Begeht Greenpeace Verbrechen gegen die Menschlichkeit?

Selbst die deutsche Presse berichtet, wenngleich verhalten und nicht komplett, über einen Offenen Brief, den – nach letzter Zählung: 110 Nobelpreisträger u.a. für Chemie, Medizin, Physik veröffentlicht haben [es gibt derzeit ca. 296 lebende Nobelpreisträger], 110 Nobelpreisträger denen es reicht. Die 110 Nobelpreisträger, die von weiteren 2.212 Wissenschaftlern unterstützt werden, haben nämlich die Nase davon voll, dass wissenschaftliche Erkenntnisse, die eingesetzt werden könnten, um z.B. jährlich den Tod von ein bis zwei Millionen Menschen zu verhindern, nicht genutzt werden können, weil sie durch Kampagnen von Greenpeace blockiert werden.

Golden_RiceBetroffen sind in erster Linie Arme in Afrika und Südostasien, unter denen Vitamin-A-Mangel besonders verbreitet ist, wie es im Offenen Brief der Nobelpreisträger heißt. Durch Vitamin-A-Mangel (VAD) verursachte Tode könnten durch die Zulassung von Golden Rice verhindert werden [Golden Rice ist genetisch modifiziert und um Beta-Karotin ergänzt. Aus Beta-Karotin bildet der Körper Vitamin A], so die Nobelpreisträger. Allerdings verhindert Greenpeace durch öffentliche Kampagnen, die sich nicht nur gegen Golden Rice im Speziellen, sondern gegen gentechnisch veränderte Nahrungsmittel insgesamt richten, dessen/deren Markt-Einführung.

Diese Kampagnen entbehren jeglicher empirischer Grundlage. Es gibt keine wissenschaftliche Studie, die gezeigt hätte, dass gentechnisch veränderte Nahrungsmittel mit mehr Gesundheitsrisiken belastet wären als andere Nahrungsmittel. Es gibt vielmehr eine Reihe von Studien, die belegen, dass gentechnisch veränderte Nahrungsmittel sich positiv auf die Gesundheit der Konsumenten auswirken. Es gibt nicht einen Fall, der zeigt, dass der Verzehr gentechnisch veränderter Nahrungsmittel sich negativ auf die Gesundheit dessen ausgewirkt hat, der die Nahrungsmittel verzehrt hat. 110 Nobelpreisträger und 2.212 Wissenschaftler bürgen dafür.

Aus wissenschaftlicher Sicht wird man also feststellen müssen, dass die empirischen Belege für den gesundheitlichen Nutzen und die positive Wirkung gentechnisch veränderter Nahrungsmittel sprechen. Die vielen Vorteile, die von einer Resistenz gegen Schädlinge, gegen Trockenheit oder zu viel Feuchtigkeit ausgehen, die bei gentechnisch veränderten Pflanzen im Gegensatz zu nicht gentechnisch veränderten Pflanzen vorhanden sind, sind bei dieser Aussage nicht einmal berücksichtigt. Die Situation scheint klar:

Wissenschaftliche Studien zeigen: gentechnisch veränderte Nahrungsmittel wirken sich positiv auf die Ernährung von Menschen und deren Gesundheit aus;

110 Nobelpreisträger und weitere 2.212 Wissenschaftler, die vom Fach sind und wissen wovon sie sprechen, sehen in gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln nicht nur die Mittel zur Reduzierung von Fehl- und Unterernährung, sondern auch die Mittel, die notwendig sind, um Tot aufgrund von Mangelernährung zu verhindern.

Aber sie stehen Greenpeace gegenüber. Einem multinationalen Gesinnungs-Konzern mit einem Umsatz von mehreren Hundert Millionen Euro, der die Interessen der biologischen Anbauer vertritt.

zombieboooGreenpeace setzt gegen all die wissenschaftlichen Belege, die die Unschädlichkeit von gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln zeigen, Emotion, Dogma und eine Kampagne der Angst. Robert Roberts, Gewinner des Nobelpreises in Medizin im Jahre 1993, findet entsprechend deutliche Worte: Greenpeace ziele darauf ab, Menschen zu verängstigen, weil es der Weg sei, auf dem die Organisation am meisten Spenden eintreiben könne. Was Greenpeace tue, schädige konkrete Menschen und sei anti-wissenschaftlich. Randy Schekman, Nobelpreisträger für Biologie, geht die Bigotterie von Greenpeace auf die Nerven, denn Greenpeace nutze wissenschaftliche Belege immer gerne, wenn es der Organisation in den Kram passe, ignoriere wissenschaftliche Belege aber stets, wenn es der Organisation nicht in den Kram passe.

Bei allen Erwägungen im Hinblick auf die beste Kampagnenstrategie, also die beste Strategie, Spenden einzuwerben oder verdeckte Interessen z.B. der Anbauer angeblich biologisch produzierter Waren zu vertreten, scheint man bei Greenpeace bereit zu sein, auch über Leichen zu gehen, bis zu 2 Millionen Menschen, wie die Nobelpreisträger in ihrem Offenen Brief und mit dem Verweis auf durch Golden Rice verhinderbare Todesopfer infolge von Vitamin-A-Mangel zeigen. Entsprechend verwundert es nicht, dass die Nobelpreisträger am Ende ihres Briefes deutliche Worte in Richtung Greenpeace finden, so wenig wie es verwundert, dass diese deutlichen Worte in der Berichterstattung der deutschen Mainstream-Medien fehlen:

WE CALL UPON GOVERNMENTS OF THE WORLD to reject Greenpeace’s campaign against Golden Rice specifically, and crops and foods improved through biotechnology in general; and to do everything in their power to oppose Greenpeace’s actions and accelerate the access of farmers to all the tools of modern biology, especially seeds improved through biotechnology. Opposition based on emotion and dogma contradicted by data must be stopped.

How many poor people in the world must die before we consider this a “crime against humanity”?

GMO biotechDie Aussage ist an Deutlichkeit nicht zu übertreffen: Durch die Kampagne gegen Golden Rice im Besonderen und gentechnisch veränderte Nahrungsmittel im Allgemeinen, macht sich Greenpeace eines Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig – Schauplatz: Südostasien und Afrika. Weit genug weg für die europäischen und nordamerikanischen Spender, die mit ihrer Greenpeace-Spende ihre eigenen Interessen, die auf anderen Felder als bei gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln liegen, durchsetzen wollen. Mit Erfolg bislang.

Greenpeace hat zwischenzeitlich darauf hingewiesen, dass man die Menschen, die an Vitamin-A-Mangel sterben, nur mit „real food based on ecological agriculture“ versorgen müsse, ihnen eine “abwechslungsreiche Ernährung” ermöglichen müsse, um sie am Sterben zu hindern. Die Produzenten ökologischer Nahrungsmittel wird es freuen, die Afrikaner und Südostasiaten, die von derartig weltfremden und zynischen Erklärungen nichts haben, werden weiter sterben.


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