Am deutschen CO2-Wesen soll die Welt genesen. Politdarsteller in Phantasialand

Der Anteil Deutschlands an der weltweiten Produktion von CO2 beträgt knapp 2%. Die folgende Abbildung zeigt, wo CO2 in Mengen produziert wird.

China produziert bereits 2015 mehr CO2 als die USA und Europa zusammen. Die Chinesen werden auch weiterhin CO2 produzieren, wie sie lustig sind, denn es wurde zuletzt in Paris beschlossen, dass die CO2-Emissionen in China bis 2030 ungehindert ansteigen können. Jede Reduzierung im Minimalanteil von Deutschland wird somit unmittelbar von der entsprechenden Steigerung in China kompensiert. Daran ändern auch die rund 10 Milliarden Euro Entwicklungshilfe, die aus Deutschland nach China geflossen sind und fließen, vornehmlich, um den Chinesen deutsche Windräder schmackhaft zu machen, nichts.

Dennoch sind die Klimahysteriker in Deutschland wild entschlossen, dem deutschen CO2-Ausstoss mit einer Steuer zu Leibe zu rücken. Es ist vorhersehbar, dass diese Steuer zwar die Einnahmen des Bundes erhöhen wird, passender Weise zu einer Zeit, zu der dem Bund geringere Steuereinnahmen bevorstehen, so dass Ausgabenkürzungen notwendig wären, wenn nicht Ersatzgeld aus anderen Steuer-Quellen beschafft werden kann, aber kaum einen Effekt auf den CO2-Ausstoss in Deutschland und einen so marginalen Effekt auf den weltweiten CO2-Ausstoss hätte, dass es die Erdatmosphäre, deren Reaktion auf CO2 sowieso weniger empfindlich ist als noch in den 1990er Jahren vermutet, bemerkt.

Weil der Effekt einer CO2-Steuer in Deutschland auf das Klima der Erde (auch aus anderen Gründen) vernachlässigbar klein wäre, haben sich die Politdarsteller etwas Neues einfallen lassen. Am deutschen CO-Wesen, so hoffen sie, soll die Welt genesen. Ausgehend von Deutschland wollen sie eine Windradrevolution anstoßen und die Menschheit zum deutschen Heil bekehren (und Vögel und Fledermäuse ausrotten).

Wie weit von der Realität Politdarsteller wie Karl Lauterbach entfernt sind, kann man kaum in Worte fassen. Stellen Sie sich vor, sie seien Präsident eines afrikanischen Staates und auf der Suche nach einem Partner, um ihr Land zu entwickeln. Sie müssen sich zwischen China und Deutschland entscheiden. Wählen Sie Deutschland, das Land, in dem die Infrastruktur vor sich hin verrottet, das bei neuen Technologien weit hinter China, in dem Raumfahrt betrieben, Kernenergie genutzt, Hochgeschwindigkeits-Magnetbahnen fahren und Flughäfen gebaut werden, die auch genutzt werden können, rangiert oder wählen Sie Deutschland, das ihnen ineffiziente Windenergie verspricht, vollfinanziert von deutschen Steuerzahlern, aber nur für den Fall, dass sie dem Gender-Memorandum der deutschen Entwicklungshilfe huldigen

Indes wird umgekehrt ein Schuh daraus. China baut derzeit an 15 Kernreaktoren, 45 Kernreaktoren sind bereits am Netz, weitere, in Planung, so dass bis 2020 mit dem Bau von weiteren 30 Reaktoren begonnen werden soll. Kernenergie ist die sauberste Art der Energiegewinnung. Wenn Lauterbach das Klima so wichtig ist, wäre es besser, er folgte dem chinesischen Beispiel, auf dass er am chinesischen Wesen genese.





Hinzu kommt natürlich, dass CO2 der Stoff ist, auf dem das irdische Leben basiert. Pflanzen benötigen CO2 und Wasser, um daraus Zucker und Sauerstoff zu machen. Photosynthese nennt sich der Vorgang. Laci M. Gerhart and Joy K. Ward haben 2010 einen Beitrag veröffentlicht, in dem sie die Auswirkungen einer niedrigen CO2-Konzentration in der Atmosphäre untersucht haben: Bei 180 ppm (parts per million) haben sie eine Grenze gezogen. Weniger als 180 ppm und es gibt so gut wie kein Leben mehr auf dem Planeten.

“From the studies that have been conducted, it is clear that modern C3 plant genotypes grown at low [CO2] (180– 200 ppm) exhibit severe reductions in photosynthesis, survival, growth, and reproduction, suggesting that reduced [CO2] during glacial periods may have induced carbon limitations that would have been highly stressful on C3 plants.” (681)

“A survey of A–ci curves from a variety of C3 species indicate that net photosynthetic rates are reduced by 40– 60% at low (180 ppm) vs modern (350–380 ppm) CO2 (ca values), with c. 30% of this reduction being induced by higher photorespiration rates when temperatures are optimal (Sage & Cowling, 1999).(681)”.

Konsequenterweise haben die 400 ppm, die als CO2-Konzentration derzeit in der Atmosphäre zu finden sind, dazu geführt, dass sich der Anteil von Pflanzen seit 1982 zum Teil erheblich erhöht hat. Eigentlich ein Grund zur Freude, vor allem, wenn man in Rechnung stellt, dass der Erde dank einer verringerten Sonnenaktivität eine neue Eiszeit droht.

NASA-Daten zeigen, seit 1982 ist die Erde grüner geworden, CO2 sei Dank!

Nicht so für deutsche Politdarsteller, die das Heil ihrer Überzeugung gerne exportieren wollen, so wie es Wilhelm dem II 1907 in einer Rede vorgeschwebt ist, in der er das deutsche Wesen, an dem die Welt genesen solle, erstmals thematisiert hat. Große Fußstapfen, in die Politdarsteller wie Lauterbach hier treten wollen.

Ursprünglich stammt die Idee mit dem deutschen Wesen von Emannuel Geibel, der sie im Jahr 1861 besungen hat, in seinem Gedicht „Deutschlands Beruf“. Indes ist Geibels Idee nicht in der Weise missionarisch, wie sie heute verstanden wird. 1861 gab es kein Deutschland und Geibel hat sich eine friedliche Einigung erhofft, die als Vorbild für andere „Einigungen“ dienen könne. Wie so oft, haben Politdarsteller die Nachricht nicht verstanden und die Floskel entliehen, um der eigenen Armseligkeit den Glanz der großen Worte beizufügen.

Darin hat sich seit 1907 offenkundig nichts geändert, oder, wie Wilhelm der II sagte:

„Dann wird unser deutsches Volk der Granitblock sein, auf dem unser Herrgott seine Kulturwerke an der Welt aufbauen und vollenden kann. Dann wird auch das Dichterwort sich erfüllen, das da sagt: “An deutschem Wesen wird einmal noch die Welt genesen.“ 

Ersetze „auf dem unser Herrgott seine Kulturwerke der Welt aufbauen und vollenden kann“ durch „auf dem der Planet und die ganze Menschheit gerettet werden kann“ und Lauterbach trennt nichts mehr von Wilhelm II.


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