Die Universität als Ort organisierter Kriminalität? Neues von der HU-Berlin

Wenn man revue passieren lässt, was wir alles bereits von der Humboldt-Universität berichtet haben, dann …, aber sehen Sie selbst:

HU-BerlinAn der Humbold-Universität gibt es einen Studiengang “Gender Studies”, der nach Recherchen von Hadmut Danish eingerichtet wurde, ohne den Erfordernissen des Berliner Hochschulgesetzes Rechnung zu tragen. Er wurde nicht qualitativ evaluiert. Er wurde von Gutachterinnen begutachtet, die selbst Vertreter der Gender Studies sind, und Krähen hacken sich bekanntermaßen nicht gegenseitig Augen aus. Und seine Einrichtung beruht auf falschen Angaben, wie Hadmut Danisch festgestellt hat.

Und was sagen die Verantwortlichen der Humboldt-Universität, deren Präsident Jan-Hendrik Olbertz dazu?

Nichts.

Er und die Verantwortlichen der Humboldt-Universität, die alle aus Steuermitteln finanziert werden, verweigern dem Steuerzahler Hadmut Danisch und allen anderen, die es wissen wollen, die Auskunft darüber, wie die Einrichtung der Gender Studies an der Humboldt-Universität von Statten gegangen ist.

Die Klage von Danisch, mit der er u.a. den Präsidenten zum Reden bringen will, ist vor dem Berliner Verwatungsgericht anhängig.

An der Humboldt Universität gibt es nicht nur ein Profx, das eine Anrede fordert, die im Berliner Hochschulgesetz nicht vorhanden ist – was das Profx nicht daran hindert, ein Professorengehalt einzustreichen – es gibt auch ein Profx, das zu Straftaten aufruft.

Und was sagen die Verantwortlichen  der Humboldt-Universität, deren Präsident Jan-Hendrik Olbertz dazu?

Nichts.

Selbst auf mehrmalige Nachfragen reagiert der aus Steuermitteln finanzierte Präsident der Humboldt-Universität nicht.

Offensichtlich ist ihm die Vorstellung, Bürgern gegenüber Rechenschaft abzugeben und Rede und Antwort zu stehen, z.B. darüber, wie er den ordnungsgemäßen und nutzenbringenden Einsatz der ihm und seiner Institution zur Verfügung gestellten Steuermittel gewährleistet, zuwider oder doch zutiest unbekannt, was beides ein beredtes Bild von seiner demokratischen Eignung (und seiner Kinderstube) gibt.

Bereits an dieser Stelle, keimt der Verdacht, dass die Berliner Humboldt-Universität mehr einem kriminellen Netzwerk gleicht, in dem niemand den Mund aufmachen will, angesichts der vielen Leichen im Keller, als einer Bildungsinstitution.

Aber all das reicht noch nicht.

DanischHadmut Danisch ist etwas Neues zu Ohren gekommen, und er bittet alle, die entsprechende Informationen über die Humboldt-Universität haben, um Mithilfe.

Als Vertreter der nicht-kriminellen Mehrheit unterstützen wir den Aufruf von Hadmut Danisch und bieten allen, die sich bei ihm melden, unseren Schutz unter einer Kronzeugen-Regelung an, die man als Civil Self-Defence bezeichnen könnte, eine Civil Self-Defence, die notwendig geworden ist, weil Angestellte der Öffentlichkeit vergessen zu haben scheinen, wer sie bezahlt.

Hier also der Aufruf von Hadmut Danisch:

Ich suche Leute mit Insider-Wissen der HU. Nachtrag: Auch TU und FU interessieren mich in diesem Zusammenhang.

In letzter Zeit haben mich mehrere Leser darauf hingewiesen, dass es an der Humboldt-Universität eine interne, hoch aufgehängte Organisationseinheit gäbe, die mit erheblichem Einfluss Frauen mit Doktorgrad (der häufig auch nur Fake sei) Pseudoprofessuren zuschanze, obwohl sie die Anforderungen an die Professur nicht entfernt erfüllen. Notfalls würden Phantasiefächer und -forschungsgebiete einfach erfunden.

Es spricht allerhand dafür, dass das dort so läuft, denn es gibt da einige Personen, für deren Anwesenheit ich keine andere als eine solche Erklärung finde, und es gibt diverse Textstellen, die auch darauf hindeuten.

Ich bräuchte dazu nähere, konkretere Informationen, die das be- oder widerlegen, oder die sonst irgendwie weiterhelfen.

Wer etwas weiß und mitteilen kann, wendet sich bitte an Hadmut Danisch

Mogelpackung: Nicht überall wo Wissenschaft drauf steht, ist auch Wissenschaft drin

von Michael Klein

Die neueste Ausgabe der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie enthält eine Rezension von Dr. habil. Heike Diefenbach. Wir sind also nicht nur die Kritiker und Beobachter der Wissenschaft, die von außen betrachten, wir sind auch die Kritiker und Beobachter der Wissenschaft, die von innen verändern.

Besprochen hat Dr. habil. Heike Diefenbach das Buch:

Sind Mädchen besser? Der Wandel geschlechtsspezifischen Bildungserfolgs in Deutschland. Frankfurt a. M.: Campus 2012. 340 Seiten. ISBN 978-3-593-39754-2. Preis: € 39,90 von Marcel Helbig, seines Zeichens Mitarbeiter am Wissenschaftszentrum Berlin.

KfzssDer etwas prätentiös und sprachlich verkümmert daherkommende Titel, dem die Vergleichsbasis fehlt (besser als), gibt also vor, es handle sich um ein Buch, das sich mit der Tatsache befasst, dass Jungen in den letzten Jahrzehnten im deutschen Bildungssystem immer weiter hinter Mädchen zurückgefallen sind – ein Ergebnis, das Diefenbach und Klein bereits 2002 in der Zeitschrift für Pädagogik publiziert haben.

Vor genau 12 Jahren! Denn: publiziert wurde es in der Dezemberausgabe. 12 Jahre steht also der Befund, dass Jungen im Bildungssystem deutlich schlechter abschneiden als Mädchen. Geändert hat sich nichts. Offensichtlich, so kann man wohl nach 12 Jahren feststellen, ist es deutschen Bildungspolitikern vollkommen egal, dass Jungen in der Bildung mit Mädchen nicht gleichgestellt sind, dass sie aktiv benachteiligt werden, wie eine Reihe von Befunden, nicht zuletzt Diefenbach (2007) die LAU und die ELEMENT Studien deutlich machen.

Da 9 der 16 Kultusministerien von Frauen geleitet werden, kann man nunmehr auch die Mär von den Frauen, die angeblich so “caring” sind, so viel mehr “caring” als Männer auf den Müllhalde der Legenden werfen und feststellen: weibliche Kultusminister kümmern sich ebenso wenig darum, dass Jungen in Schulen hinter Mädchen zurückbleiben wie männliche Kultusminister.

Helbig will angeblich – das suggeriert jedenfalls der Titel seines Buches, bei dem es sich um seine Dissertation handelt, – im Zeitverlauf die Entwicklung des geschlechtsspezifischen Bildungserfolgs betrachten und, so kann man dem kümmerlichen “Sind Mädchen besser” (wieso eigentlich nicht: “Sind Jungen schlechter”?) entnehmen, Erklärungen für den geschlechtsspezifischen Bildungserfolg analysieren.

Dazu Dr. habil. Heike Diefenbach in ihrer Rezension:

Mogelpackung“Was Helbig tut, ist vielmehr zweierlei: zuerst rezipiert er einige mögliche Erklärungen für die Nachteile von Jungen gegenüber Mädchen mit Bezug auf ihren formalen Bildungserfolg, die in der Literatur vorgebracht werden, und empirische Studien, die sich auf diese Erklärungen beziehen (lassen); anschließend nimmt er anhand von retrospektiven Daten aus der ALWA-Studie und der NEPS-E8-Studie einen Vergleich von Jungen und Mädchen bzw. Frauen und Männern aus vier Kohorten bzw. Gruppen von Geburtsjahrgängen (die die Jahre von 1944 bis 1986 umfassen) zum Gymnasiumbesuch und dem Erwerb des Abiturs vor und versucht, die Ergebnisse durch einige Variablen zu erklären, die in diesen Studien verfügbar sind (wobei er sechs verschiedene abhängige Variablen benutzt, die sich alle auf den Gymnasiumbesuch oder den Erwerb des Abiturs beziehen).”

Es geht also nicht um die Erklärung eines geschlechtsspezifischen Bildungserfolgs, wie der Titel suggeriert, sondern um die Erklärung des Besuchs eines Gymnasiums und des Erreichens eines Abiturs. Das Schöne an der Beschränkung dieser Fragestellung ist nun: Die Jungen, die bis zum Gymnasium bereits aussortiert wurden, werden gar nicht erst berücksichtigt. Anders formuliert: Da sich der geschlechtsspezifische Bildungserfolg u.a. darin niederschlägt, dass weniger Jungen als Mädchen am Gymnasium ankommen, untersucht Helbig gerade nicht den geschlechtsspezifischen Bildungserfolg. Er gibt dies nur vor. Sein Ansatz entspricht in etwa der Untersuchung geschlechtsspezifischer kognitiver Kompetenzen, die sich auf eine Auswertung der Preisträgerliste für den Nobelpreis beschränkt. Eine solche Auswertung würde natürlich nicht unter der Überschrift “Sind Männer besser” vorgenommen, sondern unter der Überschrift “Frauen werden benachteiligt”.

Es handelt sich bei der Dissertation also um eine Mogelpackung, wie Dr. habil. Heike Diefenbach in ihrer Rezension deutlich zeigt – eine Mogelpackung, die vorgibt, den kompletten Bereich des geschlechtsspezifischen Bildungserfolgs zu untersuchen, sich aber nur auf einen spezifischen Bereich des Bildungssystems, namentlich das Erreichen eines Abiturs beschränkt. Und es ist keine Verlaufsstudie, wie man erwarten würde, weil die Erklärung einer Entwicklung angekündigt wird. Vielmehr nutzt Helbig retrospektive Daten, also Daten aus Erhebungen, bei denen die Teilnehmer rückblickend über Bildungsaspekte ihres Lebens befragt wurden.

Dass im nächsten Schritt von Helbig eine Datenhuberei entwickelt wird, die man zwischenzeitlich gewöhnt ist, dass die unvermeidliche Logistische Regression seitenweise auf die Leser einstürzt, die nach kurzer Zeit dasselbe Schicksal erleiden wie der Autor, nämlich komplett den Überblick zu verlieren, sei hier nur der Vollständigkeit halber angefügt.

So fragt man sich, warum wurde dieses Buch geschrieben, wenn alles, was im Titel angekündigt wird, nicht gemacht wird? Die Antwort gibt Dr. habil. Heike Diefenbach:

“Damit ist klar, dass Helbig Mädchen tatsächlich für rundum „besser“ hält als Jungen, aber er fragt sich nirgendwo im Buch, warum das so sein sollte, und auf seine Analysen bezieht sich all dies in keiner Weise.

Worauf gründet Helbig dann aber seine Überzeugung? Er liest sie anscheinend aus seiner Rezeption der Literatur im vorderen Teil des Buches heraus – „anscheinend“, weil er bei der Formulierung seiner Überzeugungen keine Rückverweise auf Literatur oder konkrete Studien vornimmt. Fest steht aber, dass seine Rezeption unzureichend oder unangemessen ist. So fehlen wichtige Befunde, die dazu geeignet
gewesen wären, Helbigs persönliche Überzeugung hinsichtlich der schulischen Nachteile von Jungen zu gefährden, darunter der Befund der Autorin dieser Rezension, der anhand der Daten der PISA-2003-Studie gewonnen wurde und nach dem Mathematikleistungen und -noten bei Mädchen deutlich enger miteinander zusammenhängen als bei Jungen und Jungen bei der Benotung gemessen an ihren Leistungen häufiger unterbewertet werden als Mädchen (und Mädchen häufiger als Jungen
ihren Leistungen entsprechend oder überwertet werden) (Diefenbach 2007).”

loss of realityMit anderen Worten, wir haben es wieder einmal mit einem Versuch, die Realität umzuschreiben und als Travestie ihrer selbst darzustellen, zu tun, ein weiterer Versuch im Gesamt all der Versuche, die seit Jahren unternommen werden, um die Nachteile von Jungen im Bildungssystem mit welchen hanebüchenen Rabulistiken auch immer aus der Welt zu reden und dem Bildungssystem als solchem, also Lehrern, Schulen und vor allem Kultusministerien, Absolution zu erteilen. Helbig liefert damit ein erneutes Beispiel dafür, wie Wissenschaft zur Magd politischer Interessen degradiert wird.

Dr. habil. Heike Diefenbach ist eine von ganz wenigen Wissenschaftlern, die den Mut haben, dies auch in wissenschaftlichen Publikationen zum Ausdruck zu bringen, ein Stern, der sich hartnäckig gegen das Schwarze Loch der politischen Korrektheit behauptet, in dem sich die meisten institutionalisierten Wissenschaftler verstecken:

“Welcher Erkenntnisgewinn lässt sich angesichts all dessen aus dem Buch ziehen? Die Doktormutter der Dissertationsschrift von Helbig, Jutta Allmendinger, behauptet in ihrem Vorwort zum Buch: „Im vorliegenden Band findet man alles, was sich zur Frage vom Wandel des Bildungserfolgs nach Geschlecht finden lässt. Es ist ein in jeder Hinsicht gesättigtes Werk geworden“ (S. 11). „[G]esättigt“ ist das Buch aber nur mit (selbstauferlegten?) Rezeptions- und Denkbeschränkungen, sodass der einigermaßen bildungssoziologisch informierte Leser nach Lektüre dieses Buches nur weiß, was dabei herauskommt, wenn Sozialwissenschaft zur Legitimation des Status Quo benutzt wird, wie dies leider zunehmend der Fall ist.”

Der Teufel und das Weihwasser …

Vertreterinnen der Gender Studies illustrieren vor breitem Publikum (einmal mehr) ihre Unwissenschaftlichkeit

Dr. habil. Heike Diefenbach zerlegt einmal mehr Vertreter der Gender Studies 

Sabine Hark und Paula Villa haben im Tagesspiegel einen neuen Angriff gegen alle Personen getätigt, die sich fragen, worin die Wissenschaftlichkeit von Gender Studies oder auch nur deren Nutzen bestehen soll. Die Autorinnen des Textes “Das dubiose Gender”, von dem wir auf ScienceFiles bereits berichtet haben, zeigen mit ihrem Text auf eindringliche Weise, was sie vermutlich gerade zurückweisen wollten: wie dubios nicht “gender”, sondern die Gender Studies sind, jedenfalls dann, wenn sie als Kandidat für ein wissenschaftliches Fach gelten wollen.

Und dies zeigt sich in vielen Hinsichten in ihrem Text. Ich werde im Folgenden nur auf einige von ihnen eingehen können, von denen ich meine, dass sie die Unwissenschaftlichkeit der Gender Studies bzw. ihrer Vertreter (hoffentlich aber nicht ALLER Ihrer Vertreter!) besonders deutlich erkennen lassen, die wir aber in unserem ersten Text über das outing von Sabine Hark und Paula Villa als wissenschaftlich unbedarft nicht hinreichend würdigen konnten.

Hier also vier Punkte, anhand der die wissenschaftliche Unbedarfheit der Autorinnen besonders deutlich wird:

Punkt 1: Die Diffamierung von Kritik statt die Auseinandersetzung mit den Kritikpunkten, oder: der Fehlschluss ad hominem – zum x-sten Mal!

Logik SalmonDer erste Teil des Textes, der beiden genannten Autorinnen, beide Lehrstuhlbesetzerinnen an deutschen Universitäten, besteht allein aus Beschimpfungen und Unterstellungen gegenüber denen, die sie als Kritiker der Gender Studies wahrnehmen. Da ist die Rede von “Anwürfen”, von “Antifeministen”, von “misogyne[n], sexistische[n] und auch [! es gibt nur “und” oder “auch”, aber nicht “und auch”!] Positionen” und davon, dass die Gender Studies “diskreditiert” würden. Die Kritik der Kritiker wird als solche keines Wortes gewürdigt; sie wird einfach in Bausch und Bogen verworfen, weil sie von Leuten kommt, die die Autorinnen in der Weise verunglimpfen, in der sie es tun, und die Verunglimpfung von Personen oder Auffassungen für sie anscheinend dasselbe ist wie eine vernünftige Gegenargumentation.

Wie jeder mehr oder weniger regelmäßige Leser von Sciencefiles weiß, ist das der alte Hut vom Fehlschluss ad hominem und daher eben das: ein nicht ernstzunehmender Fehlschluss, denn (um es wieder einmal zu erklären):

selbst dann, wenn eine Kritik geäußert würde, weil derjenige, der sie äußert, misogyn, sexistisch, antifeministisch oder sonst irgendetwas unflätiges wäre, würde das über die Kritik als solche überhaupt nichts aussagen. Auch, wenn es Vertreterinnen von Gender Studies schwerfällt, es zu verstehen oder zu akzeptieren: auch jemand, der misogyn oder sexistisch … [Beliebiges einsetzen!] ist, kann eine berechtigte Kritik äußern oder eine sachlich berechtigte Frage stellen!

Und die Kritik bzw. die Frage stehen weiter im Raum – mit oder ohne Diffamierung derer, die die Kritik äußern oder die Frage stellen.

Entweder Frau Hark und Frau Villa sind in ihrer Bildungsbiographie noch nicht soweit vorgedrungen, dass sie logische Schlussfolgerungen von Fehlschlüssen zu unterscheiden gelernt hätten [aber was haben Sie dann als Dozierende an einer Hochschule verloren?], oder sie greifen auf diesen plumpen Täuschungsversuch zurück, weil sie damit die Tatsache verdecken wollen, dass sie nicht im Stande sind, der Kritik inhaltlich zu begegnen, also keine Gegenargumente vorbringen können, keine Argumente auf ihrer Seite haben.

In jedem Fall gehen Wissenschaftler genauso mit Kritik NICHT um, denn für Wissenschaftler ist Kritik etwas Produktives und für den wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt Notwendiges.

Punkt 2: Und noch ein Fehlschluss: der Schluss von sich auf andere, und die Verwechslung von Entdeckungs- und Begründungszusammenhang

Beckermann LogikMöglicherweise sind sich Hark und Villa selbst nicht ganz sicher, ob der plumpe Trick mit dem ad hominem funktioniert. Also setzen sie noch eins drauf: Kritiker sind misogyn, sexistisch etc, aber die Autorinnen unterstellen ihnen gleichzeitig – doppelt gemoppelt hält bekanntermaßen besser, oder!? – “Statusangst”. Da die Autorinnen schwerlich als ausgewiesene Psychologinnen gelten können und m.W. keinerlei entsprechende empirische Forschung betrieben haben, muss man sich fragen, wie sie auf die Idee kommen, ihren Kritikern “Statusangst” zu unterstellen. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob es ein solches Konstrukt in der Psychologie überhaupt gibt, und so scheint es naheliegend als Quelle der Idee von der “Statusangst” die Gefühlslage der Autorinnen zu vermuten.

Wenn das zutrifft, so muss die Angst der Autorinnen vor dem sozialen Abstieg oder dem Verlust des “warm glow” der Wissenschaftlichkeit als der Entdeckungszusammenhang der “Statusangst” gelten. Aber wie jeder Wissenschaftler weiß sind Entdeckungszusammenhang und Begründungszusammenhang unabhängig voneinander! D.h. wenn die Autorinnen aufgrund ihrer eigenen Ängste auf die Idee kommen, es könne so etwas wie “Statusangst” geben, das eine Person andere Auffassungen irrational und ungeprüft ablehnen lässt, dann kann das Anlass sein zu prüfen, ob es sich vielleicht nicht nur bei ihnen selbst, sondern auch bei den Kritikern so verhält, aber es ersetzt nicht die entsprechende Prüfung!

Einfach zu behaupten, andere Leute hätten “Statusangst” und jeden Beleg hierfür oder auch nur eine Plausibilisierung dieser Unterstellung anzubieten (wie ich das gerade mit Bezug auf die Autorinnen getan habe), ist vollkommen unwissenschaftlich. Kein Wissenschaftler würde statt mit Belegen mit schlichten Unterstellungen argumentieren wollen, und vor allem wissen Wissenschaftler gewöhnlich, worin sie kompetent sind und worin nicht. Oder anders gesagt: es scheint, dass Hark und Villa sich nicht darüber im Klaren sind, dass sie zumindest in Sachen Psychologie keine Kompetenzen haben, sonst würden sie sich wohl kaum zu einer psychologischen Hobby-Analyse ihrer Kritiker versteigen.

Punkt 3: Fehschlüsse, Fehlschlüsse und noch mehr Fehlschlüsse: diesmal der Fehlschluss ad auctoritatem zur Verschiebung von Verantwortung und zur Vermeidung von Begründungen

Logik f dummiesWenn man sich den Text von Hark und Villa zumutet, dann fällt einem auf, dass er eine positive Argumentation durch die Berufung auf andere Leute, die auch schon gesagt haben, was man selbst gerne sagt, ersetzt. Schon der allererste Absatz des Textes enthält einen solchen Versuch, statt einer Begründung ein argumentum ad auctoritatem zu bringen: wir erfahren, dass im Jahr 1902 eine Schriftstellerin, Intellektuelle und Aktivistin aus Berlin ihre Kritiker beschimpft hat und ihnen “Furcht vor dem weiblichen Geschlecht” unterstellt hat, die deren Position als “dümmliche Verteidigung von Machtansprüchen” entlarve.

Wie unter Punkt 2 erklärt wird natürlich nichts dadurch als “dümmliches” Irgendetwas “entlarvt”, also ein Begründungszusammenhang aufgeklärt, dass jemandem irgendeine Furcht unterstellt wird, also – bestenfalls – auf den Entdeckungszusammenhang rekurriert wird. Das bemerken Frau Hark und Frau Villa aber gar nicht. Sie übernehmen es unkritisch und – noch schlimmer – sie meinen anscheinend, dass die Tatsache, dass jemand, den sie mögen, einmal ähnliche Beschimpfungen und Unterstellungen geäußert habe wie sie, gleichzeitig dieser Person und ihnen selbst Recht gäbe – in was genau auch immer.

Es handelt sich hier um den Fehlschluss ad auctoritatem, bei dem die Autorinnen meinen, das, was sie selbst nicht begründen, sondern nur unterstellen können, dadurch begründen zu können, dass sie auf jemanden verweisen, der auch schon nur unterstellt, aber nicht begründet hat. Das ist eine besonders dumme Form des Fehlschlusses ad auctoritatem. Der “einfache” ad auctoritatem soll eine Art Kurzformel für eine Begründung sein: man verweist auf jemanden, den man als eine Autorität ansieht und lastet sozusagen ihm die Begründung für den eigenen Standpunkt an, bleibt die Begründung aber selbst schuldig (obwohl sie doch angebbar sein muss, wenn man angeblich von jemandem weiß, der so überzeugende Gründe vorgebracht hat; man müsste sich doch dann an diese Gründe erinnern können).

Der sagen wir: degenerative Fehlschluss ad auctoritatem, den Frau Hark und Frau Villa begehen, bezieht sich aber gar nicht auf eine Begründung, die man selbst nicht geben kann, weshalb man an die Autorität weitervermittelt, sondern bloß auf Beschimpfungen und Unterstellungen, die jemand anders auch schon geäußert hat, sozusagen eine Autorität in Ausfälligkeiten.

Zumindest in dieser verschärften Form unterläuft der Fehlschluss ad auctoritatem sicherlich keinem Wissenschaftler.

Das soll nicht heißen, dass die Autorinnen nicht auch den einfachen Fehlschluss ad auctoritatem pflegen. So verweisen Sie, um eine Einschätzung von jemandem, den sie zu den eigenen Reihen zählen, zu begründen, auf einen Naturwissenschaftler, der das auch sage (oder Ähnliches), was in den Augen der Autorinnen anscheinend bedeuten muss, dass das auch richtig so sein müsse.

Dummerweise wirft das die folgende Frage auf: wenn es Naturwissenschaftler und Philosophen gibt, die all das gesagt haben, was die Vertreter von Gender Studies (gewöhnlich in weit unklarerer Sprache) zu sagen haben, wozu sollte dann das Fach “Gender Studies” noch notwendig oder nützlich sein?

Das ist der Fallstrick des Fehlschlusses ad auctoritatem: er verweist immer zurück auf die Überflüssigkeit der eigenen Person – man verkündet ja bloß das. was man für Erkenntnisse anderer Leute hält. Das ist die klassische Tätigkeit des Wasserträgers oder wie man heute so schön sagt: des Multiplikatoren, wissenschaftliches Arbeiten hat aber etwas mit Eigenleistung zu tun!

Punkt 4: Erkenntnistheorie und inhaltliche Einsichten: Verirrungen und Verwirrungen zwecks “name dropping”!?

Frau Hark und Frau Villa benutzen in ihrem Text das Wort “erkenntnistheoretisch”, was ein Wort ist, das normalerweise in wissenschaftlichen Zusammenhängen vorkommt und von ihnen vermutlich adaptiert wurde, um Wissenschaftlichkeit zu suggerieren. Im Zuge der Diffamierung ihrer Kritiker finden die Autorinnen sogar die eigene Einsicht, “[w]as Natur ist und welche Rolle sie für die menschliche Identität und Gesellschaft spielt”, – zu Recht – “völlig trivial”, allerdings nicht einfach so, also inhaltlich besehen, sondern “erkenntnistheoretisch völlig trivial”. Eine inhaltliche “Einsicht” ist also nicht “trivial”, weil offenkundig, sondern “erkenntnistheoretisch” trivial – aha!

Ernst ErkenntnistheorieWas mag das bedeuten? Frau Villa, an der Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft Ihrer Universität, vertritt man eine Auffassung von “Erkenntnistheorie”, die – fast, die Ausnahme sind anscheinend Frau Hark und Frau Villa – uneingeschränkt geteilt werden dürfte. Sie lautet:

“Die Erkenntnistheorie verfolgt zwei Ziele: Zum einen sollen die Natur, der Ursprung und der Umfang menschlicher Erkenntnis aufgeklärt werden, zum anderen soll die Möglichkeit von Erkenntnis erklärt und verteidigt werden.”

Als “erkenntnistheoretisch” ist also zu bezeichnen, was sich auf die Möglichkeit der menschlichen Erkenntnis bzw. die Erkenntnisfähigkeit und den Vorgang der Erkenntnisgewinnung (oder -konstruktion, für die, die’s lieber mögen) bezieht. Eine erkenntnistheoretische Einsicht könnte daher z.B. sein, dass Menschen die Realität niemals direkt wahrnehmen können, sondern sie nur eben durch ihren Wahrnehmungsapparat gefiltert wahrnehmen oder erschließen können.

Die Autorinnen schreiben:

“Was Natur ist und welche Rolle sie für die menschliche Identität und Gesellschaft spielt, ist eben historisch wandelbar. Diese erkenntnistheoretisch völlig triviale Einsicht stellt allerdings für viele … eine schwer zu schluckende Kröte dar”.

Verstehen Sie das? Ich nicht.

Wenn jemand der Meinung ist, dass die Rolle, die Natur für die menschliche Identität spielt, wandelbar ist, dann ist das erstens keine Einsicht, sondern eine These, zweitens ist die “Einsicht” anscheinend doch nicht trivial, denn sie ist doch nach Aussage der Autorinnen eine “schwer zu schluckende Kröte”, und drittens ist sie keine erkenntnistheoretische “Einsicht”; die “Einsicht” hat mit Erkenntnistheorie überhaupt nichts zu tun. Eine “Einsicht” wie die folgende hätte vielleicht etwas mit Erkenntnistheorie zu tun: “Was Natur ist und welche Rolle sie für die menschliche Erkenntnisfähigkeit spielt, ist nicht historisch wandelbar, aber empirisch prüfbar”, aber das ist es eben: hier ginge es um die Möglichkeit und Praxis menschlicher Erkenntnis(findung). Just darum geht es den Autorinnen aber offenkundig nicht.

Das Adjektiv “erkenntnistheoretisch” wird hier also völlig falsch und ohne erkennbaren Anlass benutzt. Es ist anscheinend ein eher hilfloser Versuch, sich wissenschaftlichen Vokabulars zu bedienen, um zu suggerieren, man hätte irgendeine Ahnung von Wissenschaft, man könnte wissenschaftliche Begründungen formulieren, wenn man nur wollte. Gerade die falsche Verwendung von unverstandenen Konzepten macht aber deutlich, dass es sich um Wissenschaftslaien handelt.

Fazit

Um die Autorinnen – frei – zu zitieren: Selbst dann, wenn Gender Studies in irgendeiner bislang unentdeckten Hinsicht tatsächlich wissenschaftlich sein sollten, würden die “Kultur”, das “Volk”, die “Familie” oder welche Dinge auch immer den Autorinnen heilig sind, nicht und sicherlich auch nicht die Wissenschaft untergehen, wenn Gender Studies komplett aus dem Universitätsbetrieb ausgeschlossen und vielleicht in die Volkshochschulen transferiert würden.

Nur wer Statusangst hat, lehrt lieber an einer Universität als einer Volkhochschule, oder!?!

Jetzt gilt’s: 30 Fragen an die Gender-Empörten Hark und Villa

Sabine Hark und Paula Villa haben sich gerade damit hervorgetan, dass sie im Berliner Tagesspiegel einen Beitrag, der mit “Das dubiose Gender” überschrieben ist, platziert haben. In diesem Beitrag inszenieren sie sich als Vertreter der Gender Studies, die als Fach vermeintlichen Diffamierungen ausgesetzt seien, denen die Wissenschatflichkeit abgesprochen werde und die als Ideologie bezeichnet würden.

Popper GrundproblemeNun sind es gerade Vertreter dieser Gender Studies, die sich beharrlich weigeren, über die Basis ihres Fachs, das, was sie zur Wissenschaft macht, ihre Erkenntnismethode, ihre theoretische Fundierung, ihre empirische Bestätigung und ihre nützlichen Forschungsergebnisse Auskunft zu geben. Es sind Genderisten, die bislang jede Kritik als Häresie ansehen und beleidigt darauf reagieren, und es sind Genderisten, die jede Frage nach der Berechtigung der Gender Studies als Majestätsbeleidigung auffassen.

Nachdem Hark und Villa nun behaupten, alle Kritik an Gender Studies sei nicht berechtigt, sei Diffamierung und beruhe auf Statusängsten haben wir die Gelegenheit, die uns zwei Kenner der Gender Studies vor die Flinte geschickt hat, am Schopfe ergriffen und einen Brief an die beiden aus Steuermitteln finanzierten Genderlehrstuhlinhaber geschrieben, in dem wir Sie bitten, doch uns und allen Steuerzahlern Auskunft über das wissenschaftliche Fundament der Gender Studies zu geben.

Hier der Wortlaut:

Sehr geehrte Frau Dr. Hark, sehr geehrte Frau Dr. Villa,

im Tagesspiegel vom 17. Dezember haben sie einen Beitrag über “[d]as dubiose Gender” veröffentlicht, in dem sie die Gender Studies gegen Kritik, die sie als Diffamierung bezeichnen, verteidigen. Der Beitrag widmet der Klage, über die vermeintilch ungerechtfertigten Angriffe von vor allem “bürgerlichen Medien” auf die Gender Studies viel Raum, nimmt sich viel Raum, um über Gender zu spekulieren und schließt mit dem Versuch einer ad-hoc Erklärung dazu, warum Gender Studies kritisiert werden.

Man hätte nun von Wissenschaftlern erwartet, dass sie auf Kritik mit Argumenten und nicht mit Behauptungen, Unterstellungen und ad-hoc Assoziationen reagieren. Man hätte von Wissenschaftlern erwartet, dass sie einen positiven Teil beitragen, wie Hans Albert die Darlegung der Vorteile und Leistungen einer Wissenschaft genannt hat, in dem sie zeigen, was an Erkenntnissen, verwertbaren Ergebnissen, gesellschaftlichem Nutzen die Gender Studies erbracht haben, und weshalb es für Steuerzahler wichtig war, ist und weiter hin sein wird, Gender Studies an Universitäten zu finanzieren.

Leider findet sich keinerlei positiver Teil in Ihrem Beitrag. Wir führen dies auf den Eifer des Gefechts und eine mangelnde rationale Kälte zurück und hoffen, dass Sie mittlerweile genügend Abstand gewonnen haben, um Fragen zu beantworten, die unter Wissenschaftlern regelmäßig gestellt und, das dürfen wir anfügen, normalerweise ohne Aufgeregtheit und in aller Ruhe beantwortet werden (können). Die Fragen wurden den verschiedensten Vertretern der Gender Studies vorgelegt, keiner hat sich bislang in der Lage gesehen, sie zu beantworten.

Da sie sich im Tagesspiegel als – wie man mit Garfinkel sagen könnte – kompetente kulturelle Kenner der Gender Studies präsentiert haben, gehen wir davon aus, dass es Ihnen ein Leichtes ist, Auskunft über deren wissenschaftliche Fundierung zu geben.

Deshalb bitten wir Sie, die folgenden Fragen zu beantworten und damit zu einer grundlegenden Klärung der Frage, ob Gender Studies ein wissenschaftliches Fach sind oder nicht, beizutragen.

  1. questionmark2Was ist das Patriarchat?
  2. Wo gibt es das Patriarchat?
  3. Wie kann man das Patriarchat unabhängig messen?
  4. Warum zeigt u.a. die ethnologische Forschung, dass es ein Patriarchat nicht gegeben hat?
  5. Wo werden Frauen benachteiligt?
  6. Von wem werden Frauen wo benachteiligt (in Gesetzen, in staatlichen Institutionen, in nicht-staatlichen Institutionen, auf der individuellen Ebene) ?
  7. Wie werden Frauen wo und von wem benachteiligt?
  8. Welche Folgen hat die Benachteiligung konkreter Frauen an konkreten Orten durch konkrete Personen und für wen?
  9. Welche Erkenntnis hat die Forschung im Rahmen von Gender Studies bislang erbracht?
  10. Welcher wissenschaftliche Nutzen geht von dieser Erkenntnis aus?
  11. Wem entsteht dieser Nutzen?
  12. Welche empirischen Erkenntnisse hat die Forschung im Rahmen von Gender Studies erbracht?
  13. Wozu ist es wichtig, diese empirischen Erkenntnisse zu haben?
  14. Wo verläuft die Grenze zwischen Lehrstühlen der Gender Studies und Indoktrination?
  15. Welche Kenntnisse haben Studenten der Gender Studies, die sie vor ihrem Studium nicht bereits hatten?
  16. Welche berufliche Zukunft haben Studenten der Gender Studies?
  17. Welche Belege für den Nutzen der Gender Studies gibt es?
  18. Welche Belege für einen Schaden durch Gender Studies gibt es?
  19. In welchem Verhältnis stehen Nutzen und Schaden der Gender Studies zueinander?
  20. Welches Erkenntnisinteresse haben Gender Studies?
  21. Welche Methoden der Erkenntnisgewinnung nutzen Gender Studies ?
  22. Wie wird sichergestellt, dass Erkenntnisse der Gender Studies nachprüfbar sind und von anderen nachvollzogen werden können?
  23. Gibt es ein theoretisches Konzept “Gender Studies”?
  24. Wenn ja, auf welcher empirischen Basis steht dieses Konzept?
  25. Wenn ja, wie hat sich dieses Konzept an der Empirie bewährt
  26. Was haben Gender Studies an Universitäten zu suchen?
  27. Welchen konkreten Nutzen haben Gender Studies der Wissenschaft gebracht?
  28. Welchen konkreten Schaden haben Gender Studies der Wissenschaft zugefügt?
  29. Wie rechtfertigen Gender Studies ihre Finanzierung durch Steuerzahler?
  30. Welcher Nutzen entsteht Steuerzahlern?

Wir bedanken uns im Voraus für die Antworten und verbleiben mit freundlichen Grüßen,
Dr. habil. Heike Diefenbach
Michael Klein
ScienceFiles.org

Wer unserem Schreiben mehr Nachdruck verleihen will, dadurch, dass er es ebenfalls an Hark und Villa schickt, der kann dies gerne tun.
Die eMail-Adressen lauten:
sabine.hark@tu-berlin.de
und
Paula.Villa@soziologie.uni-münchen.de

Die dubiosen Genderisten: Sabine Hark und Paula Villa haben Statusängste

Wen wundert es, dass Genderisten wie Sabine Hark und Paula Villa, die es beide auf irgend eine Weise geschafft haben, je einen Lehrstuhl in Berlin und München zu besetzen, die Flucht nach vorne antreten?

Offensichtlich bläst den Genderisten der Wind ins Gesicht und sie sehen sich genötigt, “das dubiose Gender”, wie sie es nennen, zu erklären, wie sie meinen, und die Gender Studies gegen die Attacken aus der “bürgerlichen Presse” zu verteidigen, einen Begriff, den man seit dem Kommunistischen Manifest eigentlich in abnehmender Häufigkeit zu lesen gewohnt ist, und der die Gender Studies, die Hark und Villa für sich reklamieren, bereits zu Anfang eines Textes, der sie als Wissenschaft darstellen will, als Ideologie, als sozialistische Ideologie identifiziert.

Ausgerechnet im bürgerlichen Tagesspiegel haben Hark und Villa ihr “dubioses Gender” verbreitet.

Der Beitrag beginnt mit dem üblichen Palaver über die Diffamierungen, denen sich die Gender Studies ausgesetzt sehen, was übersetzt meint: Es gibt auf der einen Seite immer mehr Menschen in Deutschland, die die Frage nach dem Wert und dem Nutzen in Relation zu den Kosten der Gender Studies stellen und auf der anderen Seite Genderisten, die genau diese Fragen nicht beantworten können.

Nach diesem üblichen Palaver, das man mit Erving Goffman als Inszenierung der Opferrolle erklären kann, also als Abwehr berechtigter Kritik durch das, was Genderisten offensichtlich als einzige Reaktionsform kennen: Sich aufgebracht aufblustern und empört bereits die Berechtigung von Frage und Kritik an ihrer heiligen Lehre abwehren, folgt ein dubiose Heilslehre über das dubiose Gender.

Denn eine Heilslehre, eine Ideologie und eben keine Wissenschaft muss es sein, wenn Genderisten nun schon seit Jahren nicht in der Lage sind, auch nur eine der Frage, die z.B. wir gestellt haben, zu beantworten oder auch nur einen belastbaren Befund vorzulegen, der zeigt, dass Genderisten den Anspruch, Wissenschaft zu sein, zu Recht erheben.

Goffman TheaterStatt also die erkenntnistheoretischen Grundlagen darzustellen, statt Ergebnisse aufzufahren, die belegen, dass Gender Studies zu Recht an Universitäten und auf Kosten von Steuerzahlern unterhalten werden (was Gender Studies zu einer zweiten Form der staatlich reglementierten Unterhaltszahlung an vornehmlich Frauen macht), statt also das Credo aufzusagen, das Wissenschaftler im Hinblick auf ihre Methode, den harten Kern ihres Fachs, wie Imre Lakatos es genannt hat, im Schlaf aufsagen können (sollten), statt die Ergebnisse zu präsentieren, die Gender Studies erzielt haben, statt dessen üben sich Hark und Villa in einer primitiven Form von umständlichem Geschwätz, das ärgerlich machen muss, ärgerlich, weil sie damit dokumentieren, dass sie für sich Überlegenheit in Anspruch nehmen und die Welt um sich herum und vor allem die Kritiker der Gender Studies nur als Untermenschen, die die heilige Lehre des Genderismus nicht verstehen, ansehen können.

Zunächst zu den Einsichten zu Gender, die wir Hark und Villa, die, das kann man nicht oft genug betonen, auf Kosten von Steuerzahlern Positionen an Universitäten besetzen, verdanken. Wir analysieren diese Einsichten nach dem Vorbild von Karl Raimund Popper, der in einem Beitrag das prätentiöse Geschwätz von Jürgen Habermas als die dünngeistigen Leerformeln entlarvt hat, die es nun einmal darstellt.

 

Das schreiben Hark und Villa Das ist unsere Übersetzung 
Gender meint zunächst eine Grenzziehung, nämlich die Unterscheidung in Männer und Frauen. Es gibt Männer und Frauen.
Angesiedelt wird diese Differenz [zwischen Männern und Frauen] an einem historisch beweglichen, immer jedoch bestimmten Ort: dem des Körpers. Männer und Frauen unterscheiden sich aufgrund bestimmter Merkmale.
Wurde die Frau im 19. Jahrhundert auf ihre Gebärmutter festgelegt, so sind es aktuell wahlweise das Gehirn, die Hormone oder auch die Chromosomen, die vorgeblich die Wahrheit des Geschlechts in sich tragen. Keine andere Leitdifferenz der Gegenwart ist derat eng an ein biologisches Verständnis geknüpft. Manche behaupten, dass es einen biologischen Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt.
Doch selbst wenn der Geschlechterunterschied sich anatomisch oder hormonell dingfest machen ließe, so ist es doch höchst erkenntnisreich, sich mit der Geschichte dieser Tatsache zu befassen. Wir geben zu, es gibt einen biologischen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Wir behaupten, es ist interessant, diesen biologischen Unterschied im Zeitverlauf zu untersuchen. Wir können allerdings nicht sagen, warum es interessant ist und welcher Nutzen damit verbunden ist.
Anders als davon auszugehen, dass es ‘Männer’ und ‘Frauen’ aufgrund ihrer unterstellten genetischen oder hormonellen Ausstattung, ihrer Hoden und Eierstöcke, an und für sich gibt, erforschen die Gender Studies zum Beispiel die historisch konstituierte, kulturell und bisweilen juristisch geregelte sowie subjektiv interpretierte und angeeignete Bedeutung des Geschlechtsunterschieds. Gender Studies pfeiffen auf die Erkenntnisse der Naturwissenschaften und wischen alle Belege dafür, dass Männer ein XY und Frauen ein XX Chromosomenpaar haben, vom Tisch. Statt dessen behaupten Gender Studies, dass soziale und juristische und subjektive Interpretationen, nach der Marke: “Welches Geschlecht möchtens denn haben?” oder “Sie sind ab sofort ein Mann!” oder “Der sieht aus wie ein Mann, der muss ein Mann sein” gibt, die das biologische Geschlecht überlagern.
Es wird also üblicherweise davon ausgegangen [in den Gender Studies], dass es Materialitäten (etwa Strukturen des Gehirns, Anatonomie, Chromosomen, Hormone) gibt, die bei Männern und Frauen wahrscheinlich häufiger oder seltener vorkommen. Zugleich wird aber eben auch davon ausgegangen, dass diese Materialitäten mit sozialen Umständen und Erfahrungen interagieren. Es gibt Unterschiede zwischen Männern und Frauen und Männer und Frauen spielen soziale Rollen.

 

Kurz, wir verdanken den Gender Studies die Einsicht, dass es Männer und Frauen gibt, dass die Bezeichnungen “Mann” und “Frau” auf Materialitäten rekurriert, z.B. einen biologischen Unterschied, der sich bei der Fortpflanzung als vorteilhaft erwiesen hat und dass Männer und Frauen sich ansonsten sozialer Rollen bedienen oder soziale Rollen spielen, sich inszenieren.

Ja.

Homo sociologicusDiese Erkenntnis verdanken wir den Gender Studies, das behaupten Hark und Villa, und damit zeigen sie, dass die sozialwissenschaftliche Forschung der letzten Jahrzehnte, Jahrhunderte spurlos an ihnen vorbeigegangen ist. Schon Ralf Dahrendorf hat auf die Kann-, Muss- und Soll-Erwartungen, die entsprechende Rollen im sozialen Leben konstituieren, hingewiesen, in den 1960er Jahren und seine Erkenntnisse mit Arbeiten US-amerikanischer Soziologen belegt, die in den 1940er und 1950er Jahren geforscht haben (u.a. Robert K. Merton und Neal Gross, Ward S. Mason und Alexander W. McEachern) und sich vor allem dadurch ausgezeichnet haben, dass sie ihre Erkenntniswelt nicht auf den angeblich nicht vorhandenen, aber doch für Gender Studies konstitutiven Unterschied zwischen Männern und Frauen beschränkt haben.

Wir stellen in Rechnung, dass die Qualität der Ausbildung an deutschen Hochschulen in den letzten Jahrzehnten massiv gelitten hat. Wir stellen in Rechnung, dass Selbstverständlichkeiten, die noch in den 1980er Jahren gelehrt wurden, aus dem Curriculum verschwunden sind, dass Methoden und Wissenschaftstheorie kein fester Bestandteil der Lehre mehr sind, ebenso wenig wie es die Kenntnis der Klassiker eines Faches oder seiner Grundbegriffe ist. Und wir stellen in Rechnung, dass mit der Verschulung von Hochschulen, mit der Einführung von Bachelorstudiengängen, die Oberflächlichkeit herrscht und Lehrstuhlbesetzer wie Hark und Villa, die von sich behaupten, Soziologen zu sein, nur noch rudimentäre Vorstellungen vom erreichten Erkenntnisstand des Faches haben und in voller Überzeugung das soziologische Rad neu erfinden, mit dem Generationen von Soziologen vor ihnen bereits Fahrzeuge betrieben haben. Sie sind insofern als Überzeugungstäter entschuldigt, aber dies kann nicht dazu führen, dass man die Ignoranten in ihrer Ignoranz verharren lässt.

Zwar sollte man über das, was Lehrstuhlbesetzer wie Hark und Villa heute als ihre neue Erkenntnis präsentieren, herzlich lachen, aber es ist nicht zum Lachen, denn Gender Studies sind eine Ideologie, die auf der Überzeugung ihrer Vertreter basiert, dass man die Weltgeschichte durch die Einteilung der sozialen Welt in Männlein und Weiblein erklären kann, Genderisten sind Phantasten, die das Wirken geheimer Mächte annehmen, die sie Patriarchat nennen und den Männlein zuschreiben. Genderisten sind Sexisten, denn sie finden nichts dabei, zu behaupten, dass die Gruppen von Männern und Frauen homogen sind, dass es mehr Unterschiede zwischen beiden Gruppen als innerhalb beider Gruppen gibt, dass man die Männer und die Frauen über einen Kamm scheren kann. Und wie alle sozialistischen Ideologen, so sind Genderisten auch Brunnenvergifter, denn die Verkündung ihres Gender-Heils funktioniert nur, wenn die Welt in antagonistische Gruppen eingeteilt wird, in böse Männer und unschuldige oder dämliche weibliche Opfer.

Und was dem ganzen Hokuspokus die Krone aufsetzt, ist das, was Hark und Villa allen Ernstes als Erklärung dafür angeben wollen, dass Genderisten der Wind ins Gesicht bläst, dass sich tatsächlich diejenigen, die den Gender-Zirkus bezahlen, fragen, was sie da bezahlen und welchen Nutzen dieser Zirkus für die Gesellschaft bringt. Das führen Hark und Villa auf “verbreitete Statusangst”, “Angst vor der Feminisierung” und “Angst vor Uneindeutigkeit” zurück.

Zentrum GspaderbornKann man derart weltfremd sein, dass man tatsächlich denkt, Kritik an Gender Studies, die jeden Beleg ihrer Wissenschaftlichkeit nach wie vor schuldig bleiben, habe etwas mit Statusangst zu tun? Kann man eine derartige Überzeugung haben, wenn man nicht zudem ein Sendungsbewusstsein zur Feminisierung hat? Nein. Es ist immerhin ein Novum für die Wissenschaft, dass angebliche Wissenschaftler die Kritik ihrer Kollegen als Diffamierung aus Statusangst diffamieren. Es ist in hohem Maße lächerlich und nur denkbar für Personen, die keinerlei Idee davon haben, was Wissenschaft ist und welche Rolle die Idee der Kritik in der Wissenschaft spielt.

Wie stellen sich Genderisten eigentlich wissenschaftlichen Fortschritt vor, wenn nicht durch Kritik, dadurch, dass gezeigt wird, das bislang für richtig gehaltene Theorien falsch sind? Die Gemeinsamkeit der Genderisten mit den Päpsten des Mittelalters, die partout nicht durch Fernrohre sehen und die Erde nicht an den Rand einer eher unbedeutenden Galaxie gerückt sehen wollten, drängen sich auf. Nicht durch Zufall, denn Genderismus ist eine Religion, die an Universitäten entsprechend nichts zu suchen hat. Es stellt sich also lediglich die Frage, wie lange es noch dauert, bis die entsprechende Austreibung der Genderisten aus der Wissenschaft stattfindet.

Zudem kann den Unsinn mit der Statusangst nur jemand äußern, der selbst massive Statusangst hat (denn ein normaler Wissenschaftler kommt angesichts von Kritik nicht auf die Idee, die Kritiker zu beschimpfen, er kommt auf die Idee, seine eigene Theorie zu überprüfen). Die Statusangst der Gnderisten speist sich daraus, dass die Blender der Gender Studies, die von sich behaupten, sie seien Wissenschaftler, nun Rede und Antwort über den Sinn und den Nutzen ihres Daseins stehen sollen. Sie haben Angst vor einem zutiefst demokratischen Prozess in der von ihnen so heftig geforderten “polyperspektivischen Gesellschaft”, als dessen Ergebnis sie als das erkennbar werden, was sie tatsächlich sind, Nutznießer an der Wissenschaft und Nutznießer der Ignoranz, mit der der Verbreitung von Gender Studies Lehrstühlen begegnet,und die entsprechende ideologische Inkubation der Wissenschaften geduldet wurde.

Doch damit ist nun Schluss.

Zusammenfassend kann man zum Text von Hark und Villa nur sagen: Und das ist alles? Alles, was die große Verteidigung in einer Tageszeitung umfasst, ist die Erkenntnis, dass es Männer und Frauen und soziale Rollen gibt? Das soll Steuerzahlern gegenüber, als Rechtfertigung dafür ausgegeben werden, dass Millionen von Steuermitteln in den Unterhalt von Gender Studierten gesteckt werden? Ein ärmlicheres Manifest einer Ideologie, die sich gerne als Wissenschaft ausgeben würde, haben wir bislang nicht gesehen.

Weiter zum Thema mit Hadmut Danisch.

Tit-for-Tat: Liberale Moral

Moral, ein Begriff, der immer mehr in Vergessenheit zu geraten scheint, beschreibt ein Normensystem, das Auffassungen über richtig und falsch, über gut und böse beinhaltet. Offenkundig flottiert ein solches Normensystem nicht frei im Raum. Es muss vereinbart und entsprechend verhandelt werden.

Kant für Anfänger

Kant für Anfänger

Zum Glück gibt es eine Vielzahl geteilter Vorstellungen darüber, was richtig und falsch, gut und böse ist, geteilte Vorstellungen, die sich auf Basis der conditio humana und auf Basis einer menschlichen Entwicklungsleistung einstellen, die Immanuel Kant in seinem kategorischen Imperativ beschrieben und Thomas Hobbes als die wichtigste seiner Verstandestugenden gefasst hat. Gemeint ist damit die Einsicht, dass man anderen besser mit Wohlwollen begegnet, denn tut man es nicht, so könnte es passieren, dass einem diese anderen auch nicht mit Wohlwollen begegnen.

Bei Kant nimmt diese Einsicht eine normative Form an („Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde”), bei Hobbes ist es eine Leistung der Vernunft, die intelligente Menschen zu dem Schluss kommen lässt, dass Vorteile, die sie sich z.B. durch Übergriffe auf andere Menschen verschaffen können, schnell durch Schutzmaßnahmen zunichte gemacht werden, die man gegen Übergriffe durch andere Menschen ergreifen muss.

Moral baut grundlegend auf dieser Einsicht auf und ist entsprechend eine Entwicklungsleistung, von der man sagen könnte, dass sie den Menschen erst zum Menschen macht, und sie ist eine Entwicklungsleistung, die manche nicht zu erbringen im Stande sind.

Es ist relativ einfach, diejenigen zu erkennen, die die entsprechende Entwicklungsleistung nicht erbracht haben: Sie können anhand von zwei Kriterien erkannt werden:

  • Sie verursachen Dritten Externalitäten, indem sie physische, psychische oder intellektuelle Übergriffe auf deren Integrität vornehmen.
  • Sie vertrauen darauf, dass jene Dritte die Externalitäten hinnehmen. Sie ruhen sich auf der Liberalität ihrer Opfer aus und kalkulieren damit.

Elisabeth Tuider ist jemand, der diese beiden Kriterien erfüllt. Sie will sexualpädagogisch intervenieren, und sie bereitet all denen moralische Externalitäten, die nicht der Ansicht sind, man müsse ihre Kinder oder generell Kinder in Schulen mit Analverkehr und der Einrichtung eines Bordells belästigen. Und sie ruht sich darauf aus, dass die entsprechend moralisch Verletzten sich nicht zur Wehr setzen, Tuider nicht sagen, was sie von den entsprechenden Ansinnen halten – in der pazifistischsten Variante.

Lann Hornscheidt ist ebenfalls jemand/etwas, das/der/die diese Kriterien erfüllt. Er/sie/es will eine neue Sprache durchsetzen und ruft dazu auf, dieses Durchsetzen über “Interventionen” vorzunehmen, die z.B. darin bestehen, Veranstaltungen von Gegnern ihrer/seiner Ideologie zu stören oder Bücher, die von dem abweichen, was Hornscheidt für richtig hält, zu beschädigen. Er/sie/es verursacht Externalitäten für Dritte, die sich z.B. mit einer seltsamen für sie nicht verständlichen Sprache konfrontiert sehen, die ihnen nichts sagt, oder die sich mit einem studentischen Mob in ihren Veranstaltungen oder mit fehlenden Seiten in Büchern konfrontiert sehen. Er/sie/es vertraut darauf, dass die entsprechenden Adressaten der “Interventionen” sich nicht zur Wehr setzen und erdulden, was ihnen zugemutet wird.

Aus liberaler Sicht stellt sich die Frage, wie man mit Personen umgeht, die offensichtilch eine Entwicklungsleistung zum moralischen Menschen nicht erbracht haben, die nicht in der Lage sind, eine einfache Überlegung anzustellen, die da lautet: Was passiert, wenn andere mich so behandeln, wie ich andere behandle?

Axelrod1Die Antwort findet sich in einem Buch, das Robert Axelrod bereits 1984 veröffentlicht hat, und sie lautet: Tit-for-Tat. Tit-for-Tat ist ein Computerprogramm, das Anatol Rapoport entwickelt hat. Es besteht aus genau 5 Anweisungen in FORTRAN und hat sich in einem Turnier gegen 62 konkurrierende Computerprogramme durchgesetzt. Ziel des Turniers war es, die Strategie zu finden, die für Kooperationen zwischen Akteuren den größten Erfolg verspricht. Tit-for-Tat ist das Programm, das in Kooperationen zu den besten Ergebnissen führt. Es startet mit Goodwill, mit Wohlwollen und reagiert in der Weise, in der ihm begegnet wird. Nimmt das Gegenüber das Kooperationsangebot von Tit-for-Tat an und kooperiert seinerseits, dann kooperiert Tit-for-Tat weiterhin. Versucht das Gegenüber das Kooperationsangebot und die damit verbundene Vorleistung auszunutzen und defektiert, dann reagiert Tit-for-Tat ebenfalls mit Defektion und kündigt die Kooperation auf.

Die Funktionsweise von Tit-for-Tat kann nun genutzt werden, um das moralische Dilemma, in dem sich Liberale befinden, wenn sie mit Personen konfrontiert sind, die die moralische Entwicklungsleistung, die hier beschrieben wird, nicht erbracht haben, die Übergriffe auf Dritte landen, wie dies für Tuider und Hornscheidt beschrieben wurde.

Wenn demnach Tuider oder Lann Hornscheidt das Wohlwollen, das ihnen entgegen gebracht wird, z.B. dadurch, dass man sie auf ihren Positionen gewähren lässt und nicht nach dem Nutzen, den sie erbringen, fragt, mit Defektion goutieren, wenn sie Externalitäten durch Übergriffe auf Dritte, seien es Schüler, seien es Lehrende an Universitäten und ihre Studenten, seinen es Leser, die mit fehlenden Seiten in Büchern konfrontiert sind, verursachen, dann erfordert dies eine entsprechende Reaktion, ein “Tat”, eine Form der Abschreckung, die den Aggressoren zeigt, dass sie eine Grenze überschritten haben und sich besser und so schnell wie möglich auf ihre Seite der Grenze zurückziehen.

Wie kann diese Abschreckung aussehen? Nun, sie besteht darin, den Aggressoren ihre eigene Medizin zu trinken zu geben.

Lann Hornscheidt ruft dazu auf, die Veranstaltungen anderer zu stören, deren Lehre Inhalte umfasst, die Lann Hornscheidt nicht positiv beurteilt. Entsprechend kann Lann Hornscheidt nichts dagegen haben, wenn diejenigen, die mit dem, was Lann Hornscheidt vorschlägt, nicht einverstanden sind, in ihre/seine Veranstaltungen drängen, um dort zu stören.

Lann Hornscheidt ruft dazu auf, aus Büchern Seiten herauszureißen, die Inhalte haben, die von ihm/ihr nicht positiv beurteilt werden. Entsprechend kann Lann Hornscheidt nichts dagegen haben, wenn diejenigen, die mit dem, was Lann Hornscheidt schreibt, nicht einverstanden sind, Bücher von Lann Hornscheidt zur Hand nehmen und Seiten, die ihnen nicht gefallen, herausreißen.

Moron borderTuider behauptet, ihre sexualpädagogischen Interventionen in Klassenräumen seien gerechtfertigt, um Kinder zu selbständigen Menschen zu erziehen, entsprechend kann sie nichts dagegen haben, wenn die selbständigen Menschen ihre neu erworbenen Kenntnisse in ihrem Büro ausleben.

Und so weiter.

Ein vernünftiger Mensch, ein Mensch, der den kategorischen Imperativ von Kant verinnerlicht hat, wird natürlich erkennen, dass er sich in einer Eskalationsspirale befindet, dass es wenig Sinn macht, Übergriffe mit Übergriffen mit Übergriffen zu beantworten. Ein Vernünftiger Mensch wird wissen, dass diese Eskalationsspirale der Grund dafür ist, dass er Übergriffe auf Dritte unterlässt.

Tuider und Lann Hornscheidt fehlt diese Einsicht. Sie sind über die Reaktionen auf ihre “Interventionen” überrascht, was der beste Beleg dafür ist, dass sie die Entwicklungsleistung zum moralischen Menschen (noch) nicht erbracht haben. Sie müssen es entsprechend auf die harte Tour lernen, wie man so schön sagt, in dem sie – wie oben dargestellt – mit den Folgen, ihrer Übergriffe konfrontiert werden, immer in der Hoffnung, dass sich spätestens dann ein Lerneffekt einstellt.

 

Rosenbrock ein Schläger? Eine kurze Anmerkung

Hinrich Rosenbrock ist den Lesern von ScienceFiles als derjenige bekannt, der bei Ilse Lenz eine Magisterarbeit über die Männerbewegung geschrieben hat, die nicht einmal rudimentärsten Ansprüchen an eine wissenschaftliche Arbeit gerecht wird. Er ist ihnen zudem bekannt, weil diese Magisterarbeit von der Heinrich-Böll-Stiftung mit Steuerzahler-Mitteln aufgekauft und als eigene vermeintliche Expertise ausgegeben wurde. Wir haben darüber ausführlich berichtet und das Werk von Rosenbrock als den unwissenschaftlichen Unsinn dargestellt, der es nun einmal ist.

Nun geht derselbe Hinrich Rosenbrock einmal mehr durch die Blogosphere und durch Foren. Dieses Mal nicht als der Lieblings-Schüler der Feministen, nein, dieses Mal als böser Mann.

RosenbrockArne Hoffmann hat darauf hingewiesen, Hadmut Danisch hat sich bereits ausführlich mit “der Schlammschlacht unter Feministen” beschäftigt. Entsprechend wollen wir es bei zwei Anmerkungen belassen, die bislang aus unserer Sicht zu kurz gekommen sind:

Auch für Rosenbrock gilt die Unschuldsvermutung

Ausgangspunkt der Anschuldigungen ist ein Blogpost des Autonomen FrauenLesbenreferats Marburg, in dem es wie folgt heißt (Fehler finden sich im Original):

“Vor über einem Jahr schilderte uns eine Frau*, dass ihr durch den Soziologen Hinrich Rosenbrock Gewalt angetan wurde. Sie hatten als Mitbewohner*innen für einige Wochen eine persönlich enge Beziehung zueinander. Die Gewalt äußerte sich sowohl physisch, in Form von Schlägen und Tritten, als auch psychisch, durch extrem sexistische bzw. misogyne Beleidigungen sowie absichtsvoll und gezielt verletzende verbale Angriffe auf ihre Person, auf ihre Weiblichkeit.”

Der Ladenhüter liegt also seit einem Jahr beim FrauenLesbenreferat, und dort hat man sich jetzt entschieden, Rosenbrock an den Pranger zu stellen. Warum ausgerechnet jetzt, und wieso ohne dem Angeschuldigten die Möglichkeit einer Stellungnahme zu geben? Dafür war immerhin ein ganzes Jahr lang Zeit.

Wir leben nach wie vor in einem Rechtsstaat, auch wenn manche Feministen wie Ilse Lenz, (ja, die Ilse Lenz von Rosenbrock) die die Unschuldsvermutung abschaffen will, es gerne anders hätten. Und deshalb ist Folgendes erstaunlich (Fehler sind im Original):

“Neben ihrer bei der Polizei erstatteten Anzeige liegen Zeug*innenaussagen, ärztliches Attest und Fotos vor, die ihre Angaben bestätigen. Und selbst wenn sie all dies nicht der Fall wäre: Sie hat noch ihre eigene Stimme. Doch offenbar wird Frauen*, die Opfer häuslicher Gewalt sind, in feministischen Zusammenhängen, nicht mehr geglaubt. Und das macht uns wütend, deshalb ist dies ein wütender Text!”

AutonmelesbenmarburgWenn dem so ist, wieso hat die Polizei dann innerhalb von einem Jahr nichts getan? Gibt es ein Ermittlungsverfahren, oder ist die angebliche Straftat schlicht eingestellt worden? Das Ganze macht mehr den Eindruck eines publicity stunts oder einer gezielten Verunglimpfung von Hinrich Rosenbrock. Obwohl wir keinerlei Sympathien für Rosenbrock haben und ihm Heike Diefenbach schon vor Jahren geraten hat, er solle sich vorsehen, mit wem er sich abgibt, so gilt doch: Bis zum Beweis des Gegenteils ist Rosenbrock als unschuldig anzusehen.

Denn: auch wenn man beim FrauenLesbenreferat scheinbar der Ansicht ist, allein, dass eine Frau etwas sagt, beweise die Wahrheit des Gesagten, dem ist nicht so: Es gibt Frauen die lügen. Ziemlich viele. Und deshalb bedarf es der Beweise, der unabhängigen Zeugenaussagen, die man als Beleg der Kampagne des FrauenLesbenreferats erwartet hätte, schon damit das Ganze nicht in den Ruch kommt, eine geplante Rufmordkampagne zu sein.

Auch Frauen haben Hände!

Überhaupt, was ist das für eine Mitbewohnerin, die nicht in der Lage ist, sich zu wehren?

Wer Rosenbrock jemals gesehen hat, der hat eh Schwierigkeiten, hinter dem Buben einen Schläger zu entdecken. Aber selbst wenn man sich Rosenbrock als Schläger denkt und sich eine entsprechende Interaktion vorstellt, dann ist es doch verwunderlich, dass das vermeintliche Opfer nicht in der Lage ist, sich zu wehren, z.B. die Hände, die es von Geburt aus mitbekommen hat, zu verwenden.

Also: Entweder die Mitbewohnerin hat sich gewehrt, wie ein normaler Mensch das tun würde, dann hat es mit dem ganzen Affärchen sein Bewenden. Oder die Mitbewohnerin hat sich nicht gewehrt, dann muss man sich tatsächlich fragen, ob das passive Erdulden von Rosenbrockscher Gewalt, so es sie überhaupt gegeben hat, auf eine Form masochistischer Veranlagung zurückzuführen ist.

Die freiwillige Adaption der Opferrolle, die Feministen so gerne propagieren, hat weder mit der normalen Welt noch mit normalem Verhalten von Säugetieren etwas zu tun. Letztere setzen sich zur Wehr, wenn ihnen Gefahr droht, der sie sich nicht entziehen können.

Dies führt zurück zur Frage, was das FrauenLesbenreferat Marburg jetzt, also ein Jahr nach dem angeblichen Vorfall, mit dieser Veröffentlichung bezweckt.

Nun, die Antwort ist offenkundig und findet sich in der immer selben Inszenierung der Opferrolle, die auf einem Weltbild basiert, das primitiver nicht sein könnte. Dem Weltbild nach gibt es Männer, die agieren und gewalttätig sind, und es gibt Frauen, die nicht agieren können und passiv sind. Und weil Männer agieren, müssen Sie einen Willen haben, der durch Intelligenz angeleitet wird. Und weil Frauen nicht agieren können, können sie keinen Willen haben, was die Frage nach der Intelligenz gleich mitbeantwortet. Dass sich Personen, die derartige Prämissen mit sich herumtragen, Feministen nennen, ist eine der Absurditäten, die die Moderne produziert hat.

Und so lesen sich die eben dargestellten Prämissen beim FrauenLesbenreferat (Fehler im Original):

Inquisition2“Wir müssen wachsam sein und uns gegenseitig wertschätzen! Feminismus muss wieder ein Synonym für Solidarität werden, sonst macht kein Kampf mehr Sinn. Hinrich Rosenbrock ist ein gewalttätiger Mann. Er ist gefährlich und darf der Welt nicht erzählen, was Feminismus bedeutet. Wir appellieren hier an alle Menschen und erst recht an Feminist*innen: Duldet keine Gewalt gegen Frauen* und zeigt euch endlich solidarisch mit den Betroffenen!”

Dazu können wir nur feststellen: Wir leben nicht mehr im Mittelalter und nicht mehr im Dritten Reich. Die Zeiten, in denen eine Behauptung ausgereicht hat, um den Adressaten der Behauptung in die Fänge inquisitorischer Folterer oder ins Konzentrationslager zu schicken, sind vorbei. Ein Grund dafür ist die Unschuldsvermutung, und die gilt auch für Rosenbrock. Und bei aller Häme angesichts des Feministen-Paulus, der zum Saulus degradiert wurde, sollte das nicht vergessen werden.

Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück täuscht männliche Bewerber

Es war eine Zeitlang ruhig, im Professorinnenprogramm – jedenfalls nach unserer Wahrnehmung. Scheinbar sind den Verantwortlichen die Formulierungen ausgegangen, mit denen Sie männliche Bewerber an der Nase herum führen wollen.

Zur Erinnerung: Im Rahmen des Professorinnenprogramms werden ausschließlich Stellen finanziert, die mit einem weiblichen Bewerber besetzt werden. Nun verstößt eine Ausschreibung, die sich nur an weibliche Bewerber richtet, gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), eine, wie man sagen könnte, unbeabsichtigte Folge der Gesetzgebung. Ein dummes Problem, das sprachlich und mit Täuschung bewältigt wird, in dem Lesern entsprechender Ausschreibungen vorgegaukelt wird, die Ausschreibung richte sich an weibliche und männliche Bewerber.

Das entsprechende Vorgehen haben wir in einer Fülle von Fällen bereits dokumentiert. Bislang fehlt noch der Aufschrei dazu. Scheinbar regt es in Deutschland niemanden auf, wenn in öffentlichen Ausschreibungen systematisch gelogen und getäuscht wird. Was die moralischen und ethischen Ansprüche der Deutschen an ihre Regierung und die Institutionen der Regierung angeht, gibt es offensichtlich nach unten keine Grenze.

Und natürlich bekommt jeder, was er verdient. Im vorliegenden Fall erhalten all die männlichen Bewerber, die sich nicht wehren, all diejenigen, die denken, der öffentliche Betrug ginge sie nichts an, einen moralischen Verfall als Ergebnis, dessen Ende nicht absehbar ist. Sicher ist nur, dass immer dann, wenn im Namen vermeintlich hehrer Ziele gelogen und betrogen wird, am Ende Lüge und Betrug und oft noch Schlimmeres herausgekommen ist.

Die neuen Täuscher sitzen an der Universität Osnabrück und schreiben die Stelle einer

wissenschaftlichen Mitarbeiterin / eines wissenschaftlichen Mitarbeiters
(Entgeltgruppe 13 TV-L, 100 %)

aus.Imis betrug

Die Stelle ist somit nicht attraktiv entlohnt, dafür aber mit vielen Wünschen und Qualifikationen, die der Bewerber mitbringen soll, verbunden. Und selbst wenn die geforderten “vertieften Kenntnisse und Erfahrungen in der Geschlechterforschung” aufgrund der Anzüglichkeit der Formulierung ein Schmunzeln beim Leser hervorrufen, so vertreibt die gewählte Form der absichtlichen Täuschung von männlichen Bewerbern das Schmunzeln in Windeseile. Davon abgesehen stellt sich die Frage, was Geschlechterforschung mit Migrationsforschung zu tun haben soll (dass es zwei Geschlechter gibt, die migrieren, ist eigentlich bekannt).

Denn: nachdem der Leser erfahren hat, dass man in Osnabrück viele Ansprüche an den Bewerber hat und vielleicht gerne erfahren hätte, was, außer einer kümmerlichen Bezahlung, als Gegenleistung von der Universität Osnabrück geboten wird, also z.B.: wie alt die Infrastruktur ist, ob ein Computer vorhanden ist und wenn ja, ob eine Windows Version oberhalb von 3.1 installiert ist, ob Zugang zum Internet besteht, ob dieser Zugang über eine LAN oder über die Drosselkom erfolgt? Ob der Stelleninhaber, dem so viel abverlangt wird, u.a. eine qualifizierte Promotion im Bereich der Soziologie, internationale Forschungserfahrung, ein migrationsbezogenes Habilitationsvorhaben und interdisziplinäre Kooperations- und Forschungskompetenzen, ob dieser Stelleninhaber vielleicht, per Zufall, man soll ja nie ausschließen, dass sich etwas Positives einstellt, Zugang zu einer Sekretärin hat und, man will ja nicht gierig erscheinen, aber so ein eigens Büro, das man nicht mit einem bis drei anderen teilen muss, das wäre auch in Ordnung.

Aber, derartige Informationen erhalten die Bewerber, auch die männlichen Bewerber, die bis hier noch denken, sie hätten eine Chance, die Stelle zu erhalten, nicht. Statt dessen erfahren sie, dass die Universität Osnabrück eine “zertifizierte familiengerechte Hochschule” ist, die sich für die “Vereinbarkeit von Beruf/Studium und Familie” einsetzt. Wenn der Bewerber also seine Oma mitbringen will – gemacht. Wenn er seinem kleinen Neffen Nachhilfe am Arbeitsplatz geben will – auch kein Problem. Nur die Frage, unter welchen Bedingungen er arbeiten soll, die wird ihm nicht beantwortet. Er bewirbt sich auf die sprichwörtliche Katze im Sack.

Und natürlich fehlt auch die folgende Floskel politischer Korrektheit nicht:

“Die Universität Osnabrück will die berufliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern besonders fördern und fordert deshalb qualifizierte Frauen nachdrücklich auf, sich zu bewerben. Bei gleicher Qualifikation werden Frauen bevorzugt berücksichtigt.”

Frage:

Wer hat nach dem Lesen dieser Floskel den Eindruck, die Bewerbung sei für eine Stelle, die nur mit einem weiblichen Bewerber besetzt werden kann?

Wer denkt nicht, es handele sich hier um eine normale Stellenausschreibung, die sich an weibliche und männliche Bewerber richtet, unter denen derjenige ausgesucht wird, der am besten geeignet ist, um die Stelle zu besetzen?

Nun, alle die dies denken, sind auf den Täuschungsversuch der Universität Osnabrück hereingefallen. Dass es ein Täuschungsversuch ist, zeigt sich deutlich an einem Einschub, der den Bewerbern im schönsten Verwaltungsdeutsch untergeschoben wird, damit sie es auch schön überlesen:

Deceibe infeigle obfuscateDie Besetzung der oben genannten Stelle erfolgt, wie es heißt: “vorbehaltlich der Freigabe der Mittel aus dem Professorinnenprogramm II (Bundeskomponente)”.

Und wann werden die Mittel aus dem Professorinnenprogramm II freigegeben?
Wenn ein weiblicher Bewerber für die entsprechende Stelle gefunden wurde.

Und was passiert, wenn kein weiblicher Bewerber für die entsprechende Stelle gefunden wird?
Dann werden die Mittel aus dem Professorinnenprogramm II nicht freigegeben.

Und was passiert, wenn die Mittel aus dem Professorinnenprogramm II nicht freigegeben werden?
Dann gibt es keine Stelle, die besetzt werden kann.

Und abermals wundern wir uns, was man mit Deutschen alles machen kann; wie wenige Deutsche sich bei ihrer Verwaltung darüber beschweren, dass sie eine moralische Verkommenheit an den Tag legt, die kaum mehr unterboten werden kann. Kaum jemand beschwert sich. Kaum jemand fordert eine Entschuldigung für die Täuschung. Kaum jemand fordert, dass die Verantwortlichen von ihren Positionen entfernt werden.

Deutschland 2014 lebt mit der alltäglichen Täuschung. Man hat keine Probleme damit, dass Vertreter von Institutionen, die die Bürger repräsentieren, täuschen, betrügen und lügen.

Prof. Dr. Günter Buchholz: “Sektion Gender- und Frauenforschung abwickeln!”

Es reicht offensichtlich immer mehr Wissenschaftlern mit dem Gender-Spuk.

Die Liste derjenigen, die versuchen, von den Sozialwissenschaften zu retten, was zu retten ist, wächst.

Sie wächst zum großen Teil im Verborgenen, weil Mut unter Sozialwissenschaftlern eine selten zu findende Tugend ist – auch wenn wir nicht verstehen, was die öffentliche Kundgabe seiner Meinung, dass Genderismus, Feminismus oder wie sich die manische Beschäftigung mit Geschlechtsteilen auch immer nennen mag, mit Wissenschaft nicht zu vereinbaren ist, mit Angst zu tun hat, vor allem wovor die entsprechenden Wissenschaftler überhaupt Angst haben.

Aber, vorauseilende Angst vor eingebildeten Entitäten ist eine weitverbreitete Qualität, die gewöhnlich und ganz so, wie Leon Festinger das beschrieben hat, damit erklärt wird, dass man gar keine Angst habe, vielmehr sich zu schade sei, um sich mit einem solchen Unsinn wie Genderismus zu befassen. Deshalb lässt man die Schergen des Genderismus walten!

buchholzEiner, der diese vorauseilende Angst nicht teil, der sich traut, seinen Mund aufzumachen, ist Prof. Dr. Günter Buchholz, der unseren letzten Beitrag zum Anlass genommen hat, eine Forderung aufzustellen, die wir unterstützen und deren Verbreitung wir unseren Lesern ans Herz legen. Prof. Dr. Günter Buchholz hat sich in der Vergangenheit bemüht, zu klären, ob Genderismus einen Kern von Wissenschaftlichkeit vorweisen kann. Er wurde angefeindet und seine wissenschaftliche Befragung wurde von den Genderisten boykottiert.

Das dokumentiert einmal mehr: Genderisten sind keine Wissenschaftler. Sie lagern sich an Sozialwissenschaften an, saugen sie aus wie ein Schwamm (sponge) und geben nichts zurück.

Es ist höchste Zeit, dem Gender-Spuk ein Ende zu bereiten. Deshalb unterstützen wir die Forderung von Prof. Dr. Günter Buchholz:

Innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Soziologie gibt es eine genderistische Abteilung, oder eine Sektion “Frauen und Geschlechterforschung”,die, nicht zuletzt im Interesse der vielen anderen Sektionen, die wissenschaftlich seriös arbeiten, zügig abgewickelt werden sollte, um den Ruf der deutschen Soziologie zu retten, was hoffentlich noch möglich ist. Denn es gibt keine feministische Wissenschaft, das ist vielmehr ein Widerspruch im Beiwort, eine contradictio in adiecto. In demselben Sinne kann es zum Beispiel auch keine “christliche Wissenschaft” geben, wie etwa den “Kreationismus” in den USA, der die Gültigkeit der Bibel der biologischen Forschung unbefragbar voraussetzt, so wenig wie es irgendeine andere X-Wissenschaft geben kann.

Denn Wissenschaft ist nur dann Wissenschaft ist, wenn sie bei sich bleibt. Und dies gerade dann, wenn sie sich bewußt bleibt, dass Wissenschaft immer ein sozialer Prozess ist, dass es also immer eine soziale Kontextualisierung gibt, die sich auf Entstehungsmotive und Verwendungsinteressen auswirken.

Entscheidend aber ist die STRIKTE TRENNUNG DES BEGRÜNDUNGSZUSAMMENHANGS sowohl vom Entstehungs- wie vom Verwendungszusammenhang, ohne diese jedoch zu ignorieren. Ich erinnere in diesem Zusammenhang beispielhaft an die experimentelle Entdeckung der Kernspaltung und die Folgen.

Der Begründungszusammenhang von Wissenschaft kennt einzig und allein Methoden, Logik und empirische Evidenz.

Und deshalb sind alle X-Wissenschaften keine Wissenschaften. Denn es wird hier der Begründungszusammenhang von Wissenschaft, der allein wissenschaftstheoretischen und methodischen Ansprüchen genügen muß, vermischt mit Motiven des geschichtlichen Entstehungszusammenhangs und mit Interessen des Verwendungszusammenhangs von Wissenschaft. Letztere gibt es immer, aber Wissenschaft kann nur betrieben werden, wenn sie vom Begründungszusammmenhang strikt ausgeschlossen bleiben. Der Wissenschaft darf weder ein Vorurteil noch ein Dogma noch ein feministischer Konsens (das Patriarchatsdogma) vorgeschaltet werden, sondern es muß methodisch korrekt geforscht werden, und diese Forschung muß ergebnisoffen sein. Ist das nicht der Fall, dann ist das keine Wissenschaft, sondern bloße Ideologieproduktion.

Und hier geht es weiter.

Umfrage: Kann Lann Hornscheidt an der HU-Berlin verbleiben?

Jan Hendrik Olbertz spricht nicht mit uns.

Wir sind zutiefst betrübt.

HU-BerlinOffensichtlich hat Jan Hendrik Olbertz nichts dazu zu sagen, dass ein Positionsinhaber der Universität, deren Präsident er ist, seine Studenten dazu zwingt, ihn mit  Profx anzusprechen.

Offensichtlich hat Jan Hendrik Olbertz nichts dazu zu sagen, dass ein Positionsinhaber der Universität, deren Präsident er ist, Studenten durch Sprechauflagen davon abschreckt, seine Seminare zu besuchen und entsprechend seinen Kollegen mehr Arbeit aufhalst, sich, mit anderen Worten, vollkommen unkollegial verhält.

Offensichtlich hat Jan Hendrik Olbertz nichts dazu zu sagen, dass ein Positionsinhaber der Universität, deren Präsident er ist, seine Studenten zu indoktrinieren versucht, und zwar mit einer Ideologie, die auf der Prämisse gründet, die Vertreter der Ideologie seien die besseren Menschen.

Offensichtlich hat Jan Hendrik Olbertz auch nichts dazu zu sagen, dass ein Positionsinhaber der Universität, deren Präsident er ist, seine Studenten zu Interventionen aufruft, wobei mit Interventionen Straftaten umschrieben sind und Aktionen, die den Betrieb an u.a. der Humboldt-Universität stören sollen und in der Vergangenheit bereits gestört haben.

Zu all dem hat Jan Hendrik Olbertz nichts zu sagen.

Obwohl er Präsident der HU-Berlin ist – zumindest rein formal besehen.

Aber er spricht nicht mit jedem, schon gar nicht mit Personen, die ihm unbequeme Fragen stellen.

Aber vielleicht sehen wir das auch alles ganz falsch.

Vielleicht ist die Freiheit der Wissenschaft mittlerweile über die akademische Rechtschaffenheit hinaus.

Vielleicht dient Freiheit der Wissenschaft heute als Deckmantel, unter dem ganz legitim indoktriniert und zu Straftaten aufgerufen werden kann.

Wir haben wirklich angefangen, zu zweifeln, an unserem Bild vom Rechtsstaat und an unserem Bild davon, was akademische Rechtschaffenheit meint.

Deshalb fragen wir unsere Leser:

Kann Lann Hornscheidt trotz allem, was hier aufgelistet ist, weiterhin auf Kosten von Steuerzahlern an der Humboldt-Universität Studenten indoktrinieren? Fällt ein derartiges Verhalten unter die Freiheit der Wissenschaft oder ist ein derartiges Verhalten den Steuerzahlern gegenüber unverantwortlich?

Nun haben unsere Leser das Wort.

Wir bitten um rege Beteiligung, schon damit wir dem Präsidenten der HU-Berlin, der nicht mit uns spricht, ein umfangreiches Meinungsbild zuschicken können und ihn auf den Stand der Stimmung bringen können, die unter denen herrscht, mit denen er nicht spricht.

Was sagen Sie?