Total Waste – ScienceFiles-Prädikat für besondere Verschwendung von Steuergeldern

Total Waste ist eine Initiative von ScienceFiles. Wir prämieren damit die effizienteste Verschwendung von Steuergeldern. Damit Waste nicht nur Waste, sondern Total Waste und somit prämienverdächtig ist, müssen die folgenden Kriterien erfüllt sein:

  1. Es muss ein Mißstand erfunden werden, der keinerlei empirische Relevanz hat.
  2. Der Mißstand muss so aufgebauscht werden, dass viele denken, es gäbe ihn tatsächlich.
  3. Zur Bekämpfung des Mißstands müssen Fördervereine, Gremien oder Organisationen gegründet werden.
  4. Für diese Fördervereine, Gremien oder Organisationen müssen Personen gewonnen werden, die von sich denken, sie seien wichtig, weil sie ihr Gesicht in der Öffentlichkeit feil bieten.
  5. Den Fördervereinen, Gremien oder Organisationen muss es gelingen, ein nutzloses und vollkommen folgenloses Prädikat als erstrebenswert zu etablieren.
  6. Den Fördervereinen, Gremien oder Organisationen muss es gelingen öffentliche Institutionen und private Unternehmen für das nutzlose Prädikat zu begeistern.
  7. Den Fördervereinen, Gremien und Organisationen muss es gelingen, öffentlich gefördert zu werden, um auf diese Weise Steuergelder so richtig verschwenden zu können und den gesellschaftlichen Schaden zu maximieren.

Total WasteNur wer diese sieben Kriterien erfüllt, wird von uns als des Prädikats “Total Waste” würdig angesehen.

Die Auszeichnung “Total Waste” wird also nur verliehen, wenn nachgewiesen ist, dass ein bestimmter Förderverein, ein bestimmtes Gremien oder eine bestimmte Organisation vollkommen verzichtbar ist, ein völlig nutzloses Zertifikat oder einen völlig nutzlosen Dienst anbietet und wenn sichergestellt ist, dass Steuerzahler die doppelte Nutzlosigkeit mit viel Geld finanzieren.

Der erste Preisträger, den wir hiermit ehren ist:

Total E-Quality Deutschland e.V., eine Vereinigung von Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Total E-Quality hat den Mißstand der Nicht-Chancengleichheit im Beruf erfunden. Damit wird behauptet, eine Frau, die bereit ist, 40 und mehr Stunden in der Woche zu arbeiten, die die gleiche Qualifikation wie ein männlicher Bewerber aufweist und die sich in der Vergangenheit durch Erfolge in der Führung eines Unternehmens empfohlen hat, habe keine Chance in den Vorstand von Total E-Quality berufen zu werden. Eine Behauptung, die an empirischer Nicht-Relevanz nicht zu übertreffen ist.

Total-E-QualityTotal E-Quality hat sich große Verdienste darin erworben, den Mißstand der nicht vorhandenen Chancengleichheit von Frauen im Beruf nicht nur zu erfinden, sondern so aufzubauschen, dass er tatsächlich von manchen geglaubt wird.

Total E-Quality wurde nur gegründet, um den erfundenen Mißstand mit einem unsinnigen Prädikat wirkungslos zu bekümpfen.

Total E-Quality hat es geschafft eine Anzahl üblicher Verdächtiger für diese neuerliche Methode, Steuerzahler zur Kasse zu bitten, zu begeistern, darunter z.B.: Ingrid Sehrbrock vom DGB (auch bekannt als “unsere Ingrid“). Damit nicht genug, um dem nicht vorhandenen Mißstand noch mehr Gewicht zu verleihen, wurde eigens ein Kuratorium gegründet, in dem sich z.B. Susanne Baer befindet, die mit ihrem Job beim Bundesverfassungsgericht offensichtlich nicht ausgelastet ist. Gleiches scheint auf Johanna Wanka zuzutreffen, die mit Bildung und Forschung nicht ausgelastet ist oder von ihren Offiziellen in Kuratorien abgeschoben wird, in denen sie weniger Unheil anrichten kann als in einem Ministerium, ebenso wie Ursula von der Leyen.

Total E- Quality hat mit dem Total E-Quality Prädikat ein herausragendes Symbol tatsächlicher Nutzlosigkeit geschaffen, als Fanal für die Bekämpfung eines Mißstands, den es nicht gibt.

Total E-Quality hat es geschafft Organisationen wie das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO davon zu überzeugen, dass es aus nicht bekannten und auch nicht erkennbaren Gründen gut sei, sich mit dem Total E-Quality Prädikat auszeichnen zu lassen.

Und schließlich ist es Total E-Quality gelungen, die Steuerzahler über das Bundesministerium für alle außer Männern anzuzapfen. Das Ministerium schultert vermutlich alle Ausgaben des eingetragenen Vereins. Wie groß der Beitrag des BMFSFJ für die Finanzierung von Total E-Quality tatsächlich ist, kann leider nicht gesagt werden, da es das BMFSFJ bislang wie alle deutschen Ministerien ablehnt, eine dem IFRS oder auch nur dem HGB entsprechende Bilanzierung der eigenen Einnahmen und Ausgaben vorzunehmen und entsprechend detailliert Rechenschaft über den Verbleib der Steuermittel, die ihm jährlich zugeteilt werden, abzulegen.

Total E-Quality ist daher ein würdiger Preisträger unserer Auszeichnung: Total Waste.

Wir gratulieren den Beteiligten für die unverfrorene Art und Weise und die erfolgreiche Widmung von Steuergeldern für völlig unnütze Zwecke und den damit einhergehenden Schaden für die Volkswirtschaft. Wir gratulieren Total E-Quality, dass es gelungen ist, einer Armee leichtgläubiger Narren in Unternehmen, Organisationen und Institutionen den Glauben zu vermitteln. das Prädikt Total E-Quality würde auch nur irgend jemanden interessieren.

Fortpflanzung verbieten und Gender Pay Gap beseitigen

Eigentlich können wir nicht nachvollziehen, wie jemand weiterhin behaupten kann, es gäbe ein Gender Pay Gap, das auf Diskriminierung von Frauen zurückgeführt werden kann, aber diejenigen, bei denen der Wunsch die Wirklichkeit überragt, deren Phantasie von keinerlei empirischem Faktum erreicht werden kann, sind in Deutschland (derzeit?) recht zahlreich, und entsprechend wollen wir eine nagelneue Untersuchung in den Reigen all derer einstellen, die zeigen, dass es keine Diskriminierung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt als Ursache des Gender Pay Gaps gibt, dass das Gap vielmehr ganz rational erklärt werden kann.

Arguing_With_MoronsAltmeister Solomon W. Polachek, der bereits in der Vergangenheit nicht müde geworden ist, an den Verstand der Gender Pay Gapper zu appellieren, und zwar weitgehend erfolglos, was die Frage nach dem Verstand von Gender Pay Gappern auf dramatische Weise neu und auf einer anderen Stufe stellt, aber lassen wir das,… Solomon W. Polachek hat gemeinsam mit Xu Zhang und Xing Zhou einen neuen Anlauf genommen, um zu zeigen, wie man das Gender Pay Gap erklären kann, ganz ohne von hässlichen Bonzen oder sonstigen Ekelgestalten zu phantasieren, die kleine, elfengleiche und verletztliche Weiblein am Ein- und Aufstieg in gutbezahlte(n) Berufe(n) hindern.

Die Erklärung lautet wie folgt:

Bei Heirat oder beim Eingehen einer Partnerschaft sind Männer nach wie vor und durchschnittlich älter als Frauen.

  • Wer älter ist, hat mehr Zeit, sich Humankapital anzueignen.
  • Wer älter ist, hat mehr Zeit, in sein Humankapital zu investieren.
  • Wer älter ist, hat deshalb mehr Erfahrung und ein höheres Einkommen als Jüngere.
  • Wer Kinder in die Welt setzt, muss sich um die entsprechenden Kinder kümmern.
  • Dazu gibt es ein Mittel: Arbeitsteilung.

Arbeitsteilung sieht vor, dass derjenige, für den Kindererziehung geringere Kosten mit sich bringt, zuhause bleibt, während derjenige, der hohe Kosten durch Kindererziehung hätte, weiter arbeiten geht.

  • (Ehe-)Männer sind im Durchschnitt älter als ihre (Ehe-)Frauen.
  • (Ehe-)Männer verdienen im Durchschnitt und wegen ihres höheren Alters (s.o.) mehr als ihre (Ehe-)Frauen.
  • (Ehe-)Männer hätten, blieben sie zuhause, um sich um ihr Kind zu kümmern, höhere Kosten als (Ehe-)Frauen.
  • Deshalb bleiben Frauen zuhause und kümmern sich um ihre Kinder, während Männer weiter arbeiten gehen.
  • Und wenn Frauen zuhause bleiben, wird das Gender Pay Gap nicht nur aufrechterhalten, sondern größer, schon weil ihr Humankapital relativ zu dem von Männern noch geringer wird.

Simpel – oder?

Man muss schon mit erheblichem Unverstand begabt sein, um das nicht verstehen zu können oder mit erheblicher krimineller Energie, um das nicht verstehen zu wollen.

Geprüft haben Polachek, Zhang und Zhou ihre Annahmen auf Basis chinesischer Daten. Manche werden sich noch an die chinesische Einkind-Politik erinnern. Als Folge der Einkind-Politik ist die Altersdistanz zwischen (Ehe-)Männern und (Ehe-Frauen) und die Bildungsdistanz zwischen arbeitenden Männern und arbeitenden Frauen in China gesunken und der Anteil von Frauen, die arbeiten, gestiegen und die Zeit, die Frauen auf dem Arbeitsmarkt zubringen auch.

Als Ergebnis davon, so zeigen Polachek, Zhang und Zhou ist der Gender Pay Gap kleiner geworden.

Quod erat demonstrandum.

Oder im Originalton:

More specifically, fecundity differences between husband and wife can lead to the age and educational differences (i.e., hypogamy) associated with division of labor in the home. This division of labor, in turn, can help exacerbate the gender wage gap. Hence the plausibility of a biological basis for gender wage differences. As fertility declines, as has been the historical trend, marital differences diminish. As these marital differences diminish, so does the division of labor in the home, and the gender wage gap, as well. This appears to be the trend in the US and most other developed countries”.

MoronsThrivingNicht Quoten oder Bevorzugungsprogramme schließen demnach das Gender Pay Gap, sondern Frauen, die in ihre Bildung investieren, die auf dem Arbeitsmarkt präsent sind, wie Männer dies auch sind und vor allem Frauen, die sich nicht fortpflanzen.

Daraus folgt für all die Gender Pay Gapper, dass sie Folgendes fordern müssen:

  • Frauen müssen mehr in ihre Bildung auf dem Arbeitsmarkt investieren.
  • Frauen müssen dauerhaft auf dem Arbeitsmarkt präsent sein.
  • Und damit sie dies können und ganz wichtig: Frauen dürfen sich nicht mehr fortpflanzen.

Und schon ist das Gender Pay Gap beseitigt.

Als Konsequenz kann man übrigens schließen, dass Programme, die das Fernbleiben vom Arbeitsmarkt für Frauen und Männer belohnen, z.B. Elterngeld Plus, gesamtgesellschaftlichen Schaden anrichten, weil sie dafür sorgen, dass beide ihre Erwerbsbiographie unterbrechen und somit ihren Wert, den Wert ihres Humankapitals reduzieren. Aber das ist ja auch das Ziel der Berliner Sozialklempner: eine Herde von Schaafen, die alle gleich blöcken, gleich Wolle geben und sich nicht darum bemühen, auf die Weide nebenan, auf der mehr Klee vorhanden ist, zu kommen. Dort sind schon die Sozialklempner.

Polachek, Solomon W., Zhang, Xu & Xing, Zhou (2014). A Biological Basis for the Gender Wage Gap: Fecundity and Age and Educational Hypogamy. Bonn: Institute for the Study of Labour, DP #8570.

Skandal: Jahrzehntelang verheimlichtes Abgeordneten Pay Gap entdeckt

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Politiker in Deutschland, Politiker in Österreich, Politiker in der Schweiz, Politiker bei der UNO, Funktionäre bei NGOs, Funktionäre bei Gewerkschaften, Funktionäre bei Parteien, warum die politische Kaste und die Politiker unterstützende Kaste alle das angebliche Gender Pay Gap morgens, mittags und abends, im Sommer, im Winter, im Frühling, vor dem Länderspiel, im Feuilleton und im Sporteil im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und sonstwo beschwören?

Na?

Nein?

Nun, dann sagen wir es ihnen. Damit soll ein Riesen-Skandal ein Monster-Mega-Skandal vertuscht werden, ein wirkliches Pay Gap, das nicht einmal mit der Humankapitaltheorie erklärt werden kann: Das Abgeordneten Pay Gap (PPG).

bundestagDas Abgeordneten Pay Gap beginnt beim monatlichen Grundeinkommen von Mitgliedern des Bundestages, das bei 9.082 Euro liegt (Wir haben die Diätensteigerung schin eingerechnet). Das Abgeordneten Pay Gap wird nicht auf Bruttostundenlöhne umgerechnet, weil niemand weiß, ob und wenn ja, wieviele Stunden Abgeordnete im Allgemeinen und Bundestagsabgeordnete im Besonderen überhaupt mit Arbeit zubringen. (Hinzu kommt das mathematische Argument, dass man durch “0” nicht teilen kann.).

Der Skandal, der sich um die 9.082 Euro (ab 2015, derzeit: 8.667) Grundgehalt von Abgeordneten rankt, geht weiter, wenn man ihr Monatsverdienst mit dem Monatsverdienst von vergleichbaren Berufsgruppen in Relation setzt.

Nehmen wir z.B. Erzieher. Die meisten Abgeordneten sehen sich ja als eine Art Erzieher, wollen ihren Wählern sagen, was sie essen, trinken, tun und lassen müssen und vor allem, dass sie nicht rauchen sollen. Entsprechend könnte man denken, Abgeordnete verdienen Erziehern entsprechend. Weit gefehlt. Erzieher verdienen im Durchschnitt 2.490 Euro im Monat und somit um 72,6% weniger als Abgeordnete: ein Abgeordneten Pay Gap oder APG von 365% (Bundestagsabgeordnete verdienen um 365% mehr als Erzieher). Ein Skandal, denn während Erzieher zumindest eine Ausbildung zum Erzieher hinter sich gebracht haben, ist Abgeordneter kein anerkannter Ausbildungsberuf. Jeder kann ihn ergreifen – Qualitfikation nicht erforderlich.

Betrachtet man den Ablauf von Debatten im Bundestag, dann könnte man denken, der Beruf mancher Abgeordneter sei dem eines Kindergartenleiters zu vergleichen. Folglich würde man eine Gehaltsentsprechung erwarten. Und wieder ist die Annahme falsch. Ein Kindergartenleiter verdient durchschnittlich 3.075 Euro im Monat und somit 65,1% weniger als ein Abgeordneter. Ein APG von 295%

Auch Sozialarbeiter, und Abgeordnete sind ja verkannte Sozialarbeiter, da sie ständig versuchen, das Leben von Menschen zu verbesseren, die gar nicht wollen, dass ihr Leben verbessert wird, auch Sozialarbeiter schneiden deutlich schlechter ab als Abgeordnete. Mit einem monatlichen Gehalt von durchschnittlich 2.996 Euro bleiben sie 67% unter dem Monatsgehalt von Abgeordneten. Ein APG von 303%.

Vielleicht haben wir auch die Vergleichsgruppe falsch gewählt.

Abgeordnete sind nicht nur Erzieher, nein, vielmehr sind sie Werbetexter, PR-Manager, Marketingfachkräfte, die versuchen, ihrer Bevölkerung etwas aufzuschwätzen, was in diesen Bevölkerungen so gut wie niemand will, vom Erziehungsgeld, das sinkende Geburtenraten produziert hat, bis zum lebenslangen Lernen, das nicht einmal Abgeordnete für notwendig befinden, vermutlich, weil sie nie damit angefangen haben. Nun, auch Werbetexter (2.745 Euro monatlich), PR-Manager (3.886 Euro monatlich) und Marketingfachkräfte (3.890 Euro monatlich) bleiben deutlich hinter Abgeordneten zurück, jedenfalls im Hinblick auf ihr Gehalt. Das entsprechend Abgeordneten-Pay Gap beträgt: 233% (Marketingfachkraft), 232% (PR-Manager) und 331% (Werbetexter).

Welche Vergleichsbasis auch immer man heranzieht, immer öffnet sich ein Abgeordneten Pay Gap unglaublichen Ausmaßes, und es wächst und wächst mit jedem Vergleich:

  • Abgeordnete wollen etwas verkaufen, verdienen aber 451% mehr als ein Verkäufer (2.013 Euro monatlich).
  • Abgeordnete sind besonders gut, wenn es ans Kassieren geht, verdienen aber 467% mehr als ein Kassierer (1.944 Euro monatlich).
  • Manche Abgeordnete haben sich Laien-Kenntnisse des Internets, insbesondere indexierter Seiten angeeignet, verdienen aber dennoch 238% mehr als ein IT-Fachmann.

politicians wagesDamit sind Abgeordnete eine Anomalie für die Humankapitaltheorie, die sagt, dass das Gehalt eine Funktion von Humankapital und Produktivität ist: Je mehr Humankapital ein Individuum hat, je produktiver sein Beitrag für ein Unternehmen oder eine Gesellschaft ist, desto höher ist sein Gehalt. Abgeordneter kann (fast) jeder werden. Es wird demnach weder verlangt, dass in allgemeines noch dass in spezifisches Humankapital investiert wird. Die Produktivität von Abgeordneten lässt sich im Hinblick auf das Bruttosozialprodukt nur negativ angeben, nicht positiv, so dass Abgeordnete zu keiner der Annahmen der Humankapitaltheorie passen.

Sie haben nichts vorzuweisen und verdienen dennoch besser als jeder Arbeiter, der eine Lehre erfolgreich abgeschlossen hat und besser als die meisten, die ein Studium erfolgreich abgeschlossen haben. Selbst hochspezialisierte Facharbeiter kommen nicht einmal in die Nähe eines Abgeordnetengehalts, und dies nicht einmal, wenn man nur die 9.082 Euro Grundvergütung eines Bundestagsabgeordneten der Berechnung des Abgeordneten Pay Gaps zu Grunde legt und die Kostenpauschale von rund 4000 Euro, die Reisekostenpauschale, die Rentenzahlungen oder die Funktionsbezüge, die es z.B. dann gibt, wenn sich ein Bundestagsabgeordneter in einen Ausschuss bemüht, unberücksichtigt lässt.

Es ist kein Wunder, dass so viel Wind um den Gender Pay Gap gemacht wird, der selbst wenn es ihn gäbe, eine Miniatur wäre, die neben dem Dinosaurier “Abgeordneten Pay-Gap”, wie eine Wanze wirkt. Der viele Wind dient der Vertuschung, hat zum Zweck, über den tatsächlichen Skandal hinwegzutäuschen, darüber, dass Abgeordnete jenseits einer ethisch vertretbaren Grenze mehr verdienen als diejenigen, die sie repräsentieren sollen.

Deshalb fordern wird: Gleichstellung aller Arbeiter mit Abgeordneten, eine Quote für Verkäufer, damit auch sie Spitzenjobs im Parlament besetzen können und, ganz wichtig, ein Abgeordnetenprogramm, das beim Ausklüngeln des nächsten Wahlkreisabgeordneten dann, wenn eine Vorgriffskandidatur für einen Erzieher oder eine Marketingfachkraft oder einen Autoverkäufer geschaffen wird, die Kosten des Wahlkampfes trägt und die entsprechende Parteigliederung mit einer Kopfprämie von 5000 Euro besticht.

Alle Gehaltsdaten mit Ausnahme der Abgeordneten-Gehälter stammen von Lohnspiegel.de

Tag der Entgeltgleichheit: Ob gemeinsames Lügen glaubwürdiger ist?

BMFsfjneuDas Bundesministerium für FSFJ und der DGB tun es nun gemeinsam: Schwesig und Hannack ziehen für die dummen Frauen ins Felde, die sich immer noch für “gleiche und gleichwertige Arbeit” schlechter bezahlen lassen als ihre männlichen Pendants. Die üblichen Behauptungen werden in den üblichen Ton einer nicht zu, aber doch merklichen Empörung gepackt, auf dass die Lüge, die man im Begriff ist zu erzählen, dieses Mal glaubwürdig rüber kommt. Die Lüge ist mittlerweile ein Ladenhüter, eine lahme Krücke, die man wirklich nicht mehr hören kann.

Und dennoch: Monoton, fast wie ein Beschwörungsgesang, wiederholt in stupidem Ton, im Stakkato, das nur aus einem transzendenten Trancezustand gespeist sein kann, wird die Lüge von der angeblich nicht vorhandenen Entgeltgleichheit intoniert, dieses Mal im schrillen Geschreis-Duo von Schwesig und Hannack.

Gut, dass Gary S. Becker, auf den das Gender Pay Gap letztlich zurückgeht, mittlerweile verstorben ist, hoffentlich im Frieden mit sich selbst und in der Überzeugung, dass man es nicht verhindern kann, wenn Minderbemittelte sich ein Konzept aneignen, das sie nicht einmal im Ansatz verstehen.

Wir haben an anderer Stelle schon dargestellt, wie das Gender Pay Gap berechnet wird und welchen Zweck es erfüllt. Hier noch einmal in aller Kürze, die wesentlichen Punkte, immer in der Hoffnung, dass der Intellekt einer Schwesig oder einer Hannack ausreicht, um zu folgen, sofern sie folgen wollen, was ja dann, wenn man sich einen eigenen Vorteil vom nicht-Folgen verspricht, nicht immer der Fall ist.

Also in Kürze:

Wenn man den Stundenlohn von allen erwerbstätigen Männern und allen erwerbstätigen Frauen aufsummiert und die Summen durch die Anzahl der erwerbstätigen Männer bzw. Frauen teilt und das Ergebnis zwischen Männern und Frauen vergleicht, dann ist die Zahl, die sich für Männer ergibt höher als die Zahl, die sich für Frauen ergibt.

Was bedeutet das: Nichts.

Und zum besseren Verständnis: es bedeutet nichts, denn man vergleicht Pferde mit Kartoffeln.

Warum?

  • Weil Männer in anderen Branchen arbeiten als Frauen. Männer sind z.B. häufiger Ingenieur, Frauen sind häufiger im öffentlichen Dienst. Als Ingenieur verdient man besser.
  • Weil Männer länger und mehr und ohne Unterbrechungen arbeiten und häufiger Vollzeit als Frauen.
  • Weil Männer mehr in ihre Karriere investieren als Frauen, sich häufiger weiterbilden und häufiger den Arbeitsplatz wechseln, um Neues zu lernen.
  • Weil Männer bereits ihr Studienfach mit dem Motiv wählen, Geld zu verdienen und Karriere zu machen, während bei Frauen in der Regel das Motiv “Hilfe” vorherrscht, das in die schlecht bezahlten sozialen Berufe mündet. Soziale Berufe werden übrigens nicht deshalb schlechter bezahlt als Ingenieursberufe, weil das böde Patriarchat die entsprechenden Berufe abwertet, sondern deshalb, weil sie nicht ansatzweise so produktiv sind wie Ingenieursberufe und entsprechend weniger Nutzen für die Gesellschaft erwirtschaften. Das kann man jetzt furchtbar finden, man kann schreien und zetern, aber es ändert nichts daran, dass die Erfindung einer winzigen und effizienten Solarzelle mehr Nutzen für eine Gesellschaft einbringt, als die Beaufsichtigung von Kindern in Kindergärten.

Entgeltgleichheit im BetriebAlles ist ganz einfach. Aber, wie es aussieht, nicht einfach genug für Politiker und Funktionäre im Allgemeine und Schwesig und Hannack im Besondern. Die wollen uns nämlich glauben machen, sie seien so dumm, dass sie einfache Zusammenhänge nicht verstehen können. Sie wollen uns glauben machen, sie würden einfach nicht begreifen, dass der 22% Unterschied zwischen Männern und Frauen, der sich im Hinblick auf den Stundenlohn ergibt, sich wegen der oben genannten Unterschiede ergibt, Unterschiede, die man kurz in der Sprache der Humankapitaltheorie zusammenfassen kann in: Frauen machen mehr Investitionen in allgemeines Humankapital (formale Bildung) und weniger in spezifisches Humankapital (Weiterbildung, Überstunden) als Männer und spezifisches Humankapital wird besser bezahlt, weil es für Unternehmen wertvoller ist als allgemeines Humankapital.

Die internationale Forschung hat wieder und wieder und wieder bestätigt, was oben zusammengetragen wurde (z.B.: Chzhen & Mumford, 2009; Fortin, 2006; Hoyes et al., 2010; Lauer, 2000, Mopo, 2011, Nopo, 2009; Nordman & Roubaud, 2005, Ochsenfeld, 2014; Polachek & Xiang, 2009). Nicht zuletzt zeigt dies die Tatsache, dass das Gender Pay Gap seit Jahrzehnten geringer wird, und zwar deshalb, weil der Anteil von Frauen, die Vollzeit arbeiten, und das durchschnittliche Bildungsniveau von Frauen sowie der Anteil von Frauen, der sich auf eine Karrier einlässt, gestiegen ist (Antonczyk et al., 2010; Weinberger & Kim, 2010; Yamaguchi, 2014).

Aber: Was sind schon wissenschaftliche Ergebnisse, wenn Elke Hannack den Mund aufmacht?

“Die Ursachen der Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern sind inzwischen vielfältig wissenschaftlich erforscht. Nur bleiben die Erkenntnisse oft ohne Wirkung. Zwar ist die Lücke geringer, wo Tarifverträge gelten und Betriebs- und Personalräte mitbestimmen, von einer fairen Bezahlung sind wir trotzdem noch weit entfernt. Es gibt ein Handlungsdefizit auf politischer und betrieblicher Ebene. Genau hier setzt das neue Projekt an, indem es die Beteiligten inner- und außerhalb der Betriebe und Verwaltungen auf das Thema aufmerksam macht”, so die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack”

morons2Wie wahr es doch ist, dass “die Erkenntnise oft ohne Wirkung” bleiben. Bei Elke Hannack zum Beispiel, bei der bleiben die wissenschaftlichen Erkenntnisse vollständig ohne Wirkung. Sie fabuliert von 22% Entgeltungleichheit und hat offensichtlich keine Ahnung, dass jeder, der in der Wissenschaft das unbereinigte Gender Pay Gap für irgend einer Aussage fähig hält, sich diskreditiert und ab dann nur noch milde belächelt wird, wie Hannack von uns zum Beispiel. Sie hat keine Ahnung von all den wissenschaftlichen Ergebnissen, die die 22% Entgeltlücke zum Verschwinden bringen, indem sie die oben zusammengestellten Variablen von Branche, Arbeitszeit, Weiterbildung usw. als erklärende Variablen nutzen. Und, letztlich, offenbart Hannack, dass bei ihr die Welt nach Wunsch geschaffen wird, wenn Sie behauptet, dass die Entgeltlücke da geringer sei, wo Tarifverträge gelten würden, womit sie insinuieren will, dass gewerkschaftliche Verhandlungsmacht den Gender Pay Gap reduziert.

Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein, wie diese Wunschvorstellung: Das Gender Pay Gap ist regelmäßig im oberen Bereich der Lohnskala geringer als im unteren, was mit dem Bildungsgefälle entlang der Lohnskala (Böheim et al., 2011, Bosio, 2009; Heinze, 2010; Mussida & Picchio, 2014) und der mit der Lohnskala wachsenden Produktivität erklärt werden kann (Lauer, 2000). Es hat also nichts mit Gewerkschaften zu tun. Im Gegenteil: Eine Reihe von Studien hat gezeigt, dass das Gender Pay Gap da geringer ist, wo Gewerkschaften keine oder nur wenig Verhandlungsmacht haben und der Arbeitsmarkt flexibel ist (Antonczyk et al., 2010; Casale & Posel, 2009; de la Rica et al., 2010; Del Bono, & Vuri, 2008). Kurz: Frau Hannack weiß es nicht besser oder sie lügt. Suchen Sie sich aus, was Ihnen am wahrscheinlichsten erscheint.

All die Missverständnisse, all die Lügen und all der Unsinn, der das Gender Pay Gap umgibt, bringt die Entgeltaktivistin Schwesig nicht zum Nachdenken. Im Gegenteil, sie scheint im Widerspruch gerade aufzublühen und bedroht die deutsche Wirtschaft, nachdem sie schon mit dem Elterngeld plus einen Nagel in den Sarg wirtschaftlicher Prosperität geschlagen hat, mit einem weiteren Sargnagel:

“‘Frauen beanspruchen zu Recht gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit. Daher wird mein Ministerium ein Entgeltgleichheitsgesetz vorlegen, das für mehr Transparenz sorgt. Mit diesem Gesetz möchte ich verbindliche Verfahren festlegen, um Lohndiskriminierung zu beseitigen. Derzeit erarbeiten wir die entsprechenden Eckpunkte’, so Schwesig”

Driving-Nail-Coffin[1]Was dabei herauskommt, wenn Legastheniker den Duden neu schreiben, man kann es sich gut vorstellen. Die erste Generation, die dem Genderisten-Wahnsinn entkommen ist, wird sich bei den Schwesigs und den Hannacks bedanken, die die wirtschaftliche Zukunft von Generationen geopfert haben, um ihren Sex-Spleen auszuleben und daraus hoffentliche die Konsequenz ziehen, ein IQ-Gleichheitsgesetz zu verabschieden, das für Transparenz sorgt und Verfahren festlegt, die gewährleisten, dass Personen in öffentlichen Ämtern und an den Spitzen von Ministerien gleiche oder gleichwertige Intelligenz aufweisen, wie der Durchschnitt der Bevölkerung. Dass das Intelligenz-Gleichheitsgesetz der Zukunft dazu führen wird, dass Gewerkschaften aus dem öffentlichen Leben verschwinden, ist eine nette Begleiterscheinung, die zukünftigen Generation ein besseres Leben verschaffen wird.

P.S.

Eine kleine Anmerkung zum Schluss: Die Sozialpolitik eines Landes führt dann, wenn sie Mutterschaft fördert, z.B. durch Anreize, Kinder in die bereits überfüllte Welt zu setzen, dazu, dass das Gender Pay Gap größer wird (Mandel & Shalev, 2009; Nicodemo, 2008). Wie gesagt, Schwesig blüht im Widerspruch erst auf und ist gleich in einem Schaffer und Bekämpfer des Gender Pay Gaps.

Literatur:

Antonczyk, Dirk, Fitzenberger, Bernd & Sommerfeld, Katrin (2010). Rising With Inequality. The Decline of Collective Bargaining, and the Gender Wage Gap. Labour Economics 17(5): 835-847.

Böheim, René, Himpele, Klemens, Mahringer, Helmut & Zulehner, Christine (2011). The Distributiopn of the Gender Pay Gap in Austria. Evidence from Matched Employer-Employee Data and Tax Records. Linz: Johannes Kepler University of Linz; Department of Economics, Working Paper #1107.

Bosio, Giulio (2009). Temporary Employment and Wage Gap with Permanent Jobs: Evidence from Quantile Regression. München: Munick Personal RePEc Archive, MPRA-Paper No. 16055.

Del Bono, Emilia & Vuri, Daniela (2008). Job Mobility and the Gender Wage Gap in Italy. Munich: ifo Institute – Leibnitz Institute for Economic Research, CESifo Working Paper #2435.

De la Rica, Sara, Dolado, Juan José & Vegas, Raquel (2010). Performance Pay and the Gender Wage Gap: Evidence from Spain. Bonn: Institute for the Study of Labor (IZA); Discussion Paper #5032.

Fortin, Nicole (2006). Greed, Altruism and the Gender Wage Gap. Vancouver: University of British Columbia, Department of Economics.

Heinze, Anja (2010). Beyond the Mean Gender Wage Gap: Decomposition of Differences in Wage Distributions Using Quantile Regression. Mannheim: Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), ZEW Discussion Papers 10-043.

Hoyos, Alejandro, Nopo, Hugo & Pena, Ximena (2010). The Persistent Gender Earnings Gap in Colombia, 1994 – 2006. Institute for the Study of Labor (IZA), IZA-Working Paper #5073.

Lauer, Charlotte (2000). Gender Wage Gap in West Germany: How Far to Gender Differences in Human Capital Matter? Mannheim: Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW); ZEW Discussion Paper No. 00-07.

Mussida, Chiara & Picchio, Matteo (2014). The Gender Wage Gap by Education in Italy. Journal of Economic Inequality 12(1). 117-147.

Nicodemo, Catia (2009). Gender Pay Gap and Quantile Regression in European Families. Bonn: Institute for the Study of Labor (IZA), IZA Discussion Papers #3978.

Nopo, Hugo (2011). Gender Earnings Gaps in the World. Bonn: Institute for the Study of Labour (IZA); IZA Working Paper #5736

Nopo, Hugo (2009). The Gender Wage Gap in Peru 1986 – 2000: Evidence from a Matching Comparison Approach. New York: Inter-American Development Bank, Research Department, No. 675.

Nordman, Christophe J. & Roubaud, Francois (2005). Reassessing the Gender Wage Gap: Does Labour Force Attachment Really Matter? Evidence from Matched Labour Force and Biographical Surveys in Madagascar. Paris: Développment institutions and Analyses de Long terme; Document de Travail DT/2005-06.

Ochsenfeld, Fabian (2014). Why Do Women’s Fields of Study Pay Less? A Test of Devaluation, Human Capital and Gender Role Theory. European Sociological Review: online first.

Polachek, Solomon W. & Xiang, Jun (2009). The Gender Pay Gap Across Countries: A Human Capital Approach. Berlin: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung; SOEP-Paper #227

Weinberger, Catherine J. & Kuhn, Peter J. (2010). Changing Levels or Changing Slopes? The Narrowing of the Gender Earnings Gap 1959 – 1999. Industrial and Labor Relations Review 63(3): 384-406.

Yamaguchi, Shintaro (2014). Changes in Returns to Task-Specific Skills and Gender Wage Gap.

http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2035833

Freiheitsverlierer

Eine These, vorgebracht auf dem Soziologentag, der so gänzlich ohne jeden Widerhall in den Medien geblieben ist, hat uns über die letzten Tage immer einmal wieder beschäftigt. Anti-Genderismus, so lautet die These, sei im Kern der idealisierte Wunsch nach der Bundesrepublik der 1980er Jahre.

Warum die 1980er Jahre?, so haben wir uns gefragt. Was ist an den 1980er Jahren so besonders, so besonders, dass sich die 1980er Jahre als Feindbild der Genderisten eignen?

Ausgerechnet die 1980er Jahre – die an Diversität kaum zu überbieten sind, und ist nicht Diversität das, was Genderisten nach eigener Behauptung anstreben?

Hayek KnechtschaftWer erinnert sich nicht gerne an die 1980er Jahre, die friedliche Ko-Existenz von Hard und Soft Rock, von AC/DC, Queen, Twisted Sister, R.E.M., von R&B’s most famous Lionel Ritchie, Diana Ross und Freddie Jackson, von Kool and the Gang bis Luther Vandross. Erste Gehversuche im Hip Hop von Run DMC, Public Enemy  und ICE-T beginnen ebenso in den 1980er Jahren wie Post Punk von The Smiths, The Cure oder The Police. Die 1980er Jahre, sie kennen selbst Diversität in sexueller Orientierung von Boy George über Bronsky Beat bis zu den Pet Shop Boys. Homosexualität war in der Musik vorhanden und so sehr akzeptiert, dass man sie nicht einmal thematisieren musste, im Gegensatz zu heute..

Was also gibt es an den 1980er Jahren auszusetzen?

In den 1980er Jahren schreibt Salman Rushdie seine Satanischen Verse, Tony Morrison ihr Beloved, Stephen Hawkins seine Kurze Geschichte der Zeit. Die 1980er Jahre sind die Jahre des Commodore C64, die Arcade Zeit der Computerspiele, die 1980er, sie sind der Beginn der gerade zuende gegangenen Space-Shuttle Ära, der Anfang der IT-Revolution, er findet sich in den 1980er Jahren.

Was also, ist so schlimm an den 1980er Jahren?

Die 1980er Jahre, sie waren sehr geschäftige Jahre für Milton Friedman. Die 1980er Jahre, sie sind u.a. geprägt von Margaret Thatcher und Ronald Reagan- Reaganomics und Thatcherismus stehen für eine kaum gekannte wirtschaftliche Liberalisierung, ein Freiheitsschub wie ihn vor und nach den 1980er Jahren nur wenige Dekaden erlebt haben. Der Aufschwung der Freiheit ist gleichzeitig ein Niedergang der staatlich garantierten Unfreiheit. 1985 tritt mit Michail Gorbatschow der Nachlassverwalter der real existierenden sozialistischen Misswirtschaft sein Amt an und beginnt, das Unternehmen “Sozialismus” in seine Teile zu zerlegen und zu verscherbeln.

Auch das bisherige sozialistische Vorzeige-Land, in dem zumindest die Fassaden den Eindruck erweckt haben, es ginge voran, die DDR, hat Gorbatschow meistbietend feil geboten. Helmut Kohl hat die verlangten Milliarden zugesagt, und seitdem ist der Westen der Republik solidarisch und beim “Aufbau Ost”, der auch im Jahre 25 nach dem Anschluss der ehedem sowjetisch besetzten Zone nicht abgeschlossen ist, wie die Bundesregierung gerade mitgeteilt hat.

Und trotz all dieser Veränderungen zum Positiven, trotz der Tatsache, dass Ostdeutsche mit den Füßen in die Freiheit gewandert sind, in die Freiheit spanischer Strände, die Freiheit tropischer Früchte, westlicher Konsumwaren und richtiger Autos, haben Genderisten ein Problem mit den 1980er Jahren – oder gerade deswegen?

Genau. Sie haben keine Probleme trotz des Freiheitsschubes in den 1980er Jahren, sondern gerade wegen des Freiheitsschubs, denn sie sind Freiheitsverlierer.

Genderismus ist, wie Dr. habil. Heike Diefenbach gezeigt hat, ohne Sozialismus nicht zu denken. Sozialismus ist der Feind aller Freiheit. An die Stelle individueller Verantwortung und Möglichkeiten setzt der Sozialismus die Kontrolle von Individuen und die Planung dessen, was dann als Möglichkeiten für Individuen vorhanden ist, vom sozialistischen Planer genehmigt wird oder von den in sozialistischen Staaten endemischen Knappheiten erlaubt wird. Als Nutzen dafür, dass Bürger im Sozialismus ihre persönliche Freiheit aufgeben, versprechen sozialistische Planer die Sicherheit des individuellen Lebens.

AnthemIndividuelles Leben ist im Sozialismus geplant, vom Kindergarten über die Schule bis in den Betrieb. Ayn Rand hat dies sehr schön in Anthem beschrieben und sie, die vor dem real existierenden Sozialismus aus der Sowjetunion geflohen ist, weiß, wovon sie schreibt. Planung des eigenen Lebens, die Vorgabe dessen, was man zu tun hat, die vermeintliche Sicherheit im sozialistischen Volkskörper, das sind Angebote, die nur für Individuen verlockend sind, die befürchten, wenn sie auf sich gestellt sind, ein eigenverantwortliches Leben führen müssen, sich selbst um ihr Auskommen und ihren Erwerb kümmern müssen, schlechter abzuschneiden, als wenn sie die Brotkrumen aufsammeln, die ihnen sozialistische Planer hinwerfen.

Sie sind Freiheitsverlierer, unfähig ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben zu leben.

Und plötzlich macht es alles Sinn.

Was haben Horkheimer, Fromm und Marcuse in ihren Studien über Autorität und Familie herausgefunden? Wer ist in der Regel der Agent des Staates in Familien? Wer betreibt die Sache des Staates in Famlien? Frauen, Frauen, die von ihren Männern abhängig sind, weil die Männer das Geld verdienen, von dem Ehefrauen leben. Entsprechend sind es Frauen, die jede Art von Eigeninitiative von Widerstand in ihren Männern bekämpfen. Es sind Ehefrauen, die mit dafür sorgen, dass ihre Ehemänner zur Arbeit trotten und in den Krieg ziehen, die die entsprechenden Ansprüche an ihre Männer stellen, Ansprüche, die darauf abzielen, die Sicherheit der eigenen Existenz, sei es auf Grundlage der Lohnzahlungen der Ehemänner oder auf Grundlage der (Kriegs-)Witwenrente zu sichern.

Aber zwischenzeitlich gibt es doch die Emanzipation der Frauen, die Befreiung der Frauen, die ihnen ein eigenverantwortliches Leben ermöglich hat, die Befreiung durch den Feminismus – oder?

Und genau hier fügt sich die Angst vor der Freiheit, für die die Abwehr der 1980er Jahre steht, mit der angeblichen Emanzipation, denn im Staatsfeminismus, der einzigen Form von Feminismus, die in Deutschland in relevantem Ausmaß vorhanden ist, wurde die Abhängigkeit vom Ehemann gegen die Abhängigkeit vom Staat, von Transferzahlungen von politischen Maßnahmen, von staatlich geschaffenen Möglichkeiten, zu nutznießen, von Quoten und sonstigen Regulativen, die das Leben der angeblich emanzipierten Frauen regeln und planen, ersetzt. Nunmehr sind die entsprechenden Frauen nicht mehr in der prekären Lage, von ihrem Ehemann abhängig zu sein und seine Erwerbsfähigkeit und -willigkeit sichern zu müssen, nunmehr sind sie ein iner prekären Abhängigkeit von ihrem neuen Herrn und Master: dem Staat.

Er gewährt Mittel, fördert, subventioniert, schafft erst das Frauennetzwerk. Er garantiert Arbeitsplätze und plant das Leben, der sich als emanzipiert bezeichnenden Genderisten, dieser Karrikatur auf ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben, nach dem sich Genderisten so sehnen, weil sie fürchten, in einem Leben, das nicht vorherbestimmt, nicht durch den Staat garantiert und nicht in Abhängigkeit vom Staat geführt wird, nicht bestehen zu können. Denn: Sie haben Angst vor der Freiheit. SIe leben in prekären Verhältnissen, sind vom Staat abhängig und sie sind eines nicht: emanzipiert.
Horkheimer FamiileDenn: das vermeintlich emanzipierte Leben moderner Frauen hängt zunächst am Tropf der Förderprogramme, die geschaffen wurden, um benachteiligten Frauen zu helfen. Ein staatskonformes Verhalten erfährt eine Belohung durch Muttscherschaftsgeld und Mutter-Kind-Programme, es verläuft in den geregelten Bahnen terminierter Frauenarztbesuche oder in Abhängigkeit vom Pillenrezept, es hängt von Mentoren ab, die die behinderten Frauen an z.B. die Wissenschaft oder den Wiedereinstieg in den Arbeitsplatz heranführen, verschafft ihnen Startvorteile durch besonderes Coaching, durch frauenspezifische Förderprogramme und hievt sie in Positionen, die sie ohne z.B. das Professorinnenprogramm nie erreicht hätten. Das staatsfeministisch-vorstrukturierte emanzipierte Leben gibt es in den Größen S, XS, XXS.

Könnten die Feministinnen der ersten Stunde sehen, was für ein armselilges Häuflein freiheitsfürchtender und Emanzipation bekämpfender Genderisten sie hinterlassen haben, Tränen des Mitleids und der Verachtung würden in Strömen fließen. Denn Emanzipation ist nicht anders zu denken, als in Form eines selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Lebens. Es gibt wohl keine traurigere Form, das eigene Scheitern darzustellen, als sich in die Arme des Staates zu flüchten und zu versuchen, Emanzipation zu Gehorsam und Abhängigkeit umzudeuten.

Horkheimer, Max, Fromm, Erich & Marcuse, Herbert (1987[1936])(Hrsg.): Studien über Autorität und Familie. Forschungsberichte aus dem Institut für Sozialforschung. Lüneburg: Dietrich zu Klampen Verlag.

©ScienceFiles, 2014

Es gibt keine positive Diskriminierung

Die Wortmagie des Staatsfeminismus hat den Begriff der “positiven Maßnahmen” geschaffen. Positive Maßnahmen sind in Artikel 5 des angeblichen Gleich-Behandlungs-Gesetzes gefasst:

ADS“Ungeachtet der in den §§ 8 bis 10 sowie in § 20 benannten Gründe ist eine unterschiedliche Behandlung auch zulässig, wenn durch geeignete und angemessene Maßnahmen bestehende Nachteile wegen eines in § 1 genannten Grundes verhindert oder ausgeglichen werden sollen.”

Mit positiven Maßnahmen ist also nichts anderes gemeint als eine staatlich sanktionierte Diskriminierung und somit eine Maßnahme, die es in Deutschland schon einmal gab, damals wurde sie in den Nürnberger Rassegesetzen niedergelegt.

Auch mit den Nürnberger Rassegesetzen sollte ein angeblich vorhandenes Unrecht revidiert werden, entsprechend qualifizieren sich die Nürnberger Rassegesetze als positive Maßnahme im Sinne des AGG, da mit dem Rassegesetz Juden aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen werden (eine Null-Quote, wenn man so will), um die bestehenden Nachteile von Reichsdeutschen auszugleichen und die Prosperität und den Wohlstand des deutschen Volkes auch in Zukunft zu sichern.

“Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre

Ein zeitgemäßer Titel wäre – Gesetz zur Förderung der Gesundheit der deutschen Bevölkerung

Vom 15. September 1935
Durchdrungen von der Erkenntnis, daß die Reinheit des deutschen Blutes die Voraussetzung für den Fortbestand des deutschen Volkes ist, und beseelt von dem unbeugsamen Willen, die deutsche Nation für alle Zukunft zu sichern, hat der Reichstag einstimmig das folgende Gesetz beschlossen, das hiermit verkündet wird.”

Deutsche Parlamentarier waren in der Lage, die Nürnberger Rassegesetze zu verabschieden. Etwas genereller formuliert muss man daraus den Schluss ziehen, dass es notwendig ist, den allgegenwärtigen Opportunismus und die allgegenwärtige ideologische Verblendung unter Parlamentarieren zu kontrollieren und in Grenzen zu halten.

Dazu bedarf es einer funktionierenden civic society, d.h. es braucht Individuen, die dem, was Parlamentarier verabschieden, die dem, was Regierungen durchsetzen wollen, kritisch gegenüberstehen und dann, wenn es nicht anders verhindert werden kann, Widerstand gegen das leisten, was angeblich in ihrem Namen beschlossen wurde.

Der logische Widerspruch im Artikel 5 des AGG, der trotz der gewählten schwammigen Formulierung deutlich zu erkennen ist, als Behauptung man könne nicht näher qualifizierte Nachteile durch aktive Benachteiligung (“positive Maßnahmen”) beseitigen.

Das selbe trifft auf Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes zu:

“(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.”

Artikel 3 Absatz 2 ist nichts anderes als ein Ermächtigungsgesetz, das staatliche Akteure eine Vollmacht dahingehend erteilt, Diskriminierung von Männern nach Gusto zu betreiben, denn wie sonst sollte auf die Beseitigung vermeintlich bestehender Nachteile von Frauen hinwirken wollen als durch die angblich positiven Maßnahmen, die im AGG genannt sind?

Dies zeigt, wie einfach es doch ist, demokratische Grundlagen außer Kraft zu setzen und durch Klientelpolitik zu ersetzen. Man braucht dazu ein Gesetz, das einen wohlklingenden Namen hat. Man benötigt darüber hinaus, einen leeren Passus, der einen rechtsfreien Raum der bestehenden Nachteile schafft, von denen es keine Konkretisierung gibt, lediglich eine wage Umschreibung. Auf Basis der wagen Umschreibung vermeintlicher Nachteile können dann die unterschiedlichsten Nachteile erfunden und als Ausgangspunkt dafür genutzt werden, konkrete und handfeste Diskriminierungsmaßnahmen, wie z.B. das Professorinnenprogamm in die Tat umzusetzen.

untertan_kurfuerstErleichtert wird dieses durschsichtige Verfahren durch die Rechtsgläubigkeit von Deutschen. Vielen von ihnen kann man wohl alles vorsetzen, und sie akzeptieren, was ihnen von der Staatsmacht vorgesetzt wird. An die Stelle der Kontrolle und kritische Prüfung dessen, was ihnen vorgesetzt wird, tritt für viele die uneingeschränkte Akzeptanz, die soweit geht, dass Deutsche in die Rolle des Gesetzgebers schlüpfen und für diesen überlegen, wie man ein Programm, das offensichtlich nichts mit Chancengleichheit und Gerechtigkeit, sondern mit Privilegierung, Gewährung von Sonderrechten und Diskriminierung zu tun hat, aus rechtlicher Sicht doch noch legitimiern kann.

Dr. habil. Heike Diefenbach hat dies zum Anlass genommen, um in einem Kommentar die Argumente zusammen zu fassen, mit denen man ein unsinniges und unlogisches Gesetz wie das AGG, das die Beseitigung vermuteter Diskriminierung durch tatsächliche Diskriminierung rechtfertigen soll und seine Konsequenzen kritisieren und normalerweise (in rationalen Kulturen) beseitigen kann:

(1) Wenn ein Gesetz wie das Antidiskriminierungsgesetz offensichtlich jeder Logik widerspricht und man an der geistigen Gesundheit derer, die solchen Unsinn formulieren, zweifeln muss, dann kann man das vermeintliche Gesetz nur als groben Unfug oder Ausdruck von Gehirnkrebs qualifizieren, das keinerlei Anspruch auf Geltung für normal Intelligente haben kann: Es ist logisch unmöglich, Diskriminierung durch diskriminierende Maßnahmen – tja, was eigentlich? Ich weiß es nicht. Also versuchen wir es anders: es ist logisch unmöglich, mit diskriminierenden Maßnahmen vorher beobachteten Phänomenen zu begegnen, die ex-post facto als Diskriminierung interpretiert werden, und zwar

  • (1a) weil erst einmal empirisch nachgewiesen werden müsste, dass diese Interpretation zutreffend ist und
  • (1b) weil selbst dann, wenn das gelänge, jemand von vornherein unglaubwürdig ist, der angeblich Diskriminierung so sehr verurteilt, dass er sie ausgleichen – oder sonst irgendwie etwas, was man in ein nebulöses Verb gießen kann – möchte, sich aber keineswegs zu schade ist, just dies, also Diskriminierung, ganz bewußt einzusetzen, wenn es ihm gerade in den Kram passt.

Der Kampf gegen Diskriminierung ist damit zur Farce geworden, die niemand ernst nehmen kann; statt dessen lautet die Botschaft: Diskriminierung ist bloß ein Kampfbegriff, der von jedem benutzt werden kann, der für die eigene Klientel etwas herausschlagen will.

Das ist sehr, sehr bedauerlich, denn Fälle nachweisbarer (!) Diskriminierung als Benachteiligung sind eine ernsthafte Angelegenheit, besonders, wenn sie institutionell und nicht durch irgendeine einzelne Person, erfolgt.

  • (2) Diskriminierung bedeutet Benachteiligung, und diskriminierende Maßnahmen zur Bekämpfung von Diskriminierung (allein dies zu tippen, bereitet mir Kopfschmerzen wegen des logischen Schwachsinns!) zu treffen, bedeutet eine Bevorteilung. Nun ist die Frage, wie sich Benachteilung und Bevorteilung zueinander verhalten, Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass mit jeder Bevorteilung bestimmter Personen notwendigerweise eine Benachteiligung bestimmter anderer Personen einhergeht. Genau dies wird von den institutionalisierten Diskriminierern in unserer Gesellschaft aber gewöhnlich bestritten. Möglicherweise gibt es tatsächlich irgendeine Konstellation, in der es sich hier nicht um ein Nullsummenspiel handelt, aber die institutionellen Diskriminierer sind den entsprechenden Nachweis (logisch und empirisch) bislang schuldig geblieben,

Empirisch besehen ist der Fall des Professorinnenprogramms jedenfalls ein Nullsummenspiel, denn wenn die Finanzierung nur für weibliche Bewerber vorgesehen ist, also für sie exklusiv reserviert ist, dann sind männliche Bewerber von der Finanzierung ausgeschlossen. Wenn im Grundgesetz (immer noch) steht, dass niemand (u.a.) aufgrund seines Geschlechtes diskriminiert werden darf, dann handelt es sich bei dem Bevorteilungsprogramm weiblicher Bewerber im Rahmen des Professorinnenprogramms also notwendigerweise um einen Verstoß gegen das Grundgesetz, weil die Bevorteilung von Frauen hier eine Benachteiligung von Männern notwendig impliziert.

Das wird nicht dadurch anders, dass man im Zuge eines wirklich unzumutbar primitiven rhetorischen Tricks zulässige und unzulässige Diskriminierung zu unterscheiden versucht (positive Maßnahmen): dadurch wird lediglich Diskriminierung als solche zum Verschwinden gebracht (s. Punkt 1b).

civic cultureEs geht hier auch gar nicht um Diskriminierung, sondern um Nutznießerei durch Herstellung von Ergebnisgleichheit. Die Gleichheit, die im Grundgesetz garantiert ist, ist aber eine Chancengleichheit und eine prozedurale Gleichheit (= Verfahrensgleichheit), keine Ergebnisgleichheit! Eine so umfassende Uminterpretation grundlegender Gesetze und entsprechend der gesellschaflichen Verhältnisse ist in Deutschland zu keinem Zeitpunkt offen diskutiert und demokratisch legitimiert worden.

  • (3) Selbst unter Nicht-Beachtung der Punkte 1 und 2 – und eine solche Nicht-Beachtung ist nur Toten und solchen mit Gehirnkrebs verzeihlich – gilt, dass es logisch nicht möglich ist, Diskriminierungen angeblich und irgendwie wieder gut zu machen, wenn man sie kollektivistisch auffasst:

Wenn einem Kind sein Ball gestohlen wurde, wäre es gut, den Dieb zu identifizieren, ihm den Ball abzunehmen und ihn dem Kind, von dem er gestohlen wurde, zurückzugeben. Das ist Widergutmachung im Sinn des Wortes. Alles andere ist gesellschaftliche Konstruktion, die bis hin zum Betrug gehen kann, wenn er opportun erscheint, so z.B. wenn die Eltern des Kindes Geld von den Eltern des Kindes fordern würden, das den Ball gestohlen hat, sozusagen als Schadensersatz, ohne Betrachtung der Frage, wer durch wen welchen Schaden erlitten hat und wie der Schaden de facto ausgeglichen werden kann. Dies wäre ein Fall von Vorteilsnahme über den Schadensausgleich hinaus.

Wenn nun ganze Gruppen von Menschen – die Hälfte der Bevölkerung! – gegenüber einer anderen schlechtergestellt wird, um vermeintliche Diskriminierung auszugleichen, die die gesamte erste Gruppe durch die gesamte zweite Gruppe einmal erfahren haben soll, und die beiden Gruppen heute personell so gut wie keine Schnittmenge mit den beiden Gruppen von vor 20, 40, 60, 100, 120, … 50.0000, 100.000 Jahren aufweist, dann ist das die verheerendste und dümmste Art von Kollektivstrafe und historischer Gruppenfehde, die ich mir vorstellen kann. Dagegen wirkt das alte Testament wie ein tröstliches Märchen zur Bettzeit.

Die institutionellen Diskriminierer in unserer Gesellschaft sind von uns niemals für diese Art von Volksverhetzung verantwortlich gemacht worden – und das ist für mich ein echtes Unding! Zumindest ist erstaunlich, dass sich nicht viel mehr Leute in unserer Gesellschaft fragen, wie man eine solche umfassende Verfolgung im Rahmen eines empirisch völlig unbelegten, angeblichen Geschlechterkampfes rechtfertigen will.

Rechtfertigen kann man ihn überhaupt nicht. Aber die historischen Wurzeln dieser Menschenverachtung und dieses Ausmaßes an Hass lassen sich aufzeigen. Einen kleinen Beitrag hierzu habe ich in meinem Artikel über das Patriarchat zu leisten versucht. In jedem Fall wäre es dringend notwendig, dass wir alle uns um diese Spurensuche bemühen – damit wir endlich klar sehen, mit wem wir es bei unseren institutionellen Diskriminierern zu tun haben!

Vorsicht Falle: Professorinnenprogramm Update

Seit mehreren Jahren bemühen sich die Verantwortlichen des Professorinnenprogramms in den Landesministerien, im Bundesministerium für angeblich Bildung und Forschung und bei den jeweiligen Hochschulen darum, einen Ausschreibungstext zur Besetzung wissenschaftlicher Positionen an Hochschulen, vornehmlich von Professuren zu entwerfen, der geeignet ist, männliche Bewerber zu täuschen und gleichzeitig auf die Herkunft der Mittel aus dem Professorinnenprogramm zu verweisen.

Vorsicht falleSeit mehreren Jahren scheitern die entsprechenden Bemühungen. Täuschen will eben gelernt sein. Nicht jede, die versucht, männliche Bewerber zu täuschen, ist dazu in der Lage.

Wir haben in der Vergangenheit bereits eine Vielzahl von abstrusen Versuchen dokumentiert, den Anschein zu erwecken, die Ausschreibung für eine Stelle, auf die nur weibliche Bewerber berufen werden können, richte sich an männliche und weibliche Bewerber, diskriminiere entsprechend keine männlichen Bewerber und sei mit dem Antidiskriminierungsgesetz konform. Alle Versuche sind mehr oder weniger kläglich gescheitert, was aber nichts daran ändert, dass weiterhin mit mehr als 300 Millionen Euro die Diskriminierung von Männern an Universitäten vorangetrieben wird.

Das liegt zum einen daran, dass mit der Antidiskriminierungsstelle eine Stelle geschaffen wurde, deren Zweck darin besteht, da zu sein, nicht jedoch darin, etwas zu tun, und es liegt daran, dass die politisch Verantwortlichen zum einen nichts daran finden, Männer zu diskriminieren und sich zum anderen um Gesetze wie das Antidiskriminierungsgesetz nur dann scheren, wenn es ihnen in den Kram passt. Kurz: Deutschland ist eine Banananrepublik in der die Willkür der Behörden darüber bestimmt, wann ein Gesetz gerade genehm und anzuwenden ist und wann nicht.

Die beiden neuesten, lächerlichen Versuche, die Männerdiskriminierung, die planmäßig und in voller Verantwortung der zuständigen Kultur- und Bildungsminister betrieben wird, als etwas anderes erscheinen zu lassen, stammen von der Bergischen Universität Wuppertal und der Universität Erfurt.

Uni Wuppertal ppAn der Bergischen Universität Wuppertal soll eine “Univeristätsprofessur für das Lehr- und Forschungsgebiet Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Geschlecht und Diversität” besetzt werden. Die übliche Schulterklopf-Orgie zu Beginn der Ausschreibung lautet wie folgt:

“Die Bergische Universität Wuppertal ist eine moderne, dynamische und forschungsorientierte Campusuniversität mit interdisziplinär ausgerichteten Profillinien in Forschung und Lehre.”

Und weiter:

“im Fachbereich G – Bildungs- und Sozialwissenschaften ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt – vorbehaltlich der Zuweisung der im Rahmen des Professorinnenprogramms II beantragten Mittel – eine Universitätsprofessur” … zu besetzen.

An der Bergischen Universität Wuppertal mag man modern und dynamisch und forschungsorientiert und interdisziplinär ausgerichtet sein, was Ausschreibungstexte betrifft, so ist man jedoch eines nicht: ehrlich.

Wie zwischenzeitlich hinreichend bekannt ist, so dass ein entsprechender Täuschungsversuch eigentlich sinnlos ist, werden aus den Mitteln des Professorinnenprogramms nur und ausschließlich weibliche Bewerber auf Professuren finanziert. Wenn die Besetzung der ausgeschriebenen Stelle also “vorbehaltlich” an die “Zuweisung der im Rahmen des Professorinnenprogramms II beantragten Mittel” geknüpft ist, dann bedeutet dies: es wird entweder ein weiblicher Bewerber berufen, denn nur dann fließen die Mittel oder keiner.

Das würde eigenlich als Täuschungsversuch reichen. Aber die kriminelle Energie der Verantwortlichen an der Bergischen Universität Wuppertal erschöpft sich nicht in diesem Täuschungsversuch. Vielmehr wird noch ein Versuch drauf gesetzt, um möglichst viele arglose männliche Bewerber an der Nase herumzuführen:

“Frauen werden nach Maßgabe des Landesgleichstellungsgesetzes bei gleicher Qualifikation bevorzugt berücksichtigt. Die Rechte der Schwerbehinderten, bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt zu werden, bleiben unberührt.”

So als gäbe es zwischen Frauen und Männern, Behinderten und Frauen im Professorinnenprogramm zu wählen, erwecken die Verantwortlichen den Eindruck, als wäre es nicht bereits ausgemachte Sache, dass entweder eine Frau oder eine behinderte Frau, aber niemand sonst, auf die ausgeschriebene Stelle berufen wird. Das verdient eine Auszeichnung, am besten in Form von 91 Tagessätzen wegen versuchten Betrugs.

Die gleiche Masche findet sich bei der Universität Erfurt, so dass man sich fragt, ob das BMBF neue Täuschungsrichtlinien erlassen hat, die bislang in Wuppertal und in Erfurt getestet wurden.

In Erfurt ist ein “Annemarie-Schimmel-Fellowship für eine Postdoktorandin / einen Postdoktoranden (wissenschaftliche Mitarbeiterin / wissenschaftlicher Mitarbeiter)” ausgeschrieben.

Die Ausschreibung erfolgt im “Rahmen des Professorinnenprogramms II des Bundes und der Länder zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern in Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen”, und zwar durch Diskriminierung von Männern, die auf die entsprechende Stelle nicht berufen werden.

Uni Erfurt ppAbermals findet sich in der Ausschreibung der doppelte Täuschungsversuch, dieses Mal unter der Überschrift “Anmerkungen” und in folgender Formulierung:

“Die Universität Erfurt strebt eine Erhöhung des Anteils von Frauen in Forschung und Lehre an. Entsprechend qualifizierte Wissenschaftlerinnen werden um ihre Bewerbung gebeten. Sofern die Voraussetzungen vorliegen, ist eine Finanzierung der Stelle aus den Mitteln für zusätzliche Gleichstellungsmaßnahmen im Rahmen des Professorinnenprogramms II vorgesehen. Schwerbehinderte haben bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Qualifikation Vorrang bei der Einstellung.”

Die geforderten Voraussetzungen bestehen darin, weiblich zu sein, behinderte, weibliche Bewerber haben auch in Erfurt die besten Aussichten berufen zu werden. Männliche Bewerber, egal, ob behindert oder nicht, haben keine Aussicht, berufen zu werden.

Wir haben uns schon des öfteren über die Normalität gewundert, in der an deutschen Hochschulen männliche Bewerber getäuscht, an der Nase herumgeführt und schlicht betrogen werden. Warum männliche Bewerber sich auf die beschriebene Art und Weise arglistig täuschen lassen, ist uns ein Rätsel.

Wozu die Antidiskriminierungsstelle Steuerresourcen aufzehrt, ist hingegen kein Rätsel, die Legitimationsstelle für die Abzocke auf Basis der stereotypen weiblichen Opferrolle hat genau diesen Zweck und erfüllt ihn bislang hervorragend und dem Maß an Integrität der dort Beschäftigten entsprechend.

Soziologentag: die Routine der Krise und die Gesänge der Gender-Sekte

Bald ist Soziologentag. Klingt wie: bald ist Weihnachten. Nur kommt beim Soziologentag der Weihnachtsmann nicht durch den Kamin, sondern als KeyNote-Speaker in Person von Susanne Baer, die erschütterndes über die Praxis des Bundesverfassungsgericht zu berichten weiß. Da man die Berufung eines Genderisten ohne dokumentierte und ausgewiesene Ahnung von Verfassungsrecht zum Bundesverfassungsrichter in der Tat als Erschütterungsexperiment ansehen kann, etwa in der Weise, wie es erschütternd ist, wenn ein Tauber für die Zusammenstellung der Charts verantwortlich ist, könnte die “KeyNote” richtig interessant werden, immer vorausgesetzt, Baer trifft den richtigen Ton.

DGS-Kongress-2014Ansonsten ist der Soziologentag, der am Montag beginnt, eine Routine, die die Krise der Deutschen Soziologie nur zu gut belegt, ein Treffen, an dem weniger Personen teilnehmen werden als ScienceFiles Abonnenten hat, und das in den Medien, wenn überhaupt, dann einen eher pflichtschuldigen Niederschlag finden wird. Denn: Die Zeiten, in denen Soziologen etwas zu sagen hatten, die Zeiten eines Karl-Dieter Opp, eines René König, eines Randall Collins, Harold Garfinkel, die Zeiten von Herbert Blumer, George C. Homans, Talcott Parsons oder Michael Hechter, ja die Zeiten eines Hartmut Esser, der immer Leben in die Bude brachte, sie sind vorbei.

Soziologie ist von einer kritischen Wissenschaft zu einem Einheitsbrei der politischen Korrektheit geworden, in dem sich Angehörige der Mittelschicht um diejenigen kümmern, denen sie sich überlegen sehen, deren Armut sie beklagen, in vielseitigen Werken, die geschrieben werden, um sich selbst auf die Ebene des Guten zu transzendieren, nicht jedoch, um den vermeintlich Armen zu helfen. Soziologie ist in weiten Teilen zu einem selbst-expressiven Unterfangen geworden, das von farblosen Gestalten ausgeführt wird, die bei einem Glas Riesling während  der unvermeidlichen Weinprobe (schließlich ist der Soziologentag in Trier) an die Zeit zurückdenken, als ihr Haar noch nicht licht, ihre Stirn noch nicht hoch, sie selbst noch kämpferisch waren, so kämpferisch, dass sie sich ins Feld getraut haben, direkten Kontakt mit Menschen, die ihnen fremd waren, aufgenommen haben, und wenn es im Rahmen ihrer begleitenden Erforschung von Sado-Maso-Gruppen war.

Doch, das ist Schnee von gestern. Seit mehreren Jahrzehnten hat die Soziologie keine Erkenntnisse mehr hervorgebracht, die beim Rezipienten mehr als ein müdes Gähnen hervorgerufen hätten. Und wären nicht die theoretischen Grundlagen, die die großen alten Männer der Soziologie gelegt haben, Soziologie wäre schon viel früher von der Vor-Wissenschaft, die an die Tür zur Normalwirtschaft geklopft hat, in den metaphysischen Zustand übergegangen, in dem sie sich nunmehr befindet, einem Zustand, in dem manche die Stirn in tiefe Falten legen, um den nachfolgenden Trivialitäten ein entsprechendes Gewicht zu verleihen, während andere Daten mit ausgeklügelten statistischen Verfahren bearbeiten, von deren Voraussetzungen sie ebenso wenig Ahnung haben, wie sie Ahnung von der Interpretation der Ergebnisse haben, die sie regelmäßig in einer Weise vornehmen, die einem die Haare zu Berge stehen lässt. Der Soziologentag, der in den letzten Jahrezehnten immer mehr zum Treffen von Nachwuchswissenschaftlern und Studenten geworden ist, dem die meisten Lehrstuhlinhaber, die noch eine Vorstellung von Soziologie haben, fernbleiben, zeigt dies in besonderer Weise.

Er zeigt, wie ideenlos die Soziologie ist. Er zeigt, wie routinemäßig die Krise der Soziologie derzeit verwaltet wird, und er zeigt, wie hoch der Stellenwert der Weltbetrachtung, die sich vom Talk in der entsprechenden Show nur dadurch unterscheidet, dass sie auf dem Soziologentag vorgenommen wird und entsprechend nur ein kleines Auditorium findet, bereits ist.

Handbook of sociological theoryEin Blick in das Programm des Soziologentags reicht, um Routine und Krise der heutigen Soziologie zu sehen. Die gezwungenen Bezüge zu Krise zeigen deutlich wie wenig Soziologen heute noch zu sagen haben, Titel wie: “Altern und Alter als individuelle und gesellschaftliche Krise?” oder :”Bildung in der Krise – Mit Bildung aus der Krise?” oder: “Transnationale Biographien in krisenhaften Zeiten” oder; “(Über)Leben in der Dauerkrise”oder: “Get (yourself) together – Körper in Krisen” oder: “Soziologie als kritische Theorie oder Soziologie als Krisenwissenschaft?” oder: “Kreativ aus der Krise – neue Formen des Organisierens?”, lassen die Langeweile in die Augen kriechen, die den Dienst versagen, und sie lassen die Vorstellung jener endlos ermüdenden Krisenvorträge vor dem noch dienstbereiten geistigen Auge entstehen, eine Vorstellung, die selbst das Lesen von James Joyce Ulysses zur angenehmen Aufgabe werden lässt.

Wer es lange genug aushält und das Programm der routinisierten Krise des Soziologentags in Trier auch nach dem Rieslingabend im Gewölbekeller auf Seite 46 nicht in die Ablage P befördert hat, der findet auf Seite 85 jene ad-hoc Gruppe, von der wir hier schon einmal berichtet haben, jene ad-hoc-Gruppe, die man sich wohl eher als Kongregation vorstellt, als Treffen verhuschter Gestalten, die allesamt etwas Neues in ihrem Leben erlebt haben: Widerstand.

Ein völlig neues Gefühl der Krise und vielleicht die einzige wirkliche Krise, die auf dem Soziologentag behandelt wird, soll in dieser Glaubenskongregation durch gemeinsame Beschwörungsformeln bekämpft werden, durch eine gemeinsame Intonation dessen, was der Feind angeblich sagt. Vermutlich werden die in Batiktücher gewickelten Teilnehmer versuchen, neben der verbalen Intonation dem Dämon, den sie über sich hereinbrechen sehen, auch mit Rauchtee zu Leibe zu rücken, um jenen Dämon zu vertreiben, den Dämon, der sich Kritik nennt, der als Anti-Genderismus daherkommt, und der Fragen stellt, Fragen, die die Sektenmitglieder bis heute nicht beantworten wollen oder können.

Wir haben eine pre-view vorgenommen und uns die Abstracts zur Glaubenskongregation durchgelesen. Hier unsere kurze Zusammenfassung dessen, was es als Schamanengesang von 14.15 bis 16.45 am Donnerstang den 9. Oktober zu hören gibt:

  • Kathleen Heft bringt “Input”, wie sie sagt. Ihr “Input” besteht darin, die eigene Opposition zu dem, was sie “heteronorm und bürgerlich-verstandene ‘traditionelle Familie'” nennt, in Worte zu fassen und Kritik als “Sehnsucht nach einer idealisierten Bundesrepublick der 1980er Jahre” zu diskreditieren. Der “Input” benötigt keinerlei empirischen Input und entstammt insofern dem Musik-Genre der Religiosa Fantasia.
  • The-Police-De-Do-Do-Do-De-DaJuliane Langenohl sieht sich von einer extremen Rechten bedroht, eine extreme Rechte, die ihr Kulturmarxismus, Raubtierfeminismus und Frühsexualisierung von Kindern vorwirft. An dieses “völkische Gedankengut”, wie sie befindet, also das extrem rechte Gedankengut, das allein Kritik an Frühsexualisierung und Kulturmarxismus und Raubtierfeminismus zu denken im Stande ist, knüpft Langenohl viele Fragen und keine Antworten. Sie befindet sich offensichtlich noch im Stadium der Verstörung, und versucht, das Störende durch die Inkantonierung von Abwehrgesängen zu bekämpfen, ihr Gesangsbeitrag gehört entsprechend in das Musik-Genre des religious psychedelic trash.
  • Ilse Lenz, erheblich gealterte und deshalb emeritierte Genderistin ist mit ihrem Gesang noch der mittelalterlichen Leier verpflichtet, einer Leier, die durch die bekannte und monotone Intonierung von “Neoliberalismus”, “hegemoniale Männlichkeit”, “Biologismus”, “Sozialismuskritik”, “Ausgrenzung”, “Abwertung” unterbrochen wird. Bekannt ist dieses Genre religiöser Musik auch als Brabbel-Gesang.
  • Andrea Maihofer spielt mit Franziska Schutzbach die zweite Geige zu Ilse Lenz, im übertragenen Sinne natürlich, und ergänzt die “männliche Suprematie” und die “heteronormative Zweigeschlechtlichkeit” zum religiösen Brabbel-Gesang, der damit zum Fake-Requiem auf einen Zombie wird.
  • Natürlich darf auch der Gruppengesang nicht fehlen, in diesem Fall ein Trio bestehend aus Mona Montakef, Christine Wimbauer und Julia Teschlade. Sie einen Erfahrungen der “Prekarität und Prekarisierung”, was angesichts von Zeitverträgen an Universitäten kein Wunder ist. Diese Erfahrungen haben “Verunsicherung” zur Folge, Verunsicherung darüber, ob man den Lebensstandard der Eltern noch wird halten können, wenn der Genderismus in Schutt und Asche liegt. Die Verunsicherung hat das bekannte Group-Chanting zur Folge, mit dem sich massiv verstörte und verunsicherte Personen gegenseitig versichern, dass sie gar nicht verstört und verunsichert sind. Group-Chanting gibt es in vielen Versionen. Im vorliegenden Fall geht die Rezitation des Glaubensbekenntnisses in die Fürbitten über.

- Rahmenprogramm -

Noch ein Trio von Minimalisten!

- Ende Rahmenprogramm -

  • Schließlich versucht Imke Schmincke “Furor” mit ihrem Gesang zu beschwören, und zwar “lautstark”, in der Hoffnung, dass es durch vorlautes Auftreten gelingt, die eigenen Ängste davor, dass der von ihr gesehene “große gesellschaftliche Widerstand” gegen den Genderismus, das Fundament des eigenen Auskommens beseitigt, zu bändigen. Das Treffen der Gender-Kongregation endet mit diesem Singsang und der Beschwörung der “Einlösung demokratischer Freiheits- und Gleichheitsversprechen”, die natürlich nur für Genderisten gelten.

Wer sich die ad-hoc-Gruppe aus einer Laune heraus, quasi ad-hoc antun will, der sei hiermit aufgerufen, uns mit einem Bericht über das Krisentreffen zu versorgen. Wir versprechen, den Bericht zu veröffentlichen – vielleicht beantwort der Bericht ja die Frage, was das Klagen über eine gescheiterte Staatsideologie mit Soziologie zu tun hat.

Hochglanz-Unsinn: Credit Suisse versucht sich in Research

Ein Leser aus Basel, bei dem wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken, hat uns auf einen Bericht in der Schweizer Tageswoche aufmerksam gemacht, der wiederum eine Studie von Credit Suisse Research zum Gegenstand hat – eine Hochglanzstudie mit viel Bild und wenig Text.

Credit suisseTitel der Studie: The CS Gender 3000: Women in Senior Management. Titel des Beitrags in der Tageswoche: “Nur 1,7 Prozent: Frauen sind rar in Schweizer Chefetagen”.

Nachdem wir uns von diesem Schock erholt haben und uns ein Blick aus dem Fenster bestätigt hat, dass die Brecon Beacons immer noch da sind, obwohl Frauen in Schweizer Chefetagen rar sind, haben wir uns – widerstrebend und mit wenig Lust, der Studie gewidmet – im notwendigen Ausmaß.

Man schafft es bis Seite 5, um dort einen Widerspruch zu finden, der die ganze Studie für den Papierkorb reif macht. Der Widerspruch steht in zwei “Bulletpoints”, die direkt aufeinander folgen und – nun ja – man kann ihn nicht übersehen, wenn man alle fünf Sinne beisammen hat und über ein Gehirn verfügt, das zumindest die von den Augen kommenden Informationen richtig prozessiert:

“The participation of women in top management tends to be skewed towards areas of less influence and with lower promotion opportunities”.

Also: böse maskuline Kräfte verschieben die meisten Frauen im “Top Management” auf Positionen, auf denen sie wenig Einfluss haben (oder auf denen sie wenig Schaden anrichten können – je nach Interpretation). Soweit das Lamento. Gehen wir einen Punkt weiter:

“Companies displaying greater board gender diversity excess stockmarket returns adjusted for sector bias. Companies with more than one women on the board have returned a compound 3,7% a year over those that have none since 2005″.

Also: Unternehmen, bei denen mehr als eine Frau im Aufsichtsrat sitzt, machen einen höheren Umsatz als Unternehmen, bei denen keine Frau im Aufsichtsrat sitzt.

It’s magic! Es ist der Einfluss des Weiblichen auf den Umsatz von Unternehmen.

Aber, eine Seite zuvor liest man:

“… we acknowledge that we are not able to answer the causality question and this is an important caveat to the observations below in the report. Do better companies hire more women, do women choose to work for more successful companies, or do women themselves help improve companies’ performance. The most likely answer is a combination of the three.”

Wir haben also folgende Situation:

  • Üble maskuline Kräfte verschieben die meisten Frauen auf Vorstandspositionen mit wenig Einfluss.
  • Unternehmen mit mehr als einer Frau auf Vorstandsposten mit wenig Einfluss machen (etwas) mehr Umsatz als Unternehmen keiner Frau auf einem Vorstandsposten.
  • Frauen werden von den erfolgreicheren Unternehmen eher auf Vorstandsposten befördert und Frauen suchen sich lieber einen Vorstandsposten in einem erfolgreichen Unternehmen, auch einen mit wenig Einfluss und die wenigen Frauen im Vorstand, die sich dort auf zumeist unwichtigen Posten finden, helfen dabei, den Umsatz von Unternehmen zu steigern.

It’s simply magic.

Female magic: Zwei Frauen auf unwichtigen Posten in Unternehmen erhöhen den Umsatz, einfach nur durch ihre Anwesenheit, so steht zu vermuten. Die reine Gegenwart reiner Weiblichkeit erhöht den Umsatz um durchschnittlich 3,7%. Auf welchen verschlungenen Pfaden dieser Effekt sich Bahn bricht, wir wissen es nicht: It is magic.

Vielleicht sind die Götter Unternehmen mit mehr als zwei Frauen im Vorstand, auf eher unwichtigen Posten des Vorstands, um 3,7%Umsatz mehr geneigt. Vielleicht sind die Frauen auf den eher unwichtigen Posten im Vorstand kleine Einsteininnen, die durch ihre Genialität selbst vom unwichtigen Posten aus den Umsatz auf ein höheres, ein 3,7% höheres Niveau zu transzendieren im Stande sind.

Was auch immer es ist, wir werden nicht erfahren, was es ist, das den 3,7%weiblichen Einfluss auf den Umsatz transportiert und möglich macht, denn Credit Suisse hat es nicht untersucht.

magic moneyHaben Sie übrigens ein Konto bei Credit Suisse?
Das würden wir uns überlegen.
Die glauben dort an Magie.
Eher beunruhigend.

Bleibt noch anzufügen, dass bei Credit Suisse nicht nur Magier, sondern auch Seher unterwegs sind:

“We see three main obstacles to achieving greater diversity: cultural biases, workplace-related biases; and structural/policy issues.”

Wer diese Hindernisse auch sieht, diese kulturellen, mit dem Arbeitsplatz verbundenen und strukturellen und politischen Hindernisse, der sollte sich im Lottospielen versuchen, denn er sieht offensichtlich wie die Autoren der Credit Suisse Studie etwas, was man nicht mit Daten belegen kann, was man nur dadurch verdichten kann, dass man auf jemanden verweist, der es auch schon gesehen hat… ein richtiges Seher-Netzwerk, aber eben keine Wissenschaft, nicht einmal ansatzweise etwas wie Wissenschaft.

Aber etwas, worüber die Schweizer Tageswoche berichten muss, unter der Überschrift, die oben genannt wurde. Seit der Veröffentlichung des Artikels am 23.9.2014, um 16:19 Uhr sind einige Tage und Stunden vergangen. Die Erde dreht sich immer noch um die Sonne. Die Brecon Beacons stehen auch jetzt noch, wo wir sie erwarten und die mehr als eine Frau im Vorstand von Unternehmen üben weiterhin ihre 3,7%Umsatz-Magie.

Schön!