Katholischer Suizid: Kardinal Marx will mehr Marxismus

Früher waren Priester häufig Schriftgelehrte, die sich zu unterschiedlichen Gegenständen auf der Grundlage ihres Wissens und ihrer Kompetenz äußern konnten. Heute sind selbst Kardinäle zumeist nur Glaubens-Marketing(fach)kraft, die ihre Aufgabe darin sieht, die wiederkehrenden Feste der christlichen Kirche in einer Weise zu inszenieren, die den Anschein, man sei mit Glauben und der entsprechenden Gemeinschaft beschäftigt, kümmere sich um Menschen und habe deren Wohl im Sinn, glaubhaft vermittelt. Eine Marketing-Fachkraft, die auf Inszenierung und die Erzeugung von schönem Schein ausgerichtet ist, hat in der Regel, und Kardinal Marx scheint so was von die Regel zu sein, keine Ahnung, die über ihr Marketing-Gebiet hinausgeht. Die Spezialisten früherer Tage, die Schriftgelehrten, die nicht nur die Bibel auswendig zitieren konnten, sondern auch in Philosophie und Humanwissenschaften kenntnisreich waren, sie gehören der Vergangenheit an.

Geblieben sind Marketing-Fachkräfte wie Kardinal Marx aus München, die glauben, sie könnten den Abfall vom Glauben, die Abstimmung mit den Füßen, die schrumpfenden Kirchengemeinden dadurch stoppen, dass sie auf das aufspringen, was sie als den Zeitgeist ansehen. Und so wie jeder Werbespot den Quotenfarbigen enthält, weil sich im Marketing der Aberglaube hält, die Leute da draußen würden das erwarten und es nicht zum K…. finden, wenn man sie politisch-korrekt beeinflussen will, so scheint sich in Teilen der Kirche der Glaube zu verbreiten, man habe mehr Erfolg im Absatz der eigenen Glaubensprodukte, wenn man Marxismus gutrede.

Kardinal Marx, der in üppiger Umgebung lebt und mit noch üppigerem Gehalt gesegnet ist (gepriesen sei der Herr), er kann neuerdings dem Marxismus etwas abgewinnen.

Derartigen Blödsinn kann nur ein wirklich Ahnungsloser im Glauben von sich geben, der in seinem Leben noch nie gelesen hat, was sein Namensvetter mit Bezug auf die Religion von sich gegeben hat. Und dass es in sozialistischen, kommunistischen oder marxistischen Staaten außer Marxismus keine Religion mehr gibt bzw. gegeben hat, das weiß Kardinal Marx offensichtlich nicht oder er denkt, es handle sich dabei um einen Betriebsunfall, der mit dem wahren Marxismus nichts gemein hat.

Helfen wir dem Münchner Glaubens-Marketer ein wenig auf die Sprünge mit Zitaten von Karl Marx, die in unterschiedlichen Schriften den Gegenstand der Religion behandeln und zeigen: Für Marx gibt es neben dem Sozialismus keine Religion, keine christliche, keine muslimische, keine jüdische, einfach nur keine. Ob Kardinal Marx darauf anspielt, wenn er von den Bereichen schwadroniert, in denen Marx mit seiner Analyse durchaus Recht hat?

Karl Marx über Religion:

Aus dem kommunistischen Manifest:

“Aber”, wird man sagen, “religiöse, moralische, philosophische, politische, rechtliche Ideen usw. modifizieren sich allerdings im Lauf der geschichtlichen Entwicklung. Die Religion, die Moral, die Philosophie, die Politik, das Recht erhielten sich stets in diesem Wechsel. Es gibt zudem ewige Wahrheiten, wie Freiheit, Gerechtigkeit usw., die allen gesellschaftlichen Zuständen gemeinsam sind. Der Kommunismus aber schafft die ewigen Wahrheiten ab, er schafft die Religion ab, die Moral, statt sie neu zu gestalten, er widerspricht also allen bisherigen geschichtlichen Entwicklungen.”

Aus der Einleitung zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie:

Flagellanten

Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes.

Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks. Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist.
Die Kritik hat die imaginären Blumen an der Kette zerpflückt, nicht damit der Mensch die phantasielose, trostlose Kette trage, sondern damit er die Kette abwerfe und die lebendige Blume breche. Die Kritik der Religion enttäuscht den Menschen, damit er denke, handle, seine Wirklichkeit gestalte wie ein enttäuschter, zu Verstand gekommener Mensch, damit er sich um sich selbst und damit um seine wirkliche Sonne bewege. Die Religion ist nur die illusorische Sonne, die sich um den Menschen bewegt, solange er sich nicht um sich selbst bewegt.

Entfremdung von der Arbeit (Manuskript)

“Es ist ebenso in der Religion. Je mehr der Mensch in Gott setzt, je weniger behält er in sich selbst. Der Arbeiter legt sein Leben in den Gegenstand; aber nun gehört es nicht mehr ihm, sondern dem Gegenstand.

Wie in der Religion die Selbsttätigkeit der menschlichen Phantasie, des menschlichen Hirns und des menschlichen Herzens unabhängig vom Individuum, d. h. als eine fremde, göttliche oder teuflische Tätigkeit, auf es wirkt, so ist die Tätigkeit des Arbeiters nicht seine Selbsttätigkeit. Sie gehört einem andren, sie ist der Verlust seiner selbst.”

Die katholische Kirche ist offensichtlich im Selbstzerstörungsmodus angekommen. Ob Kardinäle wie Marx die Auflösung der katholischen Kirche bewusst oder bar jeder Kenntnis betreiben, ist egal, denn im Ergebnis läuft es auf dasselbe hinaus.

Weil wir gerade dabei sind:

Karl Marx über katholische Pfaffen aus der “Deutschen Ideologie” (172 Jahre vor Kardinal Marx  geschrieben):

“Wie wird Dir zumute”, lieber Leser, wenn Du einen Pfaffen hörst, der seinen Schafen die Hölle recht heiß und das Gemüt recht weich macht, dessen ganze Beredsamkeit sich darauf beschränkt, die Tränendrüsen seiner Zuhörer in Aktivität zu setzen, und der nur auf die Feigheit seiner Gemeinde spekuliert?

Oder in Zustimmung zu Kuhlmann:

“In ihrer Reihe stehen darauf Alle, die da rufen: Weg mit der Bibel! Weg vor Allem mit der christlichen Religion, denn es ist die Religion der Demut und der knechtischen Gesinnung! Weg überhaupt mit allem Glauben! Wir wissen nichts von Gott noch von Unsterblichkeit. Das sind nur Hirngespinste, zu ihrem Vorteil ausgebeutet” (soll heißen: die von den Pfaffen zu ihrem Vorteil ausgebeutet werden) “und fortgesponnen von Lügnern und Betrügern. Fürwahr, wer noch an solche Dinge glaubt, der ist der größte Narr!”

Doch, doch, Karl Marx hat in seiner Analyse schon manches geschrieben, was richtig ist, oder?

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Fanatische Lieferwagenfahrer: Das I-Wort und die deutsche Debiligentia

Alle Kommentare aus der ScienceFiles-Redaktion zum Text, den Vanessa Vu in der ZEIT veröffentlicht hat, mussten an dieser Stelle zensiert werden.

Die Antwort ist Europa“, so der Titel des Textes von Vanessa Vu.
Was war noch einmal die Frage?
Die europäische Antwort steht in der ZEIT-Kategorie: „Terrorismus in Europa“.
Für uns steht der Text von Vu unter den Kategorien „Deutsche Debiligentia“ und „I-Wort“.

Zunächst zur deutschen Debiligentia:

„Nizza, London, Berlin – und jetzt auch Barcelona: die Zahl der europäischen Länder, die zum Angriffsziel fanatischer Lieferwagenfahrer geworden sind, wird immer größer. Glaubt man der Propaganda, die die ideologischen Hintermänner der Attentäter verbreiten, dann galt der Angriff Europa – und zwar nicht dem Europa der Banken- und Währungsunion, dem Europa der vielen Nationalstaaten oder dem Brexit-Europa. Sie griffen das Europa an, das demokratisch, pluralistisch, offen und tolerant sein will. Das Europa, das gerade in seinen großen Städten diese Werte offensiv lebt. Das Fundament Europas.”

1)
Fanatische Lieferwagenfahrer sind Fahrer von Lieferwagen, die nichts lieber tun als Lieferwagen zu fahren. Zeitweise fahren sie dann, vor lauter Begeisterung, in Menschenmengen. So Vu.

2)
Wenn das Angriffsziel, wie es Vu von den „ideologischen Hintermännern der fanatischen Lieferwagenfahrer“ erfahren haben will, NICHT das Europa „der Banken- und Währungsunion … der vielen Nationalstaaten oder das „Brexit-Europa“ ist, sondern …, dann folgt daraus:
2a) Richtete es sich gegen das Europa der Bankenunion, das Brexit-Europa usw., dann wäre das für Vu in Ordnung.
2b) Die Hintermänner wären keine Hintermänner, denn Vu kennt sie angeblich.
2c) Wir müssen ein Europa der Bankenunion bilden, denn bislang gibt es noch kein Europa der Bankenunion, nur eine Bankenunion in der EU.
2d) Wir müssen ein Europa der Währungsunion gründen, denn bislang gibt es nur die kleine Eurozone.

Die DDR hatte Deutschland etwas voraus: Dort gab es angeblich eine „Intelligentia“. In Deutschland gibt es scheinbar nur noch eine Debiligentia.

Diese Debiligentia hat ein Problem mit dem I-Wort, nein, nicht mit Idiot, mit Islamismus.

Weil man in der Debiligentia nicht schreiben darf, dass es Muslime gibt, die sich in Lieferwagen oder Lkws setzen und Menschen, die sie nicht kennen, niedermähen, deshalb kommen so idiotische Aussagen zustande wie: „fanatische Lieferwagenfahrer“. Deshalb werden „ideologische Hintermänner“ ins Spiel gebracht, ohne deren „Ideologie“ beim Namen zu nennen. Deshalb kommen Islamisten nur ein einziges Mal, und zwar als „nicht gewaltbereite Islamisten“ in einem Text vor, in dem es um einen islamistischen Terroranschlag geht.

Die deutsche Debiligentia hat ein Problem mit der Wirklichkeit. In der Wirklichkeit gibt es Muslime, die den Islam dafür missbrauchen, eine Legitimation für ihre eigene Mordlust zu schaffen. Ja tatsächlich: Es gibt schlechte Muslime. Schlimmer noch: Etliche dieser mordlustigen Muslime sind als Flüchtlinge in Europa verteilt worden. Es gibt nicht nur schlechte Muslime, gefährliche Muslime, es gibt sie auch unter Flüchtlingen. 

Ganze linke Lebenslügen stürzen zusammen, wenn sie gezwungen sind, diese Realität anzuerkennen. Dabei waren sie gerade so sehr im Geiste des Orientalismus und der Verherrlichung des edlen Wilden unterwegs. Nun, edle Wilde setzen sich nicht in Lieferwagen und fahren ihnen unbekannte Menschen über den Haufen. Das machen nur Kriminelle, das machen Mörder. Es gibt auch, selbst unter Muslimen Mörder – und unter Flüchtlingen.

Islamismus ist die Ideologie, unter deren Dach diese Mörder ihre Legitimation finden. Da hilft es nichts, wenn man wie Vu versucht, das I-Wort zu vermeiden und so zu tun als würden urplötzlich Menschen radikalisiert, von irgendeiner Ideologie und in Lieferwägen steigen, um von „ideologischen Hintermännern“ gesteuert, Menschen nieder zu mähen.

Der Kollateralschaden dieser linken Lebenslüge, die tatsächlich glaubt, man könne mit Integration und „Anti-Radikalisierungsprogrammen“ „fanatische Lieferwagenfahrer“ verhindern, ist beträchtlich.

Weil die Debiligentia sich dagegen sperrt, die Diskussion über die relevanten Dinge zu führen, nämlich darüber, dass man „fanatische islamistische Lieferwagenfahrer“ als Flüchtlinge nach Europa gekommen sind und nun darauf warten, einen Lieferwagen mieten zu können, ausfindig machen und daran hindern muss, fanatisch Lieferwagen zu fahren, deshalb fahren weiterhin “fanatische Lieferwagenfahrer” Lieferwagen und berufen sich dabei auf den Islam.

Weil die deutsche Debiligentia diese Diskussion verweigert, ist es Muslimen, die nichts mit „fanatischen Lieferwagenfahrern“ gemeinsam haben, unmöglich sich voN Gewalt und Mord angeblich im Namen von Allah zu distanzieren, eine Grenze zwischen sich und denen zu ziehen, die den Islam für ihre Zwecke missbrauchen.

Weil die deutsche Debiligentia diese Diskussion verweigert, bleiben die Opfer der fanatischen Lieferwagenfahrer anonym, wird ihnen jede Empathie verweigert, werden sie zu den Objekten die im Kampf “fanatischer Lieferwagenfahrer” gegen das freie Europa auf der Strecke, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, auf der Strecke geblieben sind.

Von Leuten wie Vu haben diese Kollateralschäden am Rande der Fahrstrecke “fanatischer Lieferwagenfahrer” sicher kein Mitgefühl zu erwarten. Leute wie Vu sorgen vielmehr dafür, dass man ein Deja Vu hat, denn Zeiten, in denen die Realität nicht als solche benannt werden durfte, in denen man sich öffentlich gescheut hat, Dinge beim Namen zu nennen und es eine Debiligentia gab, die sich darin gefallen hat, alles Mögliche ideologisch auszuschlachten, um nur nicht über die Realität sprechen zu müssen, sind in Deutschland nicht neu.

Dass Vu glaubt, ausgerechnet Hannah Arendt in ihrem Artikel missbrauchen zu können, ist dann wohl auch nur eine Wiederkehr der Banalität des Bösen.

Gleichschaltung auf evangelisch: Die EKD hat Toleranzprobleme

Das ganze Elend der heutigen religiösen Funktionäre hat im 16. Jahrhundert damit begonnen, dass Francis Bacon den Empirismus als Grundlage eines rationalen Denkens durchgesetzt hat. Die Aufklärung, die daraus entstanden ist, sie hat das Offenbarungsmodell der Erkenntnis, wie es Hans Albert nennt, einfach vom Tisch gewischt.

Albert TraktatDer Frust der religiösen Funktionäre muss entsprechend gewesen sein. Man muss sich das in der Realität vorstellen: Bis gestern waren Sie noch der einzige in der Gemeinde, der lateinisch lesen konnte und der die Bibel mit Blick auf die Realität so auslegen konnte, wie es (für sie) richtig ist. Und dann kommen dieser Bacon und seine Anhänger und behaupten, jeder Mensch sei selbst in der Lage, zu erkennen, was in der Realität richtig ist. Man könne Theorien über die Wirklichkeit unabhängig von der Bibel und durch Wahrnehmung, nicht durch Auslegung der heiligen Schrift aufstellen. Vom damit einhergehenden Bedeutungsverlust haben sich religiöse Funktionäre bis heute nicht erholt.

Bis heute kämpfen religiöse Funktionäre damit, dass es „vielfältige Interpretationsmöglichkeiten und Auslegungen der Bibel“ (154) gibt und gläubige Menschen die Bibel einfach vor dem Hintergrund ihrer eigenen „religiösen Überzeugungen“ (154) also selbst auslegen. Was dadurch passieren kann hat die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) gerade durch eine qualitative Studie herausgefunden: Die evangelischen Christen vor Ort, sie kommen zu anderen Schlüssen und Ergebnissen, wenn sie die Bibel auslegen, als die EKD.

Man muss sich das einmal vorstellen: Die EKD verkündet Positionen, die Synode der EKD segnet sie ab und die Gläubigen vor Ort, sie glauben sie nicht. Sie denken selbst, übernehmen nicht, was ihnen vorgegeben ist. Alles wegen dieser sch… Aufklärung und diesem elendiglichen britischen Empiristen, der den Menschen eingeredet hat, sie könnten unabhängig von der EKD und nur auf Grundlage ihrer eigenen Erfahrung zu Erkenntnissen über die Welt gelangen.

Diese erschreckenden Ergebnisse einer missglückten Gleichschaltung, hat eine qualitative Studie zum Vorschein gebracht, aus der die Zitate von oben stammen.

Die qualitative Studie wurde von Olaf Lobermeier, Jana Klemm und Rainer Strobl im Auftrag der EKD durchgeführt. Die drei gehören zur Gesellschaft für sozialwissenschaftliche Analyse, Beratung und Evaluation (proVal). Dass eine qualitative Studie durchgeführt wird, bedeutet in der Regel, dass die Autoren die Absicht haben, weitreichende Behauptungen auf dünner Basis aufzustellen und vor allem keine Lust haben, sich der Fachkontrolle zu stellen, der man sich stellen müsste, wäre die Studie auf Basis quantitativer Daten erstellt worden. Jedoch haben qualitative Studien den Vorteil, dass man viel Geld für viel Text und wenig Erkenntnis verlangen kann, wobei die Erkenntnis, dass der christliche Glaube nicht „per se vor Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und Homophobie schützt“ (151), der absolute Brüller ist. Hat das jemand geglaubt?

Wie dem auch sei, wir sind beim Thema der teuren Studie (wir schätzen die Kosten im sechsstelligen Bereich), die zeigt, auch die EKD hat keine anderen Sorgen als die drei genannten: Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und Homophobie, das sind die Themen, die den bestbezahlten Funktionären der evangelischen Kirche besonders am Herzen liegen.

Und um herauszufinden, ob Mitglieder der evangelischen Kirche in Dorf, Kleinstadt und Großstadt und auf Basis ihres gelebten Glaubens anfällig sind, anfällig für Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und Homophobie, deshalb haben die EKD-Funktionäre wohl einen sechsstelligen Betrag locker gemacht und die drei von proVal beauftragt, die wiederum 25 (!sic) Interviews durchgeführt und in drei Fokusgruppen insgesamt 48 Hanseln zusammengetrommelt haben. Selbstverständlich kann man auf Grundlage von drei Fokusgruppen und 25 Interviews keinerlei Aussagen machen, die Unterschiede zwischen Dorf, Kleinstadt und Großstadt generalisieren, aber man kann es den EKD-Funktionären dennoch verkaufen.

Fokusgruppen sind der Schrei in der qualitativen Forschung, denn dafür kann man so richtig viel Geld verlangen. 18 Mitglieder aus einer evangelischen Gemeinde einer Großstadt müssen z.B. an einen Ort gekarrt werden, dort verpflegt werden, sie müssen mit intelligenten Fragen wie „Was halten Sie vom Islam?“ traktiert werden, ihre Antworten gefilmt, anschließend transkribiert und das ganze dann ausgewertet werden, viel Zeit, viel Text, viel Geld. Da wird so mancher Sozialforscher zum Dagobert Duck mit Eurozeichen in den Augen.

Die Ergebnisse, die am Ende stehen, sind zwar in der Regel sehr dürftig, denn was will man auf Grundlage von drei Fokusgruppen und 25 qualitativen Interviews groß aussagen und vor allem erschließen, aber es geht ja nicht um Ergebnisse, sondern um Aufwand, denn nur Aufwand kann abgerechnet werden.

Grounded TheoryDie Show derart qualitativer Sozialforschung verlangt dann noch einen methodischen Popanz, der im vorliegenden Fall mit der Grounded Theory geliefert wird, einer Methode, die – wäre sie von den Autoren angewendet worden, mit Sicherheit 10Mal so viel Papier gefüllt hätte, als sie mit ihrem Abschlussbericht gefüllt haben. Die Grounded Theory ist vermutlich die am häufigsten missbrauchte und verbogene Methode, einfach deshalb, weil sich nicht einmal ihre beiden Erfinder Barney Glaser und Anselm Strauss mehr darüber einig sind, was damit eigentlich gemacht wird und wie es gemacht wird. Allerdings wären beide entsetzt, wenn man ihnen erklären würde, dass das Herz der Grounded Theory „der ständige Vergleich“ sei, eine Meinung, der die drei von proVal anhängen.

Wie dem auch sei, die drei von proVal haben den religiösen Funktionären der EKD erzählt, sie hätten die Grounded Theory zur Anwendung gebracht und Letztere haben es geschluckt. Klingt auch gut. Grounded Theory. Wieso eigentlich Theory? Nun, das hat damit zu tun, dass die Methode eigentlich entwickelt wurde, um von qualitativen Interviews, also von viel Text, durch ständige Abstraktion und auf induktivem Wege zu einer Theorie zu gelangen, die man dann am eigenen Material und durch ständigen Vergleich testen kann. Nun ja, bei proVal ist die Theorie eben unten durchgefallen.

Herausgekommen ist eine qualitative Untersuchung über die 25 Gemeindemitglieder der evangelischen Kirche und 48 Gemeindemitglieder, die sich in drei Fokusgruppen eingefunden haben, mit der sich die Autoren ihre eigenen Vorurteile bestätigt haben, nämlich dahingehend, dass in evangelischen Gemeinden Antisemiten und Homophobe sitzen, die auch den Islam nicht gut finden. Letzteres ist nützlich für Nachfolgeaufträge, mit denen die evangelischen Christen „fachlich“ dabei unterstützt werden, die richtige Meinung, also die der EKD-Funktionäre zu erlernen, denn die evangelischen Christen haben Meinungen, die man nicht tolerieren kann.

So haben die angeblichen Sozialforscher festgestellt, dass die 25 Interviewten und 48 Fokusgegruppten nicht nur die Informationen der EKD, die dazu da sind, die richtige Position festzulegen, ignorieren und sich statt dessen eine eigene Meinung bilden, nein, sie haben auch festgestellt, dass die Interviewten dies auf Basis von keinen eigenen Erfahrungen und auf Grundlage einer geringen Informiertheit tun.

Es ist eine häufig anzutreffende Tendenz in qualitativen Studien, dass die angeblichen Forscher ihre Befragten nur dazu benötigen, um ihnen allerlei Gemeinheiten zu unterstellen und im vorliegenden Fall letztlich zu homophoben, islamhassenden und antisemitischen Fundamentalchristen zu stilisieren. Es ist nur selten so einfach, dieses Ansinnen zu entlarven, wie im vorliegenden Fall.

Nehmen wir z.B. den Befragten 7 aus der Fokusgruppe „Dorf“, den proVal im Namen der EKD befragt hat, als Beispiel für die geringe Informiertheit und nicht vorhandene eigene Erfahrung, die sein Urteil so idiotisch macht. B7 sagt:

„Also als Deutscher ist man ja so ein bisschen drauf erzogen, sage ich mal in Anführungszeichen, nicht so israelkritisch zu sein. Aber … Vielleicht war ich das auch mal ein bisschen so und habe das immer so auch eher so betrachtet: ’Die haben den Holocaust erlebt‘ und so. Bis ich mal unten war und das selber erlebt habe. Also muss ich das sehr negativ beurteilen, wie Israel das macht. Die machen ja im Prinzip mehr oder weniger jetzt das, was ihnen angetan wurde“ (121).

Man fragt sich, ob die drei proValer, die B7 als Antisemitien abstempeln, der die Häresie begangen hat, einen Verbindung zwischen der Art und Weise, wie Juden im Dritten Reich behandelt wurden und der Art und Weise, wie der Staat Israel heute Palästinenser behandelt, herzustellen, ihre Urteil „B7 sei Antisemit“ auch mit eigener Erfahrung, die sie vor Ort gesammelt haben, begründen können. Tatsächlich macht B7 eine empirische Aussage auf Grundlage eigener Beobachtung und Erfahrung, eine Aussage, die man prüfen kann. Und da ist er wieder, dieser britische Empirismus, der davon ausgeht, dass jeder Mensch in der Lage ist, sich ein eigenes Urteil auf empirischer Grundlage zu bilden, so dass man, wenn man zu unterschiedlichen Urteilen kommt, erst einmal prüfen müsste, ob die empirische Basis dieselbe ist, bevor man das Gegenüber als Antisemit beschimpft. Mit Prüfen haben es die drei proValer nicht so. Sie stigmatisieren lieber: Antisemit lautet das Etikett im vorliegenden Fall.

Den am besten bezahlten religiösen Funktionären der EKD gefällt derartiges natürlich nicht. Sie haben nicht nur die Maxime ausgegeben, dass der evangelische Christ sich jeglicher Wertung dessen, was Israel in Palästina tut, enthält, sie haben auch erklärt, dass der evangelische Christ nicht antisemitisch und homophob ist.

Ist er aber, der evangelische Christ, jedenfalls einer, der die Fokusgruppe einer Kleinstadt bestückt hat, ist es nach Ansicht der proValer. Hat sich der evangelische Christ doch darüber beklagt, dass man mit seiner Meinung, nach der Homosexualität grundlegenden Werten von Familie und Zusammenleben widerspricht, gleich als „intolerant und … abgestempelt wird“ (99). Und wo wir gerade beim Abstempeln sind, natürlich wird der Fokusgruppenteilnehmer von den drei angeblichen Forschern als intolerant abgestempelt, äußert er doch Kritik, und zwar wertrationale Kritik, die die Folgen homosexueller Ehe für die Familie zum Gegenstand hat.

Dazu haben die drei proVals zu sagen:

ekd“Die Akzeptanz gegenüber Menschen mit homosexuellen Orientierungen wird hier sehr kritisch beurteilt. Ein nachfolgender Redner schließt sich dem an und verstärkt den ablehnenden Rahmen noch, indem er vor dem „Zerfall der Familie“ warnt. Darin wird er von einem anschließenden Sprecher bestätigt. Einer solchen Auffassung wird im weiteren Verlauf der Diskussion auch nicht widersprochen. Einem weiteren Teilnehmer zufolge bekommt das Thema „Homosexualität“ in den Medien zu viel Aufmerksamkeit. Beide Auffassungen, die einen ablehnenden Rahmen mit Blick auf Homosexualität unterstützen, werden in der eigentlichen Diskussionssequenz zum Umgang mit Homosexualität wieder aufgegriffen. Neben Homosexualität als Gegensatz zu einem „natürlichen Bild von Familie“ findet sich in ablehnender Weise der Verweis auf das Alte bzw. Neue Testament sowie die Auffassung, dass es sich um eine nicht gottgewollte sexuelle Orientierung handelt.“

Offensichtlich verbindet sich für gläubige Christen, selbst wenn sie evangelisch sind, ein Wertproblem mit der Heirat von Homosexuellen bzw. Homosexualität als solcher. Indes sagt keiner der Interviewten, er wolle Homosexualität verbieten. Die Befragten haben lediglich moralische Überzeugungen und hängen Werten an, die sich mit Homosexualität nicht vereinbaren lassen, und das ist offensichtlich falsch. Das kann nicht akzeptiert und vor allem nicht toleriert werden, da die EKD anscheinend das Ziel verfolgt, ihre Schäfchen in Lemminge zu transformieren und eine Gleichschaltung der Meinungen durchzuführen, die an die Zeit erinnert als es noch Priestern oblag, die Bibel auszulegen und das Leben der Menschen in ihrer Gemeinde zu strukturieren und zu bestimmen. Wahrlich, wir sagen Euch, wie Ihr zu denken habt, welche Meinungen ihr zu haben habt und welche Überzeugungen ihr zu vertreten habt.

Wir leben im 21. Jahrhundert, und im 21. Jahrhundert gilt ein Mensch, dessen Wertgerüst es ausschließt, christliche Institutionen wie die Ehe für Homosexuelle zu öffnen, als homophob und einer, der in den mittleren Osten gereist ist und vor Ort gesehen hat, wie der Staat Israel mit Palästinensern umgeht und deshalb eine kritische Sicht auf Israel einnimmt, gilt als Antisemit. Wir nähern uns in Windeseile der geistigen Haltung des Zeitalters der Kreuzzüge.


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700 Kartoffelschäler demonstrieren in Dresden

Im Lexikon der Soziologie steht geschrieben:

Sekte lat. Befolgte Lehre, religiöse oder politische Gruppe, die sich von einer größeren (Kirche, Partei) in Opposition zu dieser abgespalten hat; sozialpsychologisch charakterisiert durch ein verstärktes Wir-Gefühl, hohe Emotionalität, Kultivierung eines aktiven (weltverbesserischen) oder passiven (Leiden, Armut) Ethos unter den Mitgliedern. Da die ideologischen bzw. weltanschaulichen Zielsetzungen und binnenstrukturellen Beziehungen der Mitglieder sich von den allgemeinen kulturellen Werthaltungen und Verhaltensmustern abheben, ist mit Sektenzugehörigkeit eine soziale Statusdiskriminierung verbunden (die durch höhren Binnenstatus und Gemeinschaftsgefühle ausgeglichen wird). Sekten bringen gesellschaftliche Anomie in religiöser ‘Verkleidung’ zum Ausdruck. […] Zentrale Lebensziele der Sektenmitglieder sind Protest und Überzeugungsarbeit gegen bestehende Ordnungen nach Maßgabe absoluter Wahrheiten und utopischer Heilslehren.

Die meisten Sekten sind Treffpunkt von Personen, die in der Gesellschaft sozial isoliert sind, keine Einbindung in Ausbildung, Arbeit und Beruf gefunden haben und hinter den Zielen, die ihre Gesellschaft als erstrebenswert ansieht, weit zurückbleiben. Sie füllen die Leere, die durch ihre soziale Isolation und Randständigkeit entstanden ist, durch einen Glauben an eine absolute Wahrheit oder Heilslehre, den sie gegen die Mehrheitsgesellschaft, deren Teil sie gerne wären, aber nicht sein dürfen, in Ansatz bringen. Sekten, vor allem politische Sekten sind Zuwendungsgruppen sozial Gescheiterter, die oftmals eine eigene Sprache entwickeln und sich immer weiter von der Normalität der Gesellschaft entfernen.

Das war die Theorie. Nun kommt die Praxis.

Derzeit laufen 700 Kartofellschäler durch Dresden.
Wem der Kult der Kartoffelschäler bekannt ist, wer weiß, was es mit dem Kartoffelschälen auf sich hat, der möge sich bei uns melden.

Die 700 Kartoffelschäler behaupten, dass sie gegen Staaten, Kapital und Patriarchat kämpfen.

Sie kämpfen also gegen Gebilde, die es de facto nicht gibt, die nur über ihre Verwaltungen und Institutionen eine Existenz erreichen (Staaten). Sie kämpfen gegen etwas (Kapital), das man sich aneignen muss, durch Arbreit in der Regel, finanzielles Kapital oder Humankapital. Und sie demonstrieren gegen ein Patriarchat, das es zu keinem Zeitpunkt der Geschichte der Menschheit gegeben hat.

Die Elemente, die eine Sekte ausmachen, die sich von der Realität weit, sehr weit entfernt hat, sie sind alle da: 700 Kartoffelschäler, die gegen Begriffe demonstrieren, was zum einen bedeutet, Begriffe zu beleidigen:

Zum anderen besteht das Ziel der Sekte der Kartoffelschäler wohl darin, kindische Reime mit infantiler Freude zu skandieren.

Für Kulturwissenschaftler, Religionsethnologen und Psychiater sollte die Feldforschung in Dresden und die Beobachtung der Kratoffelschäler Sekte Pflicht sein. Wann hat man schon einmal die Gelegenheit, den Forschungsgegenstand in freier Wildbahn zu studieren?

Das Besondere an der Sekte der Kartoffelschäler besteht auch darin, dass die grenzenlose Solidarität, die sie fordern, nicht von ihnen, sondern von allen anderen finanziert werden muss.

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Gotteslästerung!

Ein Beitrag aus der Reihe “tu quoque”.

Wie oft wird gegen den Islam ins Feld geführt, dass Muslime es angeblich nicht verstehen, wenn man Spaß mit dem Propheten oder sich lustig über Sitten und Gebräuche im Islam macht. Die verstehen keinen Spaß, die Muslime – ganz im Gegensatz zu Christen. Die verstehen Spaß, auch dann, wenn es um Religion geht!

Ehrlich?

Wie ist es damit:

Titanic dose“(1) Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) eine im Inland bestehende Kirche oder andere Religionsgesellschaft oder Weltanschauungsvereinigung, ihre Einrichtungen oder Gebräuche in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.

Das ist der §166 des Strafgesetzbuches, der Gotteslästerungsparagraph, der Blasphemie nach wie vor unter Strafe stellt, unter eine subjektive und höchst willkürliche Strafe, die an die nebulöse Formulierung “geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören” gekoppelt ist. Juristen mögen derartige Formulierungen.

Sie sind perfekt, um wahre Schlachten zwischen Amts- Land- und Oberlandesgerichten auszutragen, immer auf der Suche nach dem, was denn nun einmal mit etwas, das geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, gemeint sein könnte.

Eine Richterin am Amtsgericht Lüdinghausen ist der Meinung, das Folgende störe den öffentlichen Frieden und stelle eine Beschimpfung dar, die geeignet sei, den öffentlichen Frieden zu stören:

“Wir pilgern mit Martin Luther: Auf nach Rom! Die Papstsau Franz umbringen. Reformation ist geil!” (das ist frei nach Martin Luther);

“Kirche sucht moderne Werbeideen. Ich helfe. Unser Lieblingskünstler: Jesus – 2000 Jahre rumhängen und immer noch kein Krampf!”

Die Sprüche, die nicht unbedingt das sind, was man als geschmachvoll bezeichnen würde, sie standen auf der Heckscheibe des “Spruchtaxis” von Albert Voß. Albert Voß ist ein Mathematiklehrer im Ruhestand, der seit seiner Pensionierung den Kampf gegen den §166 aufgenommen hat. Deshalb hält er seine Verurteilung in erster Instanz auch nicht für sonderlich schlimm und hat schon Berufung angekündigt.

Bis die drei aus der Landgerichtskammer dann über die Sprüche zu Gericht sitzen, können wir uns über Sinn und Unsinn eines Gotteslästerungsparagraphen in einem Land unterhalten, das angeblich säkular ist, in dem also Staat und Kirche getrennt sind und in dem Meinungsfreiheit herrscht. Wem die Sprüche zu derb sind, der kann sich bei der Frage, wie er zur Meinungsfreiheit steht, wenn sie im Hinblick auf Religionen gefordert ist, vorstellen, die Sprüche hätten in Charlie Hebdo gestanden und sich mit “je suis Charlie” seine Meinung bilden.

Horkheimer FamiileDass es die Nachricht vom Urteil wegen Gotteslästerung bis nach Großbritannien geschafft hat, einem Land, in dem Blasphemy seit 2008 nicht mehr strafbar ist, zeigt, wie irritierend die Umwelt Nachrichten aus Deutschland zwischenzeitlich aufnimmt. Dass es eine Richterin war, die den Pensionär aus Lüdinghausen verurteilt hat, ist sicher auch kein Zufall, denn wie bereits die Studien zur Autorität und Familie von Max Horkheimer u.a. zeigen, sind es vornehmlich (Ehe-)Frauen, die sich nicht trauen, vom Status quo abzuweichen, die sich lieber an obsolete Gesetze halten, als dass sie sich eine eigene rechtliche Meinung bilden würden.

Insofern stellt sich die Frage, wer hier mehr den öffentlichen Frieden stört: ein Rentner, der mit Sprüchen auf der Heckscheibe seines Autos durch ein Kaff fährt, das 20 Kilometer von Münster entfernt, niemand mehr kennt oder eine Amtsrichterin, die mit ihrem autoritätsgläubigen Urteil dafür sorgt, dass der Rentner mit seinem Anliegen bundesweite Aufmerksamkeit erlangt?

Und wie sehen das die Leser von ScienceFiles: Ist der §166 des Strafgesetzbuches “Gotteslästerung” obsolet und muss entsprechend gestrichen werden oder nicht?

Leser, wie haltet Ihr es mit der Blasphemie?
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