Der Feind in unserer Mitte: Gender Studies können an Universitäten nicht mehr einfach geduldet werden

Prof. Dr. Günter Buchholz hat einen Fachartikel an der Fachhochschule Hannover veröffentlicht, der sich – folgt man der Überschrift – mit “Gender Studies – Die Niedersächsische Forschungsevaluation und ihre offenen Fragen” befasst, der sich jedoch bei Lektüre als viel umfassenderer und weitreichenderer, weil weit über Niedersachsen hinausreichender Fachartikel darstellt.

buchholzWer den Beitrag von Prof. Dr. Günter Buchholz gelesen hat, der kann, sofern ihm Wissenschaft und gesellschaftliche Prosperität am Herzen liegen, nicht mehr schweigen, der muss aufstehen und den Feind in unserer Mitte bekämpfen.

Nun, nach diesem pathetischen Anfang ist es notwendig, die Rechtfertigung für diesen pathetischen Anfang, zu liefern, damit auch dem Trägsten unter den Lehrstuhlplattsitzern in Deutschland Dampf unter dem Allerwertesten gemacht wird.

Günter Buchholz hat einen Aufhänger in seinem Beitrag, einen Bericht, der von der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen als Evaluationsbericht zur “Geschlechterforschung in Niedersachsen” bezeichnet wird. Es ist dies ein klassischer Fall von Etikettenschwindel, mit dem die Öffentlichkeit absichtlich und mutwillig getäuscht werden soll, denn der Bericht und die Empfehlungen zur Geschlechterforschung ist alles, aber er ist weder eine Evaluation noch etwas, was auch nur entfernt an eine Evaluation erinnert.

Es beginnt damit, dass die Autoren des Werks, Birgit Geissler, Christina von Braun, Ineke Klinge, Birgit Riegraf, Friederike Maier und Ines Weller alle Nutznießerinnnen des Genderismus sind, d.h. auf entsprechenden Lehrstühlen für Gender Studies installiert wurden. Die Evaluation von Gender Studies oder Geschlechterforschung durch Personen, die Gender Studies oder Geschlechterforschung betreiben, gleicht somit dem Unterfangen, die Relevanz und Wirkungsweise von Astrologie durch Astrologen evaluieren zu lassen.

Logik f dummiesNun könnte man uns vorwerfen, hier ein argumentum ad hominem gemacht zu haben, denn prinzipiell ist es denkbar, dass auch Personen, die von Gender Studies profitieren, deren Einkommensquelle vom Bestand der Gender Studies abhängt, zumindest den Versuch unternehmen, die Gender Studies ansatzweise objektiv zu beurteilen. Entsprechend muss man die vermeintliche Evaluation als solche zur Kenntnis nehmen und sein Urteil begründen, um es nicht dem Vorwurf eines argumentum ad hominem auszusetzen.

Im vorliegenden Fall ist das einfach.

Evaluationsstudien untersuchen die Konsequenz von etwas. So kann man die Wirkung von Medikamenten untersuchen, in dem man die Personen, die nach Einnahme eines Medikaments gestorben sind, denen gegenüberstellt, die geheilt wurden. Man kann wissenschaftliche Fachdisziplinen, z.B. die Soziologie, im Hinblick auf ihren gesellschaftlichen Einfluss untersuchen, in dem man soziologische Forschungsergebnisse z.B. im Rahmen der Bildungsforschung zusammenstellt und untersucht, welchen Niederschlag diese Forschungsergebnisse in der Bildungspolitik gefunden haben. Das setzt natürlich voraus, dass es überhaupt Forschungsergebnisse gibt. Schließlich kann man Publikationen von Wissenschaftlern in einem Fachgebiet einer Evaluation zu Grunde legen, dieselben auf der Basis einer Reihe von Kriterien wie: empirische Bewährung, wissenschaftliche Reichweite usw. bewerten. Wie auch immer man im Rahmen einer Evaluationsstudie vorgeht, immer wird der Output bewertet, d.h. die Konsequenzen einer Forschung, deren Niederschlag, das, was man auch als Außenstehender als Ergebnis der entsprechenden Forschung wahrnehmen kann. Und selbstverständlich wird das Ergebnis mit den Kosten, die angefallen sind, um es zu erzielen, gewichtet.

Nur bei den Gender Studies und der angeblichen Evaluationsstudie aus Niedersachsen ist dies nicht der Fall. Hier versuchen die Autorinnen wie Günter Buchholz sehr klar und mit Liebe zum Detail darstellt, zu argumentieren, dass die wissenschaftlichen Kriterien, die seit Jahrhunderten genutzt werden, um den Wert einer wissenschaftlichen Forschung zu bestimmen, für Gender Studies nicht gelten. Gender Studies dürfen nicht an ihrem Output bewertet werden, vielmehr sollen Gender Studies am Input bewertet werden: Je mehr Lehrstühle für Gender Studies, desto besser. Je mehr angebliche Wissenschaftler Gender Studies betreiben, desto besser. Dies ist eine äußerst verquere Logik, die an das Verbot, die katholische Kirche zu kritisieren, erinnert, das es im Mittelalter gegeben hat.

Dazu schreibt Günter Buchholz:

“Damit wird der ministerielle Evaluationsauftrag im Hinblick auf Forschungsleistungen (Output) umgedeutet in eine Untersuchung, die zur Stärkung von Forschungs – Input-Strukturen (Stellen,Professuren, unabhängige Institute, finanzielle Mittel) beitragen soll, welche durch den Nachweis von erbrachten Forschungsleistungen weder gerechtfertigt werden können noch sollen.”

offene gesellschaft bdIIVermutlich ist Günter Buchholz hier zu nachsichtig mit dem Ministerium, das diese angebliche Evaluationsstudie in Auftrag gegeben hat. Denn, wie er selbst in seinem Beitrag feststellt, geht es vor allem darum, sich eine Legitimation dafür zurecht zu legen, Steuerzahlern weiterhin und in immer größeren Ausmaß zur Finanzierung von Gender Studies zur Kasse zu bitten, obwohl Steuerzahlern kein erkennbarer Nutzen aus Gender Studies entsteht. Statt dessen entstehen Steuerzahlern weitere Kosten, die sich mit Zerstörung von Wissenschaft und Behinderung von Erkenntnisfortschritt und Prosperität benennen lassen. Entsprechend kann man davon ausgehen, dass die angebliche Evaluationsstudie mit genau diesem Ziel beauftragt wurde.

Letztlich stellen sich die Gender Studies in der vermeintlichen Evaluations Studie als großangelegter Versuch des Nutznießens auf Kosten von Steuerzahlern dar, so dass Günter Buchholz zu der folgenden abschließenden Evaluation kommt:

“Die Politik ist aus Sicht des Autors aufgefordert, die den Staatsfeminismus ermöglichenden verfassungswidrigen Rechtsnormen aufzuheben und seine Finanzierung umgehend einzustellen; hierbei sind auch Zivilgesellschaft und Justiz gefordert.”

In kurz: Gender Studies sind der Versuch durch die unbelegte Behauptung vermeintlicher Benachteiligung von Frauen, der der Status einer sakrosankten Aussage zugewiesen wird, Steuermittel zu zweckentfremden und in die eigenen Taschen zu leiten. Dazu lagern sich Gender Studierte wie Misteln um Ministerien an, um Förderungen zu erhalten. Dazu ist es zudem notwendig, eine wissenschaftliche Legitimation vorzutäuschen, weshalb Gender Studies an Universitäten installiert wurden. Und da Gender Studies sich zu Wissenschaft verhalten wie Gift zu Gesundheit, schädigen sie die institutionalisierte Wissenschaft, machen sie ganze Fachbereiche lächerlich und führen sie dazu, dass wissenschaftliche Kriterien, für deren Einhaltung gerade in Deutschland schwer gekämpft werden musste, wieder beseitigt werden und die Willkür abermals die Hochschulen Deutschlands mit Beschlag belegt.

Diese Einschätzung ist zu pessimistisch? Sie wird den Gender Studies nicht gerecht? Nun, alle Wissenschaft ist empirisch, und deshalb testen wir unsere Thesen, d.h. nicht wir tun das, sondern Günter Buchholz, und zwar mit einer Befragung, die dazu konzipiert wurde, Gender Studies Betreibern die Gelegenheit zu geben, ihre Wissenschaftlichkeit und ihre Nützlichkeit zu demonstrieren. Die Befragung besteht aus drei Teilen und kann hier als Ganzes heruntergeladen werden.

Wir wollen uns an dieser Stelle auf Teil B beschränken, weil er der Teil ist, mit dem die Wissenschaftlichkeit der Gender Studies steht und fällt. Die Fragen zur Wissenschaftlichkeit der Gender Studies sind die folgenden:

Buchholz Fragebogen

Ein Wissenschaftler, dem derartige Fragen vorgelegt werden, würde sie mit der größten Freude beantworten, zielen die Fragen doch genau auf das, was seine Wissenschaft ausmacht, die Methode, den harten Kern der Theorie, wie Lakatos dies genannt hat, die Zuordnung zu einer bestimmten Forschungsmethodologie, die Art und Weise der Prüfung von Hypothesen usw.

Entsprechend muss man erwarten, dass dann, wenn Gender Studies Betreiber Wissenschaftler sind, sie diese Fragen mit Freude und Leichtigkeit beantworten (können und wollen). Da die Fragen zudem von einem Kollegen einem Professor im Rahmen eines Forschungsprojekts gestellt wurden, ist deren Beantwortung mit um so größerer Motivation von empirisch arbeitenden Wissenschaftlern zu erwarten.

Um die Beantwortung der Fragen, wurden die folgenden Personen gebeten:

      1. RWTH Aachen, Herrn Prof. Dr. Ernst Schmachtenberg, Rektor
      2. Frau Prof. Dr. Tanja Paulitz
      3. Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, Präsident Herr Prof. Dr. Bernd ReissertFrau Prof. Dr. Kristina Bautze
      4. Präsident der Goethe-Universität Frankfurt/Main, Herrn Prof. Werner Müller-Esterl
      5. Frau Prof. Ulla Wischermann
      6. Präsident der Universität Hamburg, Prof. Dr. Dieter Lenzen
      7. Frau Prof. Blunck
      8. Präsident der Universität Hamburg, Prof. Dr. Dieter Lenzen
      9. Frau Prof. Raasch
      10. Genderbüro, Frau Dr. Frey,
      11. Universität Trier, Der Präsident Prof. Dr. Jäckel
      12. Frau Prof. Dr. Geier
      13. Universität Basel, Der Rektor Herr Prof. Dr. Piveteau,
      14. Frau Dr. Ramsauer
      15. TU Berlin, Der Präsident Herr Prof. Dr. Jörg Steinbach
      16. Frau Prof. Dr. Sabine Hark
      17. Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Präsident Herr Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Jochen Schiewer
      18. Frau Prof. Dr. Nina Degele
      19. Frau Prof. Dr. Weber, Rektorin der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald
      20. Herr Dr. P. Pohl
      21. Präsident der Universität Hamburg Prof. Dr. Dieter Lenzen
      22. Frau Prof. Lembke
      23. Rektor der Universität Bremen Prof. Dr. Scholz-Reiter
      24. Frau Prof. Eifler
      25. Universität Osnabrück – Der Präsident Prof. Dr. Rollinger
      26. Frau Prof. Dr. Schwarze
      27. Wirtschaftsuniversität Wien, Der Rektor Herr Prof. Dr. Badelt
      28. Frau Prof. Dr. Hanappi-Egger
      29. Universität Bern, Der Rektor Herr Prof. Dr. Täuber,
      30. Frau Prof. Dr. Schnegg
      31. Herrn Prof. Dr. Umbach, Präsident der Ostfalia – Hochschule
      32. Frau Stephanie Zuber
      33. Ruhr Universität Bochum, Rektor Herr Prof. Dr. Dr. h.c. Elmar W. Weiler
      34. Frau Prof. Dr. Ilse Lenz
      35. Frau Prof. Dr. Dienel, Präsidentin der HAWK Hildesheim
      36. Frau Prof. Dr. A. Müller
      37. Präsident der Universität Hamburg, Prof. Dr. Dieter Lenzen
      38. Frau Prof. Schirmer
      39. Präsident der Universität Duisburg-Essen, Prof. Dr. Radtke
      40. Frau Prof. Klammer
      41. Universität Gießen, Der Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee
      42. Frau Dr. Hergenhan
      43. Universität Wien, Der Rektor Herr Prof. Dr. Engl
      44. Frau Prof. Dr. Schmitz
      45. Universität Klagenfurt, Der Rektor Herr Prof. Dr. Vitouch
      46. Frau Prof. Dr. Wächter
      47. Herr Prof. Dr. Berger
      48. Präsidentin der Georg-August-Universität Göttingen, Frau Prof. Ulrike Beisiegel
      49. Frau Dr. Uta Schirmer
      50. Universität Bremen, Rektor Herr Prof. Dr.-Ing. Bernd Scholz-Reiter
      51. Frau Prof. Dr. Christine Eifler
      52. Universität Oldenburg, Die Präsidentin Frau Prof. Dr. B. Simon
      53. Präsident der Universität Hamburg, Prof. Dr. Dieter Lenzen
      54. Frau Prof. Benthien
      55. Heidelberger Institut für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung,
        Frau Prof. Blaettel-Mink, Frau Dr.Kramer
      56. Universität Kassel, Der Präsident Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep
      57. Frau Prof. Dr. Tuider
      58. Universität Wien, Der Rektor Herr Prof. Dr. Bieger
      59. Herr Prof. Dr. Steyart
      60. Technische Universität Berlin, Der Präsident Prof. Dr. Steinbach, Der Vizepräsident Prof. Dr. Thamsen
      61. Frau Prof. Dr. S. Hark
      62. Universität Graz, Die Präsidentin Frau Prof. Dr. Christa Neuper
      63. Frau Prof. Dr. Angelika Wetterer
      64. Herrn Prof. Dr. Bernd Huber, Präsident der Ludwig-Maximilians-Universität München
      65. Frau Prof. Paula-Irene Villa
      66. Präsident der HAW Hamburg, Prof. Dr. Michael Stawicki
      67. Frau Prof. Bessenrodt-Weberpals
      68. Präsident der Universität Hamburg,Prof. Dr. Dieter Lenzen
      69. Frau Prof. Rastetter
      70. Deutsche Stiftung Frauen- und Geschlechterforschung
        Frau Dr. Dumont du Voitel,
      71. Universität Siegen, Der Rektor Prof. Dr. Burkhart
      72. Frau Prof. Dr. Moog
      73. Universität Basel, Der Rektor Herr Prof. Dr. Loprieno
      74. Frau Prof. Dr. Maihofer

Von den verschickten Fragebögen hat Günter Buchholz insgesamt keinen einzigen ausgefüllt zurückbekommen. Mit anderen Worten: Keiner der Angeschriebenen hat an der Befragung des Kollegen Buchholz teilgenommen. Lediglich eine, der angeschriebenen hat ein intensives Telefongespäch mit Günter Buchholz geführt, das letztlich jedoch zu keinem ausgefüllten Fragebogen geführt hat. In fünf Fällen hat Günter Buchholz einen Rückruf erhalten, in dem der Angeschriebene seine “unverhohlene Empörung” zum Ausdruck gebracht hat, was wohl die Art und Weise ist, mit der Buchholz Beschimpfungen am Telefon umschreibt.

Es bleibt also festzustellen, dass Gender Studierte nicht Willens oder nicht in der Lage sind, die oben dargestellten Fragen, die jeder Wissenschaftler aus dem ff beherrschen und mit Freude für seinen Tätigkeitsbereich beantworten können muss, zu beantworten. In beiden Fällen, dem des nicht Wollens und dem des nicht Könnens muss man feststellen, dass es sich bei den Angeschriebenen offensichtlich um keine Wissenschaftler handelt.

Offene Gesellschaft BD1Vielmehr belegt die Befragung von Günter Buchholz einmal mehr in eindrücklicher Weise die Tatsache, dass Gender Studies nichts mit Wissenschaft zu tun haben, dass dann, wenn Gender Studierte um eine Legitimation oder eine wissenschaftliche Begründung für ihre Gender Studies gebeten werden, sie empört reagieren, wie dies für Anhänger eines Kultes, deren Fetisch man hinterfragt, üblich ist. In jedem Fall ist das Bemühen evident, den eigenen Tätigkeitsbereich hermetisch gegen Begutachtung und vor allem gegen eine wissenschaftliche Untersuchung abzuschirmen. Nicht zuletzt ist dies in einem Boykott-Aufruf der Befragung von Günter Buchholz deutlich geworden, den Beate Kortendiek, die dem Steuerzahler in Duisburg-Essen zur Last fällt, verbreitet hat.

Wissenschaftler haben seit dem Advent der rationalen Wissenschaft, seit Philosophen wie Francis Bacon oder Thomas Hobbes, Immanuel Kant oder Karl Raimund Popper die Emanzipation der und Begründung von Wissenschaft als empirische Wissenschaft vorangetrieben haben, einen stetigen und erfolgreichen Kampf gegen die Religion geführt, die regelmäßig versucht hat, Wissenschaft und ihre Erkenntnis zu unterbinden oder für die eigenen Zwecke zu instrumentalisieren. Die scheinbare Säkularisierung, die angeblich in modernen Gesellschaften eingesetzt hat, hat nur den Gegner im Kampf um freie Wissenschaft und freie Erkenntnis verändert: Nicht mehr Religion versucht, Wissenschaft zu verunmöglichen und freie Erkenntnis zu beseitigen, sondern Ideologie, namentlich der Genderismus, der nichts anderes ist, als die Neuauflage eines feministisch gewendeten Sozialismus.

Wissenschaftler haben nicht über Jahrhunderte gegen den Einfluss der Kirche gekämpft, um nunmehr tatenlos dabei zuzusehen, wie ein neuer Feind aus ihrer Mitte heraus, die Wissenschaft zerstört. Entsprechend ist Widerstand geboten, Widerstand gegen Genderisten und ihre vermeintlichen Studien.

Wir fordern unsere Leser dazu auf, Teil B des Fragebogens, der oben dargestellt ist und hier heruntergeladen werden kann, auszudrucken und Gender Studierte mit diesen Fragen zu konfrontieren wo sie gehen und stehen. Konfrontiert die Gender Studierten so lange mit diesen Fragen, bis sie sich nicht mehr aus ihren Büros trauen! Verlangt Antworten und macht den Gender Studierten klar, dass sie zum Geben von Antworten verpflichtet sind, schließlich werden sie von uns allen bezahlt! Und wenn sie keine Antworten zu geben in der Lage sind oder unwillig sind, Antworten zu geben, dann haben sie an Universitäten nichts zu suchen und sollten schnellstens von dort entfernt werden.

Neue Töne: Minister sind mit Frauen nicht zufrieden

Minister haben es heuzutage nicht einfach – um nicht zu sagen, sie haben es schwer.

Egal, worum sie sich kümmern, immer stellen sie fest, dass ihre Bürger nicht so sind wie erwartet, dass sie nicht tun, was ministeriell von ihnen erwartet wird, ja, dass sie einfach nicht konform und gefügig sein wollen.

Als besonders widerspenstig haben sich bislang Frauen erwiesen: Man kann ihnen goldene Brücken bauen. Man kann sie bei der Schulbildung bevorzugen, ihnen Stelle an Universitäten nachtragen und sie Unternehmen als Zwangsmitglied in Vorständen verordnen – und? Nichts: Sie treten zurück, finden sich nicht in ausreichender Zahl, nutzen bevorzugte Behandlung, so lange sie es gerne möchten und richten sich ansonsten doch lieber in den heimischen vier Wänden ein.

Und so irren Minister von Baustelle zu Baustelle, um mit ihrem sozialtechnologischen Werkzeugkasten zu reparieren, anzureizen und zu propagieren, was wir angeblich brauchen oder, wahlweise, was eine moderne Wirtschaft braucht:

“Eine moderne Wirtschaft”, so weiß Manuela Schwesig, obwohl sie nicht Ökonomie studiert hat, “braucht die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern. Doch obwohl Frauen heute so gut ausgebildet sind wie nie zuvor, machen sich weniger Frauen als Männer beruflich selbstständig. Deswegen möchte ich Frauen dabei unterstützen, vermehrt Unternehmen zu gründen. Dabei soll es gezielter um die besonderen Belange von Frauen gehen …”

BMFsfjneuBevor wir gezielter auf die Belange von Frauen eingehen, wollen wir darauf hinweisen, dass Schwesig degradiert wurde: Sie ist nicht mehr Minister für Frauen, Senioren, Familie und Jugend, sie ist nur noch Minister für Frauen, “Bundesfrauenminsterin Schwesig”, wie aus der Pressemeldung ihres Ministeriums deutlich wird. Ehrlicher Weise hat das Ministerium für FSFJ, S(enioren), F(amilie) und J(ugend) gestrichen, denn heutzutage gibt es nur noch ein Projekt, das weitreichende, ja globale, wenn nicht universale Konsequenzen hat: Frauen, also die richtigen Frauen, die Schwesig vorschweben (nicht solche, die es gibt): Frauen, die sich selbständig machen.

Selbständigkeit, so erfahren wir per impliziter Prämisse, ist nämlich etwas, was nicht von Ideen, unternehmerischer Kenntnis und vor allem Hingabe und Leistungsbereitschaft geprägt ist, weil man zumindest in der Gründungsphase viel Zeit und Nerven investieren muss, bis der Laden läuft. Nein, Selbständigkeit, so weiß Schwesig woher auch immer, ist etwas, was nach Geschlecht funktioniert. Und wenn sich weniger Frauen als Männer selbständig machen, dann liegt das daran, dass Frauen Hürden haben, die Männer nicht haben, denn natürlich haben Frauen die gleichen Ideen, die gleichen unternehmerischen Kenntnisse (die ihnen vor allem in Studienfächern wie soziale Arbeit, Anglistik, Theaterwissenschaft und Gender Studies vermittelt werden) wie Männer und natürlich haben sie dieselbe Leistungsbereitschaft und Hingabe an einen Beruf. Wir sind nämlich alle ganz gleich, und weil wir alle ganz gleich sind, ist es für Personen wie Schwesig, die derzeit Minister spielt, möglich, die Welt zu verändern.

Zu wenig Frauen machen sich selbständig. Warum? Ja, weil sie an der Selbständigkeit trotz gleicher Ideen, gleicher Kompetenzen, gleicher Leistungsbereitschaft und gleicher Hingabe wie Männer gehindert werden. Von wem? Von den besonderen Belangen. Die “besonderen Belange von Frauen”, das weiß Schwesig, die es vorgezogen hat, in eine abhängige Beschäftigung zu gehen und eben nicht selbständig zu werden, diese besonderen Belange von Frauen sind: “”Kinderbetreuung, Vereinbarkeit von Selbständigkeit und Familie sowie Fragen rund um den beruflichen Wiedereinstieg”.

Also: Frauen machen sich nur deshalb nicht so häufig selbständig wie Männer, weil sie keine Kinderbetreuungsplätze haben, weil sie die Selbständigkeit nicht mit der Familie vereinbaren können und ihnen der berufliche Wiedereinstieg erschwert wird.

Wozu brauchen wir einen George Schumpeter mit seiner Theorie des Entrepreneur, jenes Unternehmers, der “get’s the things done”, der weiß, wie er Ideen in tragfähige Konzepte umsetzt, die es erlauben, ein Unternehmen mit Gewinn zu führen? Wir brauchen keinen Schumpeter, wir haben eine Schwesig. Entsprechend schaffen wir Kindertagesstätten, infantil auch “Kitas” genannt und vereinbaren Familie und Selbständigkeit (wie auch immer), und schon sind auch Frauen in der Lage, “to get things done”. Keine weiteren Kompetenzen von Nöten.

Und wer nach 2 Jahren Selbständigkeit sich doch lieber zunächst einmal um Fortpflanzung und anschließend um Nachwuchs kümmern will, dem erleichtert Schwesig auch gleich den “beruflichen Wiedereinstieg”, wobei man spätestens hier merkt, dass die Bundesfrauenministerin nicht weiß, wovon sie spricht. Anders formuliert: Der soziale Dienst “Ines F”, wird Probleme haben, wieder am Markt Fuss zu fassen, wenn er drei Jahre geschlossen war, um Ines F. die Fortpflanzung und Hege des Nachwuchses zu ermöglichen. Zwischen Selbständigkeit und abhängiger Beschäftigung, das weiß Schwesig natürlich nicht, woher auch, gibt es einen entscheidenen Unterschied: Man kann nicht einfach in Elternzeit gehen.

Aber immerhin erklärt der entsprechende Irrtum, warum Schwesig denkt, die “besonderen Belange von Frauen” hätten irgend etwas mit der Selbständigenquote von Frauen zu tun. Sie haben es nicht. Vielmehr  sind die “besonderen Belange” nicht mit Selbständigkeit zu vereinbaren. Man ist nämlich entweder selbständig oder man pflanzt sich fort.

Zuweilen muss man im Leben Entscheidungen treffen. Und diese Entscheidungen sind der Grund dafür, dass die sozialtechnische Werkzeugkiste der Bundesfamilienministerin nicht greift. Halbtagsjobs für Selbständige gibt es nicht. Und Arbeitszeiten für Selbständige sind auch etwas, das nicht der Stechuhr folgt, die Schwesig gewohnt ist.

Wer arbeiten mehr als 48 Stunden pro Woche?

Insofern ist Bundeswirtschaftsminister Gabriel zuzustimmen, der sagt: “Um mehr Frauen zum Gründen zu bewegen, braucht es vor allem ein Umdenken in den Köpfen… ” Eine seltene Einsicht von einem Politiker. Richtig, es erfordert ein Umdenken in den Köpfen von Politikern, etwa so: Bestimmte Dinge sind miteinander unvereinbar. Selbständigkeit ist nichts, was man halbtags oder nebenbei machen kann. Selbständigkeit erfordert den ganzen Selbständigen, und entsprechend ist Selbständigkeit mit Fortpflanzung und Halbtagsarbeit ebenso unvereinbar wie der Versuch, “Frauen … durch speziell auf ihre Bedürfnisse ausgerichtete Beratungsangebote bei den ersten Schritten in die Selbständigkeit” zu begleiten.

Wie selbständig ist jemand, dem man die Hand führt und dem man Fuss vor Fuss setzt, damit er in die richtige Richtung geht? Wie erfolgversprechend ist ein Unternehmen, bei dem der vermeintlich selbständige Unternehmer in die Selbständigkeit beraten wurde, wenn die Beratung erst einmal beendet ist? Selbständigkeit ist eine Entscheidung, hinter der man stehen muss. Es ist nichts, was man eben einmal so probiert. Und deshalb muss man kein Prophet sein, um zu wissen, dass die Selbständigen, die Schwesig und Gabriel mit ihrer Umwidmung der Ich-AG in eine Sie-AG produzieren, Kurzzeit-Selbständige sein werden,  deren Selbständigkeit sich genau dann erledigt, wenn sie auf eigenen Füssen stehen müssen.

Entsprechend werden Gabriel und Schwesig auch weiterhin mit den Frauen und deren Bereitschaft, selbständig zu sein, unzufrieden sein. Die einfachste Lösung, um diese Unzufriedenheit zu beheben, wäre indes ein Anerkennen von Realitäten, die (1) dokumentieren, dass wir nicht alle gleich sind, (2) zeigen, dass ungleiche Verteilungen zwischen Männern und Frauen in der Regel einer Ursache geschuldet sind, die man in früheren Zeiten als Arbeitsteilung bezeichnet hat, ja manche sind gar der Meinung, dass erst Arbeitsteilung moderne Gesellschaften möglich macht, (3) es nicht möglich ist, die Welt so zu basteln, wie man sie gerne hätte, und wenn man noch so heftig mit dem Fuss aufstampft, und (4) es an der Zeit ist, den Posten eines Ministers zu verlassen und mit gutem Beispiel in die Selbständigkeit voran zu gehen, z.B. als selbständiger Paketfahrer bei Hermes oder als selbständiger Altenpfleger auf Stundenbasis.

Petition gegen rot-grüne Paranoia in Niedersachsen

An Niedersachsens Schulen herrscht ein homophobes Klima. Schwulen und Lesben-Bashing steht auf der Tagesordnung. Schon in Kindertagesstätten machen “Kinder aus Regenbogenfamilien Diskriminierungserfahrungen”. Das wissen die Mitglieder der Fraktionen des Grünen Bündnisses 90 und der SPD im Niedersächsischen Landtag. Und weil dem so ist, wollen Sie eine ganze Reihe von Gegenmaßnahmen ergreifen, um den täglichen Pogrom gegen “Kinder aus Regenbogenfamilien” und gegen lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle und intersexuelle Menschen zu verhindern.

Gruene Landtag niedersachsenDie verzweifelten Maßnahmen mit denen die niedersächsischen Kinder in Kindertagesstätten, Grundschulen und weiterführenden Schulen davon abgehalten werden sollen, lesbische, schwule, bisexuelle, transexuelle, intersexuelle und Kinder aus Regenbogenfamlien zu diskriminieren und zu verfolgen, sind in einem Antrag der Fraktion der SPD und des grünen Bündnisses niedergelegt, und sie sehen u.a. vor:

  • Lehrkräfte “für die Diversität der sexuellen und geschlechtlichen Identitäten” zu sensibilisieren.
  • Schulbücher nur noch dann zu genehmigen, wenn die Vielfalt sexueller Identitäten angemessen berücksichtigt ist.
  • Kerncurricula für alle Schüler so zu ergänzen, dass die “Existenz und Lebenswirklichkeit von Menschen verschiedener sexueller Identitäten hinreichend Berücksichtigung” findet.

Dies sind einge der Maßnahmen, die die roten grün gebündnisten Fraktionen in einem Antrag fordern und die der Niedersächsische Landtag beschließen soll. Und wenn man gelesen hat, was hier gefordert wird, dann weiß man gar nicht, wo man beginnen soll – dabei, dass die Forderung einer angemessenen Brücksichtigung ein ebenso großer Unsinn ist wie die Forderung einer rot-grünen Berücksichtigung. Angemessen ist nämlich ein Adjektiv, das ohne eine Bezugsgröße keinen Sinn macht. Und da der Text keine Bezugsgröße enthält, kann man aus “angemessen” nur dann Sinn machen, wenn man schließt, dass eine angemessene Berücksichtigung das ist, was die rot-grün Bebündisten aus 1990 für angemessen halten. Ob jedoch die Bevölkerung und vor allem die Eltern der Kinder, die derart angemessen belehrt werden sollen, der Ansicht sind, es sei angemessen bereits Kinder in der Kindertagesstätte mit dem zu penetrieren, was Rot-Grüne für angemessen halten – ist eine andere Frage, bei deren Beantwortung man die rot grüne Besessenheit mit Sexualität in Rechnung stellen muss.

Dies gesagt, stellt sich die Frage, wie die rot grünen Bündnisser dazu kommen, es für angemessen zu halten, dass bereits Kindern in der Kindertagesstätte die Vielfalt ihrer eigenen Sexualität eingetrichtert werden soll.

Die Antwort finden sich in der Begründung des Antrags, dort heißt es:

  • “Nach wissenschaftlichen Schätzungen sind 5 bis 10% aller Menschen lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell oder intersexuell. Es ist deshalb davon auszugehen, dass sich in den meisten Schulklassen ein oder mehrere Kinder befinden, die homo, bi, inter- oder transsexuell sind.”

Nun, eine Schätzung ist eine Schätzung und bleibt eine Schätzung, auch dann, wenn man das Wörtchen “wissenschaftlich” davor setzt. Tatsächlich hat Dr. habil. Heike Diefenbach in einer Reihe von Beiträgen sehr klar gezeigt, dass es aus wissenschaftlicher Sicht kaum möglich ist, anzugeben, wie groß die Anteile der entsprechend sexuell Orientierten sind, da sich die meisten Studien, ob der Schwierigkeit, schwule, lesbische, inter- oder transsexuell orientierte Menschen zu finden, mit einem Trick behelfen, den auch das rot-grüne Bündnis aus 1990 im Niedersächsischen Landtag bemüht: Sie schlagen Bisexuelle den Homosexuellen zu. Warum sie das tun, bleibt unbegründet. Faktisch ist ein Bisexueller aber mindest so sehr heterosexuell wie homosexuell. Dass er ausschließlich als homosexuell gezählt wird, liegt daran, dass die Anzahl der Homosexuellen in wissenschatflichen Studien so gering ist, dass man überhaupt keine Aussagen über sie machen kann, wenn man sie nicht durch bisexuell Orientierte anreichert. Insofern ist die Schätzung von 5% bis 10% nicht heterosexueller Menschen eine sehr optimistische Schätzung.

SPD Fraktion NiedersachsenNoch besser ist allerdings der Schluss aus der nicht belegten Schätzung auf die Anzahl der homosexuellen, inter-, trans- und bisexuellen Grund-, Haupt-, Realschüler und Gymnasiasten. Welcher Wahnsinn die Schreiber des Antrags hier geritten ist, kann nur vermutet werden, und wir sind zurückhaltend hier zu spekulieren. Wir wollen nur soviel sagen: Wenn man davon ausgeht, dass Intelligenz in einer Gesellschaft normalverteilt ist, ergibt sich daraus, dass gut 11% der Bevölkerung mit unterdurchschnittlicher Intelligenz ausgestattet sind. Entsprechend müssen wir annehmen, dass auch 11% derjenigen, die den Antrag von Bündnis90/rot-grün verfasst haben, nur mit unterdurchschnittlicher Intelligenz ausgestattet sind. Es steht daher zu vermuten, dass die 11% einen überproportionalen Einfluss auf die Erstellung des Antrags genommen haben.

Am besten ist jedoch der rot-grüne Biologismus: Es ist demnach biologisch determiniert ob jemand homo-, inter-, trans- oder bisexuell ist. Einmal bisexuell, immer bisexuell. Wenn man derartigen rot-grünen Unsinn liest, dann fragt man sich, waren diese Menschen in ihrem Leben jemals verliebt oder sind sie von Natur aus a-sexuell, so dass ihnen die Erfahrungen mit Sexualität, die man als normaler Mensch macht, vorenthalten bleiben. Und weil sie ihnen vorenthalten bleiben, müssen sie das, was für andere normal ist, zuerst mystifizieren und dann zur bloßen Technik, zur Anwendung von Geschlechtsteilen degradieren,  und wo man sie anwendet, ist biologisch determiniert. Wie gut, dass der biologischen Determinierung klar ist, dass sie sich nur auf die menschliche Spezies bezieht.

Aber verfolgen wir die rot-grün-gebundenen Versuche, zu argumentieren weiter:

  • “Eine Studie des Münchener Meinungsforschungsinstitutes IconKids & youth von 2002 ergab, dass 50 % der Mädchen und 70 % der Jungen in Deutschland Lesben und Schwule nicht oder überhaupt nicht gut finden. Dieser Anteil hat gegenüber 1998 sogar deutlich zugenommen.
    Dies trägt zu einem ausgeprägt homophoben Klima in den Schulen bei. In der Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes „Diskriminierung im vorschulischen und schulischen Bereich“ von 2013 wird beschrieben, dass schon in Kindertagesstätten Kinder aus Regenbogenfamilien Diskriminierungserfahrungen machen. An Schulen gehören „Schwuchtel“, „du Schwuler“ und „Lesbe“ zu den häufigsten von Kindern und Jugendlichen gebrauchten Schimpfworten. In der Studie „Diskrimi-nierung im Bildungsbereich und im Arbeitsleben“ der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, ebenfalls von 2013, gaben 39,1 % der Befragten an, aufgrund ihrer lesbischen oder bisexuellen Lebensweise schon von anderen Kindern und Jugendlichen gemobbt worden zu sein.”

Nehmen wir einmal an, dass 2002 50% der Mädchen und 70% der Jungen in Deutschland Lesben und Schwule nicht oder überhaupt nicht gut fanden. Dann muss man feststellen, dass dies überhaupt nichts mit einem homophoben Klima zu tun hat. Denn im Gegensatz zu rot grünen Aktivisten tragen Kinder nicht unbedingt das, was sie nicht gut finden, anderen hinterher und versuchen sie zu bekehren. Und normale Menschen denken auch nicht, man müsse Schwule und Lesben gut finden, vielmehr reicht es, sie zu akzeptieren. Und wäre nicht aus demokratischer Sichtweise, die Tatsache, dass 50% der Mädchen und 70% der Jungen nicht affin für Schwiule und Lesben sind, zu akzeptieren (schon weil Rot-Grüne der Meinung sind, das sei biologisch veranlagt)? Akzeptiert man es nicht, dann ist dies ein deutliches Indiz dafür, dass man selbst von einer fixen Idee besessen ist, einer fixen Idee davon, was andere “gut zu finden haben”, einer fixen Idee, die keine abweichende Meinung zulässt und entsprechend nicht anders als als missionierender Faschismus bezeichnet werden kann.

Es ist natürlich glatt gelogen, dass 70% der Jungen und 50% der Mädchen in Deutschland “Lesben und Schwule nicht oder überhaupt nicht gut finden”, denn es gibt keine Studie, in der alle Jungen und Mädchen in Deutschland befragt wurden. Die Studien, in denen Mädchen und Jungen befragt werden, befragen zumeist um die 1000 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren. Die Behauptung der Rot-Grünen ist somit nicht nur eine übertriebene Verallgemeinerung, sie gehört in die Klasse der Tricks, die Gerd Bosbach und Jens Jürgen Korff in ihrem Buch “Lügen mit Zahlen” und in Kapitel 1 besprechen.

Gehen wir nun dazu über, die im Antrag behaupteten Fakten richtig zu stellen:

Die Behauptung, Kinder aus Regenbogenfamilien würden bereits in der Kindertagesstätte diskriminierende Erfahrungen machen, geht auf die folgende Stelle im zweiten Bericht der Antidiskriminierungsstelle zu Diskriminierung im Bildungsbereich und im Arbeitsleben zurück.

“In der Kölner Untersuchung Wir sind Eltern. Eine Studie zur Lebenssituation Kölner Regenbogenfamilien aus dem Jahr 2011 berichten 4 % der ingesamt 177 Befragten, dass ihre Kinder diskriminierende Erfahrungen im Kindergarten gemacht haben, die sich durch das Auslachen ihrer Kinder aufgrund der häuslichen Familiensituation gezeigt hätten.”

ADSEs ist also nicht so, dass eine Studie der Antidiskriminierungsstelle zeigen würde, was behauptet wird, vielmehr berichtet der Autor der Antidiskrimierungsstelle im oben benannten Bericht von einer Studie, in der entsprechende Ergebnisse erzielt worden sein sollen. Und was ist von den Ergebnissen zu halten? Da berichten also 4% von 177 Befragten, in Zahlen 7 (sieben!) Personen, davon, dass ihre Kinder in der Schule ausgelacht wurden, weil sie aus einer Regenbogenfamilie stammen. Wir wetten, wenn man Kinder, die in der Schule ausgelacht werden, sammelt und nach den Gründen dafür sucht, dann wird man eine Vielzahl von Gründen finden, und man wird finden, dass nicht nur Kinder aus Regenbogenfamilien ausgelacht werden, und man wird sich fragen, warum es schlimmer sein soll, wenn Kinder aus Regenbogenfamilien ausgelacht werden als wenn z.B. Kinder aus Arbeiterfamilien ausgelacht werden oder dicke Kinder aus dicken Familien oder die Kinder des Bürgermeisters, der die Wahl verloren hat usw. Die Antwort, die man geben muss lautet. Es ist nicht schlimmer. Es ist derzeit nur so, dass eine Horde von Hysterikern durchs Land zieht, die denken, alles sei sexuelle Orientierung und die ihre Manie als Normalität durchzusetzen versuchen.

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts sind nicht einmal 1% der Familien in Deutschland Regenbogenfamilien.

Auch die nächste Behauptung, die im Antrag und mit Bezug auf eine Studie der Antidiskriminierungsstelle aufgestellt wird, ist falsch, denn abermals ist es nicht die Antidiskriminierungsstelle, die etwas erhoben und gefunden hat, wie behauptet wird. Vielmehr steht im bereits oben zitierten Bericht der Antidiskriminierungsstelle:

“Für den Bildungsbereich gaben 72,6 % der Befragten an, aufgrund ihrer lesbischen/bisexuellen Lebensweise vergleichsweise schlechter beurteilt worden zu sein. 39,1 % waren schon mindestens einmal von Mitschüler_innen gemobbt worden (LesMigraS 2012, S. 77 ff.)” (30).

Auf Seite 83 der zitierten Studie “LesMigraS” findet sich wiederum eine Abbildung, der Prozentwerte entnommen werden können, die sich für Befragte, die angeben, von Mitschülern schon einmal, zweimal oder mehrmals ausgegrenzt und gemobbed worden zu sein, auf jene 39,1% addieren. Was die Basis dieser Aussage ist, also wie viele Personen die Grundgesamtheit bilden, auf die hier prozentuiert wurde, ist unklar. Die Menge der Befragten, von denen berichtet wird, variiert zischen 380 und 2070. Keinen Zweifel lässt indes die Formulierung der Frage zu, die es nicht erlaubt, einen Zusammenhang zwischen dem Mobbing und der sexuellen Orientierung herzustellen. Abermals versuchen die rot-Grünen im Niedersächsischen Landtag einen Eindruck zu vermitteln, der nicht gerechtfertigt ist.

Man kommt nicht umhin festzustellen, dass im rot-grünen Deutschland der Wahnsinn umgeht, es ist dies ein Wahnsinn, der manisch ist, der Homophobie wittert wo er geht und steht, der Homophobie so hochredet, dass man denkt, es gebe in Deutschland nichts anderes als homophobe Schüler, die wiederum nichts anderes zu tun hätten als nicht-homophobe Schüler zu diskriminieren. Alle Schulen in Niedersachsen sind vom homophoben Virus infiziert, weshalb sich die rot-grünen Landespolitiker aufmachen müssen, die Schulen zu retten und den tausendfach an Niedersächsischen Schulen vermuteten homo-, inter-, trans- und bisexuellen Schülern beiseite zu springen.

Nuts in BedlamEntsprechend gibt es nichts wichtigeres im Bildungssystem, als die Diversität der sexuellen Orientierung. Nichts bestimmt Menschen mehr als ihre sexuelle Orientierung, jedenfalls wenn es nach den rot-grünen Politikern geht. Die Zeiten, in denen man gedacht hat, Menschen würden durch ihr Gehirn bestimmt, sind vorbei. Es gibt wichtigeres als den Geist zu schulen: Der neue Schwerpunkt den Politiker in Niedersachsen setzen wollen, richtet den Blick zwischen die Beine der Schüler nicht mehr auf ihren Kopf. Mathematik ist nur noch richtige Mathematik, wenn sie sexuell vielfältig betrieben wird. Deutsch nur dann ein korrekter Unterricht, wenn den Bedürfnissen von Kindern aus Regenbogenfamilien Rechnung getragen wird, die offensichtlich nach Meinung der rot-Grünen eine andere Sprache sprechen. Und all diese Ausgeburten eines manischen Geistes werden in ein Bedrohungszenario verpackt, das deutsche Schulen in einem homophoben Klima verhaftet sieht, das nur kurz vor dem Konzentrationslager anzusiedeln ist.

Es ist schlicht nicht mehr möglich, rot-grüne Politiker Ernst zu nehmen. Sie haben sich durch ihre sexuelle Manie vollständig deklassiert, und man muss vermuten, dass das Herunterladen von Kinderpornographie, das einige rot-grüne Politiker betrieben haben, kein Einzelfall ist, vielmehr scheint in der rot-grünen Politikersekte eine tiefe sexuelle Deprivation vorhanden zu sein, die dazu führt, dass sie überall, wo sie gehen und stehen, Sex sehen. Derartige Politiker sind folglich ein Fall für eine geschlossene Institution, ein Fall für die Gummizelle, die genug Platz lässt, um gegen homophobe Wände vorzugehen.

Es ist ein Gebot der Stunde, gegen den Unsinn, den rot-grüne Politiker über Schülern ausgießen wollen, vorzugehen. Und dies ist genau, was mit einer Petition, die derzeit auf Change.org zu finden ist, erreicht werden soll:

“Wir lehnen die Absicht der rot-grünen Landesregierung ab, in Niedersachsen sogenannte ‘sexuelle Vielfalt’ zum Unterrichtsthema zu machen”, so der Tenor der Petition.

Wer sich der Petition anschließen und die Normalität gegen die sexuell Depriverten und Manischen verteidigen will, der kann die Petition hier unterstützen.

Niedersachsen ist kein Einzelfall. Der rot-grüne Plan, baden-württembergische Schüler mit Sexualität von kleinauf und unter dem Vorwand der Toleranz für sexuelle Vielfalt zu penetrieren, hat ebenfalls zu heftigem Widerstand und einer Petition geführt.

Märchenstunde oder Schmierenjournalismus?

Sarah Schaschek erzählt in Tagesspiegel und ZEIT ein Märchen:

Eine reine Magd ist in sozialen Medien verbal gesteinigt worden. Hasspredigten, Hetze und noch viel mehr sind über die reine Magd hereingebrochen – ganz unvermittelt, unverdient, unvorhergesehen. Denn: “Im Netz toben die Maskulisten”, so schreibt Sarah Schaschek in einem Beitrag für den Tagesspiegel in Berlin, den die ZEIT in der Rubrik “Wissenschaft” übernommen hat.

Die reine Magd, die in purer und unverschuldeter Opferhaltung harrt, während die tobenden Maskulisten sie mit Mord- und Vergewaltigung bedrohen, diese reine Magd ist das Stilmittel, das wir aus dem Dritten Reich bestens kennen. Damals war es der arische Volkskörper, der völlig unverschuldet von einem jüdischen Virus befallen wurde. Heute sind es reine Mädge, die in Kassel angeblich Soziologie lehren und der Hannoverschen Allgemeinen ein Interview geben, die vom Bazillus Maskulismus befallen und bedroht und geschädigt werden.

BazillusWarum? Nun, der Bazillus Maskulismus ist verunsichert, er hat das Gefühl, ihm “werde etwas weggenommen”. Deshalb greift er mit brutalem Ton “Wissenschaftlerinnen” an, bedroht, hetzt, beleidigt sie persönlich. So gefährlich ist der Bazillus mittlerweile, dass sich die Deutsche Gesellschaft für Soziologie hinter die reine Magd aus Kassel gestellt habe, behauptet Schaschek. Und nicht nur die Deutsche Gesellschaft für Soziologie, nein, auch die “FG Gender” bzw. deren Vorsitzende, die Arbeitssoziologin Susanne Völker, die weiß, dass “Aggression ein Ausdruck sozialer Verunsicherung” ist.

“Arbeit werde prekär, die eigene Position fraglich, sagt Volker. Da fragen sich einige: Kann ich noch Familienernährer sein? Was bin ich sonst? Wissen wir noch, was Männer und Frauen zu tun haben? Volker sieht keine ‘Massenstimmung’ gegen die Gender Studies. Doch einzelne – ‘überwiegend Männer’ – trügen ihre Unsicherheit über die Geschlechterfrage aus.

Der Bazillus Maskulismus befällt also “überwiegend Männer”, macht sich deren Verunsicherung zu Nutze und führt dazu, dass die Befallenen tobend durch das Internet ziehen, immer auf der Suche nach einer reinen Magd, die man mit “Mord- und Vergewaltigungsdrohungen” beglücken kann – in “brutalem Ton”, wie Schaschek weiß, die offensichtlich in der Lage ist, geschriebenen Worten physisches Verhalten anzusehen. Aber, in der Opferwelt, die Schaschek mit den anderen Genderisten bewohnt, ist nicht die Realität das, was den Ausschlag gibt, sondern die Religion, das eigene Glaubensbekenntnis, das Zentrum der eigenen Sekte. Dieses Zentrum, wird von anti-intellektuellen, verunsicherten, unter dem Einfluss des Bazillus Maskulismus Tobenden in Frage gestellt,und ehe man sich versieht, werden die reinen Opfer zum zweiten Mal viktimisiert, nicht als Person, sondern als Sekte:

voodoo doll“Die Geschichte der Geschlechterforschung ist eine der Rechtfertigung. Wer sich wissenschaftlich mit Weiblichkeit und Männlichkeit beschäftigt, muss sich immer wieder dieselben Vorwürfe anhören: Da werde Politik gemacht, es gehe nur darum, Frauen zu fördern. Die Forscherinnen seien in ihre Theorien verliebt und ließen die Empirie außer Acht. Überhaupt: Was gibt es schon herauszufinden über die Geschlechter, was nicht längst bekannt wäre?”

Unglaublich, aber wahr: Es gibt Wissenschaftler, die der Meinung sind, Gender Studies seinen keine Wissenschaft, hätten weder Erkenntnisinteresse, noch Erkenntnisgegenstand und trügen mit Sicherheit nichts zum Erkenntnisgewinn bei. Mehr noch: Sie argumentieren und zeigen, dass Gender Studierte Räder erfinden, die seit Jahrhunderten in Gebrauch sind, z.B. wenn Gender Studierte voller Erstaunen entdecken, dass Menschen nicht nur Geschlecht, sondern auch soziale Klasse sind. Nicht genug damit: Gender Studierte verlangen Wissenschaftlern wirklich alles ab, wenn Sie im Brustton der Überzeugung, ihre neugewonnene Erkenntnis, die Soziologen der ersten Stunde schon vor Jahrhunderten formuliert haben, als Neuheit verkaufen wollen.

Und man könnte die Distanz der Gender Sekte zu Wissenschaft nicht besser in Worte fassen, als Schaschek das tut, wenn sie zwischen Theorie und Empirie trennt, so als hätte beides nichts miteinander zu tun. Tatsächlich ist Erkenntnis nur aus einer Verbindung der beiden möglich. Aussagen bleiben so lange Gefasel, so lange sie nicht an der Realität getestet werden. Angebliche Theorien bleiben so lange Hirngespinste, so lange sie nichts über die Wirklichkeit aussagen und an der Wirklichkeit scheitern können. Gender Studierte sind so lange keine Wissenschaftler, so lange sie nicht mit Kritik umgehen können, denn Kritik ist der Lebensnerv von Wissenschaft.

So lange Genderisten ob der Kritik, die ihnen entgegenschlägt so verunsichert reagieren, wie sie das tun, so lange ihre prekäre Stellung als nicht wissenschafliches Anhängsel von Fakultäten an Hochschulen nicht überwunden ist, so lange sie nicht wissen, was Genderismus mit Wissenschaft zu tun hat, so lange werden sie im eigenen Sektensaft schmoren und keinen Zugang in die Welt der Wissenschaft finden.

Wer sich nicht kritisieren lassen will, wer nicht angeben kann, wofür sein Dasein wichtig ist, wer nicht in der Lage ist, einen Erkenntnisgewinn der von Gender Studies augeht, zu benennen, der hat mit Wissenschaft nichts am Hut.

Aber mehr wollen die reinen Opfer, die doppelt Viktimisierten der Gender Sekte ja auch nicht sein. Sie suhlen sich in ihrem herbei phantasierten Opfertum und wollen eines nicht: Mit der Realität konfrontiert werden. Sie haben, wie Schaschek eindringlich zeigt, ein gestörtes Verhältnis zur Realität, bringen die Realität nicht über die Lippen bzw. nicht in ihre Texte.

BazillusSo fabuliert Schaschek von einer Kasseler “Professorin”, die “2012 ein sozialpädagogisches Buch für die Arbeit mit Jugendlichen veröffentlicht, in dem sie Methoden zur Diskussion von sexueller Vielfalt” vorgestellt hat. Harmlos und ganz im Tenor der reinen-Magd-aus-Kassel-Mythologie, die Schaschek verbreiten will. Völlig unvermittelt bricht der durch das Internet vagabundierende und randalierende Bazillus Maskulismus über die reine Magd aus Kasseler herein, scheinbar willkürlich sucht der Bazillus sein Opfer und schlägt zu, mit seinem Hass und seiner Hetze, so will uns Schaschek, die übrigens Journalistin sein will, glauben machen.

Was sie ihren Lesern vorenthält, was sie ebenso wenig über die Lippen bringt, wie den Namen der reinen Magd, ist der Anlass für den Aufruhr im Internet. Der Anlass ist der folgende:

Pirincci

Ganz so sehr reine Magd und Opfer, wie uns Schaschek Glauben machen will, ist die “Professorin” aus Kassel, die angeblich Soziologin sein will, nicht. Ganz schön versaut, so möchte man als jemand meinen, für den es nicht normal ist, in der Öffentlichkeit über Analverkehr zu diskutieren. Ganz schön versaut, aber eines nicht: Soziologin.

Denn wäre die Kasseler reine Magd Soziologin, sie wüsste, dass man dann, wenn man Vorstellungen von Moral und Anstand verletzt, mit Reaktionen zu rechnen hat, deren Heftigkeit dem empfundenen Verstoß gegen Moral und Anstand entsprechen.

Dass sie das nicht weiß, zeigt, sie gehört in eine Sekte und ist keine Soziologin. Sie gehört in eine Sekte, in der es scheinbar normal ist, über Analverkehr und Bordelle zu sprechen, eine Sekte, die derart weit von der normalen Welt entfernt ist, dass es den Mitgliedern nicht einmal in den Sinn kommt, die Existenz einer normalen Welt anzunehmen. Entsprechend überrascht sind sie, wenn sie mit der real existierenden Welt, in der Analverkehr nicht zum Alltagsgespräch gehört und schon gar nicht in Schulen zum Alltagesgespräch gehört, konfrontiert sind.

Soziologen wären nicht überrascht.

Die Mitglieder der Gender-Sekte bezahlen ihre Furcht vor der Empirie mit einem Verlust von Realität, so wie auch Schaschek ihre Angst vor der Wirklichkeit damit bezahlt, kein Journalist zu sein. Tatsächlich haben Journalisten mit Wissenschaftlern nämlich einiges gemeinsam.

RealitaetsverlustVon beiden wird erwartet, dass sie in der Lage sind, die Realität zutreffend zu beschreiben. Von beiden wird erwartet, dass sie Werturteile nach hinten stellen und erst dann treffen, wenn die Fakten auf dem Tisch liegen und von jedem selbständig beurteilt werden können. Nimmt man nur diese beiden Kriterien, dann versagt Schaschek auf der ganzen Linie. Sie beginnt ihren Versucht von Journalismus bereits mit einem Werturteil, redet von Hass und Hetze. Beides, Hass wie Hetze sind Werturteile, deren Berechtigung man nur prüfen kann, wenn der Gegenstand, auf den sie sich beziehen, klar benannt wird, was nur mit Fakten möglich ist, und die scheut Schaschek wie jedes Sektenmitglied, denn Fakten haben die dumme Angewohnheit, liebgewonnene Glaubensinhalte zu zerstören, führen am Ende dazu, dass der Mythos von der reinen Magd, die unverschuldet zum Opfer wurde, nicht aufrechterhalten werden kann.

Folglich wird von Mord- und Vergewaltigungsdrohungen fabuliert, die es gegeben habe. Ob es sie tatsächlich gegeben hat, bleibt offen: es fehlt der Beleg. Aber selbst wenn es sie gegeben hat, so stellt sich doch die Frage, warum Schaschek diese beiden Beispiele herausgreift, angesichts von mehreren Hunderten von Kommentaren, die die reine Magd aus Kassel erhalten hat. Der Versuch, den Opferstatus gegen alle Empirie zu verteidigen, ist gar zu offensichtlich, denn der Opferstatus ist die geteilte Mythe aller Genderisten, die Ursache dafür, dass sie niemals Wissenschaftler werden können, denn sie glauben und sind avers gegen Kritik, und sie verfälschen die Realität, wenn es darum geht, ihren Glauben aufrecht erhalten zu können.

So behauptet Schaschek, die “Deutsche Gesellschaft für Soziologie” habe sich mit der Kasseler Soziologin, deren Namen sie nicht zu Papier bringt, solidarisch erklärt. Nun hat sich nicht die Deutsche Gesellschaft für Soziologie, sondern der deutlich kleinere Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie solidarisch erklärt, aber mit niemand Bestimmtem. Vielmehr ist von “Soziologinnen und Soziologen, die sich wissenschaftlich mit Themen der Geschlechter- oder Sexualitätsforschung beschäftigen”, die Rede, also nicht von einer Kasseler Soziologin mit Namen Elisabeth Tuider, ein Name, den kaum jemand mehr in den Mund zu nehmen mag, wie es scheint.

Tatsächlich passt die Solidaritätsadresse des Vorstandes der DGS auf Gerhard Amendt, was erfreulich und lange überfällig ist und naheliegt, wenn man annimmt, auch beim Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie gibt es noch rudimentäre Vorstellungen von Anstand und Moral. Niemand will anscheinend mit Tuiders Vorstellungen über Analverkehr in Verbindung gebracht werden – so wie kaum jemand mit Schmierenjournalismus in Verbindung gebracht werden will, Tagesspiegel und ZEIT explizit ausgenommen.

Politik der Schadensbegrenzung – Feminismus und familiengerechte Hochschule

Es könnte sein, dass wir falsch liegen.

Ja, wirklich!

Aber wir müssen anders anfangen.

Haben Sie jemals davon gehört, dass ein Gesetz, eine Maßnahme der Verwaltung, ein Fördertopf gestrichen oder geschlossen worden wäre?

Dass Gesetze gestrichen werden, kann man schon deshalb ausschließen, weil damit ein Präzedensfall geschaffen wäre, ein Präzendesfall, der am Ende dazu führen könnte, dass es weniger Möglichkeiten für Anwälte gibt, an normalen Bürgern z.B. durch Abmahnungen zu nutznießen. Aber nicht nur deshalb: Der Gesetzgeber setzt Recht und hat entsprechend Recht. Das Streichen von Gesetzen ist somit gleichbedeutend mit den Streichen von Recht und das kann nicht rechtens sein, lässt am Ende den Schluss zu, dass der sogenannte Gesetzgeber fehlbar ist, dass er sich einstmals geirrt hat oder unrechtes Recht oder Recht gesetzt hat, wo keines gesetzt werden musste.

Maßnahmen der Verwaltung, Maßnahmen, die auf Gesetzen aufsetzen und mit Mitteln, finanziellen Mitteln verbunden sind, bleiben ebenso bestehen. Maßnahmen und finanzielle Mittel sind Macht, sie definieren den Herrschaftsbereich der kleinen Könige die Verwaltungen bevölkern, Kürzung von Mitteln kommt somit einer Kürzung des Herrschaftsgebiets gleich und kann nur unter Entfernung des Herrschers erfolgen, also durch Königsmord. Wann haben Sie zum letzten Mal von Königsmord gehört? Eben!

flies lightUnd Fördertöpfe, Fördertöpfe haben dem Licht vergleichbare Eigenschaften. Licht zieht allerlei Lebewesen an, von der Stechmücke bis zum verirrten Wanderer, dem das Licht den Weg weist. Genau so ist es mit Fördertöpfen: Sie ziehen vergleichbare Lebewesen an, die sich am Fördertopf laben, und wer wäre so herzlos, die entsprechenden Laber vom Fördertopf zu vertreiben. Deshalb bleiben auch Fördertöpfe bestehen.

Was aber tut man, wenn sich Gesetze, Maßnahmen und Fördertöpfe als schädlich erwiesen haben, wenn sich Anzeichen abzeichnen, und zwar dauerhaft und über mehrere Jahre hinweg, so dass die Anzeichen nicht mehr ignoriert werden können, wenn sich also zeigt, dass ein Nutzen von Gesetz, Maßnahme und Fördertopf nur für die direkt Begünstigten besteht, alle anderen jedoch einen Schaden von Gesetz, Maßnahme und Fördertopf davontragen?

Die Antwort ist einfach.

Man schafft ein neues Gesetz, eine neue Maßnahme einen neuen Födertopf. Ziel: Die negativen Auswirkungen des Gesetzes, der Maßnahmen und des Fördertopfes, deren Schädlichkeit sich nicht mehr von der Hand weisen lässt, zu mildern und nach Möglichkeit zu kaschieren.

Und deshalb könnte es sein, dass wir falsch liegen.

Denn: Wir schreiben seit Jahren davon, dass Universitäten infantilisiert, entprofessionalisiert und zu Kaderschmieden des Genderismus gemacht werden, deren wesentliches Ziel darin besteht, Wissenschaft zu zerstören und Ideologie an ihre Stelle zu setzen.

ProfessorrinnenprogrammDas Professorinnenprogramm zum Beispiel, jenes vom BMBF finanzierte Programm zur Diskriminierung von Männern ist eindeutig ein Programm, das in die Kategorie “schädlich” gehört. Es basiert auf einer Auslegung des Grundgesetzes, die schädlich für den Intellekt ist, denn wer in der Lage ist, zu denken, dass Diskriminerung dann keine Diskriminierung ist, wenn sie auf behaupteter Diskriminierung aufbaut, nun, nun ja, der hat nicht mehr alle Tassen im Schrank, um es einmal in Prosa auszudrücken. Das Programm ist eine schädliche Maßnahme, denn als Folge des Programms werden weibliche Personen an Universitäten und in Positionen installiert, an die sie über freien Wettbewerb und in Konkurrenz mit den Besten kaum gekommen wären. Folglich ist die Entprofessionalisierung und die damit einhergehende Schädigung bzw. Zerstörung von Wissenschaft eine direkte Folge der Maßnahme. Mit 300 Millionen Euro Fördersumme, ist das Professorinnenprogramm ein recht helles Licht, das entsprechend eine große Zahl von Lebewesen anzieht, die hoffen, davon zu profitieren. Kurz: Eine Beseitigung des Professorinnenprogramms ist schlicht nicht möglich.

Dennoch ist das Professorinnenprogramm schädlich – schädlich für Wissenschaft, schädlich für Steuerzahler, schädlich für Innovation, den Standort Deutschland usw. usw.

Was also tun?

Die Lösung steht bereits oben: Ein neues Programm, aufbauend auf einem Gesetz, verbunden mit Maßnahmen und ausgestattet mit einem Fördertopf.

Und das ist, wo wir falsch liegen könnten.

Wir haben bislang geglaubt, die Programme für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Kindergärten, mit denen Universitäten in Deutschland neuerdings für sich werben, die Zertifikate im sogenannten “Audit Beruf und Familie” im Kontext der familiengerechten Hochschule seien Ursache für die Entprofessionalisierung und Infantililsierung der Wissenschaft.

Wir haben geglaubt, hier handelt es sich um einen weiteren Nagel im Sarg der Wissenschaft, um einen weiteren Versuch, Nachzugseffekte zu produzieren und Halb-Professionelle, die nicht genug Wissen, Fähigkeit und Liebe zu ihrem Beruf mitbringen, um sich voll und ganz auf ihre wissenschaftliche Position einzulassen, an die Universität zu locken. Ergo haben wir befürchtet, dass da, wo man einst bis in die Nacht über Forschungsprobleme diskutiert hat, die Öffnungs-, besser Schließungszeiten des Kindergartens, den Erkenntnisgewinn beenden, diktieren oder schlicht: unmöglich machen. Der professionelle Wissenschaftler, so haben wir vorhergesagt, den, den wir alle aus dem Fernsehen kennen, derjenige, der eingesperrt in sein Labor so lange das Licht des Tages nicht mehr sieht, bis er Heureka rufen und einen Durchbruch vermelden kann, dieser Wissenschaaftler ist ein Relikt der Vergangenheit, denn selbst wenn es ihn noch gäbe, so würde ihn doch spätestens 25 Minuten nach Schließung des Kindergartens der aufgeregte Anruf der Kindergärtnerin erreichen, die – obwohl sie bereits seit 25 Minuten Feierabend hat – immer noch gezwungen ist, auf Jonas aufzupassen, Jonas, der nicht abgeholt wurde.

familiengerechte HochschuleUnd auch wenn unsere Befürchtungen berechtigt sind, so sind sie doch – wie wir nun erkennen – zumindest teilweise unbegründet, denn: das “Audit Familie und Beruf”, das Programm “familiengerechte  Hochschule”, sie dienen der Schadensbegrenzung. Sie sollen den Schaden begrenzen, der durch Gleichstellungsprogramme wie das Professorinnenprogramm mittlerweile angerichtet wurde.

Der Schlüssel zum Erfolg: Selbstselektion.

Die Strategie hinter dem Programm: Anreize für unprofessionelle oder halb-professionelle Positionsinhaber an Universitäten setzen, für die Familie vor Beruf geht.

Das kurzfristige Ziel: Durch gezielte Anreize die entsprechenden unprofessionellen oder halb-professionellen Positionsinhaber an Universitäten identifizieren, katalogisieren und so gut es geht davon abhalten, in der Wissenschaft ihr Unwesen zu treiben.

Die Mittel: Kindergartenöffnungszeiten, Eltern-Kind-Zimmer, Eltern-Kind-Veranstaltungen, Eltern-Kind-Parkplätze; Eltern-Kind-Betreuung, einfach alles, was man sich denken kann und was dazu geeignet ist, die Eltern davon abzuhalten, an Universitäten dem nachzugehen, was richtige Wissenschaftler dort tun: Lehre und Forschung.

Das Programm “familiengerechte Hochschule” hat entsprechend das  Ziel, die langfristigen Folgen des Professorinnenprogramms und andere Gleichstellungsprogramme zu minimieren und den Schaden, der der Wissenschaft durch halb-professionelle und der wissenschaftlichen Konkurrenz nicht gewachsene Positionsinhaber entsteht, zu reduzieren.

Langfristig ist wohl zudem vorgesehen eine Trennung zwischen Universitäten über die entsprechenden Anreizssysteme einzuführen, so dass Universitäten, an denen Wissenschaft gelebt wird, von familiengerechten Hochschulen, an denen Halb-Professionelle ein Teilzeitdasein führen, klar getrennt sind.

 

Auftragsforschung: Bundesforum Männer zahlt für gewünschte Ergebnisse

Gestern ist und die “Ausschreibung einer Studie Bedarfsanalyse ‘ Männer und Erwerbsarbeitsstrukturen'” in die Mailbox geflattert. Sender: Das Bundesforum Männer – jener vom Bundesministerium für FSFJ finanzierte und entsprechend auf Linie getrimmte Verband, der angeblich die Interessen von Jungen, Männern und Vätern vertreten soll. Wir wollen an dieser Stelle und dieses eine Mal nicht darauf eingehen, dass für das Bundesforum Männer offensichtlich ein Unterschied zwischen Männern und Vätern besteht, was letztlich bedeutet, dass Männer, werden sie Väter, aufhören, Männer zu sein.

Bundesforum_Maenner_gross1Nein, dieser Post ist der Ausschreibung gewidmet, für die das Bundesforum Männer offensichtlich Mittel erhalten hat, vermutlich vom BMFSFJ. Diese Ausschreibung ist ein Musterbeispiel dafür, wie versucht wird, Wissenschaft zu kaufen, weshalb wir hier über sie berichten. Die Auftragsforschung, die dem Bundesforum Männer vorschwebt, soll ganz bestimmte Ergebnisse erbringen, die beim Bundesforum Männer genutzt werden sollen, um zu behaupten, die eigene Lobbyarbeit basiere auf wissenschaftlichen Ergebnissen, berücksichtige alles, was die angebliche wissenschaftliche Forschung zum Thema erbracht habe.

Mit der Ausschreibung wird also ein Prostituierter gesucht, der Wissenschaft verschachert, um sich ein kleines Einkommen zu verschaffen, wie dies wohl Rosenbrock oder jüngst Claus getan haben. Gesucht wird jemand, der das Bundesforum Männer mit einer Legitimation versorgt, die genutzt werden kann, um die eigene ideologische Agenda als angeblich wissenschaftlich fundiert darzustellen.

Dies alles ist nichts Neues. Wir haben wiederholt von Auftragsforschung berichtet, Auftragsforschung, deren Ziel darin besteht, Nachteile von Jungen bei der allgemeinen Schulbildung weg zu schreiben, Auftragsforschung, deren Ziel darin besteht, eine Männerbewegung oder auch einen Maskulismus zu schaffen, in die rechte Ecke zu rücken und eine pseudo-wissenschaftliche Grundlage bereit zu stellen, die Aktivisten bei politischen Stiftungen, in Ministerien oder Polit-Agiteure wie Fiona B., die dafür bezahlt werden, bei Wikipedia eine staatsfeministische Ideologie zu etablieren, nutzen können, um vorzugaukeln, ihre Ideologie wäre keine Ideologie, sondern etwas, das sich aus wissenschaftlichen Erkenntnissen speist.

Die Ausschreibung des Bundesforum Männer gibt nun erstmals die Möglichkeit darzustellen, wie die Zuhälter vorgehen, um ihre pseudo-wissenschaftlichen Prostituierten zu rekrutieren.

“Für die tatsächliche Gleichstellung von Frau und Mann ist es unerlässlich, den tatsächlichen politischen Bedarf auch von Jungen, Männern und Vätern in den jeweiligen Politikfeldern zu kennen. Für das Themenfeld „Arbeit“ möchte das Bundesforum Männer im Rahmen seines Projektes „Männer übernehmen Verantwortung. Vater, Partner, Arbeitnehmer“ eine Bedarfsanalyse „Männer und Erwerbsarbeitsstrukturen“ durchführen.”

Organized crimeGleich zu Beginn wird deutlich: wir haben es mit Ideologen zu tun. Es gibt derzeit keine “tatsächliche Gleichstellung von Frau und Mann” so lernen wir, aber es gibt Bedarf dafür, und zwar bei Jungen, Männern und Vätern, und deshalb ist es “unerlässlich” den tatsächlichen “politischen Bedarf” von Jungen, Männern und Vätern zu kennen.

Welche Wissenschaft fängt mit einer apodiktischen Feststellung, dass es “tatsächliche Gleichstellung” nicht gebe und deshalb etwas “unerlässlich” sei an?

Keine.

Welche Wissenschaft interessiert sich für “politischen Bedarf von Jungen, Männern und Vätern”?

Keine, schon deshalb nicht, weil es keinen politischen Bedarf gibt. Nicht jedes Adjektiv macht vor jedem Hauptwort Sinn, und politischer Bedarf ist kompletter Unsinn, etwa so großer Unsinn wie theologischer Bedarf.

Und welcher Wissenschaftler redet von “Gleichstellung von Frau und Mann”? Keiner, denn erstens gibt es die Frau und den Mann nicht, entsprechend singuläre Typen bilden Ideologen, die die Pluralität, die es unter Männern wie Frauen gibt, ignorieren, um ihre politische Agenda zu verfolgen. Zweitens ist die Eindimensionalität ein Kriterium, dass Ideologen von Wissenschaftlern trennt, da erstere nur absolut zu denken, in der Lage sind, und entsprechend gar nicht auf die Idee kommen, Gleichstellung sei nicht in allen Lebenslagen und für alle Männer und Frauen wünschenwert. Derart verschrobene Gedanken haben nur diejenigen, die anderen das Heil verkünden, Ideologen eben.

Dass beim Bundesforum Männer die Ideologen herrschen, macht auch die Formulierung: “Männer übernehmen Verantwortung, Vater, Partner, Arbeitnehmer eine Bedarfsanalyse” deutlich. Die Prämisse, auf der sie basiert, lautet: Männner übernehmen keine Verantwortung, wenn sie nicht Vater, Partner oder Arbeitnehmer sind.

Der ideologische Sumpf, aus dem diese Ausschreibung stamm, tritt abermals deutlich hervor. Daher verwundert es nicht, wenn die Zielsetzung darin besteht, “die Wertung der unterschiedlichen Arbeitssphären … Teilzeitarbeit, Erwerbsunterbrechungen, Arbeitslosigkeit, Partnerinnen, die den Hauptteil des Haushaltseinkommens erwirtschaften (“Familienernährerinnen”) … sichtbar”, zu machen. Dabei solle vor allem auf “Care-Arbeit” eingegangen werden: also auf “Fürsorglichkeit, Partizipation an den Haushalts- und Pflegeaufgaben, Seelsorge, d.h. auf sich selbst Acht geben z.B. gesundheitliche Vorsorge”.

In kurz: Das Bundesforum Männer sucht eine Prostituierte mit Studium, die bereit ist, die Ideologie des Bundesforum Männer mit einer “Sekundäranalyse” zu untermauern und zu zeigen, dass Jungen, Männer und Väter nichts lieber hätten als einen Teilzeitjob, damit sie sich um die Kindererziehung und nach Möglichkeit noch um die kranken Eltern kümmern können, während die Partnerin als Familienernährerin fungiert.

Bereits in der Vergangenheit hat sich das BMFSFJ bemüht, den Mythos zu bauen, es gebe Familienernährerinnen in relevanter Anzahl, und es gebe Männer in relevanter Anzahl, die sich nichts sehnlicher wünschen, als jahrelang ihrem Kind die Windeln zu wechseln. Das Bundesforum Männer soll nun am Bau dieses Mythos’ mitwirken, indem es eine vermeintlich wissenschaftliche Studie finanziert. Dabei lässt der Ausschreibungstext wenig Zweifel daran, wie die Ergebnisse lauten sollen, bei denen die vermeintlich wissenschaftliche Studie ankommen soll:

  • Jungen, Männer und Väter wünschen sich mehr Freizeit und weniger Arbeit.
  • Jungen, Männer und Väter wollen in Teilzeit arbeiten, damit sie mehr Zeit für die Familie haben.
  • Jungen, Männer und Väter wollen keine Karriere machen, sondern Hausmann werden, während Mädchen, Frauen und Mütter die Funktion der Familienernährerin anstreben,
  • Jungen, Männer und Väter sind eigentlich verhinderte Pfleger.

Daraus werden dann vorhersehbar die politischen Forderungen abgeleitet werden, dass es Jungen, Männern und Vätern ermöglicht werden muss, ihre Arbeit flexibler zu gestalten, dass ihnen ein leichterer Zugang zu Elternzeit bei vollem Lohnausgleich ermöglicht werden muss und die phantasiert vielen Frauen, die Familienernährerin sind, werden zum Anlass genommen werden, um die Rentenanwartschaft, die mit der Fortpflanzung einhergeht, abermals und aufgrund der unglaublichen Doppelbelastung, die Fortpflanzung bei gleichzeitiger Familienernährung für Frauen darstellt, zu erhöhen – Lobbyarbeit vom Übelsten.

Bundesforum Maenner AusschreibungNur mit Wissenschaft hat das ganze nichts zu tun. Es ist – im Gegenteil – ein Musterbeispiel dafür, wie Wissenschaft von Lobbyisten und im Auftrag eines Ministeriums missbraucht werden soll, um die eigenen ideologischen Flausen zu legitimieren.

Insofern wird es interessant sein zu sehen, wer sich an das Bundesforum Männer verkauft: Dissens, Heinrich-Böll-Stiftung, die Friedrich-Ebert-Stiftung und Graduierte aus eine Genderkolleg an der Berliner Humboldt Universität führen derzeit die Liste der Tatverdächtigen an.

Bereits der Ausschreibungstext der angeblichen Studie macht sehr deutlich, was als Ergebnis herauskommen soll. Damit auch wirklich nichts anderes herauskommt als ein Bedarf von Jungen, Männern und Vätern an flexibler Arbeitszeit, Zeit zur Kinderbetreuung und somit dem vom Staatsfeminismus vorgebenen Lebenslauf, der für die Drohnen auf die drei Tätigkeiten: (Teilzeit-)Arbeit, Fortpflanzung und Pflege (erst Kinder, dann Alte) reduziert ist, ist die Sekundäranalyse, die angeblich durchgeführt werden soll, auf “einschlägige Studien”, die den Stellenwert, den “Erwerbsarbeit gegenüber den Bereichen der Nicht-Erwerbstätigkeit für Jungen, Männer und Väter” einnimmt, beschränkt.

Natürlich will man beim Bundesforum Männer keine Sekundäranalyse, denn eine Sekundäranalyse analysiert Daten, die andere Autoren bei ihren Studien verwenden haben, mit derselben Fragestellung aufs Neue, was die Gefahr in sich trägt, zu einem anderen Ergebnis zu kommen. Nein, beim Bundesforum Männer wird erwartet, dass die Ergebnisse vorhandener “einschlägiger Studien”, ungeachtet ihrer Güte und Qualität berichtet werden. Wie es der Zufall so will, sind die meisten “einschlägigen Studien” im Dunstkreis des BMFSFJ entstanden und vom BMFSFJ finanziert … Das System reproduziert sich selbst oder: Wie man einen Mythos schafft und wartet.

Interessant ist auch, wo man beim Bundesforum Männer denkt, die gesuchte Prostituierte zu finden, die bereit ist, Wissenschaft für einen kleinen Obulus zu verkaufen. Gesucht wird unter Personen mit einem abgeschlossenen “sozial- oder rechtswissenschaflichen Studium”, die “sehr gute Kenntnisse im Bereich der Gleichstellungspolitik” haben. Die genannten Kriterien sind “erforderlich”. Weniger erforderlich, daher nur “erwünscht” sind “sehr gute Kenntnisse im Bereich Männerpolitik, Männerbewegung, Männerforschung, …Männlichkeitsforschung” und – zuletzt genannt – sehr gute Kenntnisse im Bereich der Arbeitsmarktpolitik bzw. -forschung”.

Warum sind die beiden zuletzt genannten Kenntnisse nur erwünscht? Kennen Sie jemanden, der “sehr gute Kenntnisse im Bereich der Gleichstellungspolitik” hat und gleichzeitig “sehr gute Kenntnisse im Bereich der Arbeitsmarktforschung”? Eben!

Wir werden beobachten, wer sich an das Bundesforum Männer verkauft und das Ergebnis, das die entsprechende Prostituierte als neuerliche Auftragsforschung und als neuerlichen Ausverkauf wissenschaftlicher Lauterkeit produziert, analysieren – we promise.

 

P.S.

Die Auftragsforschung hat den Titel “Männer und Erwerbsarbeitsstrukturen”. Das ist kein Zufall. Die Studie dient dazu, den Weg der Erhabenheit, vom Jungen, über den Mann zum Vater zu ebnen, zum Vater, der auf die Arbeit verzichtet, um sich um sein Kind zu kümmern. Beim Bundesforum gibt es eine klare Wertigkeit. Erst kommen Jungen, dann Männer und der Zenit der Wertigkeit wird mit dem Vatersein, jener Krönung einer bis dato belanglosen Existenz erreicht. Die selbe Wertigkeit gab es im Dritten Reich, nur war sie damals mit Kriegsdients und nicht mit Wickeldienst verbunden.

Die Zerstörung der Soziologie als Wissenschaft oder: Warum machen Soziologen nicht den Mund auf?

Seit der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie eine Solidaritätsadresse für Soziologen wie Gerhard Amendt, die Hasskampagnen ausgesetzt sind, veröffentlicht hat, gibt es in einigen Blogs eine Diskussion darüber, ob Soziologie überhaupt eine Wissenschaft darstellt oder nicht. Wir beziehen uns im Folgenden auf die Diskussion, die im Blog von Hadmut Danisch geführt wird.

Eine Anzahl von Kommentatoren, fühlt sich dazu berufen, der Soziologie als Ganzem den Wissenschaftsstatus abzusprechen. Andere kritisieren, dass sofern es Soziologen gibt, die noch Wissenschaftler sind, sich diese nicht zu Wort melden. Generell wird dabei Soziologie irrtümlicher Weise mit Geschlechterforschung und Geschlechterforschung mit Genderismus gleichgesetzt, d.h. in der Außenwahrnehmung vieler gibt es keine Soziologie ohne Genderismus mehr.

Dabei nimmt die nicht pöbelnde Kritik z.B. die folgende Form an:

Danisch“Ein zentraler Fehler der Soziologie ist dabei, dass sie gar nicht das Ziel hat, wissenschaftlich und beschreibend zu sein, sondern dass sie politisch ist, politische Ziele verfolgt, und sich nur darum dreht, wie sie die Gesellschaft gerne sehen und haben möchte. Keine andere Fakultät (außer noch den Juristen) ist so eng mit der Politik verflochten, ist so weit von Wissenschaft entfernt.”

oder:

“Jeder, der auch nur etwas Ahnung von Wissenschaft hat, merkt bei Lesen soziologischer Schriften sofort, dass das mit Wissenschaft nichts zu tun hat, dass es nur ein „so tun als ob”, eben das Nachäffen des Gehabes ist. Zentrales Kernmerkmal dafür ist, dass Soziologie nicht auf Wissen, sondern auf Autoritäten beruht. Nie wird etwas inhaltlich-wissenschaftlich begründet.”

oder:

“Denn wären diese Leute seriöse Wissenschaftler, hätten schon längst Selbstreinigungskräfte eingesetzt und die seriöse Soziologie hätte sich von dem ganzen Genderschwachsinn längst drastisch distanziert und die rausgeworfen.”

Beginnt man der Reihe nach, so muss zunächst ein Fehler beseitigt werden: Soziologen, wie alle Sozialwissenschaftler,  wollen nicht nur beschreiben, sie wollen auch erklären. Emile Durkheim, der Begründer der Soziologie, hat versucht, Selbstmord in seinen Formen zu erklären, er hat Methoden zur Erklärungen sozialer Tatbestände entwickelt. Insofern ist z.B. der Anspruch der Soziologie ein weitergehender als er hier gemutmaßt wird: Die berühmte Definition des Gegenstands von Soziologie, die Max Weber gegeben hat, lautet entsprechend: “Soziologie (im hier verstandenen Sinne dieses sehr vieldeutig gebrauchten Wortes) soll heißen: eine Wissenschaft, welche soziales Handeln deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären will” (Weber, 1988: 542).

Weber WissenschaftslehreDamit ist Soziologie eine Wissenschaft, deren Zweck darin besteht, soziale Fakten zu verstehen und zu erklären, z.B. zu erklären, wie es dazu kam, dass der Genderismus an deutschen Universitäten Fuss fassen konnte. Um dies erklären zu können, muss man zunächst den Genderismus als die Ideologie, das religiöse Gebäude, das auf der unbelegten Behauptung, Frauen seien benachteiligt, basiert, verstehen, den Genderismus als die religiöse Heilslehre sehen, das politische Programm, die/das er ist. Entsprechend stellt sich nunmehr die Frage: Wie konnte es sein, dass sich eine religiöse Heilslehre wie der Genderismus an Universitäten und u.a. in den Instituten der Soziologie ausbreiten konnte. Die Antwort auf diese Frage wäre entsprechend die von Weber eingeforderte Erklärung sozialer Phänomene.

Um soziale Tatsachen zu verstehen und zu erklären, gibt es einen methodischen Kanon, den wir in unserem Grundsatzprogramm zusammengestellt haben. Er sieht es vor, von allgemeinen Aussagen (Theorien) über soziale Fakten auszugehen und Hypothesen über konkrete soziale Gegenstände zu bilden, die prüfbar sein müssen und damit die Gefahr in sich tragen, an der Realität zu scheitern. Die wissenschaftstheoretischen Grundlagen von Soziologie im Besondern und Sozialwissenschaften im Allgemeinen hat Karl-Dieter Opp in seinem Buch “Methodologie der Sozialwissenschaften” ausführlich dargestellt, so dass jeder, der von sich behauptet, Sozialwissenschaftler oder Soziologe zu sein, nicht gleichzeitig Unkenntnis über die wissenschaftstheoretischen Grundlagen der Soziologie heucheln kann. Wenn er Unkenntnis kund tut, dann verfolgt er offensichtlich andere als sozialwissenschaftliche oder soziologische Zwecke.

Die zur empirischen Prüfung notwendigen Methoden in qualitativer wie quantitativer Form finden sich in unzähligen Bänden, die dem Thema der Methoden der empirischen Sozialforschung gewidmet sind. Sie finden sich in qualitativer und in quantitativer Form, sie finden sich als Technik zur Fragebogenkonstruktion, als Methoden zur Datenerfassung, als Methoden zur Vermeidung eines Befragungs-Bias, als Darstellung suggestiver Befragungstechniken, die mit einem ethischen Bann belegt sind, schließlich finden sich Legionen von Darstellungen einzelner statistischer Methoden, von univariaten Auszählungen über die Darstellung bivariater Zusammenhänge bis zu multivariaten Verfahren.

RityerDie Soziologie als Fach, ist somit eines der wenigen Fächer der Sozialwissenschaften, die über einen theoretischen Korpus verfügen, den Forscher wie Jeffrey Alexander, Herbert Blumer, Gary Becker, Peter Blau, James Coleman, Randall Collins, Ralf Dahrendorf, Emile Durkheim, Harold Garfinkel, Erving Goffman, Michael Hechter, George C. Homans, Talcott Parsons, Karl-Dieter Opp, Heinrich Popitz,  und viele mehr gelegt haben. Zudem verfügt die Soziologie über eine wissenschaftstheoretische Basis, die von Hans Albert, Karl Raimund Popper, Imre Lakatos oder Thomas Kuhn gelegt wurde und deren Tenor darin besteht, dass wissenschaftliche Aussage nachvollziehbar und vor allem nachprüfbar sein müssen. Aussagen, die nicht an der Realität scheitern können, sind entsprechend keine wissenschaftlichen Aussagen. Schließlich verfügt die Soziologie über eine Vielzahl von Methoden zur empirischen Prüfung, von der Datenerhebung bis zur Datenanalyse.

Kurz und mit Thomas Kuhn gesprochen: Die Soziologie ist eine der wenigen Sozialwissenschaften, die den Sprung aus dem, was Kuhn die vorwissenschaftliche Phase nennt, in die Phase der Normalwissenschaft vollzogen haben.

Und dann kam der Genderismus.

Dann kam die Unterminierung der Soziologie durch eine Religion, die keinerlei theoretische Grundlage hat, statt dessen auf der Verkündung, Frauen seien benachteiligt, aufbaut, wie jede Religion auf einem mystischen Schöpfungsakt aufbaut. Der Genderismus hat keinerlei wissenschaftstheoretische Basis, die den rudimentärsten Kriterien von Wissenschaftlichkeit gerecht wird, im Gegenteil: Nicht Nachvollziehbarkeit oder Nachprüfbarkeit ist das Credo des Genderismus, sondern politische Einflussnahme, so nachzulesen in dem, was prätentiös als feministische Wissenschaftstheorie benannt wird, ein Sammelsurium aus Versuchen, Werturteile, natürlich nur feministisch basierte Werturteile, zum Gegenstand von Wissenschaft zu machen. Werturteile im wissenschaftilchen Erkenntnisprozess waren schon für Max Weber (1988: 609) das Ende von Wissenschaft, und sie sind es bis heute geblieben.

Aber: Genderismus ist ja auch keine Wissenschaft, sondern eine Religion, die die eigenen Werturteile als richtige Werturteile verbreiten will. Da die Zielsetzung von Genderismus darin besteht, die eigenen Werturteile als richtig in der Gesellschaft zu etablieren, gibt es auch keine wissenschaftlichen Methoden und Techniken der Datenerhebung. Die Intuition, die auf der Basis des Gefühls, Recht zu haben, fusst, ersetzt das nachprüfbare und methodengeleitete Vorgehen, das Wissenschaft auszeichnet. Kurz: Genderismus ist eine Heilslehre, eine Religion, die mit Wissenschaft im Allgemeinen und Sozialwissenschaft im Besonderen nichts zu tun hat.

Wie konnte es dazu kommen, dass sich Genderismus dennoch an Universitäten und hier besonders im Bereich der Soziologie einnisten konnte? Die Antwort auf diese Frage ist nicht leicht zu geben. Es gibt bislang keine Forschung, die untersuchen und darstellen würde, wie es gelungen ist, eine Religion an Universitäten zu etablieren. Entsprechend muss man, ganz in soziologischer Tradition, Hypothesen bilden, Hypothesen, die von einem Rational-Choice-Ansatz ausgehen, der wiederum, um mit Max Weber zu sprechen, annimmt, dass Akteure zielgerichtet und zweckrational handeln.

Homo sociologicusDa Genderismus eine Religion ist, die nicht nur die Konsequenz hat, Wissenschaft zu zerstören, sondern auch die Konsequenz, eine Wissenschaft wie die Soziologie in der Öffentlichkeit zu diskreditieren, ein Unterfangen, das wie die Zitate oben zeigen, schon recht erfolgreich gewesen ist, liegt es nahe anzunehmen, dass eben diese Diskreditierung der Soziologie das Ziel ist, das mit der Unterwanderung der Soziologie durch den Genderismus erreicht werden soll.

Die Frage nach dem Warum, ist leicht zu beantworten: Vor dem Einfall des Genderismus war Soziologie ein Fachbereich, in dem eine Mehrheit klare methodische Standards und wissenschaftstheoretische Grundlagen geteilt hat. Soziologie war eine kritische Wissenschaft (das hat nichts mit der Frankfurter Schule zu tun, eher im Gegenteil: Soziologie war trotz Habermas kritisch). eine Wissenschaft, die Ergebnisse auf geprüfter empirischer Basis erzielt hat, Ergebnisse, die im Gegensatz zu den Machtverhältnissen in der deutschen Gesellschaft und den Ideologien von Politikern standen.

So betrachtet, wäre die Zersetzung der Soziologie, ihre Zerstörung durch staatstreue Genderisten ein gezieltes Vorhaben, eine Hypothese, die nun der Prüfung harrt (Diese Hypothese ist prüfbar und das ist, was sie von einer Verschwörungstheorie unterscheidet).

Und warum haben die alten Soziologen, diejenigen, die dem wissenschaftlichen Korpus der Soziologie verpflichtet sind, dabei zugesehen, wie ihre Wissenschaft zerstört und durch feministischen Kauderwelsch ersetzt wurde, einen Kauderwelsch der die Soziologie, wie die Zitate oben zeigen, in der Außenwahrnehmung so sehr beherrscht, dass Soziologie mittlerweile mit Genderismus gleichgesetzt wird?

Diese Frage können nur die Betroffenen selbst beanwtorten. Vermutlich ist hier ein Prozess am Werk, wie ihn Soziologen beschreiben, die sich mit emergenten Effekten beschäftigen. Jeder Soziologie-Professor ist seine eigene Insel. Die Kosten für eine Organisation von Soziologie-Professoren, die Kosten für die Organisation von Widerstand sind zu hoch, als dass sie überwunden werden könnten. Also sehen sich die Einzelkämpfer-Professoren einem organisierten Auftrieb gegenüber, der als angeblicher politischer Wille, Genderismus in die Wissenschaft implementiert, und zwar ohne auf Widerstand zu treffen.

Dass Fächer per politischem Willen in Universitäten implementiert wurden und nicht aufgrund einer entsprechenden Entscheidung der scientific community ist recht selten: Neben dem Genderismus, gibt es wenige Beispiele, am bekanntesten ist der Marxismus-Leninismus, den die religiösen Herrscher des erfolgreichsten sozialistischen Staates auf deutschem Boden, der immerhin 40 Jahre den Mangel verwaltete, ehe ihm die Banane den Garaus machte, etabliert haben, und das ist übrigens nicht die einzige Gemeinsamkeit beider Religionen.

Damit sind wir zurück beim einem der drei Zitaten von oben:

“Denn wären diese Leute seriöse Wissenschaftler, hätten schon längst Selbstreinigungskräfte eingesetzt und die seriöse Soziologie hätte sich von dem ganzen Genderschwachsinn längst drastisch distanziert und die rausgeworfen.”

Das schreibt Hadmut Danisch und damit will er im Umkehrschluss belegen, dass es keine seriösen Wissenschaftler in der Soziologie gibt. Das ganze Argument krankt zwar daran, dass es auf einer Tautologie aufbaut, aber das Anliegen, das dieses Argument hervorgebracht hat, ist legitim, beschreibbar als Frage: Warum machen Soziologen, also die wenigen Wissenschaftler, die es in der institutionalisierten Soziologie noch gibt, nicht den Mund auf (freien Wissenschaftler, wie der Soziologin Dr. habil. Heike Diefenbach kann man sicher nicht den Vorwurf machen, sie würde nicht den Mund aufmachen)?

FestingerWir haben, ehrlich gesagt, keine Antwort auf diese Frage. Eine Hypothese, die wir anbieten können, basiert auf der Theorie kognitiver Dissonanz von Festinger, die bekanntlich vier mögliche Strategien der Verarbeitung kognitiver Dissonanzen sieht, kognitiver Dissonanzen, wie sie sich unwillkürlich einstellen, wenn ein Soziologe, der Wissenschaft betreiben will, mit Vertreter der Genderreligion konfrontiert ist:

(1) Der Soziologieprofessor kann sich einreden, die Gefahr, die von der Gender Sekte in seinem Fachbereich und für seine Wissenschaft ausgeht, sei nur gering, sei vernachlässigbar, die Soziologie als solche vom Genderglauben nicht tangiert.

(2) Er kann sein Verhalten ändern und seinen Beruf als Soziologe an den Nagel hängen.

(3) Er kann sein eigenes Verhalten neu einschätzen und sich sagen, dass er die Methodik und Wissenschaftlichkeit von Soziologie vielleicht zu eng sieht.

(4) Er kann seine Sicht auf Genderismus ändern und sich einreden, dass Genderismus gar keine Religion, sondern eine Wissenschaft ist.

Wir sehen Alternative (1) als die wahrscheinlichste Alternative an. Egal, welche der Alternativen das profunde Schweigen von Soziologen erklärt, mit dem sie der Zerstörung ihrer Wissenschaft zusehen, es bleibt die kognitive Dissonanz. Egal, welche Alternative einzelne Wissenschaftler für sich wählen, die Dissonanz geht davon nicht weg. Sie mag zeitweise in den Hintergrund treten, sie mag abgemildert werden, doch sie kehrt wieder, regelmäßig, und zwar so lange, so lange es noch Wissenschaftler unter den Soziologen gibt, wobei die Außenwahrnehmung der Soziologie, wie der Sozialwissenschaften insgesamt, den Eindruck vermittelt, als wäre es den Genderisten längst gelungen, beide, Soziologie wie Sozialwissenschaften, in der Meinung der Bürger gründlich zu diskreditieren.

Hass auf Heterosexualität: Gegenwartsverlierer und ihr gestörtes Verhältnis zu Kritik

Hass und Heteronormativität, so lautet die Überschrift eines Beitrags in Jungle World, auf den uns ein Leser dankenswerter Weise hingewiesen hat. Christian Jakob, Autor des besagten Beitrags, der mit “Hassanfälle hat er täglich” beginnt und Akif Pirincci zum Gegenstand hat, versucht in seinem Beitrag ein sehr schwieriges Framing zu schaffen: Wie schreibt man über einen Gegenstand, den man verabscheut, ja hasst, ohne zu sagen, dass man ihn hasst.

king louisDie pseudo-intellektuelle Art, die in den Teilen der Mittelschicht Anwendung findet, die sich aus welchen Gründen auch immer, für distinguiert halten (vermutlich weil sie den Inhalt von Pierre Bourdieus “feinen Unterschieden” nur aus vierter Hand kennen und gänzlich missverstanden haben), funktioniert hintenrum: Man unterstellt anderen, denn man selbst macht sich natürlich nicht die Hände schmutzig, tägliche Hassanfälle, zum Beispiel, sekundiert von einer “Fangemeinde von  alten und neuen Rechten”, man berichtet von furchtbaren Einträgen auf Facebook, die zwischenzeitlich “offenbar gelöscht” wurden (Nachprüfung entsprechend unmöglich), man zitiert die wüstesten Ausfälle von Kommentatoren, die man finden kann, natürlich nur aus Gründen der Darstellung, nicht, weil sie einem besonders geil machen, streut die gelegentliche “Hasstirade” ein und  gestaltet damit den Rahmen, den man Lesern vorgeben will, denn: die Bösen sind nun benannt.

Jetzt kommen die vermeintlich Guten. Elisabeth Tuider ist eine vermeintlich Gute. Sie ist ganz urplötzlich und ohne eigenen Anteil Opfer von Kritik geworden. “Ihre Kontakdaten” hat sie von ihrer Homepage bei der Universität Kassel gelöscht, sie ist “abgetaucht”, wie Jakob weiß, und dabei ist alles, was sie wollte, Kindern und Jugendlichen bei der Bewältigung ihrer Sexualität zu helfen und vor allem ihren Lehrern Hilfestellung bei Antworten auf Fragen, die sie täglich gestellt bekommen, zu geben, Fragen wie: “Wie richtet man eigentlich ein Bordell ein, das auf die sexuelle Orientierung seiner Kunden Rücksicht nimmt?” oder “Wie geht Analverkehr?”. Kinder und Jugendliche bewegt nichts mehr als diese Fragen, so weiß Tuider, woher auch immer.

Und nach den vermeintlich Guten kommen die vermeintlichen Helfer der vermeintlichen Guten, jene, die im Fahrwasser der Kritik fahren, die die vermeintlich Guten ernten, und versuchen, dabei das Beste für sich herauszuschlagen, ein Unterfangen, das nicht jedermanns Sache ist: Wer eigene Ideen hat, ist ungeeignet. Wer nicht von Ideologien profitieren will, ist ungeeignet. Wer eine klare, argumentierbare und in Fakten basierte Position hat, ist ungeeignet. Kurz: als vermeintlicher Helfer vermeintlich Guter eignen sich nur Ideologen, die anders als mit vermeintlicher Gutheit, keinen Blumentopf gewinnen, die im Diskurs der Argumente untergehen, weil sie Emotionen verkaufen, und zwar in der Form von Bewertungen.

politische DenunziationVerkäufer von Emotionen, die keine Argumente, aber Mengen von Bewertungen feil bieten, sind in den letzten Jahren an sozialwissenschaftlichen Instituten von Universitäten leider häufig geworden. Als Günstlinge des Staatsfeminismus installiert oder als neo-marxisische oder neo-kommunistische Sprach-Phönixe aus der Asche des real existierenden Sozialismus wie ein Golem geformt, verbreiten sie ihre Bewertungen, weil sie zur Verbreitung von Argumenten nicht kompetent sind. Und nun ist ihnen etwas ungeheuerliches Widerfahren: Sie werden kritisiert. Sie werden aufgefordert, ihre Berechtigung an Universitäten ein Dasein zu fristen, zu begründen, zu zeigen, welche gesellschaftlichen Vorteile daraus erwachsen, dass sie von Steuerzahlern finanziert werden.  Das ist ungeheuerlich und fordert eine Reaktion. Welche? Die übliche: Bewertungen und Emotionen an Stelle von Wissen und Argumenten – schließlich kann man nun mal nichts anderes.

Da ist zum Beispiel Paula-Irene Villa, die nach Ansicht von Christian Jakob eine Münchner Soziologin ist. Vermutlich ist er deshalb dieser Ansicht, weil Frau Villa es geschafft hat, einen Lehrstuhl für, na raten Sie, richtig: “Soziologie/Gender Studies” zu besetzen. Man beachte vor allem den Trennstrich zwischen Soziologie und Gender Studies, denn der Trennstrich ist wichtig: er trennt das Unvereinbare: Soziologie hat mit Gender Studies so viel gemeinsam wie Wissenschaft mit Theologie – nichts.

Wie wenig Frau Villa in den Grundlagen einer Wissenschaft bewandert ist, für die sie einen Lehrstuhl besetzt, haben wir bereits in der Vergangenheit dargestellt. Aber selbst wenn wir es nicht bereits dargestellt hätten, ihre Originaltöne, die Jakob in seiner Dschungel-Welt verarbeitet, sind ausreichender Beleg, denn: Argumente sucht man vergebens. An ihrer Stelle findet man Klagen und Bewertungen: Von Leuten, die “antigenderistisch” unterwegs seien, weiß Villa, Leuten, die das “Feld der Gender Studies diffamieren” als “Feminazis, die auf Steuerkosten die eigene Karriere vorantreiben” ist die Rede. “Aggressive Gruppen” seien dies, die sich gegen gesellschaftliche Modernisierung wenden, wobei die gesellschaftliche Modernisierung offensichtlich darin besteht, Kinder und Jugendliche über Analverkehr zu unterrichten. Und so fragt sich Villa, sind das nun “Modernisierungsverlierer” oder “Modernisierungsverängstigte”, die als “aggressive Gruppen” die “Gender Studies diffamieren”.

Warum ist Villa kein Wissenschaftler?

Sie hat kein Erkenntnisproblem. Sie weiß genau, was gut und was richtig ist, sie kennt den Schlüssel zum Heil, in das, was wir als wissenschaftsfreie Nach-Moderne beschrieben haben. Seltsam nur, dass sie selbst in einem archaischen Bild von der Gesellschaft verharrt. Die Moderne und deren Verlierer sind Themen, die in der Soziologie seit Immanuel Wallerstein, also spätestens seit den 1970er Jahren gegessen und weitgehend verdaut sind. Dass Wilhelm Heitmeyer den Ladenhüter in den 1980er Jahren in die deutschen Versuche, Rechtsextremismus zu erforschen, eingeführt hat, macht ihn nicht “moderner”.

Modernity in 19ctAber selbst wenn man mit Frau Villa von der Existenz einer zeitlosen Moderne, die so zeitlos ist, dass man sich fragt, wann es eine Antike gegeben haben kann, ausgeht, so erfodert der Typus des Modernisierungsverlierers doch auch sein Gegenstück, den Modernisierungsgewinnler, den man sich dann wohl als jemanden vorstellen muss, der kein Problem mit Analverkehr hat und ansonsten versucht, als Günstling des Staatsfeminismus Karriere zu machen. Dass es Menschen geben könnte, denen ihre Integrität wichtig ist, die sich wegen ihrer Integrität nicht verkaufen, kommt Frau Villa nicht in den Sinn, aber sie ist ja auch der Ansicht, Kinder und Jugendliche müssten bereits über die Art und Weise, in der ein Bordell betrieben wird, Bescheid wissen.

Aber es geht Frau Villa ja auch nicht um eine Beschreibung sozialer Fakten, wie dies der Gegenstand der Soziologie ist, seit sie Emile Durkheim begründet hat, nein, es geht ihr um Bewertung, Abwertung um genauer zu sein. Sie glaubt offensichtlich an eine Art Wortmagie: Sie sagt: “aggressive Gruppen”, denn “aggressiv” ist schlecht im Weltbild der Frau Villa. Sie sagt: “Modernisierungsverlierer”, “Modernisierungsverängstigte” und meint, der so Bezeichnete rennt nun ins Bockshorn und wartet dort auf bessere Zeiten. Die einzigen, die derartiger Wortmagie zugänglich sind, sind die, die daran glauben, Leute wie Villa und Jakob, die immer noch denken, man könne Menschen mit Begriffen manipulieren, mit Emotionen, bräuchte keine Argumente.

Sie haben die Rechnung ohne die oben angesprochene Integrität gemacht, und wenn man auch nicht unbedingt erstaunt darüber sein muss, dass Villa Integrität nicht auf der Rechnung hat, immerhin ist Integrität ein Fremdwort, so muss man doch einmal mehr konstatieren, dass ausgerechnet diejenigen, die reflexiv sind und über alles, was andere betrifft, Reflexionen anstellen, nicht in der Lage sind, über ihre eigene Wirkung auf andere zu reflektieren. George Herbert Mead, der von diesen Möchtegern-Soziologen zuweilen vereinnahmt wird, der von der Fähigkeit, sich selbst und seine eigene Wirkung zu antizipieren als “Looking-Class-Self” geschrieben hat, würde – würde er noch leben – seine Theorie für zukünftige Generationen einfrieren, angesichts der Unfähigkeit derjenigen, die heute medienwirksam Soziologe oder Sozialwissenschaftler spielen.

Und natürlich, wenn es darum geht, Bewertung abzugeben, zu behaupten und nicht zu belegen, dann darf Thomas Viola Rieske von mittlerweile “Dissens” nicht fehlen. Rieske hat, seit er dafür bezahlt wurde, im Namen der GEW die Realität der Nachteile von Jungen im Bildungssystem in Abrede zu stellen, ein mehr als gestörtes Verhältnis zu eben dieser Realität und zu etwas, was er “Maskulismus” nennt. Und jenem Maskulismus, dessen imaginäres Stadium bei Rieske schon zur Phobie zu werden droht, widmet er den Versuch, die ganze Schlechtigkeit der Kritik, die neuerdings auf vermeintlich Gute, die Kinder und Jugendliche sozialtechnologischen Experimenten unterziehen wollen, ohne dass sie eine Idee davon, gar Untersuchungsergebnisse darüber hätten, wie die Experimente auf die 12 bis 15jährigen, die ihnen unterzogen werden, wirken, um deren ganze Schlechtigkeit deutlich zu machen:

“Pirinccis Kritik sei ‘extrem nah an dem, was Maskulismus mit Feminismus macht: Immer krass persönlich beleidigend, dabei wird dann mit Verschwörungstheorien gearbeitet, die Lesben übernehmen die Welt und der Feminismus den Staat”

Wissen Sie, was das Problem an den Pseudo-Intellektuellen aus der Mittelschicht ist, die versuchen, indirekt zu beleidigen und sich quasi auf eine “über-Ebene” der Beleidigung zu stellen: Sie gleichen der Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt: Seine Not, Maskulismus und Feminismus zusammen mit Pirincci in die Welt der Bösen zu stellen, hat Rieske dazu veranlasst, eine klassische Verschwörungstheorie zu entwerfen, auf deren Basis er dann anderen eine Verschwörungstheorie vorwirft: Denn was anderes als eine klassische Verschwörungstheorie ist es, wenn man “dem Maskulismus” vorwirft, er verbreite eine Verschwörungstheorie über “den Feminismus”?

Wenn Sie also demnächst den Maskulismus treffen, wie er sich krass beleidigend gegen den Feminismus stellt, dann wissen Sie: Der Maskulismus ist eine Verschwörung, die die vermeintliche Verschwörung des Feminismus verhindern will. Rieske ist zwischenzeitlich bei Dissens angestellt, einem Netzwerk, das im Widerspruch zur “HERRschenden Männlichkeit” steht, und das schon seit 1989. Seit 1989 bildet man sich bei Dissens also ein, es gebe eine “HERRschende Männlichkeit”. Das kann nicht folgenlos bleiben, insbesondere dann nicht, wenn die eigenen Behauptungen und Bewertungen, die seit 1989 ungeprüfte Grundlage eigenen Nutznießens waren, plötzlich hinterfragt werden, ja kritisiert werden, wenn plötzlich Blogs wie ScienceFiles verlangen, dass Belege für die aufgestellten Behauptungen vorgetragen werden. Dass die damit ausgelöste Angst, zu Gegenwartsverlierern zu werden, dass eine entsprechend Gegenwartsängstlichkeit alle Nutznießer des Staatsfeminismus erfasst, sie wild, emotional bewertend, verbal um sich schlagen sieht, weil ihnen das Argumentieren nicht in die Wiege gelegt wurde (sonst würden sie z.B. Genderismus nicht mit Wissenschaft verwechseln, also Ideologie nicht mit Wissenschaft), ist daher nachgerade verständlich.

Was uns zum abschließenden Statement einer “Fachgesellschaft Gender Studies” bringt, bei der es jemanden gibt, der wohl nicht genannt werden will und sagt: Es gebe einen Versuch: “die Geschlechterforschung als ‘unwissenschaftlich’ zu denunzieren”.

junk scienceUnd wieder finden wir die Bewertung, wo man das Argument erwartet. Wenn die Geschlechterforschung wissenschaftlich ist, was ist leichter, als den Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit zu entkräften? Die Studienergebnisse, die Forschung zur Verbesserung wissenschaftlicher Methoden all das, was eine Wissenschaft auszeichnet, es zu produzieren und als Beleg anzuführen, sollte eine Leichtigkeit sein. Aber Belege gibt es offensichtlich nicht. Es gibt Bewertungen, Aufgeregtheit, ja Empörung ob der Unglaublichkeit, dass nach einem Beleg für die behauptete Wissenschaftlichkeit der Geschlechterstudien gefragt wird. Nach Jahren des unbekümmerten Nutznießens ist dies in der Tat ein herber Schlag, und selbst die für Ideologen so wichtige Benutzung ironischer Anführungszeichen geht, angesichts dieser Unglaublichkeit in die Hose, da man sich nicht gleichzeitig von denen per ironischem Anführungszeichen differenzieren kann, die Geschlechterstudien für unwissenschaftlich halten und behaupten kann, sie würden eben jene Geschlechterstudien als unwissenschaftlich denunzieren. Das Ergebnis gleicht der doppelten Verneinung oder wie jeder aus dem Mathematikunterricht weiß: minus mal minus gibt plus.

Wissenschaft zeichnet sich dadurch aus, dass mit klaren Methoden nachvollziehbare und nachprüfbare Ergebnisse produziert werden, die einen Erkenntnisgewinn darstellen. So lange es aus der Geschlechterforschung und den Gender Studies nichts davon gibt, ist der Schluss klar: Gender Studies sind keine Wissenschaft. Und das wiederum ist ein Faktum. Kurz: Man kann etwas, das nicht wissenschaftlich ist, nicht als unwissenschaftlich denunzieren, denn das Adjektiv “unwissenschaftlich” ist in diesem Fall eine Beschreibung der Realität und keine Bewertung, und damit sind wir wieder bei den Problemen, die Ideologen mit Argumenten haben, den Problemen, die überhaupt erst ihre Vorliebe für Bewertungen begründen.

Bleiben noch fünf Feststellungen zum Ende:

(1) Toleranz gegen Andersdenkende ist bei den Villas und Tuiders, bei all denen, die so modern zu sein vorgeben, nur dann vorhanden, wenn die Andersdenkenden nicht wirklich anderer Meinung sind. Die Toleranz endet da, wo offene Kritik erfolgt, wo Belege und Begründungen eingefordert werden. Dann holen die selbst-erklärten Toleranten die Keule und bewerten Andersdenkende als Rechte oder als Vormoderne.

(2) Der beleidigende Stil, den Intolerante wie Villa und vor ihr viele Genderisten in den öffentlichen Diskurs eingeführt haben, bleibt nicht ohne Antwort: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es einem entgegen. Das ist eine vormoderne Weisheit, was erklärt, warum Genderisten wie Villa sie nicht kennen.

(3) Wären Genderisten Wissenschaftler, Kritik wäre ihr Lebenselixier. Zuwachs an Erkenntnis, Wachtsum von Wissen ist ohne Kritik, ohne die Beseitigung des veralteten, zuweilen falschen, durch das neue, bessere Wissen nicht möglich. Wer Kritik fürchtet, wie der Teufel das Weihwasser hat offensichtlich das Problem, dass er keine Verbesserung, keinen Wissenszuwachs will, weil Verbesserung und Wissenszuwachs das Ende jeder Ideologie sind.

(4) Wären Genderisten Wissenschaftler, sie würden sich fragen, was die heftigen Reaktionen auf das, was sie für harmlose, moderne Vorschläge halten, ausgelöst, ja verursacht hat. Sie würden sich fragen, warum so viele der Ansicht sind, Analverkehr habe nichts im schulischen Unterricht verloren. Aber statt Argumenten gibt es Denunziation: Wer kritisiert ist vor-modern, ein Verlierer der Modernisierung, eben falsch – anstelle von Erklärungsversuchen gibt es die Abkanzlung, die Einteilung der Welt in gut und böse, wie sie für Ideologen ein Markenzeichen ist.

(5)Schließlich: wären Genderisten Wissenschaftler, sie hätten von Anfang an Argumente und Begründungen an die Stelle von Bewertungen und Behauptungen gesetzt, hätten ihre Position mit empirischer Forschung zu untermauern gesucht. Dass sie es nie getan haben, ist der beste Beleg dafür, dass Genderisten nicht an Wissenschaft, sondern an Nutznießen, Brunnenvergiftung und Ideologie interessiert sind.

Und vielleicht liegt eben hier die Ursache für die heftige Ablehnung, die sie zu erfahren scheinen.

Überall Sex – aus den Erzählungen von Sex-Maniacs

Der 5. März 2015 ist Kulminationspunkt – auch noch der 6. März wird notwendig sein, um die Erregung der Teilnehmer, die sich zur Jahrestagung der Sektion “Frauen- und Geschlechterforschung in der DGfE” treffen,  abzubauen, Erregung über: “Erziehung, Gewalt und Sexualität”. Das klingt wie ein Workshop der sado-masochistischen Vereinigung von Eckernförde. Ist es aber nicht. Es ist: Wissenschaft oder doch zumindest das, was unter dem Dach der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft als solche ausgegeben werden kann.

Was die Teilnehmer der Jahrestagung an Darbietung, Unterhaltung und Aufregung zu erwarten haben, ist in einem Call for Papers zusammengefasst, der eine Din-A4-Seite füllt.

DGfEDemnach beginnt die ganze Erregung bei der Macht, denn Macht ist “strukturell ungleich” verteilt (Seither rätseln wir, wie gleich verteilte Machtverhältnisse aussehen). Und weil Macht strukturell ungleich verteilt ist, zum Beispiel in Schulen, wo Schüler unter Aspekten der Macht dadurch dominiert werden, dass es Lehrer sind, die ihnen Noten geben und nicht umgekehrt, weil das so ist, tragen strukturell ungleiche Machtverteilungen “immer auch die Gefahr in sich, gewaltförmige Seiten und Strukturen hervorzubringen”.

Spätestens jetzt haben die Stammleser von ScienceFiles erkannt, dass wir mit dem Unsinn der Woche unterwegs sind, ein Unsinn aus willkürlich zusammengeworfenen Wortaneinanderreihungen, der in Sätzen kulminiert, von denen man nur sagen kann, dass den Schreibern offensichtlich nicht klar war, was sie da schreiben, denn: vermutlich ist ihre Erregung mit Ihnen durchgegangen (immerhin hat so ein Bleistift ja eine sexuelle Komponente, aber dazu später).

Strukturell ungleiche Machtverteilungen tragen also die Gefahr in sich, gewaltförmige Seiten und Strukturen hervorzubringen. Wenn Sie von einem Polizeibeamten festgenommen werden, weil er Sie dabei ertappt hat, wie Sie ihrem Nachbarn die Luft aus den Autoreifen lassen, dann sind sie Opfer einer strukturell ungleich verteilten Macht geworden, da der Polizeibeamte nicht nur die Staatsmacht auf seiner Seite hat und Sie nicht, sondern auch bewaffnet ist, und die Gefahr mit sich trägt, eine gewaltförmige Seite oder Struktur der Struktur der Machtverteilung hervorzubringen (Tatsächlich ist die Bewaffnung natürlich Ergebnis und nicht Gefahr der ungleichen Machtverteilung).

Aber es wird noch besser:

scully facepalm“Gewalt”, so heißt es, “hat aber immer auch einen Bezug zum Sexuellen – etwa in der Verbindung zu sexualisiertem Lustgewinn oder der Lust, die aus Dominanz und Überwältigung erwächst. … Zudem spielen in gewaltförmigen Konstellationen (auch zwischen Kindern und Jugendlichen) immer auch normative Konzepte von Heterosexualität von ‘männlich’ und ‘weiblich’ und von Angemessenheit in Bezug auf sexuelle Orientierungen, Verhalten und Selbstdarstellung eine wichtige Rolle”.

Hier treffen wir zum ersten Mal jene Macht, die die Welt, im Innersten zusammenhält, die Quelle aller Erregung und Gewalt: die Sexualität auch “das Sexuelle” genannt. Zwei Betrunkene, die sich auf dem Weinfest schlagen, befinden sich entsprechend im sexuellen Austausch. Der Auftragskiller, der gegen Bezahlung mordet, tut diese nicht wegen des Geldes, sondern wegen dem sexuellen Hoch, das ihm der “Kill shot” besorgt. Und, nicht zu vergessen, die Polizeibeamten, die gewalttätige Demostrationen auflösen, tuen dies nicht, weil sie Ordnung herstellen und das Eigentum von Bürgern beschützen wollen, sondern weil sich auch teilhaben wollen, an der Massenorgie, die gerade stattfindet.

Man hat das distinkte Gefühl, dass die Autoren des Call for Papers eine andere als die physisch vorhandene Welt teilen, eine Welt frei von “normativen Konzepten der Heterosexualität”, wie sie sich z.B. darin niederschlagen, dass gewöhnlich Männer die Wasserkästen tragen, die Frauen in der Regel nicht zu tragen im Stande sind. Und wieder finden wir eine strukturelle, quasi eine natur-strukturelle ungleiche Machtverteilung, die – wie die Autoren wissen – die Gefahr in sich trägt, gewaltförmige Seiten und Strukturen hervorzubringen, zum Beispiel als “Strukturelement von Sprache”, wie in der Wasserkasten.

Damit wir unsere Leser über all dem Unsinn nicht verlieren, auch auf die Gefahr, sie zu langweilen – zur Wiederholung: strukturell ungleiche Machtverteilungen tragen die Gefahr in sich, gewaltförmige Seiten und Strukturen  hervorzubrningen, wobei das Sexuelle sich über ein sexuelles Dominanzstreben nach “Macht-über-andere” in z.B. “Gewalt als Strukturelement von Sprache” übersetzt – oder so. Wir haben hier ganz massiv den Eindruck, dass ungleiche IQ-Verteilungen vor allem dann, wenn sie nicht mit strukturellen Positionen konkruent sind, dazu führen, dass Worte Gewalt über die Wortbenutzer ausüben, was über das Dominanzstreben der Worte dazu führt, dass die Wortbenutzer zu Opfern struktureller Sprachgewalt, die durch eine normative Heterosexualität bedingt ist, werden. Wer nicht dieser Meinung ist, kann uns gerne das Gegenteil beweisen.

Doch das Beste, das dieser Call for Papers zu bieten hat, das fehlt bislang. Der ganze Unsinn, den wir bislang dargestellt haben, verblasst hinter dem monumentalen Unsinn, der nun kommt und wieder geht alles natürlich vom “Sexuellen” aus:

Nuts in Bedlam“Aber das Sexuelle ist auch per se Bestandteil aller Erziehungskonstellationen. Der ‘Überschuss’ im pädagogischen Verhältnis … ließe sich kaum anders aufbringen und erklären. Liebe, Empathie, Nähe und Unterstützung haben immer eine sexuelle Dimension, auch wenn sie nicht im Vordergrund steht. Dies betrifft elterliche Zuwendungen ebenso wie die von Lehrkräften oder pädagogischen Fachkräften …”

Da alle Erziehungskonstellationen und alle menschlichen Interaktionen, wie man dem Call for Papers entnehmen kann, sexuell motiviert sind, muss man sich fragen, welche sexuelle Motivation, welche Form der sexuellen Dominanz die Autoren dieses Call for Papers getrieben hat, um ihre Erregung in derartigen Unsinn zu ergießen. Wir können nur vermuten, dass es sich dabei um eine Form der Dominanzpraktik handelt, mehr wollen wir darüber ehrlich gesagt nicht wissen.

Es reicht nämlich. Man kann ein gewisses Maß an Unsinn, ja selbst an Wahnsinn ertragen, aber irgendwann ist Schluss: Wenn jemand behauptet, dass Lehrer grundsätzlich sexuell motivierte, einer heterosexuellen Normativität verpflichtete, ja, was eigentlich: Spanner, Päderasten oder Pädophile sind, dann muss man in reiner Prosa feststellen: Der hat etwas an der Waffel. Wenn jemand behauptet, Liebe, Empathie, Nähe und Unterstützung seien immer durch “das Sexuelle” strukturiert, was immer “das Sexuelle” in der Phantasie der Autoren auch sein mag, dann kommt man nicht umhin, Pflegeberufe, von Krankenpflegern über Altenpfleger bis hin zu Zahnärzten und Hausärzten neu zu beurteilen.

Etwa: Das erotische Gefühl, das sich bei einem Zahnarzt einstellt, wenn er, von “dem Sexuellen” getrieben, seinen Bohrer in den Zahnschmelz des hilflos seiner normativen Heterosexualität ausgelieferten Opfers mit Mundgeruch senkt oder: die fast schon an Gruppensex erinnernenden Waschsessions in Altenheimen, bei denen alte Menschen gleich der Gewalt mehrerer Pfleger, vermutlich unterschiedlichen Geschlechts ausgeliefert sind. Ganz zu schweigen vom Gerichtsmediziner, der den Gegenstand seiner Obduktion, ein Mordopfer, mit nekrophiler Empathie und getrieben von “dem Sexuellen” betrachtet.

Nein, wir kommen nicht umhin festzustellen, dass die Autoren dieses Call for Papers nicht mehr alle Tassen im Schrank zu haben scheinen, in jedem Fall aber von “dem Sexuellen” in einer Weise besessen zu sein scheinen, die an absolute Dominanz grenzt und eines nicht ist: normal.

Ach ja: Die Autoren sind Barbara Rendtorff, Claudia Mahs, und – wenig überraschend – der oder die uns allen bekannte Thomas Viola Rieske

Wenn Sie sich jetzt erregt haben, dann doch sicher wegen der sexuellen Konnotation und nicht wegen des aus Steuergeldern finanzierten Unsinns – oder?

Freiwillige Selbstkontrolle (FSK): Pornographie ab 12 freigegeben

Gerade haben wir darüber berichtet, dass eine Kasseler Professorin für Soziologie der Diversität unter besonderer Berücksichtung der Dimension Gender mit ihren 70 Vorschlägen zur Sexualerziehung in Schulen einen Sturm der Entrüstung ausgelöst hat, da muss sich Deutschland auf den nächsten Sturm vorbereiten: Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) hat angekündigt, pornographische Filme, die bislang mit “FSK ab 18″ bewertet wurden, in Zukunft mit “FSK ab 12″ zu bewerten.

FSK18Unser Ziel, so der zuständige Sachbearbeiter der FSK, Hartmut Polanski, ist es, die entsprechenden Filme für den schulischen Unterricht verfügbar zu machen. Dabei, so Polanski, habe Elisabeth Tuider, die Kasseler Professorin für Diversität, eine wichtige Vorreiter-Rolle gespielt. Durch ihre Vorschläge zur Sexualerziehung von Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren habe Tuider die FSK maßgeblich beeinflusst. Im Lebensverlauf so wichtige Themen wie Analverkehr und die Einrichtung eines Bordells unter besonderer Berücksichtigung der entsprechenden Vorlieben der jeweiligen Gäste, also letztlich Kenntnisse in Zielgruppenmarketing und Marktsegmentierung, hätten bei der FSK zu einem Umdenken geführt. Ein Konsens dahingehend, dass pornographische Filme nicht jugendgefährdende Filme seien, sondern im Gegenteil pädagogisch wertvolle Darstellungen, die im schulischen Unterricht zum Einsatz kommen sollten, habe sich nunmehr gebildet.

Deshalb habe man sich entschlossen, den Sexualkundeunterricht in Haupt, und Realschulen in Gymnasien und Sonderschulen dadurch zu fördern, dass pornographische Filme zukünftig mit “FSK ab 12 Jahren” freigegeben werden, vor allem dann, wenn sie Elemente enthalten, die im Lehrplan vorgesehen sind, Elemente wie z.B. Massensex mit Analverkehr.

Damit entfalle auch die Notwendigkeit, die entsprechenden Filme in eigens dafür vorgesehenen neutralen Verpackungen und unter dem Ladentisch zu verkaufen. Der Pornofilm solle nunmehr als das pädagogische Werk, das er nun einmal ist, seinen Platz finden, neben Cornelsens wichtigem Beitrag für Schüler “Lesen, Darstellen, Begreifen” und Büchern wie “Das Mathematikbuch als Instrument des Schülers”.

Da es sich bei den pädagogischen Inhalten, die in pornographischen Filmen verarbeitet werden, mehr um visuelle Inhalte handelt und man außerdem der spezifischen Zielgruppe der visuellen Lerner gerecht werden wolle, sei die Gleichstellung mit Büchern gerechtfertigt.

Auch Filmstellen wie Film und Schule LWL, eine gemeinsame Initiative des Ministeriums für Schule und Weiterbildung NRW und des LWL-Medienzentrums für Westfalen, nehmen die bahnbrechende Arbeit von Elisabeth Tuider zum Anlass, um fortan pornographische Filme im Angebot zu führen:

FSK12“Die Vermittlung von Filmkompetenz im Schulunterricht setzt ein gewisses Maß dieser Kompetenz bei den unterrichtenden Lehrern voraus”, so LWL in einer Stellungnahme. Dank der Vorarbeiten von Frau Tuider, sei dieses gewisse Maß an Kompetenz nunmehr frei zugänglich, was die Bereitstellung von Pornographie für den schulischen Unterricht ermögliche”.

Abschließend  noch ein Hinweis von Hartmut Polanski: Die 70 Vorschläge zum Sexualkundeunterricht, die Elizabeth Tuider zugeschrieben werden, sind nicht alleine ihr Werk, vielmehr sind Mario Müller, Stefan Timmermanns, Petra Bruns-Bachmann und Carola Koppermann am Buch “Sexualpädagogik der Vielfalt. Praxismethoden zu Identitäten, Beziehungen, Körper und Prävention für Schule und Jugendarbeit”, das bei Beltz in Weinheim bereits in der zweiten Auflage erschienen ist, beteiligt. Ihnen gebührt daher ein Anteil am Ruhm von Frau Tuider.

Die Nachrichtenflut, der man heute ausgesetzt ist und die Salonfähigkeit der Unnormalität, wie sie immer mehr um sich greift, lässt Leser von Nachrichten zuweilen unschlüssig darüber zurück, ob es sich bei der betreffenden Nachricht um Realität oder Satire handelt.

Deshalb fragen wir Sie, was meinen Sie: Ist diese Nachricht eine authentische Nachricht, handelt es sich um eine Satire oder ist die Nachricht noch keine authentische Nachricht?