Neues Hochschul-Fach: Politische Agitation zum Kohleausstieg

Kennen Sie Eberswalde in Brandenburg?

Wussten Sie, dass Eberswalde eine Hochschule hat, eine Hochschule für nachhaltige Entwicklung?

Einmal ehrlich – Sie wussten das nicht und wenn doch, dann weil sie in unmittelbarer Nähe wohnen oder dort studiert haben. Wir jedenfalls, die wir uns täglich mit wissenschaftlichen Themen, Pressemeldungen und vielem anderen mehr aus dem Feld der Wissenschaft befassen, wir wussten bis heute nichts von der HNEE, der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde.

Wenn man als Hochschule etwas unter dem Radar fliegt und nicht die Hochschule ist, die Studierwilligen als erstes einfällt, wenn sie an einen Studienort denken, dann muss man sich etwas einfallen lassen.

Früher haben Hochschulen versucht, durch Forschungsergebnisse in die Schlagzeilen zu kommen.

Dann haben sie damit geworben, dass sie familienfreundlich und entsprechend zertifiziert sind.

Und nun präsentieren sich Hochschulen, die in die Schlagzeilen wollen, als Lehranstalt für politische Agitation. Und so ist der Präsident der Hochschule in Brandenburg, die so viele nicht kennen, zufrieden mit seinen Studenten, die in einem offenen Brief gerade den schnellstmöglichen Kohleausstieg gefordert haben:

„In Lehre und Forschung befassen wir uns mit nachhaltiger Entwicklung und leisten damit einen Beitrag für die Gesellschaft. Unsere Studierenden haben das verinnerlicht und mit ihrem offenen Brief einen Beitrag geleistet, der wachrüttelt und zum Handeln auffordert. Das begrüßen wir.“ , sagt “Prof. Dr. Günther Vahrson, Präsident der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde”.

Der Beitrag für die Gesellschaft, gemessen an irgend einem Nutzen, der wäre übrigens noch zu zeigen, am konkreten Beispiel. Doch zurück zum offenen Brief der Eberswalder Studenten, der auch von Dozenten und Professoren unterstützt wird. Er zeichnet sich durch eine Anbiederung an die politisch korrekte Erzählung aus, wie sie das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) in nach wie vor eher umstrittener Weise predigt, die man gerade von Studenten nicht erwartet hätte, von Studenten, die ihr Studium zum Zweifel ermuntert, nach alternativen Erklärungen suchen lässt und das sich vor allem dadurch auszeichnet, dass es die Studenten lehrt, das, was sie zu wissen glauben, zu prüfen (das ist der eigentliche Zweck von Wissenschaft).

1816: Das Jahr ohne Sommer

Nicht so in Eberswalde, wo es eine Hochschule für nachhaltige Entwicklung gibt.

Die dortigen Studenten wissen, dass die Erderwärmung sich in „einer bedrohlichen Hitzeperiode im Somme“ niedergeschlagen hat. Sie wissen, dass die „schlimmen Naturkatastrophen“, mit denen „zahlreiche Menschen in ihren Ländern“ (also Fremde) kämpfen mussten, Ergebnis des Klimawandels sind (wohl vor allen die Vulkanausbrüche und nachfolgenden Tsunamis). Die Eberswalder Studenten wollen der „Untätigkeit der Politik nicht länger stillschweigend zusehen“, da es um ihre Zukunft geht, wie sie schreiben: „Wenn wir nicht jetzt die nötigen Veränderungen einleiten, bedeutet das für uns alle brennende Wälder, lebensbedrohliche Hitzewellen, Stürme, Fluten, Wasserknappheit und Ernteausfülle, die zu Krisen, Kriegen und gewaltigen Migrationsbewegungen führen“.

Wenn diese Form des freien Assoziierens das ist, was in Eberswalde gelehrt wird, dann ist es vielleicht gut, dass so wenige von der Existenz der entsprechenden Tiefschule wissen. Natürlich brennen die Wälder in Kalifornien erst seit Global Warming zum Ende der 1990er Jahre erfunden wurde. Davor kannte man Waldbrände nur aus Geschichten wie dem Wendigo, in dem Brulé beschrieben wird, in Kanada, nicht in Kalifornien. Und natürlich war Hitze, waren Hitzewellen vor der Erfindung von Global Warming gänzlich unbekannt, so unbekannt wie Krisen und Kriege und Migrationsbewegungen. Als die Römer bei der Schlacht an der Allia von den Kelten überrannt wurden, vornehmlich von Senonen, denen es in den Alpen damals zu kalt oder zu eng oder beides geworden ist, haben sie eben nicht gewusst, dass sie es mit Migrationsbewegungen zu tun haben, die durch einen Klimawandel bedingt sind.

Die große Hungersnot, die in den 1840er Jahren Europa erfasst hat und Ausgangspunkt einer Auswanderungswelle in die USA war, wirkt auch gleich ganz anders, wenn man sie als Migrationsbewegung infolge eines Klimawandels beschreibt, immerhin war das Jahr ohne Sommer noch nicht so lange her und bemerkenswerte kalte Sommer und nasse Winter haben den Menschen damals schwer zugesetzt. Aber natürlich ist das nicht mit dem furchtbaren heutigen Klimawandel zu vergleichen, der erstmals Wälder niederbrennt, Stürme anfacht, Hitzewellen produziert und viele andere Anlässe zur Hysterie und zum Versuch, sich mit politisch korrekten offenen Briefen bei der vermuteten Mehrheitsmeinung anzubiedern, bereitstellt.

Und natürlich ist Kohleverstromung am Klimawandel schuld.

Was wohl Anak Krakatoa dazu sagt?

Angesichts der Anbiederung, die an Hochschulen in Deutschland endemisch geworden ist, wollen wir einmal wieder darauf hinweisen, dass die Aufgabe von Wissenschaft nicht darin besteht, unbegründete Horrorszenarien zu entwerfen und das Heil der nachhaltigen Entwicklung zu verkünden, auch dann nicht, wenn man an einer Hochschule, die von vermeintlich nachhaltiger Entwicklung lebt und daran verdient, studiert. Die Aufgabe von Wissenschaft besteht darin, vorhandenes und für richtig gehaltenes Wissen in Frage zu stellen, wieder und wieder zu prüfen …

Bleibt noch nachzutragen, dass der Kohleausstieg natürlich sozialverträglich gestaltet werden soll. Sozialverträglich ist die Floskel, mit der Gutmenschen verschleieren, dass ihrem Eifer Menschen und deren Einkommensquelle zum Opfer fallen, ihr Auskommen verlieren, wegen Alter zur Langzeitarbeitslosigkeit verurteilt sind, geringere Rentzahlungen als sie geplant haben, erhalten und vieles mehr.

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