Funktionare Weltverschwörung: Wie moderne Gesellschaften entstanden sind

Weihnachten ist nicht nur die Zeit, zu der man sich dick und rund isst oder Geschenke auspackt oder länger schläft, es ist auch die Zeit, in der manche in die Kirche gehen, um dort einen wesentlichen Teil des Schöpfungsmythos‘ der christlichen Religion zu erneuern.

Die meisten Gesellschaften und gesellschaftlichen Institutionen basieren auf Schöpfungsmythen, Geschichten darüber, wo die eigene Gesellschaft, das eigene Volk, der eigene Stamm, die eigene Institution herkommen, und welcher Zweck mit ihnen verbunden ist.

Nur moderne Gesellschaften haben keinen Schöpfungsmythos. Das an sich ist schon suspekt. Und nach der Lektüre des Schöpfungsmythos‘ moderner Gesellschaften, den wir erarbeitet haben, wissen Sie auch, warum das suspekt ist.

Hier also der Schöpfungsmythos moderner Gesellschaften.

urknall-mit-gottDer Mythos beginnt mit der Gründung der Funktionaristischen Internationalen, einem Zusammenschluss von Gegnern manueller Arbeit, Freunden des Müßiggangs und Anhänger der funktionaristischen Philantropie. Ziel der Funktionaristischen Internationalen ist es, der wachsenden Anhängerschaft der eigenen Bewegung ein Auskommen zu verschaffen, das es ermöglicht, im Einklang mit den drei Grundsätzen der Bewegung: (1) Ablehnung manueller Arbeit, (2) Müßiggang und (3) funktionaristische Philantropie ein gutes, ein sehr gutes Leben zu führen.

Zu diesem Zweck wurde auf dem Zweiten Weltkongress der Funktionaristischen Internationalen eine Strategie entwickelt, die so erfolgreich war, dass sie zur Gründung moderner Gesellschaften und zur Aufblähung des tertiären Sektors in ungeahntem Ausmaß geführt hat.

Wir zitieren aus dem internen Strategiepapier:

Im Einklang mit den Zielen der Funktionaristischen Internationalen (FI) und unter Wahrung der Rechte der hier versammelten Großfunktionare, der FI, die eine Einhaltung der drei Grundsätze der Bewegung auch während des Konvents der FI während des Zweiten Weltkongresses vorsieht, hat der Konvent die folgende Strategie zur Förderung der Interessen der FI und aller von ihr Vertretenen, die sich zu den drei Grundsätzen der FI bekennen (AMF: Ablehnung manueller Arbeit, Müsiggang und funktionaristische Philantropie), verabschiedet:

Es soll in allen Mitgliedsnationen der FI die Gründung von Parteien betrieben werden. Ziel der Gründung von Parteien ist es, Mitglieder und Anhänger der FI (im Folgenden: Funktionäre) in Positionen zu bringen, die es ihnen erlauben, ohne manuelle Arbeit unter Einhaltung der Prinzipien des Müßiggangs von der Arbeit anderer zu leben, sehr gut zu leben, und die es ermöglichen die Funktionaristische Philantropie durch die Verbreitung von Positionen, die es Funktionären erlauben, unter Einhaltung der drei Grundsätze der FI (AMF) zu leben, zu fördern.

Erste Phase.

Es werden die folgenden Parteien gegründet.

(1) Eine Arbeiterpartei oder mehrere Arbeiterparteien;
Reichtum fuer Gisy.JPGStrategie: Arbeitern wird die Vertretung ihrer Interessen versprochen. Die Vertretung der Interessen wird damit begründet, dass Arbeiter arbeiten müssen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, während Funktionäre in der Zeit in der Arbeiter arbeiten, deren Interessen vertreten können. Die dazu notwendige Abgabe, um Funktionäre die Interessen von Arbeitern vertreten zu lassen, wird zunächst aus den Beiträgen der Parteimitglieder finanziert. Langfristig ist eine von Parteimitgliedern unabhängige Finanzierung der Funktionäre anzustreben, die sich aus Steuern, Abgaben oder Zwangsbeiträgen speist.

Umsetzung: Betonung des Unterschieds zwischen Reich und Arm; Qualifizierung des Unterschieds als ungerecht; Versprechen, den Unterschied durch Umverteilung zu beseitigen.

Geschätzte Anzahl von Funktionären, die auf diese Weise ein gutes Auskommen erhalten: 5 Millionen europaweit.

(2) Eine konfessionelle Partei oder konfessionelle Parteien;
Katholiken sind regelmäßig wirtschaftlich erfolgloser als Protestanten. Der Nationalökonom Max Weber hat dies in seiner protestantischen Ethik beschrieben. Entsprechend sind Katholiken durch eine Strategie erreichbar, die Ihnen gleichen Reichtum und einen Platz im Himmel verspricht.

Umsetzung: Der Platz im Himmel wird durch eine Verbindung mit einer als christlich bezeichneten Sozialethik in Aussicht gestellt. Die Einkommensunterschiede zwischen Katholiken und Protestanten, die als ungerecht bezeichnet werden, werden in der öffentlichen Sprachregelung durch Umverteilung beseitigt.

Geschätzte Anzahl von Funktionären, die auf diese Weise ein gutes Auskommen erhalten: 3 Millionen europaweit.

Phase 1 endet mit der dauerhaften Machtergreifung einer Arbeiter- oder einer konfessionellen Partei oder beider im Tandem. Sobald die Parteien Regierungsgewalt inne haben, sind entsprechende Finanzierungsmodelle gesetzlich zu verankern, die das Auskommen von Funktionären gut, sehr gut und von Parteimitgliedern und deren Beiträgen und Interessen unabhängig machen.

Zur Verbreitung des Glaubens an den unüberbrückbaren Graben zwischen den Reichen und den Armen und dessen Ungerechtigkeit, werden Hilfsorganisationen gegründet, katholische Sozialverbände, Gewerkschaften und mehr oder weniger aggressiv auftretende Verbände, die den reinen katholischen Glauben oder den reinen Geist der Armen oder beides propagieren und mit diversen Aktionen die Ungerechtigkeit  von Einkommensunterschieden und die Notwendigkeit von Umverteilung im Gedächtnis der Öffentlichkeit eingraben, darunter: Demonstrationen, Anschläge, Boykotte, Besetzungen usw.

Zweite Phase

Phase 2 dient der Konsolidierung des Erreichten.

protestantische-ethikFunktionäre sind an den Schaltstellen der Gesellschaft, dem Bildungssystem und dem Wirtschaftssystem zu etablieren. Dazu werden entsprechende Ämter, Schulämter und Handelskammern, Fachverbände (Gewerkschaften mögen sich hier als nützlich erweisen) und Kultusministerien geschaffen, die einerseits dazu dienen, die formale tertiäre Bildung auszubauen, um den Nachschub an Funktionären zu sichern, die den drei Grundsätzen der FI (AMF) verpflichtet sind, andererseits die Möglichkeiten zur ideologischen Zielorientierung der Jugend und für Eingriffe in die Wirtschaft zu schaffen.

Geschätzte Anzahl von Funktionären, die auf diese Weise ein gutes Auskommen erhalten: 24 Millionen europaweit.

Aufgrund des Ausbaus der formalen tertiären Bildung ist mit Passungsproblemen zwischen Hochschulen und dem Arbeitsmarkt zu rechnen. Immer mehr Absolventen in Fächern, die im Einklang mit Grundsatz 1 der FI ergriffen werden, laufen Gefahr, sich als Taxifahrer in Städten ein Auskommen verschaffen zu müssen. Um dieser Gefahr zu begegnen wird in der Konsolidierungsphase eine weitere Partei gegründet:

Eine Partei der nicht manuell Arbeitenden, die – weil sie von Dritten unterhalten werden – an immateriellen Gütern interessiert sind, Gütern der Muse und des Müßiggangs, wie Natur, Freizeit, Sexualität. Die entsprechenden Parteien werden als „sozial-ökologische Parteien“ geführt.

Die Anziehungskraft der Parteien beruht auf ihrem Versprechen, den eigenen Mitgliedern ein Auskommen zu verschaffen. Sie unterscheiden sich dadurch von den Parteien aus Phase 1, dass sie keine Interessenvertretung Dritter mehr vorgeben, sondern direkt mit der Vertretung der Interessen der eigenen Mitglieder beschäftigt sind. Als Interessen dienen nach außen schöngeistige Themen wie die Schönheit der Natur (bei gutem Wetter) und die Schönheit der Kunst und des Lebens und des menschlichen Daseins (bei schlechtem Wetter). Intern bestehen die Interessen darin, durch Umverteilung das ungleiche Einkommen zwischen den Mitgliedern der neuen Partei(en), die den drei Grundsätzen der FI (AMF) verpflichtet sind, und den Mitgliedern der Gesellschaft, die ihren Lebensunterhalt durch Arbeit bestreiten, durch Umverteilung von Letzteren zu Ersteren zu Gunsten von Ersteren umzukehren.

Mittel der Umverteilung sind neben der in Phase 1 etablierten Parteienfinanzierung, Steuern, Abgaben und die Kreditaufnahme des Staates, für die der arbeitende Teil des Bevölkerung bürgt.

Phase 2 dient weiterhin dem Ausbau der Infrastruktur der FI-nahen Organisationen, durch die Schaffung von Stiftungen aller Art, die Funktionären aller Provenienz und unabhängig von deren Qualifikation ein gutes Auskommen verschaffen, z.B. durch die Produktion von Material, das in Parteien eingesetzt werden kann, um einen Parteizweck vorzugaukeln oder dadurch, dass die umverteilten Mittel die Stiftungen übergeben wurden, intern umverteilt werden, um weitere Funktionäre zu unterhalten, die wiederum Schriften erstellen, die im Archiv der Stiftung gesammelt werden und bei Bedarf als Arbeitsnachweis dienen können.

Phase 2 dient auch der Schaffung eines Netzwerks von Organisationen, die wir derzeit als Schwammorganisationen bezeichnen wollen, weil sie in erster Linie dazu dienen, einen Teil der einbehaltenen Mittel des arbeitenden Teils der Bevölkerung aufzusaugen. In zweiter Linie dienen die Organisationen dazu, öffentliche Schimären aufzubauen, die genutzt werden können, um weitere Mittel für den Zweck der Schimären, z.B. Kampf gegen Recht, gegen Neoliberalismus, gegen Antisemitismus, gegen Homophobie, gegen Fettleibigkeit, gegen Raucher, Trinker und Drogensüchtige aller Art (Ausnahme: Kokain), gegen alles, was der Förderrung der drei Grundsätze der FI (Ablehnung manueller Arbeit, Freude am Müßiggang und Verbreitung der funktionaristischen Philantropie) zu verbrauchen und weitere Funktionäre ohne Ansehen von Person und Qualifikation in eine gute Verdienstposition zu bringen.

In Phase 2 sollen europaweit rund 100 Millionen Funktionäre in die Lage versetzt werden, gut, sehr gut von der manuellen Arbeit der nicht-Funktionäre zu leben.

Phase 3

Eine wachsende Anzahl von Funktionären, die ein gutes Leben aus dem finanziert, was manuell Arbeitende erwirtschaften, führt zu steigenden Abgaben, Steuern und Solidarbeiträgen, die das Potential in sich tragen, Unfrieden und Unzufriedenheit hervorzubringen. Zur Abwehr dieser Gefahren wird eine Partei gegründet, eine Partei der Unzufriedenen.

Ziel der Partei der Unzufriedenen ist es, diejenigen zu sammeln, denen die Steuern und Abgaben, die sie entrichten müssen, zu viel geworden sind, die mit der wachsenden Anzahl von Funktionären, die in jedem Bereich ihres Lebens präsent sind, nicht einverstanden sind, die, schlimmer noch, die Funktion von Funktionären und am Ende deren Nutzen hinterfragen wollen. Um der Bewegung der Unzufriedenen die Schlagkraft zu nehmen und dafür zu sorgen, dass auch in Zeiten des Widerstands die drei Grundsätze (AMF) der FI durchgesetzt werden können, soll die Partei der Unzufriedenen einerseits die Unzufriedenen sammeln, andererseits aus den Abgaben und Mitgliedsbeiträgen der Parteimitglieder neue Funktionäre finanzieren, die den drei Grundsätzen der FI verpflichtet sind und die damit verbundenen Ziele fördern.

 […]

Soweit unser Schöpfungsmythos moderner Gesellschaften, der mehr eine Entstehungsgeschichte moderner Gesellschaften zu sein scheint.

Frohe Weihnachten!

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26 Responses to Funktionare Weltverschwörung: Wie moderne Gesellschaften entstanden sind

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  2. Gerald Winkler says:

    Sehen wir von der NPD als vom Staat und dessen “Diensten” gehaltenes “Schoßhündchen”, den rechten Rand unwählbar zu halten, ab und ignorieren die gescheiterte Versuche diverser Parteigründungen von Rep bis DVU, scheint Phase Drei ja nun die AFD zu beschreiben. In der Tat scheint die AFD gegründet worden zu sein, “den Unzufriedenen die Schlagkraft zu nehmen” wie SF sehr treffend beschreibt. Zum Ende der Ära des wohl als Parteigründers zu bezeichnenden Bernd Lucke brachte die “Welt” ausgesprochen interessante Informationen, die jedenfalls mich (und wohl nicht nur mich) letztlich dazu bewogen haben, mich von Lucke und den Seinen ab zu wenden. So schrieb die “Welt”: ” … Lucke wollte demnach „in einer Mail an alle Mitglieder am 1. November 2014 faktisch allen den Parteiaustritt nahelegen, die kritisch über Zins- und Zinseszins, das Geldsystem oder eine goldgedeckte Währung, über den Einfluss amerikanischer Banken auf die Politik oder die Souveränität Deutschlands nachdächten“ … „Nur durch gut funktionierende Teamarbeit im Vorstand konnte der Versand dieser Mail verhindert werden.“”. Besonders die Passage über den “Einfluss amerikanischer Banken auf die Politik” in der von Lucke meines Wissens nie bestrittenen Mail hatte mich damals stutzig gemacht. Zudem hatte Hans Olaf Henkel – ehemaliger Manager und wohl immer noch Berater der “Bank of America” die Partei über einen “privaten” Kredit über wohl 640.000 € in eine gewisse finanzielle Abhängigkeit gebracht und so den aufkeimenden Verdacht verstärkt.
    Der legendäre Essener Parteitag der AFD, in dessen Folge Lucke und die meisten Vertreter des damals so geheißenen “Weckruf 2015” die AFD verliessen und kurz darauf die nekrotische “Alfa” gründeten, scheint im Ergebnis der oben beschriebenen Systematik zunächst einen Strich durch die Rechnung gemacht zu haben.

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article135975592/AfD-Eine-Partei-bricht-mit-ihrem-Vorsitzenden.html

    Die von SF beschriebenen zu schaffenden neuen Funktionen und Posten innerhalb dieser “Partei der Unzufriedenen”, besonders aber auch die an zu strebende Mandate lassen Ihre These im Lichte teils sehr unappetitlicher diesbezüglicher Rangeleien in einigen Landesverbänden (Beispielhaft sei hier der in NRW genannt) jedoch dann wieder höchst aktuell erscheinen.

    Zu erwähnen ist zwar, daß innerhalb der AFD gilt, daß ein Mandatsträger einen ordentlichen Beruf und auch Berufserfahrung haben soll, eben von der Politik finanziell unabhängig zu sein. Zudem ist wohl eine Begrenzung der Mandatszeit vorgesehen. Das Problem wurde insofern innerhalb der AFD also schon gesehen.

    Nichtsdestotrotz sollte dieser Artikel zur Pflichtlektüre eines jeden Mitgliedes der AFD gehören.

    Schliesslich gilt es, auch dem Team von Science Files ein besinnliches Weihnachtsfest und ein glückliches neues Jahr zu wünschen – verbunden mit einem großen Dankeschön für Eure hervorragende Arbeit.

    • Paul Traxl says:

      Sehr guter Artikel von “sciencefiles”, und Ihrem Kommentar, Herr Gerald Winkler, stimme ich ebenso zu. Das war für mich nicht nur Pflichtlektüre, sondern ein Lese-Erlebnis. Eine sehr gute Zusammenstellung der Vorgänge in der AfD bietet das Buch von Lichtschlag : “Operation Spaltung”. Der Kampf gegen die “FI” geht weiter, auch innerhalb der AfD . Trotz allem : frohe Weihnachten an alle Leser der sciencefiles!

      • Gerald Winkler says:

        Danke für den Hinweis, nachdem ich nun vom Sciencefilesteam ein solch schlechtes Gewissen eingeredet bekommen habe, werde ich meiner staatsbürgerlichen Pflicht zum “Zehnten” nachkommen und mich bis auf 4,xx € entblössen, die wirklich kompetenten Macher dessen entsprechend meiner bescheidenen Möglichkeiten zu unterstützen. Eine brauchbare Pulle brauchbaren Weines sollte dafür immerhin drin sein. Und viel&oft Weniges ist ja in Gesamtschau vielleicht auch nicht schlecht. Also Prosit auf eine friedliche Weihnacht und ein vermutlich fulminantes 2017!

  3. Sven Schillings says:

    Einfach nur Klasse! Ähnlichkeiten mit der aktuellen Situation in Deutschland sind sicherlich rein zufällig. Meines Erachtens einer der besten Beiträge in diesem Jahr auf ScienceFiles. Gratuliere und Dank für die Freude bei der Lektüre.

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  5. Genial auf den Punkt gebracht!

  6. DonAzor says:

    Hat der Adel die drei Grundsätze der FI nicht schon immer perfekt gelebt, auch ohne Mythos?

  7. Supafly says:

    Herrlich, Sie übertreffen sich! Frohe Festtage.

  8. Eloman says:

    Ich sehe das prosaischer. Jede beliebige Gruppe, die es an die Fleischtöpfe der Macht geschafft hat, tendiert dazu diese Macht auszuweiten und verwandelt sich früher oder später in eine Feudalklasse. Also muss man konsequent diese Macht einschränken und begrenzen, sonst wiederholt sich das Spiel immer wieder aufs Neue.

    • corvusalbusberlin says:

      Und wie sollte das geschehen?

      • Autor says:

        Variante Eins innerhalb der parlamentarischen Demokratie:

        Ersteinmal wäre es nötig, etwa die Zeit auf die Abgeordnete berufen werden können auf Maximal 2, besser eine einzige Legislaturperiode zu bechränken. wenn Abgeordnete über Vorschläge der Parteien abstimmen sollen, so müssen sie selbst parteienunabhängig und vorallem eine veritable Ausbildung vorweisen können, so dass sie selbst sich neben der Politik ein regelmäßiges Einkommen erwirtschaften können. So minimiert man den Einfluss, den Parteien auf Abgeordnete nehmen können, man muss verhindern, dass das Stimmen im Sinne der Parteien Vorteile oder Nachteile bringt. Nur dann wäre die Gewissensfreiheit wirklich gewährleistet. Ist in der Schweiz so, siehe hier: “[…] Being member of parliament is not a full time job in Switzerland, contrary to most other countries today. This means, that members of parliament do have another job and are therefore closer to everyday life of their electorate.”
        http://direct-democracy.geschichte-schweiz.ch/switzerlands-political-systems.html

        Zweite, von mir präferierte Variante: Direkte Demokratie im Sinne der Schweiz auf Bundes, Landes,Kommunen, ja sogar Gemeindebene. Damit wird die Macht von Vertretern faktisch maximal eingeschränkt, da sie nur noch Ausführende des demokratisch (per Abstimmung) ermittelten Willens sind.

      • rote_pille says:

        Gar nicht. Man muss sie zu Ende spielen lassen, und das Spiel intensiver gestalten. Denken Sie an die Religionskriege in Europa. Die Anhänger der verschiedenen Konfessionen haben sich jahrzehntelang gegenseitig abgeschlachtet. Erst als ein großer Teil der Bevölkerung gestorben war, als sie nicht mehr konnten, gab es Freiheit. Genauso dasselbe müssen wir die Anhänger der verschiedenen politischen Anschauungen machen lassen. Jede Politik ist eine Verletzung von fremden Eigentumsrechten und nur bei gegenseitiger Anerkennung von Eigentumsrechten ist friedliche Koexistenz möglich, wie sie auch nur bei gegenseitigem Respekt für die Religionsfreiheit des anderen ist, wenn Religion eine Bedeutung hat. Das Konfliktpotenzial muss ausgeschöpft werden – wir müssen sie dazu bringen, sich gegenseitig zu bekämpfen. Sie werden erst zur Vernunft kommen, wenn sie total am Ende sind und es keine anderen Optionen mehr gibt, als sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu einigen, der Freiheit im libertären Sinn ist.

  9. DonAzor says:

    Bei Diskussionen über Demokratisierung sollten wir das eine nicht vergessen: ohne hinreichende Mündigkeit der Wahlbürger ist wirkliche Demokratie nicht denkbar. Bei der Demokratisierung einer Gesellschaft muß notwendigerweise zuerst der mündige Bürger herangebildet werden. Doch da beißt sich die Katze in den Schwanz. Denn woher kriegen wir die mündigen Eltern und Lehrer? Vor allem in einem System, das unmündige Menschen braucht, die nicht nur gezielt unmündig gehalten werden, sondern die sogar mit Hilfe digitaler Geräte und Netzwerke selber ihre Unmündigkeit betreiben. Also, wie knacken wir die Nuß? Ich meine, wer hier nicht auf der Grundlage einer Lösung aufbaut, dessen Vorschläge zu Demokratisierung hängen quasi in der Luft und lösen sich letzten Endes darin auf.

    • Autor says:

      Ich frage mich, ob das bei Einführung direkter Demokratie, wo Abstimmung und Wirkung direkt zusammenhängen, nicht sowieso passiv passiert. In der Schweiz ist der durchschnittliche Bürger besser informiert, weil er es schlicht sein muss, wenn er die Kontrolle über (einen Teil) sein(es) Schicksal(s) nicht freiwillig aufgeben will.

    • merxdunix says:

      @DonAzor
      Erwarten Sie dann aber nicht noch Dank und Anerkennung, wenn Sie den Leuten ihr Recht auf Dummheit und Ignoranz nehmen wollen. Beides resultiert meist nicht mal so sehr aus Unvermögen, sondern aus Furcht vor Verantwortung und Zuständigkeit. Viele wollen doch gar nicht denken müssen und schließlich ist jeder auch ein Stück weit seines Glückes Knochenbrecher.
      Demokratie ist vor allem Fremdbestimmung und steht im Widerspruch zum freien Willen, wenn sie zu Zwängen führt. Bessere Grundlagen wären wirkliche Unabhängigkeit und Chancengleichheit. Nur was macht man dann mit den Versagern? Zumindest sollte man ihnen anteilig das Wahlrecht aberkennen können, wenn sie selbstverschuldet sozialer Unterstützung bedürfen oder auf Kosten anderer leben.
      Wie sehr sich die Demokratie auch bewährt haben mag, es ist widersinnig, wenn gerade die herrschen, die nicht mal für sich selbst sorgen können oder wollen. Daher tendiere ich eher zur individuellen Wählerstimmengewichtung, die eventuell ans Einkommen oder andere, die Eigen- und Sozialkompetenz des Wählers belegende, Faktoren gekoppelt sein sollte.
      Wenn zwei parasitäre Egomanen mit ihren Wählerstimmen einen klugen und engagierten Fürsorger in Minderheit und Knechtschaft verbannen können, liegt etwas im Argen mit Werteverständnis und Gerechtigkeit. Dann ist das keine Demokratie sondern Bolschewismus.

  10. corvusalbusberlin says:

    @ rote_ Pille”Sie werden erst zur Vernunft kommen, wenn sie total am Ende sind und es keine anderen Optionen mehr …..”

    Na, das sind ja rosige Aussichten. Also auf ein “rosiges Jahr 2017”

  11. merxdunix says:

    Na wem dabei nicht warm ums Herz wird, so viele Gutmenschen. Ihre Geschichte liest sich zwar eher wie der Anfang vom Ende, doch man kommt zu dem Schluss: Wer die Arbeit schon nicht lassen kann, der sollte sie nicht auch noch für andere tun.

  12. Wortwechsel says:

    Das ‚zarte Pflänzchen Demokratie‘ hat gegen das ‚etablierte Böse‘ immer einen schweren Stand und ist auf die Hilfe einer ‚Macht‘ angewiesen, die scheinbar vergessen hat, welche ‚Kraft‘ in ihr steckt: Diese ‚Macht‘ heißt Volk!

    Gabriel, Merkel & Co sind UNSERE zeitlich befristeten Angestellte und haben UNS nicht volksverhetzend als „Pack, das eingesperrt werden muss“, in die ‚rechtsextreme Gosse‘ zu diskriminieren!
    Politik seit Schröder ist ‚exekutiv gelebter Verfassungsbruch‘ und durch Merkel zu einem ‚Regime‘ verkommen! ‚Gesunder Menschenverstand‘, ausgedrückt in der Gewissheit, ‚Meinungsfreiheit‘ zu leben, ist von eben dieser ‚Politdiktatur‘ zum ’staatsfeindlichen Akt‘ hochstilisiert worden, um im ‚Namen des Antifaschismus‘ jedwede Äußerung, jedwedes Bedenken und jedwede Sorge im Volk mit faschistischen Mitteln zu unterdrücken (G. Wisnewski)!
    Wir müssen begreifen, dass WIR der Grundstein unserer Politik sind und dass sich die Politik nicht aus UNSEREN Stimmen einen Thron bauen darf, eine Festung!

    WIR müssen gegen Zensur kämpfen – und das deutsche Internet ist bereits zensiert (seit der „Kölner Silvesternacht“ verstärkt)!
    Wie einst zu „Stasi-Zeiten“ werden wieder Bürger von „SEK’s“ abgeführt, weil sie in „Sozialen Netzwerken“ ihre Meinung schrieben! Die „Meinungsdiktatur“ ist da und nicht umsonst warnt Gertrud Höhler in ihrem Buch „Die Patin“ , dass „Angela Merkel am Zerfall der Demokratie arbeite“!

    WIR und unsere Nachkommen sind nur noch einen Hauch entfernt vom Verlust UNSERES Mutter/Vaterlandes! UMVOLKUNG & MIGRATION ALS WAFFE sind die überspannenden Begriffe der tagesaktuellen ‚Politik‘ in UNSEREM Staat! Gabriel, Merkel, Maas, Göring-Eckhard, die „FDP“, die Grünen wie die „Linkspartei“: ALLE haben dieselbe „Agenda“ zur ‚Vernichtung des Deutschen in Deutschland‘ vorliegen: die von Earnest Albert Hooton 1943 und von Graf Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi bereits 1922 veröffentlichten Pläne für eine „Agenda“, welche nun von György Schwartz alias George Soros ‚aktualisiert‘ und durch den obersten „Flüchtlingskoordinator“ im Kanzleramt, Gerald Knaus, überwacht und schlicht „Die Flüchtlingsagenda der Kanzlerin“ genannt wird!

    Schaut man die vorhandene Gemengelage an, kommt man zu dem Schluss, dass Angela Merkel in Übereinkunft mit Gabriel und dem Bundessicherheitsrat am 04. September 2015 die „Umvolkung“ gemäß „Hooton“ & „Kalergi“ mit der rechtswidrigen Außerkraftsetzung des Grenzregimes der EU in Gang setzte! Seither finanzieren WIR laut „Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)“ in Deutschland 1,53 Millionen „Ausländer mit Bezug zum Asylverfahren“. Hinzu kommen die so genannten „irregulär aufhältigen Ausländer“, deren Zahl zwischen 300.000 und laut „Universität Bremen“ 520.000 liegt und bereits HEUTE weit höher liegen wird! Zusätzlich existieren „Langzeitstatistiken“, die besagen, dass „am 31. Dezember 2015 in Deutschland 9.107.893 Ausländer“ regulär lebten. Zu dieser Zahl kommen dann nochmal etwa 9,2 Millionen Deutsche mit ausländischen Wurzeln. Gerundet halten sich in Deutschland also über alles 20,35 Millionen untergetauchte, illegale, geduldete, legale und mit deutscher Staatsbürgerschaft versehene „Menschen mit direktem oder indirektem Migrationshintergrund“ auf. Bemessen auf die Gesamtbevölkerungszahl von Deutschland mit 80,63 Millionen Einwohnern (Stand 2013) macht dies einen Anteil von 25,24% aus!Zeitgleich wurden durch den Bundesjustizminister Gesetze wider die einheimische Bevölkerung verschärft, soziale Netzwerke entmündigt, Protestbewegungen kriminalisiert oder gar verboten und die Gesamtbevölkerung prophylaktisch mit dem Stigma des Bösen & Fremden hassenden behaftet!

    Mit dem Silvesterabend begann dann die Terrorisierung des Ottonormal sowie der gelebte Kampf gegen das Christentum (Dom-Bombardierung) ganz gezielt und ohne strafrechtliche Konsequenzen. Es gibt nur Angriffe & Terror aber KEINE Täter, sondern 15 „Untersuchungshäftlinge“ und 7 belanglose Urteile derweil die „Bedrohungslage „wirklich sehr ernst“ ist, wie Würzburg, Ansbach und Berlin deutlichst zeigen!

    Doch all den Toten und Schwerverletzen zum Trotz übt sich die ‚Politik‘ mit ihrer ‚gottmenschlichen Kanzlerin‘ an der Spitze in Arroganz und „alternativlos“ impertinenter Gleichgültigkeit gegenüber ihrem Vorgesetzten, dem deutschen Volk, dem sie an Eides statt verpflichtet ist!

    Dies alles ist diktatorisch gesteuert. Nun macht Helmut Schmidts Bemerkung vom „Staatsterrorismus“ einen rückblickend sehr ernüchternden Sinn und will wohl auf das „Unternehmen GLADIO“ ansprechen, welches seit Ende des zweiten Weltkrieges einzig zum Ziel hatte, mittels geheimdienstlich wie staatlich gelenkter und finanzierter Terrorgruppen, welche in der Öffentlichkeit als „linksextremistische- wie rechtsextremistische“ Sündenböcke dienen sollten, die Demokratie in Westeuropa von innen heraus auszuhöhlen! Mit jedem durch „GLADIO“ verübten Anschlag wurden neue Gesetzte geschaffen, die zum Zweck hatten, Freiheit- und Freiheiten immer weiter einzuschränken!

    Und genau dies haben auch das „Abwehrzentrum gegen Desinformation“ sowie die ‚maaslose‘ „Wahrheitskommission“ zur Aufgabe.

    Der Kampf gegen das eigentlich auf „Artikel 5 GG“ basierende Internet geht in die nächste Runde und der Bürger/Staatseigner wird zum „so genannten Bürger“ degradiert und dient faktisch nur noch als ‚geduldet arbeitende Zahlungsmarionette‘, die auf Grund ihrer individuellen Denkfähigkeit den weiteren Planungen zur „Neue-Welt-Ordnung“ im Wege steht!

    Der Bürger, sein Staat und die Freiheit als Grundlage der Demokratie sind obsolet geworden!

    http://www.konjunktion.info/2015/11/staatsterrorismus-von-gladio-bis-zum-pariser-anschlag-des-islamischen-staats/

    Dieser Kommentar ist gemäß „Artikel 5 GG“ geschrieben.

    MfG.

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