Frauen sind nicht weniger politisch interessiert, nur anders …

Das Rektorat “Kommunikation und Fundraising” der Universität Mannheim hat eine Presseinformation veröffentlicht, eine Presseinformation über eine preisgekrönte Publikation. Das kling sehr gut. Preisgekrönt wurde eine Publikation, an der Sebastian Adrian Popa, vom Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung beteiligt war, das klingt auch noch gut. Die ausgezeichnete Publikation trägt den Titel “Theorizing Sex Differences in Political Knowledge: Insights from a Twin Study”, das klingt schon weniger gut. Und verliehen hat den Preis die “Senatskommission Gleichstellung der Univeristät Mannheim”, das klingt eher nach einem Geschenk der Danaer als nach Preis (timeo danaos et dona ferentes).

Universitaet MannheimAber wir wollen vorurteilsfrei und außerdem ohne (Geschlechts-)Stereotype an die Sache herangehen, auch wenn dies angesichts dessen, was Eva Martha Eckkrammer, Prorektorin für Infrastruktur, Chancengleichheit und wissenschaftlichen Nachwuchs der Universität Mannheim von sich gibt, schwierig ist:

„Noch immer bestehen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern und anderen sozialen Gruppen. Eine wissenschaftliche Erforschung dieser Ungleichheiten schafft die Grundlage für deren langfristigen Ausgleich.“

Frauen, die Zeit, in der ihr ein Monopol auf Frauenparkplätze hattet, ist vorbei. Und Männer: Euer Monopol auf Prostata-Krebs wackelt: Maria Martha Eckkrammer will Euch ausgeglichen sehen.

Aber wir wollten ganz unbelastet von unseren vergangenen Erfahrungen mit Frauengleichstellern an die Sache herangehen. Nun denn:

Frauen, das zeigen mittlerweile eine Vielzahl von Untersuchungen, deren Autoren der Ansicht waren, es sei relevant, haben geringere politische Kenntnisse als Männer. Sie wissen seltener, (1) wer die letzte Instanz ist, um darüber zu entscheiden, ob ein Gesetz verfasungskonform ist oder nicht, können seltener angeben, wer (2) das Recht hat, die Richter des Bundesverfassungsgerichts zu nominieren, wissen seltener, (3) welche Partei konservativer ist, SPD oder CDU oder welche (4) Hauptaufgaben der Deutsche Bundestag zu erfüllen hat als Männer. Fragen wie die vier genannten, werden regelmäßig genutzt, um politische Kenntnisse abzufragen. Entsprechende Fragen bilden auch den Ausgangspunkt der preisgekrönten Publikation, an der Popa beteiligt war.

Die drei Autoren (inklusive Popa) untersuchen anhand von Zwillingsstudien, wo die Gründe dafür zu suchen sind, dass Frauen auf so wichtigen Gebieten, wie politischen Kenntnissen, hinter Männern zurückbleiben, dass auf dem Feld der politischen Kenntnisse also eine dieser unsäglichen Ungleichheiten, die gleichgestellt werden müssen, besteht. Und sie suchen die Gründe in den Genen. Warum auch nicht:

Now what“Aus der Grundannahme gleicher Umweltfaktoren für beide Geschlechter schlossen die Wissenschaftler, dass über das soziale Geschlecht hinausgehende Faktoren ausschlaggebend sind. Denn: „Frauen wissen nicht weniger, sie wissen anderes als Männer“, erklärt Sebastian Popa. Die Wissenschaftler argumentieren, dass die Tests zur Messung des politischen Wissens zu stark auf Fakten abzielen. „Bislang fragen solche Tests vor allem wettbewerbs-, macht- und hierarchieorientierte Wissensbestände ab“, so Popa. Wer hat welches Ministeramt inne? Und wie viele gibt es überhaupt? Darauf hätten Frauen weniger oft eine Antwort als Männer. Als Konsequenz fordern die Autoren eine Anpassung der Tests zur Erhebung politischen Wissens. So sollten die Fragenkataloge um die für Frauen relevanten Aspekte von Politik erweitert werden. Diese Aspekte seien, so Popa, mehr zusammenhangs- und beziehungsorientierte Themen wie Lokalpolitik sowie familienbezogene Politik und Leistungen. Popa zeigt sich zuversichtlich: „Wir gehen davon aus, dass so nachgewiesen werden kann, dass Frauen und Männer in gleicher Weise politisch interessiert sind.“

Da! Das ist des Rätsels Lösung, auch für alle Probleme im Bereich der Mathematik. Mathematik ist faktenorientiert, fragt nach dem Ergebnis von 17/4 oder so krummen Dingen wie der Lösung für a = 2bx + c. Deshalb bleiben Frauen hinter Männern zurück. Entsprechend ändern wir einfach den Gegenstand in Mathematik, machen mehr die für “Frauen relevanten Aspekte von Mathematik” zum Gegenstand, also z.B. familienbezogene Aspekte von Mathematik, etwa: Pro Kind gibt es 500 Euro Kindergeld im Monat. Wie lange dauert es und wie viele Kinder muss Eva Martha Eckkrammer in die Welt setzen, ehe der Gehaltsunterschied zwischen ihr und ihrem Mann, der 2.200 Euro im Monat mit Arbeit verdient, ausgeglichen oder gleichgestellt ist (MitgliederInnen der ScienceFiles-Redaktion haben zudem den Vorschlag gemacht, mathematische Skalen zur Beantwortung der Frage: “Wie geil ist mein Mathematiklehrer?” als frauenspezifische Frage zum Gegenstand zu machen. Der entsprechende Vorschlag muss jedoch noch auf seine Gleichstellungsrelevanz und gentechnische Eignung abgeklopft werden.)

Aber, wir wollten ja offen und gleichstellungsfreundlich sein.

Deshalb haben wir uns die ausgezeichnete Publikation, die von Rebecca J. Hannagan, Northern Illinois University, Levente Littvay, Central European University und Sebastian Adrian Popa, Central European University and University of Mannheim erstellt wurde, genauer betrachtet. Die Publikation basiert auf 1.349 Zwillingspaaren, die aus dem Minnesota Twin Pair Register gezogen wurden. Den Zwillingspaaren wurden fünf Fragen, mit denen ihre politischen Kenntnisse getestet wurden, vorgelegt. Die Fragen entsprechen weitgehend den Fragen, die wir oben zusammengestellt haben, übertragen auf die USA, so dass Gegenstand z.B. nicht das Bundesverfassungsgericht, sondern der Supreme Court ist bzw. nicht der Bundestag, sondern der U.S. Congress. Zwischen 6,5% und 13,2% der männlichen Befragten geben auf die fünf Fragen falsche Antworten, zwischen 12,7% und 29,5% der weiblichen Befragten liegen mit ihren Antworten falsch.

Diese Unterschiede bilden die abhängige Variable “politische Kenntnisse”, die in eine ACE Analyse geworfen wird. Eine ACE Analyse macht nichts anderes als die Varianz über die abhängige Variable in drei Teile, die zur Verwirrung der Betrachter als latente Variablen bezeichnet werden, zu zerlegen und diese drei nunmehr als latente Variablen benannten Teile als Common (A), Environmental (C) und Unique (E) Environmental Effekt zu bennen. Das ganze Rechenwerk basiert zudem auf Annahmen über Unterschiede zwischen normalen Zwillingespaaren und z.B. eineiigen Zwillingen, die die Autoren, so kann man ihrem Beitrag entnehmen, auch nicht genau kennen, weshalb sie den Leser auf andere verweisen, die es vermutlich auch nicht besser wissen. Jedenfalls steht am Ende der ACE-Analyse ein Ergebnis, das Zahlen ausweist, die man nunmehr heftig interpretieren kann, immer mit dem Wissen, dass das, was interpretiert wird, die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Befragten und im Hinblick auf die fünf Fragen zu politischen Kenntnissen sind.

Structural_ACE_modelUnd siehe da, dabei zeigt sich, dass “the environment is not the sole source driving the differences (also die rund 16% mehr falschen Antworten der weiblichen Befragten), but rather that the differences stem from variation driven by heritable factors (das E der ACE Analyse). Kurz: Wenn Frauen weniger richtige Antworten auf Fragen z.B. danach geben, wie der deutsche Bundespräsident gewählt wird, dann liegt das daran, dass sie anders genetisch veranlagt sind und mit solchen Fragen nach Fakten nichts anfangen können, nicht etwa daran, dass sie weniger Interesse für Politik insgesamt haben. Das darf nämlich nicht sein. Frauen haben auch im Hinblick auf “politisches Interesse” und “politische Kenntnisse” Männern gleichgestellt zu sein, und wenn wir dafür einen Stuss (eine andere Qualifikation für dieses Forschungsergebnis fällt uns leider nicht ein) berechnen und argumentieren müssen, der sich gewaschen hat, wichtig ist, wie Popa sagt, dass “nachgewiesen werden kann, dass Frauen und Männer in gleicher Weise politisch interessiert sind” (Und was man vorne herein tut, kommt natürlich hinten heraus, man muss es nur entsprechend interpretieren).

Warum sollte man das übrigens nachweisen wollen? Welcher Klon ist eigentlich der Phänotyp, der – von der Mannheimer Senatskommission “Gleichstellung” preisgekrönten – angeblichen Wissenschaftlern wie Popa vorschwebt? Wie auch immer man die Fragen beantwortet, eines ist sicher: Nie haben vermeintliche Forscher heftiger daran gearbeitet, Männer und Frauen voneinander zu entfremden, wie heute und nie war Forschung, preisgekrönte Forschung, dümmer (wenn auch politisch korrekter) als heute.

Nachtrag:
Wir haben oben behauptet, dass die drei Zwillingsforscher keine Ahnung haben, was bei einer ACE Analyse passiert. Hier ist der Beleg:

To decompose the variance in political knowledge we use a structural equation ACE model. Due to space restrictions, we offer only a brief summary of the model. For a more extensive discussion please see Medland and Hatemi (2009).

Derartige Floskeln schreibt man, wenn man wirklich keine Ahnung hat.

Hannagan, Rebecca J., Littvay, Levente & Popa, Sebastian Adrian (2014). Theorizing Sex Differences in Political Knowledge: Insights Form a Twin Study. Politics & Gender 10(1): 89-114.

Frauen und Kooperation: Die Ikone des Staatsfeminismus verliert ihren Heiligenschein

Fangen wir mit Lamentos an:

z.B. einem Lamento des Fachverlags Thieme:

Kooperation statt konkurrenz“Männer sind noch immer eher Konkurrenzsituationen ausgesetzt als Frauen, und noch immer gilt es als typisch männlich, sich mit dem Ellenbogen in der Hierarchie nach oben zu kämpfen. Gleichzeitig reagieren Männer jedoch empfindlicher als Frauen auf Konkurrenzdruck und sozialen Stress. Auf diese für Männer gesundheitsgefährdende Konstellation weist Professor Dr. Bertram Szagun, Gesundheitswissenschaftler an der Hochschule Ravensburg-Weingarten, in der Fachzeitschrift “Das Gesundheitswesen” (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2014) hin.”

Es gibt dieses Lamento nicht nur in der Helferindustrie, die Menschen vom Fluch der Konkurrenz heilen wollen, mit immer neuen Konzepten, von denen sie sich erhoffen, einen Vorsprung vor der Helfer-Konkurrenz zu erzielen, sondern auch im Feld des Anti-(Neo-)liberalismus, denn Liberalismus ist ja für manche deshalb so furchtbar, weil er die Konkurrenz der Ideen und Individuen als Triebkraft einer Gesellschaft ansieht. In seiner globalisierten Variante liest sich das anti-liberale Lamento wie folgt:

Kooperation statt konkurrenz II“Eine zentrale Forderung in der globalen Bewegung gegen neoliberale Globalisierung lautet, dass eine Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von Reich zu Arm erfolgen muß. Wie kann eine Umverteilung von Reich zu Arm erfolgen, wenn der Reichtum durch die Armen, besser Arbeiterinnen, geschaffen wird? Müssen konsequenterweise nicht die Armen, also die Arbeiterinnen, selbst bestimmen, was mit dem von ihnen produzierten Reichtum passiert? Gilt das nicht für Frauen und Männer, also für Arbeiterinnen und Arbeiter gleichermaßen? An der Produktion sind Männer als auch Frauen beteiligt. Sie erarbeiten gemeinsam den Reichtum, den sich Unternehmer, Spekulanten usw. aneignen. Würde die Hälfte des Reichtums und der Macht an die Frauen gegeben werden, wird sich an diesen Verhältnissen sich nichts grundlegendes ändern. Es würde nur mehr Unternehmerinnen und Spekulantinnen geben als Folge davon, daß sich eine produzierende Frauenwelt nicht von der der Männer isolieren kann und weiterhin unter Konkurrenzbedingungen produzieren müßte. [Fehler sind aus dem Original übernommen.]“

Einmal von den Fehlschlüssen in diesem Absatz abgesehen, finden wir hier die Verbindung von mythologischen Vorstellungen darüber, wie Frauen seien, mit der Ablehnung von Konkurrenz als Ordnungsprinzip einer Gesellschaft. Was an die Stelle der Konkurrenz in dieser heilen linken Traumwelt tritt, kann man anhand der Stereotype, die in dieser Traumwelt über Frauen verbreitet sind, gut vermuten: Frauen wollten, im Gegensatz zu Männern, nicht konkurrieren (nicht einmal um Männer), Frauen sind mehr “caring”, wie es neuerdings heißt, sozialer und vor allem kooperativer als Männer. Die Mythologie des neuen sozialistischen Menschen, der nur entlang einer mythologisch konzipierten Weiblichkeit formuliert werden kann, die auf einer Verteilung von Ressourcen basiert, deren Ausmaß und Empfänger von Außererwählten bestimmt werden, findet man in Reinkultur bei der Feministischen Partei Deutschlands:

Kooperation statt konkurrenz III“Im Feminismus gibt es im Vergleich zum Patriarchat einen Wandel der Werte: Im Mittelpunkt steht die Lebensqualität alles Lebendigen. Statt zynischer Konzepte wie Konkurrenz und Ausbeutung setzen wir auf Kooperation und gerechte Teilhabe. Dem pyramidenförmigen, hierarchischen Aufbau der Gesellschaft setzen wir den Kreis oder die Spirale als Modell gegenüber, die Gleichwertigkeit und zyklisches Denken als wesentliche Elemente beinhaltet.”

Obwohl die Feministische Partei mit anderen Parteien um Stimmen konkurriert, finden die feministischen Parteiler Konkurrenz zynisch, was man verstehen kann, angesichts des geringen Stimmanteils, den die Partei zu erreichen im Stande ist. Könnte man die Wahl der Feministischen Partei zur Pflicht machen und das “zynische” Konzept der Konkurrenz zu Gunsten einer generellen Kooperation der Wähler mit der Feministischen Partei, z.B. durch Beendigung des Parteienwettbewerbs (also ein Verbot der anderen Parteien) beenden, es wäre zum Wohle der “Lebensqualität alles Lebendigen”. Kleinere Ungereimtheiten wie z.B. die nicht-hierarchische Spirale lassen wir einmal unberücksichtigt.

Der kurze Ausflug in die Welt der Anti-Konkurrenz zeigt mehrerlei: Für uns von Relevanz sind die Behauptungen, dass Konkurrenz zynisch, menschenfeindlich ist, Menschen krank macht, hilfsweise kann angenommen werden, dass Konkurrenz von Menschen nicht positiv bewertet wird, und in jedem Fall ist Konkurrenz eine männliche Erfindung, die zu Kriegen, Ausbeutung und angeblich ungerechter Verteilung führt, wie die Vergangenheit zeigt, weshalb es für alle Beteiligten besser ist, wenn die kooperativen und sozialen, die Konkurrenz ablehenenden und entsprechend in der Evolutions-Spirale der Feministischen Partei weiter entwickelten Frauen, ganz unhierarchisch das Zepter in die Hand nehmen, um durch caring Gutes zu tun.

Und jetzt kommen J. Matias Kivikangas, Jari Kätsyri, Simo Järvelä und Niklas Ravaja, die keinerlei Respekt vor politischer Korrektheit zu haben scheinen, und zeigen, dass Frauen fast genau so gerne konkurrieren wie Männer und, wichtiger noch, dass Frauen Kooperation der Konkurrenz nicht vorziehen.

In ihrem Beitrag “Gender Differences in Emotional Response to Cooperative and Competitive Game Play” räumen die vier Finnen mit dem Mythos der kooperativen und nicht-kompetitiven Frauen auf, den feministische Organisationen so gerne beschwören, um damit ihren globalen Sozialismus durchzusetzen.

Kivikangas, Kätsyri, Järvelä und Ravaja beginnen ihre Untersuchung mit zwei Hypothesen und einer Forschungsfrage:

  • Männer erleben Konkurrenz positiver als Kooperation.
  • Frauen erleben Kooperation positiver als Konkurrenz.
  • Ist Konkurrenz mit mehr negativen Emotionen verbunden als Kooperation?

Wie die Formulierung von Forschungsfrage und Hypothesen zeigt, interessieren sich die Autoren für die Emotionen, die mit bestimmten Handlungen verbunden sind, was die Frage aufwirft, wie die Autoren “Emotionen” messen.

Bomberman

Bomberman

Sie messen Emotionen auf zwei Wegen: Einmal durch eine Selbsteinschätzung der Teilnehmer an ihren beiden Experimente, 48 im ersten Fall, 100 im zweiten Fall, einmal durch die Messung vorhandener physischer Reaktionen bei den Teilnehmern der Experimente, während und nach den Experimenten. So wurde mit einer elektromyographischen Messung die Muskelbewegung im Gesicht gemessen. Dabei wurde im Bereich der Muskeln “zygomaticus major” und “orbicularis oculi” gemessen, für die beide gezeigt werden konnte, dass Muskelbewegungen mit positiven Emotionen im Zusammenhang stehen.

Die beiden Experimente der vier Finnen fanden in einer Spielsituation statt, einmal während des Spielens von Bomberman, dessen Ziel darin besteht, sich den Weg aus einem Labyrinth freizubomben und dabei gleich noch ein gegnerisches Team zu eliminieren, einmal während des Spielens von Hedgewars, einem Spiel, bei dem das Ziel darin besteht, ein gegnerisches Team mit allerlei Waffen zu eliminieren. Im Gegensatz zu Bomberman ist Hedgewars ein rundenbasiertes Spiel, das entsprechend für die Spieler mit weniger Stress verbunden ist.

hedgewars

Hedgewars

Beide Spiele sind Teamspiele, so dass es einfach ist, ein Design zu wählen, das einmal zwei Menschen im Team gegen ein Computerteam kooperieren sieht, ein anderes Mal zwei gemischte Mensch/Computer-Teams miteinander konkurrieren sieht. Zudem ermöglich es die Anlage des Experiments geschlechtshomogene Teams zu bilden, so dass untersucht werden kann, ob männliche Teilnehmer anders empfinden als weibliche Teilnehmer.

Interessanter Weise zeigt sich, dass die Selbsteinschätzung der Emotionen, die Teilnehmer von sich berichteten (gemessen über “SAM – Self-Assessment Manikins” und “Positive and Negative Affect Scale – Pandas“) nicht von den gemessenen Emotionen abweichen, was ein Beleg für die Validität der Messungen darstellt.

Und die folgenden Ergebnisse berichten Kivikangas et al.:

  • Sowohl für Männer als auch für Frauen sind Konkurrenzsituationen nicht negativ belegt, vielmehr berichten beide mehr positive als negative Emotionen und für beide wurden auch positive Emotionen in Konkurrenzsituation gemessen.
  • Männliche Teilnehmer bewerteten Konkurrenz etwas positiver als weibliche Teilnehmer und positiver als Kooperation.
  • Für weibliche Teilnehmer ergab sich keinerlei Unterschied in der Bewertung von Konkurrenz oder Kooperation.

In der Zusammenfassung von Kivikangas et al.:

The results … do not support the view that females are more cooperative than males, even if they are less competitive, implying that – contrary how they are sometimes discussed – cooperation and competition are not polar opposites”.

Damit ist ein weiterer Mythos, auf dem sozialistische und feministische Ideologen ihre Traumwelten aufbauen, zerstört. Weder sind Kooperation und Konkurrenz Gegensätze noch sind Frauen kraft biologischer Determination kooperativer als Männer. Das weibliche Wesen, an dem die Welt im Rahmen des feministischen Singsangs genesen soll, hat – de facto – keine der höheren Qualitäten, die ihm regelmäßig angedichtet werden.

collaborationNun gibt es sicher diejenigen, die – wie immer bei experimentellen Untersuchungen – versuchen, die Ergebnisse insofern aus der Welt zu reden, als man sie nicht auf die reale Welt übertragen könne. Und obwohl eine solche Behauptung zumindest ein Argument dafür benötigt, warum menschliche Emotionen kontextabhängig sein sollten, wollen wir an dieser Stelle einmal den Spieß umdrehen und fragen, wie die nicht-Übertragbarkeits-Apostel die heftige Konkurrenz unter Frauen um (gutverdienende) Männer erklären, eine Konkurrenz, die an Biestigkeit zuweilen kaum zu überbieten ist und sich im deutschen Sprachraum im Begriff der “Stutenbissigkeit” niedergeschlagen hat?

Fazit: Schlechte Nachrichten für alle, die den globalen Sozialismus anstreben. Frauen sind als stilisierter Über-oder Damen-Mensch nicht brauchbar.

 

Kivikangas, J. Matias, Kätsyri, Jari, Järvelä, Simo & Ravaja, Niklas (2014). Gender Differences in Emotional Response to Cooperative and Competive Game Play. Plos One.

Warnung für männliche Akademiker: Genderbetrug an der FU Berlin

Ein Leser von ScienceFiles, dem wir an dieser Stelle recht herzlich danken und dessen abschließende Selbstbeschreibung, wir unseren anderen Lesern nicht vorenthalten wollen: “… Romanist und heilfroh, beruflich weitab vom akademischen Betrieb gelandet zu sein”, hat uns auf eine Ausschreibung an der FU-Berlin, also der Universität, die sich frei nennt, obwohl sie am Tropf des Staatsfeminismus hängt, wie gleich deutlich werden wird, hingewiesen.

FU BErlinDie Ausschreibung schlägt ein neues Kapitel auf im allgegenwärtigen Versuch, männliche Bewerber auf ausgeschriebene Stellen an Universitäten zu täuschen und bei öffentlichen Ausschreibungen die Tatsache zu verheimlichen, dass offen diskriminiert werden wird, weil in der Ausschreibung so getan wird, als können sich männliche und weibliche Bewerber auf die entsprechende Stelle bewerben, tatsächlich aber nur weibliche Bewerber oder niemand auf die Stelle berufen werden wird.

Im vorliegenden Fall ist im Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften am Institut für Romanische Philologie eine W2-Professur ausgeschrieben, die auf 5 Jahre befristet ist. Bis zum 18.9. können “Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen … unter Angabe der Kennung “WE5GalloHisp” an das Dekanat des Fachbereichs “Philosophie und Geisteswissenschaften” gerichtet werden.

Die komplette Ausschreibung vermeidet jede Form der persönlichen Ansprache von Bewerbern. Nicht Anforderungen an Bewerber werden gestellt, sondern “Einstellungsvoraussetzungen” und “Weitere Anforderung”. Nicht an den Bewerber werden Erwartungen an seine künftige Tätigkeit gestellt, etwa in der Formulierung, “vom Stelleninhaber wird erwartet, dass”, nein, auch hier wird der unpersönliche Stil, der die ganze Ausschreibung durchzieht, gewählt: “Erwartungen an die künftige Tätigkeit” heißt es in eher ungewöhnlicher Formulierung.

Fast könnte man den Eindruck gewinnen, hier habe jemand bewusst versucht, alle Fallstricke, die Staatsfeministen auslegen, zu umgehen, um sich nicht in das Gewirr aus “*”, “innen” oder “Innen” begeben zu müssen. Fast könnte man denken, hier gibt es Widerstand an Universitäten, Widerstand gegen die Verhunzung der deutschen Sprache durch den Zusatz aller möglichen seltsamen Zeichen, damit sich außer Dackel Rudi auch wirklich alle, die von sich denken, sie seien vor allem ihr Geschlechtsteil, angesprochen fühlen.

Fast!

Wäre da nicht ein seltsamer einleitender Satz, der wie folgt lautet:

FU BErlin Ausschreibung romanistikAn der Freien Universität Berlin ist aus Mitteln des “Genderprogramms zur Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen” die folgende befristete W2-Professur zu besetzen. Deshalb werden insbesondere Frauen aufgefordert, sich zu bewerben.”

Wer geglaubt hat, mit den kunstvollen Formulierungen, die im Rahmen des Professorinnenprogramms angewendet werden, um männliche Bewerber zu täuschen, sei der Gipfel der Gemeinheit erreicht, der sieht sich getäuscht. Die FU-Berlin hat ein neues Kapitel, eine neue Methode zur Täuschung von männlichen Bewerbern aufgeschlagen.

Denn:

Mit “Genderprogramm zur Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen” ist das Berliner Programm zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre (BCP) gemeint, das ausschließlich eine Förderung von “exzellenten Forscherinnen und Künstlerinnen (!sic)” vorsieht.

3.798.000 Euro gibt der Berliner Senat jährlich dafür aus, um “strukturelle Hemmnisse bei der Verwirklichung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre” dadurch auszuräumen, dass Männer diskriminiert und getäuscht werden. Worin die “strukturellen Hemmnisse” bestehen sollen, hat zwar bislang noch niemand angeben können, aber das macht nichts, denn im Berliner Senat sitzen offensichtlich Imaginäre, die in der Lage sind, daraus, dass “Frauen … auf allen wissenschaftlichen Qualifikationsebenen weiterhin unterrepräsentiert sind” auf “strukturelle Hemmnisse” zu schließen.

Wir haben es schon mehrfach geschrieben, aber man kann es offensichtlich nicht oft genug schreiben: Wenn man aus einem Zustand (weniger A als B) darauf schließen könnte, dass A auf strukturelle Hemnnisse stößt und deshalb seltener ist als B, dann müsste man eine ganze Reihe von A’s fördern: z.B. gibt es in Parlamenten weniger Arbeiter als Beamte, weniger Politikwissenschaftler als Juristen, weniger Verkäuferinnen als abgebrochene Studentinnen, weniger Gebildete als Eingebildete und vor allem weniger Integre als Opportunisten. Wir sind schon gespannt, wann der Berliner Senat die entsprechenden Berliner Programme zur Förderung der genannten Gruppen auflegt.

Zurück zum Berliner Programm. Darin steht unter Punkt 2 “Förderschwerpunkte”:

“2.1 Vorgezogene Nachfolgeberufungen von Frauen auf W 2- und W 3-Professuren bei Unterrepräsentanz von Professorinnen im jeweiligen Fach
2.2 Berufungen auf befristete W 2-Professuren bei Unterrepräsentanz von Professorinnen im jeweiligen Fach
2.3 Förderung von Maßnahmen zur:
2.3.1 Qualifizierung und Professionalisierung von Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen für eine Professur an Universitäten, Kunsthochschulen und Fachhochschulen,
2.3.2 Stabilisierung der wissenschaftlichen Karriere von Frauen in der Postdoktorandenphase,
2.3.3 Implementierung von Genderaspekten in Forschung und Lehre,
2.3.4 Qualifizierung von Frauen in den Natur- und Technikwissenschaften.
2.4 Aufbau des Dual Career Netzwerkes Berlin.”

Wie man sofort sieht, kommt der Begriff “Frauen” mehrfach, der Begriff “Männer” gar nicht vor, was einfach zu erklären ist, denn das Berliner Programm dient zur Vorteilsnahme, die weiblichen Bewerbern auf Stellen an Universitäten vorbehalten ist, dem, was man früher Quotenfrau genannt hat, also jemand, die sich nicht zu fein ist, die Hilfe vom netten Papa Staat anzunehmen, um auf eine Position zu gelangen, auf die sie sonst nie gelangt wäre.

Nun, da klar ist, dass im Rahmen des “Berliner Programms zur Förderung von Chancengleichheit für Frauen …” nur Frauen gefördert werden, übertragen wir diese Tatsache darauf, dass dieunpersönlich formulierte Ausschreibung der FU-Berlin eine Professur ausschreibt, die aus diesem als “Genderprogramm” bezeichneten Programm gefördert wird.

Deceibe infeigle obfuscateAls Ergebnis ergibt sich eine Täuschung männlicher Bewerber, die man nur auf kriminelle Energie bei den Verantwortlichen der FU Berlin zurückführen kann. Das Berliner Programm zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen wird als “Genderprogramm” ausgegeben, um darüber hinwegzutäuschen, dass nur Frauen auf die ausgeschriebene Stelle berufen werden können. Die Ausschreibung ist im unpersönlichen, schablonenhaften Stil gehalten, um darüber hinwegzutäuschen, dass die ausgeschriebene Stelle nur an eine Bewerberin vergeben werden kann und wird. Der Zusatz “Daher werden insbesondere Frauen aufgefordert, sich zu bewerben”, ist besonders perfide, denn er gaukelt männlichen Bewerbern vor, sie hätten eine Chance, auf die ausgeschriebene Stelle berufen zu werden.

Kurz: Die ganze Ausschreibung ist arglistig und dient der vorsätzlichen Täuschung männlicher Bewerber, deren Bewerbung als Feigenblatt dient, damit die Ausschreibung nicht auf den ersten Blick als die Diskriminierung männlicher Bewerber erkannt wird, die sie faktisch ist.

In Deutschland sind Unmengen von Juristen ständig unterwegs, um normale Bürger, die im Impressum ihrer Webpage einen Zahlendreher haben oder einen Paragraphenhinweis vergessen haben, abzumahnen und schnellen Reibach zu machen. Wo sind diese vermeintlichen Juristen eigentlich, wenn es um die systematische Täuschung und Diskriminerung einer Bevölkerungsgruppe geht? Haben sie etwa Angst? Ist es etwa leichter, bei Privatpersonen zu kassieren, die man vielleicht noch mit Juristenlatein beeindrucken kann als gegen tatsächliche Rechtsverstöße vorzugehen? Wozu braucht man eigentlich eine Berufsgruppe wie Juristen, die ein Monopol auf Gängelung von Dritten durch Abmahnungen und Rechtsberatung haben, wenn sich die entsprechenden Juristen lieber gegen Mitglieder der Bevölkerung richten als gegen staatliche Institutionen, deren Kontrolle ihnen eigentlich obliegt?

Wie auch immer, die W2 Professur für Romanische Philologie/Literaturwissenschaft Galloromanistik und Hispanistik wird mit Sicherheit nicht mit einem männlichen Bewerber besetzt. Wer sich dennoch bewirbt, sollte auch gleich die vorvormulierte Klage vor dem Berliner Verwaltungsgericht der Bewerbung beifügen und ansonsten ist wieder einmal festzustellen, dass es erstaunlich ist, dass in einem angeblichen Rechtsstaat, Recht offen gebrochen wird und niemand wehrt sich dagegen.

Übrigens steht im Logo der FU Berlin “Veritas, Justitia, Libertas”. Kann man sich einen größeren Hohn und Spott auf Veritas und Justitia und Libertas vorstellen als eine angebliche Universität, an der Ausschreibungen wie die dargestellte, möglich sind?

quotenfrauEin weiterer Etikettenschwindel, ein weiterer Betrug soll nicht unerwähnt bleiben. Es ist natürlich völliger Unsinn, wenn das Berliner Programm als Programm “zur Förderung der Chancengleichheit” bezeichnet wird. Denn es wird nicht die Chancengleichheit gefördert, weil Chancengleichheit längst besteht, wie die Tatsache belegt, dass an deutschen Universitäten mehr Frauen als Männer studieren. Gefördert wird Ergebnisgleichheit, also der Anteil von Frauen auf Lehrstühlen. Da man das Ergebnis “Professur” jedoch früher (also vor dem Berliner und dem Professorinnenprogramm) nur auf Basis von Leistung erreichen konnte, macht sich hier der Begriff Chancengleichheit besser. So kann man vertuschen, dass nicht der beste Bewerber, sondern die Bewerberin, die sich gerade zur Hure des Staates machen will, auf eine Professur berufen wurde. Hure deshalb, weil sie sich dafür bezahlen lässt, eine Position zu besetzen, die sie nicht im Wettbewerb mit anderen errungen hat, sondern dadurch, diesen Wettbewerb gerade zu vermeiden, und zwar durch den Ausschluss männlicher Bewerber, sich also für politisch-korrekte Zwecke an den Staat und seine Gender-Schergen verkauft.

Nutznießer-Domino: Weiterbildung zum Jungenarbeiter*

Das Bundesforum für Männer, eine von Steuerzahlern finanzierte Veranstaltung, deren Wert sich uns bislang nicht erschlossen hat, hat im neuesten Newsletter auf eine Weiterbildung zum Jungenarbeiter hingewiesen, die von der Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit Baden-Württemberg e.V. angeboten wird, und zwar in Kooperation mit der Aktion Jugendschutz, dem Paritätischen Jugendwerk, mit “Pfundskerle” Fachstelle Jungen- und Männerarbeit Tübingen, der Akademie der Jugendarbeit, dem Kommunalverband Jugend und Soziales Baden Württemberg und der LAG Mädchen Politik. Finanziert wird das Ganze vom Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren des Landes Baden-Württemberg, und damit sich das Ganze für die Veranstalter lohnt, müssen Teilnehmer noch einen Obolus von 950 Euro für die Teilnahme entrichten. Dafür erhalten sie am Ende ein Zertifikat, das sie als weitergebilderter “Jungenarbeiter*” ausweist.

ajsDie ganze Weiterbildung ist ein perfektes Beispiel dafür, wie sich Netzwerke bilden, deren Zweck darin besteht, sich gegenseitig zu beschäftigen und zu unterhalten und sich ein Einkommen aus dem Säckel der Steuerzahler zu sichern, und zwar mit einer Dienstleistung, deren Nutzen nicht benennbar ist, eben der zertifizierten Weiterbildung zum Jungenarbeiter:

Der zertifizierte Jungenarbeiter ist zum geschlechterbewussten Handeln in der Arbeit mit Jungen fähig, das wird dadurch erreicht, dass er sich im Rahmen der Weiterbildung “kontinuierlich begleitet von zwei Experten und zusätzlich angeregt von externen Referent*innen” … “Anliegen, Haltungen und Arbeitsweisen fundiert” erarbeitet. Damit nicht genug, werden doch zudem im Rahmen der Weiterbildung “der eigene Stand und die Haltung in der Arbeit mit Jungen reflektiert und zum anderen werden theoretische Ansätze in geeigneter Form mittels Inputs, Vorträgen und Literatur besprochen. Übungen zur Selbsterfahrung sowie gelingende Methoden für unterschiedliche Settings … werden erprobt”.

Kurz: Der zertifizierte Jungenarbeiter kann also irgend etwas Geschlechterbewusstes machen, was auch immer es ist und wofür auch immer es gut sein soll. Er hat sich Anliegen und Haltungen erarbeitet und fundierten Input in geeigneter theoretischer Form besprochen, und Selbsterfahrung, die hat er auch. Bleibt nur noch zu klären, ob es Jungen gibt, die zertifizierte Jungenberater nachfragen, die sich selbst ein unbekanntes Anliegen und eine ebenso unbekannte Haltung mit einen völlig unbekannten, aber fundierten Input erarbeitet haben.

Paritätisches Jugendwerk

Paritätisches Jugendwerk

Allerdings gibt es das, dessen Nutzen und Zweck man nicht benennen kann, von dem man nur sagen kann, dass es halt geschlechtsbewusst ist, nicht umsonst, nein, man muss es sich in sieben Modulen und an insgesamt 15 Tagen, die sich über den Zeitraum von einem Jahr schleppen, in Karlsruhe ersitzen und zudem ein “Expert*innen-Interview” führen und schriflich ausarbeiten. Und natürlich muss man die Seminarliteratur lesen. Vor allem die Experteninterviews, nein die Expert*innen-Interviews lassen hoffen, auf Experteninterviews, wozu auch immer, in schriftlicher Ausarbeitung. Der Versuch, den Anschein wissenschaftlicher Arbeit aufrecht zu erhalten, ist wirklich bemerkenswert, bemerkenswert, weil er zeigt, wie weit die Veranstalter von wissenschaftlichem Arbeiten entfernt sind (es ist eher nicht so, dass man in der Wissenschaft sagt: “Ey, mach’ doch mal ein Experteninterview, pardon, ein Expert*innen Interview”).

Angesichts dieses vielversprechenden Angebots haben wir uns die Besetzung
des “Seminars” mit “zwei Experten” und externen “Referent*innen” etwas genauer angesehen, und zwar entlang einiger “Lern-Module”.

  • Modul 1 beschäftigt sich mit “Grundlagen der Jungenarbeit und der geschlechterbezogenen Arbeit mit jüngeren Jungen”. Verantwortlich sind Armin Krohe-Amann und Kai Kabs-Ballbach, die für sich die pädagogische Leitung des ganzen Zertifizierungs-Zirkusses beanspruchen, und bei denen es sich vermutlich um die angekündigten beiden Experten handelt, die die Seminarteilnehmer “kontinuierlich begleiten”.
    Pfundskerle

    Pfundskerle

    Sie sind die beiden Vorstände der Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit e.V. Baden-Württemberg, beide sind Dipl. Päds. Kai Kabs-Ballbach ist zudem noch als Bildungsreferent des Paritätischen Jugendwerks tätig – also bei einem der Kooperationspartner. Und wen wundert’s: Armin Krohe-Amann ist zudem Geschäftsführer des nächsten Kooperationspartners, nämlich von Pfundskerle e.V. der Fachstelle “Jungen und Männerarbeit in Tübingen”. Eine Hand wäscht hier die andere.

  • Pundskerle bieten übrigens Hilfe bei Lebensfragen unter den Motti: “Leben ist ein Abenteuer, Leben heißt Bewegung und heißt sich bewegen”. Das lässt einiges befürchten, für die zertifizierte Weiterbildung zum Jungenarbeiter, etwa in der Form: “Junge sein ist ein Abenteuer. Junge sein heißt Bewegung, heißt sich bewegen (- jedenfalls kannst Du nicht bleiben, wie Du bist).” Hinzu kommt Hilfe bei Gewalt durch Pundskerle e.V., unter dem Motto: Gewalt ist bedrohlich, zerstört Beziehungen und am Ende verlieren alle”. Das Angebot richtet sich, wie könnte es anders sein, an diejenigen, die in ihrer Partnerschaft gewalttätig geworden sind, nicht etwa an Opfer von Gewalt, die es unter den Pfundskerlen wohl nicht gibt. Und wer angesichts dieser platten Vorurteile jetzt den Drang verspürt, seinerseits gewalttätig zu werden, der mag sich an Pundskerle e.V. oder den dortigen Geschäftsführer wenden.
  • Modul 2 konstruiert Geschlecht und “Cross-Work” und beschäftigt sich mit dem Evergreen: “Mit dem anderen Geschlecht arbeiten”. Dieses Evergreen hat man Jahrtausende lang nicht als die Schwierigkeit erkannt, die es anscheinend für manche nicht-Arbeiter darstellt, aus geschlechterbewusster Sicht. Aber jetzt gibt es zu unser aller Glück Claudia Wallner, die von sich sagt, dass sie ein “politisch denkender Mensch ist”. Und das leitet sie in ihrer Arbeit. Ja.Und dann ist ihr noch wichtig: “meinen Beitrag zu leisten an der Weiterentwicklung einer gleichberechtigten Gesellschaft, die nicht länger Menschen in unterschiedlich wertvolle Kategorien einsortiert, je nach Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, sozialer Schicht oder Bildung. Insofern ist Mädchenarbeit, ein wesentliches Thema meiner Arbeit”. Angesichts der Fähigkeit von Wallner, in nur zwei Sätzen einen Widerspruch zu produzieren, und sich einmal gegen die Kategorisierung nach Geschlecht zu wenden, um sich dann für Mädchenarbeit einzusetzen, also eben doch nach Geschlecht zu kategorisieren, kann man die Qualität von Modul 2 auch ohne daran teilzunehmen, gut einschätzen. Aber: Wallner ist selbständig und vermutlich waren ihr Krohe-Amann und Kabs-Ballbach einen Gefallen schuldig.

Und so geht es weiter in den Modulen, in denen die Vortragenden alte Spezis sind, die im gemeinsamen Nepotismus aufgehen und sich durch verschiedene Veranstaltungen tingelnd die Türklinke in die Hand geben.

  • KraftprotzEtwa in Modul 3, in dem es um “Prävention (wovon?) mit Jungen oder ‘einfach’ mit Jungen arbeiten. Körperlichkeit und Kampfesspiele” geht. Kampfspiele betreibt Josef Riederle, und zwar als geschützte Wortmarke: beim Bundespatentamt (Register-Nr.:30758830): “Nur Personen, die die gesamte Anleiterweiterbildung (72 UE) absolviert haben, bekommen die Erlaubnis, den Begriff Kampfesspiele zu nutzen und damit mit Jungen zu arbeiten”. Also schreiben wir hier von Kampfspielen (und sparen uns ein “es”), das ist zumindest nicht als Wortmarke geschützt. Die geschützten Kampfspiele werden von Kraftprotz (noch eine geschütze Wortmarke) – Bildungsinstitut (nicht geschützte Wortmarke) für Jungen und Männer vertrieben und sorgen bei Jungen für einen positiven Umgang mit männlicher Kraft und Aggression, einer Stärkung des Selbstvertrauens und der Handlungsfähigkeit, einer Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen und eine Erfahrung von Werten.Das alles und noch viel mehr wird neuerdings nicht mehr in 72 UEs, sondern in 88 Übungseinheiten vermittelt, aus denen der geschulte Kampfspieler (das patentierte “es” bitte bei Bedarf einfügen), der sich nunmehr auch als solcher (mit patentiertem “es”) bezeichnen darf, hervorgeht, und zwar mit umfassenden Kenntnissen: so weiß er darum, dass Jungen raufen wollen, kennt die Grundsätze der gewaltpräventiven Arbeit mit Jungen, hat Einblicke in eine männliche Sozialisation, ein Mysterium, das bislang den meisten Menschen auf diesem Planeten verborgen geblieben ist, kann de-eskalieren, was auch immer, und kennt die Grenzen pädagogischer Arbeit, was sehr wichtig ist, damit man sagen kann, warum die eigene Arbeit keinen Erfolg erbracht hat. Schließlich kann ein Kampfspieler (plus patentiertes “es”) die eigene Präsenz steigern (wow!), und er hat sich mit Ehre und Scham auseinandergesetzt, und zwar bevor er Schiedsrichterkompetenz erwirbt. Und ganz zum Schluss, ganz am Ende, lernt der Kampfspieler (“es” !) die “sinnstiftende und fördernde Gestaltung von Angeboten für Jungen u.a. durch Rituale”.

Und so geht es weiter mit Olaf Jantz und Uli Boldt ehe im letzten Modul all diejenigen, die bis dahin ausgehalten haben, mit dem Pädagogen Reinhard Winter geschlagen werden.

  • Reinhard Winter hat ein Buch über den Sachgegenstand “Jungen” geschrieben, mit dem Untertitel: “Eine Gebrauchsanweisung”. Es sind derartige Untertitel, die deutlich machen, dass man das Buch nicht weiter lesen muss. Wer es dennoch tut, der erhält, wie man im Feuilleton der FAZ nachlesen kann, Hinweise zu Dingen, die er bislang nicht wusste: Es tue Jungen gut, so folgert Winter auf Basis einer “schlecht nachvollziehbaren Psychoanalyse”, wie es in der FAZ heißt, wenn die Rollenverteilung in der Familie klar sei: “ich Tarzan, du Jane”. Die Schule, so weiß Winter, ist für “Jungen eine extreme soziale Situation …, denn dort stecken sie in der Vergleichsfalle: Ihre hingeschnunzten Hausaufgaben werden stets mit den sorfälig ausgemalten Heften der ohnehin in ihrer Entwicklung weiter fortgeschrittenen Mädchen verglichen …”.

Weiter?

Können Sie noch weitere platte Vorurteile ertragen?

  • Gut. Weitere Fragen, die Reinhard Winter für besonders relevant im Bezug auf die Erziehung von Jungen, jenen unbekannten Wesen, die über Jahrtausende von Personen erzogen wurden, die keine Ahnung hatten, mit wem sie es zu tun haben, für relavent hält, Fragen wie diese: “Bis zu welchem Alter darf die Mutter ihren Sohn küssen? Soll ich meinem Sohn helfen, wenn er gemobbt wird?” Wie schaffe ich es, mit einem Jungen zu reden?” Man sieht, der Untertitel ist kein Zufall. Für Winter sind Jungen tatsächlich Sachen, die man als ebensolche behandeln muss, denn Jungen sind nicht in der Lage, ihrer Mutter zu sagen, dass sie mit ihrem ständigen Geküsse nervt oder ihr zu sagen, dass sie sich mit ihrer Hilfeserotik besser an ihre Altersklasse hält. Jungen sind nicht in der Lage, den Mund aufzumachen und um Hilfe zu bitten, wenn sie sie wollen und man kann sie auch nicht fragen, nein, ob sie Hilfe wollen, muss über ihre Köpfe hinweg entschieden werden. Sie sind eben Sache, Objekt, das man in die eine oder die andere gewünschte Richtung schiebt, natürlich immer mit der Behauptung, dass man nur ihr Bestes wolle und was soll man auch anderes, als über ihre Köpfe entscheiden, schon das Reden ist ja bekanntlich ein Problem, das Reden mit dieser seltsamen Spezies, die die Menschheit seit Anbeginn in ihren Reihen kennt und mit der umzugehen sie erst heute und durch die Hilfe von Reinhard Winter lernt.

Und damit reicht es (uns jedenfalls).

Geld aus dem Fenster werfenDas Einzige, was wir noch anzufügen haben, ist der Hinweis darauf, dass die “Weiterbildung zum Jungenarbeiter*”, die keinerlei erkennbaren Nutzen erbringt, ein vollständiges “Input”-Geschäft ist. Mit anderen Worten: Die Steuerzahler in Baden-Württemberg werden zur Ader gelassen, um dieses Mal nicht das Mädchen- und Frauennetzwerk dabei zu unterstützen, Steuergelder zu verbrennen, sondern das Jungen und Männernetzwerk, das nicht minder dazu fähig ist, Steuermittel zu verkonsumieren, also ohne Mehrwert zu verschleudern. Es wäre für das Bruttosozialprodukt in jedem Fall sinnvoller, die Mittel, die für die “Weiterbildung zum Jugendarbeiter*” verschwendet werden, 20 ausgewählten Gesellen aus der der Arbeiterschicht in die Hand zu drücken, mit dem Auftrag, sich selbständig zu machen.

Falls jemand denkt, wir sind hier mit den Jungenarbeitern zu hart ins Gericht gegangen, wir lassen uns gerne weiterbilden. Schicken Sie uns Studien und Untersuchungen, die belegen, dass von dem, was im Rahmen der weiterbildung zum Jungenarbeiter als “Input” vermittelt wird, nachweisbar auch nur ein positiver Effekt auf Jungen ausgeht, der ihnen keine Gewalt antut, sie nicht nach eigenem pädagogischem Gutdünken zu dem umerzieht, was für die Sache “Junge” angeblich richtig ist.

Was man übrigens mit dem Zertifikat macht, das am Ende übergeben wird, ist vollkommen unklar, schon weil die vergebende Stelle in keiner Weise befugt ist, Biildungszertifikate auszustellen. Entsprechend dürfte das vermeintliche Zertifikat eine Form der Brownie Points sein, die Novizen im Netzwerk der dieses Mal Jungen-und-Männerberater-Sekte die nächste Stufe der Hierarchie erreichen lässt, die ihnen Zugang zu zukünftigen aus Steuergeldern finanzierten Maßnahmen verschafft.

Vomitismus (auch: Ralphismus)

ICD-10Wir beobachten es schon länger, aber ein Beitrag von Stefan Lauer auf Vice.com hat uns in dem, was wir beobachten, so sehr bestätigt, dass wir uns entschlossen haben, die WHO aufzufordern, in den ICD-10 eine neue psychische Störung aufzunehmen: Den Vomitismus, der in seiner ausgeprägten Form zum Ralphismus wird.

Die Diagnose der Störung umfasst aus wissenschaftlicher Sicht vier Kategorien, an denen sich die Anamnese des Vomitismus orientieren sollte:

  • Emotionale Hysteria;
  • Anmaßung und Egomanie;
  • übersteigerte Irrationalität;
  • körperliche Ausscheidungen vor allem in der Mundgegend (bekannt als Schäumen);

Prävalenz

Vomitismus als Störung ist bislang unerforscht. Prävalenzraten liegen entsprechend noch nicht vor. Erste Schätzungen gehen von 1,5% bis 3% Vomiteuren in der Bevölkerung aus. Wie viele psychische Störungen, so sind die Opfer von Vomitismus vornehmlich in der Mittelschicht zu finden. Vor allem unter Medienschaffenden liegen die Prävalenzraten deutlich über dem vermuteten gesellschaftlichen Durchschnitt. Vomitismus in seiner gesteigerten Form wird als Ralphismus bezeichnet.

Emotionale Hysteria

vomiteurVomitismus äußert sich vornehmlich im übermäßigen und ungezügelten Gebrauch derogativer Adjektive. Vomiteure und Vomiteusen generalisieren ihre Gefühle, wobei es sich bei den Gefühlen vornehmlich um Abneigungenhandelt. Vomiteure sind der Ansicht, ihre Abneigungen würden von allen geteilt, seien Gegenstand der allgemeinen Betrachtung.

Vomitismus äußert sich in einer hassgesteuerten Sprache, deren Zweck die Erniedrigung ist. Abweichungen von der eigenen Meinung oder der eigenen Lebensweise werden von Vomiteuren als bedrohlich empfunden und müssen entsprechend abgewertet werden.

Ein gutes Beispiel liefert Stefan Lauer:

“Es gibt diese Themen da draußen, von denen man zwar weiß, dass sie existieren, aber trotzdem ist man froh, dass man nicht darüber berichten muss. Unter anderem einfach deswegen, weil die Protagonisten schon von weitem wie die ärmsten Loser wirken, die man sich nur vorstellen kann. Und irgendwie ist es einem ja auch unangenehm in diese Verlierer-Biotope einzubrechen und auf der kleinen, widerlichen Welt rumzuhacken, die sich die Leute da aufgebaut haben. Lässt man sie halt lieber in ihrem hasserfüllten, niemals endenden Circle-Jerk gewähren …”

Die Passage macht Diagnosekriterium 1 sehr deutlich. Die eigene Welt wird absolut gesetzt und von der Außenwelt (“da draußen”) abgeschotten. Abgegrenzt von der als fremd und gefährlich empfundenen Außenwelt, fristet der Vomiteur sein Dasein, das er gegen jeden Versuch, die Außenwelt (“da draußen”) an ihn heranzutragen, verteidigt. Allerdings ist seine Beziehung zu dem “da draußen” ambivalent, denn einerseits ist das “da draußen” gefährlich, andererseits ist es anziehend und interessant, was in offenen Widersprüchen zum Ausdruck kommt, wie z.B. dem, dass über etwas berichtet wird, über das man eigentlich froh ist, nicht berichten zu müssen, was nur damit erklärt werden kann, dass das “da draußen” einen so großen Reiz auf den Vomiteur ausübt, dass er, obwohl er es nicht muss, nicht anders kann als sich damit zu beschäftigen. Damit erfüllt er das Kriterium des Kontrollverlusts, denn nicht mehr der Vomiteur steuert sein Handeln, sondern das, was ihm angeblich zuwider ist.

Anmaßung und Egomanie

imposterAnmaßung und Egomanie gehen beim Vomitismus Hand in Hand. Der Vomiteur denkt nicht nur, alle Welt interessiere sich für seine Gefühle und Deutungen, dafür, was ihm widerfahren ist, er denkt auch, eine Position, die er inne hat, transzendiere ihn gleichsam vom Positionsinhaber zum fähigen, zum qualifizierten Positionsinhaber, zum Positionsinhaber mit Urteilsvermögen. Vor allem die zuletzt beschriebene Manie wurde im Rahmen Studien, wie sie Harold Garfinkel in seiner berühmten Agnes Studie oder Erving Goffman auf grundsätzlichere Art und Weise betrieben haben, immer wieder offengelegt. Sie besteht darin, dass Personen denken, sie würden wesenhaft eins mit ihrer Position. Weil sie die Position eines Wissenschaftlers inne haben, denken sie, sie seien Wissenschaftler. Weil sie die Position eines Lehrers inne haben, denken sie, sie seien Lehrer. Weil sie die Position eines Journalisten inne haben, denken sie, sie seien Journalist.

Kern dieses Essentialismus ist es, dass nicht Leistung und Fähigkeit als definierende Kriterien zur Bestimmung herangezogen werden, sondern die schlichte Besetzung einer Position, ein Phänomen, auf das die international renommierte Bildungsforscherin Dr. habil. Heike Diefenbach bereits mehrfach hingewiesen hat. Die Egomanie, die Grundlage dieses Essentialismus ist, lässt es nicht zu, dass Vomiteure an ihren Fähigkeiten zweifeln, denn dass es jemanden geben könne, der sie anhand ihrer Fähigkeiten beurteilt, ist ihnen unvorstellbar, während es für sie völlig normal ist, durch die Welt zu schwanken und andere zu beurteilen.

Und so ist Stefan Lauer, der die Position “Redakteur” bei deutschen Ableger von Vice.com besetzt, der Ansicht, er sei ein Redakteur und als solcher in der Lage, Beiträge von allgemeinem Wert und allgemeinem Interesse zu schreiben. Entsprechend werden seine Befindlichkeiten zu einem journalistischen Text, entsprechend werden die Beschimpfungen, die er gerne mag, zu einem journalistischen Text, entsprechend werden alle Standards, die man normalerweise, als “normaldenkender Mensch”, wie Lauer wohl sagen würde, an einen journalistischen Text heranträgt, dem Vergessen anheim gestellt: Es findet keine Weitergabe von Information statt. Es gibt keine Argumentation. Es gibt keine Begründung. Es gibt keinen roten Faden im Text. Alles geht unter im überstarken Drang, ein als Gegener empfundenes Gegenüber vor aller Welt zu erniedrigen und der Lächerlichkeit preis zu geben, ein Bemühen, das mehr über den Vomiteur als über seine Gegner aussagt.

Denn: wie Garfinkel bereits am Beispiel von Agnes, einem Transsexuellen, dargestellt hat, das soziale Geschlecht ebenso wie die soziale Position wird an Ansprüchen und Erwartungen gemessen. Entsprechend muss Agnes lernen, wie sie sich nunmehr als sozial weiblich verhält, angefangen von der Art zu gehen und sich zu kleiden, bis hin zur Art zu sprechen. Gleiches gilt für die soziale Position des Journalisten: Nicht jeder, der Worte zu Papier bringen oder in den Monitor eintippen kann, ist ein Journalist. Nur der, der die sozialen Erwartungen erfüllt, die an Inhaber von entsprechenden Positionen gestellt werden, ist Journalist.

Es zeichnet Vomiteure aus, dass sie ihre eigenen Bedürfnisse und ihre eigenen Fähigkeiten überschätzen und soziale Ansprüche, die an sie und ihre Position gerichtet sind, nicht zur Kenntnis nehmen. Sie zeichnen sich entsprechend durch eine eindeutige a-Sozialität aus.

Übersteigerte Irrationalität

Free lunchDie beiden genannten Kriterien des Vomitismus werden durch eine übersteigerte Irrationalität ergänzt, die der eigenen Zielverfolgung dient. Die Vomiteure bedienen sich kruder Vorurteile, grober Verallgemeinerungen und heftigstem Rassismus, um ihr Ziel, den von ihnen ausgewählten Feind zu erniedrigen, zu erreichen.

Wieder liefert uns Stefan Lauer hervorragendes Anschauungsmaterial:

“Man kann es sich bildlich vorstellen: deutsche, heterosexuelle Männer, die vom Leben und ihren geschiedenen Frauen enttäuscht sind, sitzen am Rechner und liefern sich hasserfüllte Diskussionen auf Wikipedia. Vermutlich im Unterhemd und mit Bierflasche und Chipstüte in Reichweite. … Aber bei Männerrechstaktivisten wird es innerhalb kürzester Zeit dermaßen unappetitlich und strohdumm, dass man nach einer halben Stunde surfen auf ihren Websites am liebsten den Bildschirm mit Scheuermilch abreiben würde. … Gott sei Dank hat man es hier größtenteils mit traurigen Trollen zu tun, deren Leben ganz anders geworden ist, als sie es sich damals ausgemalt hatten, als sie noch keine Bierbäuche hatten und ihre dritte Scheidung noch in weiter Ferne lag.”

Wie am Beispiel deutlich wird, ist der Vomiteur nicht in der Lage, seine Gedanken und seine Sprache zu kontrollieren. Entsprechend gibt er seine Phantasien von Gruppen, deren Mitglieder (Mehrzahl) er nicht kennt, ab, obwohl er keine Daten über die von ihm gehasste Gruppe hat. Der Realitätsverlust des Vomiteurs ist so ausgeprägt, dass er sich aufschwingt, auf der Basis von sehr begrenzten Informationen eine ganze Gruppe zu diffamieren, ein Vorgang, den man gewöhnlich unter dem Begriff des Rassismus fasst, der ja nichts anderes beschreibt als die negativ stereotypisierte Darstellung einer gesellschaftlichen Gruppe (alle sind: “strohdumm”, “unappetitlich”, “im Unterhemd”, “mit Bierfalsche”, “mit Chipstüte”, “mit Bierbauch” und geschieden).

Auch hier weiß der Vomiteur nicht, dass seine Aussagen mehr über das, was ihm normal vorkommt, deutlich machen als über diejenigen, die er mit seiner Emotionalität verfolgen will. So kann man z.B. über Stefan Lauer sagen, dass er aus einer Mittelschichtsfamilie kommt, in seinem Leben noch keine körperliche Arbeit ausgeübt hat, den Genußfaktor, der davon ausgeht, ein Rugby-Spiel mit Bier und Chips zu verfolgen, nicht kennt. Die Unfähigkeit, die “da draußen” anders als in derart plumpen Vorurteilen wahrzunehmen, die Unfähigkeit zum looking class self, wie es George Herbert Mead genannt hat, ist ein weiteres Charakteristikum der Vomiteure, ein weiterer Beleg für ihre a-Sozialität.

Körperliche Ausscheidungen

evolutionSchließlich kommt es in den besonders schweren Fällen des Ralphismus zum Kontrollverlust über körperliche Ausscheidungen. Ein Hinweis dazu findet sich bei Stefan Lauer z.B. wenn er schreibt, dass er “am liebsten den Bildschirm mit Scheuermilch abreiben würde”, eine Notwendigkeit, die nur dadurch entstehen kann, dass etwas aus Richtung dessen, der vor dem Monitor sitzt, auf den Monitor gelangt ist. Dies ist konsistent mit unseren Hypothesen, nach denen sich bei besonders schweren Fälle von Vomitismus, die wir als Ralphismus bezeichne, ein Kontrollverlust über körperliche Ausscheidungen einstellt, der vom Schaum vor dem Mund über das unkontrollierte Speichelbilden, bis zu sonstigen Ausscheidungen, die die Umwelt in Mitleidenschaft ziehen, etwa in der Weise, die eine Reinigung mit Scheuermilch notwendig macht, reicht.

Alles in allem muss man feststellen, dass Vomiteure die Welt mit ihrer traurigen Existenz heimsuchen und aufgrund ihrer a-Sozialität und ihrer Angst vor denen “da draußen” nicht anders können als Vomiteur zu sein, andere zu beschimpfen und dazu aufzurufen, die “da draußen” zu “dissen”, wie das heute heißt, also: “jemanden herabwürdigen, verächtlich machen, heruntermachen, diskreditieren, diskriminieren”, womit das Bild einer dissoziativen Störung, die sich als Vomitismus äußert, abgerundet wäre.

Nachtrag:

Ein letztes Kriterium, das wir bislang noch nicht angesprochen haben, hat die moralische Entwicklung von Vomiteuren zum Gegenstand. So hat Stefan Lauer seine Beleidigungs-Orgie unter dem Titel “Die traurige Welt der Antifeministen” veröffentlicht und mit einem Gorilla bebildert. Man stelle sich das entsprechende Bild in einem Text über Schwarze vor, man stelle sich die vielen derogativen Adjektive im Text in einem Beitrag über Frauen vor. Wer diese Vorstellung bilden kann und zudem in der Lage ist, eine Verbindung zu moralischer Integrität herzustellen, wird schnell bei der Erkenntnis landen, dass man sich nicht auf ein hohes moralisches Ross setzen und mit Dreck um sich werfen kann, wenn man andere als Dreckschleudern diffamieren will. Dieser letzte Punkt rundet das Bild des Vomitisten als egomanem a-Sozialen ab, der nur in seiner Schutzwelt, die vor denen “da draußen” gesichert ist, existieren kann und der keinerlei moralische Urteilfähigkeit entwickelt hat, wie es nach Ansicht von Piaget bereits Kinder im Alter von rund 10 Jahren zu bilden in der Lage sein sollten.

Anti-Genderismus: Ein Gespenst geht um in Europa

Kritische Uni KasselEin Gespenst geht um in Europa, nein, nicht in Europa, in Deutschland, genauer in Kassel, an der “Kritischen Uni Kassel”. Aber: An der Kritischen Uni Kassel wird reagiert, gegen das Gespenst Stellung bezogen, und zwar mit einer Solidaritätsbekundung, die “angefeindeten” Wissenschaftlern, nein falsch: “angefeindeten Wissenschaftler*innen” gilt: Ehrlichen und wackeren, aufrechten und innovativen, guten und fähigen Wissenschaftlern (wir haben die Adjektive, die die Kritischen aus Kassel sich nicht auszusprechend trauen, ausgesprochen), deren Arbeit

“… in der Reihe eines kritischen Verständnisses von Wissenschaft [steht]. Sie nehmen kritische Distanz zu der Alltagsgewissheit einer vermeintlichen Normalität des heterosexuellen Begehrens und geschlechtlicher Zuschreibungen ein…”.

Was hier so wortreich in Kauderwelsch gepackt wird, der den Feigen als Schutz vor ihren eigenen Absichten dient, die sie sich auszusprechen nicht trauen, ist Folgendes:

Pirincci

Akif Pirincci hat es hier für seine Verhältnisse vornehm und seriös auf den Punkt gebracht, worin die “kritische Distanz zur Normalität des heterosexuellen Begehrens” besteht, darin, Analverkehr in Schulen zu lehren – unter anderem. Das nämlich fordert Elisabeth Tuider, die Kasseler Professorin, deren Namen niemand mehr in den Mund nehmen mag, mit der sich kein noch so großer Solidaritätsbekunder in zu enger namentlicher Nähe sehen lassen will. Entsprechend bleibt sie ungenannt, auch in jener Solidaritätsadresse, mit der eine vorgeblich “Kritische Uni Kassel” dafür wirbt, doch solidarisch zu sein. Solidarisch womit ist nicht ganz klar, solidarisch wogegen, dagegen schon: Gegen den Anti-Genderismus.

Caspar the friendly ghostDer Anti-Genderismus, für alle, die es nocht nicht wissen, ist eine “Bewegung”, eine “Anti-Genderismus-Bewegung”, die offensichtlich die Genderisten das Fürchten lehrt. Die Anti-Genderismus-Bewegung ist jenes Gespenst, von dem Eingangs die Rede war, jenes Gespenst, das in den Geistern der ins Bockshorn Gejagten die mannigfaltigsten Alp-Formen annimmt, die alle eines gemeinsam haben: Sie fragen nach der Berechtigung des Genderismus, der, wie man der Solidaritätsadresse aus dem kritischen Teil der Universität Kassel entnehmen kann, mit dem Feminismus deckungsgleich ist.

Dieser Anti-Genderismus macht nach Ansicht der angeblich kritischen Kasseler Stimmung, und zwar mit “Vehemenz”. Er “tituliert” und “verbrämt”, er “diffamiert” und “hetzt”, er findet vornehmlich in “sozialen (!sic) Medien” statt, und “schmäht” in “schockierendem Ausmaß”. Das alles schreiben die Kasseler Kritischen auf einem Blog, mithin einem sozialen Medium, und sie schreiben es, um den Anti-Genderismus, das Gespenst, das sie nicht loswerden, zu schmähen, zu diffamieren, dagegen zu hetzen.

Ja, soweit sind wir mittlerweile gekommen, soweit, dass angebliche Wissenschaftler, nein angehende Wissenschaftler, die sich schon jetzt als kritische Wissenschaftler ausgeben, eine Solidaritätsadresse voller derogativer Formulierungen packen, für die nicht ein einziger Beleg erbracht wird – in ganz und gar unkritischer Tradition.

Die Behauptungen stehen losgelöst im Raum und warten auf den Leichtgläubigen, der sie glaubt und solidarisch ist. Ebenso losgelöst stehen die unzähligen “*” und Hochkommata im Raum, von denen man nicht so wirklich weiß, was sie sollen. Scheinbar sind sie eine Art Geheimsprache, die sich nur dem Sektenmitglied erschließt. Von Wissenschaftlern, auch von angehenden Wissenschaftlern, selbst von solchen, die über dieses Ausgangsstadium wahrscheinlich nie hinauskommen, hätte man erwartet, dass sie ihre Solidarität begründen, dass sie erklären und nicht mit der Inbrunst der eigenen Überzeugung, die natürlich wahr, wahrer als wahr und in jedem Fall unhinterfragbar ist, schwadronieren. Dass ausgerechnet “selbsternannte” kritische Wissenschaftler eine derartige Solidaritätsbekundung verfasst haben, transformiert die Angelegenheit von lächerlich zu traurig.

worship with usWas das Solidaritäsgebettel jedoch völlig diskreditiert, ist der Duktus der Aufgeregtheit, der sich nur einzustellen vermag, wenn das Heiligtum eines Kults gefährdet ist, wenn es jemanden gibt, der die zugewiesene Heiligkeit des Fetisches in Frage stellt, jemand, der ein Sakrileg, eine Häresie begeht, etwas noch nicht Dagewesenes, etwas, das die eigene Existenz, die Existenz derjenigen, die seit Jahren und ohne dass sie sich rechtfertigen müssen, an deutschen Universitäten auf Kosten von Steuerzahlen ein sattes Dasein führen und sich die Zeit mit dem Sinnieren über Analverkehr und die Einrichtung eines Bordells vertreiben, in Frage stellt. In der Anthropologie nennt man das eine Tabu-Verletzung und dass angebliche kritische Wissenschaftler sich von einer Tabu-Verletzung gefährdet fühlen, dass sie besorgt darauf reagieren, wo sie doch selbst für Tabu-Verletzungen z.B. im Hinblick auf den Analverkehr 14jähriger stehen, ist doch sehr seltsam, nein: kindisch.

Und jetzt gibt es plötzlich Widerstand.
Jetzt gibt es plötzlich Wissenschaftler, die fragen nach der wissenschaftlichen Fundierung des Genderismus und damit nach seiner Berechtigung, an einer Universität betrieben zu werden.

Unerhört und entsprechend von Genderisten boykottiert.

Jetzt gibt es plötzlich Wissenschaftler, die untersuchen, was Genderisten nur behaupten, und dabei kommen sie zu Ergebnissen, die dem bisherigen Nutznießen, das Genderisten so gut betreiben, im Wege stehen.

Sie zeigen z.B., dass es kein Gender Pay Gap gibt, so wenig wie es eine Gläserne Decke gibt. Sie zeigen, dass Genderismus erhebliche Folgen für das gesellschaftliche Miteinander hat, das gesellschaftliche Klima vergiftet und eine Vielzahl von Opfern zurücklässt.

Auf ein derartiges wissenschaftliches Hinterfragen der Grundlagen des Genderismus reagieren die angeblich so kritischen Genderisten aufgeregt. Wie ein Hühnerhaufen laufen sie durcheinander. Fast, dass man seinen Spass daran hätte, wären es nicht Lehrstuhlbesetzer und sonstige Insassen von Hochschulen, die hier zetern und Behauptungen aufstellen und unterschreiben, die jeden wirklichen Wissenschaftler vor Scham im Boden versinken lassen:

“Beispielsweise werden die empirisch auffindbaren Einkommensunterschiede zwischen Frauen* und Männern* geleugnet, die Benachteiligungen von Frauen* abgestritten und im Gegenteil in Benachteiligungen von Männern* gewendet, die Gleichstellung als Männerhass interpretiert, Verunreinigungen der Sozialwissenschaften im deutschsprachigen Raum konstatiert und vielfältige Lebensweisen und Sexualitäten offen diskriminiert. Das Ausmaß und die Vehemenz der diskriminierenden, homofeindlichen und rassistischen Äußerungen sind nicht nur erschreckend, sondern ein offener Angriff auf die Menschenwürde.”

AnonymityNiemand leugnet Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen, jedenfalls niemand, der mit zwei Beinen in der Realität steht. Die Behauptung ist somit falsch. Die Benachteiligung von Frauen wird dagegen in der Tat und wissenschaftlich begründet bestritten, ja als Lüge zwecks rent seeking entlarvt. Benachteiligung ist eine aktive Zurücksetzung von Frauen gegenüber Männern. Bislang ist es den Genderisten noch nicht gelungen, ein systematische Benachteiligung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts zu belegen. Die Behauptung mag Genderisten zweckdienlich sein, aber sie ist nicht fundiert. Und so geht es weiter in einem Klagelied, das man seinerseits nur beklagen kann. Denn offensichtlich verfügen die Autoren dieses Solidaritätsaufrufs, die sich bezeichnender Weise hinter dem Namen “Cäs Per” verstecken, über keinerlei Belege, die ihre Aufgeregtheit und ihre Behauptungen zu stützen im Stande sind. Ein Gespenst geht eben um in Europa, und vor allem in Kassel.

Vermeintlich Kritische Wissenschaftler verstecken sich also hinter einem Pseudonym, das eher an Kasper als an Wissenschaftler erinnert, und diese anonymen Personen, rufen anonym zu einer Solidaritätsbekundung für nicht näher genannte, also anonyme Personen auf, die von genauso anonymen, weil ungenannt bleibenden Personen, angeblich diffamiert werden, wobei der Wortlaut der Diffamierung auch anonym ist. Kann man Wahnsinn eigentlich steigern? Wenn ja, wie? Z.B. dadurch, dass man diesen anonymen Firlefanz mit Namen unterschreibt und damit zu erkennen gibt, dass man prinzipiell mit etwas solidarisch ist, auch wenn man nicht weiß, was es ist?

Bleibt die Vehemenz. Sicher nimmt jemand, der bislang ein unbesorgtes und von Ressourcenknappheit ungetrübtes Leben geführt hat, eine gewisse Vehemenz wahr, wenn ihm abverlangt wird, er solle sein Dasein nunmehr begründen und zeigen, was dieses Dasein für die Gesellschaft an Positivem und Produktivem bringt. Ob es zur Abwehr dieser Aufforderung ausreicht, zu behaupten, man sei “diskriminierenden, homofeindlichen und rassistischen Äußerungen” ausgesetzt [wo, so fragen wir, ist der Sexismus, wo die Berücksichtigung von Trans- und Intersexuellen, man darf doch wohl von Anhängern des Gender-Glaubens erwarten, dass sie ihr Glaubensbekenntnis fehlerfrei aufsagen können], bleibt abzuwarten. In jedem Fall kann festgestellt werden, dass der Katechismus des Genderismus immerhin auf Homosexuelle (als bessere Männer und Frauen?) erweitert wurde.

Besonders gut hat uns dieser Teil gefallen:

“So werden nicht nur Wissenschaftler*innen aus den Bereichen der kritischen Geschlechter- und Sexualwissenschaften diffamiert und bedroht, sondern auch Kampagnen über das Netz gestartet, die mit bemerkenswerten Verdrehungen von empirischen Forschungsergebnissen den Gender Studies an Universitäten ein Ende setzen wollen.”

- wird hier doch deutlich, worum es eigentlich geht, nicht um diese Frau Tuider, die niemand außer uns beim Namen zu nennen bereit ist. Nein, die Genderisten haben Angst. Sie haben Angst als die Blender erkannt zu werden, die sie nun einmal sind, als Behaupter ohne Begründung, als Forscher ohne Gegenstand, als Ausleber der eigenen Grillen, die manch andere als Perversion bezeichnen.

Um so wichtiger ist unsere Petition, die der öffentlichen Finanzierung von Genderismus an Schulen und Hochschulen ein Ende setzen will, um so wichtiger ist die Frankfurter Erklärung, die sich gegen Gleichstellung und Rent seeking durch Quoten richtet, fast ist man geneigt zu sagen, nie waren beide wichtiger als heute, heute, da die Genderisten vor Angst durch den Hühnerhof flattern und sich fragen, ob sie morgen noch einen Wirt finden, der sie finanziert.

Join the Anti-Genderism-Movement

Join the Anti-Genderism-Movement

Unsere Petition (nicht Kampagne) ist im Gegensatz zur Solidaritätsadresse begründet und hier zu finden, für alle, die den Unterschied zwischen Wissenschaft und Genderismus erkennen können. Außerdem stehen wir mit unserem Namen zu unserer Kritik, ganz im Gegensatz zu den angeblich so kritischen und doch anonymen Wissenschaftlern aus Kassel.

Bleibt abschließend anzufügen, dass wir nicht wissen, was dieser gesamte Firlefanz nun eigentlich soll. Wenn die angeblichen kritischen Wissenschaftler aus Kassel der Ansicht sind, Genderismus werde angefeindet, was wäre einfacher als Argumente dafür zu bringen, dass Genderismus als Wissenschaft eine Begründung hat und Erkenntnisse bringt, die nützlich sind? Nicht nur wir, sondern alle Mitglieder der heute gegründeten Anti-Genderismus-Bewegung sind außer Stande, den Nutzen, der von Genderismus ausgeht, auch nur ansatzweise zu erkennen. Was steht der entsprechenden Erhellung von uns Ungläubigen nur im Wege? Die Fragen, die an Genderisten gestellt werden und deren Beantwortung jeden Zweifel daran, dass Genderismus eine Wissenschaft ist und Sinnvolles produziert, beenden würde, liegen auf dem Tisch – bislang unbeantwortet. Deshalb hier noch einmal die Fragen, die Genderisten bislang nicht zu beantworten willens oder im Stande sind:

Brauchen wir Professuren für Genderforschung an deutschen Hochschulen?

Fragen zur wissenschaftlichen Fundierung von Genderismus.

Grundsätzliche Fragen zur Wissenschaftlichkeit von Genderismus.

Wenn es bereits eine verwerfliche Praxis darstellt, Fragen zu stellen, wenn Kritik als Verunglimpfung und Diffamierung dargestellt wird, dann hat sich die Wissenschaft in Deutschland und vor allem die kritische Wissenschaft bereits in die Fänge der Gender-Gläubigen begeben und der Idee von Wissenschaft abgeschworen, sie mit opportunistischem Gender-Glauben ersetzt. Und wie es mit der Menschenwürde vereinbar ist, zu versuchen, Kritiker mundtot zu machen, sie zu diffamieren und zu ächten, ist eine Frage, die die Kritischen Kasseler zusätzlich zu den oben zusammengestellten Fragen sicher gerne beantworten, schließlich wollen sie kritisch sein.

P.S.

Es wäre interessant zu erfahren, wie der Rektor der richtigen Universität Kassel zu der Aktion der kritischen Universität Kassel, die auf seinen Verantwortungsbereich zurückfällt,  steht, vor allem wie er die Anonymität von Aufrufen, die im Namen der “Kritischen Universität Kassel”, die man leicht mit der richtigen Universität Kassel verwechseln kann, sieht. Vielleicht fragt ihn jemand und berichtet uns die Antwort.

Das Anstands-Gap: Lügen, Falschaussagen und Gender Pay

Verzweiflung ist etwas, was nur Intelligente empfinden können, denn es bedarf eines gewissen Quantums an Verstand, um über Dinge verzweifelt sein zu können, denn Verzweiflung resultiert aus der Kenntnis, dass das, was die Verzweiflung auslöst, nicht so sein muss, anders sein könnte, ja müsste, wenn Grundlagen, Erkenntnisse weiter verbreitet wären, wenn nicht jeder, der sprechen kann, dächte, er müsse zu allem den Mund aufmachen, wenn nicht …, nun, es ist eben zum verzweifeln.

Niemand hat Verzweiflung angesichts einer Mauer aus Dummheit und stoischem Behauptens, der Baum, gegen den man laufe, sei gar kein Baum, besser zum Ausdruck gebracht als Karl Raimund Popper, der zeitlebens versucht hat, Naheliegendes zu verbreiten, nämlich dass man von begrenztem Wissen nicht auf unbegrenztes Wissen schließen kann – unter Philosophen bekannt als so genanntes Induktionsproblem:

Logik der Forschung“Es ist jetzt 50 Jahre her, seit ich im Jahre 1932 das abgeschlossene Manuskript meines Buches Die beiden Grundprobleme der Erkenntnistheorie … Rudolf Carnap und Herbert Feigl und einigen anderen Wissenschaftstheoretikern und auch einem Physiker, Franz Urbach, zu lesen gab. [...] Jetzt, nach 50 Jahren, wird die triviale Einsicht, dass es keine probabilistische Induktion gibt, noch immer von den meisten Wissenschaftstheoretikern bekämpft – wenn auch nicht so heftig als vor 20 Jahren. Ich habe in dieser Zeit immer wieder neue [mathematische] Beweise vorgelegt, die mir einfach und überzeugend erschienen. Keiner dieser Beweise wurde je widerlegt. Die induktivistische Einstellung war geradezu Allgemeingut, und sie ist es ja noch immer. So wurden meine Beweise nicht ernst genommen.
Der hier abgegebene Beweis scheint mir (wie der jeweils letzte meiner Beweise) der beste zu sein, und der einfachste, den ich bisher gegeben habe. Er ist auch wohl der letzte, den ich, als 80jähriger, in diesem Buch veröffentlichen werde. (…) Ob mein letzter und einfachster Beweis [...] endlich Beachtung finden wird oder zumindest eine sachliche und ernste Kritik?” (Popper, 1994: 444).

Man sieht, die Ignoranz, mit der von Vertretern bestimmter Interessen Belege ignoriert werden, die die Behauptungen, mit denen sie ihre Interessen durchsetzen wollen, widerlegen, ist kein neues Phänomen. Es scheint, dass das Spiel mit der Dummheit und der Leichtgläubigkeit anderer gerade von denen sehr erfolgreich betrieben wird, die über keinerlei empirische Basis, über keinerlei Belege für ihre Behauptungen verfügen.

Das ist die Einleitung zu einem Hinweis, den wir Günter Buchholz verdanken. Er hat uns auf die Seite “Equal Pay Day” Aufmerksam gemacht. Dort wird die alte Lüge des Gender Pay Gaps in einer Weise vorgebracht, bei der man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll.

Vorab zur Einordnung: Es gibt in westlichen Ländern kein Gender Pay Gap.

Deceibe infeigle obfuscateUnd zur theoretischen Einordnung: Das Gender Pay Gap geht auf Ökonomen wie Oaxaca und Blinder zurück, die eine diskutierbare Behauptung aufgestellt haben, nämlich dass dann, wenn man Lohnunterschiede über Variablen erklärt, die einen Effekt auf die Lohnhöhe haben, Variablen wie Bildung, Erfahrung, Arbeitszeit, Branche usw., und am Ende bleibt ein Residuum, ein Teil, der nicht erklärt werden kann, dann könne man diesen unerklärten Teil als Ergebnis von Diskriminierung auffassen. Wie so oft, bewegen sich die entsprechenden Ökonomen in einer Modellwelt, denn die Interpretation des Residuums als Diskriminierung setzt voraus, dass alle Variablen, die einen Effekt auf die Höhe des Entgelts haben, in der Erklärung berücksichtigt sind. Wenn es unter den Lesern jemanden gibt, der mit empirischen Daten hantiert und es schon einmal geschafft hat, die gesamte Varianz seiner abhängigen Variablen zu erklären, dann soll er sich bitte melden, denn bislang ist uns kein einziger Fall bekannt, in dem dies gelungen wäre. Kurz: Zu behaupten, dass das, was man nicht erklären kann, Ergebnis von Diskriminierung sei, ohne die Behauptung anhand empirischer Daten zu prüfen, ist gelinde gesagt haarig, ohne Zurückhaltung ein Ausbund an Unfug, den man von gestandenen  Ökonomen so nicht erwartet hätte.

Das rhetorische Figur des Gender Pay Gap ist gefundenes Fressen für all diejenigen, die sich mit seiner Vermarktung selbst bereichern wollen, wie z.B. die oben verlinkte Seite “Equal Pay Day”, eine Seite, die an Unsinnigkeit kaum zu überbieten ist.

Zu Beginn wird behauptet, das (nicht existente) Gender Pay Gap betrage in Deutschland 22%. Der Behauptung folgt der Aufreger der in der weiteren Behauptung besteht, dass Frauen 80 Tage umsonst arbeiten würden, denn 22% von 365 Tagen sind 80 Tage.

Kennen Sie jemanden, der 365 Tage im Jahr arbeitet? Nicht einmal Selbständige machen das. Aber Arbeit und Arbeitstage scheinen den Betreibern der Seite zum Equal Pay Day, um Henrike von Platen ebenso fremd zu sein wie logisches Denken. Zudem scheint es sich zu von Platen und Genossinnen nicht herumgesprochen zu haben, dass es Sonn- und Feiertage gibt, ganz zu schweigen vom bezahlten Urlaub, alles Tage, an denen nicht gearbeitet wird und die von den 365 Tagen abgezogen werden müssen – was sie natürlich nicht werden, denn von Platen und Genossinenn geht es nicht um die Wahrheit, sondern darum, Effekte zu erzielen, Effekte der Bestürzung und der Entrüstung bei Leichgläubigen, bei Dummen, bei denen, die von Platen und Genossinnen für ihre Zwecke instrumentalisieren wollen.

Und deshalb geht es weiter im Lügen-Konzert. Die 22%, die eben noch als Fanal der Benachteiligung armer Frauen durch böse Bonzen präsentiert wurden, werden sodann berechnet, und zwar als Differenz zwischen dem durchschnittlichen Bruttostundenlohn von Männern und dem durschschnittlichen Bruttostundenlohn von Frauen. Seltsamerweise ergibt die unbereinigte Lohnlücke, die dabei herauskommt, einen Prozentwert, der wiederum die Relation beider durchschnittlichen Bruttostundenlöhne zueinander abbildet, aber es ist ja bekannt, dass diejenigen, die sich für Geschlechterfragen einsetzen mit MINT so ihre Probleme haben und selbst rudimentäres Prozentrechnen ist Mathematik.

Sodann gibt es ein Zugeständnis, nämlich das Zugeständnis, dass man die Leser bislang belogen hat, denn die 22% sind irrelevant, sind ein angeblich unbereinigtes Gap, etwa so, wie es im Vergleich der Entgelte zwischen der Putzfrau Elfriede W und Frau von Platen besteht. Bereinigt man das unbereinigte Gender Pay Gap, also führt man die erklärenden Variablen ein, was der eigentliche Witz an diesem unsäglichen Konstrukt des Gender Pay Gap ist, von denen oben die Rede war, dann so lernen wir, passiert Folgendes:

Lies nothing but lies“Zieht man die erklärbaren Prozentpunkte von den 22 Prozent ab, erhält man den so genannten bereinigten Gender Pay Gap. Der bereinigte Gender Pay Gap lässt sich nicht auf erklärbare, strukturell unterschiedliche arbeitsplatzrelevante Merkmale zurückführen. Das bedeutet, dass Frauen auch bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit je Stunde weniger verdienen als Männer. Für den bereinigten Wert des aktuellen Gender Pay Gap liegen noch keine aktuellen Zahlen vor. Er lag nach einer Mitteilung des Statistischen Bundesamts von März 2012 bei durchschnittlich 8 Prozent.”

In der Wissenschaft, also in jenem vermeintlich männlichen Unterfangen, das sich nicht mit Ideologie, sondern mit der Empirie und der Erklärung derselben beschäftigt, ist ein Fehlschluss bekannt: der “Ökologische Fehlschluss”. Der “Ökologische Fehlschluss” hat, wie vermutlich manche, besonders aus dem Lager von Frau von Platen denken, nichts mit Umweltschutz zu tun, nein, er hat etwas damit zu tun, dass man Zusammenhänge, die man auf der Aggregatebene findet, nicht umstandslos auf die Individualebene übertragen kann.

Angenommen, wir finden einen Unterschied im IQ auf der Aggregatebene: Aktivisten, die sich heftigst für bestimmte Dinge einsetzen, weisen im Durchschnitt einen IQ von 65 auf, Personen, die sich mit ihrem Leben beschäftigen, haben im Durchschnitt einen IQ von 130. Aus diesem Zusammenhang nun zu schließen, dass Frau von Platen einen IQ von 65 hat, wäre ein ökologischer Fehlschluss und aus dem selben Grund, aus dem man in unserem Beispiel von der Aggregat- nicht auf die Individualebene schließen kann, wie gerechtfertigt der entsprechende Schluss einem auch erscheinen mag, aus demselben Grund kann man von einem bislang nicht erklärten Unterschied zwischen dem durchschnittlichen Bruttostundenlohn von Männern und Frauen in seiner bereinigten Varinate nicht auf individuelle Benachteiligung, d.h. bei gleicher Qualifikation geringeres Gehalt schließen.

Wir erwarten nicht, dass Fraun von Platen oder andere Anhängerinnen des Gender Pay Mythos, diese Transferaufgabe zu leisten im Stande sind, aber es wäre, so denken wir, doch wirklich an der Zeit, diese unsinnige Diskussion über einen Gender Pay Gap, den es nicht gibt, zu beenden und die enstprechenden Aktivisten, die nicht einsehen wollen, dass nicht der Mond scheint, sondern die Sonne, auch nachts, in die Wüste gejagt werden, denn der Stumpfsinn, mit dem Falsches verbreitet wird, mit dem versucht wird, die Unwissenheit, Leichtgläubigkeit und emotionale Tangierbarkeit von beeinflussbaren Existenzen auszunutzen, ist nicht mehr tolerierbar.

Ganz davon abgesehen offenbart sich hier ein Anstands-Gap, denn wer versucht, mit Lügen, falschen Behauptungen oder – im günstigsten Fall – mit Aussagen über Zusammenhänge, die er nicht versteht, Dritte zu manipulieren, der ist nicht anständig, der hat ein Anstands-Gap, verglichen mit dem durchschnittlichen Anstand der Normalbevölkerung.

Wenn Frau von Platen die Welt verbessern will, dann soll sie in ein Altenheim gehen und sich dort z.B. in der Pflege alter Menschen nützlich machen.

Ansonsten haben wir ausführlich gezeigt, dass ein Gender Pay Gap nicht existiert.

Nachtrag

In den letzten Tagen wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben, dieses Mal unter Überschriften wie:

Frauen erwirtschaften halb so viel Geld wie Männer bzw.
Frauen verdienen nur halb so viel wie Männer

Die Qualitätsjournalie aus ZEIT und Welt ist also in der Lage, ein und dasselbe Ergebnis einmal als erwirtschaftetes Geld und einmal als Verdienst zu verkaufen. Tatsächlich geht der geballte Unfug auf einen politisch korrekten Beitrag aus dem DIW zurück, in dem Stefan Bach, der uns bereits als Laienprediger bekannt ist, Aggregate von Einkommen für Männer und Frauen vergleicht.

Grundlage seines neuerlichen Versuches, Wissenschaft lächerlich zu machen, ist eine Statistik der Einkommens- und Lohnsteuer, in der sich zeigt, dass Frauen rund 50% weniger Einkommen oder Entgelt versteuern als Männer. Warum das so ist, zeigt sich in einer Statistik auf Basis der gezahlten Lohn- und Einkommenssteuer natürlich nicht (Der Fall Schwarzer legt allerdings nahe, den Unterschied als Ergebnis intensiverer Steuerhinterziehung durch Frauen zu sehen). Entsprechend schafft es Herr Bach, Wissenschaft weit hinter Heron von Alexandria zurück zu verfrachten, jedenfalls dann, wenn es irgend jemanden geben sollte, der seinen Unsinn kolportiert, und natürlich wird es genügend Opportunisten geben, die denken, man könne der Tatsache, dass Männer mehr Einkommens- und Lohnsteuer zahlen als Frauen auch nur irgend etwas entnehmen.

Was man dem neuerlichen Bachschen Machwerk entnehmen kann, ist die Tatsache, dass Anstand auch im DIW nicht weit verbreitet ist, dass die Frage ob das Anstands-Gap auch mit einem IQ-Gap verbunden ist, bislang nicht untersucht wurde und dass, schließlich, der Unterschied in der Höhe der Lohn- und Einkommenssteuer, wie er zwischen Schreibtischtätern wie Herrn Bach und Müllfahrern wie Klaus F. besteht, auf Benachteiligung von F. zurückzuführen ist, weshalb wir hier öffentlich dafür plädieren, die Lehren, die Herr Bach zu ziehen können glaubt, auf ihn selbst anzuwenden!

Der Feind in unserer Mitte: Gender Studies können an Universitäten nicht mehr einfach geduldet werden

Prof. Dr. Günter Buchholz hat einen Fachartikel an der Fachhochschule Hannover veröffentlicht, der sich – folgt man der Überschrift – mit “Gender Studies – Die Niedersächsische Forschungsevaluation und ihre offenen Fragen” befasst, der sich jedoch bei Lektüre als viel umfassenderer und weitreichenderer, weil weit über Niedersachsen hinausreichender Fachartikel darstellt.

buchholzWer den Beitrag von Prof. Dr. Günter Buchholz gelesen hat, der kann, sofern ihm Wissenschaft und gesellschaftliche Prosperität am Herzen liegen, nicht mehr schweigen, der muss aufstehen und den Feind in unserer Mitte bekämpfen.

Nun, nach diesem pathetischen Anfang ist es notwendig, die Rechtfertigung für diesen pathetischen Anfang, zu liefern, damit auch dem Trägsten unter den Lehrstuhlplattsitzern in Deutschland Dampf unter dem Allerwertesten gemacht wird.

Günter Buchholz hat einen Aufhänger in seinem Beitrag, einen Bericht, der von der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen als Evaluationsbericht zur “Geschlechterforschung in Niedersachsen” bezeichnet wird. Es ist dies ein klassischer Fall von Etikettenschwindel, mit dem die Öffentlichkeit absichtlich und mutwillig getäuscht werden soll, denn der Bericht und die Empfehlungen zur Geschlechterforschung ist alles, aber er ist weder eine Evaluation noch etwas, was auch nur entfernt an eine Evaluation erinnert.

Es beginnt damit, dass die Autoren des Werks, Birgit Geissler, Christina von Braun, Ineke Klinge, Birgit Riegraf, Friederike Maier und Ines Weller alle Nutznießerinnnen des Genderismus sind, d.h. auf entsprechenden Lehrstühlen für Gender Studies installiert wurden. Die Evaluation von Gender Studies oder Geschlechterforschung durch Personen, die Gender Studies oder Geschlechterforschung betreiben, gleicht somit dem Unterfangen, die Relevanz und Wirkungsweise von Astrologie durch Astrologen evaluieren zu lassen.

Logik f dummiesNun könnte man uns vorwerfen, hier ein argumentum ad hominem gemacht zu haben, denn prinzipiell ist es denkbar, dass auch Personen, die von Gender Studies profitieren, deren Einkommensquelle vom Bestand der Gender Studies abhängt, zumindest den Versuch unternehmen, die Gender Studies ansatzweise objektiv zu beurteilen. Entsprechend muss man die vermeintliche Evaluation als solche zur Kenntnis nehmen und sein Urteil begründen, um es nicht dem Vorwurf eines argumentum ad hominem auszusetzen.

Im vorliegenden Fall ist das einfach.

Evaluationsstudien untersuchen die Konsequenz von etwas. So kann man die Wirkung von Medikamenten untersuchen, in dem man die Personen, die nach Einnahme eines Medikaments gestorben sind, denen gegenüberstellt, die geheilt wurden. Man kann wissenschaftliche Fachdisziplinen, z.B. die Soziologie, im Hinblick auf ihren gesellschaftlichen Einfluss untersuchen, in dem man soziologische Forschungsergebnisse z.B. im Rahmen der Bildungsforschung zusammenstellt und untersucht, welchen Niederschlag diese Forschungsergebnisse in der Bildungspolitik gefunden haben. Das setzt natürlich voraus, dass es überhaupt Forschungsergebnisse gibt. Schließlich kann man Publikationen von Wissenschaftlern in einem Fachgebiet einer Evaluation zu Grunde legen, dieselben auf der Basis einer Reihe von Kriterien wie: empirische Bewährung, wissenschaftliche Reichweite usw. bewerten. Wie auch immer man im Rahmen einer Evaluationsstudie vorgeht, immer wird der Output bewertet, d.h. die Konsequenzen einer Forschung, deren Niederschlag, das, was man auch als Außenstehender als Ergebnis der entsprechenden Forschung wahrnehmen kann. Und selbstverständlich wird das Ergebnis mit den Kosten, die angefallen sind, um es zu erzielen, gewichtet.

Nur bei den Gender Studies und der angeblichen Evaluationsstudie aus Niedersachsen ist dies nicht der Fall. Hier versuchen die Autorinnen wie Günter Buchholz sehr klar und mit Liebe zum Detail darstellt, zu argumentieren, dass die wissenschaftlichen Kriterien, die seit Jahrhunderten genutzt werden, um den Wert einer wissenschaftlichen Forschung zu bestimmen, für Gender Studies nicht gelten. Gender Studies dürfen nicht an ihrem Output bewertet werden, vielmehr sollen Gender Studies am Input bewertet werden: Je mehr Lehrstühle für Gender Studies, desto besser. Je mehr angebliche Wissenschaftler Gender Studies betreiben, desto besser. Dies ist eine äußerst verquere Logik, die an das Verbot, die katholische Kirche zu kritisieren, erinnert, das es im Mittelalter gegeben hat.

Dazu schreibt Günter Buchholz:

“Damit wird der ministerielle Evaluationsauftrag im Hinblick auf Forschungsleistungen (Output) umgedeutet in eine Untersuchung, die zur Stärkung von Forschungs – Input-Strukturen (Stellen,Professuren, unabhängige Institute, finanzielle Mittel) beitragen soll, welche durch den Nachweis von erbrachten Forschungsleistungen weder gerechtfertigt werden können noch sollen.”

offene gesellschaft bdIIVermutlich ist Günter Buchholz hier zu nachsichtig mit dem Ministerium, das diese angebliche Evaluationsstudie in Auftrag gegeben hat. Denn, wie er selbst in seinem Beitrag feststellt, geht es vor allem darum, sich eine Legitimation dafür zurecht zu legen, Steuerzahlern weiterhin und in immer größeren Ausmaß zur Finanzierung von Gender Studies zur Kasse zu bitten, obwohl Steuerzahlern kein erkennbarer Nutzen aus Gender Studies entsteht. Statt dessen entstehen Steuerzahlern weitere Kosten, die sich mit Zerstörung von Wissenschaft und Behinderung von Erkenntnisfortschritt und Prosperität benennen lassen. Entsprechend kann man davon ausgehen, dass die angebliche Evaluationsstudie mit genau diesem Ziel beauftragt wurde.

Letztlich stellen sich die Gender Studies in der vermeintlichen Evaluations Studie als großangelegter Versuch des Nutznießens auf Kosten von Steuerzahlern dar, so dass Günter Buchholz zu der folgenden abschließenden Evaluation kommt:

“Die Politik ist aus Sicht des Autors aufgefordert, die den Staatsfeminismus ermöglichenden verfassungswidrigen Rechtsnormen aufzuheben und seine Finanzierung umgehend einzustellen; hierbei sind auch Zivilgesellschaft und Justiz gefordert.”

In kurz: Gender Studies sind der Versuch durch die unbelegte Behauptung vermeintlicher Benachteiligung von Frauen, der der Status einer sakrosankten Aussage zugewiesen wird, Steuermittel zu zweckentfremden und in die eigenen Taschen zu leiten. Dazu lagern sich Gender Studierte wie Misteln um Ministerien an, um Förderungen zu erhalten. Dazu ist es zudem notwendig, eine wissenschaftliche Legitimation vorzutäuschen, weshalb Gender Studies an Universitäten installiert wurden. Und da Gender Studies sich zu Wissenschaft verhalten wie Gift zu Gesundheit, schädigen sie die institutionalisierte Wissenschaft, machen sie ganze Fachbereiche lächerlich und führen sie dazu, dass wissenschaftliche Kriterien, für deren Einhaltung gerade in Deutschland schwer gekämpft werden musste, wieder beseitigt werden und die Willkür abermals die Hochschulen Deutschlands mit Beschlag belegt.

Diese Einschätzung ist zu pessimistisch? Sie wird den Gender Studies nicht gerecht? Nun, alle Wissenschaft ist empirisch, und deshalb testen wir unsere Thesen, d.h. nicht wir tun das, sondern Günter Buchholz, und zwar mit einer Befragung, die dazu konzipiert wurde, Gender Studies Betreibern die Gelegenheit zu geben, ihre Wissenschaftlichkeit und ihre Nützlichkeit zu demonstrieren. Die Befragung besteht aus drei Teilen und kann hier als Ganzes heruntergeladen werden.

Wir wollen uns an dieser Stelle auf Teil B beschränken, weil er der Teil ist, mit dem die Wissenschaftlichkeit der Gender Studies steht und fällt. Die Fragen zur Wissenschaftlichkeit der Gender Studies sind die folgenden:

Buchholz Fragebogen

Ein Wissenschaftler, dem derartige Fragen vorgelegt werden, würde sie mit der größten Freude beantworten, zielen die Fragen doch genau auf das, was seine Wissenschaft ausmacht, die Methode, den harten Kern der Theorie, wie Lakatos dies genannt hat, die Zuordnung zu einer bestimmten Forschungsmethodologie, die Art und Weise der Prüfung von Hypothesen usw.

Entsprechend muss man erwarten, dass dann, wenn Gender Studies Betreiber Wissenschaftler sind, sie diese Fragen mit Freude und Leichtigkeit beantworten (können und wollen). Da die Fragen zudem von einem Kollegen einem Professor im Rahmen eines Forschungsprojekts gestellt wurden, ist deren Beantwortung mit um so größerer Motivation von empirisch arbeitenden Wissenschaftlern zu erwarten.

Um die Beantwortung der Fragen, wurden die folgenden Personen gebeten:

      1. RWTH Aachen, Herrn Prof. Dr. Ernst Schmachtenberg, Rektor
      2. Frau Prof. Dr. Tanja Paulitz
      3. Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, Präsident Herr Prof. Dr. Bernd ReissertFrau Prof. Dr. Kristina Bautze
      4. Präsident der Goethe-Universität Frankfurt/Main, Herrn Prof. Werner Müller-Esterl
      5. Frau Prof. Ulla Wischermann
      6. Präsident der Universität Hamburg, Prof. Dr. Dieter Lenzen
      7. Frau Prof. Blunck
      8. Präsident der Universität Hamburg, Prof. Dr. Dieter Lenzen
      9. Frau Prof. Raasch
      10. Genderbüro, Frau Dr. Frey,
      11. Universität Trier, Der Präsident Prof. Dr. Jäckel
      12. Frau Prof. Dr. Geier
      13. Universität Basel, Der Rektor Herr Prof. Dr. Piveteau,
      14. Frau Dr. Ramsauer
      15. TU Berlin, Der Präsident Herr Prof. Dr. Jörg Steinbach
      16. Frau Prof. Dr. Sabine Hark
      17. Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Präsident Herr Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Jochen Schiewer
      18. Frau Prof. Dr. Nina Degele
      19. Frau Prof. Dr. Weber, Rektorin der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald
      20. Herr Dr. P. Pohl
      21. Präsident der Universität Hamburg Prof. Dr. Dieter Lenzen
      22. Frau Prof. Lembke
      23. Rektor der Universität Bremen Prof. Dr. Scholz-Reiter
      24. Frau Prof. Eifler
      25. Universität Osnabrück – Der Präsident Prof. Dr. Rollinger
      26. Frau Prof. Dr. Schwarze
      27. Wirtschaftsuniversität Wien, Der Rektor Herr Prof. Dr. Badelt
      28. Frau Prof. Dr. Hanappi-Egger
      29. Universität Bern, Der Rektor Herr Prof. Dr. Täuber,
      30. Frau Prof. Dr. Schnegg
      31. Herrn Prof. Dr. Umbach, Präsident der Ostfalia – Hochschule
      32. Frau Stephanie Zuber
      33. Ruhr Universität Bochum, Rektor Herr Prof. Dr. Dr. h.c. Elmar W. Weiler
      34. Frau Prof. Dr. Ilse Lenz
      35. Frau Prof. Dr. Dienel, Präsidentin der HAWK Hildesheim
      36. Frau Prof. Dr. A. Müller
      37. Präsident der Universität Hamburg, Prof. Dr. Dieter Lenzen
      38. Frau Prof. Schirmer
      39. Präsident der Universität Duisburg-Essen, Prof. Dr. Radtke
      40. Frau Prof. Klammer
      41. Universität Gießen, Der Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee
      42. Frau Dr. Hergenhan
      43. Universität Wien, Der Rektor Herr Prof. Dr. Engl
      44. Frau Prof. Dr. Schmitz
      45. Universität Klagenfurt, Der Rektor Herr Prof. Dr. Vitouch
      46. Frau Prof. Dr. Wächter
      47. Herr Prof. Dr. Berger
      48. Präsidentin der Georg-August-Universität Göttingen, Frau Prof. Ulrike Beisiegel
      49. Frau Dr. Uta Schirmer
      50. Universität Bremen, Rektor Herr Prof. Dr.-Ing. Bernd Scholz-Reiter
      51. Frau Prof. Dr. Christine Eifler
      52. Universität Oldenburg, Die Präsidentin Frau Prof. Dr. B. Simon
      53. Präsident der Universität Hamburg, Prof. Dr. Dieter Lenzen
      54. Frau Prof. Benthien
      55. Heidelberger Institut für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung,
        Frau Prof. Blaettel-Mink, Frau Dr.Kramer
      56. Universität Kassel, Der Präsident Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep
      57. Frau Prof. Dr. Tuider
      58. Universität Wien, Der Rektor Herr Prof. Dr. Bieger
      59. Herr Prof. Dr. Steyart
      60. Technische Universität Berlin, Der Präsident Prof. Dr. Steinbach, Der Vizepräsident Prof. Dr. Thamsen
      61. Frau Prof. Dr. S. Hark
      62. Universität Graz, Die Präsidentin Frau Prof. Dr. Christa Neuper
      63. Frau Prof. Dr. Angelika Wetterer
      64. Herrn Prof. Dr. Bernd Huber, Präsident der Ludwig-Maximilians-Universität München
      65. Frau Prof. Paula-Irene Villa
      66. Präsident der HAW Hamburg, Prof. Dr. Michael Stawicki
      67. Frau Prof. Bessenrodt-Weberpals
      68. Präsident der Universität Hamburg,Prof. Dr. Dieter Lenzen
      69. Frau Prof. Rastetter
      70. Deutsche Stiftung Frauen- und Geschlechterforschung
        Frau Dr. Dumont du Voitel,
      71. Universität Siegen, Der Rektor Prof. Dr. Burkhart
      72. Frau Prof. Dr. Moog
      73. Universität Basel, Der Rektor Herr Prof. Dr. Loprieno
      74. Frau Prof. Dr. Maihofer

Von den verschickten Fragebögen hat Günter Buchholz insgesamt keinen einzigen ausgefüllt zurückbekommen. Mit anderen Worten: Keiner der Angeschriebenen hat an der Befragung des Kollegen Buchholz teilgenommen. Lediglich eine, der angeschriebenen hat ein intensives Telefongespäch mit Günter Buchholz geführt, das letztlich jedoch zu keinem ausgefüllten Fragebogen geführt hat. In fünf Fällen hat Günter Buchholz einen Rückruf erhalten, in dem der Angeschriebene seine “unverhohlene Empörung” zum Ausdruck gebracht hat, was wohl die Art und Weise ist, mit der Buchholz Beschimpfungen am Telefon umschreibt.

Es bleibt also festzustellen, dass Gender Studierte nicht Willens oder nicht in der Lage sind, die oben dargestellten Fragen, die jeder Wissenschaftler aus dem ff beherrschen und mit Freude für seinen Tätigkeitsbereich beantworten können muss, zu beantworten. In beiden Fällen, dem des nicht Wollens und dem des nicht Könnens muss man feststellen, dass es sich bei den Angeschriebenen offensichtlich um keine Wissenschaftler handelt.

Offene Gesellschaft BD1Vielmehr belegt die Befragung von Günter Buchholz einmal mehr in eindrücklicher Weise die Tatsache, dass Gender Studies nichts mit Wissenschaft zu tun haben, dass dann, wenn Gender Studierte um eine Legitimation oder eine wissenschaftliche Begründung für ihre Gender Studies gebeten werden, sie empört reagieren, wie dies für Anhänger eines Kultes, deren Fetisch man hinterfragt, üblich ist. In jedem Fall ist das Bemühen evident, den eigenen Tätigkeitsbereich hermetisch gegen Begutachtung und vor allem gegen eine wissenschaftliche Untersuchung abzuschirmen. Nicht zuletzt ist dies in einem Boykott-Aufruf der Befragung von Günter Buchholz deutlich geworden, den Beate Kortendiek, die dem Steuerzahler in Duisburg-Essen zur Last fällt, verbreitet hat.

Wissenschaftler haben seit dem Advent der rationalen Wissenschaft, seit Philosophen wie Francis Bacon oder Thomas Hobbes, Immanuel Kant oder Karl Raimund Popper die Emanzipation der und Begründung von Wissenschaft als empirische Wissenschaft vorangetrieben haben, einen stetigen und erfolgreichen Kampf gegen die Religion geführt, die regelmäßig versucht hat, Wissenschaft und ihre Erkenntnis zu unterbinden oder für die eigenen Zwecke zu instrumentalisieren. Die scheinbare Säkularisierung, die angeblich in modernen Gesellschaften eingesetzt hat, hat nur den Gegner im Kampf um freie Wissenschaft und freie Erkenntnis verändert: Nicht mehr Religion versucht, Wissenschaft zu verunmöglichen und freie Erkenntnis zu beseitigen, sondern Ideologie, namentlich der Genderismus, der nichts anderes ist, als die Neuauflage eines feministisch gewendeten Sozialismus.

Wissenschaftler haben nicht über Jahrhunderte gegen den Einfluss der Kirche gekämpft, um nunmehr tatenlos dabei zuzusehen, wie ein neuer Feind aus ihrer Mitte heraus, die Wissenschaft zerstört. Entsprechend ist Widerstand geboten, Widerstand gegen Genderisten und ihre vermeintlichen Studien.

Wir fordern unsere Leser dazu auf, Teil B des Fragebogens, der oben dargestellt ist und hier heruntergeladen werden kann, auszudrucken und Gender Studierte mit diesen Fragen zu konfrontieren wo sie gehen und stehen. Konfrontiert die Gender Studierten so lange mit diesen Fragen, bis sie sich nicht mehr aus ihren Büros trauen! Verlangt Antworten und macht den Gender Studierten klar, dass sie zum Geben von Antworten verpflichtet sind, schließlich werden sie von uns allen bezahlt! Und wenn sie keine Antworten zu geben in der Lage sind oder unwillig sind, Antworten zu geben, dann haben sie an Universitäten nichts zu suchen und sollten schnellstens von dort entfernt werden.

Neue Töne: Minister sind mit Frauen nicht zufrieden

Minister haben es heuzutage nicht einfach – um nicht zu sagen, sie haben es schwer.

Egal, worum sie sich kümmern, immer stellen sie fest, dass ihre Bürger nicht so sind wie erwartet, dass sie nicht tun, was ministeriell von ihnen erwartet wird, ja, dass sie einfach nicht konform und gefügig sein wollen.

Als besonders widerspenstig haben sich bislang Frauen erwiesen: Man kann ihnen goldene Brücken bauen. Man kann sie bei der Schulbildung bevorzugen, ihnen Stelle an Universitäten nachtragen und sie Unternehmen als Zwangsmitglied in Vorständen verordnen – und? Nichts: Sie treten zurück, finden sich nicht in ausreichender Zahl, nutzen bevorzugte Behandlung, so lange sie es gerne möchten und richten sich ansonsten doch lieber in den heimischen vier Wänden ein.

Und so irren Minister von Baustelle zu Baustelle, um mit ihrem sozialtechnologischen Werkzeugkasten zu reparieren, anzureizen und zu propagieren, was wir angeblich brauchen oder, wahlweise, was eine moderne Wirtschaft braucht:

“Eine moderne Wirtschaft”, so weiß Manuela Schwesig, obwohl sie nicht Ökonomie studiert hat, “braucht die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern. Doch obwohl Frauen heute so gut ausgebildet sind wie nie zuvor, machen sich weniger Frauen als Männer beruflich selbstständig. Deswegen möchte ich Frauen dabei unterstützen, vermehrt Unternehmen zu gründen. Dabei soll es gezielter um die besonderen Belange von Frauen gehen …”

BMFsfjneuBevor wir gezielter auf die Belange von Frauen eingehen, wollen wir darauf hinweisen, dass Schwesig degradiert wurde: Sie ist nicht mehr Minister für Frauen, Senioren, Familie und Jugend, sie ist nur noch Minister für Frauen, “Bundesfrauenminsterin Schwesig”, wie aus der Pressemeldung ihres Ministeriums deutlich wird. Ehrlicher Weise hat das Ministerium für FSFJ, S(enioren), F(amilie) und J(ugend) gestrichen, denn heutzutage gibt es nur noch ein Projekt, das weitreichende, ja globale, wenn nicht universale Konsequenzen hat: Frauen, also die richtigen Frauen, die Schwesig vorschweben (nicht solche, die es gibt): Frauen, die sich selbständig machen.

Selbständigkeit, so erfahren wir per impliziter Prämisse, ist nämlich etwas, was nicht von Ideen, unternehmerischer Kenntnis und vor allem Hingabe und Leistungsbereitschaft geprägt ist, weil man zumindest in der Gründungsphase viel Zeit und Nerven investieren muss, bis der Laden läuft. Nein, Selbständigkeit, so weiß Schwesig woher auch immer, ist etwas, was nach Geschlecht funktioniert. Und wenn sich weniger Frauen als Männer selbständig machen, dann liegt das daran, dass Frauen Hürden haben, die Männer nicht haben, denn natürlich haben Frauen die gleichen Ideen, die gleichen unternehmerischen Kenntnisse (die ihnen vor allem in Studienfächern wie soziale Arbeit, Anglistik, Theaterwissenschaft und Gender Studies vermittelt werden) wie Männer und natürlich haben sie dieselbe Leistungsbereitschaft und Hingabe an einen Beruf. Wir sind nämlich alle ganz gleich, und weil wir alle ganz gleich sind, ist es für Personen wie Schwesig, die derzeit Minister spielt, möglich, die Welt zu verändern.

Zu wenig Frauen machen sich selbständig. Warum? Ja, weil sie an der Selbständigkeit trotz gleicher Ideen, gleicher Kompetenzen, gleicher Leistungsbereitschaft und gleicher Hingabe wie Männer gehindert werden. Von wem? Von den besonderen Belangen. Die “besonderen Belange von Frauen”, das weiß Schwesig, die es vorgezogen hat, in eine abhängige Beschäftigung zu gehen und eben nicht selbständig zu werden, diese besonderen Belange von Frauen sind: “”Kinderbetreuung, Vereinbarkeit von Selbständigkeit und Familie sowie Fragen rund um den beruflichen Wiedereinstieg”.

Also: Frauen machen sich nur deshalb nicht so häufig selbständig wie Männer, weil sie keine Kinderbetreuungsplätze haben, weil sie die Selbständigkeit nicht mit der Familie vereinbaren können und ihnen der berufliche Wiedereinstieg erschwert wird.

Wozu brauchen wir einen George Schumpeter mit seiner Theorie des Entrepreneur, jenes Unternehmers, der “get’s the things done”, der weiß, wie er Ideen in tragfähige Konzepte umsetzt, die es erlauben, ein Unternehmen mit Gewinn zu führen? Wir brauchen keinen Schumpeter, wir haben eine Schwesig. Entsprechend schaffen wir Kindertagesstätten, infantil auch “Kitas” genannt und vereinbaren Familie und Selbständigkeit (wie auch immer), und schon sind auch Frauen in der Lage, “to get things done”. Keine weiteren Kompetenzen von Nöten.

Und wer nach 2 Jahren Selbständigkeit sich doch lieber zunächst einmal um Fortpflanzung und anschließend um Nachwuchs kümmern will, dem erleichtert Schwesig auch gleich den “beruflichen Wiedereinstieg”, wobei man spätestens hier merkt, dass die Bundesfrauenministerin nicht weiß, wovon sie spricht. Anders formuliert: Der soziale Dienst “Ines F”, wird Probleme haben, wieder am Markt Fuss zu fassen, wenn er drei Jahre geschlossen war, um Ines F. die Fortpflanzung und Hege des Nachwuchses zu ermöglichen. Zwischen Selbständigkeit und abhängiger Beschäftigung, das weiß Schwesig natürlich nicht, woher auch, gibt es einen entscheidenen Unterschied: Man kann nicht einfach in Elternzeit gehen.

Aber immerhin erklärt der entsprechende Irrtum, warum Schwesig denkt, die “besonderen Belange von Frauen” hätten irgend etwas mit der Selbständigenquote von Frauen zu tun. Sie haben es nicht. Vielmehr  sind die “besonderen Belange” nicht mit Selbständigkeit zu vereinbaren. Man ist nämlich entweder selbständig oder man pflanzt sich fort.

Zuweilen muss man im Leben Entscheidungen treffen. Und diese Entscheidungen sind der Grund dafür, dass die sozialtechnische Werkzeugkiste der Bundesfamilienministerin nicht greift. Halbtagsjobs für Selbständige gibt es nicht. Und Arbeitszeiten für Selbständige sind auch etwas, das nicht der Stechuhr folgt, die Schwesig gewohnt ist.

Wer arbeiten mehr als 48 Stunden pro Woche?

Insofern ist Bundeswirtschaftsminister Gabriel zuzustimmen, der sagt: “Um mehr Frauen zum Gründen zu bewegen, braucht es vor allem ein Umdenken in den Köpfen… ” Eine seltene Einsicht von einem Politiker. Richtig, es erfordert ein Umdenken in den Köpfen von Politikern, etwa so: Bestimmte Dinge sind miteinander unvereinbar. Selbständigkeit ist nichts, was man halbtags oder nebenbei machen kann. Selbständigkeit erfordert den ganzen Selbständigen, und entsprechend ist Selbständigkeit mit Fortpflanzung und Halbtagsarbeit ebenso unvereinbar wie der Versuch, “Frauen … durch speziell auf ihre Bedürfnisse ausgerichtete Beratungsangebote bei den ersten Schritten in die Selbständigkeit” zu begleiten.

Wie selbständig ist jemand, dem man die Hand führt und dem man Fuss vor Fuss setzt, damit er in die richtige Richtung geht? Wie erfolgversprechend ist ein Unternehmen, bei dem der vermeintlich selbständige Unternehmer in die Selbständigkeit beraten wurde, wenn die Beratung erst einmal beendet ist? Selbständigkeit ist eine Entscheidung, hinter der man stehen muss. Es ist nichts, was man eben einmal so probiert. Und deshalb muss man kein Prophet sein, um zu wissen, dass die Selbständigen, die Schwesig und Gabriel mit ihrer Umwidmung der Ich-AG in eine Sie-AG produzieren, Kurzzeit-Selbständige sein werden,  deren Selbständigkeit sich genau dann erledigt, wenn sie auf eigenen Füssen stehen müssen.

Entsprechend werden Gabriel und Schwesig auch weiterhin mit den Frauen und deren Bereitschaft, selbständig zu sein, unzufrieden sein. Die einfachste Lösung, um diese Unzufriedenheit zu beheben, wäre indes ein Anerkennen von Realitäten, die (1) dokumentieren, dass wir nicht alle gleich sind, (2) zeigen, dass ungleiche Verteilungen zwischen Männern und Frauen in der Regel einer Ursache geschuldet sind, die man in früheren Zeiten als Arbeitsteilung bezeichnet hat, ja manche sind gar der Meinung, dass erst Arbeitsteilung moderne Gesellschaften möglich macht, (3) es nicht möglich ist, die Welt so zu basteln, wie man sie gerne hätte, und wenn man noch so heftig mit dem Fuss aufstampft, und (4) es an der Zeit ist, den Posten eines Ministers zu verlassen und mit gutem Beispiel in die Selbständigkeit voran zu gehen, z.B. als selbständiger Paketfahrer bei Hermes oder als selbständiger Altenpfleger auf Stundenbasis.

Petition gegen rot-grüne Paranoia in Niedersachsen

An Niedersachsens Schulen herrscht ein homophobes Klima. Schwulen und Lesben-Bashing steht auf der Tagesordnung. Schon in Kindertagesstätten machen “Kinder aus Regenbogenfamilien Diskriminierungserfahrungen”. Das wissen die Mitglieder der Fraktionen des Grünen Bündnisses 90 und der SPD im Niedersächsischen Landtag. Und weil dem so ist, wollen Sie eine ganze Reihe von Gegenmaßnahmen ergreifen, um den täglichen Pogrom gegen “Kinder aus Regenbogenfamilien” und gegen lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle und intersexuelle Menschen zu verhindern.

Gruene Landtag niedersachsenDie verzweifelten Maßnahmen mit denen die niedersächsischen Kinder in Kindertagesstätten, Grundschulen und weiterführenden Schulen davon abgehalten werden sollen, lesbische, schwule, bisexuelle, transexuelle, intersexuelle und Kinder aus Regenbogenfamlien zu diskriminieren und zu verfolgen, sind in einem Antrag der Fraktion der SPD und des grünen Bündnisses niedergelegt, und sie sehen u.a. vor:

  • Lehrkräfte “für die Diversität der sexuellen und geschlechtlichen Identitäten” zu sensibilisieren.
  • Schulbücher nur noch dann zu genehmigen, wenn die Vielfalt sexueller Identitäten angemessen berücksichtigt ist.
  • Kerncurricula für alle Schüler so zu ergänzen, dass die “Existenz und Lebenswirklichkeit von Menschen verschiedener sexueller Identitäten hinreichend Berücksichtigung” findet.

Dies sind einge der Maßnahmen, die die roten grün gebündnisten Fraktionen in einem Antrag fordern und die der Niedersächsische Landtag beschließen soll. Und wenn man gelesen hat, was hier gefordert wird, dann weiß man gar nicht, wo man beginnen soll – dabei, dass die Forderung einer angemessenen Brücksichtigung ein ebenso großer Unsinn ist wie die Forderung einer rot-grünen Berücksichtigung. Angemessen ist nämlich ein Adjektiv, das ohne eine Bezugsgröße keinen Sinn macht. Und da der Text keine Bezugsgröße enthält, kann man aus “angemessen” nur dann Sinn machen, wenn man schließt, dass eine angemessene Berücksichtigung das ist, was die rot-grün Bebündisten aus 1990 für angemessen halten. Ob jedoch die Bevölkerung und vor allem die Eltern der Kinder, die derart angemessen belehrt werden sollen, der Ansicht sind, es sei angemessen bereits Kinder in der Kindertagesstätte mit dem zu penetrieren, was Rot-Grüne für angemessen halten – ist eine andere Frage, bei deren Beantwortung man die rot grüne Besessenheit mit Sexualität in Rechnung stellen muss.

Dies gesagt, stellt sich die Frage, wie die rot grünen Bündnisser dazu kommen, es für angemessen zu halten, dass bereits Kindern in der Kindertagesstätte die Vielfalt ihrer eigenen Sexualität eingetrichtert werden soll.

Die Antwort finden sich in der Begründung des Antrags, dort heißt es:

  • “Nach wissenschaftlichen Schätzungen sind 5 bis 10% aller Menschen lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell oder intersexuell. Es ist deshalb davon auszugehen, dass sich in den meisten Schulklassen ein oder mehrere Kinder befinden, die homo, bi, inter- oder transsexuell sind.”

Nun, eine Schätzung ist eine Schätzung und bleibt eine Schätzung, auch dann, wenn man das Wörtchen “wissenschaftlich” davor setzt. Tatsächlich hat Dr. habil. Heike Diefenbach in einer Reihe von Beiträgen sehr klar gezeigt, dass es aus wissenschaftlicher Sicht kaum möglich ist, anzugeben, wie groß die Anteile der entsprechend sexuell Orientierten sind, da sich die meisten Studien, ob der Schwierigkeit, schwule, lesbische, inter- oder transsexuell orientierte Menschen zu finden, mit einem Trick behelfen, den auch das rot-grüne Bündnis aus 1990 im Niedersächsischen Landtag bemüht: Sie schlagen Bisexuelle den Homosexuellen zu. Warum sie das tun, bleibt unbegründet. Faktisch ist ein Bisexueller aber mindest so sehr heterosexuell wie homosexuell. Dass er ausschließlich als homosexuell gezählt wird, liegt daran, dass die Anzahl der Homosexuellen in wissenschatflichen Studien so gering ist, dass man überhaupt keine Aussagen über sie machen kann, wenn man sie nicht durch bisexuell Orientierte anreichert. Insofern ist die Schätzung von 5% bis 10% nicht heterosexueller Menschen eine sehr optimistische Schätzung.

SPD Fraktion NiedersachsenNoch besser ist allerdings der Schluss aus der nicht belegten Schätzung auf die Anzahl der homosexuellen, inter-, trans- und bisexuellen Grund-, Haupt-, Realschüler und Gymnasiasten. Welcher Wahnsinn die Schreiber des Antrags hier geritten ist, kann nur vermutet werden, und wir sind zurückhaltend hier zu spekulieren. Wir wollen nur soviel sagen: Wenn man davon ausgeht, dass Intelligenz in einer Gesellschaft normalverteilt ist, ergibt sich daraus, dass gut 11% der Bevölkerung mit unterdurchschnittlicher Intelligenz ausgestattet sind. Entsprechend müssen wir annehmen, dass auch 11% derjenigen, die den Antrag von Bündnis90/rot-grün verfasst haben, nur mit unterdurchschnittlicher Intelligenz ausgestattet sind. Es steht daher zu vermuten, dass die 11% einen überproportionalen Einfluss auf die Erstellung des Antrags genommen haben.

Am besten ist jedoch der rot-grüne Biologismus: Es ist demnach biologisch determiniert ob jemand homo-, inter-, trans- oder bisexuell ist. Einmal bisexuell, immer bisexuell. Wenn man derartigen rot-grünen Unsinn liest, dann fragt man sich, waren diese Menschen in ihrem Leben jemals verliebt oder sind sie von Natur aus a-sexuell, so dass ihnen die Erfahrungen mit Sexualität, die man als normaler Mensch macht, vorenthalten bleiben. Und weil sie ihnen vorenthalten bleiben, müssen sie das, was für andere normal ist, zuerst mystifizieren und dann zur bloßen Technik, zur Anwendung von Geschlechtsteilen degradieren,  und wo man sie anwendet, ist biologisch determiniert. Wie gut, dass der biologischen Determinierung klar ist, dass sie sich nur auf die menschliche Spezies bezieht.

Aber verfolgen wir die rot-grün-gebundenen Versuche, zu argumentieren weiter:

  • “Eine Studie des Münchener Meinungsforschungsinstitutes IconKids & youth von 2002 ergab, dass 50 % der Mädchen und 70 % der Jungen in Deutschland Lesben und Schwule nicht oder überhaupt nicht gut finden. Dieser Anteil hat gegenüber 1998 sogar deutlich zugenommen.
    Dies trägt zu einem ausgeprägt homophoben Klima in den Schulen bei. In der Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes „Diskriminierung im vorschulischen und schulischen Bereich“ von 2013 wird beschrieben, dass schon in Kindertagesstätten Kinder aus Regenbogenfamilien Diskriminierungserfahrungen machen. An Schulen gehören „Schwuchtel“, „du Schwuler“ und „Lesbe“ zu den häufigsten von Kindern und Jugendlichen gebrauchten Schimpfworten. In der Studie „Diskrimi-nierung im Bildungsbereich und im Arbeitsleben“ der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, ebenfalls von 2013, gaben 39,1 % der Befragten an, aufgrund ihrer lesbischen oder bisexuellen Lebensweise schon von anderen Kindern und Jugendlichen gemobbt worden zu sein.”

Nehmen wir einmal an, dass 2002 50% der Mädchen und 70% der Jungen in Deutschland Lesben und Schwule nicht oder überhaupt nicht gut fanden. Dann muss man feststellen, dass dies überhaupt nichts mit einem homophoben Klima zu tun hat. Denn im Gegensatz zu rot grünen Aktivisten tragen Kinder nicht unbedingt das, was sie nicht gut finden, anderen hinterher und versuchen sie zu bekehren. Und normale Menschen denken auch nicht, man müsse Schwule und Lesben gut finden, vielmehr reicht es, sie zu akzeptieren. Und wäre nicht aus demokratischer Sichtweise, die Tatsache, dass 50% der Mädchen und 70% der Jungen nicht affin für Schwiule und Lesben sind, zu akzeptieren (schon weil Rot-Grüne der Meinung sind, das sei biologisch veranlagt)? Akzeptiert man es nicht, dann ist dies ein deutliches Indiz dafür, dass man selbst von einer fixen Idee besessen ist, einer fixen Idee davon, was andere “gut zu finden haben”, einer fixen Idee, die keine abweichende Meinung zulässt und entsprechend nicht anders als als missionierender Faschismus bezeichnet werden kann.

Es ist natürlich glatt gelogen, dass 70% der Jungen und 50% der Mädchen in Deutschland “Lesben und Schwule nicht oder überhaupt nicht gut finden”, denn es gibt keine Studie, in der alle Jungen und Mädchen in Deutschland befragt wurden. Die Studien, in denen Mädchen und Jungen befragt werden, befragen zumeist um die 1000 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren. Die Behauptung der Rot-Grünen ist somit nicht nur eine übertriebene Verallgemeinerung, sie gehört in die Klasse der Tricks, die Gerd Bosbach und Jens Jürgen Korff in ihrem Buch “Lügen mit Zahlen” und in Kapitel 1 besprechen.

Gehen wir nun dazu über, die im Antrag behaupteten Fakten richtig zu stellen:

Die Behauptung, Kinder aus Regenbogenfamilien würden bereits in der Kindertagesstätte diskriminierende Erfahrungen machen, geht auf die folgende Stelle im zweiten Bericht der Antidiskriminierungsstelle zu Diskriminierung im Bildungsbereich und im Arbeitsleben zurück.

“In der Kölner Untersuchung Wir sind Eltern. Eine Studie zur Lebenssituation Kölner Regenbogenfamilien aus dem Jahr 2011 berichten 4 % der ingesamt 177 Befragten, dass ihre Kinder diskriminierende Erfahrungen im Kindergarten gemacht haben, die sich durch das Auslachen ihrer Kinder aufgrund der häuslichen Familiensituation gezeigt hätten.”

ADSEs ist also nicht so, dass eine Studie der Antidiskriminierungsstelle zeigen würde, was behauptet wird, vielmehr berichtet der Autor der Antidiskrimierungsstelle im oben benannten Bericht von einer Studie, in der entsprechende Ergebnisse erzielt worden sein sollen. Und was ist von den Ergebnissen zu halten? Da berichten also 4% von 177 Befragten, in Zahlen 7 (sieben!) Personen, davon, dass ihre Kinder in der Schule ausgelacht wurden, weil sie aus einer Regenbogenfamilie stammen. Wir wetten, wenn man Kinder, die in der Schule ausgelacht werden, sammelt und nach den Gründen dafür sucht, dann wird man eine Vielzahl von Gründen finden, und man wird finden, dass nicht nur Kinder aus Regenbogenfamilien ausgelacht werden, und man wird sich fragen, warum es schlimmer sein soll, wenn Kinder aus Regenbogenfamilien ausgelacht werden als wenn z.B. Kinder aus Arbeiterfamilien ausgelacht werden oder dicke Kinder aus dicken Familien oder die Kinder des Bürgermeisters, der die Wahl verloren hat usw. Die Antwort, die man geben muss lautet. Es ist nicht schlimmer. Es ist derzeit nur so, dass eine Horde von Hysterikern durchs Land zieht, die denken, alles sei sexuelle Orientierung und die ihre Manie als Normalität durchzusetzen versuchen.

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts sind nicht einmal 1% der Familien in Deutschland Regenbogenfamilien.

Auch die nächste Behauptung, die im Antrag und mit Bezug auf eine Studie der Antidiskriminierungsstelle aufgestellt wird, ist falsch, denn abermals ist es nicht die Antidiskriminierungsstelle, die etwas erhoben und gefunden hat, wie behauptet wird. Vielmehr steht im bereits oben zitierten Bericht der Antidiskriminierungsstelle:

“Für den Bildungsbereich gaben 72,6 % der Befragten an, aufgrund ihrer lesbischen/bisexuellen Lebensweise vergleichsweise schlechter beurteilt worden zu sein. 39,1 % waren schon mindestens einmal von Mitschüler_innen gemobbt worden (LesMigraS 2012, S. 77 ff.)” (30).

Auf Seite 83 der zitierten Studie “LesMigraS” findet sich wiederum eine Abbildung, der Prozentwerte entnommen werden können, die sich für Befragte, die angeben, von Mitschülern schon einmal, zweimal oder mehrmals ausgegrenzt und gemobbed worden zu sein, auf jene 39,1% addieren. Was die Basis dieser Aussage ist, also wie viele Personen die Grundgesamtheit bilden, auf die hier prozentuiert wurde, ist unklar. Die Menge der Befragten, von denen berichtet wird, variiert zischen 380 und 2070. Keinen Zweifel lässt indes die Formulierung der Frage zu, die es nicht erlaubt, einen Zusammenhang zwischen dem Mobbing und der sexuellen Orientierung herzustellen. Abermals versuchen die rot-Grünen im Niedersächsischen Landtag einen Eindruck zu vermitteln, der nicht gerechtfertigt ist.

Man kommt nicht umhin festzustellen, dass im rot-grünen Deutschland der Wahnsinn umgeht, es ist dies ein Wahnsinn, der manisch ist, der Homophobie wittert wo er geht und steht, der Homophobie so hochredet, dass man denkt, es gebe in Deutschland nichts anderes als homophobe Schüler, die wiederum nichts anderes zu tun hätten als nicht-homophobe Schüler zu diskriminieren. Alle Schulen in Niedersachsen sind vom homophoben Virus infiziert, weshalb sich die rot-grünen Landespolitiker aufmachen müssen, die Schulen zu retten und den tausendfach an Niedersächsischen Schulen vermuteten homo-, inter-, trans- und bisexuellen Schülern beiseite zu springen.

Nuts in BedlamEntsprechend gibt es nichts wichtigeres im Bildungssystem, als die Diversität der sexuellen Orientierung. Nichts bestimmt Menschen mehr als ihre sexuelle Orientierung, jedenfalls wenn es nach den rot-grünen Politikern geht. Die Zeiten, in denen man gedacht hat, Menschen würden durch ihr Gehirn bestimmt, sind vorbei. Es gibt wichtigeres als den Geist zu schulen: Der neue Schwerpunkt den Politiker in Niedersachsen setzen wollen, richtet den Blick zwischen die Beine der Schüler nicht mehr auf ihren Kopf. Mathematik ist nur noch richtige Mathematik, wenn sie sexuell vielfältig betrieben wird. Deutsch nur dann ein korrekter Unterricht, wenn den Bedürfnissen von Kindern aus Regenbogenfamilien Rechnung getragen wird, die offensichtlich nach Meinung der rot-Grünen eine andere Sprache sprechen. Und all diese Ausgeburten eines manischen Geistes werden in ein Bedrohungszenario verpackt, das deutsche Schulen in einem homophoben Klima verhaftet sieht, das nur kurz vor dem Konzentrationslager anzusiedeln ist.

Es ist schlicht nicht mehr möglich, rot-grüne Politiker Ernst zu nehmen. Sie haben sich durch ihre sexuelle Manie vollständig deklassiert, und man muss vermuten, dass das Herunterladen von Kinderpornographie, das einige rot-grüne Politiker betrieben haben, kein Einzelfall ist, vielmehr scheint in der rot-grünen Politikersekte eine tiefe sexuelle Deprivation vorhanden zu sein, die dazu führt, dass sie überall, wo sie gehen und stehen, Sex sehen. Derartige Politiker sind folglich ein Fall für eine geschlossene Institution, ein Fall für die Gummizelle, die genug Platz lässt, um gegen homophobe Wände vorzugehen.

Es ist ein Gebot der Stunde, gegen den Unsinn, den rot-grüne Politiker über Schülern ausgießen wollen, vorzugehen. Und dies ist genau, was mit einer Petition, die derzeit auf Change.org zu finden ist, erreicht werden soll:

“Wir lehnen die Absicht der rot-grünen Landesregierung ab, in Niedersachsen sogenannte ‘sexuelle Vielfalt’ zum Unterrichtsthema zu machen”, so der Tenor der Petition.

Wer sich der Petition anschließen und die Normalität gegen die sexuell Depriverten und Manischen verteidigen will, der kann die Petition hier unterstützen.

Niedersachsen ist kein Einzelfall. Der rot-grüne Plan, baden-württembergische Schüler mit Sexualität von kleinauf und unter dem Vorwand der Toleranz für sexuelle Vielfalt zu penetrieren, hat ebenfalls zu heftigem Widerstand und einer Petition geführt.