Explosive Patronin – Niedersachsens Ministerium für Wissenschaft und Kultur auf Abwegen?

Kennen Sie Maria Goeppert Mayer?

Kennen Sie das Maria Goeppert Mayer Programm des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur in Niedersachsen?

Das Programm ist eines von vielen Günstlingsprogrammen, mit denen die “strukturelle Verankerung der Genderforschung” an Hochschulen gefördert wird: “Das Programm ermöglicht die Berufungen auf W3-, W2- oder W1-Professuren an Universitäten, künstlerischen Hochschulen und Fachhochschulen”.

NSA_WissKulturMit anderen Worten: Das Maria Goeppert Mayer Programm ist ein weiteres Programm, mit dem Männer an Universitäten diskriminiert bzw. Frauen bevorteilt werden. Es ergänzt Programme wie das Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder, das ebenfalls dem Ziel gewidmet ist, Männer zu diskrimieren und Frauen zu bevorteilen. Doch während das Professorinnenprogramm zumindest in der Zielsetzung alle wissenschaftlichen Fachbereiche abdecken will, ist das Maria Goeppert Mayer Programm des Landes Niedersachsen ausschließlich der Unterwanderung von Universitäten durch Genderismus gewidmet.

Gefördert werden Professuren, die im Bereich der Genderforschung angesiedelt sind. Eine vergleichbare Einflussnahme staatlicher Akteure auf die Inhalte, die an Universitäten bereitgestellt werden, hat es nur in der Sowjetunion und ihren Satellitenstaaten sowie im Dritten Reich gegeben. Die Einrichtung von Genderlehrstühlen, die sich allesamt durch keinerlei theoretische Grundlage auszeichnen und, wie Dr. habil. Heike Diefenbach ausführlich dargelegt hat, keinerlei Erkenntnisgewinn bereitsstellen und entsprechend an Universitäten, sofern an denselben neues Wissen gewonnen werden soll, nichts zu suchen haben, diese Einrichtung von Genderlehrstühlen dient einzig und allein der Infiltrierung von Hochschulen, einer Art kalter Gleichschaltung von Hochschulen über die Politkommissarinnen der Genderlehrstühle und die Gleichstellungs-ZKs.

Diese Infiltrierung lassen sich die Länder und der Bund einige Steuergelder kosten. So werden im Rahmen des Professorinnenprogramms rund 300 Millionen Euro in die Diskriminierung von Männern investiert, im Rahmen des Maria Goeppert Mayer Programms hat das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur in den Haushaltsjahren 2012 und 2013 400.000 Euro bereitgestellt (Haushaltsplan, Einzelplan 06, S.121), im Haushaltsjahr 2014 sind bereits 637.000 Euro für die Unterwanderung von Universitäten vorgesehen (Haushaltsplan, Einzelplan 06, S.109).

Steuergelder von bislang mehr als einer Million Euro, zu denen noch mindestens 250.000 Euro aus den Etats der beteiligten Hochschulen kommen, hat das Ministerium für Wissenschaft und Kultur zur Förderung von

  • Geschlechterforschung in der Politikwissenschaft an der Georg-August Universität in Göttingen (Prof. Dr. Amy C. Alexander);
  • Gender, Technik und Mobilität an der Technischen Universität Braunschweig (Prof. Dr. Corinna Bath);
  • Transkulturalität und Gender an der Universität Vechta (Prof. Dr. Christine Hunner-Kreisel);
  • Gender und Raum an der Universität Hannover (Prof. Dr. Tanja Mölders);
  • Empirische Grundschulpädagogik mit dem Schwerpunkt Genderforschung an der Leuphana Universität Lüneburg (Prof. Dr. Birgit Althaus);

verschwendet. Alles im Namen von Maria Goeppert-Mayer.

Wer ist diese Maria Goeppert-Mayer?

Das Ministerium weiß Folgendes dazu zu sagen:

“Das Programm ist zu Ehren der aus Göttingen stammenden Physik-Nobelpreisträgerin Maria Goeppert Mayer (1906-1972) benannt. Sie studierte Mathematik und Physik an der Universität Göttingen und promovierte bei Max Born. Anfang der 1930er Jahre siedelte sie mit ihrem Mann, dem Chemiker Joe Mayer, in die USA über. 1963 wurde ihr der Nobelpreis für ihre herausragende Arbeit in der theoretischen Physik zu Kernkonfigurationen nach dem Spin-Bahn-Kopplungsmodell verliehen. Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit unterstützte Maria Goeppert Mayer jüdische Kolleginnen und Kollegen, die in die USA emigrierten. Sie setzte sich für eine friedliche Nutzung der Kernenergie ein und ermutigte junge Frauen, sich den Naturwissenschaften zuzuwenden.”

apslogoAuf den ersten Blick scheint die Nobelpreisträgerin Goeppert Mayer, die übrigens aus Kattowitz und nicht aus Göttingen stammt, nicht unbedingt diejenige zu sein, die mit der Verwendung ihres Names im Rahmen eines Programms, mit dem Männer diskriminiert und Frauen bevorteilt werden, einverstanden wäre – schon weil sich keinerlei Indizien dafür finden lassen, dass sie “junge Frauen” dazu ermutigt hat, “sich den Naturwissenschaften zuzuwenden”. Vielmehr hat die American Physical Society im Jahre 1985 einen “Maria Goeppert Mayer Award” zur Anerkennung herausragender Leistungen junger Physikerinnen eingerichtet, um Maria Goeppert Mayer zu ehren, die zu diesem Zeitpunkt bereits 13 Jahre tot war.

Aber wenn es darum geht, die Einrichtung von Programmen, die einzig dazu dienen, Männer zu diskriminieren und Frauen zu bevorteilen, zu legitimieren, was sind dann solche kleinen Fehler? Schließlich heiligt der Zwecke doch die Mittel – oder? Angesichts der heiligen Aufgabe, Frauen zu bevorteilen, ist es auch in Ordnung, den Namen von Nobelpreisträgerinnen in der Weise zu missbrauchen, wie dies das Ministerium für Wissenschaft und Kultur in Niedersachsen tut.

Aber, Physikerinnen ist nicht zu trauen. Sie schlagen auch Posthum zurück. Maria Goeppert Mayer über ihre Biographie. In der “ausführlichen” Biographie, auf die das Ministerium verlinkt und von der die Ministerialen wohl ihr Wissen über Maria Goeppert Mayer bezogen haben und ihre Zuversicht, die Physikerin eben einmal für die eigenen Zwecke missbrauchen zu können, fehlt nämlich ein entscheidender Teil aus dem Leben von Maria Goeppert Mayer.

Die angeblich ausführliche Biographie enthält folgende Passage:

Manhatten_mayer_31868“… between 1941 and 1945, … she worked mainly at the S. A. M. Laboratory, on the separation of isotopes of uranium, with Harold Urey as director. Urey usually assigned her not to the main line of research of the laboratory, but to side issues, for instance, to the investigation of the possibility of separating isotopes by photochemical reactions. This was nice, clean physics although it did not help in the separation of isotopes.”

Maria Goeppert Mayer hat sich also mit radioaktiven Zerfallsprodukten und deren thermischen Eigenschaften beschäftigt und Harold Urey war ihr Direktor. Befreundet war Maria Goeppert Mayer in dieser Zeit u.a. mit Edward Teller und Teller und Urey in dieser Mischung, ergänzt durch Stanislaw Ulam hat einen vertrauten Klang nicht nur für Kernphysiker, handelt es sich doch um einen Teil der wissenschaftlichen Prominenz, die am Manhattan-Project der USA und somit am Bau der ersten Atombombe beteiligt war.

Die Kombination Ulam und Teller führt über die erste Atombombe hinaus und direkt zu dem, was Edward Teller gerne die Superbombe genannt hat: Die erste thermo-nukleare oder Wasserstoff-Bombe auch H-Bombe genannt, eine Bombe mit einer Explosionskraft, die die Atombombe weit in den Schatten stellt.

Maria Goeppert Mayer war nun nicht nur mit Urey und Teller bekannt, nein die side issues, die nice clean physics, die so seltsam formuliert in der Biographie von Maria Goeppert Mayer auftauchen, wurden von ihr im Rahmen des Manhatten Projects ausgeführt. Maria Goeppert Mayer war nämlich der bekannteste weibliche Wissenschaftler, der am Bau der Atom- und H-Bombe beteiligt war:

“The most famous woman who worked on the Manhattan Project was Maria Goeppert Mayer, who later won the Nobel Prize in physics for her work in developing the theory of nuclear shell structure. During World War II, she was involved initially in theoretical studies of the thermodynamic properties of the uranium hexafluoride gas that would be used in the gaseous diffusion process for conducting isotopic enrichment of uranium by separating U-235 from U-238. She also investigated the possibility of using photochemical reactions for isotope separation. Later she worked at Los Alamos on energy release in nuclear explosions.”

Nice clean physics eben!

Es hat schon eine gewisse Ironie, dass Maria Goeppert Mayer heute zur Schutzpatronin der Genderforschung auserkohren worden ist, quasi als Sprengmeister der phantasierten patriarchalischen Strukturen an Universitäten.

morons2Wir vermuten allerdings, dass den Ministerialen in Niedersachsen gar nicht bekannt ist, dass Maria Goeppert Mayer am Manhatten Project beteiligt war, die “most famous woman” des Projects. Da sich Genderisten immer darüber beklagen, dass die Leistungen von Frauen nicht anerkannt werden, werden wir die Ministerialen in Hannover zu einer Stellungnahme zum Beitrag von Maria Goeppert Mayer im Manhatten Project bitten. Und natürlich werden wir die Günstlinge des Programms um eine Stellungnahme bitten. Wir sind schon gespannt zu erfahren, ob die Finanzierung aus den Steuermitteln des Maria Goeppert Programms neben dem Einstreichen der Mittel auch mit einem Bewusstsein und einer Verantwortung für das Vermächtnis von Maria Goeppert Mayer einhergeht. Und vor allem sind wir gespannt, wie die Programm-Günstlinge das Werk von und das Andenken an Maria Goeppert Mayer in ihren Vorlesungen zu Genderthemen würdigen – vielleicht als role model für nachwachsende Forscherinnengenerationen?

Alles weitere demnächst auf ScienceFiles.

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