Zuviele Frauen: Grundschulen pfeifen auf dem letzten Loch

Die Entprofessionalisierung von Grundschulen, die mit einer Erhöhung des Anteils der teilzeitbeschäftigten Lehrer und einer massiven Erhöhung des Frauenanteils unter den Lehrern einhergeht, sie erreicht gerade neue Dimensionen.

Das ist ein Anfang, den wir diesem Post geben könnten. Ein anderer lautet wie folgt:

GEW, Frauenförderer und andere Lobbyisten haben gerade eine neue Kampagne eingeläutet, die dazu dient, Grundschullehrer mit u.a. Gymnasiallehrern in der Bezahlung gleichzustellen, d.h. die unterschiedlichen Qualifikationsniveaus bei der Bezahlung nicht mehr zu berücksichtigen. Zu diesem Zweck hat die GEW eigens ein so genanntes Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, das zu dem Schluss gekommen ist, dass das geringere Gehalt, das Grundschullehrer im Vergleich zu z.B. Gymnasiallehrern erhalten, eine Diskriminierung von Frauen darstellt, da die meisten der Grundschullehrer weiblich sind. Verantwortlich für diesen Unsinn ist Eva Kocher, die offensichtlich der Rabulistik zu neuen Höhen verhelfen will.

Nachdem die GEW den Boden bereitet hat, wird nun über die Welt am Sonntag ein Katastrophenbericht lanciert, der seinen wörtlichen Niederschlag in der ARD wie folgt gefunden hat: „Gesucht: Rektoren für etwa 1000 Grundschulen“. Vor allem in Berlin und Nordrhein-Westfalen, so erfährt der Leser, könnten die Stellen von Rektoren und Konrektoren an Grundschulen nicht mehr besetzt werden. Die Ursachen dafür fänden sich in den „hohen Anforderungen“ und der „vergleichsweise geringen Bezahlung“. Zudem seien die meisten „Lehrkräfte an Grundschulen Frauen, die häufig in Teilzeit arbeiten“. Udo Beckmann, oberster Interessenvertreter der Lehrer vom Verband Bildung und Erziehung fordert entsprechend mehr Geld für Grundschullehrer (der Ball von der GEW wurde also aufgenommen), und die GEW fordert die Gleichstellung von Grundschul- und Gymnasiallehrern (nicht was Fähigkeiten, Kompetenzen und Leistung angeht, sondern im Hinblick auf die Bezahlung) und mehr Verwaltungsstellen an Grundschulen (angesichts sinkender Schülerzahlen vielleicht eine Möglichkeit, GEW-Mitglieder unterzubringen).

Die Frage, die niemand im Zusammenhang mit dem plötzlich entdeckten Faktum, dass es unter Grundschullehrern immer weniger gibt, die Schulleiter sein wollen, stellt, sie lautet: Wieso entsteht dieser Mangel gerade jetzt?

Um diese Frage zu beantworten, ist es sinnvoll, ein paar Fakten in die Diskussion zu bringen:

  • Die meisten Schulleiter an Grundschulen sind nach wie vor männlich, obwohl nur noch 12,5% aller Grundschullehrer männlich sind.

Dazu ein Auszug aus dem Jammerbericht des BMFSFJ, dem Daten-Genderreport:

“Daten zur Verteilung von Frauen und Männern auf die Positionen der Schulleitungen werden vom Statistischen Bundesamt aktuell nicht erhoben. Von Lutzau und Metz-Göckel (1996) berechneten die Geschlechterverteilung im Amt der Schulleitung für die einzelnen Bundesländer im Schuljahr 1993/1994. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass bei den Schulleitungen ein starkes Ost-West-Gefälle auftritt. Während in allen westdeutschen Bundesländern mehr Männer als Frauen als Schulleitung fungierten (in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sogar zu über 80 %), wurde diese Position in den ostdeutschen Bundesländern durchschnittlich häufiger von einer Frau besetzt. Die meisten weiblichen Schulleiterinnen fanden sich im Schuljahr 1993/1994 mit 63 Prozent in Sachsen-Anhalt. Neuere Stichprobenberechnungen (Roisch 2003: 37 ff.) zeigen, dass sich die Situation in den westdeutschen Bundesländern im letzten Jahrzehnt nur leicht zu Gunsten der Frauen verbessert hat, während sie in den ostdeutschen Bundesländern relativ stabil blieb.”

  • Die Anteil der Grundschullehrer hat sich über die letzten Jahrzehnte kontinuierlich verringert, selbst auf geringem Niveau: So waren 2002 16,2% der Grundschullehrer männlich, 2015 sind es noch besagte 12,5%.
  • Wenig verändert hat sich im Hinblick auf die Arbeitszeit männlicher Lehrer, 64,0% der männlichen Grundschullehrer sind 2015 vollzeitbeschäftigt, 66,7% waren es 2002.
  • 54,8% der weiblichen Grundschullehrer waren 2002 teilzeitbeschäftigt, 2015 waren es 42,7%, denn die Verweiblichung der Grundschulen, sie hat dazu geführt, dass nunmehr 44,4% der weiblichen Lehrer Vollzeit arbeiten (müssen) im Gegensatz zu 35,7% im Jahr 2002.

Offensichtlich gehen die Probleme mit der Besetzung von Schulleiterstellen an Grundschulen mit der Verweiblichung der entsprechenden Schulen einher: Je mehr weibliche Lehrer, desto größer die Probleme, einen Schulleiter zu finden. Und während männliche Lehrer an Grundschulen, die es früher in höherem Anteil gab, offensichtlich bereit waren, das mehr an Arbeit und die „hohen Anforderungen“ die mit der Position eines Schulleiters einhergehen, zu schultern, auch bei „vergleichsweise geringer Bezahlung“, sind weibliche Grundschullehrer dazu ganz offensichtlich nicht bereits.

parttime.jpgDas können sie auch nicht, wie der Beitrag in der ARD suggerieren will, denn die meisten von ihnen arbeiten nur Teilzeit. Sicher geht mit der Entprofessionalisierung, die durch Teilzeitarbeit geschaffen wird, auch ein Verlust an Führungskompetenz und Arbeitserfahrung einher, der es mit sich bringt, dass Tätigkeiten, die (männliche) Grundschullehrer früher nebenbei und aufgrund ihrer Kompetenzen und Leistungsbereitschaft als Schulleiter erledigt haben, nunmehr nicht mehr erledigt werden, entsprechende Positionen nicht mehr gefüllt werden können. Doch gerade in den beiden herausragenden Beispielen Berlin und Nordrhein-Westfalen, die Riesenprobleme haben, Schulleiter und Konrektorenstellen zu besetzen, trifft diese Erklärung nicht zu.

In Berlin arbeiten 70% der Grundschullehrer in Vollzeit, weit mehr als im Bundesdurchschnitt (47%). Auch in Nordrhein-Westfalen liegt der Anteil der vollzeit-beschäftigten Grundschullehrer mit 50% über dem Bundesdurchschnitt. Auch beim Frauenanteil liegen Berlin und Nordrhein-Westfalen über dem Bundesdurchschnitt. Nord-Rheinwestfalen mit 91% weiblichen Grundschullehrern etwas mehr und Berlin mit 88% weiblichen Grundschullehren etwas weniger (Bundesdurchschnitt: 87%).

Entsprechend muss man die Erklärung für die in Teilen nicht vorhandene Bereitschaft, die Leitung einer Grundschule zu übernehmen, wohl oder übel bei weiblichen Grundschullehrern suchen. Sie schrecken offensichtlich davor zurück, eine Position mit Verantwortung zu übernehmen – obwohl sie besser bezahlt wird. Sie haben offensichtlich nicht die Kompetenzen, um die Jobs, die männliche Lehrer früher übernommen und nebenbei erledigt haben, zu erledigen. Oder Sie haben nicht dieselbe Bereitschaft wie männliche Grundschullehrer, Altruismus walten zu lassen und die Arbeit eines Schulleiters auch für die Bezahlung eines Grundschullehrers zu erledigen. In jedem Fall haben die Späher der Gewerkschaften das Problem erkannt und Witterung aufgenommen. Und so wie sich ein Aasgeiher zielsicher bei einem Kadaver einfindet, so kreisen seit einiger Zeit die Vertreter der GEW und anderer Lobbyverbände über den entprofessionalisierten Resten von Grundschulen und krächzen ihr übliches Lied. Mehr Geld. Mehr Gehalt. Mehr Cash bei weniger Leistung. Die Diskriminierung von Frauen ist schuld. Neue Stellen braucht das Land, um nunmehr fünf Leute die Arbeit erledigen zu lassen, die früher von zweien erledigt wurde. Fragt sich nur, welche Leistungs- und Motivationsstandards die 88% weiblichen Grundschullehrer in ihrer Mehrzahl der nachwachsenden Generation vermitteln.


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8 Responses to Zuviele Frauen: Grundschulen pfeifen auf dem letzten Loch

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  2. Eine Bekannte von mir ist Grundschullehrerin, die davor eine recht erfolgreiche und schnelle Karriere bis ins Führungsmanagement einer Firmenkette hatte (Personalverantwortung mit >1000 Angestellten) inkl. Boni und dickem Geschäftswagen. Irgendwann merkte sie, dass es nicht das ihre war, wollte selbst Kinder und lieber mit Kindern arbeiten, kündigte, schränkte sich ein auf 1000 Euro im Monat und ging nochmal 3 Jahre zur PH für die Grundschullehrerkarriere.

    Weil sie Erfahrung in der Geschäftsführung hatte haben sie dort von Anfang an versucht sie dazu zu drängen eine Zusatzqualifikation zur Rektorin mitzumachen, wobei sie angesichts des bereits vor ca 8 Jahren vorhandenen Mangels am Ende wohl 5 Schulen geleitet hätte und nicht nur eine. Lehrerin wäre sie effektiv nicht geworden.

    Sie hat sich standhaft dagegen gewehrt, da es ihr Ziel war mit Kindern zu arbeiten und nicht wieder am Schreibtisch Zahlen zu schieben und danach rumzureisen, um den Laden am laufen zu halten. Sie wollte einfach nur lehren. Punkt. Auch für mieses Gehalt – dafür aber glücklich sein.

    Unter anderem haben sie es dann auch mit Drohungen versucht (schlechte Noten bei Prüfungen etc), um sie in die Karriere reinbiegen zu können. Am Ende hat sie sich erfolgreich bei einer Privatschule beworben. Dort brauchts auch gute Lehrer.

    Die Ideologen wollen genau das reproduzieren, was sich in ihrem Kopf als Wahrheit entpuppt hat, koste es was es wolle.

    Das einzig beruhigende ist: Wenn es niemanden mehr gibt werden sie auf Leute zurückgreifen, die es absolut nicht können. Und diese werden den Laden in kürzester Zeit abbruchreif ruinieren und dann kanns von vorne losgehen. (Vorausgesetzt, die 3-4 Mio “Zuwanderer” spielen mit..)

    Was die fehlenden Schulleiter betrifft, so frage ich mich, warum nimmt man da nicht einfach normale Führungskräfte und gibt ihnen eine kurze Zusatzqualifikation in “Schulleitung”? Eine Schule ist letztlich auch ein nur Betrieb und nicht jeder muss wissen wie man eine Dreiviertelstunde lang 30 Kinder bändigt. Aber vermutlich gibts nicht genug Frauen, die ganztags einen Betrieb leiten wollen…

  3. Schoppe says:

    Ich habe gerade noch einmal nachgelesen – offenbar begründet das “Rechtsgutachten” zumindest an einer Stelle die Diskriminierung tatsächlich mit der Tatsache, dass Grundschullehrkräfte weitgehend weiblich sind. Das ist natürlich Quatsch. Ebensogut könnte man behaupten, die im Vergleich zu Bayern München schlechtere Bezahlung der Spieler von Hansa Rostock sei eine Diskriminierung, weil schließlich in Rostock mehr Ostdeutsche arbeiten würden.

    Tatsächlich müsste natürlich begründet werden, dass sowohl die Ausbildung als auch die Arbeit gleichwertig sind. Das sind sie nicht. Die Gymnasiallehrerausbildung ist fachlich deutlich anspruchsvoller, und die Arbeit ist wesentlich umfangreicher. Die Korrektur von Klausuren ist z.B. DER wesentliche Faktor für eine hohe Arbeitszeit bei Lehrkräften. Die aber fällt an Grundschulen weitgehend weg – die Arbeit einer ganzen Grundschulklasse nimmt bei der Korrektur weniger Zeit in Anspruch als die Korrektur einer einzigen Leistungskursklausur, von denen Oberstufenlehrer dann je nach Kursgröße aber 20 – 25 haben. Wer mehrere Oberstufenkurse hat oder gar an einem Kolleg arbeitet (und dann ausschließlich Sek-II unterrichtet), kommt aus den Korrekturen überhaupt nicht wieder heraus. Zudem ist eine fachlich anspruchsvolle Unterrichtsvorbereitung deutlich zeitaufwändiger als eine in den unteren Klassen.

    Die höhere Bezahlung von Gymnasiallehrkräften ist also sachlich gut begründet.

    Was die GEW da macht, ist aber nicht nur ressentimentgeladen und wissenschaftlich haltlos, es ist auch politisch dämlich. Wenn es in der Bildungspolitik überhaupt so etwas wie eine erkennbare Richtung gibt, dann beim Einsparen von Geld (an den Schulen, nicht in den Verwaltungen). Wer also die einen Kollegen gegen die anderen oder die Kolleginnen gegen die Kollegen ausspielt, der wird voraussichtlich nicht dafür sorgen, dass die angeblich diskriminierten Kolleginnen in Zukunft besser bezahlt werden. Er wird eher dafür sorgen, dass die angeblich privilegierten Kollegen stärker unter Druck geraten. Dass hier eine Gewerkschaft die Ent-Solidarisierung ihrer Mitglieder aktiv betreibt und mit haltlosen Argumentationen Ressentiments der einen gegen die anderen schürt, ist so eine besonders seltsame Pointe.

  4. Jürg Rückert says:

    Mein Eindruck aus der Zeit der vergangenen Landesregierung in Baden-Württemberg:
    Das KuMi wollte die Hierarchie im bestehenden personellen Schulsystem ebenso verwischen wie auch die Struktur der Schulen an sich:
    – Vorgabe einer Schule als Eier-legende-Wollmilchsau (Gymnasium, Realschule, HS und Inklusionen jeder Art unter einem Dach)
    – Einkommensgleichheit
    – Nivellierung der Realschule durch Zwang zur Aufnahme aller Kinder sowie deren Benachteiligung in der Ausstattung. Laptop und Beamer nur für “Einheitsschulen”.

    Ich entsinne mich an eine Vorgabe der vorbildlich sozialistischen Regierung in Frankreich vor wenigen Jahren:
    Die tägliche Schuldauer wurde zwangsweise bis abends verlängert mit der Begründung, dass den wohlhabenderen Schülern die Möglichkeit sich bei Privaten zusätzlich Unterricht einzukaufen genommen werden solle, denn das benachteilige die anderen!
    Wann wird der IQ jetzt zwangsweise auf ein oberes Limit von 70 gesetzt? Der Sozialismus kann eben nicht alle reich machen. Sein oberstes Ziel der Gleichheit aller Bürger kann er nur durch kollektive Verarmung erreichen. Wir sind auf gutem Wege.
    Oft hörte ich vom Raubtierkapitalismus (jetzt bitte ängstlich stöhnen!). Dabei geht der Raubtiersozialismus um wie ein brüllender Löwe.

  5. myosotis says:

    In Sachsen werden Schulleiter abhängig von der Schülerzahl ihrer Schule besoldet.
    Vor einigen Jahren hat die GEW hier auch E 13 für alle Lehrer durchgesetzt, obwohl hierfür laut Entgeldordnung eine wissenschaftliche Tätigkeit notwendig ist. Worin die wissenschaftliche Tätigkeit der Lehrer besteht konnte mir leider noch niemand erklären.
    Die andere Voraussetzung wissenschaftliche Hochschulbildung erfüllen sie formal.

  6. Alex Hauser says:

    Schrecklich die armen Kinder. Man stelle sich den typischen von der Mutter alleinerzognen Jungen vor. Von allen Seiten nur mehr die weibliche Fantasiewelten, welche einem bei Kritik verboten das reale Leben runieren.
    Da kommt eine Menge höchst frustrierter und homosexueller junger Männer auf die Gesellschaft zu …

  7. Kai says:

    Erinnert mich sehr an den Artikel über weibliche Ärzte auf diesem Blog, wonach Frauen weniger Risiko und mehr Routine in ihre beruflichen Tätigkeiten einbringen.

    Mir scheint das diese Gesellschaft auf ne mehr oder weniger große Katastrophe zusteuert und alle diese Themen die “Toleranz” einfordern wie Gleichberechtigung, Islam, Geschlechterirrsinn, Willkommensverbesserer das genaue Gegenteil erreicht wird. Ich bin von Tag zu Tag immer weniger überrascht oder emphatisch zugeneigt wenn ich Nachrichten lese, im Gegenteil, Schadenfreude macht sich breit.

    Ich bin fest davon überzeugt das die Deutschen keinen Aufstand veranstalten werden und die Energie und Ressourcen aufwenden werden 1000, 10000, oder gar 100000 Menschen gegen ihren Willen in Fahrzeuge sperren werden und ausser Landes schaffen werden, sondern schlicht und einfach auswandern/neue Städte gründen werden, in denen sich arbeitende Menschen weigern ihren Wohlstand zu teilen.

  8. FDominiucs says:

    @Kai Sie schreiben: “sondern schlicht und einfach auswandern/neue Städte gründen werden, in denen sich arbeitende Menschen weigern ihren Wohlstand zu teilen.”

    Das sehe ich glatt als optimistische Lösung an. Ich kann mir durchaus auch vorstellen, daß es in D zu noch mehr Repressalien gegen Eigentümer kommen wird. Es ist eben in den letzten Jahrzehnten auch noch viel gespart und investiert worden. D ist in jedem Maßstab ein wohlhabendes Land, die Vorraussetzungen an das Geld andere Leute zu kommen, daher sehr sehr hoch. Sogar so hoch, daß man inzwischen Geld bezahlen darf damit der Staat mit dem Geld irgendetwas “machen” darf. Nur auf eines ist der Staat noch nicht gekommen die ausstehenden Schulden zurückzubezahlen.

    Es gibt ein sehr gutes wenn auch grausames Buch. Sozialdemokratische Zukunftsbilder, dort geht es um einen schnellen Umstieg auf Sozialismus, aber wenn man sich das ganze langsamer vorstellt dann sind die Ergebnisse von dort übertragbar. Am Anfang profitieren die Betriebe noch von den alten gut angelernten Arbeitern, durch die Gleichmacherei setzt ein Wettbewerb zu Verschlechterung ein. Wenn man den Eintrag hier mit den Kommentaren liest, ist es wohl gerade die beginnende oder schon “weiter fortgeschrittene” Verschlechterung, die sich natürlich früher oder später auswirken wird.

    Wenn man aber die Probleme der Firmen beschaut, taucht dort immer wieder auch auf, man findet keine passenden Leute. Das könnte darauf hinweisen, wir sind womöglich schon schlechter dran als es im Augenblick den Anschein hat….

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