Randständig: Wie deviant sind Gender Studies? [Abstimmung]

Die Einladung zu dem folgenden „Workshop“ ist uns gerade auf den Schreibtisch geflattert:

“Workshop „Gender Studies selbstbewusst und verständlich kommunizieren“

des Lehrstuhls von Prof. Ulrike Lembke für Öffentliches Recht und Geschlechterstudien und Cash Hauke MA (Promovent* am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien und Antidiskriminierungstrainer*)

Zeit: Freitag, 26.04.19, von 14 (s.t.) bis 18 Uhr

Ort: Humboldt-Universität zu Berlin, Juristische Fakultät, Unter den Linden 9, 10099 Berlin, Raum E25

Wie können wir die Inhalte und das Fach der Gender Studies angesichts kontinuierlicher Angriffe gegenüber der Disziplin selbstbewusst und verständlich kommunizieren? In medialen und politischen Debatten, auf wissenschaftlichen Veranstaltungen, an der Universität oder auch mit der Familie oder Freund*innen fühlen wir uns oft in einer unguten Verteidigungshaltung, wenn wir über Gender Studies sprechen.  Ziel des Workshops ist es, gemeinsam Argumente und Strategien zu entwickeln, wissenschaftliche Inhalte der Gender Studies selbstbewusst, klar und verständlich zu kommunizieren. Hierzu sollen alltägliche Situationen gemeinsam reflektiert und im Austausch über Erfahrungen Strategien entwickelt werden, mit typischen Narrativen und Zweifeln gegen Gender Studies konstruktiv und selbstbewusst umzugehen.

Wir bitten um eine verbindliche Anmeldung per E-Mail an Frau Erstenyuk unter sekretariat.baer@rewi.hu-berlin.de.”

Um ein Gefühl für den Aberwitz, der Gender Studies und Gender Studierte auszeichnet, zu bekommen: Stellen Sie sich vor, ein solcher Workshop würde von Physikern veranstaltet oder von Biologen, von Mathematikern, Politikwissenschaftlern oder selbst von Theologen. Dieses Kontrastgruppen-Design macht deutlich: Die Genderista ist eine Gruppe von Randständigen, von Devianten, die von den gesellschaftlichen Normen, die in der normalen Welt gelten, so weit abweichen, dass sie sich selbst in der Familie und unter Freunden als Außenseiter definieren, die sich in einer „unguten Verteidigungshaltung“ sehen.

Devianz wird in der Soziologie (z.B. von Robert K. Merton) als Abweichung von gesellschaftlich akzeptierten Normen und Werten definiert und in die vier Typen der konventionellen, der provozierenden, der problematischen oder der kriminellen Devianz unterschieden, eine Unterscheidung, die nicht trennscharf ist, denn problematische Devianz ist oft provozierend, man denke nur an den Drogensüchtigen, der allein schon durch sein heruntergekommenes Aussehen provoziert, und kriminelle Devianz ist natürlich problematisch. Dennoch nutzen Soziologen diese Typologie, um, wenn man so will, eine Hierarchie zu begründen, die mit konventioneller Devianz beginnt, mit den Jugendlichen, die sich abweichend inszenieren, um ein Gefühl für sich selbst zu entwickeln. Die Jugendszene, Punks oder Rastas, die es früher gab, waren das Standardbeispiel konventioneller Devianz. Heute werden viele Jugendliche für die Kampagnen der Alten instrumentalisiert und demonstrieren nicht Devianz, sondern Anbiederung wenn sie gegen den Klimawandel auf die Straße ziehen.

Provozierende Devianz finden sich in Verhaltensweisen, die nicht unter Kriminalität fallen, aber gegen gesellschaftliche Konventionen verstoßen. Verstöße gegen Höflichkeitsregeln oder gegen Anstandsregeln waren früher die Standardbeispiele provozierender Devianz. Heute kann man eher damit provozieren, nicht strunzdumm zu sein und nachzuplappern, was vorgegeben ist, damit, ein Argument zu machen und politisch-unkorrekte Fragen zu stellen.

Problematische Devianz und kriminelle Devianz sind Formen der Abweichung, die gesellschaftliche Kosten verursachen. Dass jemand nicht grüßt oder provoziert, verursacht in der Regel keine Kosten, problematische Devianz, Drogensucht, und kriminelle Devianz verursachen hohe Kosten. Vor dem Hintergrund dieser Bestimmung fragen wir unsere Leser, welche Form der Devianz Gender Studies darstellen, schon weil sich die Gender Studierten selbst als Deviante, als Randständige in Wissenschaft, Gesellschaft und im Privaten beschreiben.

Sind Gender Studies eine Form der konventionellen Devianz, ein infantiler Versuch, durch Abweichung eine Identität zu gewinnen?

Oder sind Gender Studies eine Form der provokanten Devianz, mit der versucht wird, andere z.B. durch idiotische Sprachregelungen oder Schreibvorschriften auf die Palme zu bringen, um sich selbst als eine Art Enfant terrible zu inszenieren?

Vielleicht sind Gender Studies auch eine Form der problematischen Devianz, denn sie expropriieren viel Steuergelder für ihre Zwecke und geben der Gesellschaft nichts zurück, verstoßen also gegen die Norm der Reziprozität, indem sie schmarotzen und nichts beitragen.

Möglicherweise stehen Gender Studies auch für kriminelle Devianz, denn Vertreter der Gender Studies bedienen sich der Verleumdung, Beleidigung und der üblen Nachrede, um diejenigen zu bekämpfen, die die Gender Studies kritisieren?

Was meinen unsere Leser?

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