Wir müssen zugeben, dass wir zwar zumeist quantitativ tätige Sozialwissenschaftler sind, aber…, aber wir haben eine kleine Schwäche für qualitative Analysen, vor allem für Sprachanalysen im Stile der Ethnomethodologie, bei denen es darum geht, die Prämissen des Gesagten herauszuarbeiten. Das macht Spaß, denn es ist ein gutes Mittel, um z.B. die ganz und gar nicht netten Prämissen herauszuarbeiten, auf denen das, was Gutmenschen so von sich geben, basiert.
Die Besten der Gutmenschen sitzen bekanntlich in öffentlich-rechtlichen Anstalten. Die Tagesschau ist so etwas wie die Walhalla der Gutmenschen. Dort sitzen die Besten von Ihnen und berichten der Wahrheit verpflichtet in absolut objektivem Ton, ohne ideologische Intention und ohne eine Spur von Manipulationsabsicht (wer lacht fliegt raus…).
Doch selbst bei den Besten der Gutmenschen, die anti-rassistisch, anti-rechtsextremistisch, anti-kapitalistisch, anti-homophob, anti-anti-feministisch und anti-irgendwas sind, selbst bei diesen Gutmenschen findet die von uns so gemochte Methode erschreckende Varianten ur-deutscher Rassismen, gutturale Rülpser längst verdaut gedachter Vorurteile, die sich in die Berichterstattung schleichen und dort Erschreckendes über die tatsächliche Motivation und Meinung derer, die doch die Besten der Gutmenschen sein wollen, offenbaren.
Betrachten wir dazu den ersten Fall von damals noch 2019-nCoV, dem Virus, das zwischenzeitlich zu SARS-CoV-2 geworden ist, das wiederum die Erkrankung „COVID-19“ hervorruft. Es war, so mancher wird sich noch erinnern, ein 33jähriger aus Bayern, der sich als erster Deutscher infiziert herausgestellt hat.
Das erste deutsche Opfer des CoronaVirus hat sich also bei einer „Kollegin aus China infiziert“, die ihrerseits erst nach ihrer Rückkehr von der eigenen Infektion erfahren hat. Unschuld wohin man sieht. Ein unwissentlicher Träger des Virus trifft einen unwissentlichen Übernehmer des Virus. Beide sind sie Befallene, Opfer des selben Virus.
Nun kommen wir zu den Spaghettis. Für alle jüngern unter den Lesern, das ist der Kosenamen, den gute Menschen in den 1960er und 1970er Jahren zur Bezeichnung von italienischen Gastarbeitern benutzt haben, ein Kosename, der heute natürlich und vermutlich zurecht, unter die Rubrik der rassistisch eingetünchten Worte gezählt würde, denn – wie Forschung gezeigt hat – verbirgt sich hinter der Bezeichnung ein Stereotyp, das Südländern gerne angehängt wird, ein Stereotyp das sich aus Fragmenten mangelnder Hygiene, mangelnder Sorgfalt, mangelnder Ernsthaftigkeit und mangelnden Fleißes zusammensetzt, so dass bei besonders anfälligen Gemütern der Eindruck entstehen konnte, Spaghetti sei die Bezeichnung für eine unterlegene Lebensform.
Das war natürlich vor der Entdeckung von Toscana, Pasta und Chianti.
Seit dieser Entdeckung wird den Italienern sogar ihre Unfähigkeit, eine stabile Regierung zu wählen und nach Wahl über eine Legislaturperiode zu bringen und ihre notorisch laxe Art des Wirtschaftens nachgesehen. So sind sie eben, die Italiener.
Und doch: Bei der ARD-Tagesschau finden sich neuerdings Versatzstücke des alten Vorurteils, das wir gerade beschrieben habe, es findet sich ein fast schon offener Rassismus, der sich in einer feindseligen und beängstigenden Weise gegen Italiener, weiße italienische Männer, weiße alte italienische Männer richtet, beängstigend deshalb, weil doch bei der ARD nur die Besten der Gutmenschen arbeiten.
Der Teufel findet sich dieses Mal im Vergleich. Die „chinesische Kollegin“ war ein unwissender Träger des Virus, ein unschuldiges Opfer, dessen sich das fiese Virus bemächtigt hat, um es als Wirt und als Startrampe zur Rekrutierung weiterer Wirte zu benutzen. Wie anders ist die Beschreibung des italienischen Arztes aus der Lombardei. Er ist Täter. Er hat das Virus nach Teneriffa geschleppt, was wohl unverzeihlich ist, weil Teneriffa die Lieblingsdestination der Tagesschau-Redaktion ist. Er ist Arzt. Er hätte es wissen müssen, besser wissen müssen. Bei der Tagesschau ist man nur kurz davor, die Konzentration von Italienern in Lagern zu fordern, denn nicht nur der Arzt, nein Italien-Reisende, für alle des Deutschen Mächtigen, der Redakteur der Tagesschau meint, Italiener auf Reisen, nicht Reisende, die es auf den Spuren von Goethe nach Italien zieht, sondern Italiener, die mutwillig ihr Land verlassen, um auf Teneriffa Urlaub zu machen, diese Italien-Reisenden, sie schleppen das Virus ein.
Wir rekonstruieren die Prämissen des Redakteurs der Tagesschau etwa so: Das muss man sich einmal vorstellen: früher waren die Spaghettis froh, wenn man als Deutscher in Italien Urlaub gemacht und ihnen harte D-Mark gebracht hat, heute machen sie selbst Urlaub und schleppen das Virus ein … Erschreckender Rassismus in den Reihen der Tagesschau, unter den Besten der Gutmenschen, den Makellosesten der Reinen, den ehrlichsten der Unehrlichen …
Es sind kleine, unscheinbare Worte, wie in diesem Fall das Verb „schleppen“, „einschleppen“, die mehr über das Denken eines Redakteurs der Tagesschau aussagen als man mit jeder Befragung, in der er sagt, was er glaubt, sagen zu müssen, herausfinden könnte. Und was zum Vorschein kommt, ist irgendwo zwischen erschreckend, verstörend und in jedem Fall boshaft.
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Wenn man als Muttersprachler mit der Tagesschau aufgewachsen ist, dann merkt man überhaupt nicht mehr die unterschwelligen Suggerierungen. Erst als ich die Tagesschau benutzt habe um jemanden die deutsche Sprache beizubringen, wurde mir bewußt, wie manipulativ die Krönung der Gutmenschen spricht. Es hat nie gereicht nur den Satz zu übersetzen, ich musste für jeden Satz noch eine Erklärung abgeben, was sie eigentlich damit sagen wollten und welche eingetrichterten Annahmen und Vorurteile damit bedient werden aber dabei ihre Lügen schwer angreifbar sind.
Was also kann jemand – so er kein ethnisch Deutscher und nicht bereits von früher Jugend an ins Tagesschau-Paradies verschleppt wurde – von jener noch lernen?
Gerade wegen oder doch besser trotz des Farbfernsehens?.
Das Wort „Einschleppen“ hat so eine gewisse negative, aktiv-handelnde Bedeutung.
Daher. Gemach, Gemach!
Die können das Wort die nächsten Jahre (falls es sie noch gibt) zunehmend häufiger im richtigen Kontext benützen, weil ihnen gar nichts anderes mehr übrig bleibt.
Denn wenn buchstäblich eingeschleppte Krankheiten, Seuchen und andere globalistische Wohltaten sich dann mal in die Leben – und nicht nur ins Leben – sowie in die Sozialkassen für alle erkennbar einfressen, dann ist es so weit.
Dass Betroffene grundsätzlich und da sogar richtig knallhart fürs Verursacherprinzip sind – klar doch!
Das Problem ist also nicht die Ethnie, sondern dass man gereist ist. Klar, die ethnische Zugehörigkeit können sie einem nicht wegnehmen. Flieger ist schon gebucht, werden die Piloten sich entscheiden dürfen zu fliegen?
Wird man auch davon lesen, dass Migranten (die vom südländischen Typ aus Afrika und dem Orient) das Virus miteingeschleppt haben, wenn solche Fälle auftreten? Der Bericht zeigt wohl auch wieder die üblich gewordenen doppelten Maßstäbe. Man kann ganz lax von Deutschen im Sinne von deutschen Staatsangehörigen sprechen und offen sagen, woher, welches Alter und welchen Beruf der Italiener hat, und damit andeuten, dass über einen schon länger in Italien Lebender das Virus von schon länger in Deutschland lebenden Deutschen geschleppt wird. Aber da es ja gutmenschlich-moralisch geboten ist, die armen Migranten vorm sofort aufspringenden Rechtsextremismus in Deutschland zu schützen, wird diesbezüglich eher geschwiegen oder verklausuliert und verharmlost berichtet werden.
Zum Wort Spaghetti. Dieser Begriff wurde in der Sendung „Ein Herz und eine Seele“ von ALfred Tetzlaff gebraucht. Dieser Mann sollte den „rechten Deutschen“ in voller Ausprägung darstellen.
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Wenn man als Muttersprachler mit der Tagesschau aufgewachsen ist, dann merkt man überhaupt nicht mehr die unterschwelligen Suggerierungen. Erst als ich die Tagesschau benutzt habe um jemanden die deutsche Sprache beizubringen, wurde mir bewußt, wie manipulativ die Krönung der Gutmenschen spricht. Es hat nie gereicht nur den Satz zu übersetzen, ich musste für jeden Satz noch eine Erklärung abgeben, was sie eigentlich damit sagen wollten und welche eingetrichterten Annahmen und Vorurteile damit bedient werden aber dabei ihre Lügen schwer angreifbar sind.
Was also kann jemand – so er kein ethnisch Deutscher und nicht bereits von früher Jugend an ins Tagesschau-Paradies verschleppt wurde – von jener noch lernen?
Gerade wegen oder doch besser trotz des Farbfernsehens?.
Gibt es keine besseren Beispiele, um einem Ausländer die deutsche Sprache beizubringen als ausgerechnet die Tagesschau?
Well spotted!
Mittlerweile haben die den Ausdruck bearbeitet. Da steht jetzt nicht mehr „hat eingeschleppt“, sondern „brachte“.
https://www.tagesschau.de/ausland/coronavirus-teneriffa-101.html
Teufel aber auch, dass Sprache so verräterisch sein muss. 😉
Ob die Tagesschau bei uns mitliest???
Irgendwann kriegen Sie Post. Dann wissen Sie, wer alles mitliest.
Wenn die ihren „Bildungsauftrag“ wirklich ernst nehmen: JA!
Wäre mir neu, dass die das tun …:))
Da muß ich jetzt mangels belegbaren Argumenten schnell das Thema wechseln und am Besten übergehen auf z.B. auf
„die Leute ins (Schlauch-) Boot holen“
Das Wort „Einschleppen“ hat so eine gewisse negative, aktiv-handelnde Bedeutung.
Daher. Gemach, Gemach!
Die können das Wort die nächsten Jahre (falls es sie noch gibt) zunehmend häufiger im richtigen Kontext benützen, weil ihnen gar nichts anderes mehr übrig bleibt.
Denn wenn buchstäblich eingeschleppte Krankheiten, Seuchen und andere globalistische Wohltaten sich dann mal in die Leben – und nicht nur ins Leben – sowie in die Sozialkassen für alle erkennbar einfressen, dann ist es so weit.
Dass Betroffene grundsätzlich und da sogar richtig knallhart fürs Verursacherprinzip sind – klar doch!
Das Problem ist also nicht die Ethnie, sondern dass man gereist ist. Klar, die ethnische Zugehörigkeit können sie einem nicht wegnehmen. Flieger ist schon gebucht, werden die Piloten sich entscheiden dürfen zu fliegen?
Wird man auch davon lesen, dass Migranten (die vom südländischen Typ aus Afrika und dem Orient) das Virus miteingeschleppt haben, wenn solche Fälle auftreten? Der Bericht zeigt wohl auch wieder die üblich gewordenen doppelten Maßstäbe. Man kann ganz lax von Deutschen im Sinne von deutschen Staatsangehörigen sprechen und offen sagen, woher, welches Alter und welchen Beruf der Italiener hat, und damit andeuten, dass über einen schon länger in Italien Lebender das Virus von schon länger in Deutschland lebenden Deutschen geschleppt wird. Aber da es ja gutmenschlich-moralisch geboten ist, die armen Migranten vorm sofort aufspringenden Rechtsextremismus in Deutschland zu schützen, wird diesbezüglich eher geschwiegen oder verklausuliert und verharmlost berichtet werden.
Zum Wort Spaghetti. Dieser Begriff wurde in der Sendung „Ein Herz und eine Seele“ von ALfred Tetzlaff gebraucht. Dieser Mann sollte den „rechten Deutschen“ in voller Ausprägung darstellen.