Umgangsschuldvermutung: Die LINKE hat regelmäßig Kontakt mit Rechtsextremen

Derzeit geht ein neuer Hype durch die “Gutter press”, die schon The Right Honorable Jim Hacker, Minister for Administrative Affairs, als solche erkannt hat.

Der neue Hype hat einen Fehlschluss, einen in bestimmten Regionen der Normalverteilungskurve der Intelligenz (links der Mitte gegen den Rand zu) sehr verbreiteten Fehlschluss zum Gegenstand, der sich wie folgt formulieren lässt:

“Die AfD Rheinland-Pfalz hatte nach einem Bericht des “Stern” Verbindungen zu Rechtsextremen. Attila Sonal aus dem Landesvorstand sei unter anderem regelmäßig mit Ulrike Reinhardt aus Kaiserslautern zusammengekommen, schreibt das Magazin in der online-Ausgabe. Reinhardt ist Aktivistin der “Pfälzer Spaziergänger”, die gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung protestieren.”

Dieser ideologisch motivierte Fehlschluss hat eine ganze Reihe von Konsequenzen, die seinen Ziehern offensichtlich nicht bewusst sind, denn:

Idi AminDer ehemalige Bundespräsident Gustav Heinemann hatte Kontakte zu Idi Amin, so intime Kontakte, dass man gemeinsam gegessen hat. Das macht Heinemann posthum verdächtig, denn der Diktator von Uganda, er soll bis zu 400.000 Menschen auf dem Gewissen haben. Heinemann posthum ein Massenmörder?

Neville Chamberlain, Britischer Premierminister und Experte für Appeasement hatte gar ausführliche Unterredungen mit Adolf Hitler, zuweilen hinter verschlossenen Türen. Macht das Chamberlain zum Nazi?

Es kommt noch schlimmer:

  • Klaus Bartl,
  • Marco Böhme,
  • Nico Brünler,
  • Sarah Buddeberg,
  • Cornelia Falken,
  • Rico Gebhardt,
  • Enrico Stange,
  • Lutz Richter,
  • Klaus Tischendorf,
  • Horst Wehner,
  • ja die gesamte LINKE-Fraktion im Sächsischen Landtag,

sie alle haben regelmäßig Kontakt mit Vertretern der AfD, nicht ab und zu, nein regelmäßig trifft man sich, um zu reden, zu debattieren. Muss man daraus schließen, dass die LINKE Sympathien für die AfD hat (und nicht nur ehemalige Wähler der LINKEN), die Linke eigentlich rechtsextrem oder rechtspopulistisch oder rechts ist?

Scheinbar muss man das, wenn die Umgangsschuldvermutung zutrifft.

Und wenn die Umgangsschuldvermutung zutrifft und Kontakt zu fiesen oder bösen Menschen zu einer Inkubation der guten Menschen oder dazu führt, dass andere ihr wahres fieses ich zeigen, dann muss man auf Basis der Umgangsschuldvermutung vorhersagen, dass sich auf den Rechnern der Mitglieder der SPD-Fraktion im Bundestag Kinderpornographie findet, schließlich hatten die Mitglieder Kontakt zu Jörg Tauss und Sebastian Edathy und das reicht als Anfangsverdacht – jedenfalls da, wo es um politischen Rufmord geht und darum geht es bei der Umgangsschuldvermutung.

Die Dummheit, die sich derzeit in Deutschland Bahn bricht und über die in deutschen Medien berichtet wird, so als sei es keine Dummheit, sondern Normalität, sie nimmt Ausmaße an, die die Idee, dumme Episoden seien die Ausnahme und nicht die Regel, in ihr Gegenteil verkehren und erhebliche Bedenken am Geisteszustand der öffentlichen Meinungsmacher in Deutschland aufkommen lässt.

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9 Responses to Umgangsschuldvermutung: Die LINKE hat regelmäßig Kontakt mit Rechtsextremen

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  3. rote_pille says:

    “Sie sind sich dessen nicht bewusst?” Und warum muss ich dann gerade an diese Szene in “The Dark Knight Rises” denken, wo Batman zu Selina Kyle mit seiner tiefen, heiseren Stimme sagt:
    “Sie wissen das – aber es ist ihnen egal.”

  4. corvusalbusberlin says:

    “Scheinbar muss man das, wenn die Umgangsschuldvermutung zutrifft.”
    http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/zwiebelfisch-abc-scheinbar-anscheinend-a-315125.html

  5. Dummheit und pseudo-religiöser Eifer gehen in den Medien Hand in Hand. Wenn man diese Logik auf die Grünen anwendet, sind alle von denen schwule, pädophile Drogendealer. So etwas ist nur bei Leuten logisch, die ihr Denken vollständig kollektiviert haben und nicht mehr in der Lage sind zu differenzieren. Ich bin ehrlich, ich tue mich bei Ideologen auch schwer zu differenzieren. Man muss zwar kein Ideologe sein, um als dumm zu gelten. Sehr wohl aber ist man als Ideologe automatisch dumm.

  6. neonschein says:

    Uiuiui, wir sind demzufolge ALLE Nazis…! Mein Opa war im Deutschland der Nazizeit geboren und ich gehe stark davon aus, dass er in jenen Tagen Kontakt zu Nazis hatte….!
    Dann hatte mein Opa Kontakt zu meinem Papa und der, ich mag jetzt ausnahmsweise nicht lügen, hatte Kontakt zu mir.

    Ohje, jetzt bin ich ja quasi mind. in zweiter Generation nazifiziert ….!?
    ….
    Hab ich jetzt eigentlich gerade Kontakt zu Ihnen, Herr Klein? Oder zu ihrem Blog? Ist das jetzt ein Naziblog? Sind die Leser des Blogs nun Naziblogleser oder Nazis? Und wer war eigentlich zuerst da? Der nazibloglesende NichtNazi oder der NichtNazis nazifizierende Nazibloglesende…

    Beste Grüße
    Tobias

  7. sandako says:

    Es scheint, dass das politische Establishment in Deutschland unter sich bleiben will. Es ignoriert einfach Andersdenkende. Das Fernbleiben von Talkshows, in denen AfD-Vertreter erscheinen – etwa so wie es Hannelore Kraft u.a. vorexerziert haben – gilt als normal, somit ist der bloße Gedankenaustausch mit Vertretern von Parteien außerhalb des etablierten Parteienspektrums fast schon ein Delikt, welch beschämendes Zeugnis politischer Diskurskultur in einer Demokratie. Dieser selbstgefällige Nicht-Umgang mit Vertretern sogenannter “Protestparteien” schürt nur die weitere Polarisierung und Entfremdung.

  8. Diese Umgangsschuldvermutung ist Bestandteil des BRD-Distanzierungsrituals.
    Dieses Ritual definiert die Gruppe der anständigen, weisen und im Allgemeinen guten Menschen und ihren Antagonisten durch Abgrenzung. Wer sich der Ketzerei auch nur durch persönlichen Kontakt verdächtig macht, also die Umgangsschuldvermutung erfüllt, trägt die Verpflichtung Abbitte zu leisten und sich zu distanzieren sowie die präferierte Peer-Group zu lobpreisen und ihren Antagonisten zu verteufeln.
    Bekannteres Beispiel dafür in der jüngeren Vergangenheit, war der Typ der “Dr. Alfons Proebst” oder sowas auf Youtube gespielt hat (weiß den Namen nicht mehr; klang holländisch). Er hat artig Abbitte geleistet, sich selbst geknechtet und Vergebung erhalten. Bekannteres Gegenbeispiel dazu ist Sarrazin, der exkommuniziert wurde.
    Normalerweise scheint man sich die Umgangsschuldvermutung in dieser Gruppe dadurch vom Leib zu halten, dass man regelmäßig Lobpreisung und Verteufelung betreibt bzw. seine Rechtschaffenheit und Frömmigkeit beständig zur Schau stellt.

    Man könnte die Umgangsschuldvermutung demnach auch als zivilreligiösen Disziplinierungsmechanismus bezeichnen.

    PS: Es liegt denke ich auf der Hand, warum Logik ein sinnloser Ansatzpunkt der Kritik ist. Glaubenssysteme sind per Definition nicht rational zugänglich.

  9. Hosenmatz says:

    Ich habe regelmäßig Kontakt zu einem Frisör. Wahrscheinlich bin ich selbst schon Haareschneider, und habe es noch gar nicht bemerkt! Shocking!

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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