Was, wenn Ideologie Ignoranz und Unkenntnis trifft? Dann wird ein Beitrag in der ZEIT daraus.

Er geistert schon seit Tagen durch die Liste der Referrer im Dashboard von ScienceFiles, der Beitrag von Catherine Newmark, die als Kulturjournalistin bei der ZEIT arbeitet. „Aus Angst vor einem anderen Leben“, so der Titel des Beitrags, den wir nun tagelang ignoriert haben, nur um neuerlich, dieses Mal von Friedrich Dominikus, darauf hingeweisen zu werden, per Kommentar und so:

„Und das hier betrifft dieses Blog direkt:
http://www.zeit.de/kultur/2015-07/gender-studies-feminismus-10nach8

Wir sind nicht der Meinung, dass uns jeder Fall, in dem ein angeblicher Journalist der Ansicht ist er könne seinen Senf selbst zu Sachen geben, von denen er keine Ahnung hat, direkt betrifft, aber sei’s drum.

Ansgt der ZEITFrau Newmark maßt sich in der ZEIT an, sie könne beurteilen, was Wissenschaft ist und bewerten, dass Kritik am Genderismus und an Gender Studies polemisch und Beschimpfung sei. Nun, vielleicht betrifft uns das doch, schließlich kritisieren wir die Gender Studies als unwissenschaftlich. Entsprechend setzen wir uns dann doch mit dem auseinander, was Newmark da von sich gegeben hat.

Zunächst zum Titel „Angst vor einem anderen Leben“, die natürlich Gender-Kritiker haben: Wer Gender Studies also nicht gaaaanz toll findet, die fehlende Methode, das fehlende Erkenntnisinteresse und die vollkommene Abwesenheit einer Methodologie kritisiert, der hat also „Angst vor einem anderen Leben“, jedenfalls für Newmark, die hier das Hilflosigkeits-Mantra der Genderisten wiederholt, das wir langsam nicht mehr hören können.

Wenn die Genderisten so anomisch sind und so verschreckt auf grundlegende Fragen der Existenzberechtigung von Gender Studies an Hochschulen reagieren, weil sie keinerlei Antworten auf diese Fragen haben, dann ist es doch wohl die denkbar schlechteste Strategie, den anderen zu unterstellen, sie hätten Angst, wie Newmark dies wieder einmal versucht, denn dann muss man sagen, wovor die Gender-Kritiker angeblich Angst haben.

Aber selbst wenn Kritiker der Gender Studies „Angst vor einem anderen Leben“ hätten, würde das die Gender Studies nicht zur Wissenschaft machen. Das ist nur einer der vielen Fehler im Text von Newmark, einer der vielen Fehler, die belegen, was sie doch aus der Welt schaffen will, dass Gender Studies Ideologie und nicht Wissenschaft sind.

Das ist, wie gesagt, nicht der einzige Fehler. Es folgt ein ganzes Rudel:

So haben nach Ansicht von Frau Newmark, die besser bei ihrem Schwerpunkt Film geblieben wäre, immer angenommen, davon hat sie Ahnung, die Gender-Kritiker Angst vor: „progressiver Sexualkunde“, vor der „Homo-Ehe“, vor Veränderung, jedenfalls vor der Veränderung, die den Genderisten vorschwebt.

Diese Form der Diskreditierung von Kritik hört man mittlerweile regelmäßig aus den Reihen der Genderisten. Dass sie damit ausgerechnet dagegen vorgehen wollen, dass die „akademischen Gender Studies … polemisch als Ideologie beschimpft“ werden, ist nicht mehr Ironie, es ist schon lächerlich in einer nicht mehr zu steigernden Weise.

Genderisten fühlen sich also beschimpft, wenn man sie als Ideologen bezeichnet.

Seltsam.

Nach den eigenen Erkenntnissen von Frau Newmark wollen Gender Studies „progressive Sexualkunde“ und „Homo-Ehen“ durchsetzen. Das aber ist der Gegenstand von Ideologie, das Durchsetzenwollen der eigenen Weltsicht, dessen, was man für gut hält. Und das genau ist die Grundlage des Vorwurfs Gender Studies seien keine Wissenschaft sondern Ideologie.

Es ist wirklich beschämend, dass Personen wie Newmark in Zeitungen, die sich für intellektuelle Höchstleistungen halten, zu Wort kommen und dort zum intellektuellen Tiefstflug ansetzen können, indem sie zunächst zeigen, dass sie keine Idee davon haben, was eine Ideologie ist und dann offenkundig machen, dass sie genau so wenig eine Idee davon haben, was der Unterschiede zwischen Wissenschaft und Ideologie ist.

Logik der ForschungWissenschaft ist eine Methode der Erkenntnis. Sie unterscheidet sich von Ideologie dadurch, dass Aussagen aufgestellt werden, die an der Empirie scheitern können. Die Aussage: „Ich finde progressive Sexualkunde gut“, formuliert eine persönliche Vorliebe und hat mit Wissenschaft nichts zu tun. Dass die Besetzer der Gender Studies Lehrstühle es geschafft haben, ihre persönlichen Vorlieben an Hochschulen zu tragen, macht Gender Studies nicht zur Wissenschaft und die, die die Lehrstühle besetzen nicht zu Wissenschaftlern, so wenig wie jemand, weil er bei der ZEIT schreibt, ein Journalist ist.

Wissenschaft ist nicht nur eine Methode, Wissenschaft ist auch auf Erkenntnisgewinn ausgerichtet: Wissenschaftler wollen etwas über die Wirklichkeit erfahren. Deshalb vermeiden Wissenschaftler wertende Begriffe wie „beschimpft“ oder „progressiv“. Denn die entsprechenden Bewertungen schreiben einen Zustand fest, was bedeutet, der, der festschreibt, der weiß schon, er will entsprechend nicht mehr wissen, ist Ideologe und an Wissenschaft nicht interessiert. Insofern von Genderisten außer Bewertungen nicht viel bekannt ist, muss abermals festgestellt werden, dass Genderisten keine Wissenschaftler sind.

Sie sind in gewisser Hinsich psychologisch Geschädigte, die aus nicht nachvollziehbaren Gründen gerne Wissenschaftler wären, und weil sie es nicht werden können, deshalb schlagen sie wild um sich, diffamieren und beleidigen, so wie Catherine Newmark (Begründung folgt jetzt):

„Es ist leicht, sich über jemanden wie Herrn Kutschera lustig zu machen, dessen Polemik getragen wird von einer traditionellen naturwissenschaftilchen Abneigung gegen alles Geisteswissenschaftliche“.

Dazu kann man nur sagen: Es ist leicht, sich über Catherine Newmark lustig zu machen, deren Unkenntnis getragen wird von einer traditionellen Angst vor allem, was die Naturwissenschaften ausmacht.

Und ebenso leicht ist es, die Ignoranz und Unkenntnis von Frau Newmark bloßzustellen und als die Ideologie aufzuzeigen, die sie nun einmal ist. Am Ende des Textes, den die ZEIT zu drucken bereit war, stellt Newmark Fragen:

„Als wir aus „feministischer Theorie“ und „Feminismus“ „Gender Studies“ gemacht haben, weil wir nicht mehr nur unsere Probleme, sondern auch die aller anderen Geschlechter ernst nehmen wollten, haben wir da übersehen, dass es eine Menge Menschen gibt, die gar nicht befreit werden wollen? Denen es nicht angenehm ist, darüber nachzudenken, dass die Dinge nicht so sein müssen, wie sie „immer“ (also seit den 1950ern) waren? […] Oder, um einige Gedanken des renommierten Geschlechterforschers Stefan Hirschauer aufzunehmen, der in einem polemischen Text, bewusst das Risiko des Applauses von der falschen Seite in Kauf nehmend, allerlei Missstände in den akademischen Gender Studies angeprangert hat: Ist die Inklusivität von Gender Studies wirklich nur der „dünne rhetorische Lack“ über einer in weiten Teilen ganz traditionellen feministischen „Gegenwissenschaft“, die sich vor allem die Sache der Frauen auf die Fahnen geschrieben hat?“

Opp_MethodologieEinmal von der wirklich plumpen Art, die Gegenseite zu diffamieren, als in den 1950er Jahren stehen geblieben oder als polemisch zu diskreditieren wie die Kritik Stefan Hirschauers, der sich zudem bei Anti-Genderisten anbiedert, zeigt diese Passage abermals, dass Frau Newmark nicht einmal den Funken einer Idee hat, was unter Wissenschaft zu verstehen ist. Wissenschaft stellt Fragen und nimmt Kritik gierig auf, weil man die eigene Theorie verbessern kann, wenn man Fehler, auf die Kritik aufmerksam macht, ausmerzt. Hermentisch und diffamierend wie Newmark reagieren nur Ideologen wie Newmark, die zu ignorant sind, um zu verstehen, was der Wert von Kritik ist, und zu wenig Kenntnisse von Wissenschaft haben, als dass sie es je über die Ideologie hinausgebracht hätten. Ihre Welt besteht nur aus Glaubenssystemen, und ihr eigenes Glaubenssystem ist natürlich das richtige.

Warum? Diese Frage können Genderisten nicht beantworten, denn sie sind keine Wissenschaftler und glauben daher, dass ihr Glaubenssystem richtig ist und alle anderen bekehrt werden müssen, bekehrt zum richtigen Glauben, zum Genderglauben, dem progressiven Glauben, der nach den 1950er Jahren eingesetzt hat, irgendwann und irgendwie. Ist auch egal, denn Gender ist Wahrheit und weil Gender Wahrheit ist (und entsprechend keine Wissenschaft sein kann), deshalb weiß Newmark auch ganz genau, welche Antwort auf die vielen Fragen, die sie zum Abschluss ihres Textes stellt, gegeben werden muss:

„Ich glaube: nein.“

Gründe für diesen Glauben hat sie keine. Wieso auch? Newmark ist wie alle Gender Studierte ein Ideologe, der guckt wie ein Auto, wenn man ihn nach wissenschaftlichen Methoden fragt, nach Erkenntnisinteresse, Erkenntnisbeitrag, nach der Rolle von Kritik, der schlicht keine Ahnung von Wissenschaft hat, bei dem sich Ideologie, Ignoranz und Unkenntnis in der Weise treffen, dass es nur zu einem Beitrag in der ZEIT reicht.

Dass die Gender Studies keine Wissenschaft sind, zeigt sich schon daran, dass die entsprechenden Lehrstuhlbesetzer bis heute nicht in der Lage waren, grundlegende Fragen nach ihrer Methode, Methodologie, nach ihrem Erkenntnisinteresse, ihrem Beitrag zum wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt oder ihrem gesellschaftlichen Nutzen zu beantworten. Sie haben eine solche Angst vor den entsprechenden Fragen, dass sie selbst Versuche aus den Reihen der Wissenschaft, den Kern der Gender Studies zu finden und seine Nähe zur Wissenschaft zu bestimmen, boykottieren.

So und jetzt ein und für alle Mal:

Gender Studies sind keine Wissenschaft. Das haben wir an einer Vielzahl von Beispielen gezeigt. Jeder Gender Studierte, der den Mund aufmacht, belegt eindrücklich, dass Gender Studies keine Wissenschaft sind. Seine Ahnungslosigkeit im Hinblick auf wissenschaftliche Methoden und Standards, auf Methodologie und Erkenntnisziel macht dies überdeutlich. Warum die Gender Studierten dennoch so versessen darauf sind, sich Wissenschaftler zu nennen? Wir wissen es nicht, aber es kann sich eigentlich nur um etwas handeln, das im DSM V behandelt wird.

Über Michael Klein
... concerned with and about science

18 Responses to Was, wenn Ideologie Ignoranz und Unkenntnis trifft? Dann wird ein Beitrag in der ZEIT daraus.

  1. Pingback: [Kritische Wissenschaft] Was, wenn Ideologie, Ignoranz und Unkenntnis trifft? Dann wird ein Beitrag in der ZEIT daraus.

  2. meier, hans (kempten) says:

    Genau betrachtet postulieren die Gender Studies die Nicht-Selbstversändlichkeit von vielen Menschen für selbstverständlich („natürlich“) erachteter gesellschaftlicher Zuschreibungen an die beiden Geschlechter (deren Zahl auch gleich in Frage gestellt wird). BIS ZU DIESEM PUNKT ist das eine FRAGE, die dem für selbstverständlich Gehaltenen gestellt wird – und natürlich ist jede Frage legitim.

    DANN ABER beginnen die Probleme:

    1. Gender Studies wissen, welche Antworten sie auf die von ihnen gestellte Frage WOLLEN. Hier hört Wissenschaft auf.

    2. Auf gesellschaftlicher Ebene bedeutet das Stellen dieser Frage, dass scheinbar Unveränderliches kontigent wird. Das hat unvermeidlich zur Folge, dass verschiedene Vorstellungen über die Geschlechter und ihr Mit- / Gegen- Für – Ohne- etc. -einander miteinander in Konflikt geraten. Gender Studies, wenn sie sich denn als Wissenschaft betrachten, KÖNNTEN UND SOLLTEN sich oberhalb dieser Konflikte posiitionieren als neutrale Beobachter. Aber ihre Vertreterixe sind selbst Partei – und dies nicht in dem Sinne, dass jedem Menschen Parteilichkeit anhaftet, die nach Möglichkeit abzustreifen zum ideal von Wissenschaft gehört. Viele vertreterixe von Gender Studies betrachten dieses Ideal der Unparteilichkeit als patriarchal und sind bewusstr und programmatisch parteilich.

    Damit aber beobachten sie den Konflikt nicht mehr, den sie unvermeidlich ausgelöst haben, sie heizen ihn an – ganz bewusst, um Kritik umwerten zu können zu „hate-speech“, was jede Differenz zwischen Kritik und „hate-speech (die es natürlich auch gibt, die aber wissenschaftlich irrelevant wäre) einebnet. Was die Kritik nur noch heftiger werden lässt…

    Gender Studies wollen diese Heftigkeit, um mit ihr beweisen zu können, wie sehr sie verfolgt und unterdrückt werden. Warum kein anderes Fach in so kurzer Zeit derart gewachsen ist, entzieht sich damit jeder Reflexion – und damit die Macht, die Gender Studies mittlerweile rein quantitativ, aber auch strukturell durch ihre Einbettung (/möglichst in jedem Fach) und die häufige Verquickung mit inneruniversitären Nebenregierungen (Frauenbeauftragte) mittlerweile erreicht haben.

    Im sogenannten „Patriarchat“ bedeutete Macht Verantwortung für die Untergebenen und Schwächeren (womit nicht bestritten ist, dass von diesem Ideal real oft sehr abgewichen wurde). Was bedeutet Macht für die Gender Studies? Jammer und leiden und Hilfe wollen…

  3. Und einen Punkt sollten wir vielleicht noch hervorheben, nämlich die Frage, warum es Genderisten so wichtig ist, als wissenschaftlich zu erscheinen.

    Wissenschaft ist EINE gute Sache („gut“, weil sie systematischen Wissenszugewinn und Wissensweitergabe durch intersubjektive Mittteilbarkeit ermöglicht,),

    Notdienste und die Freiwillige Feuerwehr sind ANDERE gute Sachen, weil sie einen angebbaren Nutzen erbringen.

    Nehmen wir an, Genderismus wäre eine gute Sache (so, wie Genderisten das annehmen):

    Warum reiben sich Genderisten völlig sinnlos daran auf, als wissenschaftlich erscheinen zu wollen, obwohl das nicht möglich ist, eben, weil Genderismus keine Wissenschaft ist, sondern eine Weltanschauung, die auf einem auf das Merkmal „Geschlecht“ reduzierten Menschenbild basiert und Sozialklempnerei auf der Grundlage dieses fatal reduzierten Bildes betreiben möchte.

    Und warum sollte es ihnen nicht genügen, Leuten, denen sich das nicht spontan mitteilt, zu erläutern, warum Genderismus eine gute Sache sein soll?

    Die Freiwillige Feuerwehr hat auch niemals darauf bestanden, an der Uni Pöstchen zu bekommen, von denen aus sie die Wichtigkeit des Engagements in der Freiwilligen Feuerwehr predigen kann. Anscheinend hat sie das nicht notwendig; von ihr ist spontan erkennbar, wozu sie nutzt, und sie genießt daher Ansehen.

    Wenn dem Genderismus das nicht gelingt, sollte er sich doch zu allererst fragen, warum das nicht gelingt, statt stupide immer und immer wieder zu wiederholen, Genderismus habe irgendetwas mit Wissenschaft zu tun, in der Hoffnung, dass es die Leute glauben, wenn es trotzig genug behauptet wird.

    Es bleibt keine andere Möglichkeit, als davon auszugehen, dass Genderisten schizophrene und autoritäre Persönlichkeiten sind, und zwar deshalb, weil sie verzweifelt Anerkennung im etablierten und durch das etablierte Wissenschaftssystem suchen, so, als sei das ein Selbstzweck, und dabei sogar die eigenen Behauptungen verhöhnen, hier: diejenige, nach der Wissenschaft ein kaltes, böses, rationales, männliches Unterfangen ist. Und doch sehnen sie sich nach nichts so sehr wie danach, just in diesem Unterfangen Anerkennung zu finden.

    Wenn ihr Humankapital dafür, selbst Wissenschaftler zu werden und in der Wissenschaft Anerkennung zu finden, nicht ausreicht, dann kreieren sie ihre „Gegen-Wissenschaft“, also Ideologie, versuchen, eine Parodie auf Sozialwissenschaften als diese „Gegen-Wissenschaft“ zu verkaufen, die sie dann gegen die Natur-Wissenschaften auszuspielen gedenken, aber gleichzeitig wollen Sie, dass Begriff und Konzept der Wissenschaft ungeteilt bleibt, damit der warme Schein der Legitimation, Vernunft und des Status von Wissenschaft auf sie scheinen möge.

    Sie wollen erzwingen, was nicht möglich ist: Wenn ihnen ihre Strategie gelänge und sie irgendwann als Wissenschaftler durchgingen, dann würde das nur bedeuten, dass Wissenschaft aufgehört hat, mit Legitimation, Vernunft und Status verbunden zu sein.

    Genderisten sind wie kleine Kinder, die erzwingen wollen, was nicht möglich ist, und sich selbst Lügen strafen: Es geht offensichtlich nicht um eine gute Sache, sondern darum, eine tiefgehende psychologische Abhängigkeit von Autoritäten angesichts des Scheiterns in einem System, das für sie Autorität darstellt, zu bearbeiten.

    Und wie kleine Kinder sind sie ehrlich überrascht, wenn sie feststellen müssen, dass unsere Gesellschaft eine pluralistische ist, in der manchen Leuten mit bestimmten psychologischen Problemen oder Bedürfnissen etwas als „Befreiung“ erscheint, was anderen Leuten einfach vollkommen gleichgültig ist oder was sie nicht mögen, weil es einfach nicht „their cup of tea“ ist. Und?

    Warum sollte aus dem Pluralismus einer Gesellschaft ausgerechnet die Ideologie des Genderismus NICHT höchst unterschiedlich betrachtet und bewertet werden? Das ist doch ganz normal. Warum die Enttäuschung darüber, die so tief ist, dass man sich nicht entblödet zu behaupten, Leute, die mit Genderismus nichts am Hut haben, würden nicht „befreit“ werden wollen?

    O doch, sie wollen definitiv befreit werden!

    Und zwar von der ständigen Berieselung mit Themen, die sich als solche aus der Weltanschauung (ich persönlich vermute: aus den psychologischen Schwierigkeiten) bestimmter Leute ergeben, und deren totalitären Phantasien darüber, anderen Menschen eine Welt zu bereiten, in der sie sich zwar nicht wohlfühlen, aber Genderisten sich wohlfühlen.

    Ach ja, und natürlich fühlen sich Genderisten nur in einer Welt wohl, in der die eigene Weltanschauung die einzig gute, richtige, legitime, emanzipatorische und vor allem: wissenschaftliche ist, denn Genderismus muss einfach etwas sein, was alle Worte, die irgendwie positiv konnotiert sind, auf sich vereint.

    Und schon deshalb disqualifiziert sich Genderismus als Kandidat auf ein ernstzunehmendes Konzept – geschweige denn ein wissenschaftliches!

  4. Jedes Studium hat üblicherweise einen Abschluß: wie nennt sich dieser Abschluß bei
    einem Gender-Studium? (Diplom-Genderist? Dr. Genderist oder….?)

  5. Joachim Winter says:

    ….weil es schön ist, sich Wissenschaftler nennen zu dürfen, weil es lukrativ ist, als solcher ‚anerkannt zu sein, besonders dann , wenn es weiter keine Arbeit macht. Schauen Sie sich doch einmal die Versorgungstiefe deutscher Uniwissenschaftler an….

  6. Im Falle von Prof. Dr. Kutschera war es nun die ZEIT, die sich den deutlichen und sachlichen Worten des Forschers angenommen hat. Nicht aber, etwa wie bei Lann Hornscheidt, hat sich das Blatt für die Argumentation des Forschers ausgesprochen, sondern schon in der Überschrift des Artikels dem Wissenschaftler, wie es heute bei Diffamierungen der Presse üblich ist, eine “Phobie” unterstellt, wenngleich man sich aus taktischen Gründen für die deutsche Bezeichnung “Angst” entschieden hat. Aber im Grunde läuft dieser Artikel auf die Frage hinaus, wie Prof. Kutschera es wagen konnte, die Ideologie des “Gender-Mainstreaming” auch als eine solche zu bezeichnen. Wiederum greift man auf das altbekannte Stilmittel der Entwertung der wissenschaftlichen Arbeit des Professors zurück, indem die Autorin Chatherine Newmark abfällig von “Herrn Kutschera” schreibt; einer Unterlassung, die für Genderisten, welche sich weigern zu ihren vermeintlichen Forschungsergebnissen Stellung zu beziehen zwar völlig berechtigt ist, bei einem gestandenen Wissenschaftler der Biologie aber nichts weiter als eine bodenlose Unverschämtheit darstellt.

    Auszug aus:
    https://karstenmende.wordpress.com/2015/07/17/genderwahn-und-der-aufstand-der-wissenschaft/

  7. Roland says:

    Nun es gibt aber Grund zur Hoffnung. Schaut man sich die Kommentarzeile unter dem Artikel an, sieht man einen ordentlichen Shitstorm gegen Newmarks Artikel.

    • rote_pille says:

      Und das obwohl die Zensoren wahrscheinlich kaum schlafen. Bei politisch brisanten Themen ist doch jeder 2. Kommentar dort entfernt mit dem Hinweis „Verzichten Sie auf Polemik“ oder hat sich seit letztes Jahr da was geändert? Ist ziemlich lange her, dass ich die Seite dieses Lügenblattes aufgerufen habe…

      • S.B. says:

        Ich kommentiere dort schon länger gerade bei feministischen / genderistischen Themen, und ich gehöre sicherlich nicht zur pro-Gender Fraktion. Ich halte es für wichtig, daß man gerade bei Blättern wie der ZEIT sachlich Präsenz zeigt und Fehlinformationen richtigstellt, damit es die feministische Fraktion etwas schwerer hat, ihre Übernahme der Definitionshoheit zu rechtfertigen. Denen muss man immer wieder klarmachen: Nein, ihr sprecht nicht für die Mehrheit. Nein, Antifeminismus ist keine unmoralische verachtenswerte Einstellung, sondern eine legitime und sehr begründete Meinung. Nein, ihr habt nicht die Wahrheit mit Löffeln gefressen. Nein, ihr erzählt hier die Unwahrheit.

        Es kommt mir so vor als ob die Zensur dort in den letzten Monaten nachgelassen hat. Vor ein, zwei Jahren sind noch Beiträge von mir sofort zensiert worden die ich als wirklich moderat und konstruktiv eingeschätzt hatte (halt eben anti-feministisch); ähnliche Kommentare bleiben inzwischen stehen. Es ist schon länger her, daß was von mir zensiert wurde, und ich widerspreche den feministischen Artikeln dort regelmäßig.

        Sogar umgekehrt: Ich hatte sogar mal den Fall, daß ich einen wirklich destruktiven Ad Hominem Angriff einer Feministin gemeldet hatte, und keine zwei Minuten später war dieser Kommentar entfernt. Mein Gedanke war sofort: Wie, die ZEIT entfernt unkonstruktive provozierende feministische Kommentare? Es gibt noch Zeichen und Wunder.

        Könnte sein, daß das Zensurgebaren und die eklatante Einseitigkeit Richtung pro-feministische Kommentare wie es vor ein paar Jahren war dann doch zu sehr die Reputation der ZEIT beschädigt hatte.

  8. jakob sparrov says:

    Bin seit meiner Jugend Motorradrocker und fürchte weder Tod noch Teufel! Sexuell Abartige wie Schwuchteln, Lesben oder Leugner der Natur der Chromosomen XX und XY finde ich einfach nur GRINDIG! Ich habe aber kein bisschen Angst davor! Da kann mir dieser Personenkreis noch so pseudowissenschaftlich daherkommen, ich orientiere mich an der Natur! Ich gestehe jedem seine sexuelle Befindlichkeit, und möge sie noch so exzentrisch sein, zu. Möge er/sie/es jedoch damit in den eigenen vier Wänden bleiben! Die Versuche, sich dafür mit aller Gewalt in aller Öffentlichkeit und vor allen zu rechtfertigen, indem MAN sie pausenlos damit konfrontiert, finde ich widerwärtig und grundsätzlich abzulehnen! Der Gipfel der Unverfrorenheit ist die finanzielle Bereicherung, die mit dieser widernatürlichen Zwangsbeglückung einhergeht und der daraus resultierende Vorwurf, alle „normalen“ Menschen hätten Angst vor diesen Kuriositäten um sich sowohl Pfründe, als auch sexuell abartige Neigungen, zu sichern!

  9. Wovor wollen die Genderisten mich befreien? Von Mathematik, Logik und Wissenschaftlichkeit? :mrgreen:

  10. srfgeg dgddgf says:

    Ich bin überrascht, dass Sie gar nicht erwähnt haben, dass die Autorin Mitarbeiterin der HU war: http://www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/we01/institut/mitarbeiter/ehemalige/newmark/index.html

  11. Pingback: Lann Hornscheidt – Eine Hohepriesterin auf Missionsreise ins Breisgau | Die Kehrseite

  12. Michel Houellebecq says:

    Vor allem diese Frage machte mich baff im erwähnten Zeit-Artikel:

    „(…) haben wir da übersehen, dass es eine Menge Menschen gibt, die gar nicht befreit werden wollen?“

    In meinem Umfeld kenne ich keinen einzigen Menschen, weder Männlein noch Weiblein (immerhin die beiden Hauptkategoerien in der Natur, das wird wohl niemand ernsthaft bestreiten wollen), die sich nach einer Auflösung der bestehenden Geschlechterrollen sehnen- selbst Homosexuelle nicht! Es wäre vielleicht einmal sinnvoll, abzuklären, wieviele Menschen in unserer Gesellschaft tatsächlich vom Wunsch getrieben werden, sich von ihrem angeborenen Geschlecht befreien zu können! Ich befürchte nicht sehr viele, wie alleine ein Blick auf die Zahlen zu Geschlechtsumwandlungen beweisen..!

Bevor Sie hier kommentieren, lesen Sie bitte unser Grundsatzprogramm. Kommentare, die Beleidigungen enthalten oder lediglich gepostet wurden, um sich zu erleichtern, wandern direkt in den virtuellen Mülleimer

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s