“Tötet die Ungeimpften”

Jeder Kult durchläuft früher oder später eine Radikalisierung.
Die einzige Frage, die sich bei religiösen Kulten wirklich stellt, lautet: Nehmen die Mitglieder des Kults die Schwelle, die ihren Fundamentalismus vom Terrorismus trennt oder nicht?

Douglas Pratt hat das in seinem Beitrag “Religion and Terrorism: Christian Fundamentalism and Extremism”, der 2010 in der Zeitschrift “Terrorism and Political Violence” erschienen ist, mit einem sehr eingängigen Stufenmodell, das den Weg von passivem Fundamentalismus zum Terrorismus beschreibt, dargestellt:

Passiver Fundamentalismus kann über drei Kriterien beschrieben werden. Er steht am Anfang allen religiösen Kults und ist geprägt durch:

  • einen Glaubens-Absolutismus; Er sagt dem Fundamentalisten, dass er im Besitz der Wahrheit ist. Der Glaubens-Absolutismus wird durch die Annahme unterfüttert, dass man den Kern der eigenen religiösen Überzeugung in Gänze erkennen könne, z.B. durch das Lesen der Berichte des IPCC oder eine sonstige Form der direkten Glaubensbestätigung. Diejenigen, die den von Menschen verursachten Klimawandel für erwiesen halten und die Effektivität von COVID-19-Impfstoffen gegen alle empirische Evidenz nach wie vor behaupten und dabei jede Form schädlicher Nebenwirkung bestreiten, erfüllen dieses Kriterium mit Bravour.
  • Der Glaubens-Absolutismus benötigt den Segen einer Autorität, wie sie der Papst, ein Ayatollah, die Bibel oder heute: Verordnungen und Gesetze darstellen; Für Impf-Fundamentalisten finden sich diese Autoritäten unter all denen, die monoton und stetig wiederkehrend die Vorteile von Impfungen und das Vorhandensein einer Pandemie behaupten, angefangen bei Herrn Spahn bis zum RKI und all den Mietmäulern, die sich im Speckgürtel um beide verdingen.
  • Schließlich beansprucht ein passiver religiöser Fundamentalismus eine umfassende Geltung. Mit einem Fundamentalisten kann man nicht diskutieren. Er glaubt zu wissen, was richtig ist und ist weder Kritik noch abweichenden Beobachtungen oder Wahrnehmungen zugänglich. Versuchen sie, mit einem Impf-Fundamentalisten zu diskutieren und Sie wissen, was hier gemeint ist. Die Diskussionsverweigerung basiert natürlich darauf, dass Fundamentalisten Gläubige sind, die keinerlei rationalen Grund für ihren Glauben angeben können. Zwangsläufig wird die Kluft, die ihren Glauben von der Realität trennt, immer größer, weshalb sie jede Diskussion mit anderen vermeiden müssen. Der Schritt zur offensiven Form des Fundamentalismus ist damit gemacht.

Die offensive Form des Fundamentalismus wird dazu benutzt, sich aktiv von Dritten abzugrenzen. Die offensive Form des Fundamentalismus zeichnet sich durch die folgenden Kriterien aus:

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  • Der Kernbestand der eigenen Religion, das, was das “Wissen” der Religion ausmacht, ihre kodifizierte Form in Bibel, Koran oder Talmud, in Verordnung oder Gesetz ist Wahrheit. Der selbstsicher offensive Fundamentalist ist überzeugt, dass jeder Satz in seiner heiligen Schrift Wahrheit ist und entsprechend strebsam ist er in seinem Bemühen, die heilige Schrift Wort für Wort zu kennen. Die heutige Wahrheit steht in den Landesverordnungen zum Schutz vor Neuinfizierungen und im Infektionsschutzgesetz. Beide dienen als Grundlage, um die Impf-Wahrheit nicht nur zu verkünden, sondern durch Bestrafung der Ungläubigen, der Ungeimpften, durchzusetzen.
  • Der selbstsichere, offensive Fundamentalist wird in seiner Selbstsicherheit durch gemeinschaftliche Strukturen unterstützt, z.B. in Form einer Glaubensgruppe, die sich von der Außenwelt abgrenzt und sich um einen gemeinsamen Bestand an unverrückbaren Wahrheiten sammelt. Heutige Impf-Fundamentalisten stellen keine kleine religiöse Minderheit dar, die im Gegensatz zur Gesellschaft und der sie tragenden politischen Institutionen steht. Die Gefahr des Impf-Fundamentalismus beruht darauf, dass ihn politische und gesellschaftliche Institutionen tragen, zum verbindlichen Maß für die Gesellschaft machen, ganz so, wie im Dritten Reich die Arier-Erzählung zum verbindlichen Maß für eine intolerante Glaubensgemeinschaft aus Parteigenossen gemacht wurde. Heute sind die Partei-Genossen zu Impf-Genossen geworden.
  • Die Inklusion der Gruppe führt zu einer Feindschaft und Radikalisierung gegenüber abweichenden Meinungen, alles, was liberal erscheint, wird dämonisiert und abgelehnt. Die eigene Lehre gilt als wahr, umfassend und undiskutierbar. Die Abgeschlossenheit der eigenen Glaubensgruppe geht bereits mit einer Abwertung von Anderen, einher, die geringschätzig als Ungläubige, CovIdioten oder Untermenschen bezeichnet werden. Die Erfahrungen, die viele mit dem Versuch gemacht haben, die hysterische Diskussion um SARS-CoV-2 und COVID-19 und die absurde Bekämpfung von SARS-CoV-2 mit nicht zugelassenen, nicht getesteten, kaum wirksamen Impfstoffen mit Vernunft und rationalen Argumenten anzureichern, bestätigen diesen Punkt sehr eindrücklich. Wer seine Erfahrungen berichten will, kann dies gerne per Kommentar tun.

Vom offensiv-selbstsicheren Fundamentalismus, dessen Mitglieder ihre Selbstsicherheit entweder aus Abgrenzung zu anderen und dem Abbruch aller rationalen Denkprozesse und der daraus folgenden Inszenierung von Außergewöhnlichkeit beziehen oder schlicht aus der Tatsache, dass sie sich auf der Seite der Guten und in der Mehrzahl (Wir sind mehr) wähnen, bereitet den Boden für den gewalttätigen Fundamentalismus, den wiederum die folgenden Kriterien bestimmen:

  • Die eigene Gruppe wird erhöht, als von höherer Salbung definiert: Alle, die nicht der eigenen Gruppe angehören, sind entsprechend Untermenschen und werden dämonisiert, als feindlich oder satanisch beschrieben. Der Versuch, Geimpfte zu solidarischeren, besseren, einsichtigeren und was auch immer Menschen zu stilisieren und Ungeimpfte zu Feinden der gemeinschaftlichen Harmonie zu erklären, ist derzeit bereits offensichtlich.
  • Für die eigenen Handlungen wird eine höhere Weihe beansprucht. Die eigenen Handlungen werden als direkt von einer göttlichen Instanz legitimiert oder beauftragt dargestellt. Viele Geimpfte tragen ihren Impfausweis (z.B. auf Twitter) wie eine Medaille vor sich her, sind der Ansicht, sie hätten sich durch die Impfung, deren Ablauf sie nicht von anderen Drogensüchtigen unterscheidet (und angesichts der regelmäßig notwendigen “Booster-Impfungen” ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Drogensucht offensichtlich wird), zu etwas Besonderem qualifiziert, seien durch mRNA oder Adenovirus-Impfstoffe in eine neue Form des Daseins transzendiert, von der aus sie auf die minderen Ungeimpften, die Untermenschen hinabschauen können.
  • Der Abschluss der eigenen Gruppe, die feindliche Haltung gegenüber Nicht-Gruppenmitgliedern und die Überzeugung, nicht nur im Besitz der Wahrheit, sondern auch von göttlicher Gnade auserwählt zu sein, manifestiert sich in offenem Hass gegenüber Nicht-Gruppenmitgliedern, der sich in Einschüchterung von und Gewalt gegen Nicht-Gruppenmitgliedern äußert. Der Schritt in den Terrorismus ist damit vollzogen:

Ein Leser hat uns dieses Photo geschickt.

Seinen Inhalt werden manche als Einzeltat abzutun versuchen, aber ist es das wirklich? Ist vorstellbar, dass dieser Satz “Tötet die Ungeimpften” in einer gesellschaftlichen Atmosphäre, in der Ungeimpften Respekt entgegengebracht wird, einem “Aktivisten” einfällt, der sich dann die notwendige Sprühfarbe beschafft, um Plakate mit seiner Nachricht zu besprühen? Oder ist ein solcher Auswuchs nicht das Ergebnis des Prozesses, den wir oben beschrieben haben, eines Prozesses, für den die Mitglieder der Bundes- und Landesregierungen ebenso die Verantwortung tragen, wie die kleinen Helfershelfer, von denen wir gestern berichtet haben, die vor Ort die Schmutzarbeit erledigen, so wie es einst die kleinen Persönchen im Dritten Reich getan haben?

Die Schritte, die in den Fundamentalismus führen, und dass die Impf-Kampagne von Fundamentalismus und nicht von Verstand getragen ist, davon kann man angesichts der unzähligen Arbeiten, die die (1) Unnötigkeit einer COVID-19-Impfung, (2) die Schädlichkeit einer COVID-19-Impfung und die (3) Nutzlosigkeit einer COVID-19-Impfung belegen, ausgehen, diese Schritte kann man wie folgt zusammenfassen:

  • Verabsolutierung des eigenen Glaubens, der durch eine “höhere Instanz” sanktioniert werden muss und einen umfassenden Geltungsanspruch hat: Nur COVID-19-Impfung ist in der Lage, eine Rückkehr zum normalen Leben zu ermöglichen. Nur wenn sich alle impfen lassen, kann SARS-CoV-2 beseitigt werden.
  • Der eigene Glaube ist Wahrheit, die als Basis einer Gruppenbildung dient, die wiederum eine Radikalisierung und Abschätzigkeit gegenüber Andersdenkenden und vor allem gegenüber liberalem Gedankengut mit sich bringt: Alle, die der Effektivität und Notwendigkeit von COVID-19-Impfungen widersprechen und die Behauptung, SARS-CoV-2 sei ein Killervirus mit Fakten widerlegen, sind CovIdioten, mit denen nicht gesprochen werden darf, die ausgegrenzt werden müssen.
  • Die eigene Gruppe wird überhöht, als mit einer höheren Weihe versehen dargestellt, andere werden von diesem Standpunkt aus als Feinde oder Untermenschen dämonisiert. Der Glaube an die eigene Mission ist so intensiv, dass er den Drang, die vorhandene Ordnung zu verändern, so stark werden lässt, dass gewaltsame Aktionen daraus resultieren. Im derzeitigen Klima, in dem Hysteriker nicht nur von sich denken, weil sie geimpft sind, hätten sie die Welt gerettet, sondern von Ungeimpften denken, dass sie eine Gefahr für ihr Leib und Leben darstellen, muss man kein Prophet sein, um Gewalt gegen Ungeimpfte vorherzusagen. Die Verordnungen zum Schutz vor Neuinfektionen sind bereits eine Form von Gewalt gegen Ungeimpfte, denn sie diskriminieren und schließen diese von der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben aus. Wollen sie dennoch teilhaben, werden sie mit Gewalt entfernt. Der Schritt in den Staatsterrorismus ist somit bereits erfolgt. Und wo ein Staat die Grundlage für Terrorismus einer gesellschaftlichen Gruppe gegen eine andere gelegt hat, dauert es in der Regel nicht allzu lange, bis sich Beseelte einfinden, die terroristische Anschläge ausführen.

Das alles ist vor allem für uns, die wir die Freiheit der 1970er und 1980er Jahre erlebt haben, sehr deprimierend, aber letztlich muss man auch feststellen, dass Gesellschaften, deren Mitglieder nicht für ihre Freiheit eintreten, dafür kämpfen, deren Mitglieder sich im Gegenteil von Polit-Kaspern gegeneinander instrumentalsieren lassen, vielleicht auch keine Freiheit verdienen?



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