Wie man Diskriminierung auf Twitter erfindet: Gender Junk Science

Immer wenn man denkt, man hätte den Gender-Blödsinn hinter sich, kommt ein Nachzügler und erfindet eine neue Diskriminierung von Frauen, und die Frauen-Netzwerke, die von Steuerzahlern ausgehalten werden, sie verbreiten den Unfug. Letzte und diese Woche wurde über eine vermeintliche Studie von Nikki Usher, Jesse Holcomb und Justin Littman diskutiert, heftig diskutiert, vor allem auf Twitter und in diversen Blogs.

Wir haben den Blog von Christian Schmitt verlinkt, weil dort die Diskussion mit dem meisten Gehalt zu finden ist.

Usher, Holcomb und Littman, die man zu den institutionalisierten Wissenschafts-Darstellern zählen muss, die mangels eigener Ideen versuchen, auf dem Genderzug mitzufahren und eine Benachteiligung von Frauen zu erfinden, haben just das getan: eine Benachteiligung von Frauen erfunden.

Und zwar auf Twitter.

Daten für Journalisten aus den USA haben sie gesammelt, Follower, verifizierte Accounts, Retweets und dergleichen, für 1.299 männliche und 993 weibliche Journalisten. Und dann haben die Autoren auf Grundlage von rund 200.000 Tweets  und einer (wie sie wohl glauben) geheimgehaltenen Zahl von Re-Tweets und Replies untersucht, ob Tweets von weiblichen Journalisten seltener zu Replies und Re-Tweets führen als Tweets von männlichen Journalisten.

Für die, die Twitter unkundig sind: Ein Tweet ist eine 280 Zeichen lange Zeichenfolge, mit mehr oder weniger Sinn. Jeder Nutzer von Twitter kann anderen Nutzern folgen und hat Nutzer, die ihm folgen (follower). Ein Re-Tweet erfolgt, wenn ein Nutzer einen Tweet von einem anderen Nutzer an seine Follower verbreitet. Eine Reply ist eine Antwort auf den Tweet eines anderen Nutzers.

Usher, Holcomb und Littman, die sich nicht entblöden, am Ende ihres Beitrags zu schreiben, dass sie schon bevor sie die Forschung unternommen haben, wussten, was dabei herauskommen würde („we knew from the outset, that there was, indeed, a statistically significant gender imbalance …“ 14), stürzen sich auf Tweets, Replies und Re-Tweets von US-amerikanischen Journalisten und finden genau das, was sie vorab schon wussten, dass sie es finden würden: ein feindliches und giftiges (hostile und toxic) Umfeld, in dem Frauen diskriminiert werden. Eigentlich ist Junk, wie der, den Usher, Holcomb und Littman unter die Leser bringen, keiner weiteren Betrachtung wert. Eigentlich müsste sich jeder Leser mit noch vorhandenem gesundem Menschenverstand an den Kopf fassen und sich darüber wundern, wer heutzutage alles frei herumlaufen darf.

Aber, es hat sich eine heftige Auseinandersetzung um diesen Junk entsponnen, so dass wir uns fast genötigt sehen, auch ob der vielen Hinweise, die uns erreicht haben, dazu etwas zu schreiben.

Der Beitrag mit dem Titel „Twitter Makes It Worse: Political Journalists, Gendered Echo Chambers and the Amplification of Gender Bias” besteht aus viel Text, der um etwas, was man nur als Erstklässer-Statistik bezeichnen kann, angeordnet ist. Die Erstklässer-Statistik ist rein deskriptiv, kommt überhaupt nicht im Bereich bivariater Statistik an und erlaubt somit auch nicht die Schlüsse, die die Autoren ziehen wollen. Aber das macht nichts, denn die Tabellen sind sowieso nur vorhanden, um den Eindruck zu vermitteln, man habe etwas gerechnet.

Auf Seite 10 von 17 Textseiten und nach viel Geschwall findet sich die erste Tabelle, ohne jeden Hinweis darauf, was die lustigen Zahlen in der Tabelle eigentlich darstellen. Das haben auch die Autoren zwischenzeitlich vergessen. Entsprechend ist ihnen Tabelle 1 nur der Erwährung aber nicht mehr wert.

Es folgen drei Tabellen, in denen ausschließlich Zeilenprozente (für Männer und Frauen) berichtet und die Ergebnisse vollkommen sinnloser Chi-Quadrat-Tests dargestellt werden, die wiederum zeigen sollen, dass es einen statistisch signifikanten Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Journalisten im Hinblick auf diverse Twitter-Aktivitäten gibt. Das hätte man, wenn rund 60% der Twitter-Nutzer, von denen die Autoren Daten bezogen haben, männlich sind, auch ohne Chiquadrat-Test phi-mal-Daumen feststellen können, aber dazu muss man natürlich rudimentäre Vorstellungen von Statistik haben. Die haben Usher, Holcomb und Littman mit ziemlicher Sicherheit nicht.

Ihre Unbeholfenheit ist dafür der beste Beleg. Sie berichten in Tabelle 2, dass 64,4% der „original Tweets“ in ihrem Datensatz, was auch immer das sein mag, von männlichen Nutzern / Journalisten stammen. 35,6% stammen von weiblichen Nutzern / Journalisten. Wenig überraschend ist der Chiquadrat-Wert sehr hoch und bei .995 signifikant. Bei den verifizierten Nutzern von Twitter, also den Nutzern, denen Twitter auf Basis unbekannter Kriterien eine „öffentliche Position“ zubilligt, ergibt sich ein anderes Bild: 56% der männlichen und 51,4% der weiblichen Nutzer haben von Twitter einen verifizierten Account erhalten. Überproportional viele weibliche und unterproportional viele männliche Nutzer relativ zur Anzahl der originalen Tweets und relativ zum Anteil von 56,7% männlichen Nutzern im Datensatz der Autoren und 43,3% weiblichen Nutzern haben einen von Twitter verifizierten Account, also einen Account, dem Twitter mehr Wichtigkeit als anderen Accounts zuweist, was dazu führt, dass Tweets von den entsprechenden Accounts eher angezeigt werden. .

Mit der Herstellung solcher Relationen, wie wir es gerade getan haben, mit dem Vergleich von mehr als zwei Variablen sind die Autoren aber offensichtlich und hoffnungslos überfordert, vermutlich deshalb, weil sie nur Gender denken können, und Gender zu denken, macht bekanntlich dumm. Nur so kann man erklären, dass die Autoren das soeben berichtete Ergebnis, das klar zeigt, dass die Verifikation von Nutzern durch Twitter offensichtlich einen Bias zu Gunsten von weiblichen Nutzern hat, gerade umgekehrt interpretieren und lamentieren, dass es Frauen ja nicht in der Hand hätten, ihren Status bei Twitter zu verifizieren, ganz so als hätten Männer das in der Hand. Aber dazu kommen wir noch.

Tabelle 3 soll angeblich zeigen, dass männliche Nutzer eher auf männliche Nutzern antworten und weibliche ignorieren. Abermals berichten die Autoren Zeilenprozente und berechnen vollkommen unnötige Chi-Quadrat-Werte um zu suggerieren, dass weibliche Nutzer / Journalisten ja so benachteiligt seien, auf Twitter. Dieses Mal haben sie aber die Rechnung ohne die Statistik gemacht, denn ihr Manipulationsversuch scheitert an ihrer eigenen Unkundigkeit.

Nehmen wir die Ergebnisse, die die Autoren „erschreckend“ finden. Männliche Journalisten im Datensatz haben in den zwei Wochen, für die Daten vorhanden sind, in 91,5% der Fälle auf Tweets von männlichen Nutzern / Journalisten geantwortet (in 8,5% auf Tweets von weiblichen Nutzern / Journalisten), während weibliche Journalisten in 27,9% der Fälle auf Tweets von männlichen Nutzern / Journalisten geantwortet haben (in 72,1% auf die Tweets von weiblichen Nutzern / Journalisten).

Shocking oder Unsinn?

Schockierender Unsinn.

Zwar haben die Autoren es peinlich vermieden, Ns (also die Grundgesamtheit ihrer Tabelle) anzugeben und verstecken sich, wie alle, die manipulieren oder lügen wollen, hinter Prozentwerten, aber, wie gesagt, sie haben unvorsichtigerweise den Wert für Chiquadrat und das Signifikanzniveau angegeben. Beides genügt, um die Anzahl der Fälle, auf die sich die Prozentzahlen beziehen, ziemlich genau zu berechnen:

Ergebnis: Auf 33.810 Tweets männlicher Nutzer / Journalisten gab es eine Antwort und auf 2.990 Tweets weiblicher Nutzer. Die Grundgesamtheit sieht also wie folgt aus:

Von 36.800 Tweets, auf die eine Antwort erfolgte, stammten 91,9% von männlichen Nutzern / Journalisten und 8,1% von weiblichen. 91,5% der männlichen Nutzer haben auf einen Tweet von einem männlichen Nutzer geantwortet, 8,5% auf einen Tweet von einem weiblichen Nutzer. Mit anderen Worten, der Anteil der Antworten männlicher Nutzer auf Tweets von weiblichen Nutzern entspricht fast genau dem Anteil entsprechender Tweets. Im Gegensatz zu männlichen Nutzern tendieren weibliche Nutzer dazu, sich im Weibchen-Ghetto einzuschließen und überproportional auf Tweets von weiblichen Nutzern zu antworten. Vielleicht haben sie ja Angst, sich gegenüber männlichen Kollegen mit einer dummen Antwort zu outen?

Wie dem auch sei, davon, dass männliche Nutzer / Journalisten, weibliche Nutzer / Journalisten links liegen lassen würden, kann keine Rede sein. Diese Aussage wird zudem durch die Daten gestützt, die die Autoren in Tabelle 4 veröffentlicht haben und ebenfalls fehlinterpretieren, ob aus Boshaftigkeit, Opportunismus oder Unfähigkeit, sei einmal dahingestellt.

Die Tabelle basiert auf 28.254 Re-Tweets. Abermals verschweigen die Autoren die Grundgesamtheit der Tabelle. Abermals haben wir das Datum über den Chi-Quadratwert und das Signifikanzniveau errechnet. 8,3% der Tweets, die weiterverbreitet werden, stammen von weiblichen Journalisten / Nutzern, 25,8% davon werden von männlichen Nutzern / Journalisten weiterverbreitet.

Kurz: Wenn man die Datengrundlage, auf der Usher, Holcomb und Littman ihre Ergebnisse gewonnen haben wollen, rekonstruiert, dann ergibt sich das Gegenteil der Ergebnisse, die die Autoren ihren Lesern aufbinden wollen. Männliche Journalisten / Nutzer verbreiten Tweets von weiblichen Journalisten / Nutzern überproportional häufiger und antworten auch überproportional häufiger auf deren Tweets als weibliche Journalisten / Nutzer.

Wir haben dieses quantitative Ergebnis errechnet, um zu zeigen, dass die Autoren bewusst oder aus Unfähigkeit heraus, lügen. Neben diesem quantitativen Ergebnis gibt es natürlich noch gewichtige qualitative Einwände, denn:

Nicht jeder Tweet hat auf Twitter zu jeder Zeit dieselbe Wahrscheinlichkeit Re-tweeted zu werden. Manche verschwinden einfach in der Versenkung und niemand weiß warum. Schon diese Einsicht reicht, um die Ergebnisse von Usher, Holcomb und Littman unabhängig von der Tatsache, dass sie ihre Behauptungen auf eine Fehlinterpretation ihrer eigenen Daten stützen, in die Mülltonne zu stopfen.

Aber es gibt noch einen ganz anderen Grund.

Die Idee von Twitter ist, dass man sich zwar kurz, aber dennoch mit Gehalt mitteilt. Ob die wenigen Zeichen dazu reichen, darüber kann man sich streiten, aber man muss konstatieren, dass ein Tweet, der für viele interessant ist, den viele amüsant finden, der einen Inhalt hat, der von vielen für wichtig angesehen wird, der provokativ ist, eine höhere Wahrscheinlichkeit hat, eine Antwort herauszufordern und verbreitet zu werden als ein Hausfrauentweet, der die Gesundheit der Enkelkinder zum Gegenstand hat.

Ergo muss man aus den Ergebnissen von Usher, Holcomb und Littman den Schluss ziehen, dass die meisten interessanten, provokanten, witzigen oder einfach gehaltvollen Tweets von männlichen Nutzern / Journalisten stammen.

Das hat mit Diskriminierung und toxischer und feindlicher Umgebung überhaupt nichts zu tun. Twitter wird, so muss man selbst für Journalisten annehmen, von Personen bevölkert, die aufgrund eines eigenen Willens zu einer entsprechenden Entscheidung fähig sind. Die Ergebnisse, die die Autoren so furchtbar finden, stellen das Ergebnis dieser Entscheidungen dar. Das werden selbst die Autoren akzeptieren müssen, so wie sie akzeptieren müssen, dass nicht jeder Beitrag, der es in eine wissenschaftliche Zeitschrift schafft, deshalb zu einem wissenschaftlichen Beitrag wird. Manche sind eben Junk, so wie der Beitrag von Usher, Holcomb und Littman.

Sozialwissenschaftlich ist der Beitrag also Junk. Literaturwissenschaftlich kann man den Beitrag als Ausdruck eines hohen Maßes an Phantasie ansehen, allerdings muss man psychologisch anmerken, dass die Borniertheit des Geistes, die darin zum Ausdruck kommt, dass ein Vorteil von Frauen als Nachteil interpretiert wird, weil die Autoren geistig oder ideologisch nicht flexibel genug sind, ihr Ziel, einen Nachteil zu finden, aufzugeben, wenn sie eben keinen finden, auf eine Persönlichkeitsstörung hinweist, wie man sie bei Genderisten häufig findet, weshalb das letzte Wort in dieser Angelegenheit ein Psychiater sprechen sollte.

Usher, Nikki, Holcomb, Jesse & Littman, Justin (2018). Twitter Makes it Worse: Political Journalists, Gendered Echo Chambers and the Amplification of Gender Bias. International Journal of Press/Politics. DOI: 10.1177/1940161218781254

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Alte faule Männer … Die Gesinnungsforschung ist wieder Junk Science geworden

Wie kommt man auf die Idee, die Frage, wer bei Rentnern, also bei Personen über 65 Jahren wie viel Hausarbeit macht zu untersuchen? Welche wissenschaftliche Erkenntnis kann man aus einer solchen Forschung gewinnen?

Keine. Und weil man keine wissenschaftliche Erkenntnis daraus gewinnen kann, deshalb ist es keine wissenschaftliche Forschung, sondern Gesinnungsforschung, mit der sich wissenschaftlicher Nachwuchs, im vorliegenden Fall der Doktorand Nicholas Adjei, dem man beim Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) einen Doktortitel verschaffen will, hofft andienen zu können. Er versucht, die armen Frauen, die selbst im Alter noch mit der Hausarbeit von ihren Männern alleine gelassen werden, wie er suggerieren will, politisch-korrekt und vor allem verbal zu retten und sich damit einen Karrieredienst zu erweisen. Wenn Andienen, das Verbreiten von Langeweile und vollständige Phantasielosigkeit die Eigenschaften sind, die eine Karriere befördern, dann ist Adjei ein „high fligher“.

Hat er doch Folgendes entdeckt:

„Bei der Auswertung zeigte sich ein deutliches Bild. Während die Frauen im Schnitt etwa fünf Stunden mit Hausarbeit verbrachten, hielten sich die Männer zurück. Sie arbeiteten im Schnitt nur drei Stunden im Haushalt“, sagt Nicholas Adjei, Doktorand in der Abteilung Prävention und Evaluation am BIPS und Erstautor der Studie. „Bei der Art der Hausarbeit gibt es deutliche Unterschiede. Frauen beschäftigen sich im Schnitt fast 220 Minuten täglich mit Kochen, Einkaufen und Putzen – Männer dagegen nur knapp 90 Minuten. Bei Gartenarbeiten und handwerklichen Tätigkeiten zeigt sich ein umgekehrtes Bild. Hier sind Männer fast 70 Minuten täglich aktiv, Frauen dagegen nur knapp 40 Minuten.“

Der politische Andienschluss, von dem sich Adjei Brownie-Punkte erhofft, er lautet:

„Eine gleichmäßigere Verteilung aller Hausarbeiten auf Frau und Mann könnte also durchaus sinnvoll und fair sein.“

Es gibt vermeintliche Forschungen, die kann man mit einem einzigen Blick auf die Verteilung der verwendeten Variablen als Junk Science entlarven. Das, was aus dem Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in die wissenschaftliche Welt emittiert wird und die wissenschaftliche Luft belastet, es hat diese Qualität.

Jeder Leser wird uns sicherlich zustimmen, dass Arbeit dann, wenn man sie teilen kann, schneller erledigt ist. Weil zwei vergleichbare Arbeit schneller erledigt haben als einer kann man annehmen, dass in einem Einpersonenhaushalt die eine Person mehr Zeit für Kochen, Reinigen und Einkaufen (das zählt Adjei als Hausarbeit) aufwenden muss, als zwei Personen, die sich diese Arbeit teilen können. Einer reinigt, während der andere einkauft, beide kochen zusammen.

Zustimmung allenthalben?

Gut.

41,6% der Frauen im Sample von Adjei leben alleine, aber nur 18,2% der Männer. D.h. gut ein Viertel mehr Frauen als Männer muss die gesamte Arbeit alleine erledigen, weil ihr Mann schon verstorben ist oder sie aus anderen Gründen alleine sind. Entsprechend ist es kein Wunder, wenn Frauen insgesamt mehr Zeit für Kochen, Reinigen und Einkaufen aufwenden als Männer, weil viel mehr Frauen als Männer diese Tätigkeiten alleine erledigen müssen, weil sie nämlich alleine leben.

Damit ist das Ergebnis, das Adjei so großspurig verkündet und der Schluss, den er mit Blick auf die Fairness zu ziehen können glaubt, gerade geplatzt wie eine Seifenblase, so dass man die Frage, wie es sich denn mit der Lebensarbeitszeit im Hinblick auf Fairness verhält, gar nicht stellen muss. Die Frage, wie Hausarbeit zwischen zwei Partnern verteilt wird, hat übrigens gar nichts mit der Frage zu tun, ob eine gleiche Verteilung fair ist (Die Vorstellung, dass etwas, das gleichverteilt ist, damit automatisch fair verteilt wurde, ist an Dummheit kaum zu überbieten). Aber diese Feststellung überfordert Adjei vermutlich. Bei ihm reicht es allen Anscheins nach nur dazu, sich als Trittbrett-Genderlamentierer zu verdingen und viel Geld für keine Erkenntnis zu verschwenden.

Wie lebt man eigentlich in dem Bewusstsein, Geld von Steuerzahlern zu verschwenden, um sich anzudienen? Wie steht es hier mit der Fairness? Ist es fair, Steuergeld für sinnlose Forschung zu verschwenden, für das normale Bürger zuweilen in Nachtschicht arbeiten müssen oder für das sie Tätigkeiten ausführen müssen, die dazu führen, dass Adjei sie nicht mehr befragen kann, weil sie nämlich bereits und infolge eines anstrengenden Arbeitslebens verstorben sind. Kann man es rechtfertigen, Junk wie den von Adjei auf dem Rücken dieser Menschen zu finanzieren?

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Intellektuelle Zeitbomben von Genderterroristen

Die Überschrift geht auf Dr. habil. Heike Diefenbach zurück, die das ständige Berieseln der Öffentlichkeit mit Gender-Trash als Form von Terrorismus und Folter ansieht, mit denen normale Menschen in ihrer Denkfähigkeit beeinträchtigt und in ihrer intellektuellen Klarheit bedroht werden sollen. Gender-Terroristen wollen also dadurch, dass Sie die Abgründe an Dummheit und Unsinn, zu denen die Betätigung des neuronalen Netzwerks, das Menschen mitgegeben ist, führen kann, als Zeitbomben platzieren, die jederzeit von einem naiven oder dummen oder naiv-dummen Journalisten zur Explosion gebracht werden können, unter denen, die noch klaren Verstandes sind, Angst und Schrecken verbreiten, in der Hoffnung, sie um den Verstand zu bringen und zur Beute der Genderista machen zu können.

Soviel als Vorrede.

Erinnern Sie sich noch an den Rohrkrepierer #4GenderStudies, der kurz vor Weihnachten das Ansehen der Gender Studies retten sollte, als gäbe es da etwas zu retten?

Als Folge davon finden sich noch eine Reihe intellektueller Zeitbomben im Internet, deren Sprengkraft geeignet ist, noch den letzten Rest von Glauben daran, dass Gender Studies und Intelligenz doch nicht vollständig inkompatibel sind, zu Staub zerbröseln zu lassen.

Die folgende intellektuelle Zeitbombe, die unser Team der Gender-Bombenentschärfung gerade unschädlich gemacht hat, hat uns ein Kommentator geschickt. Sie stammt aus dem Projekt “Gendergerechter Technikjournalismus”, das sich die Hochschule Rhein-Sieg leistet, offenbar in der Annahme, es gebe keine Reputation, die damit zerstört werden könnte. Susanne Keil und Nina Kim Leonhardt haben es zu verantworten.

“Die angehenden Technikjournalistinnen und –journalisten sollen lernen, Technik multimedial und gut verständlich zu vermitteln. Zugleich erwarten wir von ihnen eine kritische Begleitung neuer technischer Entwicklungen. Sie sollen ihren Userinnen und Usern dabei helfen, die Bedeutung künstlicher Intelligenz für die Gesellschaft einzuschätzen, aber auch erklären, wer wieviel Geld in welche technischen Entwicklungen investiert und welche Interessen damit verbunden sind.

Die Gender Studies helfen mit ihrem analytischen und kritischen Blick dabei, genau diese Fragen zu stellen und zu beantworten: Exemplarisch für viele andere Kategorien, die unsere Gesellschaft strukturieren, zeigen sie: Nicht jede technische Entwicklung kommt gleichermaßen Jungen und Alten, Menschen aus unterschiedlichen Kulturen oder Männer und Frauen zugute. Und diejenigen, die Forschungsgelder in Technik investieren, tun dies nicht immer zum Wohle aller Mitglieder einer Gesellschaft.

Auf einer pragmatischen, durchaus wirtschaftlich nutzbaren Ebene können die Gender Studies aber auch dabei helfen, Deutschland innovativer zu machen und das Potenzial und die Ideen von Frauen dabei zu nutzen.”

Booom.

Das war eine kontrollierte Explosion dieses intellektuellen Sprengstoffs, in dem allen Ernstes verbreitet werden sollte, dass wir den Gender Studies die Erkenntnis verdanken, dass nicht jede technische Entwicklung gleichermaßen Alt und Jung und Menschen aus verschiedenen Kulturen und Männer und Frauen zu gute kommt.

Wer hätte das gedacht?
Sie?
Nun, die Besitzer von Pferdedroschgen, die sich mit der Einführung des Automobils in ihrer Existenz gefährdet gesehen haben, hatten sicher keine Idee davon, dass ihnen diese technische Neuerung zunächst einmal nicht zu gute kommt. So wenig wie die männlichen Erfinder des Telefons eine Idee davon hatten, dass Ihr Instrument zur Fern-Kabelübertragung von Sprache unmittelbar von zumeist weiblichen Quasselstrippen, übernommen und zum Schaden aller, deren kurzes Gespräch am Besetzzeichen scheitert, monopolisiert wird.

Oder man denke an die Erfindung der Reproduktionstechnologie, die es noch den letzten Unfruchtbaren ermöglicht, ihren Kinderwunsch auf Kosten der Allgemeinheit umzusetzen. Gut, dass es die Gender Studies gibt und wir derartige Einsichten nunmehr haben, nun nach mehreren tausenden von Jahren, die vergangen sind, seit sich die Ägypter bei Kadesch (1274 v. Chr.) um ihren Pharao Ramses II scharten, um sich bitter darüber zu beklagen, dass sie sich am falschen Ende der Erfindung des Streitwagens finden, während die Hethiter die richtige Seite besetzen. Wir haben hier einen der ersten Fälle kultureller Benachteiligung durch technische Entwicklungen vor uns. Den Göttern sei Dank, dass wir heute auf die Gender Studies zurückgreifen können, die uns das Rätsel von Kadesch, die Niederlage des Gottkönigs Ramses II angesichts überlegener hethitischer Militärtechnologie durch die Erkenntnis erkären kann, dass Interessen hinter technischen Entwicklungen stehen und die Entwicklungen nicht jedem in gleicher Weise zu gute kommen.

Wollen Sie, dass Gender Studies dazu beitragen, Deutschland innovativer zu machen, angesichts der oben beschriebenen Ideen von zwei Personen mit weiblichen Namen von der Rhein-Sieg Hochschule?

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Belegt: Gender Studies sind ein Mitesser-Fach – 38 [!sic] davon gibt es alleine in Berlin

Wir haben schon mehrfach darauf hingewiesen, dass Gender Studies keine Wissenschaft sind. Sie haben kein theoretisches Fundament, keine Methode, keine Erkenntnistheorie, kein Forschungsziel, keinen angebbaren Nutzen außer dem, als Versorgungsmethode für ansonsten gescheiterte Akademikerinnen zu dienen. Gender Studies sind nichts anderes als ein Mitesserfach, das versucht, Ergebnisse anderer Fächer als eigene zu verkaufen oder sich an andere Fächer anzuhängen und durchschleppen zu lassen.

Der Beleg dafür, dass die Gender Studies ein Mitesserfach sind, liegt in mehrfacher Form vor. Einerseits haben es die Vertreterinnen der Gender Studies bis zum heutigen Tag nicht geschafft, 30 einfache Frage zu beantworten, die jeder, der von sich behauptet, er sei ein Wissenschaftler, dann im Schlaf beantworten kann, wenn er tatsächlich ein Wissenschaftler ist. Andererseits liegen nun die Antworten der Berliner Senatskanzlei für „Wissenschaft und Forschung“ auf eine schriftliche Anfrage das Abgeordneten Martin Trefzer von der AfD im Angebordnetenhaus vor, die sehr deutlich zeigen, dass es sich bei Gender Studies um ein Mitesserfach handelt, das sich an etablierte Fächer anhängt, um fortan von deren Errungenschaften zu leben.

Die Durchsetzung der Sozial-, aber längst nicht nur der Sozialwissenschaften mit den politischen Genderaktivisten ist eine klandestine Angelegenheit, von der man in öffentlichen Statistiken nur die Spitze des Eisberger erkennen kann. Dies wird deutlich, wenn man die Ergebnisse unserer kursorischen Zählung der Gender Studies Professuren an Berliner Universitäten mit der Antwort der Berliner Senatskanzlei „Wissenschaft und Forschung“ auf die Anfrage von Martin Trefzer (AfD) vergleicht:

Wir haben aus öffentlichen Quellen vier Professuren an der HU-Berlin, vier an der FU-Berlin und zwei an der TU-Berlin zusammengetragen, die Gender Studies in ihrer Denomination tragen. Tatsächlich ist die Zahl der Fächer, an die sich Gender Studies angehängt haben, viel größer. An der FU-Berlin gibt es nicht vier, sondern 14 Professuren mit einer Denomination in Gender Studies, an der HU-Berlin gibt es weitere 12 und nicht 4 Professuren in Gender Studies, an der TU-Berlin sind es vier statt der zwei, die wir in den Daten des BMBF gefunden haben. Hinzu kommen weitere vier Professuren an der Universität der Künste, die natürlich keine Universität, sondern eine Hochschule ist und weitere vier an der Alice-Solomon-Hochschule. Insgesamt summieren sich die Gender Studies Professuren in Berlin auf 38 Professuren.

38 Mal mitessen durch Gender Studies.

Philosophie und ihr Teilbereich die Ethik sind eingeführte wissenschaftliche Fächer. Gender Studies wollen an der vorhandenen Forschung partizipieren, sie für sich reklamieren. Also gibt es an der FU-Berlin eine Professur für Philosophie unter besonderer Berücksichtigung von Ethik und interdisziplinärer Genderforschung. Man hätte auch die besondere Berücksichtigung der Kunst, eine Fahrradkette zu ölen, als Anhängsel wählen können.

Das System „Mitesser“, wie es hier deutlich wird, findet sich in Regelmäßigkeit an Berliner Hochschulen:

Volkswirtschaftslehre und Empirische Wirtschaftsforschung sind eingeführte Fächer. Hängen wir die Gender Studies an. Die sind zwar ohne angebbare wissenschaftliche Erkenntnis geschweige denn einen wissenschaftlichen Nutzen, aber darüber kann man vielleicht hinwegtäuschen, wenn man eine Professur für Volkswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Empirische Wirtschaftsforschung und Gender einführt, wie an der FU-Berlin geschehen. Ob sich der Aktienmarkt oder das Hicks-Hansen-Modell anders verhalten, wenn man sie aus Genderperspektive betrachtet? Wohl eher nicht. Gender ist einfach nur der Mitesser, der sich des Forschungsleumunds der Volkswirtschaftslehre bemächtigen will.

Aber nicht nur die Volkswirtschaft hat dieses Problem.

Wissenschaftsgeschichte und –theorie in der Physik unter besonderer Berücksichtigung der Geschlechterforschung, lautet eine weitere Denomination an der FU-Berlin. Maria Göppert, die in NRW als Gender-Schutzheilige missbraucht wird (sie ist tot und kann sich nicht mehr wehren), hat sicher anders gedacht als ihre männlichen Kollegen in Los Alamos. Deshalb ist die erste Atombombe auch betont feminin gewesen.

Weiter geht es. Der Politikwissenschaft wird an der FU-Berlin der Schwerpunkt Gender und Vielfalt aufgezwungen, so als hätte beides auch nur entfernt etwas mit Politikwissenschaft oder miteinander zu tun.

Die europäische Ethnologie erhält den Schwerpunkt „kulturanthropologische Geschlechterforschung zu soziokulturellen Räumen und Prozessen der Bildung“ verpasst. Wer nicht weiß, was das sein soll, die begriffliche Monstrosität ist beabsichtigt. So kann man schlicht alles als neue „Genderperspektive“ auf Ethnologie verkaufen, auch das, was man den weißen Männern, die die Ethnologie theoretisch und praktisch begründet haben (Ruth Benedict und Magret Mead mögen es uns nachsehen) gerade gestohlen hat und nun als neue Entdeckung ausgibt.

Und weiter geht es im Mitessermodus:

Öffentliches Recht wird durch Geschlechterforschung als Fach diskreditiert, die Region Südasien zum Tummelplatz der Gender Studies erklärt, die Kulturwissenschaftliche Filmforschung, von der man auch ohne Gender Studies kaum begründen kann, was sie an einer Universität zu suchen hat, erhält die Gender Studies noch als Nutzlosigkeitsbeigabe, die Historische Anthropologie, für die Deutschland einmal berühmt war, weil es viele weiße Männer gab (und Dr. Diefenbach, die das im Linden-Museum in Stuttgart getan hat), die Speere gesammelt und klassifiziert haben und genau wussten, welcher geflochtene Deckelkorb aus welchem Teil von Südwestafrika stammt, muss nun um Geschlechterforschung erweitert werden, so als gäbe es historisch hier etwas zu forschen. Die Skandinavische Linguistik muss ihre Erkenntnis nun mit Gender Studies teilen, weil die Phonetik und die Grammatik anscheinend anders wird, wenn sie von einem weiblichen Sprechen angewendet werden, Didaktik der bildenden Kunst ist nur noch unter „Einbeziehung der Geschlechterforschung in der Lehre“ möglich, weil weibliche Schüler bildende Kunst anders nahegebracht werden soll als männlichen oder aufgrund anderer Hirngespinste.

Den Preis für besondere Belanglosigkeit hat die Professur „Familienrecht, Rechtswirkungsforschung und Justizorganisation unter besonderer Berücksichtigung der Rolle von Frauen“ verdient. Warum? Weil die Rolle von grünäugigen, auf die – wie wir bis zum Beleg des Gegenteils behaupten – die Mehrzahl der Justizreformen zurückgeht und deren Re-Sozialisierung im Vergleich zu braunäugigen besonders erfolgreich verläuft, nicht auch berücksichtigt wird.

Die Antwort von Steffen Krach, für die Senatskanzlei „Wissenschaft und Forschung“ des Berliner Senats auf die Anfrage des Abgeordneten Martin Trefzer (AfD) zeigt in entlarvender Deutlichkeit, dass Gender Studies kein eigenständiges Fach, keine wissenschaftliche Disziplin, sondern ein Mitesser sind, der versucht, die Leistungen anderer Fächer zu usurpieren und für sich zu reklamieren. Das ist nicht verwunderlich, denn Gender Studies sind eine Schöpfung der Agitprop-Abteilung der UN mit dem Ziel, politischen Aktivismus in Gesellschaften und an Universitäten zu verankern, Aktivismus, dessen Ziel darin besteht, die Bürger der jeweiligen Gesellschaften erst zur Kasse zu bitten, um sie dann als traditionelle Rollendeppen zu brandmarken und umzuerziehen.

Man stelle sich vor, ein Fach, das der Durchsetzung der traditionellen Arbeitsteilung von Mann und Frau gewidmet ist, dessen Ziel darin besteht, die Gesellschaft zu mehr Toleranz und Achtung vor der traditionellen Ehe zu erziehen, in der der Mann der Ernährer ist, während die Frau den Haushalt führt. Das Geschrei gerade derer, die als politische Gender Studierte an Hochschulen installiert wurden, wäre mit Sicherheit das lauteste, weil sie nicht merken, dass sie hier gegen etwas anschreien, dessen Kehrseite sie durchsetzen wollen.

Gender Studies haben eben nichts an Hochschulen zu suchen, so wenig wie Marxismus-Leninismus etwas an Hochschulen zu suchen hat.

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Frauen kratzen anders

Seit dem 4. Dezember gibt es in Berlin ein Gender-Repositorium. Ein Repositorium ist eigentlich ein Ort, an dem Wertgegenstände gesammelt werden. Insofern ist bereits die Benennung ein Widerspruch. Aber: In der Welt von Gender ist ja alles konstruiert, entsprechend kann man auch Trash zu Wertgegenständen oder Stroh zu Gold erklären, und damit die Tradition des Kaisers fortsetzen, dessen Leben Hans Christian Andersen bereits einer umfänglichen Verhaltens- und Wirkungsstudie unterzogen hat.

In diesem Gender Repositorium werden wir ab sofort des öfteren nach den Juwelen graben, die dort verscharrt wurden, wobei schon jetzt, da erst 96 Goldstücke gesammelt wurden, die sich bei näherer Betrachtung als Pyrit (passender Weise im Englischen als „fool’s gold bezeichnet) erweisen, wahre Meisterwerke der Gender Studies, Werke, die einen guten Eindruck vom Niveau der Studien, Kompetenz der Studierer und Erkenntniswert der Ergebnisse geben, zu finden sind.

Werke wie jenes, das achteinhalb Seiten Text füllt und den Juckreiz behandelt. Achteinhalb Seiten in den Gender Studies zu füllen, ist ein sehr anspruchsvolles Unterfangen, denn, nach Erkenntnis eines Insiders der Gender Studies, die man als richtigen Hirschauer bezeichnen kann, haben die Gender Studies „facheigene Standards der Wissenschaftlichkeit“ ausgebildet (Das ist der Gender interne Slang dafür, dass man keine Wissenschaft, sondern politischen Aktivismus unter dem Deckmantel der Wissenschaft betreibt). Und deshalb sind fünf Autorinnen notwendig, um gemeinsam achteinhalb Seiten Text zu füllen, die dem Juckreiz und der Reaktion darauf, dem Kratzen gewidmet sind.

Klingt nicht wissenschaftlich?
Nennen wir es eben Prurismus.
Klingt schon besser (hier in der Zusammenfassung des Autorinnenkollektivs aus Astrid Stumpf, Sonja Ständer, Claudia Zeidler, Gudrun Schneider, Bettina Pfleiderer:

„Chronischer Juckreiz ist mit einer Lebenszeitprävalenz von ca. 23 % ein sehr häufiges Symptom, das durch zahlreiche dermatologische, internistische, neurologische und auch psychische Erkrankungen ausgelöst werden kann. Während bei jüngeren Patientinnen und Patienten eher der entstellende Aspekt der durch Kratzen beschädigten Haut eine Rolle spielt, leiden ältere Patientinnen und Patienten oftmals unter einem schwer zu behandelbaren Juckreiz unterschiedlichster Ursache. Obwohl der chronische Pruritus als Volkssymptom angesehen werden kann, liegen bisher nur sehr wenige Studien zu geschlechtsspezifischen Unterschieden vor. Diese zeigen, dass Frauen und Männer eine unterschiedliche Pruritus Wahrnehmung haben – Frauen nehmen das Symptom intensiver wahr. Dies führt bei Frauen nicht nur zu einer höheren psychischen Belastung, sondern auch zu einem unterschiedlichen Verhalten – Frauen kratzen vermehrt. Aber auch die Qualitäten des Symptoms sind unterschiedlich, Frauen empfinden beispielsweise vermehrt einen brennenden Juckreiz, was u. a. auf die Aktivierung von schmerzleitenden Nervenfasern (neuropathische Komponente) hindeutet. Dies deutet auf eine unterschiedliche Verarbeitung von Pruritus im Gehirn hin. Die geschlechtsspezifischen Unterschiede hinsichtlich der Juckempfindung sollten dringend weiter untersucht werden, um eine geschlechtsadaptierte Diagnostik und möglicherweise auch Therapie anbieten zu können und somit zur verbesserten Behandlung der Betroffenen beitragen zu können“.

Frauen kratzen anders, so das Ergebnis der fünf Autorinnen, die zu diesem Ergebnis auf Grundlage der Ergebnisse von drei Studien gelangen, die

  • Stumpf, Ständer, Phan, Tanneberger, Heuft & Schneider (2013a),
  • Stumpf, Burgmer, Schneider, Heuft, Schmelz Phan, Ständer, Pfleiderer (2013b) und
  • Stumpf, Ständer, Warlich, Fritz, Bruland, Pfleiderer, Heuft, & Schneider (2014) und mithin die gesamte deutsche Expertokratie in Kratzen durchgeführt haben.

Dieser wichtige Grundlagentext der Gender Studies, in dem vergessen wurde, die Inzidenz von Prurismus (ca. 7% der Bevölkerung) anzugeben, kommt dann auch zu einem sehr wichtigen Ergebnis: Zum einen zwinge die Gesellschaft mit ihrem Schönheitsideal die armen Frauen zum anderen Kratzen als Männer. Zum anderen kratzen Frauen eben anders, was zeigt, und nun im Orginalton, dass „das biologische nicht vom sozialen Geschlecht zu trennen ist“. Außer den Gender Studies will das ja eigentlich auch niemand – oder?

Entsprechend verdanken wir dieser Grundlagenstudie, für deren Erfassung, gemeinsam mit der Erfassung der noch zu findenden Grundlagestudien ähnlicher Qualität und Güte, die Deutsche Forschungsgemeinschaft 500.000 Euro hingeblättert hat, die Erkenntnis, dass Juckreiz zum Kratzen führt. Frauen anders kratzen als Männer und Frauen Frauen und Männer Männer sind, egal, was die Gender Studies ansonsten behaupten.

Heureka.

Die British Association of Dermatologists, bei der man keine Ahnung davon hat, dass Frauen anders kratzen und entsprechend keine geschlechtersensiblen Ratschläge zu einer Krankheit gibt, mit der Dermatologen vermutlich häufiger konfrontiert sind als Gender Studierte, sofern letztere nicht kratzen, was natürlich nicht ausgeschlossen werden kann und die wertvolle Studie aus dem Gender Repositorium zu einer kollektiven Autorinnen-Erfahrung im Kratzen, also zur Betroffenheitsschreibe macht, gibt ein paar sehr nützliche Hinweise für diejenigen, die das Kratzen nicht lassen können:

  • Nicht stundenlang in der Badewanne liegen
  • Nur kurz und nicht häufig duschen.
  • Sich nicht mit Seife und Waschgels traktieren.
  • Nicht in überhitzten Räumen schlafen.
  • Die trockene Haut, die Ursache des Kratzens ist, befeuchten bzw. feucht halten.

Aber natürlich weiß man bei der Britischen Vereinigung der Dermatologen nicht, dass Frauen anders kratzen. Diese wertvolle Erkenntnis haben wir dem Gender-Repositorium und dem dort gehorteten Pyrit (Metapher!) zu verdanken. Und diese Erkenntnis ändert natürlich alles – oder?

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