“Gewissenloser, gefährlicher Clown”: Fehlender Sachverstand und Inkompetenz haben Tradition bei der ARD

Der tittle-tattling busybody ist eine feste Größe im britischen Wortschatz, und das nicht erst, seit Margaret Rutherford als Miss Marple indigniert Inspektor Craddock beschuldigt, sie für einen tittle-tattling busybody, für eine “geschwätzige Wichtigtuerin”, wie es in mancher deutschen Übersetzung heißt, zu halten. Der tittle-tattling busybody ist jedoch in der Regel nicht so nett, wie er in Miss Marple erscheint. Im Gegenteil, er ist ein mehr oder minder boshaftes Schandmaul, das sich ebensolches über andere zerreist.

Wechseln wir zunächst die Baustelle und kehren wir zum Ort der Freude zurück, zu Number 10 in Downing Street, dort, wo derzeit der Fahrplan für die Verabschiedung des Brexit-Deals festgelegt wird, den Boris Johnson noch in diesem Jahr mit dem Royal Assent versehen lassen will. Brexit ist dann Ende Januar. Wer unseren Live Feed gestern verfolgt hat, der hat vermutlich die Erleichterung, die Freude, ja Euphorie, die nicht nur uns erfasst hat, mitbekommen. Britannien verlässt das Brüsseler Bürokratiemonster, das von Deutschland angetrieben, dabei ist, der freien Entfaltung den Garaus zu machen. Es gibt eben wichtigeres. Die EU muss nun das Klima retten. Mit viel Geld und auf Kosten der heute Lebenden. Wo gehobelt wird, da fallen Späne und dass Menschen leiden müssen, wenn man Menschen das Heil bringen will, das ist ja nicht zu viel verlangt, oder?



Dieselbe EU, deren Institutionen sich nun die Klimalüge auf die Fahnen geschrieben haben, hat seit Juni 2016 mit allen möglichen Ränkespielen versucht, den Brexit zu verhindern. Schon einen Tag nach dem Referendum ging eine gnadenlose und pausenlose Kanonade los, deren Ziel darin bestand, den Brexit zu delegitimieren, die Uhr zurückzudrehen, den demokratischen Willen von 17,2 Millionen Briten mit Füßen zu treten, sie zu “Verführten” zu erklären, die “unverschämten Lügen” und “übelster Propaganda” auf den Leim gegangen seien, die von einem “gewissenlosen und gefährlichen Clown” mit dem Namen Boris Johnson verbreitet worden seien.

Das Marodieren in Beleidigungen hat vor einiger Zeit Einzug in öffentlich-rechtliche Medien gehalten. Es ist eine logische Folge der Tatsache, dass öffentlich-rechtliche Medien in zunehmendem Maße intellektuelle Brachen werden, in denen die Ideologie die Realität verdrängt hat, die als Folge davon einen kompetenzfreien Raum darstellen, in dem jede Clementine aus der vergangenen Arielwerbung über Dritte herziehen, sie beleidigen darf, Millionen Menschen zu Trotteln erklären darf, die verführt worden seien, ein Motiv, das nur denen naheliegen kann, die vergeblich davon träumen, verführt zu werden oder davon, verführen zu können. In gewisser Weise sind diese expletiven Marodeure nie über die Mon Cherie Werbung hinausgekommen.

Sie füllen die Lücke, die fehlende Kompetenz bei ihnen gerissen hat, mit Beschimpfung und Beleidigung, ersetzen Vernunft durch Gefühl, Rationalität durch Affekt und fühlen sich dennoch berufen, andere darüber zu belehren, was “vernünftig” sei. Die Distanz zur Realität, sie wird immer größer und in der Tat, es sollte jedem aufgefallen sein, der in den letzten Tagen den deutschen Medien gefolgt ist, wie falsch ihre Einschätzung darüber war, was sich im Vereinigten Königreich ereignet. Bis zum Schluss scheinen die Verblendeten geglaubt und vor allem gehofft zu haben, dass Johnson die Wahl verlieren wird, dass der Brexit verhindert werden könne, das marxistische Großreich “Europa”, das sich viele erhoffen, seinen Ausgangspunkt von einer Insel nehmen wird, die von Corbynista regiert wird.


Jetpack


Die Traumwelt, in der sich deutsche Medien befinden, wir haben sie gestern in unserem Live Feed mehrfach dokumentiert. Zwei Highlights stammen von ZDF (links) und ARD (rechts). Im ZDF nährt man die stille Hoffnung, dass unter den 364 Abgeordneten der Tories, unter der Mehrheit von 76 Abgeordneten im Unterhaus, sich viele finden, die dem Brexit Deal von Johnson nicht zustimmen werden, die den Brexit verhindern werden. Wie weltfremd muss man sein, um einen solchen Unsinn um 5.25 Uhr beim ZDF zu hinterlassen – allen ernstes zu hinterlassen?

Wie sehr muss man von allen guten Geistern verlassen sein, wenn man sich, wie das bei der ARD der Fall war, vor der Wahl der Hoffnung hingibt, es gäbe eine YouthWave, einen Wahlaufstand der gerade Volljährigen, die natürlich, in der reinen Phantasie dieser Hoffnung alle Labour wählen, die eine Mehrheit für Johnson und darüber hinaus den Brexit verhindert? Man kann die Hoffnung, die eigene Phantasie könne gegen die Realität verteidigt werden, richtig greifen, jene Hoffnung, deren Triebkraft eine ideologische Boshaftigkeit ist, die keinerlei Sachverstand und Kompetenz in ihrer Nähe duldet.

Warum finden sich derartige weltfremde Ahnungslose so massiert in öffentlich-rechtlichen Medien? Eine Erklärung ist sicher, dass Journalismus kein Ausbildungsberuf ist. Jeder, der sich für einen Journalisten hält, kann das, was er für eine journalistische Tätigkeit hält, ergreifen. Auch die Henri-Nannen-Schule hat daran nicht viel geändert. Ein anderer Grund liegt sicher darin, dass ein Beruf, der weder über eine geregelte Ausbildung noch über Qualitätskriterien, an denen die geleistete Arbeit gemessen werden kann, verfügt, offen wie ein Scheunentor ist, um ideologische Krieger in Scharen aufzunehmen oder mit denselben vollgestopft zu werden. Es ist vermutlich kein Zufall, dass der Anteil von Frauen ohne Tradition in professionellen Berufen, bei Journalismus-Darstellern in den letzten Jahren sprunghaft gewachsen ist.

Die Konsequenz des Zustroms der Ungeeigneten, ist natürlich ein sinkendes Niveau, sind Beiträge wie der folgende, dem die Schimpfkanonade, die wir oben zitiert haben, entnommen ist. Annette Dittert marodiert in diesem Kommentar. Sie missversteht, vermutlich mangels einer entsprechenden Ausbildung, Zweck und Gegenstand eines Kommentars vollkommen und denkt, man könne den eigenen Hass, die eigene Abneigung gegenüber bestimmten Menschen hemmunglos in Kommentarform ausleben und Schimpfen, was das Zeug hält.  Dieser affektive Missbrauch eines journalistischen Formats ist natürlich der Kompetenz- und Kenntnislosigkeit (und dem Narzissmus) geschuldet. Die eklatanten Fehleinschätzungen, die man in den letzten Jahren in öffentlich-rechtlichen Anstalten zu britischer Politik finden konnte, wir haben viele davon auf ScienceFiles dokumentiert, sie haben ihre Ursache in einer ganz einfachen Relation: Wer weiß, der muss nicht beleidigen, wer beleidigt weiß nichts. Und diese Relation ist wiederum der Tatsache geschuldet, dass die Tätigkeit ohne Tätigkeitsbeschreibung “Journalismus”, der Nicht-Ausbildungsberuf, den jeder ausüben kann, fast wie ein Magnet auf diejenigen wirkt, die im normalen Wettbewerb um Arbeitsplätze keinen Fuß auf den Boden bekommen, weil ihnen die Kompetenz fehlt, um zu konkurrieren.



Öffentlich-rechtliche Sender werden zum Hort der Kompetenz- und Kenntnislosen, von tittle-tattling busybodies, die aufgrund beider Mangelerscheinungen Haltung und Beschimpfung an die Stelle von Wissen und Information setzen müssen. Was dabei herauskommt, kann man am folgenden eindrucksvollen Dokument einer marodierenden öffentlich-rechtlichen Angestellten sehen, deren Ahnungslosigkeit aus der Rückschau noch dramatischer wird, deren Hass und Beschimpfungen fast so peinlich sind, wie ihr Versuch, intellektuell zu erscheinen, wobei uns der Hinweis auf das “schrille Bühnenbild” besonders amüsiert hat: “Viel Lärm um nichts”, so doziert Marodeur-Dittert, “well, so ist das manchmal bei Shakespear”, so fügt sie altklug hinzu.

Dazu können wir nur mit Shakespeare antworten: “A fool”. Stop. Falscher Anfang.

Dazu können wir nur mit Shakespeare antworten:

“WELL, A fool thinks himself to be wise, but a wise man knows himself to be a fool.

Vielen Dank an Eddie Graf für seine unschätzbare Aufklärungsarbeit!




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