Es gibt nur zwei Geschlechter – außerhalb ideologischer Hirngespinster versteht sich

Theo-Biologie in der Gender-Debatte

Kommentar von Prof. Ulrich Kutschera

Am 20.04.2018 hat die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) über eine Pressemitteilung verkündet, sie würde sich „hinter Transsexuelle stellen“. Diese frohe Botschaft ist durchaus positiv zu bewerten, da Personen, die über chromosomal bedingte Abweichungen vom XX (= Frau) bzw. XY (= Mann)-Entwicklungsschema, mit ca. 99 %iger Präzision in der Evolution herausgebildet, gekennzeichnet sind, bzw. bei welchen die Vermännlichung des primär weiblich angelegten Gehirns nicht perfekt funktioniert hat, spezielle fürsorgliche Zuwendung gebrauchen können (d. h. Inter- bzw. Trans-Personen). In ihrem Eifer gehen die Theologen jedoch einen Schritt zu weit, indem z. B. der Mitautor einer Broschüre („Zum Bilde geschaffen. Transsexualität in der Kirche“ zu diesem Thema die folgende Information verbreitet: „Aus Sicht der Natur- und Gesellschaftswissenschaften gibt es eine Beschränkung auf zwei Geschlechter nicht“.

Diese Aussage ist sachlich falsch und belegt, dass hier wieder einmal, wie beim klassischen Kreationismus evangelikaler Christen, halb verstandene biologische Ansichten mit religiösem Glauben vermengt werden (von mir bereits vor Jahren als Theo-Biologie bezeichnet). Wie in der gerade erschienenen 2. Auflage des Fachbuchs Das Gender-Paradoxon (2018) dargelegt, gibt es bei Affen und Menschen nur zwei Geschlechter, definiert als Spermien- bzw. Eizellen-produzierende Individuen (m/w), nicht jedoch eine dritte Mischform.

Dieses EKHN-Beispiel zeigt ein weiteres Mal, dass man ohne solide biologische Grundkenntnisse keine sinnvollen Aussagen zur Natur des Menschen treffen kann, sonst kommt eben das heraus, was im obigen Zitat dokumentiert ist: Der irrationale Glaube an mehr als zwei Geschlechter, d. h. eine Komponente des Genderismus, der von naturwissenschaftlich Gebildeten schon lange als nicht ernstzunehmende Pseudowissenschaft erkannt wurde. 


Anmerkung der Redaktion: Genderismus und Wissenschaft gehen nicht zusammen. Das haben wir in vielen Beiträgen auf ScienceFiles gezeigt. Wer nachlesen will, warum Genderismus eine Variante von Kreationismus ist, der kann dies in Ulrich Kutscheras Buch “Das Gender Paradoxon” tun, das gerade in der zweiten Auflage erschienen ist. Wir veröffentlichen an dieser Stelle vorab das Vorwort von Ulrich Kutschera zur zweiten Auflage:


Unbequeme Fakten können nicht auf Dauer unterdrückt werden

 Vorwort zur 2. Auflage

Vor sechzig Jahren (1948) hat Alfred C. Kinsey (1894–1956) einen Report publiziert, der zwei Irrtümer enthält, die bis heute fortleben. Jeder 10. Mann soll schwul sein, und es gäbe einen Gradienten zwischen „vollkommen homosexuell“, über Zwischenstufen, bis „komplett heteronormal“ (Kinseys Regenbogenskala). Beide Mythen wurden in diesem Text [Gender Paradoxon] unter Verweis auf biologische Fakten widerlegt.

Obwohl dieses Aufklärungsbuch für Personen verfasst worden ist, die an den Ursachen und Folgen der evolvierten Zweigeschlechtlichkeit des Menschen interessiert sind, waren die öffentlichen Reaktionen vorwiegend negativ.

Kürzlich ist die folgende juristische Einsicht publiziert worden: „Ein Forschungsergebnis mag richtig, falsch oder umstritten sein; es ist aber nicht rechtswidrig oder rechtmäßig“ (Gärditz 2018).

Da dieses Buch im Wesentlichen auf den Ergebnissen biomedizinischer Forschung basiert, gebe ich die aktualisierte Neuauflage mit Zuversicht in den Druck. Naturwissenschaftliche Wahrheiten sind oft unbequem, aber man wird sie nicht auf Dauer unterdrücken können.

Kassel, im April 2018                                                                                     U. Kutschera

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