Mädchen- und Frauenförderung

Wir werden der vielen eMails, die uns derzeit mit Hinweisen auf bedrückende Nachrichten aus der Wissenschaft erreichen, kaum mehr Herr, aber wir versprechen, sie alle und im Laufe der Zeit abzuarbeiten.

Das tun wir heute unter dem Stichwort: “Mädchen- und Frauenförderung“.

Mädchen- und Frauenförderung ist ein Moloch, der sich immer weiter durch die deutsche Institionenlandschaft frisst und dafür sorgt, dass die Ausgangsposition bei Bewerbungen oder beim Start in das Berufsleben zwischen Frauen und Männern nicht gleich ist. Mit anderen Worten: Mädchen und Frauenförderung beseitigt Chancengleichheit zwischen Jungen und Mädchen und zwischen Männern und Frauen zu Gunsten von Mädchen und Frauen.

Mädchen- und Frauenförderung basiert darüber hinaus auf der Prämisse, das Mädchen im Vergleich zu Jungen und Frauen im Vergleich zu Männern nicht über das selbe Kompetenzniveau verfügen und zudem und im Hinblick auf Fertigkeiten und Fähigkeiten hinter Jungen und Männern zurückbleiben. Und ganz so, wie es in den 1970er Jahren chick war, eine Rollstuhlfahrerrampe als Form der öffentlich sichtbaren Behindertenförderung zu bauen, schießen heute die Förderprogramm aus dem Boden, mit denen Mädchen und Frauen, denn im Vergleich zu Jungen und Männern ein geringeres Kompetenz- und Fähigkeitenniveau attestiert wird, unter die Arme gegriffen werden soll.

Diese Form des staatlichen Paternalismus, den ausgerechnet Feministen fordern, basiert explizit auf der Annahme, dass Mädchen und Frauen aus eigener Kraft unfähig sind, ein Leistungs- und Kompetenzniveau zu erreichen, das Jungen und Männern von den selben Feministen fraglos zugestanden wird. Wer sich unter der Prämisse, dass er offensichtlich zu blöd ist, aus eigenem Antrieb, eigener Leistung und eigener Fähigkeit etwas zu erreichen, fördern lassen will, dem seien die folgenden Hinweise von unseren Lesern, bei denen wir uns herzlich bedanken, empfohlen.

Universitaet Stuttgart Girls dayBeginnen wollen wir mit einem internen Schreiben der Universität Stuttgart, jener Universität, an der man nur Schülerinnen, aber keine Schüler für naturwissenschaftliche und technische Studiengänge begeistern will. Das interne Schreiben sieht abermals die (Be-)Förderung von ausschließlich Mädchen “der Klassen 5 bis 10″ … in “vorwiegend technische und techniknahe Berufsfelder” vor. Dergleichen Förderprogramme, so das interne Schreiben der Universität Stuttgart, das den Briefkopf des Rektors, der Gleichstellungsbeauftragten und der Beauftragten für Chancengleichheit trägt (womit klar ist, dass Gleichstellung nichts mit Chancengleichheit zu tun hat), gebe es an der Universität zwar in Hülle und Fülle für “Grundschülerinnen” und “Oberstufenschülerinnen”, aber das sei nicht genug, denn Schülerinnen, die keine Grundschülerinnen mehr und noch keine “Oberstufenschülerinnen” seien, seien nicht erfasst. Das soll sich am “Girl’s Day” ändern, denn, diese Schülerinnen der Klassenstufe 5 bis 10 “darf die Universität Stuttgart mit ihrem dezidiert naturwissenschaftlichen und technischen Profil nicht vernachlässigen”.

Dagegen darf die Universität Stuttgart ganz offensichtlich Jungen in jedem Alter, vom Grundschulalter bis in die Oberstufe vernachlässigen, da es keine speziellen Förderprogramme für Jungen an der Universität Stuttgart gibt. Daraus muss man schließen, dass die Universität Stuttgart, also deren Rektor, deren Gleichstellungsbeauftragte und deren Beauftragte für Chancengleichheit der Meinung sind, Mädchen benötigten ob entsprechender Defekte im Vergleich zu Jungen eine gezielte Förderung, eben weil sie behindert sind, was man daran sieht, dass sie sich seltener als Jungen für ein technisches oder ein naturwissenschaftliches Studienfach entscheiden.

schnuppernDie Universität Bonn sieht sich dazu aufgerufen, Schülerinnen besonders zu fördern und richtet deshalb eine “Schülerinnen Schnupper-Uni” aus. Schnuppern, also Witterung aufnehmen, wie Hunde, dürfen nur Mädchen, und das Ziel der Schnupper-Uni besteht offensichtlich darin, die jungen, um in der Metapher zu bleiben, Hündinnen auf eine universitäre Nachschulzeit abzurichten.

Eine entsprechende Fährte sollen die teilnehmenden Zweibeinerinnen in den Fächern Physik/Astronomie, Chemie, Geodäsie/Geoinformation, Informatik, Mathematik und Meteorologie aufnehmen. Bei Jungen sieht man seitens der Universität Bonn keinerlei Bedarf für Schnupperkurse, was darauf verweist, dass Jungen im Gegensatzu zu Mädchen und in der Denk-Welt der Universität Bonn nicht abgerichtet werden müssen.

Ebenfalls an der Universität Bonn findet sich das “Maria von Linden-Programm“, das “der gezielten Unterstützung von Frauen in der Wissenschaft” dienen soll, ihnen also eine Gehhilfe im täglichen universitären Betrieb bieten will. Dieses Programm zeichnet sich durch etwas aus, was man geistigen Durchfall nennen muss:

Cjacob“Seit der Einführung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG), welches u.a. eine ungerechtfertigte Benachteiligung aufgrund des Geschlechts verbietet, könnte man davon ausgehen, dass Gleichbehandlung auch die gleichen Angebote für Frauen und Männer impliziert. Fakt ist aber, dass Frauen dort, wo sie unterrepräsentiert sind, solange eine besondere und bevorzugte Unterstützung erfahren müssen bis eine annähernde Chancengleichheit hergestellt ist.”

Wir haben schon viel Unsinn gelesen, seit wir uns mit Genderismus befassen, aber dieser hier schlägt wirklich alles: Weil es ein Gesetz gibt, das Benachteiligung eines Geschlechts verbietet, muss Gleichbehandlung auch die gleichen Angebote für Frauen und Männer implizieren. Weil es aber Bereiche gibt, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, es also keine gleiche Verteilung gibt, kann es keine gleichen Angebote geben, und zwar so lange nicht, bis “eine annähernde Chancengleichheit” hergestellt ist.

Da Chancengleichheit nichts mit einer gleichen Verteilung, also Ergebnisgleichheit zu tun hat und Ergebnisgleichheit nichts mit Gleichbehandlung, sondern hier mit Bevorzugung von Frauen und Diskriminierung von Männern, müssen wir an dieser Stelle feststellen, dass der Verfasser der zitierten Passage trotz der Chancengleichheit, die er zu Beginn seines Lebens durch einen Schulbesuch erfahren hat, es nicht geschafft hat, eine intellektuelle Gleichstellung seiner entsprechenden Fähigkeiten mit der Mehrheit der Deutschsprecher herbeizuführen.

Robert Bosch StiftungWeitere Beispiele dafür, wie in Deutschland systematische Startvorteile für als behindert geltende Frauen geschaffen werden, finden sich bei der Robert Bosch Stiftung, wo ein Fast Track Programm dafür sorgen soll, dass “Wissenschaftlerinnen auf der Überholspur” sind. Ein entsprechendes Behinderten-Beförderungsprogramm findet sich für männliche Wissenschaftler nicht, denn, so die Prämisse, männliche Wissenschaftler sind im Vergleich zu weiblichen Wissenschaftlern aus eigener Kraft und Kraft eigener Kompetenz in der Lage, auf die Überholspur zu wechseln.

TU chemnitzDer absolute Tiefpunkt der Beispiele führt uns an die Technische Universität im ehemaligen Karl-Marx Stadt und heutigen Chemnitz. Dort findet ein interdisziplinäres Symposium für ausschließlich Ingenieurinnen und Naturwissenschaftlerinnen statt, das dem “interdisziplinären Austausch zwischen … [h]ochkarätige[n] Expertinnen aus Wissenschaft und Wirtschaft” dient. Das hochkarätige Symposium wird von der hochkarätigen Prof. Dr.-Ing. Olfa Kanoun und der hochkarätigen Gleichstellungsbeauftragten, Dipl-Päd. Karla Kebsch, geleitet.

Ob die Messlatte von hochkarätig für diejenigen tiefer gelegt werden muss, die der Ansicht sind, Leistung sei vom Geschlecht abhängig und hochkarätige Wissenschaftler tragen ihr Geschlecht und nicht ihr Gehirn zum Markt, ganz so wie es Prostituierte tun, das ist hingegen keine offene, sondern eine klar beantwortete Frage.

Die Beispiele, die wir hier zusammengestellt haben, geben ein bedrückendes Bild einer geschlechtsgeilen und männerfeindlichen deutschen Subkultur, die man noch vor Jahrzehnten außerhalb geschlossener Anstalten nicht für möglich gehalten hätte.

I had a dream

I had a dream.

I had a dream that social scientists would be scientist.

I had a dream that social scientists would unite in the quest for knowledge.

Get up stand upI had a dream that they would rise and fight for freedom and fight those who want to use science for other purposes than acquiring knowledge.

I had a dream that social scientists would take their social responsibility seriously.

Und dann bin ich aufgewacht.

Und die Realität mit all ihrer grauen Phantasielosigkeit des deutschen universitären Alltags war zurück. All die Gestalten, die sich auf Lehrstühlen herumdrücken und darauf warten, dass sich die eine Idee einstellt, auf die sie nun schon seit Jahrzehnten erfolglos warten, all die Aktivisten, die Lehrstühle besitzen, um von der Ikea-Kanzel aus das Heil der Welt zu verkünden, und all die Opportunisten, die Wissenschaft nutzen, um sich in Positionen zu sonnen, die sie nicht einmal ausfüllen würden, wenn sie adipös wären, all sie, sie sind mir wieder in den Sinn gekommen.

Und nicht nur sie, auch die Professoren, die sich an Universitäten durchzudrücken versuchen, ohne ein klares Statement darüber zu geben, wie sie es mit den Versuchen, Universitäten zu Stätten, an denen man zu Straftaten aufrufen kann, oder den Versuchen, Universitäten zu Stätten institutionalisierter Diskriminierung von Männern zu machen, halten.

Sie schweigen lieber und nehmen in Kauf, dass man sie für Feiglinge und Drückeberger hält. Und das, das nehmen wir nicht mehr hin:

We have a dream, den Traum des erwachsenen, aufrechten, mutigen Sozialwissenschaftlers mit Rückgrat und sozialer Verwantwortung.

BeccariaNun sollte dieser Traum-Sozialwissenschaftler eigentlich die Norm sein, so dass man viele der derzeitigen Sozialwissenschaftler als Abweichung von der Norm, als Deviante ansehen muss. Das erleichtert die Aufgabe, die vor uns liegt. Denn: Auf dem Weg zum erwachsenen, aufrechten, mutigen Sozialwissenschaftler mit Rückgrat und sozialer Verantwortung können wir uns Ergebnisse der Devianzforschung zu Nutze machen, die schon Cesare Beccaria im 18. Jahrhundert formuliert hat.-

Damit Akteure ihr abweichendes Verhalten unterlassen, muss man ihnen die Kosten für abweichendes Verhalten erhöhen und den Nutzen von nicht-abweichendem Verhalten deutlich machen oder steigern. Nun sollte die Vorstellung, als erwachsener, aufrechter, mutiger Sozialwissenschaftler mit Rückgrat und sozialer Verantwortung erkennbar zu sein, eigentlich schon Nutzen genug sein, ist es aber nicht, wenn die Feigheit, die Angst davor, als erwachsener, aufrechter, mutiger Sozialwissenschaftler mit Rückgrat und sozialer Verantwortung erkennbar zu sein, größer ist.

Was also tun?

Zurück zu Beccaria: abweichendes Verhalten wird von denen gezeigt, die keine Entdeckungswahrscheinlichkeit fürchten, weil sie z.B. denken, die Position, die sie besetzen, schütze sie vor bestimmten Sanktionen, erlaube es ihnen z.B. eMails zu ignorieren, denn: in ihrer Position wähnen sie sich zu wichtig, als dass sie sich mit schnöden eMails von Personen beschäftigen würden, die ihnen aus ihrer (irrigen) Sicht und in ihrem verbeamteten Status keine Kosten verursachen können (selbst dann, wenn es sich dabei um Fachkollegen handelt oder wenn es Bürger sind, die mit ihren Steuermitteln die Position der entsprechenden Inhaber finanzieren).

Um diesen Fehlschluss aus falscher Selbstzuschreibung von Arroganz für diejenigen, die ihm erliegen, aufzuklären, ist es daher notwendig, das was Beccaria Härte und Geschwindigkeit der Strafe nennt, für die vorliegende Aufgabe zu operationalisieren, und zwar auf eine Weise, die geeignet ist, den Fehlschluss deutlich sichtbar und damit bearbeit- und beherrschbar zu machen.

Wir haben die perfekte Möglichkeit gefunden, den vom Fehlschluss Betroffenen zu helfen und fordern hiermit alle unsere Leser auf, uns bei der Therapie zur Hand zu gehen.

Wie?

Ganz einfach.

Im folgenden haben wir zwei Textbausteine erstellt.

Textbaustein 1 enthält die eMail-Adressen der Professoren, bei denen der oben beschriebene Fehlschluss das längst fällige Coming-Out verhindert.

Textbaustein 2 enthält den eMail-Text mit den Fragen, die wir von den entsprechenden Professoren beantwortet haben wollen. Wie sich Stammleser erinnern werden: Es geht darum, dass eine Untersuchung nachgewiesen hat, dass männliche Bewerber auf einen Lehrstuhl in der Soziologie diskriminiert werden. Wir verlangen einfach nur eine Stellungnahme von den Positionsinhabern, die den Vorstand der deutschen Gesellschaft für Soziologie besetzen.

Die Therapie besteht nun darin, so viele wie nur möglich eMails mit dem Bausteintext von oben, an die Positionsinhaber zu schicken, um sie von ihrer irrigen Vorstellung, sie seien zu wichtig, als dass sie sich mit berechtigten Fragen von außen auseinander setzen müssten, zu heilen.

Hier die Cut und Paste-Textbausteine

Textbaustein 1: eMail-Adressen:

peter.berger@uni-rostock.de; nicole.burzan@fk12.tu-dortmund.de; stephan.lessenich@soziologie.uni-muenchen.de; michaela.pfadenhauer@univie.ac.at; uwe.schimank@uni-bremen.de; Paula.Villa@soziologie.uni-muenchen.de ;vobruba@sozio.uni-leipzig.de; sciencefiles@textconsulting.net

Textbaustein 2: eMail-Text:

Sehr geehrte Mitglieder des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Soziologie,

Mark Lutter und Martin Schröder vom Max Planck Institut für Gesellschaftsforschung in Köln haben eine Vollerhebung der Berufungen auf Lehrstühle der Soziologie, die im Zeitraum von 1980 bis 2013 besetzt wurden, durchgeführt und auf Grundlage dieser Daten, für 1.260 Soziologen die Variablen bestimmt, die einen Effekt auf die Besetzung eines Lehrstuhls haben (Veröffentlicht als MPIfG Discussion Paper 14/19 unter dem Titel: “Who Becomes a Tenure Professor, and Why”).

Dabei haben sie eine systematische Diskriminierung von männlichen Soziologen festgestellt, die jedem Wissenschaftler, der sich mit Diskriminierung oder mit sozialer Ungleichheit oder mit der Erforschung von Stereotypen, Vorurteilen und darauf basierenden Ismen, wie Rassismus oder Sexismus beschäftigt, den blanken Schrecken ins Gesicht treiben muss.

Hier ein Auszug der wichtigsten Ergebnisse.

1. Weibliche Bewerber werden schneller berufen als männliche Bewerber. Männer müssen zwei Jahre länger auf eine Berufung warten als Frauen.

2. Weibliche Bewerber, die auf eine Professur berufen werden, haben deutlich weniger publiziert als männliche Bewerber: “… by the time, men get a tenure, they have published 1.8 times as many SSCI-articles … 1.7 times as many non-SSCI-articles …, 1.4 times as many books …, 1.3 times as many edited volumes …, 1.4 times as many book chapters …, and 1.8 times as much ‘gray’ literature as women”.

3. Für männliche Bewerber ist es schädlich, wenn sie ihre Sozialisation an einer renommierten Universität, z.B. in Heidelberg, Mannheim oder (früher) in München erfahren haben. Dieser Stallgeruch reduziert ihre Wahrscheinlichkeit, eine Professur zu erhalten.

Diese Ergebnisse beschreiben eine unhaltbare Situation systematischer und insofern wohl institutioneller Diskriminierung von männlichen Bewerbern. Dass eine solche Situation ausgerechnet in der Soziologie mit ihrer Tradition der Erforschung von Diskriminierung und sozialer Ungleichheit eingetreten ist, kann man wohl nur als Ironie der Geschichte bezeichnen.

Ich nehme diese Situation zum Anlass, um Sie als Mitglied des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Soziologie zu bitten, die folgenden Fragen zu beantworten:

1. War Ihnen bekannt, dass männliche Bewerber auf eine Professur in der Soziologie systematisch diskriminiert werden?

2. Halten Sie die systematische Diskriminierung von männlichen Bewerbern im Verlauf einer universitären Karriere für hinnehmbar?

3. Wenn ja, warum?
4. Wenn nein: Was gedenken Sie dagegen zu unternehmen?

5.Was raten Sie männlichen Abiturienten, die sich mit dem Gedanken tragen, Soziologie zu studieren?

6. Was raten Sie männlichen Absolventen, die sich mit dem Gedanken tragen, eine wissenschaftliche Karriere in der Soziologie anzustreben?

7. Was halten Sie von der Tatsache, dass männliche Bewerber in der Soziologie systematisch diskriminiert werden?

Ich bedanke mich für Ihre Antworten und verbleibe mit freundlichen Grüßen,

Wir haben die eMail-Adresse von ScienceFiles zum Zweck der Generierung von Leverage angefügt, wie man das im Englischen nennt.

“If you are a big tree, we are a small axe, ready to chop you down, to chop you down.”

Was macht man eigentlich in Gender Studies?

Diese Frage bewegt sicher viele (naja, doch einige), schon weil sich Gender Studies-Anbieter ja beharrlich weigern, Auskunft über die erkenntnistheoretischen und methodologischen Grundlagen und den Nutzen von Gender Studies zu geben und vor allem über ihre Ergebnisse (sofern sie welche haben).

Derzeit kann man also nur sagen kann, dass Gender Studies an Universitäten angeboten werden, ohne dass jemand weiß, ob Gender Studies überhaupt die Qualifikation zu einem wissenschaftlichen Studienbereich nachweisen können. Aber, wenn es darum geht, sich auf Kosten Dritter ein Auskommen zu verschaffen, dann haben derartige Fragen noch nie interessiert. Es gilt sich, jetzt in den Speck zu setzen und Fragen nach dem Zweck, im Speck auszusitzen.

Uni PaderbornUm so besser, dass sich die Universität Paderborn genötigt sieht, einen “Master(teil)studiengang Geschlechterstudien/Gender Studies im Wintersemester 2014/15 anzubieten (also jetzt) und man der Ankündigung dieses angeblichen Studiengangs entnehmen kann, was in diesem angeblichen Studiengang eigentlich vermittelt werden soll:

“Inhaltlich befasst sich das Studienfach Geschlechterstudien/Gender Studies mit der Tatsache, dass die kulturellen, sozialen und politischen Dimensionen gesellschaftlichen Lebens von (historisch gewachsenen und geformten) Geschlechterordnungen durchzogen sind.

Am Anfang war das Geschlecht, so kann man diesen Schwulst zusammenfassen. Geschlecht ist Ursache, letzte Begründung und archimedischer Punkt für alles. Parteien sind entsprechend historisch gewachsene und geformte Geschlechterverhältnisse. Die Wirtschaft? Kein Problem: Ein historisch gewachsenes und geformtes Geschlechterverhältnis. Die katholische Kirche. Ja natürlich, die katholische Kirche ganz besonder: ein historisch gewachsenes und geformtes Geschlechterverhältnis.

Alles ist ein historisch gewachsenes und geformtes Geschlechterverhältnis: Die Sozialversicherungen, die Bundesbahn, der Erste Weltkrieg, der Nationalsozialismus, der Holocaust, alle kulturellen, sozialen und politischen Dimensionen des gesellschaftlichen Lebens sind ursächlich auf die Geschlechterordnung zurückzuführen.

Das ist eine Tatsache. Wer es nicht glaubt, der kann die entsprechende Tatsache in Paderborn erlernen. Man erhält also im Studienfach Gender Studies intime Kenntnis gesellschaftlicher Geschlechterordnungen und ihrer Verwerfungen, und gleich einem historischen Genderismus, lernt man, wie die ewige Dialektik zwischen Mann und Frau die treibende Kraft des Historizismus ist, den Karl Popper so ausgiebig in seinen Verwerfungen und vor allem seinem Elend beschrieben hat.

Aber, nichts ist so falsch, als dass man es nicht neu verpacken und auflegen könnte, kommt der Historizismus nun als die Menschenheitsgeschichte durchziehender Antagonismus zwischen dem Mann und dem Weib wieder, in Paderborn und – man höre und staune – mit einem Ziel:

worship with us“Ziel des Studienfachs ist das Wissen um die je historischen, kulturellen und politischen Bedingungen der Entstehung von Geschlechterordnungen sowie ihre Wirkungsweisen und Tradierungswege. Die Studierenden erwerben die dafür notwendige Fähigkeit zu kritischer Analyse, eigenständigem wissenschaftlichen Arbeiten und wissenschaftlicher Reflexion; zudem Einsichten in die Möglichkeit der geschlechterbewussten Gestaltung gesellschaftlicher Organisationsformen und Prozesse und deren Vermittlung in öffentlichen Arbeitszusammenhängen.

In Paderborn wird nicht ein Wissen vermittelt, nein das Wissen wird in Paderborn vermittelt, das einzige, wahre und ewigwährende Wissen über die Tatsache der alles durchdringenden Geschlechterordnung, denn am Anfang, das muss man wissen, war nicht etwa das Licht, am Anfang war die Geschlechterordnung. Das ist eine Tatsache, die man in Paderborn lernen wird, und damit wird die Kausalität von Licht und Geschlechterordnung zurecht gerückt, weil den Studenten ein Licht aufgehen wird, das Wissen, geht ihnen auf, um die Tatsache, die Tatsache, auf der alles Wissen basiert und um die sich alles Wissen dreht, dass: “die kulturellen, sozialen und politischen Dimensionen gesellschaftlichen Lebens von (historisch gewachsenen und geformten) Geschlechterordnungen durchzogen sind”. Am Anfang war das Geschlecht.

Elend des HistorizismusWir erinnern uns. Nein, was schreiben wir denn, wir erinnern uns nicht, wir reflektieren, und zwar in kritischer Analyse und eigenständig, das ist ganz wichtig, denn Indoktrination gilt erst dann als gelungen, wenn der Indoktrinierte den Sermon eigenständig herbeten kann. Wir reflektieren also, und wie wir so reflektieren, z.B. über die Entwicklung der Dampfmaschine da kommt uns das Wissen, da offenbart sich uns in kritischer Analyse, was wir bislang nicht gesehen haben, was von James Watt die ganze Zeit verdeckt wurde, nämlich: Watt hatte eine Cousine: “Margaret (Peggy) Miller”, die er geheiratet hat, woraus wir kritisch analysierend schließen: Margaret Miller war weiblich. Wir erkennen: Das soziale Leben ist vom Antagonismus zwischen Mann und Frau durchzogen und schließen: Die Entwicklung der Dampfmaschine wäre ohne diesen Antagonismus nicht möglich gewesen. Ziel erreicht.

Nun stellt sich natürlich die Frage, was macht man mit dieser Einsicht, dieser Offenbarung ob der Ur-Anfänglichkeit von Geschlecht, jenem Wissen um den historischen Genderismus, wie er im ewigen Antagonismus zwischen Mann und Frau zum Ausdruck kommt? Auch hier weiß man bei der Universität Paderborn Rat:

“Im Studienfach Geschlechterstudien/Gender Studies wird auf die Tätigkeit in Berufen vorbereitet werden, in denen „Genderkompetenz“, also der wissens- und reflexionsbasierte Umgang mit Geschlechterfragen und gesellschaftlichen Geschlechterverhältnissen gefragt ist, bzw. auf Tätigkeiten im Feld der Forschung über Geschlechterthemen.”

Die Einsichten der Gender Studies sind also da nachgefragt, wo die Einsichten der Gender Studies nachgefragt werden. Wie mit allen Lehren, die sich nur Auserwählen mitteilen, die sich dem Eingeweihten offenbaren, so geht auch die Nachfrage nach Leistungen von Gender Studierten ausschließlich von anderen Gender Studierten aus, die sich mit Hilfe von Gender Studierten, die Verbündete in Parteien und Institutionen gefunden haben, ein Auskommen als Gender Studierte, die Gender Kompetenz für die anbieten, die sie nachfragen, also andere Gender Studierte, verschafft haben.

Und aus der Tatsache, dass Gender Studierte, die es durch Lobbying in Positionen geschafft haben, von diesen Positionen aus, eine Nachfrage nach Gender Studierten und deren Gender Kompetenz (also dem Wissen um die Ur-Ursprünglichkeit des Antagonismus zwischen Mann und Frau) künstlich geschaffen haben, wird dann geschlossen, dass es eine Nachfrage nach Gender Studierten gibt, so dass Studiengäng für Gender Studies gegründet werden, um die künstlich geschaffene Nachfrage nach Gender Studierten zu befriedigen.

Gender Studies sind damit ein perfektes Beispiel für ein sich selbst erhaltendes System, das alle Merkmale eines autopoietischen Systems im Sinne von Luhmann trägt: Seine Mitglieder beschäftigen sich ausschließlich mit sich selbst. Es gibt keinerlei Nutzen für die umgebende Gesellschaft und die einzige Verbindung zur Außenwelt besteht über die Transfusionsleitungen, über die Steuergelder in das geschlossene Gender System gepumpt werden, denn reflexiv sein und die Ur-Ursprünglichkeit des historischen Antagonismus zwischen Mann und Frau zu erkennen, ist natürlich nur im Erkenntniswert selbstgenügsam, aber deshalb nicht umsonst!

AppleZwar könnte man jetzt argumentieren, dass bereits die katholische Kirche in ihrem in Genesis beschriebenen Mythos von Adam und Eva jenen ewigen und ursprüngliche Antagonismus dargestellt hat, der den naiven Adam von der verschlagenen Eva und mit Hilfe der listigen Schlange getäuscht werden sieht, aber das ist natürlich die falsche Art von Reflexion und kritischer Analyse und eine viel zu unreflexive und un-kritisch-analysierte Darstellung der Ur-Ursprünglichkeit von Geschlecht, die nur zeigt, wie wichtig Gender Studies an Universitäten sind, um die katholische Geschichte von der Erbsünde in den richtigen Kontext patriarchalischer Gottherrschaft einzuordnen.

Die  kritische und reflexive Analyse oder war es die Reflexion in kritischer Analyse?, wie auch immer, die Analyse zeigt, wie wichtig Gender Sponging für Gender Studies ist, und warum Gender Studies gegen das patriarchalische Herrschaftsinstrument der Marktwirtschaft zu Felde ziehen. Warum? Weil es auf einem Markt, auf dem Güter getauscht werden, schlicht keine Nachfrage für Gender Studies gäbe, denn wer nichts anzubieten hat, der kann auch nichts tauschen, der kann nur spongen, Gender-spongen.

Übrigens:

Weitere Informationen und Beratung bei:

Dr. Claudia Mahs

H5.206

Tel:  05251/60-2730

Email: cmahs[at]mail.upb.de

Wissenschaftliche Würdigung

Wir haben, den Inhalt der Paderborner Genderstudien/Gender Studies mit einer Prise Sarkasmus berichtet, denn nur mit Sarkasmus kann man ertragen, was derzeit an deutschen Hochschulen Einzug hält bzw. sich dort längst wie die Made im Speck breit gemacht hat: Gender Studies.

Gender Studies behaupten also, dass es eine  “historisch gewachsene und geformte Geschlechterordnung” gibt, die alle sozialen, politischen und wirtschaftlichen Dimensionen durchzieht. Das ist nichts anderes als die hinlänglich bekannte Behauptung nach der Existenz eines Patriarchats, die Dr. habil. Heike Diefenbach in einer entsprechenden Analyse als falsch und als Ausgeburt sozialistischer und vor allem feuchter Phantasien, wie sie Friedrich Engels hatte, für alle nachvollziehbar identifiziert hat.

Wir treffen die sozialistischen Phantasien in den Gender Studies im Gewandt eines historischen Genderismus, der den im Vergleich dazu geradezu elaborierten historischen Materialismus (der die Welt immerhin noch mit drei Antagonismen, nämlich Sklaven und Sklavenhalter, Lehnsherren und Leibeigenen, Bürger und Proletariat erklären wollte) ersetzen und als einzigen Antagonismus, den angeblich alles prägenden Antagonismus zwischen Mann und Frau zulassen will.

Wer also gedacht hat, primitiver als der historische Materialismus die Menschheitsgeschichte darstellt, geht es nicht mehr, der sieht sich getäuscht. Mit den Gender Studies ist ein neuer Tiefpunkt in der Geschichte der intellektuellen Entwicklung des Westens erreicht – die soziale, politische und wirtschaftliche Welt ist nicht mehr das Ergebnis des Wirkens vieler Individuen mit je unterschiedlichen Interessen, nein, es ist das Ergebnis des Wirkens des Antagonismus zwischen Mann und Frau.

Und wie die Vertreter des Marxismus-Leninismus an Universitäten installiert wurden, um dort das Heil des Marxismus-Leninismus zu predigen, so sind Gender Studies an Universitäten eingenistet worden, um das Heil der Gender Studies zu verkünden. Und während der Marxismus-Leninismus das kommende Heil als klassenlose Gesellschaft an die Leichtgläubigen seiner Zeit verkauft hat, so verkaufen die Gender Studies heute das Heil einer kommenden und geschlechtslosen Gesellschaft. Abermals sind es die Leichtgläubigen, die auf das angepriesene Krötenelixir hereinfallen und denken, sie könnten sich damit Gehirn antrinken.

Insofern kann man sich lebhaft vorstellen, wen das Angebot aus Paderborn oder das anderer Gender Studie anziehen wird.

 

Gender Sponging

Es ist an der Zeit, Gender Sponging zu definieren.

SAT SidaniusWir tun dies vor dem Hintergrund der Social Dominance Theory (SDT), die Sidanius und Pratto zum Ende der 1990er Jahre vorgelegt haben. Die SDT erklärt soziale Hierarchien als Ergebnis des Wettbewerbs gesellschaftlicher Gruppen um gesellschaftliche Ressourcen. In diesem Wettbewerb spielen für die SDT Mythen eine besondere Rolle, denn die Legitimation des eigenen Anspruchs auf Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen erfolgt zumeist über Mythen.

Der gesellschaftliche Wettbewerb findet also mit gezinkten Karten statt: Nicht (mehr) Meritokratie und entsprechend Leistungskraft entscheidet darüber, wer Zugang zu Ressourcen hat, sondern die Frage, ob es gelingt, einen Mythos zu begründen, der Zugang unabhängig von Leistung verschafft und fast noch wichtiger: andere gesellschaftliche Gruppen vom Zugang zu den entsprechenden Ressourcen ausschließt.

Die für uns relevante Mythe ist die im Rahmen des Genderismus gepflegte Mythe der Benachteiligung oder gar Unterdrückung von Frauen. Die Mythe ist Grundlage des Gender Spongings, das wir wie folgt definieren:

Professional spongerGender Sponging beschreibt den erfolgreichen Versuch von Mittelschichtsfrauen, sich unabhängig von Leistung Zugang zu Ressourcen zu verschaffen, und zwar auf Kosten aller anderen gesellschaftlichen Gruppen. Gender Sponging ist gesellschaftlich schädliches Verhalten, da es knappe Ressourcen, die in einer für die Gesellschaft produktiven Weise hätten eingesetzt werden können, einer konsumptiven und somit unproduktiven Verwendungsweise zuführt.

Gender Sponging setzt entsprechend einen Mythos zur Legitimation des Anspruchs von Mittelschichtsfrauen auf z.B. Vorstandsposten voraus, und für die Bestimmung von Gender Sponging ist es zudem notwendig, Ressourcen zu verbrauchen und keinen Mehrwert an die Gesellschaft zurückzugeben.

Gender Mythos

Wir haben in einer Vielzahl von Beiträgen gezeigt, dass Genderismus auf Mythen basiert, also auf Aussagen über die Realität, die falsch sind.

So gibt es keinerlei Anlass zu vermuten, dass es ein Patriarchat, wie es Genderisten behaupten, um ihre Opferrolle als jahrhundertelanges Leid zu inszenieren, jemals gegeben hat.

Die Behauptung, Frauen würden für die selbe Arbeit schlechter bezahlt als Männer, es gebe entsprechend ein Gender Pay Gap, ist erwiesener Maßen falsch.

Es gibt nachweislich keine gläserne Decke, die dazu führt, dass Frauen nicht in Führungspositionen gelangen können.

Die Behauptung, eine Frauenquote für Vorstandsposten würde die Produktivität von Unternehmen positiv beeinflussen, ist emprisch widerlegt.

Die Behauptung, Frauen würden häufiger Opfer von häuslicher Gewalt als Männer ist falsch.

Kurz: Das gesamte Gebäude, auf dem Genderismus aufbaut, ist ein Lügengebäude, das den Mythos abgeben soll, der wiederum gebraucht wird, um Gender Sponging zu betreiben.

Und Gender Sponging wird derzeit erfolgreich betrieben.

Gender Sponging

Heike Diefenbach hat aus strategischen Gründen Bedenken gegen die Verwendung eines Pestfloh-Fotos angemeldet.

Heike Diefenbach hat aus strategischen Gründen Bedenken gegen die Verwendung eines Pestfloh-Fotos angemeldet.

Mittel des Europäischen Sozialfonds, die dazu gedacht sind, Regionen, die im innereuropäischen Wettbewerb Nachteile haben, zu entwickeln, also z.B. Arbeitnehmer zu qualifizieren, Selbständigen eine Starthilfe zu geben oder Infrastruktur zu entwickeln, werden zweckentfremdet, um z.B. Frauencafés und Frauenhäuser zu finanzieren, deren Zweck darin besteht, den für Genderismus zentralen Opfermythos zu perpetuieren und Mittelschichtsfrauen (zumeist halb-Akademiker, die auf dem Arbeitsmarkt nicht konkurrenzfähig sind) ein Einkommen zu verschaffen.

Steuermittel werden in großem Stil dazu eingesetzt, um Mittelschichtsfrauen an Universitäten Zugang zu wissenschaftlichen Positionen zu verschaffen, in die sie im freien Wettbewerb offensichtlich nicht gelangt wären. Länderspezifische Programme zur Bevorteilung von Mittelschichtsfrauen konkurrieren hier mit dem Professorinnenprogramm, das von Bund und Ländern gemeinsam aus Steuermitteln finanziert wird. Anders formuliert: Arbeiterfrauen und Männer bezahlen die Bevorzugung von Mittelschichtsfrauen.

Die Infrastruktur des “Gender Mainstreaming” besteht aus einer Unzahl von eingetragenen Vereinen, die sich z.B. im Speckgürtel des Bundesministeriums für FSFJ angelagert haben und Seminare oder sonstige Veranstaltungen anbieten, die für Gender “sensibilisieren” sollen und von denen nicht angebbar ist, welcher, wenn überhaupt, praktische Nutzen mit ihnen verbunden ist.

Vertreter des Genderismus, Mittelschichtsfrauen, die auf unklaren Wegen in eigens für sie geschaffenen Positionen in der institutionalisierten Wissenschaft installiert wurden, können den Zweck ihres Daseins, den Mehrwert für Gesellschaft und Wissenschaft selbst auf mehrmalige Nachfrage nicht angeben, woraus man – auch aufgrund der nicht vorhandenen Forschungsergebnisse aus den so genannten Gender Studies, die einer produktiven Verwendung zugeführt werden könnten – schließen muss, dass Gender Studies keinerlei Mehrwert für die Gesellschaft erwirtschaften.

Gender Studies an Hochschulen sind jedoch zentral für Gender Sponging, denn sie liefern die ideologische Grundlage, nähren den zentralen Opfermythos des Genderismus, nach dem Frauen in der Gesellschaft benachteiligt sind, z.B. im Hinblick auf Ampeln, Straßenschilder und Wortbedeutungen.

Gender Sponging ist eine aggressive Form der Vorteilsnahme, die auch nicht davor zurückschreckt, sich Vorteile auf Kosten derer zu verschaffen, die nicht einmal über Zugänge verfügen, um ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen, z.B. Menschen in Benin, die keinen Zugang zu Trinkwasser oder sanitären Anlagen haben und denen Gender Mainstreaming als Voraussetzung für diesen Zugang verordnet wird.

In der Summe kann man feststellen, dass Gender Sponging eine aggressive Ideologie ist, die sich des Rassismus und Sexismus bedient, um eigene Vorteile durch Ausschluss Dritter zu erzielen. Sie kann im Sinne der SDT somit als “hierarchy-attenuating legitimizing strategy” angesehen werden.

Gender Sponging zeigt alle Charakteristika einer totalitären Ideologie, denn wenn es dem Gender Sponger zum Vorteil gereicht, dann wird gelogen und betrogen, dann kennt der Gender Sponger weder Moral noch Anstand noch Rücksicht und geht (nicht nur) sprichwörtlich über Leichen.

Wer sich dafür einsetzen will, dass dem Gender Sponging zumindest im Bereich der Bildung, an Schulen und Hochschulen ein Ende gesetzt wird, der kann sich den 4007 Unterstützen anschließen, die bislang unsere Petition gegen eine öffentliche Finanzierung des Genderismus unterzeichnet haben.

©ScienceFiles, 2015

Soziologen, setzt Euch zur Wehr gegen systematische Diskriminierung!

Gestern haben wir die Ergebnisse der Unterschung von Mark Lutter und Martin Schröder  “Who Becomes a Tenure Professor, and Why?” dargestellt. Die Ergebnisse von Lutter und Schröder basieren auf einer Analyse aller Lehrstuhlbesetzungen für den Zeitraum 1980 bis 2013 für das Fach Soziologie und entsprechend auf Informationen über 1.260 Soziologen und 297 ordentliche Lehrstuhlbesetzungen.

PopitzSoziologen, das sind (oder waren einmal) WIssenschaftler, die sich unter anderem mit Fragen der sozialen Ungleichheit oder der Sozialstruktur befasst haben, die untersucht haben, wie vertikale Mobilität verhindert wird, also dafür gesorgt wird, dass Kinder aus Unterschichtsfamilien selbst Unterschichts- und nicht MIttelschichtsfamilien gründen, oder die die Mechanismen des alltäglichen Lebens untersucht haben, mit denen z.B. in Bildungsinstitutionen für soziale Segregation gesorgt wird. Entsprechend war Soziologie eine kritische Wissenschaft, die gesellschaftliche Prozesse analysiert und unerwünschte Entwicklungen aufgezeigt hat.

Zwischenzeitlich ist Soziologie in vielen Teilen zu einer Legitimationswissenschaft verkommen, d.h. Soziologen sehen es nicht mehr als ihre Aufgabe an, die Folgen politischer Entscheidungen auf die Gesellschaft zu analysieren. Die meisten Soziologen sehen es heute als ihre Aufgabe an, die nämlichen politischen Entscheidungen zu legitimieren.

Als Folge hat sich die Soziologie von einer empirischen zu einer Lehnstuhl-Wissenschaft entwickelt. An die Stelle der Analyse dessen, was ist, ist die mehr oder weniger gelangweilte Betrachtung darüber getreten, was man gerne hätte.

Diese Entwicklung von einer kritischen zu einer selbstgefälligen und langatmigen Wissenschaft, deren Vertreter der sie umgebenden Welt nichts mehr zu sagen haben, hat nach unserer Ansicht u.a. mit dem Staatsfeminismus zu tun, mit der Installation von Gender Studies in der Soziologie und mit einer systematischen Untergrabung der Standards der Soziologie dadurch, dass nicht mehr nach Leistung in Positionen berufen wird, sondern nach Geschlecht.

Das hat, wie Lutter und Schröder mit ihrer Untersuchung deutlich gemacht haben, dazu geführt, dass männliche Bewerber auf einen Lehrstuhl in Soziologie massiv und systematisch diskriminiert werden:

  • MPIfG_LutterWeibliche Bewerber werden schneller berufen als männliche Bewerber. Männer müssen zwei Jahre länger auf eine Berufung warten als Frauen.
  • Weibliche Bewerber, die auf eine Professur berufen werden, haben deutlich weniger publiziert als männliche Bewerber: “… by the time, men get a tenure, they have published 1.8 times as many SSCI-articles … 1.7 times as many non-SSCI-articles …, 1.4 times as many books …, 1.3 times as many edited volumes …, 1.4 times as many book chapters …, and 1.8 times as much ‘gray’ literature as women”.
  • Für männliche Bewerber ist es schädlich, wenn sie ihre Sozialisation an einer renommierten Universität, z.B. in Heidelberg, Mannheim oder (früher) in München erfahren haben. Dieser Stallgeruch reduziert ihre Wahrscheinlichkeit, eine Professur zu erhalten.

Eine solche Situation in einem Fach, zu dessen wichtigsten Aufgaben einmal die Analyse sozialer Ungleichheitsstrukturen gehört hat und nach Anspruch der Soziologen, die von sich behaupten, sie würden nach wie vor soziale Ungleichheit oder gar Diskriminerung untersuchen, immer noch gehört, ist der Gipfel der Ironie. Sie wirkt auf uns als wäre ein Gärtner, dessen Aufgabe darin bestanden hat, Unkraut aus einem Park zu entfernen, dazu übergegangen, das Unkraut systematisch anzupflanzen.

Aber ganz davon abgesehen, dass es gerade für die Soziologie eine erstaunliche Transformation darstellt, vom Kritiker sozialer Ungleichheit und von Diskriminierung zum praktischen und Legitimations-Ort sozialer Ungleichheit und Diskriminierung geworden zu sein, ist Diskriminierung und soziale Ungleichheit, da wo sie nicht durch das meritokratische Prinzip gerechtfertigt ist, also dadurch, dass ein Bewerber, der einem anderen vorgezogen wird, nachvollziehbar besser ist als der Bewerber, dem er vorgezogen wurde, immer eine Frage von Moral und Anstand.

Moral insoweit, als es moralisch verwerflich ist, Dritte wegen Eigenschaften zu benachteiligen, die für die vorliegende Entscheidung irrelevant sind. Anstand insoweit, als ein anständiger Mensch sich nicht der Beihilfe zur Diskriminierung schuldig macht.

Deshalb haben wir die Ergebnisse von Lutter und Schröder zum Anlass genommen, um alle Mitglieder des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Soziologie anzuschreiben und zu fragen, wie sie zu der systematischen Benachteiligung von Männern in der Soziologie stehen, was sie jungen Männern, die die Soziologie als Ausbildungsfach gewählt haben, raten und welche Schritte sie einzuleiten gedenken, um die systematische Benachteiligung von Männern in der Soziologie zu beenden.

Sehr geehrter …

dgs2

Mark Lutter und Martin Schröder vom Max Planck Institut für Gesellschaftsforschung in Köln haben eine Vollerhebung der Berufungen auf Lehrstühle der Soziologie, die im Zeitraum von 1980 bis 2013 besetzt wurden, durchgeführt und auf Grundlage dieser Daten, für 1.260 Soziologen die Variablen bestimmt, die einen Effekt auf die Besetzung eines Lehrstuhls haben (Veröffentlicht als MPIfG Discussion Paper 14/19 unter dem Titel: “Who Becomes a Tenure Professor, and Why”).

Dabei haben sie eine systematische Diskriminierung von männlichen Soziologen festgestellt, die jedem Wissenschaftler, der sich mit Diskriminierung oder mit sozialer Ungleichheit oder mit der Erforschung von Stereotypen, Vorurteilen und darauf basierenden Ismen, wie Rassismus oder Sexismus beschäftigt, den blanken Schrecken ins Gesicht treiben muss.

Hier ein Auszug der wichtigsten Ergebnisse.

  • Weibliche Bewerber werden schneller berufen als männliche Bewerber. Männer müssen zwei Jahre länger auf eine Berufung warten als Frauen.
  • Weibliche Bewerber, die auf eine Professur berufen werden, haben deutlich weniger publiziert als männliche Bewerber: “… by the time, men get a tenure, they have published 1.8 times as many SSCI-articles … 1.7 times as many non-SSCI-articles …, 1.4 times as many books …, 1.3 times as many edited volumes …, 1.4 times as many book chapters …, and 1.8 times as much ‘gray’ literature as women”.
  • Für männliche Bewerber ist es schädlich, wenn sie ihre Sozialisation an einer renommierten Universität, z.B. in Heidelberg, Mannheim oder (früher) in München erfahren haben. Dieser Stallgeruch reduziert ihre Wahrscheinlichkeit, eine Professur zu erhalten.

Diese Ergebnisse beschreiben eine unhalbare Situation systematischer und insofern wohl institutioneller Diskriminierung von männlichen Bewerbern. Dass eine solche Situation ausgerechnet in der Soziologie mit ihrer Tradition der Erforschung von Diskriminierung und sozialer Ungleichheit eingetreten ist, kann man wohl nur als Ironie der Geschichte bezeichnen.

Wir nehmen diese Situation zum Anlass, um Sie als Mitglied des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Soziologie zu bitten, die folgenden Fragen zu beantworten:

  1. War Ihnen bekannt, dass männliche Bewerber auf eine Professur in der Soziologie systematisch diskriminiert werden?
  2. Halten Sie die systematische Diskriminierung von männlichen Bewerbern im Verlauf einer universitären Karriere für hinnehmbar?
  3. Wenn ja, warum?
  4. Wenn nein: Was gedenken Sie dagegen zu unternehmen?
  5. Was raten Sie männlichen Abiturienten, die sich mit dem Gedanken tragen, Soziologie zu studieren?
  6. Was raten Sie männlichen Absolventen, die sich mit dem Gedanken tragen, eine wissenschaftliche Karriere in der Soziologie anzustreben?
  7. Was halten Sie von der Tatsache, dass männliche Bewerber in der Soziologie systematisch diskriminiert werden?

Wir bedanken uns für Ihre Antworten und verbleiben mit kollegialen Grüßen,

Dr. habil. Heike Diefenbach & Michael Klein
ScienceFiles.org

Die eMail ging an:
Peter Berger, Universität Rostock;
Nicole Burzan, Technische Universität Dortmund;
Stephan Lessenich, Ludwig-Maximilians-Universität München;
Michaela Pfadenhauer, Universität Wien;
Uwe Schimank, Universität Bremen;
Paula Irene Villa, Ludwig-Maxilimians-Universität München;
Georg Vobruba, Universität Leipzig;

Warnung: Geistiger Durchfall auf dem Weg nach Deutschland

Die Presselandschaft in den USA und im Vereinigten Königreich, die ja bekanntermaßen manchen deutschen Journalisten die Vorlagen liefert, die sie dann übersetzen und als ihr eigenes Werk ausgeben, berichtet derzeit von einem Beitrag, der tatsächlich in “Science” veröffentlicht wurde, tatsächlich weil “Science” bislang als wissenschaftliche Zeitschrift gegolten hat, und Science auch nicht, im Gegensatz zum British Medical Journal dafür bekannt ist, seine Leser in einer bestimmten Ausgabe zu veralbern.

Science AAASDer Beitrag, von dem uns nicht klar ist, zu welchem Genre er gehört, wurde von Sarah-Jane Leslie, Andrei Cimpian, Meredith Meyer und Edward Freeland erstellt und trägt den Titel “Expectations of Brilliance Underlie Gender Distributions Across Academic Disciplines”. In deutscher Übersetzung: Erwartungen an Genialität liegen der unterschiedlichen Geschlechtsverteilung in akademischen Fächern zu Grunde.

Der Beitrag hat eine einfach Aussage: Manche Vertreter eines Faches sind der Ansicht, ein gewisses Maß an Genialität sei notwendig, um sich kompetent im entsprechenden Fach zu betätigen. Und je mehr die Vertreter eines Faches dieser Ansicht sind, desto geringer ist der Frauenanteil in diesem Fach.

Diskriminierung!

Diskriminierung von Frauen, denn, so erklärt Andrei Cimpian, einer der Autoren dieses Textes, dessen Genre nach wie vor nicht geklärt ist, es gebe in der Literatur überzeugende Argumente, dass die intellektuellen Kapazitäten von Männern und Frauen nicht unterschiedlich seien. Deshalb sei es am wahrscheinlichsten, dass die Unterrepräsentation von Frauen in den Fachbereichen, in denen manche der Vertreter Genialität als nützlich ansehen würden, das Ergebnis von wahrgenommenen, angenommenen oder zugeschriebenen Unterschieden zwischen Männern und Frauen im Hinblick auf Genialität sind.

Konkret: Frauen gelten als seltener genial und haben deshalb geringere Chancen in einem Fachbereich, in dem Genialität hoch im Kurs steht, Aufnahme zu finden. Vielleicht ist es auch so, so gibt Cimpain an anderer Stelle zu bedenken, dass es nicht die Fachvertreter sind, die die Frauen, die ihren Ansprüchen an Genialität nicht gerecht werden, aussperren, sondern dass sich Frauen selbst ausschließen, weil sie Opfer der Genialitäts-Bedingung werden und das Urteil ihrer geringeren Genialitätsneigung mit den Fachvertretern teilen.

Oder so ähnlich.

Die Grundlage dieser Ansammlung von Behauptungen ist eine Korrelation mit der Einschätzung der Bedeutung von Genialität für einen Fachbereich auf einer Seite und dem jeweiligen Frauenanteil auf der anderen Seite.

Man kann die Schlagzeilen, die demnächst die deutschen Printmedien schmücken werden, schon vor seinem geistigen Auge sehen: Frauen wird mangelnde Genialität unterstellt! Männer halten Frauen für wenig genial.

Nicht nur das, die Forderung nach einer Genialitätsoffensive, die darin besteht, dass in Fachbereichen, die durch besondere Genialität und geringen Frauenanteil auffallen, Genialitäts-Gründungslehrstühle nur für Frauen eingerichtet werden, folgt den entsprechenden Beiträgen bestimmt als nächstes nach.

Und keiner der aktiven Hysteriker, die sich dann als Helfer von zu Unrecht der Nicht-Genialität bezichtigten Frauen aufplustern werden, wird sich fragen: Warum sollte man annehmen, dass die Einschätzung der Notwendigkeit von Genialität etwas mit dem Frauenanteil zu tun hat? (Die einzige Antwort, die uns dazu einfällt lautet: Weil man denkt, Frauen seinen per se nicht genial.)

Ziemlich schwierig diese “Warum-Frage” mit dem, was die Wissenschaft nach wie vor ausmacht, nämlich einer Theorie zu unterfüttern, einer Genialitäts-Gap-Diskriminierungstheorie, die erst noch zu entwickeln wäre, wobei es wieder einmal angebracht erscheint, darauf hinzuweisen, dass das Entwickeln einer Theorie nichts mit dem Zusammenfaseln von ad-hoc aufgestellten Behauptungen zu tun hat.

Die Entwicklung einer Theorie ist ein methodischer Prozess, bei dem zunächst allgemeine Sätze aufgestellt werden, die nach Möglichkeit in einer logischen Beziehung zueinander stehen und dann eine Prüfung der Theorie durch aus ihr abgeleitete singuläre Sätze erfolgt, die wiederum unabhängig von der Theorie prüfbar sein müssen.

junk scienceWenn man eine Korrelation zwischen der Behauptung von Fachvertretern, im Fach sei Genialität wichtig, und dem Frauenanteil findet und behauptet, die Korrleation an sich sei die Theorie, wie dies hier der Fall ist, wenn behauptet wird, dass das Ausmaß der Zuschreibung von Genialität die Erklärung für den geringeren Frauenanteil ist, dann begeht man damit einen leider allzu häufig zu beobachtenden Kurzschluss. Wir sprechen hier nur noch von Kurzschlüssen, weil kein logischer Schluss vorliegt, die entsprechende Behauptung vielmehr nur durch ein Durchbrennen neuronaler Verbindungen zu Stande gekommen sein kann (vielleicht auch durch fehlende Genialität bei Psychologen?).

Der Kurzschluss besteht formal darin, dass das, was zu erklären ist: nämlich die Verbindung, zwischen der Genialität zugewiesenen Bedeutung und dem Frauenanteil mit sich erklärt wird, also der Frauenanteil über die zugewiesene Bedeutung von Genialität. Auf diese Art und Weise kann man jeden Blödsinn an vermeintlichem Zusammenhang erklären:

Die Menge an getrunkenem Bier korreliert mit dem Anteil von Männern in Kneipen. Kneipen, in denen Bier ausgeschenkt wird, sind frauenfeindlich.

Die meisten Patente werden von Männern angemeldet. Frauen finden den Weg in das Patentamt nicht.

Beide hier dargestellten Korrelationen sind mit der identsich, die Leslie, Cimpian, Meyer und Freeland in Science veröffentlicht bekommen haben. Kaum jemand wird behaupten, die beiden Korrelationen seien durch die nachfolgenden Sätze erklärt. Und doch verhalten sich die nachfolgenden Sätze in ihrem Erklärungsgehalt äquivalent zu der angeblichen Erklärung, die man derzeit in Science bewundern kann. In allen Fällen wird eine willkürliche Beobachtung gemacht, von der man nicht weiß, warum sie interessant sein soll (oder wie kommt man auf die Idee, die zugewiesene Bedeutung von Genialität mit dem Frauenanteil zu korrelieren?), die Beobachtung wird dann al gusto interpretiert und die Interpretation als Erklärung verkauft. Daher unterscheidet sich derartige vermeintliche Forschung in keiner Weise vom Kaffeesatzlesen, wobei Kaffeesatzlesen immerhin auf physisch vorhandenen Fakten (Kaffeesatz) basiert.

Bleibt noch anzumerken, dass der um sich greifende Virus, der angebliche Forscher dazu veranlasst, Aggregatdaten wild miteinander zu korrelieren, ohne Rücksicht auf etwaiige Verluste durch ökologische Fehlschlüsse oder nicht vorhandene theoretische Unterfütterung, ein erschreckendes Bild von einer immer mehr degenerierenden Wissenschaft zeichnet.

Leser, die Beiträge in Online-Zeitungen finden, die sich mit dem Text von Leslie, Cimpian, Meyer und Freeland befassen, also einen Beitrag von dpa, der identisch von den vermeintlich unabhängigen Tageszeitungen abgedruckt wird, können uns gerne den entsprechenden Link schicken.

Professor wider Fähigkeit: Ist Susanne Baer ein Hoax?

Danisch_FrauenquoteHadmut Danisch hat recherchiert – gründlich recherchiert. Und aus seiner Recherchearbeit von Jahren hat er einen langen Post zusammengestellt, den wir jedem zu lesen empfehlen, der sich einen Eindruck darüber machen will, was im Deutschland des Jahres 2015 normal ist.

Zunächst das, was wir zwischenzeitlich als Normalität akzeptieren mussten:

Normal ist, dass es Verfassungsrichter gibt, die weniger Ahnung von Recht und Rechtsprechung haben als der gewöhnliche Kleinkriminelle, der die meisten Rechtsfragen die mit z.B. §242 StGB zusammenhängen, kennt und studiert hat.

Normal ist, dass an einer deutschen Universität ein Stelleninhaber zu Straftaten aufruft und es dort niemanden stört.

Normal ist, dass Ausschreibungen von Universitäten gegen geltendes Recht verstoßen. Auch das stört niemanden.

Normal ist, dass Gleichstellungsbeauftragte, zentrale Gleichstellungsbeauftragte, die über keinerlei angebbare Qualifikation verfügen, sich berufen fühlen, Sprachrichtlinien für Studenten und Dozenten zu erlassen und in der Tat denken, jemand würde sich daran halten.

Normal ist, dass ganze Studienbereiche, wie abermals Hadmut Danisch recherchiert hat, auf Lug und Betrug basieren.

Und seine neuesten Erkenntnisse zur Normalität in Deutschland, die haben es in sich.

Wir alle erinnern uns noch daran, dass Politiker, die die Gedanken anderer als die ihren ausgegeben haben, als die Diebe enttarnt wurden, die sie nun einmal sind, weshalb eine von ihnen zum Botschafter beim Vatikan ernannt wurde. Irgendwie macht das Sinn.

Der Kern des Plagiierens besteht darin, sich einen Titel zu erschleichen.

DanischDas ist Peanuts, wenn sich die Recherchen, die Hadmut angestellt hat, bestätigen. Denn warum beim Erschleichen von Titeln Halt machen, wenn man sich ganze Positionen verschaffen oder erkaufen kann?

Vorweg, um unsere Leser in den richtigen Frame of Mind zu versetzen, was jetzt kommt, das liest sich wie die Schaffung mafiöser Strukturen. Es liest sich so, weil es die Schaffung mafiöser Strukturen beschreibt, wie sie an der ehemaligen Kaderschmiede des Marxismus-Leninismus der DDR und heutigen Kaderschmiede für Genderista, der Humboldt-Universität in Berlin, wohl an der Tagesordnung zu sein scheint (und zumindest vom Präsidenten der HU-Berlin, Jan-Hendrik Olbertz, wissen wir genau, dass es ihm bislang nichts ausmacht, an seiner Universität einen Studiengang, der auf vermutlich Schiebung basiert, und ein Profx, das zu Straftaten aufruft, zu beherbergen – entsprechend ist deviantes Verhalten an der HU-Berlin anscheinend normal).

Die neuen Recherchen von Hadmut beziehen sich auf Susanne Baer, jenes Aushängeschild des Genderismus, das von SPD und Grünen an eine Zimmertür in Karlsruhe beim dortigen Verfassungsgericht gehängt wurde. Und sie sind neuerlicher Sprengstoff, diese Recherchen. Sie sind so sehr Sprengstoff, dass wir, würden die folgenden Aussagen über uns gemacht, uns beeilen würden, sie mit Fakten zu entkräften. Dass sich bislang niemand beeilt, die Aussagen zu entkräften, ist entsprechend selbstredend.

Los geht’s zum professoralen Werdegang und Wirken von Susanne Baer, wie er/es aus den Recherchen von Hadmut Danisch hervorgeht:

  • Baer wurde auf keine ordentliche und reguläre Professur berufen. Ihre Stelle wurde irgendwie “feministisch erkämpft” und wurde/wird irgendwie finanziert. Wer die Stelle finanziert, ist unklar.
  • Die Professur von Baer, so Hadmut Danisch, ist eine “Tarnidentität”, denn es gebe keine wissenschaftliche Tätigkeit, keine Forschung, keine Ergebnisse, nichts, was man von einem Wissenschaftler erwartet.
  • Weiter schreibt Hadmut: “Ich habe auch keine einzige durchgehende, semestrige Vorlesung Baers finden könne . Es gibt kein Skript, keine Folien, keine Literaturverzeichnisse. In den Prüfungs- und Studienplänen stehen nur ein paar inhaltslose Worthülsen … Zwar wurden allerhand Bachelor, Master und Promotionen vergeben, aber wofür, ist nicht ersichtlich. Die HU weigert sich, die Namen und Titel herauszugeben, mit denen man die Arbeiten inhaltlich prüfen kann”.
    • Das ist schon erheblicher Zündstoff, denn alle wissenschaftlichen Arbeiten sind öffentlich.  Das gerade ist der Witz an Wissenschaft: Sie ist eine kumulative Form des Erkenntnisgewinns. Deshalb ist Öffentlichkeit aller Daten und Arbeiten grundlegend. Werden Arbeiten und Daten versteckt, dann kann es sich qua definitionem nicht um wissenschaftliche Arbeiten handeln, was die Frage aufwirft, wofür die Titel dann vergeben wurden.
    • baerWir haben uns die Publikationsliste und das Curriculum Vitae von Baer angesehen und teilen Hadmuds Einschätzung, dass es keinen einzigen Text gibt, in dem eine rechtswissenschaftliche Erörterung zu finden ist. Alle Texte, die zu finden sind, beschäftigen sich mit Themen der Gender Studies, von der Gleichstellung, also der Ergebnisgleichheit, bis zu Gender Mainstreaming. Es findet sich nichts, was als Ausweis einer Qualifikation zum Amt des Verfassungsrichters angesehen werden könnte.
  • Heftig wird es, wenn man den Grund dafür, dass Baer zwar eine wissenschaftliche Position inne hat, aber keinerlei bemerkbare wissenschaftliche Tätigkeit entfaltet, betrachtet. Wieder Hadmut im O-Ton: “Wie sich aus den Akten des Familienministeriums ergibt, war Baer praktisch fast nur für das Familienministerium tätig. Sie wurde fast nur von dort mit fast 3 Millionen Euro durchfinanziert, und hat dafür ungefähr 1.700 Beratungsdienstleistungen pro Jahr – entspricht ungefähr einer Beratungsleistung pro Dienststunde – durchgeführt. Das hat nicht nur nichts mit der Tätigkeit einer Professorin zu tun, sondern liegt verfassungsrechtlich weit außerhalb der Wissenschaftssphäre. Was genau sie dabei gemacht hat, wird streng geheim gehalten. Soviel ist bekannt, dass sie im Auftrag des Ministeriums andere Ministerien, Minister, Behörden usw. feministisch „beriet“. Wie sie dabei selbst in ihren Berichten an das Ministerium erwähnte, nutzte sie dabei ihre Professur, um als wissenschaftlich und neutral zu erscheinen.”
    • Einmal davon abgesehen, dass es unglaublich ist, dass Steuerzahlern vorenthalten wird, wofür ihr Steuergeld ausgegeben wurde, ist es fast noch unglaublicher, dass ein angeblicher Professor fast ausschließlich von einem Ministerium finanziert wird und als dessen Missionar durch die Lande zieht. Nicht nur, macht das den angeblichen Professor zum U-Boot von Politikern an einer Universität, es zeichnet ihn deutlich als Polit-Aktivisten aus, dessen Aufgabe darin besteht, Agitation und Propaganda, Agitprop, wie es in der DDR hieß, zu betreiben und damit das Gegenteil von Wissenschaft.

Die akribischen und systematischen Nachforschungen von Hadmut Danisch, die wir hier dargestellt haben, sollten jeden, der noch etwas mit Wissenschaft am Hut hat, in Alarmbereitschaft versetzen und dazu veranlassen, auf die Klärung der Fragen zu drängen, die im Raum stehen, denn dass Universitäten von Agitateuren und Propagandeusen unterwandert werden, ist nicht hinnehmbar.

Folglich sollten Wissenschaftler, die ihre Wissenschaftlichkeit aus entsprechenden Prinzipien und nicht daraus ableiten, dass sie an einer Hochschule eine Position inne haben, die folgenden Fragen an die Humboldt-Universität und den bislang in Stummheit sich übenden Präsidenten der Humboldt-Universität, Jan-Hendrik Olbertz, schicken und ihre Beantwortung einfordern:

  1. bearWer hat Susanne Baer auf eine Professur an der HU-Berlin berufen?
  2. Welche Leistungen haben Susanne Baer dazu qualifiziert, die entsprechende Stelle zu besetzen?
  3. Wer hat die Professur von Susanne Baer finanziert?
  4. Wer hat bei Susanne Baer mit welchen Arbeiten einen Abschluss erreicht?
  5. Welche Promovenden wurden von Susanne Baer betreut und von der HU-Berlin mit einem Titel ausgestattet?
  6. Wie ist es mit der Position eines Professoren vereinbar, vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugendliche (oder in anderer Reihenfolge) finanziert zu werden?
  7. Wie verhält sich diese Finanzierung zum Grundsatz der Freiheit von Forschung und Lehre?
  8. Wie ist es möglich, dass ein Professor der HU-Berlin 1.700 Beratungsdienstleistungen pro Jahr mit dem Bundesministerium für Jugendliche, Famile, Frauen und Senioren abrechnet?
  9. Wie ist die entsprechende Dienstleistungstätigkeit mit der Arbeit eines Professoren zu vereinbaren?
  10. Welche wissenschaftlichen Leistungen hat Susanne Baer während ihrer Zeit an der Humboldt-Universität erbracht?

Wie gesagt, jeder Wissenschaftler, der stolz auf seine Profession ist und der der Ansicht ist, dass Wissenschaft nichts mit Agitation und Propaganda und nichts mit Lug, Betrug und Schiebung zu tun hat, sollte auf die Beantwortung dieser Fragen drängen – ach ja, und natürlich jeder Wissenschaftler, der noch Rückgrat hat.

Wie spricht man, ohne Sprache zu benutzen? Eine Expertise der Antidiskriminierungsstelle

Nachdem wir gestern eine eMail an unseren Bekannten, Dr. Alexander Sopp bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) geschrieben haben, haben wir die Gelegenheit genutzt, um uns auf der Seite der ADS etwas umzusehen, und zwar unter “Themen und Forschung”.

ADSDie ADS hat also nicht nur Themen, sie hat auch Forschung, vermutlich zu Themen. Unter dem, was die ADS so als Forschung feilbietet, findet sich eine als Expertise bezeichnete Publikation mit dem Titel “Mehrdimensionale Diskriminierung – Begriffe, Theorien und juristische Analyse“.

Die drei Autorinnen des Beitrags, Susanne Baer, Melanie Bittner und Anna Lena Göttsche bringen es tatsächlich fertig, rund 70 Seiten über eine Trivialität zu schreiben, die in der wirklichen sozialwissenschaftlichen Forschung in der Regel in wenigen Sätzen abgehandelt wird oder als Kreuztabelle dargestellt wird.

crosstableDie Trivialität kann man umgangssprachlich wie folgt fassen: als Junge zur Schule zu gehen, ist derzeit schlecht, als Junge aus der Arbeiterschicht zur Schule zu gehen, erhöht die Diskriminierungsmöglichkeiten der Lehrer und sonstigen um das vermeintliche Wohl des Arbeiterjungen Besorgten, und wenn man als Junge aus einer Arbeiterfamilie, die einen Migrationshintergrund hat, zur Schule geht, dann ist man der Arsch.

Wie gesagt, rund 70 Seiten brauchen Baer, Bittner und Göttsche, um diesen Sachverhalt zu beschreiben und dass sie so lange brauchen, liegt vor allem daran, dass sie mit Problemen der Sprache kämpfen, die sich daraus ergeben, dass sie so reflexiv sind, dass sie vor lauter Reflexivität nicht zum Denken kommen.

Ein Beispiel für die zirkuläre selbstreferentielle Reflexivität der drei Autorinnen findet sich z.B. unter Punkt 2.2.2 der vermeintlichen Expertise und ist mit “Interdependenzen” überschrieben.

Interdependenzen sind eine andere Bezeichnung dessen, was im Titel der angeblichen Expertise noch “mehrdimensional” genannt wurde. Interdependenzen sind etwas, das zwischenzeitlich zur Intersektionalität geworden war und nun zur Interdependenz erklärt wird, die Tatsache nämlich, dass man nicht nur Mann, sondern auch Fussballspieler oder katholischer Priester sein kann. Wer hätte es gedacht?

Diese Komplexität der Welt, die die Autorinnen gerade erst entdeckt zu haben scheinen, stellt sie jedoch vor Probleme, denn: wenn man “Schwuler” zu einem Schwulen sagt, dann schafft man damit die Kategorie “Schwuler” und damit das Potential zur Diskriminierung von Schwulen.

mutedDas ist ein schwerwiegendes sprachliches Problem für angebliche Gutmenschen, die sich gegen Diskriminierung aussprechen wollen, es aber nicht können, denn wenn sie sagen: Frauen sind benachteiligt, dann schaffen sie eine Kategorisierung, nämlich Frauen und ermöglichen damit erst deren Diskriminierung. Wie man sieht, findet für Baer, Bittner und Göttsche Diskriminierung einen rein sprachlichen Niederschlag oder sie sind der Überzeugung, dass das (Sprach-)Bewusstsein das Sein prägt, d.h. dass das Wort Fleisch geworden ist.

Und offensichtlich sind die interdependenten Ablehner der Kategorisierung einer Intersektionalität, die als “Straßenkreuzung” oder “Achse” gedacht wird, überzeugte Anhänger dessen, was man als spelling into existence, die Schaffung von Materie durch das Wort beschreiben könnte.

Gratapux, können wir da nur sagen und warten, was sich nun in der Wirklichkeit einstellt.

Wie aber löst man dieses grundlegende Problem, dass Sprache nun einmal aus Worten besteht und dass immer dann, wenn man diese Worte benutzt, man etwas sagt?

Gar nicht so einfach, denn die Aufgabe geht hart an die Grenze des menschlichen Verstandes und steht in Gefahr, die Schwelle zum Wahnsinn zu überschreiten.

Die Lösung besteht dann entsprechend darin, sich um den Verstand zu schwätzen:

Kostproben aus der angeblichen Expertise für die die Antidiskriminierungsstelle viel Geld ausgegeben hat:

“Mit dem Begriff Interdependenzen werden folglich nicht mehr wechselseitige Interaktionen zwischen Kategorien gefasst, vielmehr werden soziale Kategorien selbst als interdependent konzeptualisiert. In der Konsequenz bedeutet dieser Vorschlag, dass auch die Kategorien Klasse, Ethnizität oder Sexualität als interdependente Kategorien gedacht werden müssen. (20)“

Interdependenz bezeichnet eine wechselseitige Abhängigkeit. Übersetzt man den zitierten Unsinn ins Deutsche, dann steht hier: soziale Kategorien sind mit sich selbst oder von sich selbst abhängig, was in der Konsequenz bedeutet, dass soziale Kategorien als von sich selbst abhängig gedacht werden müssen. Diesen Unsinn verdanken wir Walgenbach und anderen.

Wenn es um Unsinn geht, dann darf das Hornscheidt nicht fehlen:

speech therapy„Die Annahme von Kategorien ist in Theoretisierungen zu Interdependenzen und Intersektionalität die unhinterfragte Grundlage der Untersuchung ihrer Komplexität und Bedingtheit. Daher soll in diesem Beitrag ergänzend und in Kritik an bisherigen Ansätzen die Ebene der Kategorie genauer betrachtet werden. (20)“

Die Übersetzung dieses Unsinns: Weil Kategorien die Grundlage ihrer eigenen Untersuchung sind, wobei Kategorien komplex und von irgend etwas bedingt sind, deshalb wird in diesem Beitrag die Kategorie (und nicht etwa die Kategorien) betrachtet.

Noch Fragen?
Irgend welche Ärzte unter den Lesern?

Einer geht noch:

gibberish new“Aus einer perspektivisch-pragmatischen linguistischen Sicht […] sind Kategorien durch sprachliche Benennungspraktiken getragene und hergestellte Kategorisierungen, die so stark konventionalisiert sind, dass sie den Anschein der Vorgängigkeit und Natürlichkeit besitzen können – aus der prozesshaften Kategorisierung wird so im Sprachgebrauch und im Denken eine zumindest temporär feststehende und der sprachlichen Benennung vorgängige Kategorie.“ Fn: Hornscheidt (2007), 67. (20)”.

Kategorien sind als Kategorien in der Sprache so heimisch, dass sie von allen, die die Sprache sprechen, genutzt werden, ganz so, als wären diese Kategorien, also z.B. Tier, Gebäude, Zirkus, Irrenanstalt usw., fester Bestandteil der Sprache.

Apropos Irrenanstalt: Die Antidiskriminierungsstelle hat für diese vermeintliche Expertise eine Menge Geld bezahlt. Wieviel Geld für diesen Unsinn tatsächlich bezahlt wurde, ist nicht klar, aber bestimmt gibt die Antidiskriminierungsstelle Interessierten gerne Auskunft über die Höhe und den Zweck ihrer Verschwendung von Steuergeldern.

Wer eine entsprechende Anfrage startet, möge uns bitte das Ergebnis mitteilen!

Deutschland ist ein Unrechtsstaat

- und zwar ganz offen.

Wie sehr man sich schon daran gewöhnt hat!

In Berlin gibt es die Humboldt-Universität, der ein Präsident vorsitzt, der sich weigert, die Briefe von Kollegen zu beantworten.

An derselben Universität gibt es einen Studiengang “Gender Studies” und ein Zentrum für Gender Studies, die auf eine Art und Weise geschaffen wurden, die mindestens als suspekt bezeichnet werden muss, solange die gerichtliche Klärung, die Hadmut Danisch im Hinblick auf das Zustandekommen beider angestrengt hat, nicht den Verdacht bestätigt, dass es sich hier um einen bewussten Verstoß gegen geltendes Recht handelt.

Derselbe Präsident, der nicht mit Kollegen sprechen will und nichts dazu beiträgt, um die Umstände, unter denen die Gender Studies an der Humboldt Universität ins Leben gerufen wurden, zu klären, hat ganz offensichtlich kein Problem damit, Dienstherr eines Profx zu sein, das ganz offen zu Straftaten aufruft.

Bewusst gegen geltendes Recht, nämlich das Verbot der Diskriminierung auf Grund des Geschlechts, wird im Rahmen des Professorinnenprogramms verstoßen. Wir haben in der Vergangenheit bereits zahlreiche Beispiele dafür, wie männliche Bewerber im Rahmen von universitären Ausschreibungen getäuscht und geprellt werden, zusammengestellt.

Daran, dass Deutschland ein Unrechtsstaat ist, gibt es entsprechend keinen Grund zu zweifeln.

Wozu soll man also den Anschein noch aufrecht erhalten?

Wozu so tun, als wollte man dem, was kodifiziertes Recht ist, tatsächlich entsprechen?

Wozu so tun, als wollte man beim Durchsetzen des als politischen Willen bezeichneten Eigennutzes einer “kleinen Gruppe von Fanatikern”, wie Walter Krämer geschrieben hat, Anstand und Würde wahren?

Entsprechend hat die Hochschule Wismar mit der ganzen Gerechtigkeitsmimikry aufgehört und beschlossen, den Verstoß gegen geltendes Recht, den das Professorinnenprogramm darstellt, ganz offen zu betreiben.

Wir zitieren:

Wismar_PP1An der Hochschule Wismar ist im Rahmen des Professorinnenprogramms des Bundes und der Länder zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern in Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen (Professorinnenprogramm II) zum WS 2015 folgende Professur, vorbehaltlich der Stellenzuweisung, zu besetzen:

W2 „Kommunikationswissenschaften, insb. sprach- und kommunikationswissenschaftliche sowie medienpsychologische Grundlagen“

Die Stellenausschreibungen dienen der Erstberufung von Frauen. Frauen sind auch gemäß § 4 Abs. 3 des Gleichstellungsgesetzes M-V ausdrücklich aufgefordert, sich zu bewerben.

Der Plural “Stellenausschreibungen” erklärt sich so:

An der Hochschule Wismar ist im Rahmen des Professorinnenprogramms des Bundes und der Länder zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern in Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen (Professorinnenprogramm II) zum WS 2015 folgende Professur, vorbehaltlich der Stellenzuweisung, zu besetzen:

W2 „Kunststofftechnik/Werkstoffe“

Die Stellenausschreibungen dienen der Erstberufung von Frauen. Frauen sind auch gemäß § 4 Abs. 3 des Gleichstellungsgesetzes M-V ausdrücklich aufgefordert, sich zu bewerben.

Arne Hoffmann hat vor einigen Tagen auf ein Urteil aus Kanada hingewiesen, ein Urteil, in dem eine Richterin zu der folgenden Schlussfolgerung kommt:

“I accept it constitutes adverse treatment to be told that you cannot apply for a job because of your gender,” she wrote. “There is an innate harm in communicating to people that they are less worthy, less qualified and less desirable for employment because of prohibited grounds for discrimination.”

Man sieht, in Kanada wird geltendes Recht auch durchgesetzt und Verstöße werden geahndet, d.h., Ausschreibungen die auf Bewerber eines Geschlechts beschränkt sind, sind unrechtmäßig.

Auch in Deutschland gibt es eigentlich ein Gesetz, mit dem Diskriminierung verhindert werden soll, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), das nicht zuletzt die Legitimation für die Antidiskriminierungsstelle des Bundes darstellt.

In diesem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz heißt es gleich in §1:

“Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.”

Und in §2 Absatz 1 geht es wie folgt weiter:

Wismar_PP2“(1) Benachteiligungen aus einem in § 1 genannten Grund sind nach Maßgabe dieses Gesetzes unzulässig in Bezug auf: 1.die Bedingungen, einschließlich Auswahlkriterien und Einstellungsbedingungen, für den Zugang zu unselbstständiger und selbstständiger Erwerbstätigkeit, unabhängig von Tätigkeitsfeld und beruflicher Position, sowie für den beruflichen Aufstieg…”

Die Universität Wismar schreibt Stellen aus, die “der Erstberufung von Frauen” dienen. D.h. Männer sind von einer Bewerbung und einer Berufung generell ausgeschlossen. Männer werden aufgrund ihres Geschlechts und bei “Auswahlkriterien und Einstellungsbedingungen für den Zugang zu unselbständiger … Erwerbstätigkeit” benachteiligt. Und gemäß §2 Absatz 1 des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes ist diese Benachteiligung “unzulässig”.

Es gibt sie dennoch.

Regelmäßig.

Immer dann, wenn eine Ausschreibung im Rahmen des Professorinnenprogramms erfolgt.

Bislang hat man kunstvoll versucht, den Verstoß gegen §2 Absatz 1 und §1 des AGG zu verschleiern und Männer zu täuschen. Das Neue an den Ausschreibungen aus Wismar besteht darin, dass die Verantwortlichen (so dämlich sind) ganz offen (zu) schreiben, dass sie nur Frauen berufen werden und sich entsprechend nur Frauen bewerben brauchen.

Soviel zur Behauptung, die Auswahl geeigneter Bewerber für Professuren erfolge anhand der Leistungen und der Eignung der Bewerber, so dass gewährleistet ist, dass der beste Bewerber die ausgeschriebene Position erhält.

Dieser Täuschungsversuch kann ebenso wie all die anderen verbalen Verrenkungen, die bislang im Rahmen des Professorinnenprogramms durchgeführt wurden, aufgegeben werden, und das Professorinnenprogramm kann nunmehr als das beschrieben werden, was es tatsächlich ist:

Ein Prostitutionsprogramm für Willige, denn nicht der beste Bewerber wird im Rahmen des Professorinnenprogramms berufen, sondern die willigste Bewerberin, die Bewerberin, die nichts dabei findet, sich für ein Programm zu verkaufen, das gestartet wurde, um Männer zu diskriminieren und Wissenschaft zur Hure der Politik zu machen.

Überraschend ist dies alles nicht, denn ginge es um Meritokratie an Universitäten, Gender Studies und alle ihnen verwandten Bereiche wären gar nicht vorhanden.

Der bewusst im Rahmen des Professorinnenprogramms herbeigeführte Rechtsbruch spielt mit der normativen Kraft des Faktischen, mit der Hoffnung, dass geschaffene Tatsachen, wie z.B. das physische Vorhandenseins eines Lehrstuhlinhabers für Gender Studies auch dann, wenn es das erste Urteil ergangen ist, das die Unrechtmäßigkeit des Professorinnenprogramms klarstellt, Bestand haben werden, dass mit anderen Worten, niemand versuchen wird, all die mittelmäßigen Nutznießerinnen des Professorinnenprogramms von ihren Positionen zu entfernen.

Es sollte selbstverständlich sein, dass dann, wenn richterlich festgestellt wurde, dass das Professorinnenprogramm gegen geltendes Recht verstößt, die Nutznießerinnen des Programms ihre unrechtmäßig erreichten Positionen räumen müssen.

Mannheim umbenennen!

Studenten der Humboldt-Universität fordern: die Humboldt-Universität soll umbenannt werden: Alexander und Wilhelm von Humboldt waren nämlich ableistische, rassistische, männliche, weiße Schweine und sind gänzlich ungeeignet, um als Namenspatrone einer Stätte des reinen Wissens zu dienen.

Ein Lehrstuhlbesetzer an der Humboldt-Universität fordert eine eigene Ansprache für sich, bei gleicher Bezahlung versteht sich, und zudem zu Straftaten auf, wenn die verlangte eigene Ansprache nicht genutzt und andere rassistisch, ableistisch und sonstistische Diskriminierungen nicht unterlassen werden.

Diese Forderungen sind jedoch erst der Anfang.

Die Korrektur der Geschichte, das Umschreiben der patriarchalischen Vergangenheit des weißen und männlichen Deutschlands hat gerade erst begonnen. Jetzt geht es der Vorherrschaft des weißen Mannes so richtig an den Kragen.

Wir wollen Mannheim umbenennen.

Warum? Na: Mannheim.

Es ist wissenschaftlich behauptet, dass immer dann, wenn Männer angesprochen werden, wie dies z.B. bei dem Begriff Straftäter der Fall ist, Frauen sich nicht angesprochen fühlen, denken, sie seien nicht mitgemeint.

Der Bau Mannheims erfolgte nach weiß-männlich, kalt-rationalistischen Kriterien

Der Bau Mannheims erfolgte nach weiß-männlich, kalt-rationalistischen Kriterien

Dies hat erhebliche Folgen, die sich nicht nur darin niederschlagen, dass weibliche Straftäter vollkommen überrascht davon sind, wenn sie vom langen Arm des Gesetzes für Straftaten zur Rechenschaft gezogen werden, dachten sie doch bislang, sie gingen frei aus, weil sie sich nicht mitgemeint fühlen, bei Straftäter …

Und weil Frauen sich nie mitgemeint fühlen, wenn sie nicht explizit angesprochen werden, deshalb kann am Bahnhof Mannheim regelmäßig das Phänomen beobachtet werden, dass nur männliche Fahrgäste aussteigen, keine weiblichen, Letztere fühlen sich nicht mitgemeint.

Mannheim, das Heim der Männer ist nicht nur das Heim der Männer, sondern ein unglaublicher Ort struktureller Gewalt, an dem das Patriarchat herrscht und Frauen unsichtbar macht, z.B. beim SV Waldhof Mannheim, einem Sportverein, der sich selbst als Fussballmannschaft inszeniert, die in ihrer Startelf keine Frauen zulässt.

Auch die Universität Mannheim ist ein reaktionärer Hort männlicher Hegemonie, gibt es doch an der gesamten Universität nicht einen einzigen Lehrstuhl für Gender Studies oder gar Geschlechterforschung (dafür gibt es zwei Professuren für Statistik und Methoden). Wer noch einen Beleg dafür gebraucht hat, dass Mannheim ein reaktionärer Hort kolonialistisch denkender, ableistisch diskriminierender, rational-kalt rassistisch sexistischer Frauenhasser ist, der hat ihn jetzt.

Dementsprechend sind die Zustände in Mannheim für Frauen unerträglich. Täglich sind sie der strukturellen Gewalt weiß-männlicher Übermacht ausgesetzt, täglich werden sie diskriminiert und unsichtbar gemacht, weil sie in einer Stadt leben müssen, die Mannheim heißt und sie damit komplett ausschließt.

Wir fordern: Damit muss Schluss sein.

Soehne Mannheims

Natürlich hat Mannheim nur Söhne und keine Töchter!

Mannheim ist im Sinne der Gleichstellung der Geschlechter in MannFrauUnentschlossenhausen umzubenennen (die Reihenfolge von Mann, Frau, Unentschlossen ist zu rotieren, um wahre Gleichstellung zu erreichen). Dabei soll Unentschlossen der Tatsache Rechnung tragen soll, dass es Einwohner in der Stadt am Rhein gibt, die weder davon überzeugt sind, dass sie männlich sind, noch dass sie weiblich sind. Um ihnen die strukturelle Gewalt und das Leid zu ersparen, das davon ausgeht, in dann MannFrauhausen zu wohnen, werden sie gleich eingeschlossen, durch: unentschlossen.

Wer die Forderung, Mannheim umzubennen, unterstützt, der kann sich in die öffentlich ausliegende Kommentarliste eintragen.

Und Mannheim ist nur der Anfang.

Wir planen einen wahren Kreuzzug für die gute Sache. Als nächstes stehen

Manchester,

Manhattan,

Manitoba,

Maniküre,

und

Mantra auf dem Umbenennungsplan.

Gleichsetzung jetzt!