Eine Leiche zum Dessert

Zur Erhaltung der geistigen Klarheit in diesem Jammertal der politischen Korrektheit ist es elementar wichtig, sich an die gute alte Zeit zu erinnern, die Zeit vor der Sprachverhunzung mit *I_nen, die Zeit, als man noch Neger sagen durfte und der Ernst sich auch angesprochen gefühlt hat. Die alte Zeit, sie war eine Hochzeit der Fröhlichkeit und des leichten, freien und erfüllten Lebens.

Kinder lasen die kleine Hexe und fanden nichts dabei. Schwule haben ganze Knabenchöre in Edesheim in der tiefsten Pfalz dirigiert und niemand hat etwas dabei gefunden, man musste keine Rücksicht auf irgendwelche Spinner nehmen, die Anstoß an Sexismus, Rassismus, Ableismus, Antifeminismus oder Sonstismus nehmen könnten.

Kein Paradies auf Erden, aber eine freie Gesellschaft, in der man schlicht „fun“ haben konnte, und wenn die Anette von der Stasi mitgehört hat, dann war’s auch recht, denn: Der Lauscher an der Wand, der hört nur seine eigene Schand (vielleicht ist es das, was die Lauscher und Bespitzler so aggressiv macht).

Wir sind gestern eingetaucht, in diese Welt aus Normalität und Freizügigkeit, diese maaslose Welt der freien Meinung, in der man sich einfach nur wohlfühlen kann.

Eine Leiche zum Dessert (Death by Murder) hat dies ermöglicht.

Eine Leiche zum Dessert

Leiche zum Desert German.jpg

Murder by Death

Murder by death

Eine klassische Filmkomödie, wie sie heute nicht mehr gedreht werden dürfte. Warum? Wegen all der Ismen, an denen man sich erfreuen kann, vom rassistischen Sam Diamond, der den sexistischen Sidney Wang am Geruch erkennt, bis zum High-Class Snob, der leider pleite ist. Kaum eine politische Unkorrektheit ist ausgelassen, so dass man jedem nur empfehlen kann, den Film zu kaufen, so lange es noch möglich ist.

Ob man sich damit der Gefahr aussetzt, in einer der nächsten Razzien, die Heiko Maas durchführen lässt, weil er nicht weiß, wie er sich die Zeit sonst vertreiben soll, Hausbesuch zu bekommen, wissen wir nicht, aber selbst wenn: Der Film ist es wert!

Wer des Englischen mächtig ist, soll die Originalversuch ansehen, wegen der vielen Wortspiele, die man nicht übersetzen kann.

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9 Responses to Eine Leiche zum Dessert

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  2. Sebastian says:

    Die Zukunft in dem Film Demolition Man war ein Witz dagegen was heute abgeht.

    Bald steht überall ein Automat der wegen “Hate-Speech” Strafzettel verteilt und im bargeldlosen System direkt vom Konto abgebucht wird.

    “Sie bekommen eine Geldstrafe vom einem Credit wegen eines Verstoßes gegen das verbale Moralitätsstatut…:)

    Früher hat man sich drüber lustig gemacht.

    Ich finde diesen Bolschewismus mittlerweile nicht mehr lustig.

    • Roland says:

      verrückt. Daran musste ich auch gerade denken. Der Film mag zwar ein plumper Actionfilm sein, aber seine Zukunftsvision hat doch erstaunliche Ähnlichkeiten zu heutigen Ereignissen. Vielleicht ist “San Angeles” die wohl wahrscheinlichste Dystopie auf die Deutschland mithilfe von Adjutant Heiko zusteuern wird.

  3. Livia says:

    Genauso sollte man aber auch die Sprachverhuntzung durch Anglizismen angehen. Soetwas ist politisch von den angloamerikanischen “Eliten” in ihrer Großmannssucht die ganze Welt beherrschen zu wollen, bewußt gesteuert und schon im späten 19.Jh. theoretisch entwickelt worden: Wenn man seine Kultur einem anderen Land aufdrücken will, muß man maßgeblich seine Sprache diesem Volk aufzwingen – anstatt seiner eigenen; denn die Sprache eines Volkes ist der maßgebliche Träger seiner Kultur! ( Ein Cecil Rhodes dachte da natürlich zunächst einmal an afrikanische Völker und die – verhaßten – Buren in Südafrika.)
    Beispiele in der Historie sind vielfältig: Immer wenn ein Volk, eine Kultur “verschwunden” ist – ich erinnere hier an die Etrusker: Sobald in Etrurien Latein gesprochen wurde, die etruskische Sprache verschwunden war, war auch die etruskische Kultur weg!
    Nach der Reichsgründung von 1871 ging auch der Kaiser gegen die vielen französischen Fremdworte vor – damals, weil Französisch – noch aus dem 18.Jh. herrührend – als Sprache des Adels und damit als “etwas Besseres”, besonders vornehm, galt, kamen sich die Leute auch so vor, wenn sie französische Ausdrücke benutzten.
    Auch heute kommen sich Leute als besonders “modern” vor, wenn sie sich der Anglizismen bedienen! Ganz bedrohlich wird es, wenn z.B. ein Öttinger Englisch – was er selber unzureichend beherrscht – als zukünftige Verkehrssprache in Deutschland sehen will!
    Wenn sich die Leute über den politisch korrekten orwellschen Neusprech aufregen und bei der Anglisierung der deutschen Sprache lustig weiter mitmachen, ist das vielleicht für die amerikanischen Umerzieher die halbe Miete und durchaus gewollt!
    (Der Amerikaner exportiert erst seinen Lebensstil, dann seine Ware – sonst würde die nämlich niemand kaufen!)

    …. auch auf dieser Seite könnte man englische Texte eigendlich auch ins Deutsche übersetzen, damit sie jeder lesen kann, der eine deutsche Seite aufruft. Lange Zeit war als internationale Sprache Latein üblich – mit der Sprache einer vergangenen Kultur lassen sich oben genannte Absichten nämlich nicht anstellen! …. und das kleine Island zeigt der Welt, daß man auch Computerfachausdrücke in die eigene Sprache übersetzen kann!

    • Roland says:

      Na dann! Auf auf! Entledigen Sie sich aller Fremdworte. Aber bitte konsequent sein. Nicht nur die neuen, sondern auch alle alten Lehnworte müssen raus aus dem Sprachinventar. Solche Schandfleckworte wie “Kultur, Kaiser, modern, korrekt, exportieren, politisch und Computer” und all die anderen will hier auf einer deutschen Seite, die von Walisern betrieben wird, niemand lesen! Es darf nur noch gesprochen werden, was auch nachweisbar urgermanisch belegt ist. Viel Spaß!

      • Livia says:

        Wie ich oben schon erwähnte, habe ich nichts gegen Latein! – Latein will keine Welt (mehr) erobern.
        Die “alten” Lehnworte werden übrigens auch deutsch ausgesprochen und geschrieben!
        Althochdeutsch – ich denke, das meinen Sie mit Urgermanisch – ist übrigens eine völlig andere Sprache, aus der eine Reihe von Dialekten und Sprachen hervorgegangen ist, ihr Ansinnen ist also Quatsch. Es braucht aber auch nicht eine Einheitssprache und folglich eine Einheitskultur auf dem Planeten! (Die Leute, die das vorantreiben sehen nicht die Vielfalt sondern nur, daß weltweit mehr mögliche Kunden sitzen als landesweit, also Gewinn.)

        • Roland says:

          Setzen Sie sich mit Sprachgeschichte und mit Morphologie auseinander. Das Deutsche ist eine lebendige Sprache. Alle Lehnworte die anfänglich aus der Quellsprache entnommen wurden, wurden auch entsprechend so geschrieben und gesprochen. Seien es alte lateinische und altgriechische Worte und später französische, slavische, italienische und jiddische Wortstämme. Das ändert sich aber über die Zeit hinweg und eine Eindeutschung findet statt. Dieser Prozess dauert Jahrzehnte, manchmal sogar Jahrhunderte.

          Ja englische Einflüsse sind derzeit dominant. Das wundert auch nicht. Die meisten technischen Neuerungen und ihre Benennung stammen aus dem anglophonen Sprachraum. Sie müssen da aber keine systematisch gesteuerte Verschwörung vermuten, wenn es sich schlicht um Assimilationsprozesse handelt, die seit tausenden von Jahren in allen Sprachen der Welt auftauchen.

          Es hat den Anschein Sie verstünden unter einer Sprache lediglich deren lexikalisches Inventar. Aber genau diese Betrachtung wäre ein Fehler. Die Einzigartigkeit einer Sprache zeigt sich viel mehr in ihren eigentümlichen Wortbildungsmustern und ihrer eigentümlichen Aussprache.

          Insofern wir für einen Augenblick das Gerede von vermeintlichen Marketing-Spezialisten außer acht lassen, dann sehen sie dass englische Lehnworte heute recht schnell assimiliert werden.

          Um Ihnen ein Beispiel zu geben. Der th-Laut des englischen, gibt es im deutschen nicht. Alle Lehnworte die diesen Laut enthalten und die in das lexikalische Inventar des Deutschen aufgenommen worden sind, werden entweder als ein s, d oder t ausgesprochen, obwohl sie noch wie im original geschrieben werden. (Die Rechtschreibkonventionen, die im deutschen eigentlich der Aussprache annähert hinkt der eigentlichen Aussprache stets hinterher. Im englischen und im französischen gibt es diese Angleichungs-Bemühung nicht einmal)

          Ein weiteres Beispiel: Jedes englische Verb wird in der Verwendung dem Verbbildungsmuster des Deutschen eingeordnet. “Ich habe gegoogelt”. Das partizip fängt mit ge- an und lautet stets mit -t aus. Sie können sogar erkennen wie das ursprüngliche Wort “google” verramscht wird und das stumm auslautende -e samt dem l verschwunden ist und gegen ein -el- als eine Art Brückenlaut ausgetauscht wurde um auch ja die Aussprache auf ein auslautendes -t zu ermöglichen.

          Misshandlungen zum Zwecke der Ausspracheerleichterung sind auch ein alter Hut und findet sich in allen Sprachen. Interesant sind hierbei Doppelentlehnungen wie die deutschen Worte Salon und Balkon, die aus dem französischen stammen, die es wiederum aus dem deutschen (Saal und Balken) entnahmen.
          Anhand solcher Misshandlung von Lehnworten sehen Sie wie lebendig das Deutsche ist.

          • Heike Diefenbach says:

            Im Namen der sciencefiles-Redaktion:

            Wir haben kein Problem damit, unsere Texte auch auf Latein zu übersetzen; wenn Livia oder jemand anders sich dazu bereit erklärt, dies unentgeltlich zu tun, stellen wir die lateinischen Versionen unserer Texte gerne neben unsere derzeitigen babylonischen Versionen, die die babylonischen Verhältnisse in der Redaktion widerspiegeln,

            Zu klären wäre dann nur noch, wie wir mit Neologismen wie z.B. dem von Roland genannten “googeln” umgehen wollen – im Lateinischen gibt es m.W. keine Entsprechung dafür. Having said that – ich habe zugegebenermaßen auch nur das kleine Latinum …

      • Genau! Von einem Exkrement ins andere!

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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