Schluss mit Wissenschaft: Universität Bayreuth dilettiert nicht nur in Marketing

Wer sich auf die Startseite der Universität Bayreuth begibt, denkt, er sei im lokalen Kindergarten gelandet, begrüßt ihn doch ein Video, in dem die Kinderkrippen der Universität als besondere Leistung angepriesen werden. Das Marketing mit Kinderkrippen anstelle wissenschaftlicher Leistungen ist ein sichtbares Ergebnis des Professorinnenprogramms, jenes großangelegten Versuchs Wissenschaft und Wissenschaftler von Universitäten zu vertreiben und mit Kinderbetreuern, Sozialarbeitern und sonstigen wenig Erkenntnis produzierenden Dienstleistern zu ersetzen. Wissenschaft wird so nicht nur entprofessionalisiert, sie wird auch Infantilisiert. Gleichzeitig findet derzeit eine Form der universitären Anbiederung an die herrschende Ideologie des Staatsfeminismus statt, die einem Übelkeit verursacht und die Frage aufwirft, wann sich die erste deutsche Universität mit dem Prädikat “Wissenschaftler frei” brüsten wird.

Uni Bayreuth_StartseiteNeuestes Beispiel ist die Universität Bayreuth. Eine Pressemeldung vom heutigen Tag verkündet, was man vor Ort als frohe Kunde ansieht, als Wissenschaftler aber nur bedauern kann: “Erneuter Erfolg für die Universität Bayreuth im bundesweiten Professorinnen-Programm”, so heißt es. Drei weitere Stellen, unbefristete W2- oder W3-Professuren sollten aus dem Professorinnen-Programm besetzt werden, so die Drohung, Stellen, die ausschließlich weiblichen Bewerbern vorbehalten sind. Auch die Universität Bayreuth hat sich damit aus dem Reigen der ernst zu nehmenden Universitäten verabschiedet und sich in die Reihe derjenigen eingereiht, die dem Staatsfeminismus zu Willen sein wollen, sich und ihre Wissenschaft prostituieren, und zwar für 150.000 Euro pro Jahr und Stelle.

Und während sich Rektoren und Dekane zu früheren Zeiten darüber gefreut haben, den geschätzen Kollegen X, der wegen seiner Leistungen im Fach ein begehrtes MItglied für viele Fakultäten war, in ihren Reihen begrüßen zu dürfen, freut sich die “Vizepräsidentin” der Universität Bayreuth, Anna Köhler, darüber, dass ein Geschlechtsteil auf eine Stelle berufen werden kann: “Wir freuen uns sehr, mit Hilfe dieses Programms, Professorinnen an der Universität Bayreuth fördern zu können und somit den Anteil an Professorinnen weiter zu erhöhen. Das ist ein Anliegen, das uns sehr wichtig ist”.  Na dann, kann man nur sagen und die Universität Bayreuth aus der Liste der Bildungsinstitutionen streichen. Institutionen, die der Ansicht sind, Fähigkeit, Kompetenz und Wissen lasse sich an Geschlechtsteilen festmachen, sind offensichtlich mit der Vermittlung von Bildung überfordert.

Insofern ist es nur konsequent, wenn sie sich der Vermittlung anderer Inhalte widmen und Dual Career Support, familiengerechte Hochschulen und Kinderkrippen anbieten. Man muss sich halt entscheiden, ob man wissenschaftlichen Nachwuchs ausbilden will oder Nachwuchs betreuen will. Hier genau verläuft der Rubikon zwischen Hochschule und Kindergarten. Die Universität Bayreuth hat sich entschieden, Kindergarten zu sein. Das ist bedauerlich, aber nicht zu ändern.

ProfessorrinnenprogrammEbenso wenig ist es zu ändern, dass in den nächsten Monaten drei scheinheilige Ausschreibungen aus Bayreuth kommen werden, in denen vermeintlich für Bewerber beiderlei Geschlechts eine Stelle ausgeschrieben wird, für die “aus Mitteln des Professorinnenprogramms II” eine “Förderung angestrebt” wird. Diese Täuschung all der männlichen Bewerber, die immer noch nicht gemerkt haben, was es geschlagen hat, ist notwendig, um nicht zu offensichtlich werden zu lassen, dass der Kindergarten Bayreuth nicht an männlichen Wissenschaftlern interessiert ist.

Statt dessen ist die Universität Bayreuth an “Gender Consulting und Personalentwicklung” interessiert, also daran, einen weiteren Bereich zur Konsumption von Steuergeldern zu schaffen, denn dass “Gender Consulting” hohe Kosten verursachen wird, ist sicher, dass es irgend einen nützlichen Beitrag bringen wird, mehr als unsicher und angesichts von mehr als 100 Genderlehrstühlen landauf landab, auf deren Nutzen und Mehrwert wir immer noch warten, äußerst unwahrscheinlich. Aber es zeigt: Die Universität Bayreuth geht ihren Weg in die Nichtwissenschaftlichkeit konsequent und zielgerichtet.

Auch die Universität Mannheim hat sich nunmehr und bedauelicher Weise in die Reihe der Universitäten eingereiht, die vor der staatsfeministischen Agenda buckeln und wissenschaftliche Ziele der ideologischen Mode opfern. Entsprechend wird derzeit eine W3-Professur für anglistische Literatur und Kulturwissenschaft ausgeschrieben, die Nachfolge von Prof. Dr. Meinhard Winkgens. Die Ausschreibung erfolgt unter der folgenden Maßgabe:

“Eine Förderung aus Mitteln des Professorinnenprogramms wird angestrebt.”

Universitaet Mannheim PPDieser Euphemismus hat sich eingebürgert, ist vom BMBF vorgegeben, weil man, aus welchen Gründen auch immer, nicht offen schreiben mag: Männliche Bewerber werden bei uns diskriminiert. Klingt wohl zu ehrlich, und mit Ehrlichkeit hat das Professorinnenprogramm ebenso wenig zu tun wie mit wissenschaftlicher Erkenntnis, Kompetenz, Leistung oder gar Lauterkeit. Es ist ein krudes Günstlingsprogramm, das von den Rektoren und Präsidenten der deutschen Universitäten abgenickt wurde bzw. dem sie nicht entgegen treten. Wieder einmal ist die Wissenschaft in Deutschland eine schweigende Wissenschaft, die sich im Elfenbeiturm verschanzt und von dort zusieht, wie ihre Wissenschaft ausverkauft, ihr der Garaus gemacht wird.

Aber: Auschreibungen wie die aus Mannheim haben auch ein Gutes, sie machen öffentlich, was derzeit an deutschen Universitäten vorgeht und geben die Möglichkeit, etwas zu ändern. Deshalb: Männer, Anglisten, Literatur- und Kunstwissenschaftler aller Länder bewerbt Euch in Mannheim. Und wenn Euch ein weiblicher Bewerber vorgezogen wird, dann klagt, klagt bis nach Brüssel. Erst wenn Universitäten vor einer Klagewelle zitern, erst wenn die Kosten der Diskriminierung von Männern sich anhäufen, werden Universitäten, Rektoren und all die Abnicker und schweigend Dabeistehenden vielleicht den Mut haben, den Mund aufzumachen, und somit einen Mut zeigen, von dem man sich derzeit fragt, wo er nur abgeblieben ist. Schließlich leben wir in einer freien und demokratischen Gesellschaft, in der man seiner Meinung freien Ausdruck verleihen kann, oder etwa nicht?

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… concerned with and about science

5 Responses to Schluss mit Wissenschaft: Universität Bayreuth dilettiert nicht nur in Marketing

  1. Alexander Roslin says:

    Political Correctness berherrscht gerade den akademischen Bereich, in Deutschland vielleicht noch mehr als andernorts (USA, GB). Schließlich kann man hierzulande den Kampf gegen Rechts mit Verweis auf die NS-Diktatur legitimieren.

    Und einer, der gegen Frauenförderung klagte, ist doch gewiss ein rechter Frauenfeind und Männerbündler, Breivik-Sympathisant und Krypto-Nazi.

    Wem das nachgesagt werden könnte, wer mit diesem Verdacht leben müsste, der könnte seine akademische Karriere vergessen, vermute ich.

    Wenn ihn nicht das Kampagnennetzwerk der Frauenbeauftragten abschösse, im Zusammenspiel mit den Gleichgesinnten in den Medien, dann vielleicht die Allianz der gutgesinnten Post-68’er, die wissen, dass allein Frauenförderung uns den Neuen Menschen bescheren kann.

    Denn anders sind die Netzwerke der dominanten, weißen, heterosexuellen Männer in den Chefetagen der üblen, patriarchalen Kapitalistenwirtschaft, die allein noch dem Paradies auf Erden im Wege stehen, nicht zu knacken.

    Fällt das Patriarchat, also die Männerherrschaft, fällt auch der Kapitalismus, Rassismus, Imperialismus. Es gäbe keine Kriege mehr, keine Umweltverschmutzung, keine Rape Culture, keine Klimaänderung – ach, alles würde gut.

    Wer wollte dagegen klagen?

  2. Meier, Hans (Kempten) says:

    Es fällt schwer, das noch einmal und wieder und wieder zu kommentieren.

    Umso größerer Dank genührt Ihnen, darauf hinzuweisen. Insbesondere solche Selbstdegradierungen der Wissenschaft wie der Kindergarten als Selbstausweis eigener “Qualität” – DANKE, dass Sie das so deutlich hervorheben!

  3. Das says:

    Dem Text liegt scheinbar die Annahme zugrunde, deutsche Universitäten seien noch irgendwie selbstständig… Universitäten finanzieren sich überwiegend aus Landesmitteln, die ihnen von Landesregierungen gegeben werden.

    Dementsprechend setzen sie Weisungen um, die dort ausgedacht werden. Langfristige Personalpolitik erledigt den Rest.

    Sich darüber noch speziell aufzuregen vergeudete Lebenszeit. 40 Jahre zu spät.

  4. Pingback: Das Ende der Zukunft? Noch ein Gender Gap | Kritische Wissenschaft - critical science

  5. Dr. Martin Weber says:

    Nein, dem Text liegt nicht “scheinbar”, sondern anscheinend (!) diese Annahme zugrunde!

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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