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Das ZDF und sein „Blithering Idiot“: Claus Kleber beleidigt Boris Johnson

Claus Kleber behauptet am 29. Juli 2019 im Heute Journal, Boris Johnson habe sich selbst als “durchgeknallten Idioten” bezeichnet. Wir haben das ZDF gefragt, wo Boris Johnson diese Aussage gemacht haben soll. Das ZDF hat sich genötigt gesehen, uns zu antworten und unsere Frage zwischenzeitlich wie folgt beantwortet.


Und jetzt geht es los.

Ab 12:12 findet sich das, was man beim ZDF für zumutbar hält.

Zunächst einmal, was hat Claus Kleber behauptet, dass Boris Johnson über sich gesagt habe:

„Mister Boris Johnson“, so beginnt Kleber seine Travestie auf Journalismus, „setzte auch bei der Beschreibung seines eigenen Charakters die Maßstäbe lieber selbst“.

Wie krank ist das eigentlich, einem freien Individuum vorzuwerfen, es würde die Maßstäbe für sich lieber selbst setzen. Daran kann nur jemand Anstoß nehmen, der noch nie auf die Idee gekommen ist, sich eigene Maßstäbe zu setzen. Auf diese Idee kann nur der nicht kommen, der vollkommen von außen gesteuert ist, es nie geschafft hat, eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln, einer, der an der Grenze zum Psychopathen steht, auf welcher Seite der Grenze ist unklar.
Kleber zitiert Boris Johnson:

Claus Kleber: „Man kann nicht ausschließen, sagt er, dass in meinem Fall hinter der Fassade eines durchgeknallten Idioten tatsächlich ein durchgeknallter Idiot steckt“.

Das ist, wie wir nun zeigen werden, eine Lüge, wäre es keine Lüge, so wäre es schlechter Stil, denn wie ärmlich muss es um das Repertoire eines Journalisten bestellt sein, wenn er es nicht schafft, seinen Gegner mit Argumenten zu bezwingen, vielmehr auf Diskreditierung zurückgreifen muss.

Was hat Boris Johnson tatsächlich im Jahre 2010 gesagt, denn bis ins Jahr 2010 muss Kleber zurückgehen, um die Aussage, die er nutzen will, um Johnson zu diskreditieren, zu finden. Allerdings klärt Kleber seine Zuschauer nicht darüber auf, von wann die Aussage Johnsons stammt, der er sich bedient.





Hier das Original

Jeremy Clarkson: “Most politicians, as far as I can work out, are pretty incompetent, and then have a veneer of competence. You do seem to do it the other way round.”

Boris Johnson: “You can’t rule out the possibility that beneath the elaborately constructed veneer of a blithering idiot, there lurks an, er, blithering idiot.”

Übersetzung

Jeremy Clarkson: “Die meisten Politiker, soweit ich das erkennen kann, sind weitgehend inkompetent, schaffen es aber, sich einen Anstrich der Kompetenz zu geben. Bei Dir scheint es anders herum zu sein.

Boris Johnson: Du kannst nicht ausschließen, dass unter dem sorgfältig konstruierten Anstrich des geschwätzigen Idioten, ein geschwätziger Idiot steckt.

Die Sequenz ist das, was man ein Geplänkel nennt, eine Reminiszenz an eine Passage aus „Duck Soup“ der Marx Brothers, in der – wie der Atlantik schön ausgeführt hat – Staatsanwalt Rufus T. Firefly, der den Freedonian Spy Chicolini angeklagt hat, Folgendes zu den Geschwornen sagt:

“Chicolini here may talk like an idiot, and look like an idiot. But don’t let that fool you. He really is an idiot.”

„Chicolini mag wie ein Idiot reden und aussehen wie ein Idiot. Aber lassen sie sich davon nicht täuschen. Er ist wirklich ein Idiot.“

Wer Top Gear kennt, der kennt auch die schnodderige Art und Weise, in der Jeremy Clarkson Interviews führt, die er besonders zu genießen scheint, wenn er einen würdigen Gegner hat, einen, der ihm Parole bieten kann, wie dies Boris Johnson mit seiner Antwort tut, die KEINERLEI Referenz, schon gar keine Selbstreferenz hat, wie Claus Kleber dies seinen Zuschauern gegenüber behauptet. Johnson sagt darin zu keinem Zeitpunkt, was Kleber ihm in den Mund legt, dass man in seinem Fall nicht ausschließen könne, „dass hinter der Fassade eines durchgeknallten Idioten tatsächlich ein durchgeknallter Idiot steckt“.

Das nennt man dann wohl eine bösartige Lüge, die dazu gedacht ist, einen Menschen in Misskredit zu bringen. Warum? Entweder Kleber will es so, oder er wird dafür bezahlt, es so zu wollen. Viel mehr Möglichkeiten gibt es nicht.

Ein „blithering Idiot“, ist, wie man dem Geplänkel zwischen Clarkson und Johnson entnehmen kann, auch kein „durchgeknallter Idiot“. Es gibt ein Ale, das den Namen „Blithering Idiot“ trägt, als Anspielung auf den Zustand, in den man sich zuweilen trinken kann. Alte Frauen werden im Englischen zuweilen mit dem Zusatz „blithering old woman“ versehen, in Deutsch würde man von einer Klatschbase sprechen. Was „ill meaning people“ wie Claus Kleber, also Leute, die anderen schaden wollen, nicht verstehen, das ist eine Qualität des Englischen, die es im Deutschen nicht gibt: Englisch ist Kontextabhängig. „Blithering Idiot“ nimmt seine Bedeutung aus dem Kontext, in dem es gesprochen wird. Deshalb kann man die Antwort von Johnson auf die Frage von Clarkson auch als Retourkutsche in Richtung von Clarkson verstehen, der seine Fassade des unwissenden Fragestellers ja sehr sorgfältig konstruiert hat. Es ist eben ein Geplänkel, das von einem gerüttelt Maß an Sprachwitz lebt, abermals etwas, das Leute wie Claus Kleber weder verstehen noch nachvollziehen können.

Das führt indes alles zu weit, denn das, was Kleber Johnson in den Mund legt: „Man kann nicht ausschließen“, sagt er, „dass IN MEINEM FALL hinter der Fassade eines durchgeknallten Idioten ein durchgeknallter Idiot steckt“, das hat Johnson NIE gesagt.

Es ist eine freie Erfindung.

Eine Lüge, die einzig dazu dient, einen Menschen zu diskreditieren, ihn lächerlich zu machen.
Lügen, um anderen zu schaden, das tun eigentlich nur bösartige Menschen, Menschen mit einem miesen Charakter.



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