Neoliberalismus

Für alle, die es noch nicht bemerkt haben, ScienceFiles ist ein liberales blog und ich gestehe, ich bin ein Liberaler. Nicht nur ich, nein, bei ScienceFiles wimmelt es von Liberalen. Das ganze Büro von SciencFiles sitzt voller Liberaler: Zwei Erwachsene und vier Katzen, Katzen, die individualistischsten Wesen, die es gibt, echte Liberale eben. Nicht nur sind wir Liberale, wir sind Neoliberale. Und um den Begriff ein und für alle Mal zu klären: Neoliberal bezieht sich auf die Wiederaufnahme liberaler Ideen nach dem Zweiten Weltkrieg, als es auch in Deutschland, in Westdeutschland, Menschen gab, die dachten, 1000 Jahre nationaler Kollektivismus sind genug, wir sollten es einmal wieder mit Freiheit und Inidividualität versuchen. Bereits damals hatte die Idee individueller Freiheit wenig Anziehungskraft auf die Sozialisten in Ostdeutschland, die an die Stelle individueller Freiheit und individueller Kreativität lieber die sozialistische Planung und – zwangsläufig Mangelverwaltung gesetzt haben. Also um es klar und deutlich vorweg zu nehmen: Neoliberalismus beschreibt “verschiedene Bemühungen zur Wiederbelebung des klassischen liberalen Gedankenguts, also der Ideen von Hume, Mill oder Smith” (Söllner, 2012, S.238).

Hume treatiseAllen diesen liberalen Denkern ist es eigen, dass sie für Kollektivisten, denen es darum geht, individuelle Freiheit zu beschneiden und dem “Kollektiv” unterzuordnen, Individuen also zu entmündigen, weil man entmündigte und untergeordnete Individuen besser beherrschen kann als freie und selbstverantwortliche Individuen, schwer verdauliche Sätze schreiben, wie z.B.: “Also können wir unter Freiheit nur verstehen: eine Macht zu handeln oder nicht zu handeln, je nach den Entschließungen des Willens; das heißt, wenn wir in Ruhe zu verharren vorziehen, so können wir es; wenn wir vorziehen, uns zu bewegen, so können wir dies auch” (Hume, 1984, S.113). David Hume sieht somit den Ort aller Freiheit im Individuum und den Willen von Individuen als den Ausgangspunkt aller Freiheit. Und davor, vor der Freiheit, willentlich zu handeln, haben Kollektivisten Angst. Adam Smith überträgt die Freiheit von Individuen auf das, was Menschen von je her immer und immer wieder miteinander getan haben: tauschen.  Tauschen wird bei Adam Smith erstmals systematisch als Verhalten, das auf Märkten stattfindet, beschrieben. Märkte sind entsprechend Orte, an denen Menschen tauschen, was Nachfrage findet, und Märkte sind darüber hinaus die Orte, an denen Angebot und Nachfrage in einem Preis resultieren.

Diese Fähigkeit des Marktes, einen Preis als Funktion von Angebot und Nachfrage als emergentes Ergebnis zu produzieren, hat F. A. von Hayek fasziniert und er hat diese Fähigkeit als Katallaxie des Marktes bezeichnet und ausgeweitet: Ein Markt ist für Hayek nunmehr ein Ort, an dem eine Vielzahl von Individuen mit einer Vielzahl von Ideen und Fähigkeiten nach Tauschpartnern Ausschau halten, die nachfragen, was sie anzubieten haben oder anbieten, was sie nachfragen wollen. Dieser Markt ist ein geordnetes Chaos, wenn man so will, als dessen emergenter Effekt z.B. die von Schumpeter beschriebenen Innovationen mit ihrer Kraft kreativer Destruktion fungieren, die bisher Dagewesenes hinwegschwemmen und mit Neuem ersetzen.

Hayek SerfdomDie neoliberale Welt besteht also aus freien Individuen, die auf je nach Lesart des Neoliberalismus freien Märkten (Hayek) oder wie in der ordoliberalen Variante Walter Euckens bedingt freien Märkten mit einander tauschen und durch das Spiel von Angebot und Nachfrage nicht nur Wohlstand, sondern auch Neues hervorbringen. Dies ist der Kern neoliberaler Gedanken und diesen Kern, die Trias: freie Individuen, (bedingt) freie Märkte , freier Tausch, diese Trias ist all denen ein Dorn im Auge, denen Freiheit ein Dorn im Auge ist. Sie ist denen ein Dorn im Auge,  die ihr Geld damit zu verdienen suchen, dass sie andere in Unfreiheit hineinreden, sie zu Opfern stilisieren und ihnen dadurch ihre Würde nehmen, dass sie sie zum Spielball mystischer und als kapitalistisch bezeichneter Mächte erklären. Selbsterständlich sind die entsprechenden Gegner, besser: Feinde des Neoliberalismus ausgesuchte Menschenfreunde, deren eigener Altruismus sie dazu zwingt, für die Armen Opfer der Märkte, deren Existenz für sie so grundlegend wichtig ist, in die Bresche zu springen, in dem sie sich vor den Zug der Geschichte auf die Gleise des Neoliberalismus werfen, um den Zug selbstlos und heldenhaft zu stoppen.

Ich gebe zu, das war pathetisch, aber es trifft den Habitus, mit dem diese selbsternannten Retter der “Armen” auftreten, die wiederum die meisten dieser Retter nur vom Hörensagen kennen. Und ich gebe zu, ich habe keinerlei Toleranz mehr übrig, für diese kleinen möchtegern Mephistos, die durch die Welt laufen, um denjenigen “Armen”, die versuchen, etwas aus sich zu machen, Worte wie “Neoliberalismus” ins Ohr zu hauchen, um sie von ihrem Vorhaben abzubringen und sie für sich als Verfügungsmasse zu sichern, über die man auch weiterhin die eigene Gutheit ausgießen kann. Ich bin genau dann bereit, meinen Abscheu, den ich diesen “Gutmenschen” gegenüber empfinde, zumindest versuchsweise zu überwinden, wenn ich den ersten Feind des Neoliberalismus getroffen habe, der etwas getan hat, also mit seinen Händen, nicht mit seiner Klappe, um die furchtbare Situation der “Armen”, die er so herablassend bedauert, zu verbessern (also z.B. sich in einer Armenküche engagiert, sich um Wohnsitzlose kümmert, eine Obdachlosenunterkunft organisiert oder den “Armen” Fähigkeiten vermittelt, die sie selbständig und selbstsicher und vor allem unabhängig von “Gutmenschen” wie ihm machen.).

MaulheldAber, die Forderung, dass sich die Feinde des Neoliberalismus nicht nur in Wort, sondern in Wort und Tat, um die “Armen”, deren Obliegenheiten ihnen so am Herzen liegen, kümmern, dass sie diese “Armen” in die Lage versetzen, ein eigenständiges und kein gönnerhaft zugestandenes Leben führen zu können, kann man leicht aufstellen, denn es besteht keine Gefahr, dass diese Forderung erfüllt wird. Die Feinde des Neoliberalimus, sind Feinde von Individualismus und Freiheit, sie brauchen entsprechend eine große Gruppe unfreier und leicht manipulierbarer Objekte, um die eigene Ideologie aufrecht zu erhalten. Und worin besteht nun genau diese eigene Ideologie des “anti-Neoliberalismus”, der Feindschaft gegenüber Freiheit und Individualismus?

Eine Recherche in Google Scholar bringt hier Klarheit. Wenn man sich durch den vom Grin-Verlag publizierten Unsinn studentischer Arbeiten gefressen hat, der Titel wie: “Der Neoliberalismus und seine Folgen: Zunahme egoistischer Tendenzen” oder “Neoliberalismus und Neue Freiheit für Konzerne” trägt und einem  das kalte Grausen ob dessen und der Qualität dessen, was an deutschen Universitäten gelehrt und gelernt wird, befallen hat, stößt man auf zwei Bücher, die von Christoph Butterwegge, Bettina Lösch und Ralf Ptak in einem Fall verfasst, in einem Fall herausgegeben wurden.

Ersteres ist mit “Kritik des Neoliberalismus” betitelt und beinhaltet zumindest in seinen ersten Kapiteln zumindest den Versuch, sich mit dem Gegenstand “Neoliberalismus” zu beschäftigen. Dies ist mehr als man gemeinhin von entsprechenden “Kritiken” erwarten kann. Dass das Buch dann zu einer “Abrechnung” degeneriert, die mit viel Behauptungen und wenig Substanz geführt wird, ist um so bedauerlicher. Das zweite Buch, herausgegeben von Butterwegge, Lösch und Ptak ist ein anderes Kaliber. Es ist ein Flickenteppich, den man unter die Überschrift, was mir zum Neoliberalismus einfällt und was ich schon immer einmal dagegen vorbringen wollte, stellen kann und in dem mit jeder neuen Seite die Idee der Wissenschaft, wie wir sie in unserem Grundsatzprogramm beschrieben haben, aufs Neue verraten wird. Aber, der oftmals bemühte weise Pfälzer hat es gesagt: Es ist nichts so schlecht, als dass es nicht für etwas gut ist, und entsprechend kann man dem von Butterwegge, Lösch und Ptak herausgegebenen Buch doch zumindest entnehmen, warum die versammelten Autoren so eine große Angst vor Neoliberalismus haben.

Da schreibt z.B. ein Alex Demirovic folgende bemerkenswerte Leerformel:

“Ich schlage vor [warum auch nicht], den Neoliberalismus als eine praktische Ideologie der gibberishAkteure des Kapitals zu begreifen. Als solche ist er vor allem (gegen) revolutionär und zerstörerisch: er organisiert die Transformation der gesellschaftlichen Verhältnisse unter kapitalistischen Bedingungen. … Neoliberalismus ist der Versuch, den Kapitalismus, den Wettbewerb und das Leistungsprinzip als Lösung der Gerechtigkeitslücken auszuweisen …” (Demirovic, 2008, S.19-20).

Ich schlage meinerseits vor, das Grumpf als praktische Ideologie der Akteure des Mampf zu begreifen. Als solche ist es vor allem (gegen) revolutionär und zerstörerisch: es organisiert die Transformation der gesellschaftichen Verhältnisse unter den Bedingungen des Grumpf. Offensichtlich hängt der Inhalt der Aussage davon ab, was man als Grumpf und Mampf ansieht, und so wie ich es den Lesern überlassen habe, die Bedeutung von Grumpf und Mampf selbst zu bestimmen und zu bewerten, so hat Demirovic es seinen Lesern überlassen, unter Neoliberalismus und Akteure des Kapitals zu verstehen, was sie mögen und vor allem zu bewerten, was sie mögen. Demirovic schreibt hier nichts Wissenschaftliches, sondern er legt affektive Köder: Also: Alle die auf “Neoliberalismus” und “Akteure des Kapitals” hören, so wie Pawlows Hund auf die Türglocke hört, bitte anbeißen. Ziemlich durchsichtiger Versuche der Manipulation, aber er soll klappen, wie man hört. [Und um zu zeigen, wie revolutionär Neoliberale sind, hier ein Vorschlag von ScienceFiles: Alle Autoren des von Butterwegge u.a. herausgegebenen Buches, mögen sich zusammenfinden, um die Hälfte ihres Gehalts dafür zu spenden, dass “Armen” die Gelegenheit gegeben wird, ein besseres Leben zu führen. Alternativ mögen sie nach Arbeitsschluss gemeinnützige Arbeit in einem Obdachlosenheim oder bei der Lebenshilfe verrichten.]

Nachdem Demirovic diejenigen gesammelt hat, die ihm affektiv folgen, kommt, was ihm eigentlich nicht passt am “Neoliberalismus”, nämlich: Wettbewerb und Leistungsprinzip. Den Gerechtigkeitssermon lasse ich außen vor, er dient sowieso nur zur emtionalen Onanie. Was kann man gegen Wettbewerb und Leistungsprinzip haben? Mill libertyOder, anders gefragt, wer kann etwas gegen Wettbewerb und Leistungsprinzip haben? Die Fragen sind einfach zu beantworten: Gegen Wettbewerb haben alle etwas, die meinen nichts anzubieten zu haben, und gegen das Leistungsprinzip haben alle etwas, die nichts leisten wollen oder meinen, nichts leisten zu können. Und schon erweisen sich die Feinde des Neoliberalismus als Personen, die sich nach eigener Ansicht besser stellen, wenn sie nicht mit anderen konkurrieren müssen und die sich besser stellen, wenn nicht Leistung, sondern unabhängig von Leistung belohnt wird. Wenn man nun aber nicht sagen will, dass man Angst vor Wettbewerb hat, weil man nichts anzubieten hat und auch das Leistungsprinzip eher negativ bewertet, ob der Furcht, dabei schlecht anzuschneiden, was macht man dann? Man macht sich zum Anwalt einer Gruppe von Menschen, denen man die eigene Ansicht oktroyiert, dass sie Opfer sind, Opfer des Neoliberalismus. Man selbst ist natürlich kein Opfer, und wäre jederzeit wettbewerbs- und leistungsfähig, aber, weil es die vielen Opfer des Neoliberalismus gibt, und man selbst so verantwortungsbewusst und altruistisch ist, versagt man sich die reichen Früchte des Wettbewerbs und kämpft statt dessen für die “Armen”.

Im Kern sind Feinde des Neo-Liberalismus also das, was man im Englischen Sponger nennt: Personen, die auf Kosten von anderen ihre ideologischen Schlachten führen und versuchen für sich eine konkurrenzfreie Zone zu schaffen, schon weil in konkurrenzfreien Zonen niemand fragt, ob der Preis, der von der Gesellschaft z.B. für Universitätsprofessoren zu entrichten ist, deren Leistung dann in Analysen über den Neoliberalismus ihren Niederschlag findet, nicht zu hoch ist.

Ich für meinen Teil finde es schäbig, sich auf dem Rücken von Armen zu profilieren, auf dem Rücken von Armen ideologische Schlachten zu führen, Arme zu unfreien Opfern zu stilisieren, und sie in jeder nur erdenklichen Weise für den eigenen ideologischen Kampf auszunutzen, in dem nur eines nicht vorgesehen ist, ein eigenständiges und selbstverantwortliches, sich selbst respektierendes Individuum. Und dass ein solches Individuum von den Feinden des Neoliberalismus nicht vorgesehen ist, hat einen einfachen Grund: freie, eigenverantwortliche und sich selbst respektierende Individuen sind nur im Neoliberalismus vorgesehen.

Literatur:

Butterwegge, Christoph, Lösch, Bettina & Ptak, Ralf (2008). Kritik des Neoliberalismus. Wiesbaden: VS-Verlag für Sozialwissenschaften.

Demirovic, Alex (2008). Neoliberalismus und Hegemonie. In: Butterwegge, Christoph, Lösch, Bettina & Ptak, Ralf (Hrsg.). Neoliberalismus. Analysen und Alternativen. Wiesbaden: VS-Verlag für Sozialwissenschaften.

Hume, David (1984). Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand. Hamburg: Meiner.

Söllner, Fritz (2012). Die Geschichte des ökonomischen Denkens. Wiesbaden: SpringerGabler.

 

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52 Responses to Neoliberalismus

  1. Hans Meier says:

    Schön Ihr Engagement, Herr Klein.
    Ich finde die Moral ist ein Aspekt, also eine Wahrhaftigkeit, ehrlich und konstruktiv in allgemein tragfähige Lösungen seinen Teil einzubringen, ob „neo“ oder wie auch immer etikettiert und dazu braucht es einen Wettbewerb um Ideen und Konzepte.
    Wer dazu nicht in der Lage ist behilft sich mit Rezepten und Theorien um seine Unterlegenheit geschickt mit noch Ärmeren zu kaschieren, um Stimmung zu erzeugen, wo eigentlich schlicht Rationalität fehlt.
    Wo sich der natürliche Unterschied von Menschen abbildet aber verdrängt wird, da entstehen irreale Konzepte.
    Da allen Erfolgreichen im Wettbewerb letztlich klar ist, das sie nicht gegen, sondern nur mit zufriedenen Mitarbeitern und begeisterten Kunden etwas Positives erreichen konnten, ist die Fraktion der Looser entsprechend destruktiv drauf und führt sich eher permanent kindisch räsonierend auf.

  2. Eike Scholz says:

    Hm,

    man sollte vielleicht noch ein wenig mehr auf dem Poststrukturalismus “rumhauen”, der u.A. dazu “führt”, das Herr Klein und der generische Linke unter Neoliberalismus sehr verschiedene “Dinge” Verstehen. Diese ganzen Kämfe um Definitionshoheit und die damit verbundenen Verwirrungen sind schrecklich unproduktiv …

    Ich sehe da z.B. das Problem, dass das was im linken Spektrum als Neoliberal bezeichnet wird, durchaus auch Libralen Idealen schadet. Ein Standardbeispiel wäre der momentane europäische Bankensozialismus, den beide politische Richtungen zu recht bekämpfen. Da beide Richtungen sich augh gegenseitig bekämpfen können sich aber Machtstrukturen halten, denen die breite Bevölerkung aus verschiedensten politischen Lagern nicht zustimmt.

    Spalte und Herrsche, das alte Spiel eben. Ein freier Mensch muss aber nicht mitspielen.

    • Hallo Herr Scholz,

      man kann nicht dabei zusehen, wie aus linken Kreisen die Idee von Freiheit und Liberalismus mit negativen Konnotationen verbunden wird. Die öffentliche Diskussion funktioniert in weiten Teilen affektiv. Entsprechend müssen Sie es schaffen, eine Begriff mit einer negativen Konnotation zu verbinden und über kurz oder lang hören dann viele, wenn Sie Liberalismus oder Neoliberalismus hören, nicht mehr das Konzept von Freiheit und Eigenverantwortung, das dahinter steht, sondern die affektive Konnotation: böse. Und ich denke, dass wir beide damit nicht einverstanden sind.

      • Eike Scholz says:

        Richtig,

        ich stimme ihnen zu. Für mich liegt aber der Schwerpunkt auf Liberalismus als Konzept. Ich werde mich genau so wenig als Neoliberal bezeichnen wie ich mich als Neuen Atheisten bezeichnen werde. Aber sie sehen ja an den Antworten, dass Leute nicht mitbekommen, dass
        man mit dem Gleichen Begriff von verschiedenen Dingen redet, selbst wenn es im 2. Kommentar explizit steht … Damit ist für uns das Thema aber erlidigt und wir können über Inhaltliche Fragen diskutieren, z.B. wie man vermeidet das Freihet an sich eine Negtive Konnotation bekommt, wie es schon manchmal der Fall zu sein scheint.

  3. H.C. H. says:

    … toller Artikel – darauf haben viele bestimmt gewartet: Endlich, endlich eine Legitimation für das bisschen Kohle der so wahnsinnig innovativ-unermüdlich-fleißigen Reichen und Superreichen … und dann besonders delikat: die Leute, die neoliberale Strukturen aufdecken und die Mechanismen der ganz großen Abzocke zu erklären und damit auch zu überwinden versuchen, sind …. sind Profilneurotiker, die selbst Angst vor Konkurrenz haben …

    • Freut mich, dass Ihnen der Beitrag gefallen hat. Um ehrlich zu sein, hatte ich beim Lesen ihres Beitrags zunächst gedacht, er sei ironisch gemeint und Sie wissen ja sicher, dass man bei Ironie sehr aufpassen muss, dass auch rüberkommt, was man ironisch meint, weshalb die Handhabung der Ironie zu den schwierigsten Aufgaben gehört, die die deutsche Sprache bietet. Aber nachdem ich ihren Beitrag mehrfach gelesen habe, bin ich nunmehr zu dem Schluss gekommen, dass Sie nicht ironisch sein wollten, denn für diesen Fall enthielte Ihr Beitrag mindestens einen Widerspruch (zwischem toller Artikel und dem, was danach kommt und delikat und dem, was danach kommt), was bedeuten würde, dass sein Schreiber offensichtlich nicht gewusst hat, was er schreiben will und das will ich doch zu Ihren Gunsten nicht annehmen.

  4. aristo says:

    Und dass ein solches Individuum von den Feinden des Neoliberalismus nicht vorgesehen ist, hat einen einfachen Grund: freie, eigenverantwortliche und sich selbst respektierende Individuen sind nur im Neoliberalismus vorgesehen.

    Aha, der Autor scheint noch sehr jung zu sein und hat noch viel zu lernen.
    Wer sich mit Ismen beschäftigt, steckt schon in der Sackgasse.

    • Ein neuer Tag ein neues Glück.
      Ist der Autor noch jung, dann ist ihre Aussage ein ad hominem und insofern abzulehnen.
      Ist der Autor nicht mehr jung, dann ist ihre Aussage dennoch ein ad hominem und insofern abzulehnen.
      Ich habe Sie zwar gestern schon auf unser Grundsatzprogramm hingewiesen, aber manche Dinge brauchen ja Zeit, um sich zu setzen. Deshalb hier eine kleine Nachhilfe. Wenn man etwas kritisieren will, dann ist es notwendig, eine Begründung anzugeben, die zeigt, WARUM das, was man kritisiert will, falsch oder kritikwürdig ist. Einfach Behauptungen aufzustellen und diese vollkommen unbegründet zu lassen, ist entsprechend völlig nutzlos, denn es appelliert an den Glauben oder die niederen Motive bei anderen. Aber wir wollen uns doch rational und auf Grundlage von Fakten miteinander unterhalten – oder?
      by the way, ich bin kurz vor 50, aber streitbar wie eh und je, und mir scheint Ihr Denken ist nicht mehr ganz so flexibel wie es einst einmal war.

    • @aristo

      Logischerweise haben Sie Recht, wenn Sie Recht haben, und Sie müssen sich dementsprechend tatsächlich in einer Sackgasse befinden, denn Sie beschäftigen sich ja anscheinend sehr, sehr gerne mit “ismen” oder zumindest mit dem “ismus” hinter dem “Neo”.

      Da wir bei ScienceFiles Ihre Prämisse aber nicht teilen, sehen wir selbst uns keineswegs in einer Sackgasse. Was Sie betrifft, respektieren wir natürlich Ihre eigene Einschätzung von sich selbst, und wenn Sie sich nach Ihrer eigenen Prämisse in einer Sackgasse sehen, dann wollen wir dem nicht widersprechen, insbesondere, da wir auch sonst angesichts Ihrer Äußerungen auf diesem blog keinerlei Anlass haben, etwas anderes zu vermuten.

      Bitte bemühen Sie sich auch, (neben einem Verständnis für Logik) etwas Urteilsvermögen angesichts von Lebenserfahrungen zu entwickeln: Wenn Sie in Ihrem Leben so viele Fehler gemacht haben und sich in Sackgassen wiederfinden, dass Sie den Eindruck gewonnen haben, Sie seien nichts weiter als eine den “Verhältnissen” unterworfene Marionette, dann ist das sehr traurig, und wir bedauern Sie entsprechend, aber nur aufgrund Ihrer psychologischen Notwendigkeit, sich Ihre anscheinend falschen Lebensentscheidungen zu rationalisieren, die Handlungsmöglichkeiten aller Menschen (selbst in Deutschland) für nahe null zu erklären, ist dann doch mehr als kläglich. Daher noch einmal mein Rat, den ich gestern schon an Sie als Troll erteilt habe: Versuchen Sie, Dinge, die Ihrer psychologischen Hygiene geschuldet sind, als solche zu identifizieren, und halten Sie sie deutlich getrennt von Aussagen, die in der Öffentlichkeit ggf. durch sachlich und logisch korrekte Argumentation verteidigt werden müssen. Wenn man das nicht tut oder nicht tun kann, macht man sich nur lächerlich.

      In Ihrem Alter sollten Sie das schon bemerkt haben.

      • aristo says:

        Sehr geehrte Frau Dr. Diefenbach,
        vielen Dank für Ihre Zeilen. In Ihrer Einschätzung bezüglich meiner Person irren Sie sich.

        Kritisches Denken ist ein auf intellektueller Disziplin basierender Prozess des aktiven und geschickten Konzeptualisierens, Anwendens, Analysierens und Evaluierens von Informationen, die durch Beobachtung, Erfahrung, Reflexion, schlussfolgerndes Denken oder Kommunikation gesammelt oder gewonnen wurden. In seiner beispielhaften Form liegen dem kritischen Denken universalistische intellektuelle Werte zugrunde, die für alle Fach- oder thematischen Gebiete bzw. unabhängig vom Inhalt der Informationen gelten: Klarheit, Genauigkeit, Konsistenz, Relevanz, zuverlässige Belege, gute Gründe, Tiefe und Breite [der Betrachtung] sowie Fairness. Kritisches Denken beinhaltet die Prüfung derjenigen Strukturen oder Elemente, die allem Denken zugrunde liegen, aber meist implizit, d.h. unausgesprochen, bleiben, nämlich von Zwecken, Problemen oder Fragen, Annahmen, Konzepten, empirischen Belegen, Schlussfolgerungen, die zu bestimmten Ergebnissen führen, Implikationen und Konsequenzen, Einwänden, die aus alternativen Sichtweisen gemacht werden können, und von Bezugsrahmen, die beim Denken verwendet werden.

        Genau so sehe ich das auch. Deswegen muss es auch möglich sein, auf die Tatsache hinzuweisen, dass wir über 5 Millionen Arbeitslose in unserem Land haben, ohn als Troll bezeichnet zu werden.

        • Sehr geehrter Aristo,
          erlauben Sie mir, dass ich Ihnen (zuerst) antworte: Ich freue mich, dass Sie zwischenzeitlich offensichtlich unser Grundsatzprogramm gelesen haben und sogar daraus zitieren. Und wenn Sie das Grundsatzprogramm gelesen haben, dann wissen Sie ja, dass Sie auf alles hinweisen dürfen, was Sie wollen. Aber damit der Hinweis für andere in irgend einer Weise interessant sein soll, muss er mit einem Argument verbunden werden, also: Warum ist es sinnvoll, Ihrem Hinweis auf die 5 Millionen Arbeitslose in ihrem Land nachzugehen? Was unterscheidet diesen Hinweis von dem Hinweis, dass in Deutschland eine Kaste linker Oligarchen eine totalitäre Herrschaft anstrebt? Wir versuchen auf ScienceFiles eine Diskussionskultur aufrecht zu erhalten, die ihren Kern in einem Argument hat, und ein Argument besteht bei uns aus einem Explanas und einem Explanandum. Ich weiß nicht einmal ob Ihr Hinweis auf die 5 Millionen Arbeitslose (so es sie gibt) als Explanans oder als Explanandum fungiert und kann mir entsprechend nicht einmal vorstellen, sofern ich einmal annehme, dass Sei ein Argument machen wollen, wo die Lücken in Ihrem Argument, die ich auffüllen muss, zu finden sind…

          Und bitte kommen Sie aus der Schmollecke heraus. Niemand hat Sie als Troll bezeichnet, weil Sie auf 5 Millionen Arbeitslose hingewiesen haben. Dem Troll geht eine Kommentar-Geschichte voraus, die jeder nachlesen kann.

        • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

          @aristo

          so ist das eben mit den voreiligen Einschätzungen von Personen, die man nicht kennt, aufgrund weniger Aussagen! Man irrt sich mit ihnen anscheinend ziemlich oft, weswegen man sich damit dann vielleicht auch zurückhalten sollte – es wäre schön, wenn das möglichst viele Leute aus solchen Diskussionen lernen würden.
          Ansonsten kann ich nur sagen, dass ich mich sehr freue, wenn ich mich in Ihrem Fall geirrt habe; das kann nur eine gute Nachricht sein.

          Ich bin nun nicht sicher, ob Ihre Nachricht, die so ausfällig war, dass Sie getrollt wurden, die Aussage enthielt, dass es in Deutschland 5 Millionen Arbeitslose gibt, aber falls ja, kann ich Ihnen versichern, dass Sie ganz sicher nicht wegen dieser Aussage getrollt wurden, sondern wegen Ihres verbalen Betragens. Wir “Neoliberalen” meinen nämlich durchaus, dass es sinnvoll ist, sich auf bestimmte Regeln zu verständigen, die das Gespräch miteinander erleichtern – statt sozusagen prophylaktisch “Andersgläubige” oder solche Menschen, die wir für “Andersgläubige” halten, zu beschimpfen. Als vom reziproken Tausch Überzeugte glauben wir aber auch, dass man so antworten darf und soll, wie man angesprochen wird 🙂

  5. Peinhart says:

    Das ist aber eine merkwürdige ‘Freiheit’, wenn sie schon mit einer Unterwerfung beginnt. Einer Unterwerfung unter die ‘Marktgesetze’ nämlich. Und sicher ist es so, dass Menschen sich schon immer irgendwie ausgetauscht hätten. Die Illusion aber, es würde Gleiches gegen Gleiches getauscht, ist historisch etwas ziemlich Neues. Worin aber besteht nun die ‘Äquivalenz’ von zB einmal Waschen und Schneiden, einem Zentner Kartoffeln und einem DVD-Spieler aus Fernost?

    • Das ist aber ein merkwürdige Idee von Freiheit, die denkt, die Welt beginnt mit einer tabula rasa. Natürlich muss man sich auf Spielregeln verständigen, um am Markt miteinander zu tauschen. Wenn Sie hier weiterhin nutzlose Kommentare mit mir tauschen wollen, dann werde ich den Markt für Kommentare für Sie schließen. Entsprechend geht es darum, sich auf Spielregeln zu einigen, was die Freiheit voraussetzt, Spielregeln zu vereinbaren oder sie abzulehnen oder anzunehmen. Oder wie Thomas Hobbes geschrieben hat, jeder hat das Recht auf alles, aber seine Freiheit erfordert es zuweilen, dass er sich in rationaler Entscheidung von einigen seiner Rechte per Vertrag trennt. Damit komme ich zurück zur tabula rasa. Dummerweise gibt es eine Umwelt und andere Menschen, mit denen man sich arrangieren muss, etwas, was Linke gewöhnlich dadurch lösen, dass sie anderen eine “Instanz” vorgeben, der diese sich dann unterordnen müssen. Liberale lösen dies dadurch, dass Sie in Individuen die Entscheidungsfreiheit über ihr Leben verorten und entsprechend keine Instanzen anerkennen, die Entscheidungen für andere treffen, außer es gibt eine entsprechende Übereinkunft unter freien Individuen. Aber natürlich, wenn man sein Geld z.B. damit verdient, dass man anderen “helfen” will, aus der “Knechtschaft des Kapitals” zu entkommen, dann muss man diese anderen als handlungsunfähige und nicht autonome Hilfsbedürftige und eben nicht als selbständige und freie Individuen definieren.

      • Peinhart says:

        Ich scheine einen wunden Punkt getroffen zu haben, wenn Sie mich gleich sperren wollen…?

        >>Entsprechend geht es darum, sich auf Spielregeln zu einigen, was die Freiheit voraussetzt, Spielregeln zu vereinbaren oder sie abzulehnen oder anzunehmen.

        Erstens scheinen Sie nicht zu wissen, wie diese ‘Spielregeln’ überhaupt aussehen, sonst könnten Sie mir die Frage nach der Äquivalenz sicher beantworten. Zweitens wüsste ich jetzt gern noch, wann je eine ‘freie Vereinbarung’ der Marktgesetze als Spielregeln stattgefunden haben soll und inwiefern irgendjemand die Freiheit besitzt sie hier und jetzt abzulehnen.

        Und ja, ich nehme mir zumindest mal die Freiheit heraus, diese Spielregeln zu hinterfragen. Wie gesagt, für diese Frechheit können Sie mich natürlich sperren. Ich würde dann ihren Glauben an diese Spielregeln nicht mehr stören können. Denn so, ohne weitere Begründung und auch Legitimation durch tatsächliche freie Vereinbarung ist es tatsächlich nicht mehr als ein Glauben, dass und wie da irgendetwas ‘Tatsächliches’ richtig und vernünftig abgebildet würde. Und Freiheit wie auch Rationalität des Handelns gäbe es dann nur innerhalb dieses Glaubens, der Glaube selbst allerdings wäre den verehrten Kriterien von Freiheit und Rationalität gerade nicht zugänglich.

        • Oh ja, da haben Sie Recht, ich bin äußert empfindlich gegen eine bestimmte Form der Nichtargumentation. Was ich überhaupt nicht leiden kann sind prätentiöse Menschen, die ein Wortungetüm nach dem nächsten in ihre Sätze packen, nur um zu verschleiern, dass Sie nichts zu sagen haben.

          Was die Frage nach den Spielregeln angeht, so könnte ich mich jetzt auch über das auslassen, was Sie nicht zu wissen scheinen und nebenbei fragen, für wen Sie sich eigentlich halten, wenn Sie denken, man müsste Ihre Fragen beantworten, aber ich habe heute meinen arroganztoleranten Tag und deshalb der Hinweis, dass es eine unglaublich umfangreiche Forschung dazu gibt, wie Normen entstehen (wir haben uns z.B. auf Eigentumsrechte geeinigt…). Und wenn Sie einen Moment rational auf das, was ich geschrieben habe, reagiert hätten, dann hätten Sie vielleicht sogar die Logik hinter meinem kleinen Beispiel gesehen. Spielregeln werden ausgehandelt. Ich kann meine setzen und Sie sperren. Sie können einen eigenen blog eröffnen und schreiben, was ich doch für ein unwissender Mensch bin. Ich kann mich in ihrem blog mit Kommentaren wehren, sie können mich sperren, ich kann einen weiteren blog eröffnen, den ich dann peinhartlich nennen könnte und so können wir unseren Konflikt so lange fortsetzen, bis wir merken, dass es nichts bringt und wir vielleicht unsere Ressourcen besser einsetzen können. Das ist dann der Punkt, an dem vielleicht sogar Kooperation entsteht und wir uns auf Spielregeln einigen. Am Markt ist das genau so und die Grundlage dafür, dass das passiert, ist Freiheit, denn wenn, die deutsche Regierung plötzlich beschließt, bloggen zu verbieten, dann ist alles müsig, weil unfrei.

          Wo haben Sie Spielregeln hinterfragt? Das muss mir entgangen sein.

        • Peinhart says:

          Was Sie über die Freiheit unserer Kommunikation sagen, ist in der Tat einleuchtend. Wir können uns unterhalten, aber wir müssen nicht, da zB unsere Existenz nicht davon abhängt. Das gilt aber gerade nicht von meiner oder Ihrer Teilnahme an der Marktgesellschaft. Es gab nie eine freie und bewusste Einigung über die Marktgesetze, und es gibt auch keine ‘laufenden Abstimmungen’ darüber. Genausowenig wie über Eigentumsrechte. Auch diese sind historisch entstanden, und zwar nicht zuletzt unter massiver Einwirkung von ganz simpler Gewalt. Und sie werden auch nach wie vor gewaltsam abgesichert. Über letzteres könnte man sich unterhalten, wenn sie tatsächlich aus freier Vereinbarung entstanden wären, was sie aber nicht sind. So sind wir beide nur in der Lage, das Ergebnis eines blinden historischen Prozesses, der sich unter Anwendung von Gewalt, aber gerade nicht als Resultat einer freien und bewussten Vereinbarung aller vollzogen hat, entweder gut und richtig zu finden oder abzulehnen. Aber schon ‘auszusteigen’ läge jenseits unserer Freiheit.

          Ich plädiere im übrigen für nichts weniger als genau das: dass wir uns als vielleicht endlich mündig gewordene Menschen nicht mehr blinden selbstläufigen Prozessen unterwerfen, sondern – vielleicht das erste Mal in der Geschichte, jedenfalls aber der neueren – als freie und bewusste Individuen über die ‘Spielregeln’ verständigen. Damit müsste ich doch eigentlich offene Türen einrennen…?

          • Peinhart,

            Das ist doch alles Unfug. Wenn Ihr Argument zutrifft, dann auf einen Staat oder hat Sie jemals jemand gefragt, ob Sie Deutscher sein wollen und Steuern bezahlen wollen? Dagegen haben Sie bislang noch die Freiheit, selbst zu entscheiden, ob Sie mit jemandem etwas Tauschen wollen oder nicht. Niemand zwingt Sie, sich auf den Arbeitsmarkt zu begeben. Sie könnten auch als Clochard unter den Brücken von Paris in Zeitungspapier gewickelt leben. Niemand zwingt Sie, sich mit Konsumgütern einzudecken. Sie können auch ein konsumfreies Leben vorziehen. Niemand zwingt Sie, das Eigentum ihres Nachbarn zu achten. Sie können jederzeit das Gartenhäuschen Ihres Nachbarn anzünden oder seine Zwerge stehlen, und wenn man Sie zur Rechenschaft zieht, dann können Sie stolz verkünden, dass Sie bereit sind, die Konsequenzen ihres Handelns zu tragen. Sie haben ultimative Freiheit, ihren Präferenzen nachzugehen, soweit diese Präferenzen sich auf Märkte richten. Wenn sich ihre Präferenzen aber in Bereichen äußern, die “der Staat” oder “die Gesellschaft” für sich reklamiert, dann ist das anders, dann wird von Ihnen ein Einkommen erwartet, damit sie ihre beiden Kinder (Junge und Mädchen) und ihre Frau finanzieren können, die das schmucke Einfamilienhaus in der Reihenhaussiedlung bewohnen und natürlich wird verlangt, dass sie die Steuern auf ihr Einkommen entrichten, von denen Ihr Staat befunden hat, dass sie ihm zustehen. Ich kann daher beim besten Willen nicht sehen, wo ein Markt zu etwas zwingt.

            Was sind denn Marktgesetze? Es gibt nur eines, nämlich das Gesetz von Angebot und Nachfrage, über das der Preis bestimmt wird. Und wenn Sie etwas Anbieten, das niemand nachfragt, dann erhalten Sie logischerweise auch keinen Preis. Muss man über derartige Normalitäten, die Jahrtausende Lang unter Menschen funktioniert haben, tatsächlich abstimmen?

            Sofern Sie mit “sich über Spielregeln verständigen” nicht meinen, dass ein Staat (also eine politische Klasse) die Spielregeln festlegt, haben wir keinen Dissens.

        • Peinhart says:

          Herr Klein,

          das ist doch Geschichtsklitterei. Natürlich hat mich auch niemand danach gefragt, ob ich diesen Staat so will. Nun ist aber dieser Staat ‘rein zufällig’ parallel zur Durchdringung der Gesellschaft mit Geld- und Tauschbeziehungen entstanden. Er ist nichts anderes als die Garantie der Voraussetzungen einer Marktgesellschaft. Sie beschreiben auch ganz richtig, dass dieser Staat mich unter Androhung von Sanktionen dazu zwingt, nicht nur das Eigentum zu achten, sondern natürlich meine Präferenzen marktkonform zu äußern. ‘Frei’ zu tauschen oder nicht zu tauschen wäre ich nur, wenn meine Existenz anderweitig bereits gesichert wäre – und bitte über die Nächtigung in Zeitungspapier hinaus. Denn nur dann könnte ich das, was ich nicht zum unmittelbaren Leben brauche, tatsächlich ‘frei’ tauschen. Dazu fehlen mir in dieser Gesellschaft aber iA schlicht die Mittel. Also bin ich gezwungen zu tauschen, und für die große Mehrheit bedeutet das schlicht erstmal den Verkauf der Arbeitskraft weil sie anders gar nicht an die Mittel auch nur der eigenen Subsistenz gelangen. Dass das so ist, ist ein Ergebnis eines historischen und wie gesagt ziemlich gewalttätigen Prozesses, an dem genau der offenbar (übrigens nicht nur) von Ihnen nicht sonderlich geschätzte Staat maßgeblich beteiligt war. Sie allerdings müssten ihn wenigstens dafür schätzen.

          Die Behauptung, das alles sei ‘seit Jahrtausenden Normalität’ ist einfach hanebüchen und genügt nicht einmal den einfachsten Ansprüchen an Wissenschaft oder auch nur intellektueller Redlichkeit. Vielmehr waren Marktbeziehungen auch noch nach der Erfindung des Geldes jahrhundertelang eben nicht die Regel, sondern die Ausnahme. Von einem auch nur irgendwie ‘freien’ Markt oder ‘freier Konkurrenz’ ganz zu schweigen. Wenn wir uns wenigstens darüber einigen könnten, könnten wir dann vielleicht auch darüber sprechen, was passiert, wenn diese Ausnahme zur Regel wird. Nämlich dass das Geld eine Eigendynamik entwickelt – eben weil es, und da schliesst sich der Kreis zum anderen Strang, ‘keinen Sinn macht’, eine Menge Geldes gegen eine gleich große andere Menge Geldes zu tauschen.

          • Ich weiß nicht ob es Sinn macht, eine Diskussion zu führen, die mit Geschichtsklitterei beginnt und mit hanebüchen endet. Aber wie ich schon sagte, ich habe heute meinen toleranten Tag, und deshalb:

            1) Wetten, dass unter den Neandertalern ein reger Tauschhandel vorhanden war. Was glauben Sie, wie Tabak nach Ägypten gekommen ist? Wieso findet man in britischen Gräbern aus der Bronzezeit, Keramik aus Sachsen? Handel ist mit Sicherheit die älteste Interaktion, die Menschen miteinander ausgeführt haben. Entsprechend hat es seit je her Märkte gegeben. Dies abzustreiten halte nun wiederum ich für hanebüchen.

            2) Staaten, Nationalstaaten zudem, sind ein neuartige “Errungenschaft”. Lesen Sie dazu einfach mal, was Benedict Anderson in Imagined Communities geschrieben hat (kein Neoliberaler, sondern ein Historiker). Schon von daher, kann man Staaten und Märkte nicht vergleichen. Aber, und ich wiederhole mich (zum letzten Mal, weil ich die Lust verliere), Märkte sind freiwillige Vereinigungen von Individuen, die etwas zu tauschen haben oder etwas tauschen wollen. Die Gesetze, nach denen Märkte funktionieren, sind letztlich seit Jahrtausenden vorhanden und funktionieren über Nachfrage und Angebot, das war auch schon im Neandertal so, als der beste Jäger mit seinen spoils die beste Speerspitze vom begabtesten Speerspitzenhersteller erhandelt hat.

            3) Wenn Sie hier von Redlichkeit reden, dann muss ich Sie jetzt auffordern, die Belege für Ihre Behauptungen vorzubringen. Wenn, wie sie behaupten, Tausch zwischen Menschen erst mit der Erfindung des Geldes begonnen hat (schon die Kelten hatten übrigens Geld oder eine Tauschwährung und es ist einfach albern zu behaupten, weil man vor zig Tausend Jahren keine bedruckten Lappen hatte, die die Mehrzahl als Geld akzeptiert haben, hätte es damals keine Tauschwährung oder Tauschwährungen gegeben), dann genügt es, dies für die Neuzeit ab 2000 vor Chr. zu belegen.

            4) Ich bin immer wieder erstaunt, über die Enge der Welt, die manche bewohnen, und vor allem, mit welcher Geschwindigkeit unsere Vorfahren (ab 1980 rückwärts) mal eben zu Deppen degradiert werden, die keine Idee von Markt und Tausch hatten und von Wind und Wetter abhängig waren, wenn Sie nicht gerade vom damaligen Großkapital gezwungen wurden, Pyramiden zu errichten, oder so…

        • Peinhart says:

          PEINHART hat in der Kommentarspalte eines blogs, das sich Feynsinn nennt und unter einem post, das mit “Ich schieß[‘] mich tot mit [‘]ner Guitarrensaite” Wichtiges über die Qualität und den Stellenwert seiner Beiträge auf ScienceFiles zu vermelden: “Manchmal habe ich so Anfälle, dann gürte ich mein weißes Pferd… und werde fies. Denn anstatt auf dem vorgesehenen Turnierplatz aufzulaufen und den erwarteten sozial gerechten Gutmenschen zu geben, versuche ich die vermeintlich feste Burg höchstselbst anzugreifen. Und finde sie wie dort auch immer wieder erstaunlich schlecht befestigt. […] Mein letzter Kommentar von gestern abend wurde allerdings immer noch nicht freigeschaltet – anscheinend habe ich den Langmut der Ritter vom Heiligen Markt doch überstrapaziert.”

          Peinhart, Sie sind mir schon ein Ritter von der traurigen Gestalt, und Sie sind genau das, was ich absolut nicht leiden kann: verlogen und hintenherum. Wir, die wir an einem zivilisierten und auf die Inhalte gerichteten Austausch interessiert sind, und die wir eine Welt bewohnen, die für Sie offensichtlich absolut unvorstellbar, weil auf Respekt und Fairness gebaut, ist, haben leider bislang noch keine Form des Umgangs gefunden, die adäquat wäre, um mit so einem verlogenen Etwas wie Ihnen umzugehen. Das ist das Manko, das man als Liberaler hat, man muss mit so etwas wie Ihnen leben und auf die Mittel, die andere bedenkenlos anwenden, (leider) verzichten. Aber derartige Etwase wie sie hat es leider immer gegeben und leider haben solche Etwase wie Sie auch immer dazu beigetragen, das Diskussionsklima zu vergiften. Das Problem, das sich mit Lebensformen wie Ihnen und ihren gewählten Mitteln verbindet, besteht übrigens darin, dass die Leute, mit denen Sie sich hinter dem Rücken anderer über diese nicht anwesenden anderen auslassen, sich zwangsläufig überlegen, was Sie wohl hinter deren Rücken sagen, was man als Lügner-Elend bezeichnen könnte. Wie “Ihre Freunde” dieses Problem lösen, ist nicht mein Problem, mein Problem hat mit ScienceFiles zu und hier möchte ich so etwas wie Sie nicht haben. Deshalb habe ich Ihre IP gesperrt und den Zugang über Proxis verunmöglicht. Toben Sie sich also in Zukunft unter Ihresgleichen aus, da, wo man sich in die Fresse lügt und hinter dem Rücken der anderen demonstriert, wie notwendig man es hat, sich in Miesheit zu suhlen.

          Ich habe mich oft gefragt, warum hier in England ein viel offeneres und freundlicheres, ja herzlicheres Klima unter Menschen herstellbar ist, die sich zum ersten Mal treffen, als in Deutschland. Die Antwort ist klar: Es liegt an feigen Täuschern wie Ihnen, die Ernsthaftigkeit vorgaukeln und doch nur darauf aus sind, anderen hinter deren Rücken zu schaden. Ich halte das für feige und kann das Ausmaß an Abscheu, das ich vor so etwas wie Ihnen empfinde, gar nicht in Worte packen.

          Was die “Befestigung der Burg” betrifft, woher wollen Sie etwas über die Befestigung aussagen können. Ihre Verständnisfragen haben noch nicht einmal den Blick auf den ersten Wall ermöglicht und um in die Nähe des Wassergrabens zu gelangen, müssten Sie zumindest ein Argument vortragen, was ich, angesichts Ihrer bisherigen Beiträge für völlig ausgeschlossen halte.

        • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

          … das ist aber wirlich überaus peinlich! Dann hat sich Peinhart also nicht nur hier im blog peinlich gemacht, sondern auch noch in einem anderem blog:-))

          Meine Güte, er muss aber wirklich eine schwere Schlagseite davongetragen haben, wenn er meint, die Leute dort im blog seien des Lesens unkundig und würden nicht beim ersten Blick auf den “Austausch”, den er hier bei uns in betrügerischer Absicht inszeniert hat, sehen, dass er Fragen stellte, die einzig dazu geeignet waren, seine absolute Unbildung zu demonstrieren. Wir helfen ja jedem gerne und haben deshalb geantwortet, und das steht hier nun mal zu lesen, ob es dem Peinlichen passt oder nicht.

          Meine persönliche Botschaft an den peinlichen Peinhart:

          @Peinhart

          Sie sind mich für Alpha und Omega, wobei das Omega als runder Ausschnitt aufzufassen ist, der in abgrundtiefe, schwarze Leere führt (zumindest in einer Richtung). Zwischen dem Alpha und dem Omega stehen übrigens nur noch vier Buchstaben, nämlich “C”, “H”, “R” und “S” in alphabetischer Reihenfolge, aber man kann sie natürlich auch anders in Reihenfolge bringen.

          Ich finde Ihr Verhalten widerwärtig, und ich würde Ihnen raten, zu den Fehlern, die Sie bereits gemacht haben, nicht noch den hinzuzufügen, in der Lebenszeit, die Ihnen verbleibt, meinen Weg noch einmal zu kreuzen. Oder so gesagt, dass das auch ein Plastik-Ritter der Kokosnuss verstehen kann: Ich, die Ritterin Geißelhilde, werfe Ihnen hiermit den Fehdehandschuh vor die Füße – begleitet von allerhand Gesten, die mit einer solchen Aktion gemeinhin einhergehen und die Sie sich selbst vorstellen dürfen, sofern Sie über ein Vorstellungsvermögen verfügen, das hierzu ausreicht (was m.E. zu bezweifeln steht, aber bekanntlich stirbt die Hoffnung ja zuletzt). Meine Knappen tragen meine Farben zuverlässig. Sind Sie sicher, dass Sie auch welche (Farben wie Knappen) haben? Wenn nicht, igeln Sie sich besser in Ihrer abrufreifen Baracke von Burg ein und träumen weiterhin von ihrer Uneinnehmbarkeit, bis Ihnen das Dach gänzlich ohne Feindeinwirkung über dem Schädel zusammenbricht. (Nun ja, es gibt natürlich einen Markt, auf dem sich Dachdecker bewegen, aber da Sie ja so große Berührungsängste mit Bezug auf Märkte haben, bleibt Ihnen vermutlich nur der totale Verfall übrig.

    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

      @Peinhart,

      erstens finde ich (wie Michael Klein), dass Sie eine äußert seltsame Auffassung von “Freiheit” haben. Für Sie scheint das so etwas wie reine Willkür zu sein… Nun ja, dazu hat sich Michael Klein ja schon geäußert.

      Weitere Verwirrung besteht bei Ihnen aber über so grundlegende Konzepte wie “Gleichheit” und “Äquivalenz”: Wenn Gleiches gegen Gleiches getauscht wird, also z.B. ein Zentner Kartoffeln gegen ein Zentner Kartoffeln, dann ist die Frage nach Äquivalenz völlig verfehlt, denn eine solche muss gar nicht hergestellt werden, eben WEIL Gleiches gegen Gleiches getauscht wird (gewöhnlich macht das aber niemand, weil es SINNLOS ist, woran sehr schön deutlich wird, warum tatsächlich gleiche Ressourcenausstattungen unter Menschen für niemanden erstrebenswert sind, aber das nur nebenbei). Wenn Ungleiches getauscht wird, dann bestimmen die Präferenzen von Anbietern und potentiellen Nachfragern sowie die Verfügbarkeit von Angebot und die Intensität der Nachfrage den Tauschwert eines Gutes, wobei die Präferenzen variieren und Angebot und Nachfrage veränderlich sind, versteht sich. Davon sollte man eigentlich einmal gehört haben, auch wenn die Vermittlung von Grundsätzen des Wirtschaftens im deutschen Schulcurriculum anscheinend für überflüssig gehalten werden. (Darüber, warum, ließe sich spekulieren; vermutlich hat es etwas damit zu tun, dass man angesichts von Überbevölkerung, mangelnden Arbeitsplätzen und Staatsverschuldung über mehrere Generationen dieselben auf gleichgeschaltete Lebensverhältnisse auf niedrigem Qualitätsniveau vorbereiten will oder meint, dies zu müssen.)

      • Peinhart says:

        An Sie würde ich gerne die Frage stellen, welche Voraussetzungen ich erfüllen muss, um meine Präferenzen überhaupt in der Form von Nachfrage artikulieren zu können?

        • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

          Da lässt sich so viel denken, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Z.B. könnten Sie, wenn Sie eine entsprechende Präferenz hätten, eine Annonce in die Zeitung setzen, beispielsweise: Suche gebrauchten, aber funktionsfähigen Kühlschrank nicht über 40 Euro”. Eigentlich kann der Äußerung von Präferenzen keine Begrenzung gesetzt werden – es sei denn durch einen Staat, der beispielsweise die Veröffentlichung von Privatanzeigen in Zeitungen verbieten könnte…..

        • Peinhart says:

          Das könnte er sicherlich machen – das ‘Gebot’, nur noch neue Kühlschränke kaufen zu dürfen, würde ja schließlich ‘die Wirtschaft’ ankurbeln… 😉

          Ich meinte meine Frage aber viel grundsätzlicher – wie komme ich an die 40 Euro? Wenn ich die nämlich nicht habe, sind meine Präferenzen und Wünsche zwar immer noch da, aber sie sind ‘nichts wert’ und damit für den Markt schlicht inexistent. ‘Äquivalenz’ übrigens ist nicht gleich ‘Identität’. Denn natürlich ist es wenig sinnvoll, einen Zentner Kartoffeln gegen einen Zentner Kartoffeln zu tauschen – dennoch muss ich etwas dem Zentner Kartoffeln ‘äquvilantes’ haben, um überhaupt tauschen zu können.

          • Ich muss mich hier einmischen:

            … wie komme ich an die 40 Euro?

            Brainstorming: Arbeit, Banküberfall, Betteln …

            “Wenn ich die nämlich nicht habe, sind meine Präferenzen und Wünsche … ‘nichts wert’.

            Außerhalb des Paradieses, das sich manche herbeisehnen, ist es leider immer noch so, dass man etwas anbieten und leisten muss, um etwas zu bekommen. Die bloße Existenz von “Peinhart” ist nichts, was belohnenswert ist.

            Äquivalenz ist übrigens nicht “Identität”.

            Außer Ihnen hatte das bislang niemand behauptet, aber es ist schön, dass Sie das auch einsehen. Vermutlich wollen Sie darauf hinaus, dass man Einheiten des Tausches bestimmen muss, die äquivalent sind, ein Problem, das durch die Erfindung des Geldes weitgehend gelöst wurde.

        • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

          Wenn der Staat den Verkauf gebrauchter Kühlschränke verbieten würde, würde er nicht “die Wirtschaft” ankurbeln, sondern diejenigen bevorteilen, die (neue) Kühlschränke herstellen und verkaufen. Dagegen würde er denjenigen die Existenz erschweren, die gebrauchte Kühlschränke aufkaufen, vielleicht reparieren, sie weiterverkaufen an diejenigen, die nicht so viel Geld für einen neuen Kühlschrank ausgeben können oder wollen… DAS ist der Sinn von Märkten – sie bieten verschiedene Möglichkeiten zur Befriedigung verschiedener Präferenzen (und angesichts verschiedener finanzieller Möglichkeiten), und sie geben Leuten mit verschiedenen Fähigkeiten, Interessen, Ausbildungen die Möglichkeit, sich auf jeweils verschiedene Weisen ein Auskommen zu sichern. Wenn Märkte beschränkt werden, dann bedeutet das notwendigerweise, dass bestimmten Leuten die Existenzgrundlage verbaut wird und anderen die Möglichkeit, ihre Wünsche und Bedürfnisse angesichts ihrer materiellen Bedingungen zu befriedigen. Wenn der Staat also den Verlauf gebrauchter Kühlschränke verbieten würde, würde sich tatsächlich die Frage stellen, woher man mit 40 Euro (oder noch weniger) einen Kühlschrank bekommen kann. Ich sehe beim besten Willen nicht, wo das Menschen hilft oder sie glücklicher macht, besonders diejenigen, die nun mal nicht mehr als 40 Euro für einen Kühlschrank ausgeben können oder wollen.

          Und wo bekommt man 40 Euro her? Normalerweise bekommt man sie durch Arbeit (wie z.B. dem Reparieren oder Verkaufen gebrauchter Kühlschränke).
          Das ist kein “Missstand” des modernen Kapitalismus, sondern eine Grundtatsache des Lebens: wer sich nichts erwirtschaftet (was auch immer das sein mag,) hat nun mal nichts zu tauschen. Und derzeit sind die Bedingungen für den Eigenunterhalt ziemlich gut. Sie sitzen nicht wie die Menschen der letzten großen Eiszeit mit knurrendem Magen im Schnee und müssen überlegen, woher Sie Ihr Mammutfleisch bekommen, da die Mammuts ohnehin schon überjagt sind (oder wahlweise: woher Sie einen Ast bekommen, der nicht zu brüchig ist, so dass man auch noch in gefrorenem Boden versuchen kann, Pflanzenwurzeln auszugraben).

          Aber ich denke, dass es ohnehin zu kurz greift, Arbeit einfach als notwendig zu sehen. Das ist sie zwar, aber vor allem verschafft es einem eine große Zufriedenheit, sich selbst (und vielleicht noch andere) durch die eigene Tätigkeit versorgen zu können und nicht auf Gedeih und Verderb von anderen und ihren “Zuwendungen” abhängig zu sein. Sich selbst am Leben erhalten zu können, ist die erste Qualifikation eines Individuums, und wenn das durch eine Institution oder irgendwelche Gesetze und Regeln verunmöglicht oder über die Maßen erschwert wird (zynischerweise auch noch angeblich, um Menschen zu schützen), dann ist das menschenfeindlich. Wenn Sie wollen, können Sie also in Zukunft “neoliberal” auch einfach mit “menschenfreundlich” übersetzen.

  6. Taugenichts says:

    “Was kann man gegen Wettbewerb und Leistungsprinzip haben?”

    http://www.zpub.com/notes/idle.html

    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

      @Taugenichts,

      der Titel des Essays von Russell “In Praise of Idleness” mag Ihr Pseudonym angeregt haben und Sie mögen es als Leitlinie Ihres Lebens gewählt haben, womit Sie immerhin zu dem EINEN Prozent gehören würden, von dem Russell meinte, dass es “probably (!) devote the time not spent in professional work to pursuits of public importance”, aber beispielsweise im New Yorker 11, Teil 2, Seite 6 aus dem Jahr 1935 wusste man noch, dass es sich bei den 15 Essays, von denen “In Praise of Idleness” eines (“The Ancestry of Fascism” ein anderes) ist, um Essays “in scepticism, distinguised as usual by Mr. Russell’s beautiful lucidity and somewhat weary irony” handelt.

      • Taugenichts says:

        “der Titel des Essays von Russell “In Praise of Idleness” mag Ihr Pseudonym angeregt haben”

        Als Inspiration diente der Protagonist aus Eichendorffs Novelle.

        “aber beispielsweise im New Yorker 11, Teil 2, Seite 6 aus dem Jahr 1935 wusste man noch, dass es sich bei den 15 Essays, von denen “In Praise of Idleness” eines (“The Ancestry of Fascism” ein anderes) ist, um Essays “in scepticism, distinguised as usual by Mr. Russell’s beautiful lucidity and somewhat weary irony” handelt.”

        Skeptisch gegenüber wem oder was?

        • Sie mögen es offensichtlich in Rätseln zu posten, die sich dadurch auszeichnen, dass man Sie nicht auf etwas festlegen kann. Skeptizismus, wie im Zitat angesprochen, bezieht sich auf eine philosophische Richtung, es ist die Bezeichnung für Philosophen die der Möglichkeit von Gewissheit “skeptisch” gegenüber stehen.

        • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

          “der Titel des Essays von Russell “In Praise of Idleness” mag Ihr Pseudonym angeregt haben”

          Als Inspiration diente der Protagonist aus Eichendorffs Novelle.”

          ach, wirklich?! 🙂

          “Skeptisch gegenüber wem oder was?”

          ‘Scepticism’ bedeutet “Skeptizimus” (und nicht “Skepsis”). Dabei handelt es sich um eine prinzipielle Haltung Behauptungen gegenüber, die insbesondere ihre Prüfung involviert, sei es, indem man ihre Prämissen und Implikationen gedanklich durchspielt, sei es, indem man sie anhand empirischer Daten prüft. Ein “Skeptizismus”, bei dem von Anfang klar ist, wem oder was gegenüber man “skeptisch” (sprich: negativ eingestellt) ist, ist keiner. Er kann nicht inhaltlich gefasst werden, sondern formal – wie alles, was irgendwie sinnvoll ist (und nicht morgen schon in der Beliebigkeit dessen untergehen, was man Zeitgeist nennt).

  7. Lieber Michael Klein, Sie sind ein Lichtblick! Wriklich und ehrlich gemeint. Ich bin auch eine Liberale, mit ganzem Stolz! Machen Sie weiter so!

  8. aristo says:

    Sehr geehrter Herr Klein,
    sie schrieben:

    Dass mit der Höhe von Arbeitslosengeld und dem Dauer des Bezuges von Arbeitslosengeld und dem Fehlen von Auflagen und Sanktionsmöglichkeiten die Höhe der Arbeitslosigkeit steigt, ist feststehendes Wissen, das Sie mittlerweile jedem Lehrbuch der VWL entnehmen können.

    Dazu bat ich um Belege (Studien etc.). Die kamen aber nicht. Bislang ging ich davon aus, das die Arbeitslosigkeit steigt wenn Unternehmen Arbeitnehmer entlassen. Sollte es den von Ihnen genannten Zusammenhang tatsächlich geben, was ich bestreite, auch wenn es in einem Lehrbuch stehen sollte, ist der Effekt auf die Höhe der Arbeitslosigkeit marginal.
    Auflagen und Sanktionsmöglichkeiten schaffen keine Arbeitsplätze, das dürfte wohl unbestritten sein. 400.000 offenen Stellen stehen 5,4 Millionen Arbeitslose gegenüber.
    ALG-II-Empfänger und ALG-I-Empfänger.

    • Aristo,
      Sie können doch lesen. Dann wissen Sie auch, dass ich bereits auf die einschlägigen Studien von Scarpetta (1997), Nickell (1997), Nickell, Nunziata und Ochel (2005) oder Blanchard (2006) verwiesen habe. Die Lit finden Sie, indem Sie die Suchfunktion auf ScienceFiles benutzen.

      Wir haben immer noch ein grundlegendes Verständigungsproblem: WARUM gibt es 5,4 Millionen Arbeitslose, so es sie gibt? Die Frage, warum es Arbeitslosigkeit gibt, hat Ökonomen seit Dekaden beschäftigt und unter den Erklärungen, gibt es diejenigen, die ich Ihnen genannt habe, es gibt Ökonomen, die halten eine bestimmte “Umschlagshöhe” von Arbeitslosigkeit (die sogenannte NAIRU) für normal und es gibt Ökonomen, die sehen Arbeitslosigkeit u.a. als eine Folge der Überbevölkerung in Verbindung mit der Tatsache, dass sich westliche Gesellschaften weg entwickelt haben, von arbeitsintensiven Gesellschaften sowie in Verbindung damit, dass westliche Regierungen alles tun, um billige Arbeit, die eine große Zahl von Arbeitslosen in Arbeit bringen würde und ihnen somit die Möglichkeit, von ihrem nunmehr vorhandenen Arbeitsplatz auf einen besseren zu wechseln, bieten würde, zu unterbinden, auch um die Verhandlungsposition von Gewerkschaften nicht zu schwächen. Die Frage der Arbeitslosigkeit gilt es vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse zu diskutieren. Arbeitslosigkeit ist kein monokausales Konzept, das die bösen Arbeitgeber zur Ursache hat. Deshalb wird man sich auch in Deutschland daran gewöhnen müssen, Arbeitslosigkeit als Ergebnis vieler Ursachen, deren wichtigste sich in den Zuständigkeiten von Staaten und Gewerkschaften befinden, zu sehen.

      • aristo says:

        Leseempfehlung:

        The great moderation lulled macroeconomists and policymakers alike in the belief that we knew how to conduct macroeconomic policy. The crisis clearly forces us to question that assessment. In this paper, we review the main elements of the pre-crisis consensus, we identify where we were wrong and what tenets of the pre-crisis framework still hold, and take a tentative first pass at the contours of a new macroeconomic policy framework.

        Rethinking Macroeconomic Policy
        Wie die aktuelle Krise zeigt, kann es der Markt allein nicht regeln.

        Wie wäre es mit der 30-Stunden-Woche? Oder anders gefragt, was kann der Staat, was können die Gewerkschaften tun?

        • Was hat das

          The great moderation lulled macroeconomists and policymakers alike in the belief that we knew how to conduct macroeconomic policy

          mit freier Marktwirtschaft zu tun. Hier wird erklärt, dass man dachte zu wissen, was man tun muss, um makroökonomische Politik, vermutlich ist Effizienz gemeint, zu erreichen. Neoliberale reden, wenn sie vom Markt reden, nicht von einer durch Eingriffe verunstalteten Bühne, die nach dem jeweiligen Gesetz von Staaten tanzt, sondern von freien Bühnen, auf denen nur geregelt ist, wo die Bühne endet und wann der Vorhang fällt. Ausgerechnet den IMF als Vertreter einer freien Marktwirtschaft anzuführen, ist wirklich, naja, so als würden Sie Hegel zum Vertreter von rational choice machen wollen… Die aktuelle Krise zeigt aus meiner Sicht nur, was passiert, wenn sich Staaten mit ihren Agenden in den Markt einmischen, nichts anderes – oder warum haben die Staaten noch einmal die europäischen Banken gerettet?

          Und ein paar Gegenfragen:
          30 Stunden Woche – Warum sollte die Arbeitszeit geregelt werden?
          Was kann der Staat tun – Warum sollte der Staat etwas tun?
          Was können Gewerkschaften tun – am besten gar nichts und am allerbesten Ingrid Sehrbrock und Anne Jenter loswerden… wäre ein Schritt in die richtige Richtung, Ziel: Selbstauflösung.

  9. Taugenichts says:

    @Michael Klein:

    “Sie mögen es offensichtlich in Rätseln zu posten, die sich dadurch auszeichnen, dass man Sie nicht auf etwas festlegen kann. ”

    Ich habe lediglich eine Frage gestellt.

    @Heike Diefenbach

    “‘Scepticism’ bedeutet “Skeptizimus” (und nicht “Skepsis”). Dabei handelt es sich um eine prinzipielle Haltung Behauptungen gegenüber, die insbesondere ihre Prüfung involviert, sei es, indem man ihre Prämissen und Implikationen gedanklich durchspielt, sei es, indem man sie anhand empirischer Daten prüft. Ein “Skeptizismus”, bei dem von Anfang klar ist, wem oder was gegenüber man “skeptisch” (sprich: negativ eingestellt) ist, ist keiner. Er kann nicht inhaltlich gefasst werden, sondern formal – wie alles, was irgendwie sinnvoll ist (und nicht morgen schon in der Beliebigkeit dessen untergehen, was man Zeitgeist nennt).”

    Herzlichen Dank für Ihre Ausführungen. Viel wichtiger ist im Moment allerdings, dass sich mir der Zusammenhang zwischen dem Inhalt von Russells Text und der Information, dass der Essayband sich in Skeptizismus/Skepsis übe, nicht erschließt. Es leicht möglich, dass ich hier den Wald vor lauter Bäumen nicht sehe; ich wäre Ihnen daher dankbar, wenn Sie etwas Licht in die Sache bringen könnten.

    • @Taugenichts,

      bitte, gern geschehen! Wenn Sie allerdings Dinge fragen und Antworten darauf erhalten, die Ihnen dann anscheinend entweder nicht verständlich sind oder doch nicht so wichtig wie Sie suggerieren, wenn Sie just danach fragen, und Ihnen hinterher etwas anderes “viel wichtiger” erscheint, dann empfehle ich Ihnen, erst einmal etwas Selbstfindung zu betreiben und für sich zu klären, was Sie jetzt wie verstanden haben und was nicht und was Sie jetzt eigentlich gerne wissen würden und was nicht und was Sie überhaupt bereit sind an sachlichen Informationen zu akzeptieren (ohne dass ideologische Dämme gegen die Information aufgereichtet werden oder bereits sind).

      Und selbst dann können Sie schwerlich erwarten, dass es sich ScienceFiles zur Aufgabe macht, für Sie Ihre persönliche Rezeptionsgeschichte einzelner Texte eines Autoren aufzuarbeiten bzw. zu korrigieren. ScienceFiles ist kein Auskunftsbüro, und ich bin nicht Ihre Nachhilfelehrerin. Wir helfen gerne, wenn wir können und wenn es sich zeitlich machen lässt, aber wir können das nicht endlos fortsetzen. Es gibt von Russell selbst sehr viele Texte und zu Russells Texten ebenso wie zu seiner Person sehr, sehr viel Literatur. Wenn Sie sich ernsthaft um eine sachlich begründete Einschätzung des Textes “In Praise of…” bemühen wollen, dann werden Sie die entsprechende Lektüre sicherlich hilfreich finden, denn Russells Texte sind nur zum Teil aus sich selbst heraus verständlich.

      So, ich hoffe, dass Ihnen das hilft, aber zu mehr unentgeltlicher Hilfeleistung bin ich nicht bereit, insbesondere nicht vor dem Hintergrund, dass Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Kommentare zum “Neoliberalismus”-Artikel von Herrn Klein bestehen müssen (wie für den peinlichen Peinhart nachgewiesen werden kann), hat meine Motivation, auch nach zwei-, dreimaligem Austausch noch nach bestem Wissen und Gewissen zu antworten und hierfür Zeit zu investieren, doch erheblich gelitten.

      In jedem Fall wünsche ich Ihnen viel Spaß bei der Beschäftigung mit Russell (seine Ironie kann tatsächlich sehr viel Spaß machen, nur ist nicht immer auf Anhieb klar, wo er ironisch ist und wo nicht; so ist Russell eben ….).

      • Taugenichts says:

        Sie sind sicherlich nicht meine Aushilfelehrerin, aber ich würde zumindest gerne Ihr Argument verstehen. Was ist daran so schlimm? Und warum werde ich mit anderen Kommentatoren in einen Topf geworfen? Ich finde das nicht in Ordnung.

        • Taugenichts says:

          Das muss natürlich Nachhilfelehrerin heißen.

        • Verstehen ist nichts, was Ihnen von außen beigebracht werden kann, sondern etwas, was man sich selbst aneignet. Es mag in der Schule normal sein, dass dort Personal herumläuft, das zumindest vorgibt, zum Verstehen beizutragen, in der außerschulischen Welt sollte man in der Lage sein, das fehlende Verständnis selbst herzustellen. Hier hat Dr. habil. Heike Diefenbach auf einen, ich würde sagen, ironischen Kommentar von B. Russell hingewiesen, der völlig dem entspricht, was ich von Russell kenne, und in dem Russell meint 1% der Menschen wäre vielleicht in der Lage, Freizeit sinnvoll einzusetzen. Jetzt müssen Sie diese Ironie nur noch mit dem Titel von Russell “Lob des Müsiggangs” in Verbindung bringen (Transferleistung).

          Sie werden hier auch nicht mit anderen Kommentatoren in einen Topf geworfen, wenn das der Fall wäre, dann hätte ich Ihre IP gesperrt und wenn ich richtig lese, hat Dr. Diefenbach von ihrer eigenen Motivation geschrieben, die gelitten hat und nicht von Töpfen…

          Wenn Sie sich ein Bild von etwas machen wollen, dann müssen Sie selbst lesen und sich selbst ein Urteil bilden. Geben Sie Russell “Praise of Idleness” in Google Scholar ein. Sie sind für die nächsten Monate mit Quellen möglichen Verständnisses ausgelastet.

  10. jck5000 says:

    Bei einem Familientreffen neulich fiel uns auf, dass “Sozi” kein negativ besetzter Begriff mehr ist – was er vor 20,30 Jahren durchaus noch war. Heute beschimpft man leite als “Intellektueller”. Schade.

    (Damit man das nicht falsch versteht: Ich finde es entsetzlich, dass “liberal” mittlerweile negativ besetzt ist, so wie fast alles, was nicht “links” i.S.v. sozialistisch/kommunistisch ist. Was soll ich denn noch über meine politische Einstellung sagen, ohne dass jeder sofort denkt, ich marschiere mit der NPD gen Walhalla?)

  11. Konrad says:

    @Michael Klein:
    Nebenbei gefragt: Warum führen Sie in Ihren Beispielen ausgerechnet den ausgestorbenen Neandertaler an?

  12. Dr. habil. Heike Diefenbach says:

    @Michael Klein,

    fällt Dir auch auf, dass diesmal BEI EINEM TEIL unserer Kommentatoren besonders deutlich wird, was wir schon des Öfteren beobachtet haben: dass Fragen gestellt werden, deren Antworten gar nicht gehört werden wollen und per se nicht akzeptabel sind (das ist klar, das wird vom ideologischen Inventar festgelegt, dem die entsprechenden Kommentatoren aufgrund eingeschränkter Geisteskraft folgen wie die Ratten dem Geflöte des Rattenfängers von Hameln), sondern die für besagte Kommentatoren anscheinend lediglich der Anlass für Selbstbefriedigung in Form des Mundmuskel- bzw. Tippfinger-Trainings sind? Diesmal ist es anscheinend wirklich besonders schlimm, was deutlich zeigt, dass sich die entsprechenden Leute erheblich provoziert und in der Defensive sehen, was ja an sich ein sehr gutes Zeichen und sehr befriedigend ist.

    Wenn man das so liest, dann denkt man unwillkürlich an rote Fähnchen schwenkende Vorstadt-Straßenzug-Hobby-Kader, die sich treffen, um sich gegenseitig die Illusion zu beschaffen, andere hätten ein ähnlich gestörtes Verhältnis zur Sprache wie sie selbst und – schlimmer – zum Denken, aber irgendwie geht es über meine Vorstellungskraft, wenn ich glauben soll, dass Kader, und seien sie noch so der realen Welt entfremdet, auf einem solchen unterirdischen Niveau tätig sein sollten und dort ernsthaft geglaubt werden könnte, dass “da draußen” ein NOCH niedrigeres Niveau als bei ihnen selbst bestehen könnte, was eine Voraussetzung dafür wäre, manipulatorisch tätig sein zu können. Das ist einfach eine absolut lächerliche Vorstellung, findest Du nicht? Und das wirft dann eine Frage auf, die dringend wissenschaftlicher Klärung bedüfte: Wie ist es möglich, dass das deutsche Bildungssystem bzw. das Leben in der deutschen Gesellschaft bei einer gewissen Zahl von Leuten (vermutlich mit spezifischen Charakteristika) eine so grandiose, sagen wir: mentale Inflexibilität hervorbringt? Ich meine, soooooo schlecht ist das Bildungssystem doch auch wieder nicht, dass solche Leute als seine Produkte erwartbar sind, oder? Es müssen andere Beschädigungen sein, die Leute wie den peinlichen Peinhart hervorbringen…. Das können wir ja bei Gelegenheit einmal ausführlicher diskutíeren.

    • Liebe Heike,
      ich freue mich schon auf unsere entsprechende Diskussion. Was die von Dir gestellte Frage, wie so etwas wie Peinhart möglich ist, angeht, so habe ich eine ähnliche Theorie, die bei einem ideologisch überladenen Schulsystem, das Unterordnung belohnt und das “Hintenherum” offensichtlich prämiert, sonst würde Peinhart nicht denken, ihm würde dafür außer von Claqueuren, die seine Hintenrum-Art teilen und entsprechend morgen schon nicht mehr klatschen, applaudiert, beginnt, über ein Ausbildungssystem weiter geht, das zumindest in seinem öffentlichen Bereich Untertanen hervorbringt, wie ich in einer Diskussion auf Cuncti feststellen konnte und wenn dann das tägliche Leben auf diese angebrochenen Figuren einbricht, dann knicken sie ein wie ein Strohhalm, weil keine Persönlichkeit vorhanden ist, die Widerstand gegen Wind leisten würde. Folglich bleibt, was einem Nichts immer bleibt, sich in viel zu große Kleider hüllen, viel zu große Worte spucken, um davon abzulenken, dass einfach Nichts da ist, wo normalerweise eine Persönlichkeit vermutet werden sollte.

  13. GeorgeVI says:

    Wirklich ein sehr guter Artikel!
    Einige Kommentare zeigen aber doch sehr deutlich das “Problem”, das hinter der Freiheit steht: Am Ende geht es um Macht, z.B. andere für mich arbeiten zu lassen, damit ich selbst ein angenehmes Leben habe. Und wie ließe sich dies besser -jedenfalls für einen bestimmten Zeitraum- bewerkstelligen, als dass ich eine Gesellschaftsform proklamiere, die darauf basiert, dass die Entscheidungen der Mehrheit auch für die Minderheit verbindlich sind. Demokratie ist eine Form des Kollektivismus und dieser ist das Gegenteil von Freiheit. Aber es ist eben leichter, andere sich anstrengen zu lassen, als sich selbst anzustrengen.

  14. aristo says:

    @Michael Klein

    Ober verlinktes Dokument empfiehlt sich dennoch als Lektüre.

    Disclaimer: The views expressed herein are those of the authors and should not be attributed to the IMF, its Executive Board, or its management.

    Zumal einer der Autoren (Olivier Blanchard) von Ihnen als Quelle genannt wurde.

    • Und? Was heißt das für den Inhalt? Ist der Inhalt nicht gut, weil ihm der offizielle Stempel fehlt und wie verhält es sich mit Olivier Blanchard, der Director of Research beim IMF ist?

      Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, was Sie mir sagen wollen, aber ich vermute, es hat etwas mit Obrigkeitshörigkeit zu tun, deshalb mein Hinweis: Die Qualität eines Textes erkennt man an der Qualität der Argumente und Belege, die darin vorgetragen werden, nicht daran, dass ein offizieller Stempel darauf ist.

  15. Charles Büttner says:

    Guten Tag,
    als einfältiger Mensch (Schlosser) habe ich einige Fragen.

    1. Beginnt die individuelle Freiheit bereits als Fötus im Mutterleib, d.h. kann ich frei entscheiden ob ich geboren werden will?

    2.Entscheide ich als Baby frei ob ich an der Mutterbrust Milch saugen will?

    3. Gibt es real einen freien Markt wenn ja in welchem Land?

    4.Gilt das Gesetz von Angebot und Nachfrage für alle Lebensbereiche oder nur für den freien Markt?

    5.Ist meine pure Existenz an sich wertlos, bzw. schränken Menschenrechte die menschliche Freiheit ein?

    6.Ist die menschliche Arbeitskraft eine Ware, vergleichbar mit Bananen oder Klopapier?

    7.Wenn Güter nicht nachgefragt werden verschwinden sie vom Markt, wenn menschliche Arbeitskraft nicht nachfragt wird verschwindet sie (der Mensch) durch verhungern vom Markt. Ist das korrekt?

    8.Ist es also ganz normal, dass in einem freien Markt auch Menschen ohne Eigenverschulden verhungern können?

    9.Wie gehe ich mit Behinderten oder Alten Menschen um, die die erforderliche Leistung am Arbeitsmarkt nicht mehr erbringen können? Ist es nicht ökonomisch sinnvoll solche Menschen zu töten?

    Vielen Dank.

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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