#Marx2018: Friedrich-Ebert-Stiftung feiert geistigen Massenmörder

2018 ist Marx-Jahr. Für alle, die es noch nicht wissen: Der Philosoph, der wie kein anderer den Historizismus gepredigt und auf diese Weise die Ideologie zur Geschichte erklärt hat, der sich wie kein anderer darum verdient gemacht hat, Freiheit mit Totalitarismus zu ersetzen (man lese dazu Teil 2 der Offenen Gesellschaft von Karl R. Popper) wäre 2018 200 Jahre alt geworden. Ein Grund dafür dankbar zu sein, dass die Dauer eines menschlichen Lebens die 100er Marke nur selten erreicht.

Für alle Ewiggestrigen, die sich den Kommunismus wünschen, in dem alle gleich arm und von der Natur und ihren Launen abhängig sind, ist 2018 ein Jahr zum Feiern. Die Friedrich-Ebert-Stiftung, der politische Verein der SPD, der vollständig über Steuergelder finanziert wird und als Endlager für politische Altlasten der Partei der Arbeiter, die längst zur Partei der Beamten geworden ist, dient, nimmt das Jahr 2018 zum Anlass, um Karl Marx zu feiern, um das Kommunistische Manifest wieder zu verbreiten und um Karl Marx als geistigen Vater der SPD in Anspruch zu nehmen.

Passender Weise hat ein Stammleser uns heute mit Material versorgt, das perfekt dazu geeignet ist, um die Friedrich-Ebert-Stiftung in ihrer Euphorie und ihrem Missbrauch des alten Karl, der trotz all der Verheerungen, die er angerichtet hat, nicht verdient, vom politischen Verein der <20%-Partei SPD missbraucht und benutzt zu werden, einzudämmen.

Wir zitieren unten aus der Kritik von Karl Marx am Gothaer Programm der Sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, die unser Leser wie folgt zusammengefasst hat:

“1. Die Partei hat keine Ahnung von Ökonomie. (Nr. 19)
2. Die Partei fordert Dinge, die entweder bereits realisiert sind oder
generell nicht realiserbar sind. (Nr. 29)
3. Die Partei will fortschrittlich sein, pflegt aber eine
rückwärtsgewandte Politik, indem sie sich längst widerlegten Konzepten
verschreibt. (Nr. 22)
4. Die Arbeiterpartei ist mit ihren politischen Forderungen de facto
arbeiterfeindlich, insbensondere weil ihre Forderungen nach
unentgeltlichen staatlichen Leistungen primär bedeuten, dass die Allgemeinheit
für Probleme der wohlhabenderen Schichten aufkommt. (B, 1. “Allgemeine Schulpflicht…”)
5. Die Partei widerspricht sich regelmäßig selbst, und das von einem Satz auf den nächsten (Nr. 16)
6. Die Partei labert nur, unternimmt aber kaum konkrete Schritte, um auch
was zu verändern.
7. Die Partei produziert nur heiße Luft.

8. Die Partei will das Volk erziehen, was nicht funktionieren wird und vergisst dabei auch noch die technische Bildung mit einzuschließen. (B, 1, „Gleiche Volkserziehung”)

9. Die Partei glaubt, der Staat sei „göttlich” und könne alles und jeden regeln (relativ weit am Ende „Untertanenglauben der Lassalleschen Sekte an den Staat verpestet “)

10. Die Partei backt ganz kleine Brötchen, führt sich aber als der große Revolutionär auf. (ganz am Ende “Reglung der Gefängnisarbeit”)

11. Die Partei verfolgt undefinierte Konzepte. (ganz am Ende „wirksames Haftgesetz”)

Auch nicht schlecht ist der Abschnitt, indem Marx der von den Parteien geforderten “Volkserziehung durch den Staat” entgegenhält es “bedarf umgekehrt der Staat einer sehr rauhen Erziehung durch das Volk.”

Manche Probleme und Kritikpunkte an der SPD sind wohl in der Tat fast schon “ewig”.

Und um keine Zweifel hinsichtlich der Motivation und Zielsetzung von Marx aufkommen zu lassen, hier ein paar Kostproben aus seiner Feder (aus der nämlichen Kritik des Gothaer Programms):

Lieber Bracke!

Nachstehende kritische Randglossen zu dem Koalitionsprogramm sind Sie wohl so gut, nach Durchlesung, zur Einsicht an Geib und Auer, Bebel und Liebknecht mitzuteilen. Ich bin überbeschäftigt und muß schon weit über das Arbeitsmaß hinausschießen, das mir ärztlich vorgeschrieben ist. Es war mir daher keineswegs ein “Genuß”, solch langen Wisch zu schreiben. Doch es war notwendig, damit später meinerseits zu tuende Schritte von den Parteifreunden, für welche diese Mitteilung bestimmt ist, nicht mißdeutet werden.

Es ist dies unerläßlich, da man im Ausland die von Parteifeinden sorgsam genährte Ansicht – die durchaus irrige Ansicht – hegt, daß wir die Bewegung der sog. Eisenacher Partei insgeheim von hier aus lenken. Noch in einer jüngst erschienenen russischen Schrift macht Bakunin mich z.B. für alle Programme etc. jener Partei verantwortlich <, sondern sogar für jeden Schritt, den Liebknecht, vom Tag seiner Kooperation mit der Volkspartei (3) an, getan hat>.

Abgesehn davon ist es meine Pflicht, ein nach meiner Überzeugung durchaus verwerfliches und die Partei demoralisierendes Programm auch nicht durch diplomatisches Stillschweigen anzuerkennen.

Jeder Schritt wirklicher Bewegung ist wichtiger als ein Dutzend Programme. Konnte man also nicht – und die Zeitumstände ließen das nicht zu – über das Eisenacher Programm hinausgehn, so hätte man einfach eine Übereinkunft für Aktionen gegen den gemeinsamen Feind abschließen |14| sollen. Macht man aber Prinzipienprogramme (statt diese bis zur Zeit aufzuschieben, wo dergleichen durch längere gemeinsame Tätigkeit vorbereitet war), so errichtet man vor aller Welt Marksteine, an denen sie die Höhe der Parteibewegung mißt.”

Kurz: Anstelle politischer Programme predigt Marx die politische Revolution. Den (blutigen) Umsturz des herrschenden Systems. Eine Predigt, die nicht nur bei Lenin nicht auf taube Ohren gefallen ist.

Zum Gothaer Programm der Sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, die später zur SPD wurde, schreibt Marx weiter:

„Zwischen der kapitalistischen und der kommunistischen Gesellschaft liegt die Periode der revolutionären Umwandlung der einen in die andre. Der entspricht auch eine politische Übergangsperiode, deren Staat nichts andres sein kann als die revolutionäre Diktatur des Proletariats.

Das Programm nun hat es weder mit letzterer zu tun, noch mit dem zukünftigen Staatswesen der kommunistischen Gesellschaft.“

Die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), bei der man die SPD in der Tradition von Marx und seinem kommunistischen Manifest sieht, stellt somit einen Mann auf ein Podest, der ganz offen, die Diktatur einer Bevölkerungsgruppe über alle anderen fordert und der im Kommunistischen Manifest, das die FES zum Gegenstand eines „Lektürekurses“ gemacht hat, u.a. Folgendes schreibt:

“Die Kommunisten verschmähen es, ihre Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Sie erklären es offen, daß ihre Zwecke nur erreicht werden können durch den gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung. Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier haben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen.”

Der russische Bürgerkrieg als Folge der “Oktoberrevolution” in Russland, hat rund 8 Millionen Opfer gefordert. Die Säuberungen Stalins, die die Reinheit der Kommunistischen Lehre Stalins durch die Beseitigung von Oppositionellen aller Art herstellen sollte, hat nach konservativen Schätzungen noch einmal rund 20 Millionen Opfer gefordert.

Die kommunistische Revolution in China, die Mao Tse Tung in dem, was er für den Geist Marxens gehalten hat, geführt hat, hat rund 65 Millionen Opfer gefordert.

Pol Pot, der die Proletarier in Kambodscha in der Nachfolge von Marx vom Joch der Bourgeoisie befreien wollte, hat rund 2 Millionen Opfer zu verantworten.

Die Durchsetzung des Arbeiterstaates in Nordkorea und Vietnam hat ebenfalls je um die 2 Millionen Opfer erbracht.

Rechnet man all die Versuche von Marxisten hinzu, in den Ländern Lateinamerikas, Afrikas und Asiens die Diktatur des Proletariats und das Paradies des Kommunismus zu erstellen, das Marx so ersehnt hat, dann gehen gut 100 Millionen Opfer auf das Konto derer, die im Geiste von Karl Marx zu handeln glaubten.

Nun kann man einen Autor nicht dafür verantwortlich machen, was die Leser seiner Werke daraus machen. Bei Marx ist dies jedoch anders. Marx hat, wie oben zitiert, den gewaltsamen Umsturz nicht nur begrüßt, sondern gepredigt. Er ist sofern für die mehr als 100 Millionen Toten mitverantwortlich.

Für die Friedrich-Ebert-Stiftung ist das ein Grund zum Feiern.

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3 Responses to #Marx2018: Friedrich-Ebert-Stiftung feiert geistigen Massenmörder

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  2. Thomas Freydanck says:

    Keinen Einwand,Ihre Darstellung ist Fakten gesättigt.Allerdings hat der gute Marx sich bei vielen
    Dingen im Laufe seiner Werke so oft widersprochen(Ausnahme sein Urteil über die SPD),dass der radikal liberale Denker Stefan Blankertz daraus das sehr lesenswerte Buch” Mit Marx gegen
    Marx”schreiben konnte.

  3. Jürg says:

    Karl Marx wird uns präsentiert als ein Atheist wie aus Eichenholz (Religion sei Opium für das Volk …). Selber blieb er aber “religiös” und sah sich auf der Seite Mephistos:
    „So hab ich den Himmel verscherzt,
    ich weiß es genau.
    Meine Seele, die einst Gott gehörte,
    ist nun für die Hölle bestimmt.“
    Der Marxismus ist eine Ersatzreligion mit zahlreichen Parallelen zur christlichen Heilslehre. Die Faszination des jetzigen Papstes für den Marxismus („Die haben uns die Fahne gestohlen!“) hat ihre Gründe.

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