Die nächste Lüge fällt: Weder Hass- noch Rassismuswelle nach dem Brexit

Die deutschen Qualitäts- oder waren es doch eher Lügenmedien in Hochform:

Die Welt: Aggression nach dem BREXIT. Rassismus-Welle in Großbritannien

Handelsblatt: Rassismus-Welle in Großbritannien: Der Hass nach dem BREXIT

Focus: Nach dem BREXIT: Rassismus-Welle überspült Großbritannien

Neues Deutschland: Mit dem BREXIT kommt der Rassismus

Deutsche Welle: Der Hass nach dem BREXIT

Ze.tt Nach dem Referendum nehmen rassistische Vorfälle in Großbritannien zu.

Die Meldung, die in die Köpfe der Leser gehämmert werden soll, ist deutlich: Der BREXIT geht auf eine nationalistische, chauvinistische und rassistische Kampagne zurück, die von entsprechenden Nationalisten und Rassisten losgetreten wurde und jetzt machen Briten Jagd auf Polen, wie die Morgenpost titel. Die Saat der Hetze, so frohlockt die hetzende Zeitung, sie geht in Großbritannien auf, denn der BREXIT, er ist das Ergebnis von Hetze.

Dabei folgen alle Berichte dem selben Muster. Ein Einzelfall wird berichtet und auf Großbritannien übertragen. Die Inderin am Postschalter (es gibt im UK kaum mehr „Postschalter“) sie ist ein beliebtes Opfer deutscher Medien, sie steht stellvertretend für den Hass im Land, in dem Jagd auf Polen gemacht wird, wie die Morgenpost behauptet. Außer ein paar Anekdoten haben alle Berichte jedoch überhaupt nichts zu bieten. Da wird in einem Supermarkt angeblich jemand angeschrien und ein elfjähriger Junge hat Angst. Die Beleg dafür, dass ganz Großbritannien in einem Meer von Hass und Rassismus versinkt, sie sind mehr als dürftig.

Und einmal mehr und wie so oft, wenn die Medien Kampagnen starten, um die Verderbtheit derer, gegen die sich ihre Kampagnen richten, zu zeigen, stellen sich die Kampagnen bei genauerem Hinsehen, als Lügenkampagnen heraus. Spätestens seit das National Police Chefs‘ Council die folgende Pressemeldung veröffentlich hat, ist die Kampagne als Lügenkampagne entlarvt:

The vast majority of people are continuing to go about their lives in safety and security and there have been no major spikes in tensions reported but we are monitoring an increase in reports to our online reporting website.

Die Realität des Vereinigten Königreiches, sie weicht erheblich von dem ab, was deutsche Medien behaupten: Keine Hass- und Rassismuswelle, keine Hetzjagden auf Polen, lediglich eine Zunahme der Meldungen über eine Online-Seite. Ob die Meldungen auch tatsächliche Kriminalität darstellen, das weiß derzeit niemand. Was man weiß ist, dass die Zunahme von Meldungen über Online-Seiten nach nationalen Ereignissen normal ist:

“However, we are seeing an increase in reports of hate crime incidents to True Vision, the police online hate crime reporting site. This is similar to the trends following other major national or international events. In previous instances, crime levels returned to normal relatively quickly but we are monitoring the situation closely.

Und schließlich:

“There has been an of 57% increase in reporting to True Vision since Friday compared to this time last month (85 reports between Thursday 23 –Sunday 26 June compared with 54 reports the corresponding 4 days four weeks ago.) … This should not be read as a national increase in hate crime of 57% but an increase in reporting through one mechanism.”

Es gibt demnach keinerlei Anhaltspunkte, die es erlauben würden, von einer Welle des Hasses oder des Rassismus zu schreiben (und 85 Anzeigen über eine Webseite stellen kaum eine rassistische Welle dar). Entsprechende Berichte in den deutschen Medien basieren auf reiner Erfindung und der Phantasie derer, die sie zu verantworten haben, und entsprechend muss man fragen, welche kranken Gehirne Spaß daran haben können, sich Hass- und Rassismuswellen vorzustellen, die über ein Land „schwappen“, dessen Bürger es gewagt haben, die nationale Freiheit der europäischen Zwangsunion vorzuziehen.


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17 Responses to Die nächste Lüge fällt: Weder Hass- noch Rassismuswelle nach dem Brexit

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  3. Lernender says:

    Natürlich glaube ich nicht an eine Rassismuswelle, die Rassismuswelle gibt es übrigens auch nicht in Deutschland.

    “Hass und Rassismus” ..oder Xenophobie, Homophobie ..welche Phobien auch immer, waren halt die Klingel, die den pawloschen Hund zum Speichelfluss konditioniert haben, der dann brav Sitz gemacht hat.

    Aber wenn die Klingel aufgrund einer normalen Meinungsabweichung ständig wie eine Feuerglocke ausschlägt – ich sags mal so – wenn man gerade nicht Gender mäßig unterwegs ist, ist man sich über die Gesetze des Reiz/Reaktionsschema im klaren..kurz, es interessiert keine Sau mehr welche Phobien einem angedichtet werden..

  4. v-steinhoff@t-online.de says:

    hallo ihr link im artikel ist nicht abgreifbar. National Police Chiefs‘ Council die folgende Pressemeldung veröffentlich ERROR 404 liebe grüße

  5. Ich habe eine Frage.

    Es wird behaubtet, daß die Brexit Leute mit falschen Versprechungen spielten. Konkret, sie wollten die EU Beiträge in die Gesundheitsvorsoge stecken und hätten dieses Versprechen nun gebrochen.

    Ist an dieser Behauptung was dran?

    • Diese Behauptung het auf die vote leave Seite und den Campaign-Bus von Nigel Farage zurück, beide mit der folgenden Aussage geschmückt:

      Ein Versprechen ist das sicher nicht. Aber in jedem Fall ist der erweckte Eindruck, man wolle 350 Millionen Pfund in den NHs stecken, sicher ein falscher, was Farage zwischenzeitlich auch eingeräumt hat.

  6. Die britische Presse ist bei solchen Sachen eigentlich immer schnell bei der Sache, also dem berichten. In den Online Medien (abzgl. Guardian und BBC, da klick ich nicht hin) bringen nichts, gar nichts. Dann kann man auch davon ausgehen: Da ist nichts.

    Allgemein ist die Diskrepanz zwischen dt. und engl. Medien eklatant. Unsere Presse ist bei großen Meldungen geschlagene zwei Tage hinterher – vermutlich um den passenden Narrativ zu finden – und wenn keiner gefunden werden kann wirds untern Teppich gekehrt.

    Wirklich furchtbar. Vor der Finanz- und Währungskrise hatten wir vielleicht 60% der Qualität und Geschwindigkeit, danach warens noch 30% und seitdem wir von Merkels Migranten überrannt werden liegt die Qualität bei 0%.

    Was in den britischen Medien gerade wichtig ist und – da verwette ich meinen Allerwärtesten – garantiert nicht bis zu uns kommen wird ist die Planung für den EU Superstaat und die vehemente Abwehrreaktion va. der Polen dagegen:

    http://inselpresse.blogspot.com/2016/06/daily-mail-ist-grobritannien-einem.html

    Von den Plänen werden wir dann vermutlich am Tag danach erfahren. Entweder am Tag nachdem sie es umgesetzt haben, oder am Tag nachdem sie in Polen einmarschiert sind (oder in Russland..), um sie mit in diesen Moloch reinzuzwingen..

  7. rote_pille says:

    Hier ist meine Philosophie dazu:



    • corvusalbusberlin says:

      Hat mir gefallen, der Song. Man sollte ihn auch ganz bewusst bis zu Ende hören.

    • fdominicus says:

      Sehr gute Wahl, das Alles gilt verstärkt seit nunmehr ungefähr 2008. Vorher war, was nacher kam in diese kurzen Zeit kaum vorzerhusehen. Auch wenn es nie an Warnern gefehlt hat. Diese wurden und werden aber systematisch tot geschwiegen. Wird auch seine Gründe haben.

  8. Pingback: Die deutsche Lügenpresse wieder einmal beim Lügen erwischt: Brexit und angebliche Rassismuswelle frei erfundener Quatsch – Polizei bestätigt | LW-Freiheit

  9. Grossvater says:

    Die Politik braucht ein Feindbild und dazu bedient sich sich der hörigen Presse und ihrer eigens gesteuerten Medien, denn das Volk muss beeinflusst werden nur so erreichen sie ihr Ziel und das ist die EU-Diktatur.

  10. St. Elmo says:

    Findet den Logikfehler der EU-Befürworter:

    Die Briten wollen aus der EU austreten = böser rückwätsgewandten Nationalismus (der Engländer und Waliser)
    Die Schotten wollen das UK verlassen = guter vorwärtsgewandter Nationalismus

    Was bitte unterscheidet eigentlich eine SNP von einer UKIP, FN, FPÖ oder AFD

    • ein stein says:

      „Was bitte unterscheidet eigentlich eine SNP von einer UKIP…“

      Die Logik: UKIP will aus der EU, damit die Briten endlich frei und unabhängig ihre eigenen Gesetze beschließen und ihr Schicksal selbst bestimmen können. Die SNP will endlich Freiheit und Unabhängigkeit, damit die Schotten weiterhin EU-Gesetze übernehmen müssen und ihr Schicksal in Brüssel bestimmt wird.

  11. Pingback: Meldungen vom 30. Juni 2016 - Opposition 24

  12. Eber says:

    Für mich das Interessanteste ist, dass *sechs* einigermaßen namhafte Print-Medien letztlich den selben Tenor verbreiten – wahrscheinlich wären es noch viel mehr, wenn man sich die Zeit zum Suchen nähme.

    Was für ein Zufall das aber auch!

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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