Jammer Studien: Feministen sympathisieren mit Hitlers Rassentheorie

Gibt es einen Unterschied zwischen Gender Studies und der Rassentheorie in Hitlers Mein Kampf?

Es gibt ihn nicht.

Wir weisen seit Jahren darauf hin, dass Genderismus, Gender Studies, Whiteness Studies und wie die verschiedenen Varianten der willkürlichen Minderheitenkonstruktion auch immer benannt werden, mit Wissenschaft nichts zu tun haben. Sie sind politisch-ideologische Unterfangen, die Gesellschaft auf Grundlage der wirren Ideen, die sich im Kern von Genderismus finden, umgestalten wollen. Gender Studies haben keine Methodologie, keine Fragestellung, keinen theoretischen Kern und keine Epistemologie. Als ideologisches Projekt können sie das nicht haben als ideologisches Projekt sind sie vielmehr anfällig für Modebegriffe, Willkür und Emotionen. Und dass sie das sind, haben James Lindsay, Peter Boghossian und Helen Pluckrose in einem wirklich bemerkenswerten Projekt, dessen Ausmaß erst langsam ans Tageslicht kommt, nachgewiesen.

Die Willkür und ideologische Ausrichtung von Gender Studies, Whiteness Studies und all dem anderen Poststrukturalismus und Konstruktivismus, dem sich diejenigen verpflichten wollen, die keine Ahnung von Wissenschaft aber viel emotionales Potential haben, das sie einbringen wollen, hat Lindsay, Boghossian und Pluckrose vor allem deshalb geärgert, weil von den Vertretern dieser – wie sie es nennen: Grievance Studies (Jammer-Studien) – ein hegemonialer Anspruch ausgeht, der universitäre und gesellschaftliche Standards verändern will.

Deshalb haben es sich die drei Wissenschaftler zum Ziel gesetzt, das Ausmaß an Humbug, an Willkür und schlicht an Unsinn, das in den Fächern der Jammer Studien vorhanden ist, zu erkunden, zu messen, fassbar zu machen. Sie wollten, so schreiben sie, „absurdities and morally fashionable political ideas“ in fake-wissenschaftlichen Texten so miteinander vermengen, dass die Texte in akzeptierten Journalen der Jammer Studien veröffentlicht oder zur Veröffentlichung angenommen werden.

Das Ergebnis ihrer Versuche ist in gewisser Weise unfassbar und zeigt in jeder Hinsicht, dass Gender Studies und ihre Anhängsel, also die Jammer Studien – wie Lindsay, Boghossian und Pluckrose sie nennen – jeden Junk, jeden Blödsinn veröffentlichen, wenn er in den Begriffen abgefasst ist, die im Echozimmer der Berufs-Jammerer positiv bewertet sind, wenn die Texte mit politischen, linken politischen Zielen verbunden sind oder wenn das, was Genderisten als „unterdrückendes System“ ansehen, als weiße Männer, weiße Gesellschaften oder westliche kulturelle Werte verabscheuen, kritisiert oder diffamiert wird.

In Kurz: Lindsay, Boghossian und Pluckrose haben eindrucksvoll belegt, dass Gender Studies, Jammer Studien, ein politisches Unterfangen von Ideologen darstellen, die sich an Hochschulen breit gemacht haben, um von dort aus Wissenschaft und Gesellschaft mit ihrem Unsinn zu infiltrieren und letztlich zu zerstören:

„We conclude the problem we have identified in grievance studies, which has taken over large sectors of the humanities and social sciences, is real and significant. That problem is that a political bias which intentionally blends activism into scholarship (sometimes described as ‘academic leftism’) has become dominant and entrenched in varying degrees within those fields it has successfully corrupted. Moreover, it aims to spread its assumptions and methods into other fields, including the hard sciences.”

Lindsay, Boghossian und Pluckrose haben bis zum heutigen Tag 20 wissenschaftliche Beiträge verfasst und zur Veröffentlichung eingereicht. Davon wurden bislang 7 akzeptiert, 10 bislang positiv begutachtet und vier zwischenzeitlich veröffentlicht. Alle Beiträge haben einen Peer review Prozess durchlaufen.

Wenn man bedenkt, dass alle 20 Beiträge mehr oder weniger offensichtlichen Blödsinn darstellen, Texte, in denen der Genderista die Worte vor die Nase gehalten werden, die sie liebt (Unterdrückung, Intersektionalität, Patriarchat) und die Feinde bekämpft werden, die die Genderista als ihre Feinde auserkoren hat (weiße, alte Männer, Neoliberalismus), dann ist dieses Ergebnis ein klarer Beleg dafür, dass Genderista keine Wissenschaftler sind, sondern Ideologen, dass sie nicht Wissenschaft, sondern Ideologie betreiben wollen, dass sie das, was sie für ihre Heilslehre halten, anderen aufzwingen wollen und sich letztlich in nichts von einem religiösen Kult unterscheiden.

Anmerkungen von angeblichen Gutachtern der angeblich wissenschaftlichen Verlage, die den Unsinn von Linday, Boghossian und Pluckrose gelesen und begutachtet haben, zeigen diese Ausrichtung auf Politik und Ideologie in eindrücklicher Weise: (1) „Ich sympathisiere sehr mit den Kernargumenten dieses Textes, wie die Notwendigkeit für Solidarität und die problematische Natur des neoliberalen Feminismus, schreibt ein Gutachter. Ein anderer schreibt, (2) „Dieser Beitrag „My Struggle to Dismantle My Whiteness: A Ciritical-Race Examination of Whiteness from Within Whiteness” stellt einen sehr wichtigen Gegenstand ins Zentrum und nutzt dazu eine signifikante und gut durchdachte Methodologie“.

Die beiden Gutachter (1) und (2) äußern sich voll des Lobes über die beiden Beiträge: (1) „Our Struggle is My Struggle: Solidarity Feminism as an Intersectional Reply to Neoliberal and Choice Feminism“ und (2) My Struggle to Dismantle My Whiteness: A Critical-Race Examination of Whiteness from within Whiteness”.

Beitrag (1) wurde von Affilia: Journal of Women and Social Work zur Veröffentlichung akzeptiert. Beitrag (2) von „Sociology of Race and Ethnicity“ nicht zur Veröffentlichung angenommen (Dass ein Beitrag nicht zur Veröffentlichung angenommen wird, heißt im wissenschaftlichen Betrieb nicht viel. Man reicht den Beitrag dann bei einer anderen Zeitschrift ein, bis er über kurz oder lang angenommen wird. Wichtig hier ist, dass alle Gutachter den Beitrag, den sie vorgelegt bekamen, ernst genommen haben und wohlwollend, politisch-ideologisch wohlwollend kommentiert haben).

Das ist bei den beiden Beiträgen, die wir hier ausgewählt haben, besonders erschreckend.

In (1) entwickeln die Autoren eine flammende Zurückweisung von Freiheitsrechten und argumentieren für eine Unterordnung des Individuums unter ein Großes und Gutes, das sie mit den Begriffen allyship, inclusion und solidarity umschreiben und als „Solidarity Feminism“ bezeichnen. Die Autoren argumentieren, dass Feminismus dadurch, dass Einzelne ihren Individualismus pflegen und auf persönlicher Freiheit beharren, viel von seiner Durchsetzungskraft verloren habe und fordern einen kollektiven Ansatz, der „Solidarität gegen Unterdrückung“ setzt und individuelle Freiheit opfert. So schreiben sie an einer Stelle:

„It is obvious that many women have appropriated feminism to serve their own ends especially those white women who have been at the forefront of the movement, but rather than resigning myself to this appropriation I choose to re-appropriate the term ‘feminism”, to focus on the fact that to be ‘feminist’ in any authentic sense of the term is to want for all people, female and male, liberation from sexist role patterns, domination, and oppression”.

Weil das noch nicht reicht, setzen die Autoren nach und fordern u.a. dass Feministen ihre Individualität und Entscheidungsfreiheit zu Gunsten der Gemeinschaft solidarischer Feministen aufgeben, dass diese Gemeinschaft sich das Ziel setzen muss, kulturellen und politischen Einfluss zu gewinnen:

„So long as many feminists forward individuated personal choice and fail to recognize the importance of intersecting power dynamics and their intrinsic capacity to oppress, they will fail to realize that entrenched and self-reinforcing dominance in power and the reciprocal docility in subjugation are the exact qualities inherent to all unjust social dynamics”.

Dieser Abschnitt besteht, wie viele Abschnitte in Genderista-Texten weitgehend aus einer Aneinanderreihung von symbolischen Begriffen, mit denen Genderista einen Wert verbinden und er läuft auf die Forderung hinaus, individuelle Freiheit aufzugeben und sich der Gemeinschaft der Feministen unterzuordnen.

Bei „My Struggle to Dismantle My Whiteness: A Critical-Race Examination of Whiteness from within Whiteness”, dem zweiten Text, den wir hier kurz ansprechen wollen, handelt es sich um ein autobiographische Selbstbetrachtung, wie man sie in Gender Studies und anderen Jammer Studien häufig findet. Ein Autor, der sich aus nicht nachvollziehbaren Gründen für einen Wissenschaftler hält, erklärt, er benutze die Ethnographische Methode, von der, wie man schon nach kurzer Lektüre sieht, er keine Ahnung hat, die er lediglich als Begriff in den Ring wirft, um den nachfolgenden Erörterungen darüber, wie er mit sich und den Dingen kämpft oder eine tiefgreifende Erfahrung gemacht hat, die außer ihm niemanden interessieren wird, einen wissenschaftlichen Anstrich zu verpassen. Lindsay, Boghossian und Pluckrose haben dies im genannten Text für einen Weißen getan, der sich mit seiner Weißheit auseinandersetzt und erkundet, welches Unterdrückungspotential sich mit seiner Hautfarbe angeblich verbindet. Die Selbstfindung führt dann u.a. zu folgenden Erkenntnissen:

„My schooling gave me no training in seeing myself as an oppressor, as an unfairly advantaged person or as a participant in a damaged culture. I was taught to see myself as an individual whose moral state depended on her individual moral will. My schooling followed the pattern my colleague Elizabeth Minnich has pointed out: whites are taught to think of their lives as morally neutral, normative, an average, and also ideal, so that when we work to benefit others, this is seen as work which will allow ‘them’ to be more like ‘us’.”

Was einem Gutachter hier als “refreshing” und selbstkritischer Kampf mit der eigenen Weißheit erschienen ist, stammt aus Adolf Hitlers „Mein Kampf“. Ersetzt wurden Jude mit „white people“ und Judentum mit Whiteness. Deutlicher kann man Willkür und Ideologie als das, was die Jammer Studien tragen, nicht machen. Für Whiteness-Studierte ist Rassismus also dann erträglich, wenn er sich gegen Weiße richtet, selbst wenn er in exakt der Wortwahl vorgetragen wird, die Adolf Hitler in „Mein Kampf“ gewählt hat.

Aber damit sind wir noch nicht am Ende.

Die Frontstellung zwischen dem neoliberalen Feminismus, in dem Freiheit und individuelle Entscheidungen betont werden, mit der Gemeinschaft des „solidarischen Feminismus“ ist natürlich die Gegenüberstellung liberaler (jüdischer) Gesellschaft mit der Volksgemeinschaft. Auch die komplette Argumentation gegen Freiheit und Individualität, die die Autoren in (1) vornehmen, stammt aus Mein Kampf. Die leicht veränderte Neuauflage von Mein Kampf, nunmehr betitelt: „Our Struggle Is My Struggle: Solidarity Feminism as an Intersectional Reply to Neoliberal and Choice Feminism“ fand das Wohlwollen der Gutachter bei Affilia und wurde zur Veröffentlichung angenommen. Dass mehrere Gutachter betonten, sie würden mit dem politischen Inhalt und der Frontstellung gegen Individualismus sympathisieren, gibt dem ganzen Hoax dann seinen bitteren Beigeschmack. Offensichtlich gibt es zwischen den Ideen heutiger Genderisten und den Ideen von Hitler keinen Unterschied. Offenkundig sind Hitler und (mache, viele, alle) Genderista Gemeinsame im Geist, vereint in ihrem Hass auf die Errungenschaften des Liberalismus und in ihrem Hass auf die Freiheit des Einzelnen, dessen Unabhängigkeit von dem, was sie für die richtige Gemeinschaft halten.

Zusammenfassend kann man feststellen, dass die angebliche Begutachtung der Texte von Lindsay, Boghossian und Pluckrose keinerlei Kriterien erkennen lässt, wie sie in der Wissenschaft angewendet werden. Die Äußerungen der Gutachter belegen vielmehr, dass die Entscheidung für oder gegen einen Text ausschließlich eine Frage der Sympathie und der Benutzung der richtigen Symbolworte bzw. der Bekämpfung der richtigen Feinde (Neoliberalismus, Freiheit, Individualismus) ist. Wissenschaft zeichnet sich aber dadurch aus, dass Kriterien Anwendung finden, Kriterien von Gehalt, Reichweite, Relevanz, Nachprüfbarkeit, Falsifizierbarkeit, Kriterien, die unabhängig von Empfindungen und politischen Vorlieben sind. Dass die Texte von Lindsay, Boghossian und Pluckrose positiv aufgenommen, ja gar zur Veröffentlichung angenommen wurden, zeigt, dass wissenschaftliche Kriterien in den Fächern der Jammer Studien keine Rolle spielen. Dass ein Autor den religiösen Katechismus, der den Kern der jeweiligen Jammer Studie ausmacht, kennt und Symbolworte (häufig in Sätzen ohne Sinn) benutzt, dass er den politischen Geschmack der Herausgeber und Gutachter trifft, reicht offensichtlich aus.

Über die Ergebnisse von Lindsay, Boghossian und Pluckrose wird noch viel zu reden sein. Aber schon jetzt können wir einmal mehr feststellen, dass Gender Studies, Jammer Studien, an Hochschulen nichts zu suchen haben.

Das komplette Projekt von James Lindsay, Peter Boghossian und Helen Pluckrose, sowie alle Texte, die sie verfasst haben, kann hier nachgelesen, heruntergeladen werden.

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