Dummdeutsch: Der Mensch als Ware

Gerd Landsberg, Chef des Deutschen Städte- und Gemeindebundes und daher kraft Amts ständig auf der Suche nach neuen Einnahmequellen, will die Daten, die Städte und Gemeinden von ihren Einwohner sammeln, verkaufen. An private Unternehmen – an wen auch sonst – Ämter haben die Daten ja schon und zahlen sowieso nichts dafür.

Grüne, Linke, der Deutsche Städtetag und die Bundesdatenschutzbeauftragte sind vorhersehbar im Empörungsmodus, und es ist dieser Modus, in dem die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff wie Spiegel Online schreibt, warnt: „Die allein ökonomische Betrachtung personenbezogener Daten als ‚Öl des 21. Jahrhunderts‘ degradiert den Menschen zur Ware“.

I. Fehlschluss: Satz der Identität

Der Verkauf von personenbezogenen Daten ist der Verkauf personenbezogener Daten und nichts anderes.

II. Verstoß gegen den Satz des ausgeschlossenen Dritten

Etwas kann nicht etwas und etwas anderes gleichzeitig sein. Der Verkauf personenbezogener Daten ist immer noch der Verkauf personenbezogener Daten und nichts Anderes.

III. Fehlschluss: Falsche Verallgemeinerung

Der Verkauf von personenbezogenen Daten ist der Verkauf personenbezogener Daten und nicht von Menschen, wie Voßhoff zu denken scheint.

IV. Fehlschluss der Bejahung des Konsequens

Da die Daten bei Städten und Gemeinden nicht zu dem Zweck gesammelt werden, sie an private Unternehmen zu verkaufen, führt die Idee, die Daten AUCH noch zu verkaufen, nicht zu einer „allein ökonomischen Betrachtung“.

V. Genetischer Fehlschluss I

Der Verkauf personenbezogener Daten degradiert Menschen nur dann zu Waren, wenn Menschen mit ihren personenbezogenen Daten identisch sind, was sie – wie man eigentlich mit normaler Verstandestätigkeit ermitteln kann – nicht sind.

VI. Genetischer Fehlschluss II (im Unsinn-Modus)

Wer denkt, dass Menschen zur Ware degradiert werden, wenn man ihre personenbezogenen Daten verkauft, der muss denken, Menschen wären nicht mehr als ihre Daten, hätten unabhängig von ihren Daten keine Existenz.

VII. Falsche Prämisse

Dass es schlecht ist, Menschen als Ware zu betrachten, wäre noch zu zeigen oder warum es falsch oder unangemessen ist. Die Erregungsaussage, „Ja, Du willst Doch nicht etwa Menschen als Ware betrachten“ hat in der Realität keine negative Materialisation. Tatsächlich sind Menschen „Waren“, und zwar immer dann, wenn sie von Gutmenschen zum Gegenstand ihrer eigennützigen Aufmerksamkeit gemacht werden. Insbesondere in staatlichen Verwaltungen werden Menschen als Ware gehandelt, schon deshalb weil die Zuweisung von Mitteln u.a. von der Anzahl z.B. der Kundenkontakte abhängig ist. Je mehr Kunden die Sozialarbeiter des Jugendamts erledigen, desto höher die Mittelzuweisung an das Sozialamt von Stadt X. Hier wird also die Ware Kümmergegenstand „Mensch“ gegen Mittelzuweisung getauscht.

Dasselbe gilt übrigens für die Wahlkampfkostenerstattung, bei der Parteien pro Wähler einen Betrag aus dem Steuersäckel zugewiesen bekommen. Dieses Mal wird die Ware „Wähler“ gegen 83 ct pro Wähler getauscht.

Ein Satz sieben Fehler. Wir fordern eine Nachschulung für Beauftragte der Bundesregierung:


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2 Comments

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