Politische Korrumpierung der Wissenschaft: Wie Politiker sich Legitimation für ihre Spleens beschaffen: vom Klimawandel bis zu Gender Studies

Ministerien und Ämter, die sich genehme Studien an Hochschulen bestellen.
Ministerien, die ihnen genehme Studiengänge (wie die Gender Studies) an Hochschulen installieren und fördern.
Ministerien, die Programme auflegen, um die Vergabe von Positionen an Hochschulen nach ihrem Willen zu beeinflussen.
Internationale Organisationen, wie die Europäische Union, die ihre eigene Forschung an Hochschulen finanzieren.
Stiftungen, die von Ministerien finanziert werden und einen Teil dieser Finanzierung benutzen, um ihrerseits genehme Studien an Universitäten zu beauftragen.

Medien, die die produzierten Studien willig aufnehmen und als Wahrheit oder Stand der Forschung darstellen und verbreiten, ohne auch nur auf die Idee zu kommen, die Qualität der Auftragsforschung auch nur in Zweifel zu ziehen.

Im Gegenteil: Mutige Einzelkämpfer, Wissenschaftler, die die angeblichen wissenschaftlichen Ergebnisse in Frage stellen oder kritisieren, werden entweder in den Mainstream-Medien lächerlich gemacht, als Verschwörungstheoretiker oder Spinner hingestellt oder ihre kritischen Einwände werden gleich gar nicht erst berichtet.

Die Entwicklung ist erschreckend.

framingDie Politisierung der Wissenschaft hat dazu geführt, dass Wissenschaftler zu Vasallen der Politik verkommen sind, die in vorauseilendem Gehorsam den Klimawandel beschwören, die gegen Rechtsextremismus agitieren, die dem Sozialismus das Wort reden, die Studenten zu politischen Aktivisten und Claqueuren erziehen, die über keinerlei Urteilsvermögen mehr verfügen; ganz zu schweigen von den Methoden der wissenschaftlichen Erkenntnis und der Überprüfung der entsprechenden Erkenntnis.

Die Wissenschaft liegt danieder. Der Eindruck drängt sich auf.
Denn der Treibstoff von Wissenschaft ist Kritik, ist Widerspruch.
Aber Kritik und Widerspruch sind nicht erwünscht, werden von den Dogmatikern und religiösen Fanatikern, die sich an Hochschulen breit gemacht haben, rigoros bekämpft.

Wer Kritik an den Gender Studies übt, z.B. in dem er darauf hinweist, dass die Gender Studies nichts von dem haben, was ein wissenschaftliches Fach eigentlich auszeichnet, der ist ein Frauenfeind, ein Anti-Feminist oder ein Maskulist.

Wer Kritik an der hysterischen Geldverschwendung im Bereich des gegen Rechts gerichteten universitären Aktivismus übt, der wird als Rechtsextremist oder als Rechten-Versteher abgekanzelt.

Wer die herrschende Meinung in der Archäologie in Zweifel stellt und behauptet, die Sphinx sei deutlich älter als von Mainstream-Wissenschaftlern behauptet, der wird aus der Wissenschaft gemobbt und isoliert.

Wer es wagt, das Narrativ vom menschengemachten Klimawandel in Frage zu stellen, der wird öffentlich in einer Weise hingerichtet, die keinen Zweifel daran lässt, dass das, was als Wissenschaft verkauft werden soll, das, was Politiker benutzen, um ihre politische Agenda mit wissenschaftlicher Legitimation zu versehen, gar nichts mit Wissenschaft zu tun hat, denn: Wissenschaft lebt von Kritik und Widerspruch.

Ein Wissenschaftler, dessen Theorie über Klimawandel kritisiert wird, würde sich darüber freuen, denn sein Herz hängt nicht so sehr an seiner Theorie, als an der Erklärung des Phänomens. Deshalb hat er seine Theorie aufgestellt: Um ein Phänomen zu erklären. Kritik an seiner Theorie ist ihm also willkommen, kann er doch durch Kritik und nachfolgende Prüfung, entweder eine Schwachstelle seiner Theorie beseitigen oder seine Theorie gegen die Kritik verteidigen. In beiden Fällen geht seine Theorie gestärkt aus der Kritik hervor.

Das ist die Systematik von Wissenschaft, die Systematik, die von Politikern und ihren pseudo-wissenschaftlichen Helfershelfern unterdrückt werden soll, deren Ziel nicht darin besteht, ein Phänomen mit einer Theorie zu erklären, sondern sich einer Theorie zu bemächtigen, sie für wahr zu erklären und vor den Karren der eigenen Interessen zu spannen. Politik hat Wissenschaft als Legitimationsbeschaffer entdeckt. Kein politischer Spleen, für den sich nicht wissenschaftliche Legitimation beschaffen ließe, also Legitimation dadurch, dass man sich einen Wissenschaftler kauft, der die gewünschten Ergebnisse auch zusammenklaubt und bereit ist, sie zu präsentieren.

Wissenschaft wird von Politik korrumpiert.

Wie sehr Politiker auf die Wissenschaft zugreifen, zeigt sich nicht nur in der Vielzahl der Auftragsstudien, die zu gewünschten Ergebnissen kommen, wie dies z.B. bei der Junk Studie aus Göttingen der Fall war, die pflichtschuldig den Rechtsextremismus zum ostdeutschen Problem erklärt hat. Der Übergriff zeigt sich besonders deutlich im Bereich der Drittmittel. In der folgenden Abbildung haben wir die Entwicklung der Drittmittel, die von Bund, der EU oder Stiftungen aufgewendet werden, um Forschung an Hochschulen zu finanzieren und zu beeinflussen, dargestellt. Das Wachstum spricht für sich: Die Größenordnung der Mittel, mit denen Ministerien und andere Institutionen des Bundes (und der Länder) Auftragsforschung an Hochschulen finanzieren hat sich im Vergleich der Jahre 2002 und 2015 mehr als verdoppelt: Um 127% sind die Drittmittel, die von Bundesinstitutionen stammen, angewachsen: 822 Millionen Euro im Jahr 2002 stehet 1.857 Millionen Euro im Jahr 2015 gegenüber.

Einflussnahme auf Hochschulen Drittmittel

Auch die EU hat die Nützlichkeit von Hochschulen, wenn es darum geht, die eigene Politik mit pseudo-wissenschaftlicher Legitimation zu versehen, entdeckt. Die Mittel, die aus der EU an deutsche Hochschulen fließen, haben sich im Vergleich der Jahre 2002 und 2015 mehr als verdreifacht, von 222 Millionen Euro um Jahr 2002 auf 712 Millionen Euro im Jahr 2015. Auch Stiftungen, oft genug selbst aus öffentlichen Mitteln gefördert, Stiftungen wie die Amadeu-Antonio-Stiftung, bezahlen Wissenschaftler dafür, Gutachten oder Expertisen zu erstellen, die sich nie dadurch auszeichnen, den Interessen und den verkündeten Wahrheiten der entsprechenden Stiftungen zu widersprechen. Von 220 Millionen Euro auf gut 470 Millionen Euro sind die Mittel angewachsen, die aus Stiftungen an Hochschulen fließen.

Das macht eindrücklich klar, warum die institutionalisierte Wissenschaft mehr und mehr zu einem Sprachrohr und Legitimationsbeschaffer der Politik geworden ist und warum die Forschung letztlich am Boden liegt.

Einer der Professoren, die diesem staatlichen Treiben nicht mehr länger zusehen wollen, ist der Professor für Meteorologie Richard Lindzen, der, wenn man so will, einer der führenden Klimawissenschaftler ist. Er war u.a. Sloan Professor of Meteorology am MIT (Massachusetts Institute of Technology) und ist heute Fellow bei CATO. Dort hat er auch eine Reihe von Vorträgen gehalten, in denen er beschreibt, wie die Politik die Wissenschaft korrumpiert hat, um den Mythos des menschengemachten Klimawandels zu befördern. Lindzen, der mit seiner Ansicht, dass Klimawandel nicht oder nicht nennenswert menschengemacht ist und auch nicht zum Ende des Planeten führen wird, beileibe nicht alleine steht, ist einerseits einer der Wissenschaftler, deren Ansicht, Kritik und Forschungsergebnisse in den wissenschaftsfeindlichen Mainstream-Medien unterdrückt werden. Andererseits ist er aufgrund seiner Prominenz einer der Wissenschaftler, die sich zunehmen Gehör verschaffen, und es auch finden.

Wir haben uns bei Lew Rockwell einen Hinweis auf zwei Beiträgen Lindzens ausgeliehen und geben beide Beiträge hier wieder.

Im ersten Beitrag, einem kuren Ausschnitt aus einem Interview mit Lindzen, berichtet er, wie politischer Druck die Klimaforschung zerstört und nach seiner Ansicht um einige Generationen zurückgeworfen hat, dadurch, dass Forschung unterdrückt wird und nur Forschung zugelassen wird, die im Einklang mit der Klimawandel-Religion steht.

Im zweiten Beitrag, einem Vortrag bei CATO, führt Lindzen die Mechanismen auf, die nach seiner Ansicht dazu geführt haben, dass die Wissenschaft korrupt geworden ist. Dabei spielt die Aufblähung der Verwaltungen eine wichtige Rolle, denn Administratoren entwickeln ein Interesse an der Sicherung ihres Arbeitsplatzes. Insofern muss man sich nicht wundern, wenn Verwaltungsbeamte, deren Arbeitsplatz davon abhängt, dass es einen menschengemachten Klimawandel gibt, alles tun, um Forschung, die das Gegenteil belegt, zu unterdrücke und aus dem öffentlichen Diskurs herauszuhalten.

Lügen-Uni Marburg? Vom Umgang mit Andersdenkenden

Derzeit geht die Meldung durchs Internet, die Universität Marburg habe den Evolutionsbiologen Prof. Dr. Ulrich Kutschera von der Universität Kassel, der im Studium Generale einen Vortrag mit dem Titel “Evolutionstheorien 2016 und der kreationistische Grundtypen-Glaube” halten sollte, wieder ausgeladen und den Vortrag abgesagt.

Und in der Tat findet sich eine entsprechende “Information der Präsidentin der Philipps-Universität Marburg, Prof. Dr. Katharina Krause zur Absage des Vortrags von Prof. Dr. Ulrich Kutschera beim Studium Generale” mit dem folgenden Wortlaut im Internet:

Marbugr Kutschera Absage“Das Präsidium hat dem Organisator des Studiums Generale im Sommersemester 2016 empfohlen, den Vortrag von Prof. Dr. Ulrich Kutschera zum Thema „Evolutionstheorien und der kreationistische Grundtypen-Glauben“ (geplant am 13.4.) abzusagen, weil zu befürchten ist, dass der Vortrag nicht der Intention des Studiums Generale gerecht worden wäre, Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung in einer für die Öffentlichkeit verständlichen Form zu vermitteln. Insbesondere die Intention des Auftaktvortrags, in das Thema Evolution insgesamt einzuführen, schien dem Präsidium nicht erreichbar, da Herr Kutschera in jüngerer Zeit vor allem wegen seiner sehr polarisierenden Position zur Genderforschung wahrgenommen wird. Es war zu erwarten, dass sein Vortrag dazu führen würde, dass das zentrale Thema des Studiums Generale „Evolution“ in den Hintergrund gerät.

Grundsätzlich versteht sich die Philipps-Universität als ein Raum für freie Forschung und Lehre und für den offenen wissenschaftlichen Diskurs. Dieser verlangt Respekt vor anderen Meinungen und Menschen, unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft oder Religion. Die Universität Marburg ist sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Sie fördert Vielfalt und Gleichstellung, sie tritt ein für die produktive Zusammenarbeit zwischen den Wissenschaftsdisziplinen und den Dialog mit allen Gruppen der Gesellschaft. Wechselseitige Diffamierungen schaden der Wissenschaft und dem Dialog der Disziplinen über die Fächergrenzen hinweg. Die Universität kann daher nicht akzeptieren, dass bestimmten wissenschaftlichen Disziplinen, wie beispielsweise den Gender Studies, generell die Kompetenz und Legitimität abgesprochen wird.”

Lassen wir die Heuchelei und die Absurdität, dass Vertreter einer Universität von sich behaupten, sie seien “für einen offenen wissenschaftlichen Diskurs” und dies dann gleich damit unter Beweiss stellen, dass sie eben diesen Diskurs verweigern, wenn er sich gegen den derzeitigen Fetisch richtet, um den einige angebliche Wissenschaftler tanzen, die Gender Studies, einmal unbewertet. Wir werden uns den “Informationen der Präsidentin” in einem weiteren Beitrag widmen.

An dieser Stelle wollen wir die Stellungnahme von Prof. Dr. Ulrich Kutschera veröffentlichen, den wir gestern Abend in Stanford, California, erreicht haben, wo er sich derzeit und wieder einmal als Visiting Scientist an der University of California aufhält. Aus der Stellungnahme von Prof. Dr. Ulrich Kutschera geht eindeutig hervor, dass die “Informationen der Präsidentin” der Universität Marburg falsch sind. Sie sind entweder bewusste Falschaussagen, also Lügen oder das Ergebnis eines Versuches, Gesicht zu wahren, bei dem man es mit der Wahrheit nicht so genau genaommen hat.

Hier das Statement von Prof. Dr. Ulrich Kutschera:

“Freiwillige Absage – gegenstandslose Ausladung.

13297-0 Genderparadoxon KutscheraAm 18. Maerz hatte mir der einladende Kollege und Organisator der Marburger Evo-Vortragsreihe, Herr Prof. Rensing, mitgeteilt, dass es Proteste aus der Gender- Zunft und von gewissen ASTA-Vertretern geben wird– man plane Protestaktionen gegen den Bio-Boesewicht aus Kassel.

Als Grund wurde u.a. mein verhasstes Fachbuch “Das Gender-Paradoxon. Mann und Frau als evolvierte Menschentypen, 2016” angefuehrt. Da ich mich, als international ausgewiesener Life Scientist und Lehrbuchautor, nicht von politisierenden Sozial-Konstruktivisten, die keine Ahnung von den Prinzipien physiologisch-evolutionsbiologischer Forschung haben, oeffentlich beleidigen lasse, habe ich am 19. Maerz meinen Marburger Einfuehrungsvortrag abgesagt— die nachgeschobene “Ausladung” ist eine Farce.

Diskussionen mit Moneyistisch indoktrinierten Gender-Religioten sind genauso sinnlos wie Gespraeche mit Junge-Erde-Kreationisten. Fuer beide Sektierer-Gruppen gibt es keine objektiven Fakten, alles sei nur sozial konstruiert, die Evolution sei auch nur ein Mythos usw. Biologen u.a. Naturforscher werden als irregeleitete Ideologen abqualifiziert. Gender-Kreationisten vertreten somit ein irrationales, vor-Darwin’sches, konservativ-reaktionaeres Weltbild, d.h. das Dogma vom “erschaffenen Grundtypen-Unisexmenschen”- Urvater John Money, der als paedophiler Kinderschaender in die Geschichte eingegangen ist, laesst gruessen.

Ich stehe hinter jeder Zeile , die ich im Gender-Paradoxon geschrieben habe und betrachte die Marburger “Ausladung” als weiteren Beweis fuer meine These, dass der Moneyismus eine dogmatisch-pseudowissenschaftliche Sekten-Ideologie ist, die von jedem vernunftbegabten Menschen zurueckgewiesen werden sollte.

Prof. U. Kutschera, Visiting Scientist, Stanford, California 94305, USA

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Der Wissenschaft einen Bären-Dienst erwiesen: Klaus Bade rezensiert Thilo Sarrazin

Vorweg: Klaus J. Bade ist ein verdienter Migrationsforscher, einer der wenigen alten und kenntnisreichen Professoren, die Deutschland in diesem Feld vorzuweisen hat. Eigentlich hat Bade so viele Verdienste, dass er es nicht nötig hätte, Zugeständnisse an den politisch korrekten Zeitgeist zu machen. Dennoch hat er eine Rezension zum neuen Buch von Thilo Sarrazin  “Der neue Tugendterror” geschrieben, die aus unserer Sicht besser nicht geschrieben worden wäre.

MigazinDie Renzension, veröffentlicht in “MiGAZIN – Integration und Migration in Deustchland” ist lang. Wer sie lesen will, muss einige Zeit mitbringen und sich durch das MiGAZIN klicken. Die Renzension, geschrieben von dem Wissenschaftler Klaus J. Bade ist darüber hinaus keine Rezension, denn es fehlen ihr die Kennzeichen, die eine Rezension auszeichnen: die Darstellung von Aufbau und Inhalt des rezensierten Werkes, die Einordnung in das Themenfeld und abschließend eine Abwägung der Stärken und Schwächen des Buches, das rezensiert worden ist.

Die Struktur, die Bade im Buch von Sarrazin gleich zu Anfang seiner Rezension bemängelt, die “so verschachtelt [sein soll], dass der Autor immer wieder mit lästigen langen gliedernden Hinweisen, Ankündigungen und Rückbezügen, den roten Faden hochhalten muss”, diese Struktur fehlt in der Renzension von Bade gleich ganz. An die Stelle der Beschreibung dessen, was man sich zu rezensieren vorgenommen hat, tritt die für Leser höchst ärgerliche ständige Bewertung des Gelesenen. Dementsprechend erfährt jemand, der das Buch von Sarrazin nicht kennt, zwar nicht was Sarrazin schreibt, aber er merkt sehr schnell, wie Bade das, was Sarrazin schreibt, bewertet, etwa wenn er davon schreibt, Sarrazin habe sein Buch “zusammengequält”, vom “beleidigten und beleidigende[n] Autor” spricht, Sarrazin einen “neokonservativ argumentierenden Möchtegern-Sozialphilosoph[en]” nennt, ihm “mitunter auch beleidigende Erregungen des stachelmimosigen Angreifers” unterstellt, die sich dann wohl in “zusätzlichen Scheinbelegen”, “argumentativen Winkelzügen” und “schwurbelklar” im Buch des “sture[n] Exeget[en] seiner bekannten Behauptungen” niederschlagen, der einer “Kultur des Beleidigtseins” huldigt, seine “Gemeinde demagogisch bestärken möchte”, der als “Kulturrassist …, auf der von ihm selbst erzeugten Woge” “surft”, und sich als “Martyrer der Wahrheit” aufspielt und sich seinen Lesern als “dankbarer, nur von ihnen in verschworener Gemeinschaft Geretteter” andient.

Was bezweckt Bade mit dieser Lawine affektiver Begriffe? Was treibt ihn, Thilo Sarrazin nicht mit Argumenten zu begegnen, sondern mit Emotion, mit affektiver Erregung, die ihn selbst zu dem qualifiziert, was er doch Sarrazin vorwirft zu sein, nämlich zum beleidigten Beleidiger. Die unnötige Verpackung der Rezension in einen Wust von Bewertungen, die den Leser nach kurzer Zeit abstoßen, sofern er auf der Suche nach Information über das Buch von Sarrazin war, wird vor dem Hintergrund, dass sich Bade, der ein Buch geschrieben hat, in dem er die Sarrazin-Debatte zusammenfasst, von Sarrazin übergangen wähnt, peinlich. Mehrfach kommt Bade darauf zurück, dass er in Sarrazins neuem Buch nicht zitiert sei, ja er nutzt seine Rezension des Buches von Sarrazin sogar zu einem “Exkurs in eigener Sache zum Dreifachgift DDD: Diffamierung, Denunziation und Demagogie”

Beim Lesen des so überschriebenen Absatzes stellt sich dem Leser dann zwangsläufig die Frage, in welcher Beziehung der “Exkurs in eigener Sache” zum “Dreifachgift DDD” steht, insbesondere wenn Bade abermals beklagt, nicht einmal in einer Fussnote von Sarrazin sei sein Buch genannt, um dann eine Passage aus einem Zeitungsinterview mit Sarrazin zu zitieren, die “schlicht das Gegenteil der Wahrheit” darstelle und von der er überzeugt ist, dass es zu einem “Shitstorm animieren soll”.

Kritik und GewaltMan hat spätestens hier das ungute Gefühl, dass Bade Sarrazin zu einen mit fast mystischen Kräften ausgestatteten Orchestrierer öffentlicher Meinung aufplustert, der zudem und unterstützt von fiesen Kumpanen wie den Blogs “Politically Incorrect” oder der “Achse des Guten” und dem allgegenwärtigen Henryk M. Broder, eine große Zahl tumber und auf jede Äußerung ihres Meistern wartende Riege von Deppen befehligt, die darauf warten, auf den Kriegspfad zu wechseln. Dass Bade sich genötigt sieht zu betonen, dass es zu seinem Buch “eine Flut von durchweg positiven Reaktionen” gab, obwohl er sich dieser Einheitsfront der, wie er sie nennt, Kulturrassisten gegenüber sieht, verschiebt die Peinlichkeit dann lediglich in die Kategorie der Verschwörungstheorie, deren Existenz man im Kopf eines empirisch tätigen Wissenschaftlers nicht unbedingt vermutet hätte und wenn schon, dann hätte man nicht unbedingt erwartet, dass er sie äußert.

Und über diesen persönlichen Animositäten, Ängsten und Stilisierungen, die die Rezension von Bade kaum lesbar und in Teilen peinlich machen, geht das Wenige verloren, das Bade selbst als Argumente gegen Sarrazin anführt, nämlich, dass die Einwanderungsfakten, die Sarrazin berichtet, falsch sind, weil z.B. “die von ihm andernorts nur als ‘Armutwanderung’ und damit als Gefahr für den Wohlfahrtsstaat registriert Zuwanderung aus Rumänien (‘Nah- und Mittelost’) zu knapp der Hälfte aus Qualifizierten und zu fast einem Viertel aus Hochqualifizierten besteht” oder dass die Äußerungen von Sarrazin über z.B. Muslime weitgehend auf nicht haltbaren Annahmen über Kollektivmentalitäten und entsprechende Verhaltensdispositionen basieren, die die Forschung schon von Jahrhunderten als falsch erwiesen hat.

Es ist schade, dass Klaus J. Bade seine eigenen Argumente derart in einem Meer von persönlichen Angriffen, Einschüben aus persönlicher Kränkung oder aus Ärger ertränkt, und es es vor allem schade, dass er, Wissenschaftler, der er nun einmal ist, seine wissenschaftliche Ausbildung vergisst, und Sarrazins Aussagen nicht mit Fakten und Argumenten zu widerlegen sucht, sondern mit affektiven Behauptungen und zum Teil haarsträubenden Kommentaren, wie sie sich vor allem im hinteren Teil der Rezension finden, der der Auseiandersetzung mit Sarrazins These des “Tugendterrors” gewidmet ist. Wir zitieren hier eine kurze Passage unkommentiert. Es spricht für sich, dass alles, was Bade zu dem, was Sarrazin schreibt, einfällt, eher in den neuesten Asterix und Obelix gepasst hätte, als in eine ernsthafte Rezension:

“Und so entstand im Reich des „Tugendterrors“, den die Gleichheitsideologie antreibt, ratzfatz „ein recht hermetischer Code des Guten, Wahren und Korrekten, der große Teile der Medienklasse dominiert.“ (S. 35) Das alles hat natürlich auch seine psychologische Note, denn es gibt, besonders beim „Furor der Skandalisierung“, eine „gefühlsgesteuerte Selbstgewissheit bei den beteiligten Medien und der Öffentlichkeit.“ (S. 113) Sarrazin weiß sowas, denn er berichtet ja aus der Sicht des Opfers.

Und noch einen Hieb drauf: Sarrazin raunt, „dass aktuell eine herrschsüchtige, ideologisierte Medienklasse ganz informell und ohne großen Plan zusammenwirkt mit einer opportunistischen und geistig recht wenig profilierten Politikerklasse.“ (S. 183) Das wurde an den geistigen Stammtischen des gebildeten Bürgertums schon immer so geahnt und wird nun endlich von hoher Warte aus bestätigt. Man wird es sich vergrößern und an die Badezimmertüre hängen.

„Der Gleichheitswahn ist zu einer dominierenden Strömung in unserer Gesellschaft und insbesondere in den Medien geworden“, weiß Sarrazin und tritt noch einmal drauf: „Getrieben wird der Gleichheitswahn vom utopischen Überschuss einer Medienklasse, die zu großen Teilen eine komplexe Wirklichkeit, die sie kaum kennt und nur in Bruchstücken versteht, einseitig unter der Brille einer bestimmten moralischen Sicht betrachtet. In der menschlichen Geschichte waren jene immer schon die Schlimmsten, die aus einem Teilverständnis der Wirklichkeit unhaltbare Theorien fütterten und daraus „Erkenntnisse“ zogen, nach denen sie die Welt umgestalten wollten.“ (S. 343) Volltreffer. Mehr geht eigentlich nicht.

TugendterrorAber es gibt noch klarere Positionsbekenntnisse. Hier kommt dann der „Neidfaktor“ ins Spiel, besonders bei diesen schlimmen Journalisten: „Eine ganze Bewusstseinsindustrie in den Medien, bei den Verbandsvertretern und bei allen Politikern mit ‚linker‘ Tradition arbeitet in diese Richtung. Durch unsinnige und tendenziöse Behauptungen verwirren und desinformieren sie jene Mehrheit der Bürger, die mit Zahlen nichts am Hut haben. Dadurch wird dann ein Klima geschaffen, von dem politische Parteien glauben, sie könnten mit Mehrbelastungen für die ‚Reichen‘ bei den Wählern punkten.“ (S. 254) Plump, der Lektor war wohl gerade nicht da.”

Wenn sich Wissenschaftler nur noch durch diese Art von in derogativer Absicht hingeworfenen Kommentaren zu helfen wissen, dann kann man nur Schlimmes erahnen und den Letzten bitten, das Licht auszumachen.

Im Übrigen haben wir auf ScienceFiles einige Netzwerke und Zusammenhänge zwischen Politik und Medien aufgedeckt, die belegen, was Sarrazin behauptet. Nur weil es von Sarrazin kommt, muss es also nicht falsch sein. Und auch wenn man wie wir und wie Bade weiß, dass Sarrazins Thesen über Migration und das Aussterben der Deutschen falsch sind und von keiner empirischen Evidenz gedeckt werden, und auch wenn man Sarrazin wegen dieser Thesen nicht mag, heißt das nicht, dass alles, was von ihm kommt, deshalb falsch sein muss. Gerade von einem Wissenschaftler wie Klaus J. Bade hätte man eine entsprechende Fähigkeit zwischen Person und Aussage zu differenzieren, erwartet.

Und vielleicht hätte man auch erwartet, dass sich ein Wissenschaftler wie Bade die Frage stellt, ob es vielleicht gerade Passagen wie die zitierten sind, die das Buch von Sarrazin Absatz finden lassen oder, anders formuliert, was wohl die Ursache dafür ist, dass Klaus J. Bade und über eine Million anderer Leser, sein erstes Buch gekauft haben.

Der folgende Kommentar stammt von Heike Diefenbach, die während ihrer Zeit an der Universität mehrfach mit Klaus J. Bade zu tun hatte. Der Kommentar wurde von MiGAZIN nicht veröffentlicht. Dort ist anscheinend ein Kulturrassismus oder vielleicht besser: ein Jubelrassismus am Werk, der keine kritischen Stimmen zulässt. Folglich veröffentlichen wir den Kommentar auf ScienceFiles.

sciencefiles“Wie immer man auch zu den Thesen von Sarrazin steht und wo immer seine Thesen durch die Realität wiederlegt werden, und so sehr ich Herrn Bades Lebensleistung in Sachen Migrationsforschung schätze und immer geschätzt habe, so muss man sich von dieser Rezension doch sehr betroffen zeigen, wenn es einem um die Sache und nicht um die Ideologie oder das “Bekennertum” für das Eine oder das Andere geht. Und ich bin sehr negativ betroffen von dem Stil, in dem die Rezension verfasst ist und davon, dass man aus ihr eher wenig über das Buch erfährt, dafür aber um so mehr darüber, was Herr Bade von Herrn Sarrazin hält. Man beurteilt ein Buch und die in ihm geäußerten Thesen aber nicht danach, was man von dem Autoren hält – das stellt einen logischen Fehlschluss ad hominem dar und ist schlicht keine anständige und gebildete Form der Auseinandersetzung. So ist es z.B. nicht akzeptabel, jemanden in einer Rezension als Möchtegern-Sozialphilosophen zu betiteln, und wenn man das tut, dürfte man sich nicht wundern, wenn man selbst als Möchtegern-Rezensent bezeichnet würde, denn das Verfassen von Rezensionen ist eine Tätigkeit, die einige Verantwortung bedeutet und daher ihre Regeln hat. Sie dient nicht dazu, die eigene Ablehnung der Person des Autoren zu äußern. Und es ist auch völlig egal, ob Herr Sarrazin “Geld machen” möchte oder nicht; offenbar ist ein Buch, mit dem jemand Geld verdient, stark nachgefragt, und wenn man nicht selbst als beleidigter Polit-Avantgardist gelten will, dann sollte man nicht suggerieren, dass schlecht oder falsch sein muss, was durch die anscheinend dumme Masse nachgefragt wird. Es gibt weiß Gott bessere Argumente gegen Sarrazins Thesen, und Herr Bade hat sie doch auch. Ich verstehe nicht, wie er eine solche ihm unwürdige Rezension verfassen konnte. Als eine langjährige Bewunderin seiner Arbeit bin ich von seinem Text überaus enttäuscht.”

Nachtrag:
Wir wollen unseren Lesern den neuesten Kommentar, selbst wenn (oder gerade weil ?) er etwas schleimig ist, der sich zu Bades Rezension auf MiGAZIN findet, nicht vorenthalten. Er zeigt, dass es nicht darum geht, etwas zu lesen und fair zu behandeln, sondern darum, etwas niedermachen zu können ohne es gelesen zu haben. Die Realität an deutschen Universitäten ist nicht mehr erschreckend, sondern mehr als erschreckend.

Prof. Dr. Birgit Ammann sagt:
26. Februar 2014 um 15:40
Lieber Herr Bade,
vielen herzlichen Dank für diese ausführliche und sorgfältige Rezension!
Wenige Blicke ins Buch, bestätigen zwar den altbekannten Ansatz, vielen von uns fehlt leider die Zeit adäquat auf Herrn Sarrazins neueste Publikation zu reagieren. Gerade auch unseren Studierenden haben wir hiermit etwas zu bieten, was Hand und Fuß hat. Also nochmal allerbesten Dank!

Holtkamps Erzählungen: In Magdeburg ist die Welt noch in Ordnung

Die Ratsherren in Magdeburg werden sich freuen, sind sie doch gerade als letzte aus einem Ranking hervorgegangen, das die Heinrich-Böll-Stiftung finanziert und das Lars Holtkamp und Elke Wiechmann durchgeführt haben.

Fernuni HagenHoltkamp besetzt an der Fernuniversität Hagen einen Lerhstuhl und beschäftigt sich mit Fragen der Kommunalpolitik und der kommunalen Verwaltung. Wiechmann ist seit 2008 akademischer Rat am Lehrstuhl für Politik und Verwaltung von Lars Holtkamp an besagter Fernuniversität Hagen. Beide haben sich seit 2008 zusammengetan, um für die Heinrich-Böll-Stiftung ein Genderanking zu erstellen.

Man kann also getrost feststellen, dass Holtkamp und Wiechmann Wasserträger der Heinrich-Böll-Stiftung sind und am deutschen Genderwerk mitarbeiten. Als Wissenschaftler, der sich mit Kommunalpolitik beschäftigt, wird es Holtmann vielleicht bekannt sein, dass Parteien um so erfolgreicher sind, je mehr lokale Gliederungen sie errichten können. Lokale Gliederungen sind notwendig, um Präsenz vor Ort zu demonstrieren und das Wort zu verbreiten: Damit Unbeteiligte den Eindruck haben, das, was eine bestimmte Partei von sich gibt, sei auch lokal von Relevanz und falle auch lokal auf fruchtbaren Boden.

Black oilMit Ideologien ist es, wenig überraschend, wie mit Parteien. Auch sie bedürfen derjenigen, die das Wort verbreiten, die sich als Wasserträger in den Dienst der großen Sache stellen, sei es die Sache der Bundespartei, sei es die Sache beliebiger Ideologen. Dass es Genderisten in Deutschland gelungen ist, sich in Gremien und Ämtern festzusetzen, dass es gelungen ist, Genderisten auf Kosten von Steuerzahlern zu mästen, sie auf Kosten von Steuerzahlern in Posten zu hieven und sie über die unterschiedlichsten Netzwerke, die kaum jemand mehr überschauen kann, querzufinanzieren, ist der Tatsache zu verdanken, dass es eine Reihe von intellektuellen Wasserträgern gegeben hat und gibt, die die Nachricht der Genderisten: Frauen sind benachteiligt, landauf und landab verkünden und mit der Verkündung einen gewissen Obolus verdienen.

Holtkamp und Wiechmann gehören zu dieser Klasse von Multiplikatoren, die ihre Aufgabe darin sehen, die Gender-Botschaft (vor allem) an den Mann zu bringen. Holtkamp und Wiechmann sind mehr als das. Sie sehen sich als Aufpasser. Aufpasser treten dann auf den Plan, wenn eine Ideologie mit einem totalitären Anspruch sich in einer Gesellschaft festgesetzt hat. Beispiele sind die Politkommissare Lenins und Stalins, die nahezu jeden Lebensbereich penetriert haben, die IMs der ehemaligen DDR sind ein anderes Beispiel, die Wasserträger des Genderismus sind das jüngste Beispiel.

Aufpasser wachen darüber, dass die heiligen Worte der Gender-Botschaft auch auf den Buchstaben genau umgesetzt werden und wenn sie es nicht werden, dann sind es die Aufpasser, die eine Hierarchie der Eskalation begründen, die je nachdem, wie etabliert die entsprechende Ideologie bereits ist und je nachdem, wie totalitär ihre Herrschaftsmethoden bereits sind, vom öffentlichen Anprangern, über öffentliche Sanktionen bis hin zu rigideren Maßnahmen reichen.

Um dieses Zusammenspiel zu verdeutlichen, muss man sich nur daran erinnern, dass die Bundesregierung in ihrer “Nationalen Strategie zur gesellschaftlichen Verantwortung” die Möglichkeit vorsieht, Unternehmen, die sich nicht an die entsprechenden Vorgaben der so genannten Corporate Social Responsibilty halten, von öffentlichen Ausschreibungen auszuschließen. Natürlich ist das Ganze harmloser formuliert: “Die Bundesregierung wird das Kriterium der Nachhaltigkeit in der öffentlichen Beschaffung festigen und weiterentwickeln. Mit der im Gesetz zur Modernisierung des Vergaberechts (2009) geschaffenen Neuregelung können öffentliche Auftraggeber zusätzliche Anforderungen in sozialer und ökologischer Hinsicht an Auftragnehmer stellen, wenn diese in sachlichem Zusammenhang mit dem Auftragsgegenstand stehen” (31). Ob man bald nur noch öffentliche Aufträge erhält, wenn z.B. die Frauenquote eingehalten ist?

Zu Durchsetzung einer Ideologie, die einen totalen Geltungsanspruch hat und keinerlei Toleranz oder Akzeptanz für Abweichung aufbringt, sind Aufpasser entsprechend wichtig. Holtkamp und Wiechmann sind solche Aufpasser. Sie verteilen Fleißkärtchen an die Guten und keine Fleißkärtchen an die nicht-Guten, und zwar im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung.

In diesem Sinne haben die beiden das Genderranking 2013 veröffentlicht, und zwar zu einem idealen Zeitpunkt, wie Sabine Drews, Referentin für Kommunalpolitik und Stadtentwicklung bei der Heinrich-Böll-Stiftung feststellt, finden doch 2014 eine Reihe von Kommunalwahlen statt, die genutzt werden können, “um die Gleichstellung bei kommunalen Mandaten voranzubringen”.

HBS_logo_de_390x53Totalitäre Ideologien wie der Genderismus haben noch ein weiteres Merkmal, das sie eindeutig identifiziert: Sie verkünden das Heil und begründen nichts. Der Anteil der Frauen in kommunalen Ämtern hat dem der Männer zu entsprechen oder ihn zu übertreffen. Warum? Ja, warum? Weil die Genderisten es so wollen? Weil am weiblichen Wesen kommunale Finanzen genesen sollen? Weil es an sich gut ist, wenn Frauen überall beteiligt sind? Niemand weiß es. Niemand hat sich bislang dafür interessiert, welchen Nutzen ein höherer Frauenanteil für kommunale Politik bringt: Sind Kommunen mit mehr Frauen in Ratssesseln höher oder weniger verschuldet? Geht mit einem steigenden Frauenanteil eine schlechtere oder bessere Kommunalpolitik einher? Niemand weiß es und niemand interessiert sich dafür, denn es geht darum, die fixe Idee der Genderisten in die Tat umzusetzen.

Nicht einmal Wissenschaftler, die Holtkampf und Wiechmann doch sein wollen, interessieren sich für das Warum. Sie tun brav und artig, was ihnen aufgetragen wurde, sammeln den Frauenanteil für 79 Kommunen und erstellen ein Ranking. Wozu erstellen sie dieses Ranking, wenn sich damit keinerlei fassbarer, empirischer Nutzen verbinden lässt? Die Antwort ist eindeutig: Das Ranking hat eine Prangerfunktion. Die, die von der Vorgabe der heiligen Genderschrift abweichen, sollen öffentlich gemacht und bloßgestellt werden. Die beiden Wissenschaftler von der Fernuni Hagen finden offensichtlich nichts dabei, sich am Gendertreiben zu beteiligen und dafür alle Werte, die Wissenschaft auszeichnen, sei es die theoretische Fundierung, sei es die empirische Relevanz, die letztlich Erkenntnisgewinn ist, zu verleugnen.

Und sie sehen sich nicht nur als Aufpasser, sie machen sich auch zum Richter über die Städte, für die sie nichts anderes erhoben haben, als die Anzahl von Frauen in kommunalen Ämtern:

“Siegerin in unserem aktuellen Genderranking ist die Stadt Trier. 2008 lag die Stadt noch auf Platz 47 im ersten Genderranking. Nun sind 45,5% Frauen im Trierer Stadtrat vertreten. Das liegt insbesondere daran, dass die SPD und die Grünen ihre Frauenquoten übererfüllen. Auch in den Spitzen dominiert die Geschlechterparität. So sind 50% der Fraktionsvorsitzenden und sogar zwei Drittel der Dezernent/innen weiblich. Die Klassenletzte des dritten Rankings ist die Stadt Magdeburg. Hier sind Frauen in Führungspositionen eine Rarität. Alle Beigeordneten sind hier Männer, alle Fraktionsvorsitzenden sind Männer, und auch die 13 Ausschussvorsitze werden mit 12 Männern und lediglich einer Frau besetzt. Selbst der Vorsitz und der stellvertretende Vorsitz des Ratsausschusses für Familie und Gleichstellung werden von Männern bekleidet. Von modernen Gleichstellungsnormen sind die lokalen Parteien in Magdeburg also noch weit entfernt” (11-12).

Inhaber wissenschaftlicher Positionen sind sich wieder einmal nicht zu schade dafür, die ideologische Drecksarbeit zu machen. Sie sind wieder einmal in erster Reihe, wenn es darum geht, Bewertungen ohne jegliche empirische, dafür aber mit ideologischer Relevanz zu machen. Sie verkünden die frohe Botschaft der Parität von Männlein und Weiblein, von der Wissenschaftler doch angeben können sollten, wofür sie überhaupt gut ist und welchen Nutzen sie z.B. einer Kommune zu bringen im Stande ist, und merken dabei nicht einmal, dass die Parität dann, wenn zwei Drittel der Dezernenten weiblich sind, durchaus nicht eingehalten ist.

Ja, wenn man sich wie Holtkamp und Wiechmann in höherem Auftrag ereifert und nicht in so bodenständigen Angelegenheiten wie wissenschaftlicher Methode oder empirischem Nutzen unterwegs ist, dann merkt man nicht einmal, dass es auch kein Indiz für eine moderne Gleichstellunsgnorm wäre, wenn Frauen den Vorsitz des Ratsausschusses für Familie und Gleichstellung in Magdeburg besetzen würden. Das wäre eher Ausdruck einer doch gänzlich traditionellen Gleichstellungsnorm, aber es wäre im Einklang mit den Genderismus, denn der ist in keiner Weise modern, so wenig modern, wie es die totalitären Systeme vor ihm waren.

MagdeburgInhaber wissenschaftlicher Positionen verteilen Noten und Bewertungen in unglaublich arroganter und gänzlich undemokratischer Manier, denn ein Mandat dafür, ein Genderanking zu erstellen, haben sie ebensowenig wie sie eine Begründung dafür vorweisen können, warum ein höherer Anteil von Frauen in kommunalen Spitzenpositionen einen Nutzen für die davon betroffene Stadt haben soll. Aber so ist das eben mit Ideologen: Sie haben eine Sendung, einen Auftrag, keine Gründe. Sie verkünden das Gute und welcher Nutzen damit einhergeht, nun, das ist eine Frage, auf die sie in ihrem Sendungsbewusstsein bislang noch nicht gestoßen sind. Aber selbst wenn Holtkamp und Wiechmann darauf gestoßen wären, hätten sie es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht thematisiert, warum? Prostituierte wenden sich ja auch nicht gegen Freier… Aber vielleicht hätte sie der fehlende Nutzen auch gar nicht gestört, nämlich dann nicht, wenn bei Ihnen die Gesinnung an die Stelle wissenschaftlicher Lauterkeit getreten ist.

Die Top-Ten des invertierten Genderranking sieht übrigens wie folgt aus:

  1. Magedeburg
  2. Duisburg
  3. Recklinghausen
  4. Mönchengladbach
  5. Bergisch-Gladbach
  6. Krefeld
  7. Regensburg
  8. Göttingen
  9. Solingen
  10. Salzgitter

Rede stehen und Verantwortung übernehmen: Was sagen eigentlich die Verantwortlichen an Universitäten zum Professorinnenprogramm?

ProfessorrinnenprogrammWir nehmen heute eine Fehlstelle in Angriff, eine offensichtliche Fehlstelle, deren Vorhandensein wir zwar regelmäßig betont, aber die zu schließen wir bislang nicht versucht haben. Die Fehlstelle lässt sich am besten mit dem Kennwort “Schweigen” beschreiben: Das Schweigen in der Wissenschaft, das Schweigen der Verantwortlichen, die gute Miene zum Professorinnenprogramm, die Dekane, Rektoren und Präsidenten von Universitäten aufsetzen, wenn es darum geht, Männer an Universitäten zu diskriminieren. Wir wollen diesen Verantwortlichen nunmehr Gelegenheit geben, sich öffentlich zu äußern und gegenüber den Steuerzahlern, die sich als Leser auf ScienceFiles einfinden, Rechenschaft über die Verwendung von Steuermitteln abzulegen.

Dazu schreiben wir sukzessive die Verantwortlichen der Ausschreibungen an, die unter der Blacklist Männerdiskriminierung zu finden sind und bitten Sie, eine kurze Mail, die aus 14 Fragen besteht, zu beantworten. Die Antworten werden wir auf ScienceFiles veröffentlichen. Die Fragen gibt es unten als PDF zum Herunterladen, falls einer der vielen Uni-Mitarbeiter, die hier mitlesen, den Drang verspüren sollte, das Anschreiben an seinen Dekan ans schwarze Brett seines Fachbereichs oder der Universität zu hängen.

unikielUni_MannheimDie beiden ersten, die wir angeschrieben haben, sind der Dekan der Philosophischen Fakultät an der Universität Mannheim, Dr. Matthias Kohring, der für die Ausschreibung einer W3-Professur für anglistische Literatur- und Kulturwissenschaft verantwortlich zeichnet und der Dekan der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Dr. Ulrich Stephani, der für die Ausschreibung einer Vorgriffsprofessur für “Prävention und Versorgung in der Zahlheilkunde” verantwortlich ist.

Hier nun das Anschreiben im Korpus, die konkreten Anschreiben an Matthias Kohring und Ulrich Stephani können durch einen Click auf deren Namen heruntergeladen werden.

Sehr geehrter …,

ScienceFiles.Logo.short.newwir, Dr. habil. Heike Diefenbach und Michael Klein, betreiben das Wissenschaftsblog “ScienceFiles”. ScienceFiles ist ein Blog, das u.a. der Aufrechterhaltung wissenschaftlicher Standards, der Verbreitung der wissenschaftlichen Methode und der Sicherung wissenschaftlicher Freiheit und Lauterkeit gegen ideologisch motivierte Eingriffe in die Wissenschaft verpflicht ist. Mit dieser Agenda haben wir es zur Nummer 1 unter den deutschen Wissenschaftsblogs geschafft und erreichen täglich und im Durchschnitt mehr als 2000 Leser.

Unserer Agenda entsprechend betrachten wir das Professorinnenprogramm, an dem sich auch ihre Universität beteiligt, als groben Eingriff in die wissenschaftliche Freiheit und vor allem als Beseitigung des meritokratischen Prinzips, auf dem Universitäten gebaut sein sollten.

Nun sind wir der Methode der Kritik verpflichtet und entsprechend jederzeit bereit, unsere Bewertungen und Faktenbeschreibungen zu prüfen. Daher führen wir derzeit eine empirische Erhebung unter den Verantwortlichen deutscher Universitäten durch, die sich am Professorinnenprogramm beteiligen, um ihnen die Gelegenheit zu geben, ihre Beteiligung und den damit verbundenen Verbrauch von Steuergeldern nicht nur den Lesern von ScienceFiles zu erklären.

Deshalb haben wir auch Sie angeschrieben. Sie zeichnen für die Ausschreibung einer … Professur verantwortlich, die im Rahmen des Professorinnenprogramms gefördert werden soll. Vor diesem Hintergrund bitten wir Sie, die folgenden kurzen Fragen zu beantworten.

  • Sie schreiben Stellen mit dem Zusatz, “eine Förderung im Rahmen des Professorinnenprogramms ist vorgesehen” aus. Das bedeutet, damit die Stelle aus dem Professorinnenprogramm gefördert werden kann, muss ein weiblicher Bewerber berufen werden. Dazu die folgenden drei Fragen:
    1. Finden Sie es männlichen Bewebern gegenüber fair, Sie darüber im Unklaren zu lassen, dass Sie als Staffage dienen, um der Ausschreibung den Anstrich der Legitimität zu geben?
    2. Haben Sie die Befürchtung, dass hervorragende männliche Bewerber, die den Verweis auf das Professorinnenprogramm verstehen, von einer Bewerbung abgeschreckt werden, sich auf die Bewerbung letztlich nur zweite Wahl bewirbt, Sie somit mit sub-optimalen Kandidaten und letztlich Professoren enden werden?
    3. Glauben Sie, dass die Tatsache, dass weibliche Bewerber für den Fachbereich “kostenlos” sind, während männliche Bewerber sich mit den sonstigen Professuren am Fachbereich um die Mittel streiten müssen, einen Einfluss auf das Geschlecht des Bewerbers hat, der letztlich berufen wird?
  • Im Rahmen des Professorinnenprogramms werden “Vorgriffsprofessuren” ausgeschrieben. Vorgriffsprofessuren stellen Professuren dar, die neben einer bereits existierenden Professur und für denselben Bereich eingerichtet werden. Ziel ist es, dass die Inhaberin der Vorgriffsprofessur in einigen Jahren die Professur des zumeist männlichen Inhabers ersetzt, die sie bis dahin doppelt. Vorgriffsprofessuren kommen nur zu Stande wenn ein weiblicher Bewerber auf die Vorgriffsprofessur berufen wird. Mit anderen Worten: ein männlicher Bewerber kann eine Vorgriffsprofessur nicht besetzen.
    1. Finden Sie es männlichen Bewerbern gegenüber, die diesen Mechanismus nicht durchschauen, verantwortbar, sie Zeit, Geld und Hoffnungen in eine Bewerbung setzen zu lassen, die sie in keinem Fall erfolgreich beenden können?
    2. Finden Sie die Praxis, Vorgriffsprofessuren auszuschreiben, den Steuerzahlern gegenüber verantwortbar, die genötigt werden, zwei Professoren zu bezahlen, um unnötiger Weise ein Fachgebiet zu doppeln?
    3. Können Sie mit ihrem Gewissen vereinbaren, dass Ausschreibungen offiziell an beide Geschlechter gerichtet werden, aber nur weibliche Bewerber überhaupt die Chance haben, auf die ausgeschriebene Stelle berufen zu werden?
    4. Stellen Sie mit Ausschreibungen, die unter der Agenda des Professorinnenprogramms stattfinden nicht die Finanzierung ihres Instituts über die Gerechtigkeit bei Berufungsverfahren?
  • Universitäten sind eine Stätte des Erkenntnisgewinns und dienen der Produktion von Wissen. Als solche sind sie dem meritokratischen Prinzip verbunden, das besagt, dass derjenige, der die beste Leisung erbringt, z.B. auf eine Stelle berufen werden soll.
    1. Wo sehen Sie einen Zusammenhang zwischen dem Geschlecht eines Bewerbers und der Leistung des Bewerbers?
    2. Wie rechtfertigen Sie es, einen Zusammenhang zwischen dem Geschlecht eines Bewerbers und seiner Berufung herzustellen?
  • Das Professorinnenprogramm wird u.a. damit legitimiert, dass behauptet wird, Frauen würden durch männliche Seilschaften am beruflichen Aufstieg, hier an der Besetzung einer ausgeschriebenen Stelle gehindert.
    1. Was halten Sie von dieser Legitimation?
    2. Kennen Sie konkrete Fälle, in denen Frauen, die sich auf eine Professur beworben haben, durch die Berufungskommission benachteiligt wurden? Wenn ja, können Sie den Fall bitte kurz skizzieren?
    3. Kennen Sie konkrete Männer, die in Berufungskommissionen sitzen oder saßen und verhindern bzw. verhindert haben, dass Frauen wegen ihres Geschlechts berufen werden oder wurden?
    4. Wie viele Bewerbungen von Frauen hatten Sie auf eine beliebige Professur, die in den letzten drei Jahren an ihrem Fachbereich ausgeschrieben wurde, wie viele Bewerbungen waren von Männern?
  • Im Rahmen des Professorinnenprogramms wird behauptet, dass nur dann ein weiblicher Bewerber berufen werde, wenn er auch fachlich der beste Bewerber ist.
    1. Benötigt es eine besondere Förderung dieser besten weiblichen Bewerber durch ein Professorinnenprogramm? Oder würde nicht das herrschende meritokratische Prinzip dazu führen, dass der beste Bewerber ungeachtet seines Geschlechts berufen wird?
    2. Wie sehen Sie vor diesem Hintergrund den Einsatz von Steuermitteln in Höhe von zweimal 150 Millionen Euro, um weibliche Bewerber in Positionen zu befördern?

Als Inhaber eines Lehrstuhls, der seine Position doch sicherlich auf Grundlage seiner Leistung und somit als Funktion des meritokratischen Prinzips erzielt hat, gehen wir davon aus, dass Ihnen unsere Fragen ebenso am Herzen liegen wie uns.

Wir und die Leser von ScienceFiles freuen uns daher auf Ihre Antworten.

Mit freundlichen Grüßen,
Dr. habil. Heike Diefenbach
Michael Klein

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