Die Nutznießer der Diffamierungs-Spirale: Vielfalt macht Schule

In einem der letzten Posts haben wir unsere Theorie der Diffamierungs-Spirale aufgestellt. Wie die Zugriffszahlen auf diesen Beitrag zeigen, die ihn mit rund 10.000 Lesern schon jetzt auf Platz 5 der ScienceFiles-All-Times-Charts katapultiert haben, haben wir mit der Diffamierungs-Spirale einen Nerv getroffen.

black hole spiralDer Kern der Diffamierungs-Spirale besteht darin, dass ein öffenlicher Diskurs, der mit Argumenten begonnen wird, von Politikern oder anderen, die mit einer PR-Abteilung ausgestattet sind, die direkten Zugriff auf die Meldungen von öffentlich-rechtlichen und auch vielen Print-Medien zu haben scheinen, gekapert wird. Die Form, in der die bis dahin sachliche Diskussion übernommen wird, ist dabei immer dieselbe: Die Urheber der Argumente werden mit ad-hominem Fehlschlüssen als “rechts”, “homophob”, “anti-XY”, “faschistisch” oder welche Form der Diskreditierung gerade in Mode ist, belegt. Ein weiteres Kriterium, das denjenigen identifiziert, der die Diffamierungs-Spirale zu seinen Gunsten anstoßen will, besteht darin, dass er keinerlei Begründung angibt. Seine Behauptungen, etwas oder jemand sei “rechts”, “homophob”, “anti-XY” oder “faschistisch” bleiben unbegründet.

Regelmäßig folgt dieser affektiven Übernahme eines bis dato rationalen Diskurses ein entsprechender Aufschrei in den Medien (in Kommentar- oder Enthüllungsform), gefolgt von dem Auftreten eines Affektiven-Mobs, dem es nur darum geht, andere mit den bereitgestellten Begriffen, also als “rechts”, “homophob”, “anti-XY” oder “faschistisch” zu belegen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Gegenstand, der ursprünglich behandelt wurde, vergessen oder unbekannt, es geht nicht um eine rationale Auseinandersetzung, sondern darum, seine eigene Zugehörigkeit zur Gruppe der Guten in Abgrenzung zur Gruppe der Rechten, der Homophoben, der Ant-XYs oder der Faschisten deutlich zu machen.

Egal, wie berechtigt oder unberechtig das ursprüngliche Anliegen auch war, eine rationale Auseinandersetzung darüber ist nicht mehr möglich. Im öffentlichen Diskurs herrscht der Affekt mit seiner ganzen Irrationalität.

Die beschriebene Form der Diffamierungs-Spirale zeigt sich häufig, und wer Diskurse verfolgt, kann sie in vielen Bereichen am Werk sehen. Besonders wirkungsvoll sind derzeit Begriffe wie “rechtsextremistisch”, “rechte Männlichkeit”, “Maskulismus” usw.

Nun stellt sich die Frage: Wer profitiert von Diffamierungs-Spiralen?

Profiteure kommen in drei Formen vor:

  • Politiker oder wer auch immer die Diffamierungs-Spirale lostritt, profitieren, weil es ihnen damit gelingt, eine rationale Diskussion über ihre Politiken oder Sachprobleme zu verhindern. Entsprechend können sie ungeachtet aller Gegenargumente gegen z.B. die Auswirkungen ihrer Politiken weiter wurschteln.
  • Die affektiven Mitläufer der Diffamierungs-Spirale profitieren durch die Übernahme einer sozialen Identität, wie dies Tajfel und Turner beschrieben haben. Da ihnen im täglichen Leben eine stabile personale Identität fehlt, können derart affektiv getriebene Menschen sich nur über die Gruppenzuordnung ein Bild von sich selbst machen
  • dissensSchließlich gibt es noch direkte Profiteure der Diffamierungs-Spirale, solche, die davon leben, dass sie Programme entwickeln, um diejenigen, die mit einer Diffamierungs-Spirale als fiktive Gegner aufgebaut werden, zu bekämpfen oder der Verbreitung der entsprechend aufgebauten Schlechtigkeit entgegen zu treten.

Die zuletzt genannten Profiteure stehen in einer sich gegenseitig verstärktenden Nutznießer-Beziehung zu Politikern. Denn haben Politiker gerade wieder z.B. mit einer Diffamierungs-Spirale dafür gesorgt, dass in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden ist, hinter jedem Baum lauere ein Kinderschänder, man können nicht mehr unbehelligt durch Innenstädte laufen, weil Neonazis einem auflauern, man müsse massiv gegen Rechtsextremismus vorgehen, weil Rechtsextreme großen Zulauf hätten oder in deutschen Ehen sei es an der Tagesordnung, dass der “Haustyrann” sein Ehefrau-Opfer verprügelt, dann ist der nächste Schritt natürlich auch klar. Es werden Mittel bereit gestellt, um die beschriebenen Schrecklichkeiten zu beseitigen oder, wie es regelmäßig heißt, präventiv zu wirken.

Prävention ist eine tolle Sache, denn man muss weder zeigen, dass das, was verhindert werden soll, überhaupt in relevantem Maße derzeit vorhanden ist, bereits das Zerrbild einer phantasierten Gefahr reicht hin, noch muss man zeigen, dass die Präventionsmaßnahmen sinnvoll oder wirkungsvoll sind, denn man tut ja mit Prävention sein Bestes und wenn es nicht klappt, dann war das Präventionsopfer eben renitent.

Dazu ein Fallbeispiel:

vielfalt macht schuleVielfalt_Macht_Schule so heißt ein Projekt, das von Dissens e.V. getragen und aus dem Bundesprogramm “Toleranz fördern – Kompetenz stärken” gefördert wird. Letzteres Programm ist eine Reaktion auf die vielfältig beschworene allgegenwärtige Gefahr des Rechtsextremismus und die Tatsache, dass sich manche Deutsche das Recht nehmen, Homosexualität für sich abzulehnen. Kompetenz stärken ist entsprechend mit, das Nachplappern, was politisch korrekt ist, zu übersetzen. Dieses Bundesprogramm ist somit eine Reaktion auf eine Diffamierungs-Spirale in deren Verlauf eine Hysterie im Hinblick auf z.B: Rechtsextremismus erzeugt wurde, die nunmehr ausgenutzt wird, um Programme aufzulegen und Projekte wie “Vielfalt_Macht_Schule” zu finanzieren.

Vielfalt_Macht_Schule dient der Geschlechter reflektierenden Arbeit an Schulen und der Prävention von Rechtsextremismus und richtet sich mit einer Fortbildungsreihe, die pro Person 56 Euro kostet, sich über drei Blöcke erstreckt und 8 Tage erstreckt, an Lehrer. Durchgeführt wird die Fortbildungsreihe von Olaf Stuve und Katarina Debus von Dissens, die ihren Lebensunterhalt mit entsprechenden Fortbildungsreihen verdienen.

Die drei Module, aus denen die Fortbildungsreihe besteht, dienen dem Kennenlernen und der Einführung in relevante Themenfelder wie Neonazismus, Geschlecht und geschlechterreflektierte Pädagogik (Modul 1), der Diskussion über Männlichkeits- und Weiblichkeitsanforderungen und deren Bedeutung für pädagogisches Handeln (Modul 2) sowie der freien Diskussion von “offenen Themen” (Modul 3). [Welche Qualifikation die beiden Durchführenden im Hinblick auf die entsprechenden Themen haben, ist vollkommen unklar, wenngleich für Modul 3 nicht weiter relevant.]

Toleranz foerdernDie Rechtfertigung für die Fortbildung leitet sich daraus ab, dass sich “herausgestellt” hat, dass “geschlechterreflektierende Ansätze” in der “Neonazismusprävention” “fehlen bzw. zu entwickeln sind”. Man sieht hier deutlich, dass keinerlei Begründung dafür notwendig ist, warum man geschlechterreflexiv, was auch immer das sein soll, sein muss, welcher Nutzen und welche Konsequenzen daraus entstehen. Es reicht, das Fehlen zu bemerken und schon hat man eine Finanzierung durch das Bundesprogramm, das “Kompetenz stärken” will, wessen auch immer, sicher.

Die wissenschaftliche Fundierung des Projekts findet sich auf der Seite “Vielfalt_Macht_Schule” in genau zwei Beiträgen, einer füllt gerade einmal eine Seite und ist in E&W der Zeitschrift der GEW Niedersachsen veröffentlicht, ein anderer umfasst immerhin fünf Seiten und ist in der Offenen Jugendarbeit 4/2012 erschienen.

Verfasst haben den Text “(R)echte Kerle? Geschlechterreflektierende Pädagogik als Prävention von Rechtsextremismus” Juliane Lang und Vivien Laumann, also nicht die beiden, die nunmehr die Fortbildungseminare auf dieser Grundlage durchführen. Beide Texte sollen wohl so etwas wie eine wissenschaftliche Fundierung vorgaukeln, vorgaukeln deshalb, weil der Text in E&W nicht mehr als ein Werbetext für die Fortbildung ist, während der Text in der Offenen Jugendarbeit so redundant ist, dass man die fünf Seiten auf wenige Aussagen zusammenfassen kann:

logo offene Jugendarbeit

Gefördert durch das BMFSFJ – wie könnte es auch anders sein?

Rechte, Rechtsextreme oder rechtsxtreme Parteien, so genau wissen das die Verfasserinnen offensichtlich auch nicht, aber irgend etwas wird schon zutreffen (wozu bemühen sich eigentlich Politikwissenschaftler, die im Bereich des Rechtsextremismus forschen, ihren Gegenstand von dem abzugrenzen, was als Neue Rechte, rechte Ideologie oder auch nur Konservatismus bekannt ist, der zuweilen auch als rechts gilt?), diese Recht(sextrem)en wirken auf Jugendliche, und zwar männliche und weibliche Jugendliche deshalb attraktiv, weil sie feste Rollenbilder von Männlichkeit und Weiblichkeit vermitteln sollen. Während Autoren wie Lang und Laumann wissen, dass ja alles, vor allem die Sexualität und die Geschlechtsrollen immer differenzierter und vielfältiger, ja diverser wird und Jugendliche überfordert sind, mit all den Ansprüchen, die die so komplexe deutsche (Sprach-)Welt an sie stellt, wissen Rechtsextreme dies auszunutzen, so die Autoren.

Rechtsextreme (oder Rechte oder wer auch immer) bieten klare Bilder von Männlichkeit (die Weiblichkeit ist im Text verloren gegangen). Männlichkeit (also rechte oder falsche Männlichkeit) ist dann gegeben, wenn Männer Stärke zeigen müssen, wenn sie in der Lage sein müssen, eigene Schwächen selbst zu überwinden (also ohne die Hilfe von Leuten wie Lang und Laumann), wenn sie wehrhaft sein müssen (was auch immer das sein mag) und finanzielle Potenz besitzen müssen, bevor sie eine Familie gründen (wo im Zeitalter des Transfers doch jeder darauf vertrauen kann, die eigene Fortpflanzung durch die Gesellschaft finanziert zu bekommen). Dies also ist das, was es durch geschlechterreflektierende Pädagogik zu bekämpfen gilt, auf dass es für Schüler nicht attraktiv werde.

Und wie macht man das? Das ist das große Geheimnis derer, die diese Fortbildungsprogramme anbieten, die mit großer Sicherheit nicht evaluiert werden [Falls sich jemand findet, der z.B. an der Fortbildung im Jagdschloss Glienicke (Feburar, Mai und Juni jeweils zwei Tage) teilnimmt und uns seinen Erfahrungsbericht schicken will, wir freuen uns darauf.]. Aus dem vorhandenen Text lässt sich nur herausfinden, dass “eine Entlastung von Männlichkeitsanforderungen durch eine identitätskritische Jugendarbeit einen wichtigen Teil zu einer als Primärprävention verstandenen Rechtsextremismusprävention beitragen kann” (18).

Bemühen Sie sich nicht, den Sinn der nominalen Ansammlung im zweiten Teil der Wortsammlung zu erkunden. Es gibt keinen. Der zweite Teil dient einfach nur dem Begriffsdropping, mit dem sich die Autoren als kenntnisreich in was auch immer ausweisen wollen. Relevant am zitierten Unsinn ist lediglich die Entlastung von Männlichkeitsanforderungen, also davon, dass Jungen/Männer versuchen, Stärke gegenüber sich selbst und anderen zu beweisen, Schwächen selbst zu überwinden, sie nur dann eine Familie gründen, wenn sie es sich leisten können und dass sie wehrhaft (was auch immer es bedeuten mag) sind.

Und wie überwindet man diese rechten Männlichkeitsanforderungen? Durch, man lese und staune: eine nicht-diskriminierende und geschlechtergerechte Sprache (19) und durch Primärprävention, nicht etwa Sekundär- oder Tertiärprävention, obwohl sich damit mit Sicherheit auch ein Auskommen sichern ließe.

Der Fall beschreibt in drastischer Weise, wie auf der Basis einer behaupteten Lücke, von der niemand weiß, ob sie überhaupt relevant wäre, selbst wenn es sie gäbe, die Notwendigkeit konstruiert wird, eine Fortbildung für Lehrer zu konzipieren, die offensichtlich auf keinerlei wissenschaftlicher Basis beruht: Niemand weiß, wozu außer den Dissens e.V.lern ein Auskommen zu sichern, sie eigentlich dienen soll, was sie bewirken soll, ob sie notwendig ist usw. Die Tage auf dem Jagdschloss Glienicke werden also angefüllt sein von geschlechterreflektierendem Geschwätz und die Steuerzahler finanzieren dieses Geschwätz.

Sie tun es, weil eine Diffamierungs-Spirale inszeniert wurde, die gezeigt hat, wie notwendig dieses Geschwätz ist, und sie tun es, weil niemand sich um die Speckgürtel kümmert, die sich um BMBF und BMFSFJ angelagert haben (Was macht eigentlich der Bund der Steuerzahler?) und die mit obskuren Fortbildungsmaßnahmen einerseits nutznießen und andererseits dienlich sind, denn das Vorhandensein dieser Fortbildungsmaßnahmen rechtfertig die Diffamierungs-Spirale post-hoc: Gäbe es keine schrecklichen Probleme mit z.B. Rechten, Homophoben, Ant-XYs oder Faschisten, dann gäbe es doch sicher auch keine entsprechenden Fortbildungsseminare für Lehrer – oder?

Diese zirkuläre Logik, die einzig dem Missbrauch von Steuergeldern dient, ist die Grundlage dessen, was man als perpetuum mobile des Nutznießens bezeichnen kann.

©ScienceFiles

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21 Responses to Die Nutznießer der Diffamierungs-Spirale: Vielfalt macht Schule

  1. Pingback: Glaubwürdigkeit verspielt: Politik und Medien | LW-Freiheit

  2. jck5000 says:

    Mir fehlen gerade die Worte, was ich von dem Verein halten soll. Ihr Verdummungsprogramm “Vielfalt macht Schule” begründen sie so:

    »Die Ansprache rechtsextremer Gruppen an Jugendliche findet nicht geschlechtsneutral statt, sondern sie werden als Mädchen oder als Jungen angesprochen: Mit Parolen wie „Auch Mädels denken national!“ sollen explizit junge Frauen der Szene nahegebracht werden.«

    Nein, echt? Die bösen, bösen Nazis sprechen junge Frauen (Mädels) als Frauen an und nicht, wie sich das gehört, als “widerwärtiger cis-Mensch”? Das geht natürlich nicht, denn – aber Moment… wie, die machen das gar nicht? Wenn ich nach „Auch Mädels denken national!“ google, finde ich ausschließlich das Geschwafel von Dissens?

    Aua.

    Nachdem aber die gesamte Gender-Ideologie ausschließlich auf Einbildung und Phantasie beruht, macht das den Braten auch nicht mehr fett. Nachdem es aber so bezeichnend ist, halten wir fest: Der Verein Dissens lebt von der Verbreitung von Lügen.

  3. SH001 says:

    Das Minsterium für alles ausser Männer ist ja nicht das einzige Minsterium mit dickem Speckgürtel.
    Da gibts z.b. noch das Ministerium für Arbeit und Soziales incl. den vielen unsinnigen “Förderprogrammen” der “ArGe”,

    Die Bürokratie schaft sich Aufgaben, dadurch hat sie eine Existenzberechtigung und kann weiter wachsen, damit sie sich weitere Aufgaben schaffen kann, dadurch hat sie eine weitere Existberechtigung und kann weiter wachsen, damit sie sich weitere Aufgaben….

  4. Meier, Hans (Kempten) says:

    »Die Ansprache rechtsextremer Gruppen an Jugendliche findet nicht geschlechtsneutral statt, sondern sie werden als Mädchen oder als Jungen angesprochen: Mit Parolen wie „Auch Mädels denken national!“ sollen explizit junge Frauen der Szene nahegebracht werden.«

    Darüber bin ich auch gestolpert. Fast hat man den Verdacht: Die genderis haben sich die geschjlechtsunterschiede ausgesucht, wel sie wissen, das die sich so lange von selbst reproduzieren, dass ihr steuerlich finanzierter Kampf dagegen auf ewig gesichert ist.

    Ähnlich kommt mir manchmal der “Kampf gegen rechts” vor. Bis vor einigen Jahren züchtete sich der Verfassungsschutz seine Radkalen selbst (vielleicht tut er das sogar immer noch?) und hatte mit diesen seine stete Exisatenzberechtigung. Warum sollen solche Vereine, Dissens und wie sie alle heißen, anders funktionieren? sie bedienen sich ja aus dem selben Topf, der halt so funktioniert, dass man ihn auf diese Weise anzapfen kann.

    Eigentlich zu kritisieren sind gar nicht diese geschickten Nutzerr der Gegebenheiten, sondern die Politik, die das ermöglicht.

    • Felina says:

      Ich denke du hast es auf den Punkt gebracht. Würde man nicht ständigt in Schubladen einsortieren wie “rechts”, “links”, “homophob” oder ähnliches, würde es einfacher sein gescheite Diskussionen zu führen.
      Ebenfalls denke ich, dass du Recht hast, wenn du sagst, dass die Institutionen sich die “Gegner” selber heranzüchten. Geld muss halt fließen und es scheint egal zu sein wie man für den Geldfluss sorgt.
      Manchmal denke ich mir, dass die Politiker einen für völlig verblödet halten. Um ehrlich zu sein, scheint aber ganz genau das in unserer Gesellschaft zu passieren. Kaum jemand interessiert sich für Hintergründe und die, die es machen habe in der Politik kaum eine Chance, da sie mundtod gemacht werden mit Äußerungen, die sie wiederum in Schubladen steckten…

  5. Bergische Löwin says:

    Vielen Dank für diesen weiteren Augenöffner in einer Zeit, in der man sich fragt, ob man selber noch richtig tickt oder ob diejenigen, die unsere öffentliche Debatte bestimmen, noch alle Mugs im Schrank haben….. Schöne Idee übrigens mit den Tassen, habe schon eine bestellt, das ist ja nun das Mindeste, um Ihre Arbeit zu unterstützen!

    Ebenso begeistert bin ich von einem Beitrag, der mir komplett aus dem Herzen spricht und den ich Ihnen gern nahebringen möchte. Für mich eine hervorragende Abhandlung über den gesunden Menschenverstand, den immer mehr Menschen zu verlieren scheinen:

    http://ef-magazin.de/2014/01/15/4842-familie-der-apfel-und-seine-feinde

    Dennoch:
    “Den Irrtum muß man hassen, den Irrenden aber lieben” (Augustinus Aurelius)
    (354 – 430), Bischof von Hippo, Philosoph, Kirchenvater und Heiliger

  6. Momo says:

    Eine Ergänzung zu der schwachsinnigen öffentlichen Darstellung des Themas sowie zur Diffamierung der Wahrheit:

    “Sexuelle Vielfalt” ist in unserem Lande kein Tabu, sonst wäre die Öffentlichkeit nicht voll davon und die betroffenen Politiker würden nicht gewählt.

    Ein echtes Tabu in unserer Gesellschaft sind die 100 000 abgetriebenen Kinder pro Jahr und das damit einhergehende Leid für alle Beteiligten (wieso gibt es eigentlich noch diese unfassbare Zahl bei so viel Aufgeklärtheit? Vielleicht doch fehlende Eigenverantwortung und zu viel Infantilität?)

    Der Beweis für dieses Tabu ist, dass der „Marsch für das Leben“ nur unter Polizeischutz abgehalten werden kann.

    Insofern ist unsere Gesellschaft nicht homophob, sondern embryophob, und das mit einer unfassbaren Gewalt.

    Das wäre einmal ein Thema für die öffentliche Debatte, der Lebensschutz des Menschen.

    Ganz schlicht und ganz wahr und eigentlich kaum zu diffamieren.

    • Henning Veitgen says:

      Das nehme ich gerne auf, Herr Momo:

      Es gibt noch Tabus in unserer Gesellschaft, wie Homophobie oder Fremdenhass, die dringend der Beleuchtung bedürfen? Welch Verlogenheit! Unsere Gesellschaft ist nicht homophob, sondern embryophob, wenn jedes Jahr allein in Deutschland mehr als 100.000 Kinder abgetrieben werden, während man gleichzeitig scheinheilig wie ein Berg-Bayer über den Geburtenrückgang oder Fachkräftemangel klagt. Man schwadroniert gerade in linken Kreisen gern über die fehlende Willkommenskultur der Deutschen – dabei sind schon Kinder in Deutschland so unwillkommen, wie eine Kultur es nur aufzeigen kann, die die Abtreibung als Befreiung von der gewaltigen Bürde der Elternschaft sieht und keine kollektiv ökonomischen oder ethischen Mittel der Absolution scheut, Menschen schon dann vom Leben auszusperren, noch bevor man jemanden an den Grenzen abweist. Während der Bauch angeblich den Bebauchten gehört, ist das Recht auf Eigentum am historisch gewachsenen Wohlstand national, wenn nicht EU-weit beliebig soziaisierbar, als müsse man nur fragen, was man nicht für sein Land tun könne, wenn jeder nur an seinen Bauch dächte und sich lebensanschaulich für den Nabel der Welt hielte. Irgend ein ominöser Staat haftet und zahlt für alles. Über dieses lebenslange Mantra der Verantwortlichkeitsprojektion kollektiviert sich das ewig infantile Gewissen.

      Mit wohlmeinenden Grüßen

      Henning Veitgen / PvdD

      • Momo says:

        Frau Momo, aber macht nichts. Ich habe nur Angst vor linkem Mob an unserer Haustür und vor Schaden für unser kleines Unternehmen, also lieber Pseudonym 🙂

      • Meier, Hans (Kempten) says:

        embryophob? schön formuliert!

        da es nun aber leider um schlagwörter geht und deren durchschlagskraft, würde ich, bewusst reisserisch, als neues wort vorschlagen: babyphob.

      • SH001 says:

        Elternschaft ist eine Bürde man trägt Verantwortung für ein Kind und hohe Kosten
        und im Hinbklick darauf das viele Menschen schon damit überfordert sind Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen…nicht jeder ist dieser Aufgabe gewachsen.
        Jedenfalls glaube ich nicht das Frauen sich diese Entscheidung leicht machen, den Embryo abzutreiben.
        Über das mögiche Leiden bzw. Nichtleiden der zwei Betroffenen (Mutter und Vater) würde ich mir jedenfalls nicht anmaßen ein Urteil zu bilden.

        P.S.: Ob das Leben mit der Geburt oder mit der Befruchtung beginnt ist Anssichtssache, sicher ist das es immer mit dem Tod endet.
        Auch ohne eingriff des Menschen wird nicht jedes befruchtete Ei zu einem Embryo, nicht jeder Embryo zu einem Baby.

        • theodor says:

          Ob das Leben mit der Geburt oder mit der Befruchtung beginnt ist Anssichtssache

          Noop – in Deutschland hat das Bundesverfassungsgericht den Punkt geklärt. Leben beginnt im Augenblick der Zeugung. Unsere gesamte Rechtsprechung [Embryonenschutzgesetz et al] beruht auf dieser Überzeugung. Sie können natürlich anderer Ansicht sein, aber Argumente dafür, dass Leben im Augenblick der Geburt beginnt, haben sie keine.

          • Na, wenn das Bundesverfassungsgericht geklärt hat, wie es sich in der Wirklichkeit verhält, dann ist ja gut. Ich warte dann noch auf die Grundsatzentscheidung des BVerfG über dir Richtigkeit der Big Bang Theory…

        • Momo says:

          @SH001

          das ist aber alles traurig, was Sie da schreiben!

          – Elternschaft ist keine Bürde, sondern ein Glück und eine Gnade!
          – Kosten sind relativ, ein Kind braucht nicht viel, einfaches Essen, die Bücherei sowie der Flohmarkt machen alles möglich, wenn man will.
          – der Mensch wächst mit seinen Aufgaben und nichts bringt einen Menschen soviel weiter, als die Sorge um das Wohlergehen des eigenenen Kindes! Man bekommt einen Blick auf die Ewigkeit geschenkt und gratis eine Fahrt zurück in die eigene Kindheit.
          – dass ein Großteil der Mütter und Väter, die abgetrieben haben, darunter leiden (häufig auch viel später im Leben, dafür aber umso heftiger) ist erwiesen. Da es sich hier aber wirklich um ein Tabu handelt, hören und lesen Sie nichts von diesen Erfahrungen.
          – P.S…..dass Sie diesen Punkt unter P.S. setzen und als “Ansichtssache” betrachten, ist schon unfassbar an sich: Das Leben beginnt genau da, wo es sich entwickelt, wo es nach Wachstum strebt, wo ES LEBT! Das ist doch überhaupt nicht diskutabel!

          Und zu Ihrem letzten Satz fällt mir nur ein, diesen fortzuführen:….nicht jedes Baby wird zu einem Kind, nicht jedes Kind zu einem Jugendlichen, nicht jeder……

          …..also sind auch diese Menschen in Ihren Stadienalle nichts wert????

          Ihre Argumentation ist wirklich hanebüchen.

  7. karstenmende says:

    Viereine wie Dissens e.V., leben in ihrer Sprechblasenwelt. Ich möchte nicht allen diesen Nutznießern unterstellen, diese Phantasmen aus reinem Opportunismus von sich zu geben. Ich denke eher, viele von diesen Vertretern handeln aus Überzeugung. Und es ist ja nur konsequent, dass diese Leute zunehmend “rechte” Gesinnung in der Bevölkerung verorten. Schließlich wird ihnen permanent eingeredet, dass sie selbst die “Mitte der Gesellschaft” darstellen. Jegliche Abweichung von ihrem Weltbild ist dann automatisch rechtsextrem. Links von sich sehen diese Ideologisten nichts.
    Die ganze politologische Zuordnung ist einer irrationalen Verzerrung ausgesetzt, die mustergültig in eine der ehemaligen Diktaturen passt. Was bietet den Diktatoren immer wieder die Möglichkeit, ihre ideologischen Experimente bis in Unerträgliche zu steigern? Die Antwort: Diffamierung macht es möglich. Es ist sicherlich nicht so, dass nur die Macher und Leser von “ScienceFiles” diese Prozesse durchschauen und der Rest der Welt nicht. Aber die Angst diffamiert, verpöhnt und geächtet zu werden hat großen Einfluß darauf, ob sich jemand diesen Prozessen in den Weg stellt.

    • Orwell says:

      Wieder ein sehr treffender Artikel. Ich denke man sollte mit helfen diesen Unsinn aktiv zu bekämpfen, indem man diese Politik (und damit diese Vereine und sonstigen “NGO’s”) ebenfalls auf Kosten der Steuerzahler lächerlich macht, und Steuermittel ebenso bewusst abgreift (auus dem Topf der eh für derartige Nonsense-“Projekte” verschleudert wird…

      Klingt komisch – ist es aber nicht.

      Denn, warum sollen Leute mit Steuergeldern NICHTS bewirken, wenn andere sich die Finger wund schreiben um die Wahrheit aufs Tablett zu bringen?

      Schlagt sie mit ihren eigenen Waffen. Gründet Einen steuerbefreiten (“gemeinnützigen”) Verein mit einem netten unverfänglichen jedoch eindeutig wirkendem Namen (braucht nur 7 Mitglieder), organisiert einen “Kongress” oder eine “Weiterbildungsveranstaltung”, setzt einige Pamphlete auf, in feinster politisch korrekter Phrasologie mit großem “Binnen-I” (huch, ein Reim), die keiner der Fördermittel vergibt auch nur ansatzweise versteht, – und schon klappts auch mit den Fördermitteln.

      Sind die da, kann man auch Karten verkaufen – muss es aber nicht unbedingt. Denn, die Fördermittel reichen ja um sie mitzunehmen und beispielsweise solche Portale wie dieses hier zu finanzieren.

      Für den “Kongress” und/oder den “Kurs” sind dann leider leider keine Plätze mehr frei, denn alle Teilnehmer sind zB von hier aus den Kommentatoren, oder eben aus der Denkrichtung…

      Man sollte es so machen.

      Ich jedenfalls kenne Leute die von anderen für “Nazis” gehalten werden, und Antinazi-“Programme laufen haben – just due eben diesem Zweck.

    • Meier, Hans (Kempten) says:

      ” Ich möchte nicht allen diesen Nutznießern unterstellen, diese Phantasmen aus reinem Opportunismus von sich zu geben.”

      Naja – wer etwas oft von sich gibt, glaubt es bald selbst. Warum glauben Sie denn, dass in allen Religionen der Ritus auf Wiederholung immer derselben Aussprüche besteht? Man hat kein anderes Denken als das seiner eigenen Sprache.

      Warum aber gehen die Leute in die Tempel? Weil sie dort nicht nur mit Sprache gefüttert werden, sondern einen sicheren sozialen Platz erhalten in der Glaubensgemeinschaft…

      • karstenmende says:

        Verstehen Sie mich nicht falsch! Ich denke, reine Opportunisten sind sich der Tatsache bewußt, dass ihr Anliegen (das Nutznießen) niederträchtig ist. Allein das setzt allerdings ein Mindestmaß an Intelligenz voraus, die ich bei vielen dieser Nutznießer nicht im Geringsten ausmachen kann. Sie liegen vollkommen richtig, wenn Sie deren Bekenntnisse im religiösen Bereich ansiedeln. Diese Leute handeln in GUTEM GLAUBEN. Man sollte diesen einfältigen Zeitgenossen daher wenigsten zugestehen, dass sie nicht clever genug sind, um wirklich als niederträchtig gelten zu können.

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