubauen und Rechtsextremismus zum großen Problem aufzubauschen, aus dem man dann politisches Kapital schlagen zu können glaubt.

Die LINKE hat gerade im Bundestag versucht – Kapital aus der Hysterie um Reconquista Germanica zu schlagen. Mit einer kleinen Anfrage an die Bundesregierung hat die LINKE das versucht – und ist klassisch gegen die Wand gelaufen.

Es gebe Rechtsextremisten und rechtsextremistisch beeinflusste Gruppen, die im Internet versuchten, “Stimmung zu machen” (so wie es linke und linksextreme Gruppen, Parteien und Politiker gibt, die versuchen, Stimmung zu machen, schon weil “Stimmung machen” das ist, worum sich Politik dreht, vor allem in Zeiten des Wahlkampfes), so die Bundesregierung in ihrer Antwort. Reconquista Germanica sei „kein Beobachtungsobjekt des Bundesamtes für Verfassungsschutz“, sei „bislang nicht als rechtsextremistisch eingestuft“, ist somit auch nicht zu den rechtsextremistischen Gruppen zu zählen, die im Internet versuchten „Stimmung zu machen“.

Reconquista Germanica sei eine Vernetzungs- und Kommunikationsplattform, nicht mehr.

Dabei hat die LINKE wirklich alles versucht, um eine Verbindung von NPD, Drittem Weg, Identitärer Bewegung, „Die Rechte“ und anderen Gruppen mit Reconquista Germanica herbeizufragen. Es hat nichts genutzt. Reconquista Germanica ist nichts anderes als das Portal “Linksunten” in der derzeit vom Verfassungsschutz geduldeten Variante und im Gegensatz zu einer Reihe von Organisationen, die Teil der Partei „Die Linke“ sind, wird Reconquista Germanica weder vom Verfassungsschutz beobachtet noch als verfassungsfeindlich eingestuft.

Ob Jan Böhmermann den gleichen Elan, den er dazu verwendet hat, ein Miniatur-Portal, von dem keinerlei nachweisbarer Effekt auf die Bundestagswahl ausgegangen ist, trotz aller Bemühungen, den entsprechenden Effekt herbeizureden und herbeizuforschen, zum Monsterproblem zu stilisieren, nun, aus Gründen der ausgewogenen Berichterstattung, die ja zum Auftrag des öffentlichen Rundfunks gehört und im Rundfunkstaatsvertrag festgeschrieben ist, eine Aktion „Linksoben“ ins Leben ruft, um dem Hass auf „Linksunten“, die Liebe von „Linksoben“ entgegen zu setzen?

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Kleidung diskriminiert: Die Kölner Uni im freien intellektuellen Fall

Mit der Wahrnehmung ist das so eine Sache.

Man nimmt nicht einfach wahr. Uns umgeben Unmengen von Reizen. Wer durch eine beliebige Straße geht, erhält eine Unzahl von Wahrnehmungsangeboten. Indes, niemand nimmt alles wahr. Wahrnehmung ist ein selektiver Prozess, einer, der durch Interesse und Aufmerksamkeit gesteuert wird. Wenn es hinter uns knallt, dann drehen wir uns automatisch um. Wenn uns eine beliebige Auslage in einem Schaufenster interessiert, dann betrachten wir sie, wenn nicht, dann gehen wir vorbei. Kurz: Es muss entweder ein Interesse bestehen, Dinge wahrzunehmen oder die Aufmerksamkeit durch einen Reiz erregt werden.

Stellen Sie sich vor, Sie laufen über den Campus der Universität Köln. Sie studieren an dieser Uni. Sie sind vielleicht auf dem Weg zu einer Veranstaltung, wahrscheinlicher auf dem Weg in die Mensa. Am Rand ihres Weges ist eine Baustelle. An der Uni Köln wird gebaut. Bauarbeiter gehen dort ihrer Arbeit nach. Wie wahrscheinlich ist es, dass sie die Marke des t-Shirts oder des Pullovers zweier beliebiger unter den Bauarbeitern wahrnehmen?

Es mag Studenten geben, die ein Forschungsprojekt durchführen, in dem die Kleidung von Bauarbeitern eine zentrale Rolle spielt. Obgleich, das ist unwahrscheinlich. Heutige Studenten interessieren sich nur noch für ihre Mitmenschen, wenn sie diese benutzen können, um sich selbst in irgendeiner Weise besser zu stellen.

Abgesehen von diesem sehr unwahrscheinlichen Typ von Student, gibt es kaum eine Begründung dafür, die Kleidung von Bauarbeitern zu inspizieren.

Noch eine Frage: Wer von Ihnen würde Kleidung von Thor Steinar erkennen? Wer weiß, dass „Landser“ nicht nur die Bezeichnung für einen normalen deutschen Soldaten im Ersten und mehr noch im Zweiten Weltkrieg ist, sondern auch der Name einer Neo-Nazi-Band, die es seit mehr als 15 Jahren nicht mehr gibt?`

Man muss schon sehr spezielles Wissen und eigenartige Interessen haben und beides mit einem unglaublichen, einem psychotischen Hang, andere zu überwachen, kombinieren, um zu bemerken, dass zwei Bauarbeiter, die auf dem Gelände der Universität Köln beschäftigt sind, Kleidung mit der Aufschrift “Landser” und von Thor Steinar tragen.

So unwahrscheinlich wie es klingt: In Köln gibt es die entsprechenden Exemplare, Studenten (hier die sozialpsychologische Erklärung:) die, weil sie keinerlei Leistung in ihren Leben erbracht haben, versuchen, sich ideologisch von denen zu differenzieren, die ganz offensichtlich eine Leistung erbringen, die eine Bauleistung erbringen, und die diese Differenzierung mit einer Hierarchisierung verbinden, in der sie oben zu finden sind. Diese Studenten, die offensichtlich nichts Besseres zu tun haben als über ihren Campus zu laufen und sich als Kleidungsblockwart zu fühlen, immer auf der Suche nach einem Verstoß gegen die Kleidungsordnng, die sie für die richtige halten, sie haben zwei Bauarbeiter erspäht, die ideologisch unzüchtige Kleidung tragen, aus der Sicht ihrer zur Religion verabsolutierten Ideologie versteht sich.

Und sie haben Alarm geschlagen; Darüber debattiert in ihrem Studentenparlament. Ganz viel Betroffenheit und Reaktanz ausgelöst. Sie haben sich die Köpfe über die beiden Bauarbeiter heiß geredet, sich echauffiert und die Universitätsleitung unter Druck gesetzt. Nur eines haben sie nicht getan: Sie haben nicht MIT den Bauarbeitern gesprochen, nicht untersucht, wie es sich für einen Studenten geziemen würde, ob die Bauarbeiter überhaupt wissen, was sie da anhaben, ob sie die hysterische Deutung, die die Studenten vornehmen, teilen, ob sie das mit ihrer Kleidung verbinden, was die Kölner Studenten offensichtlich damit verbinden. Die Kölner Studenten haben ÜBER die Bauarbeiter gesprochen, sie für ihre ideologischen Phantasien benutzt, weil sie offensichtlich zu feige sind, MIT den Bauarbeitern zu sprechen. Sie haben ihre Interpretation der Bedeutung der Kleidung verabsolutiert, so wie jedes Sektenmitglied die Bedeutungszuschreibung zu empirischen Dingen, die seine Religion vorschreibt, verabsolutiert. Und dann sind sie zum Pater Familias gelaufen und haben darum gebettelt, dass er die studentische Welt wieder heil macht.

Als Studenten sind sie durchgefallen. Als Priester ihrer eigenen Ideologie haben sie sich bewährt.

Es ist natürlich immer leichter, anderen die eigenen Deutungen unterzuschieben und nicht zu prüfen, ob diese Vorurteile auch empirisch zutreffen. Das macht den Unterschied zwischen legitimen Stereotypen und Vorurteilen und zwischen Menschen, die empirischen Daten zugänglich sind und denen, die es nicht sind. Die Kölner Studenten sind es nicht.

Sie haben auf dem Kölner Campus eine Kleiderordnung durchgesetzt, die, wie es der Uni-Sprecher Patrick Honecker formuliert hat, das „Neutralitätsgebot“ von Universitäten, also die Abwesenheit politischer Betätigung auf dem Campus, in Kraft und umgesetzt hat. Damit entfallen sicher auch alle Kleidungsstücke, die das Konterfei von Che Guevarra (marxistischer Serienkiller) und Fidel Castro (sozialistischer Massenmörder) zu Schau stellen oder auf denen Insignien zu sehen sind, die mit der Sowjetunion Stalins, dem China Maos, der DDR oder anderen Volksgefängnissen, in denen Folter, Terror und Mord an der Tagesordnung waren, in Zusammenhang gebracht werden können.

Die Uni Köln meint es sicher ernst mit dem Neutralitätsgebot.

Denn: Kleidung ist ein Diskriminierer. In den Verlautbarungen der Kölner Studenten findet sich regelmäßig das Motiv des „diskriminierungsfreien Orts“, der die Kölner Uni sein soll. Wenn Thor Steinar Kleidung und ein t-Shirt mit dem Aufdruck „Landser“ diesen diskriminierungsfreien Ort beseitigen, dann gilt dies, unsinnig wie es ist, auch für Insignien anderer politischer Provenienz, die nicht von jedem geteilt werden und somit diskriminierend sind. Der Verdacht genügt. Ob jemand weiß, dass sein roter Stern auf der Mütze aus dem russischen Bürgerkrieg stammt, ist belanglos. Wer ihn trägt, wird sanktioniert. Verdacht ist Verurteilung. Wir reden über, nicht mit Angeklagten.

Dass man es in Köln nicht mit einem normalen Vorgang, an dem normale Menschen beteiligt sind, sondern mit dem verzweifelten Versuch eines akademischen Prekariats zu tun hat, einen eigenen Wert unabhängig von Leistung zu etablieren, ist nach dem Berichteten bereits deutlich, Dass die Kölner tatsächlich unter einer Form der geistigen Umnachtung leiden, macht ein Zitat von Theodor Jost, dem Vorsitzenden des Kölner AStA in der WELT deutlich:

„Es ist nicht nur mir, sondern dem gesamten AStA ein persönliches Anliegen, dass die Universität ein diskriminierungsfreier Ort bleibt. Dazu gehört auch, dass wir es nicht tolerieren werden, wenn rechtsradikale Symbolik auf dem Campus getragen wird“.

Dass Jost den AStA zu einer Person erklärt und ihr eine Persönlichkeit zuschreibt, mag noch auf den Egozentrismus, der seine Aussage ziert, attribuiert werden. Dass er die Universität jedoch zum diskriminierungsfreien Ort erklärt und im gleichen Atemzug verkündet, dass man an diesem Ort heftig diskriminieren werde, wann immer man der Ansicht sei, es mit rechtsradikaler Symbolik zu tun zu haben, das lässt keine Chance auf eine eventuelle wissenschaftliche Karriere zu, diese setzt voraus, dass man Widersprüche erkennt.

Wissenschaft ist u.a. die Arbeit mit Konzepten. Diskriminierung ist ein solches Konzept. Es beschreibt, die positive oder negative Besserstellung oder Beschreibung oder Hervorhebung von bestimmten Objekten oder Personen. Wer nicht toleriert, der diskriminiert. Das ist nun einmal so, in einer normalen, einer logischen Welt, in der Sprache noch der Verständigung und nicht der Signalisierung eigener Gutheit dient.

In Köln ist das wohl anders.

Früher waren Universitäten Orte, an denen die intellektuelle Herausforderung, der abweichende Gedanke, die andere Idee Wertschätzung erfahren haben. Heute werden Universitäten immer mehr zu Orten, an denen sich ideologische Kleingeister vor der Welt abschotten und an denen sie versuchen, ihr kleines Ego dadurch zu pflegen, dass sie anderen vorschreiben wollen, was sie zu tun und neuerdings auch zu tragen haben.

Wie wäre es, wenn sich Bauarbeiter in Zukunft weigern würden, an Universitäten zu arbeiten, an denen linke Studenten den Müsiggang von den Steuern üben, die den Bauarbeitern abgezogen werden und sich ansonsten dadurch auszeichnen, dass sie die Zeit, in der sie von Steuerzahlern ausgehalten werden, nicht dazu nutzen, zu lernen, sondern dazu, zu schnüffeln, politisch zu predigen, Unsinn zu verbreiten, sich zum politischen Aktivisten schulen zu lassen uvm.? Sicher sind die heutigen Studenten bereit, selbst Hand am Bau ihrer Universität anzulegen. Im Sozialismus macht man das so.

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Radio Bremen: Sprachrohr von Linksextremisten?!

Es werden immer mehr.

Die Beiträge, in denen wir berichten, wie politische Aktivisten ihre einseitige Sicht der Welt in öffentlich-rechtlichen Medien platzieren und als “journalistischen Beitrag” maskieren können, werden immer häufiger.

Gestern haben wir einmal mehr aufgezeigt, dass der ARD-Faktenfinder ein Verlautbarungs- und Manipulationsinstrument ist, das politische Aussagen der Amadeu-Antonio-Stiftung ungeprüft und ohne auch nur die Spur eines kritischen Tones lanciert, um die Öffentlichkeit zu manipulieren. Heute berichtet Dr. Dr. Marcus Ermler über einen Fall aus Bremen, bei dem Radio Bremen sich Aussagen und vermeintliche Recherchen des linksextremen AfD-Watch Bremen zu eigen macht und als journalistischen Beitrag präsentiert. Während Dr. Ermler in seinem Beitrag darauf eingeht, dass öffentlich-rechtliche Anstalten offensichtlich keine Skrupel haben, Material, das die Persönlichkeitsrechte von Menschen verletzt, zu veröffentlichen, so lange es sich gegen die AfD oder das richtet, was man in Bremen als Rechte ansieht, richtet und fordert, neben Informationen von AfD Watch, aus Gründen der Ausgewogenheit, und zu Letzterer sind öffentlich finanzierte Sender ja verpflichtet, auch Informationen von einem beliebigen Neo-Nazi-Blog zu beziehen, ist für uns die Normalität, mit der sich öffentlich-rechtliche Journalisten zu Sprachrohren politischer Interessen machen, der Punkt, den wir hervorheben wollen.

Öffentlich-rechtliche Journalisten werden nicht dafür bezahlt, dass sie eine bestimmte oder ihre politische Meinung als journalistischen Beitrag ausgeben, sondern dafür, der Öffentlichkeit Informationen bereit zu stellen. Die vielen Einzelfälle, über die wir in den letzten Wochen berichtet haben und die alle gemeinsam haben, dass keine Informationen, sondern Bewertungen und Diffamierungen transportiert werden, die alle aus der selben politischen Richtung, nämlich von links lanciert werden, zeigen, dass öffentlich-rechtliche Anstalten ihrem Informationsauftrag nicht mehr gerecht werden.

Ein jeder Mensch hat ein Recht auf Notwehr.

Aus diesem Recht lässt sich das Recht ableiten, nicht für Beiträge in öffentlich-rechtlichen Medien bezahlen zu müssen, die darauf ausgerichtet sind, die geistige Integrität des entsprechenden Menschen zu beschädigen, Beiträge, deren Ziel darin besteht, ihn zu manipulieren und zu indoktrinieren. Wenn Manipulation, politischer Aktivismus und der Versuch, öffentlich-rechtliche Medien zu Monokulturen der einen, wahren politischen Sichtweise zu machen, wie dies im 1000jährigen Reich der Fall war, überhand nehmen und zur Normalität geworden sind, dann ist es Zeit zivilen Ungehorsam zu üben.

 

Unlängst habe ich in einem Artikel für die Achse des Guten festgestellt, dass der Bremer Senat linksextreme Tugendwächter deckt und dies am Fall der Plattform „AfD Watch Bremen” veranschaulicht. Diese Plattform übt sich im Geiste einer „Stasi 2.0″ darin, einen öffentlichen Pranger für Mitglieder Bremer AfD zu implementieren. Hierbei werden nicht nur politische Aussagen der Mitglieder kritisch beleuchtet (was tatsächlich noch Journalismus wäre!), sondern private Details und das soziale Umfeld vor einer breiteren Öffentlichkeit genüßlich ausgebreitet. Nazi-Outings mit Bild und Adresse gehören bei dieser Plattform ebenfalls zum guten Ton.

Diese Plattform ist so entgegen ihrer eigenen Selbstdarstellung nicht journalistisch, sondern propagandistisch orientiert, um so die AfD als Wiedergeburt der NSDAP darzustellen und zu dämonisieren. Mit besonderen Befremden habe ich zur Kenntnis nehmen müssen, dass nicht nur die Bremer Linkspartei die Arbeit dieses linksextreme Propagandawerkzeug goutiert, sondern auch taz, Weser-Kurier und seit neuestem auch buten un binnen, das Nachrichtenformat von Radio Bremen.

Auch für Bremer Presseerzeugnisse und Medien gilt die journalistische Sorgfaltspflicht. So müssen „alle Nachrichten vor ihrer Veröffentlichung auf Herkunft, Inhalt und Wahrheitsgehalt überprüft werden, müssen und [dürfen] nicht sinnverzerrt oder verfälscht dargestellt werden”. Weiterhin ist „die Kennzeichnung von Gerüchten, unbestätigten Meldungen und Symbolfotos […] verpflichtend”. Und schließlich geht die Sorgfaltspflicht mit „Wahrung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts” einher, das gegen die „Grundrechte der Meinungs- und Pressefreiheit sowie das Interesse der Öffentlichkeit” abgewogen werden muss.

Ein aktueller Bericht von buten un binnen, der im Wesentlichen die „Recherchen” von AfD Watch Bremen wiedergibt, ist eine so offensichtliche Verletzung dieser Sorgfaltspflicht, dass ich mich dazu entschied, eine Stellungnahme von Redaktion zu erbeten, was leider bislang ohne Antwort blieb.

Was war passiert?

AfD Watch Bremen behauptet in einem Artikel, dass der Bremer Bundestagsabgeordnete, ein Mitglied der Identitären Bewegung beschäftigen würde [Anmerkung der Redaktion: Was offensichtlich für Linke schlimmer wäre, selbst wenn es stimmen würde, als ein Bundestagsabgeordneter der LINKEN, der einen ehemaligen Terroristen (also einen Mörder) beschäftigt]. Belegen sollen dies Film- und Bildaufnahmen eines angeblichen Abgeordnetenbüros.

Das Brisantere hieran ist folgende Aussage im Text: „So arbeitet der IB Akteur Jonas Schick seit ein paar Monaten werktags zwischen 9.00 und 16.00 Uhr als Büroleiter gemeinsam mit dem Vorsitzenden der JA und zweiten stellv. Landesvorsitzenden Robert Teske”. Nun stellt sich mir die Frage, wie genau kann man feststellen, dass jemand „seit ein paar Monaten werktags zwischen 9.00 und 16.00″ arbeitet. Doch nur dann, wenn man ihn permanent observiert! Und wie kommt man zu den Videoaufnahmen und Fotos? Auch nur dann, wenn man permanent filmt und Fotos macht.

Da es sich bei den Mitarbeitern weder um „Personen der Zeitgeschichte” handelt (weder absolute noch relative) noch um eine „Bildberichterstattung über Prominente” haben wir es hier offenkundig mit einem Eingriff in die allgemeinen Persönlichkeitsrechte zu tun. Dies scheint buten un binnen jedoch nicht zu tangieren, vielmehr heißen sie die „journalistische” Arbeitsweise von AfD Watch Bremen gut, die mit ihrer Rund-um-die-Uhr-Überwachung bzw. dem Sammeln privaten Informationen von Bremer AfD-Mitgliedern eher an Stasi bzw. Gestapo erinneren.

Nun werden sich buten un binnen bzw. AfD Watch Bremen vermutlich damit retten wollen, dass das Interesse der Öffentlichkeit überwiege und es sich bei Herrn Magnitz um eine relative Person der Zeitgeschichte handle (was bei seinen observierten Mitarbeitern jedoch wohl nicht aufrecht zu erhalten ist). Gut, wenn beide „journalistische” Institutionen im Sinne des „Interesses der Öffentlichkeit” arbeiten und handeln, bleibt die Frage, warum man sich ausschließlich mit vermeintlichen Rechtsextremen beschäftigt und auf dem linken Auge blind ist!?

Entweder schaut man kritisch auf jede Art von Extremismus oder eben auf keinen. Selektiv und nach ideologischer Präferenz zu arbeiten, ist ein Hohn für den journalistischen Arbeitsethos und insbesondere eine Verachtung der von Hajo Friedrich postulierten Arbeitsanweisung an Journalisten: „Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten”.

Besonders deutlich wird dieser doppelte Standard daran, dass buten un binnen vor der Bundestagswahl nicht einen einzigen Bericht darüber lieferte, dass der Direktkandidat Sebastian Rave der Bremer Linkspartei ein offenkundiger Linksextremist war und ist.

Rave ist ein zentrales Mitglied der Bremer Linkspartei: neben der Direktkandidatur für den Wahlkreis 54 bei der letztjährigen Bundestagswahl war er seinerzeit auch Mitglied des Landesvorstandes als Sprecher für „Antifa, Antirassismus, Antimilitarismus, Internationales, Friedenspolitik”, ferner Mitglied im Bundesvorstand, der vom Verfassungsschutz (siehe hier, S. 140-141) beobachteten Sozialistischen Alternative (SAV) und Organisator des Bündnisses gegen Rechtspopulismus und Rassismus.

Noch schlimmer: Im Rahmen der medialen Berichterstattung von buten un binnen (sowie Weser-Kurier und taz) über eine Demo gegen das AfD-Büro in der Bremer Innenstadt wird Rave zum einfachen „Anwohner” gemacht, ohne seine hervorgehobene Stellung in der Bremer Linkspartei bzw. sein Verhältnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu erwähnen.

Auch Aussagen, die er im Vorfeld der Bundestagswahl von sich gab, wurden nirgends kritisch reflektiert. So schließt er seine Bewerbungsrede für die Wahl zum Direktkandidaten mit einem entlarvenden Abschluss “Danke, Rotfront” (hier ab 9:44) – „Rotfront” war die Grußform desRotfrontkämpferbundes, des paramilitärischen Kampfverbandes der KPD aus Zeiten der Weimarer Republik; ferner sieht er sich auch als „Straßenkämpfer” (im Video, ab 9:35).

Während der Demo Mitte Juni vor dem Büro der AfD sagt Herr Rave folgendes: „Gemeinsam vertreiben wir die AfD aus der Falkenstraße” (hier, ab 1:39). Und genau das wurde seinerzeit unternommen. Delikat ist auch folgende Äußerung auf seiner Homepage: “Seit Mitte 2012 mache ich hauptberuflich Propaganda: Für Linke und LINKE, für Bewegungen und Gewerkschaften”. Die letzten Politiker in Deutschland, die das Wort Propaganda noch wie eine Auszeichnung vor sich her trugen, waren die der roten und brauen Sozialisten.

Ich empfinde es in Bremen als rechtsstaatlichen und presserechtlichen Hohn, einerseits bei der Berichterstattung über die AfD auf offensichtlich linksextreme Propagandainstrumente zurückzugreifen, die ihre Informationen entgegen der journalistischen Sorgfaltspflicht beschaffen, und andererseits linksextreme Aktivitäten in Bremer Parteien völlig unter den Teppich zu kehren und so der journalistischen Sorgfaltspflicht einen zweiten Tittt zu verpassen.

Auch frage ich mich: wenn heute bereits die Observation rund-um-die-Uhr journalistischer Standard ist und nicht einmal vor dem privaten Umfeld von Poltikern halt gemacht wird, die dieses nicht freiwillig der Öffentlichkeit in BUNTE und Co. ausbreiten wollen wie so manch ehemaliger Vizekanzler, was ist der nächste Schritt? Neonazi-Blogs als Quelle über die politische Linke? Waterboarding als neue Informationsquelle?

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Antisemitismus: Was kann man darüber wissen, was nicht?

Der Streit um die Deutungshoheit in Medien hat einen neuen Gegenstand: Antisemitismus. Andrej Reisin versucht sich einmal mehr als Faktenfinder und fragt in einem fast informiert zu nennenden Beitrag: „Sind die Statistiken irreführend?“. Dann vergleicht er eine Polizeiliche Statistik, mit einer quantitativen Befragung und mit einer Statistik, die eine Interessenorganisation erstellt hat und kommt – wenig überraschend – zu widersprüchlichen Ergebnissen. Wenn man drei Datenquellen, die nicht alle Statistiken sind, mit einander vergleicht, dann ist es kein Wunder, wenn man zu widersprüchlichen Ergebnissen kommt, bei denen einmal nahezu alle Gewalt gegen Juden von Rechten ausgehen soll, einmal von Muslimen und die in der Menge der vermeintlich gefundenen antisemitischen Vorfälle weiter nicht auseinander liegen könnten, weil die einen jeden Grashalm, der auf einem jüdischen Friedhof umgetrampelt wurde, als Antisemitismus zählen, während die Anderen nur dann zählen, wenn eine Straftat begangen wurde.

Doch beginnen wir vorne.

Antisemitismus ist eine latente Variable.

In der Realität gibt es keinen Antisemitismus. Man kann Antisemitismus nicht im Supermarkt kaufen, nicht in messbaren Einheiten nachweisen und ihn auch nicht objektiv bestimmen.

Das ist so mit latenten Variablen. Wer es nicht glaubt, der gehe hin und besorge ein Kilo Antisemitismus (und wenn er gerade dabei ist, kann er gleich noch einen Liter Intelligenz mitbringen).
In einem Beitrag, den wir vor einiger Zeit veröffentlicht haben, haben wir verschiedene Blickwinkel auf Antisemitismus zusammengetragen, die sich in vielen verschiedenen Definitionen, die nur wenig miteinander gemein haben, niederschlagen.

Wenn man eine Statistik, also z.B. eine Erhebung über die Häufigkeit von Antisemitismus erstellen will, dann beginnen alle Probleme damit, eine handhabbare Definition von Antisemitismus zu formulieren, die Kriterien enthält, anhand derer sich z.B. eine Tat als antisemitisch klassifizieren lässt.

Das klingt einfach, ist es aber überhaupt nicht.

Wenn A B auf die Nase haut und B Jude ist, ist die Tat dann antisemitisch:
1) Weil A B auf die Nase gehauen hat, weil B Jude ist?
2) Nur weil B Jude ist?

Alternative 2 ist offensichtlich kein gangbarer Weg, denn auf diese Weise wird jede Straftat, die sich gegen Juden richtet, vom Diebstahl über den Betrug bis zur Beleidigung unabhängig davon, ob der Täter weiß, dass sein Opfer Jude ist, zum Antisemitismus. Statistiken, in denen z.B. Sachbeschädigungen erfasst werden, die sich gegen jüdische Einrichtungen oder Friedhöfe richten, scheiden somit als Informationsquelle aus, solange nicht sichergestellt ist, dass der Farbfleck auf dem Grabstein sich tatsächlich gegen Juden richtet und nicht etwa das Ergebnis eines missglückten Scherzes von Jugendlichen ist.

Alternative 1 ist voller Probleme, denn: woher will man wissen, ob A, wenn er B auf die Nase haut, dies nur deshalb tut, weil B ein Jude ist? Tatsächlich gibt es eine Vielzahl von Ursachen für einen Faustschlag, die keinerlei Bezug zur religiösen Denomination von B haben müssen. Vielleicht ging dem Faustschlag ein Streit daüber voraus, welcher Mittelstürmer die beste Wahl für die nächste Fußballweltmeisterschaft ist. Man muss also irgendwie sicherstellen, dass der Schlag von A nur deshalb erfolgt ist, weil B ein Jude ist. Um dies sicherzustellen, benötigt man den Täter oder klare Angaben zum Täter und den Tatumständen. Im Rahmen der Statistik zu politisch motivierter Kriminalität soll dies angeblich der Bestimmung antisemitischer Straftaten zu Grunde liegen (Dazu kommen wir gleich noch).

Zurück zu Reisin und seinem Versuch, Fakten zu finden.
Er vergleicht die Polizeiliche Statistik Politisch motivierter Kriminalität mit einer Studie der Universität Bielefeld, die Andreas Zick, ein sehr erfolgreicher akademischer Unternehmer in Sachen (Rechts-)Extremismusforschung und Julia Bernstein durchgeführt haben. Mit anderen Worten, Reisin vergleich Kartoffeln mit Petersilie.

Die Polizeilich Statistik politisch motivierter Kriminalität ist eine politische Statistik, die Straftaten zusammenstellt, die von Landeskriminalämtern gesammelt werden und nachträglich und auf Grundlage der ermittelten Tatverdächtigen von Mitarbeitern des Bundeskriminalamts den einzelnen Bereichen Links-, Rechtsextremismus, Antisemitismus usw. zugeordnet werden. Die Kriterien, nach denen diese Zuordnung erfolgt, sind mehr als schwammig und sehen eine „Würdigung der Tat und der Tatumstände“ vor. Auf Basis dieser „Würdigung“ soll dann entschieden werden, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass „Bezüge zu völkischem Nationalismus, Rassismus, Sozialdarwinismus oder Nationalsozialismus ganz oder teilweise ursächlich für die Tat waren“. Ist dies der Fall, gilt die entsprechende Tat als politisch-rechts motivierte Straftat.

Man muss sich den armen Polizeibeamten beim BKA einmal vorstellen, der mit einer Köperverletzung konfrontiert ist, bei der das Opfer Jude ist und der nun herausfinden soll, ob die Körperverletzung durch andere latente Variablen, die man in der Realität nicht findet, durch Sozialdarwinismus, Nationalsozialismus oder Rassismus VERURSACHT ist. Es ist kein Wunder, dass die Statistik politisch motivierter Kriminalität im Bereich „Antisemitischer Straftaten“ fast nur rechts motivierte Gewalt oder Straftaten verzeichnet. Antisemitismus war ein fester Bestandteil des Nationalsozialismus. Wenn derjenige, der B auf die Nase geschlagen hat, auch nur entfernt mit einer rechten Gruppe in Verbindung gebracht werden kann, wird der Beamte die Zuordnung politisch-motivierte Straftat – rechts vornehmen. Handelt es sich beim Täter um einen Ausländer, dann muss der arme Beamte nicht nur nachweisen, dass A B deshalb auf die Nase geschlagen hat, weil B Jude ist, er muss auch nachweisen, dass dies aus rassistischen Motiven erfolgt ist. Ein Problem, das nur dann zu lösen ist, wenn der Täter sagt, er habe B auf die Nase geschlagen, weil er Juden hasse, die entsprechende Kausalität also selbst herstellt. Dies erklärt die Seltenheit, mit der Ausländer als Täter antisemitischer Straftaten in der Statistik politisch-motivierter Straftaten erfasst werden.

Die Statistik politisch-motivierter Straftaten ist deshalb die Zeit nicht wert, die in sie gesteckt wird. Sie ist ein politisches Instrument, das von Politikern in Auftrag gegeben wurde, um eine bestimmte Sichtweise auf die Realität durchzusetzen. Mehr nicht.

Kommen wir zur Studie „Jüdische Perspektiven auf Antisemitismus in Deutschland“, die Reisin gegen die Statistik politisch-motivierter Straftaten stellt und von der er der Ansicht ist, sei sei auch eine Statistik. Die Studie ist aber keine Statistik. Sie ist ein weitgehend gescheiterter Versuch, eine quantitative Vorstellung darüber zu erhalten, wie häufig Juden sich als Opfer von Straftaten sehen, die antisemitisch motiviert sind. Der Versuch ist aus mehreren Gründen gescheitert.

Es wurde eine Online-Befragung durchgeführt. Die Online-Befragung hat zu der mageren Ausbeute von 1018 angefangenen und 603 beendeten Interviews geführt, von denen am Ende ganze 553 komplette Fragebögen geblieben sind. Auf dieser Grundlage lassen sich keine umfassenden Aussagen machen. Von denen, die den Fragebogen beantwortet haben, verfügen 63,3% über einen Hochschulabschluss. Die Stichprobe ist damit stark verzerrt, denn in der Gesamtbevölkerung haben nur rund 10% einen Hochschulabschluss. Die 553 hauptsächlich Akademiker werden im Verlauf des Online-Fragebogens gebeten anzugeben, ob sie schon einmal Opfer eines körperlichen Angriffs geworden sind, WEIL sie jüdisch sind. Es bleibt somit ihnen überlassen, eine entsprechende Kausalität herzustellen, auf Grundlage welcher Erwägungen und Motive auch immer. 3%, also 16 Befragte geben an, schon einmal Opfer eines körperlichen Angriffs geworden zu sein, WEIL sie jüdisch sind. Die Angabe ist somit Ergebnis einer subjektiven Einschätzung, des Opfers. Wie weit man mit subjektiven Aussagen kommt, ist eine eigene Frage, deren Beantwortung Seiten füllt. Belassen wir es mit einem Zitat von Hercule Poirot: “Ah, the witnesses, one always get conflicting information”.

Von den 16, die angegeben haben, schon einmal Opfer eines körperlichen Angriffs geworden zu sein, WEIL sie jüdisch sind, geben 81% als 13 an, der Angriff sei durch eine muslimische Person/Gruppe erfolgt. Das ist nun nicht wirklich die Basis, auf der man ernsthaft Aussagen darüber machen kann, wer hier wen angreift. Aber die 81% sind die Zahl, die Reisin der Statistik politisch motivierter Straftaten gegenüberstellt. Auf einen derartigen Vergleich kann man eigentlich nur kommen, wenn man ideologisch motiviert ist oder keine Ahnung davon hat, wie die einzelnen Daten zustande kommen. Reisin weiß zumindest, dass seine 81% auf nur 16 Berichten körperlicher Angriffe basieren, so dass sich die Frage stellt, warum er sie überhaupt erwähnt.

Wie dem auch sei, wir haben eine Statistik der Polizei, in der angeblich politisch-motivierte Krininalität erfasst wird. Die Erfassung erfolgt auf Basis haarsträubender Kriterien nachträglich durch eine speziell dafür eingerichtet Abteilung des BKA, also nicht durch die Beamten, die vor Ort und aus erster Hand mit einem Fall zu tun haben. Das reicht schon, um sagen zu können, dass die Statistik politisch-motivierter Kriminalität eine politische Statistik mit zweifelhaftem Aussagewert ist.

Wir haben eine Studie, die vom „Unabhängigen Expertenkreis Antisemitismus“, wie Reisin weiß, in Auftrag gegeben wurde, wozu auch immer, die nicht dazu geeignet ist, Aussagen über Anzahl und Verbreitung antisemitischer Straftaten zu machen, geschweigen denn dazu, Rückschlüsse auf die Täter zu ziehen.

Und dann haben wir noch die Zählung, die die Recherche und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) durchführt, ein Unternehmen des Amadeu-Antionio-Konzerns, dessen Ziel darin besteht, so viel wie nur möglich antisemitische Straftaten nachzuweisen, um die Fördergelder zur Bekämpfung von Antisemitismus auch weiterhin sprudeln zu lassen.

Kurz: Keine der drei Quellen, die Reisin in seinem Beitrag anführt, sind geeignet, um Aussagen über die Täter zu machen, die hinter antisemitischen Straftaten stehen oder festzustellen, ob es sich bei den erfassten Straftaten überhaupt um antisemitische Straftaten handelt..

Was bleibt?

Die Statistik politisch-motivierter Kriminalität kann vielleicht dazu genutzt werden, einen Eindruck von der Anzahl der Straftaten zu gewinnen, die von den Beamten im BKA als politisch rechts-, links- oder durch Ausländer motivierte Kriminalität eingestuft werden. Die Relation zwischen den drei Gruppen sagt etwas über die entsprechende Kategorisierungspraxis der Beamten. Ob und wenn ja welcher Ausschnitt der Wirklichkeit durch diese vermeintliche Statistik beschrieben wird, ist eine ganz andere und offene Frage.

Die Studie aus Bielefeld lässt bestenfalls den Schluss zu, dass die 16 Opfer körperlicher Gewalt, die an der Befragung teilgenommen haben, ein anderes Bild über die Täter vermitteln als es die rund 1500 Straftaten tun, die in der Statistik politisch motivierter Kriminalität für 2016 erfasst wurden. Was auch immer daraus folgen mag.

Die Statistik des RIAS ist vollkommen unbrauchbar, denn dort wird jeder Grashalm, der auf einem jüdischen Friedhof umgetrampelt wurde, als Antisemitismus gezählt. Wie gesagt, die finanzielle Unterstützung der RIAS hängt davon ab, dass möglichst viel antisemitische Kriminalität gefunden oder gezimmert wird.

Wie so oft kann man am Ende einer Darstellung zur Datenlage in Deutschland nur den Schluss ziehen, dass es keine verlässlichen Daten gibt und dass es den Anschein hat, dass niemand verlässliche Daten haben will. Es wäre ein Leichtes für die Innenminister der Länder und des Bundes eine klare Definition und klare Kriterien vorzugeben, die es Polizeibeamten, die unmittelbar mit einer Tat konfrontiert sind, die ermitteln, erlauben, eine Einschätzung darüber zu treffen, ob sie es mit einer antisemitischen Tat oder einem von Judenhass getriebenen Täter zu tun haben. Dass dies nicht erfolgt und eine nachträgliche Klassifizierung im BKA durchgeführt wird, spricht eigentlich schon Bände.

Dass ein unabhängiger Expertenkreis viel Geld, vermutlich mehr als 100.000 Euro für eine quantitative Onlinebefragung und die mittlerweile – warum auch immer – obligatorische qualitative Nachbetrachtung ausgibt, die am Ende in eine Studie einfließen, die nicht einmal den Anspruch einer theoretischen Herangehensweise erhebt und somit eine vollkommen wertlose Online-Befragung mit 533 realisierten und brauchbaren Interviews und 31 narrativen und biographischen Interviews mit Juden erbringt, die für die Forscher sicher interessant, aufgrund der fehlenden theoretischen Basis aber vollkommen ohne Wert sind, weil man zum einen nicht sagen kann, warum die Juden wozu befragt wurden und zum anderen, was an den Ergebnisse relevant bzw. irrelevant ist, einfach deshalb, weil es keinen Bezugsrahmen gibt, ist ein Geheimnis, das nur die Mitglieder des „Expertenkreises“, der wie jeder Expertenkreis vornehmlich dazu da ist, Gelder zu verteilen, lösen können.

Geht es um das Thema Antisemitismus, dann gibt es viele, die ganz viel behaupten, aber niemanden, der etwas wissen kann, denn es gibt keine wissenschaftlich belastbaren Daten in Deutschland – wie gewöhnlich. Warum nicht: Belastbare Daten haben den Nachteil, dass man einen Pflock in die Landschaft geschlagen hat, auf den sich ab nun alle beziehen müssen. Entsprechend können Innenminister politische Statistiken nicht mehr für politische Zwecke benutzen, Wissenschaftler keine sinnlosen Studien ohne relevante Ergebnisse mehr durchführen und politische Aktivisten können keine Grashalme mehr sammeln, um damit ihre eigene Notwendigkeit zu belegen.

Deutschland ist eine Gesellschaft, in der jeder am Trog sitzen will, um sich an Steuergeldern zu laben. Daten und Fakten stören dabei nur.

Es bleibt festzustellen, dass die ARD in einem Beitrag im Faktenfinder die Polizeiliche Kriminalstatistik als bloßen Arbeitsnachweis der Polizei darstellt, während sie in einem anderen Beitrag davon ausgeht, dieselbe Polizeiliche Kriminalstatistik stelle ein getreues Abbild der Wirklichkeit dar. 

Die Probleme, die sich mit der Polizeilichen Statistik politisch motivierter Kriminalität ergeben, resultieren im Wesentlichen daraus, dass man von einem Verhalten nicht auf die Motivation dessen, der sich verhalten hat, schließen kann (oder nur dann, wenn man einen Fehlschluss begehen will). Dr. habil. Heike Diefenbach hat dieses Problem für das Beispiel der empirisch unbegründeten Behauptung, dass Homosexuelle häufiger Selbstmord begehen als Heterosexuelle dargestellt

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