Fußball-Weltmeisterschaft als Gutmenschen-Non-Event [Amadeu-Antonio-Stiftungsanhängsel]

Sechs Tage hat es gedauert (kurze Rückfrage in der Redaktion: Ist heute der sechste Spieltag? … Gähnen, … Achselzucken, Nicken (Einwurf: „England hat gewonnen!“…), okay, also: Sechs Spieltage hat es gedauert, bis wir auf die Fußball-Weltmeisterschaft zu sprechen kommen. In Russland. Im Reich Putins.

Fußball-Weltmeisterschaft.

Es gibt unterschiedliche Arten damit umzugehen.
Man kann sie weitgehend ignorieren, wie wir das als eingefleischte Rugby-Fans tun, einem Spiel, bei dem noch Körpereinsatz, Schnelligkeit und Geschick eine Rolle spielen, das nur selten von Schiedsrichtern entschieden wird und in dem nicht ein Windhauch reicht, um einen Spieler nahe ans Verenden zu bringen…

Man kann die Fußballweltmeisterschaft zum Anlass nehmen, um Urlaub in Russland zu machen, sofern es das Wetter zulässt. Aber das ist ein Stereotyp unsererseits …

Man kann die Fußballweltmeisterschaft auch zelebrieren, jedes Spiel betrachten und sich am Fußball erfreuen (Es soll diejenigen geben, die das nach wie vor können).

Und man kann die Fußballweltmeisterschaft benutzen, um seinen ideologischen Spleen und seinen Hass auf alle, die Freude am Fußball finden, kund zu tun. So wie das manche tun, die dazu aufrufen, Deutschland-Fähnchen abzubrechen (Sachbeschädigung und nach wie vor strafbar).

Und dann gibt es da noch die … [freie Wahl der Anrede] von Belltower-News, dem Anhängsel der Amadeu-Antonio-Stiftung, das Steuerzahler finanzieren müssen, ohne dass sie je gefragt worden wären, ob sie etwas derartig Skurriles, besser. Bizarres finanzieren wollen.

Belltower-News, die Glockenturm-Insassen, spielen in einer eigenen Liga.

Einer Queeren Liga.

Einer, in der man hörgestört ist und die Tatsache, dass sich im Internet Leute darüber beschweren, dass man einer Claudia Neumann, die wohl versucht, Fußballspiele zu kommentieren, nicht zuhören könne, wegen ihrer „nervigen Stimme“, ihrem „leierartigen Gelaber“, weil sie einem auf „den Senkel geht“, zum Sexismus erklären zu müssen glaubt. Wir nehmen dies zum Anlass um darauf hinzuweisen, dass Fernsehen auch vom Ton lebt und dass nicht jeder Mensch mit einer angenehmen Stimme wie Elmar Gunsch gesegnet ist. Manche haben eine piepsige, eine schrille Stimme und sind in keiner Weise ein Hörgenuss, was kein Problem ist, sofern sie nicht denken, sie müssten sich anderen akustisch zumuten. Das hat mit Sexismus nichts zu tun, denn Zuschauer von Fernsehsendern haben nicht die Pflicht, über unzumutbare, schrille Laute, die manche für Stimmen halten, hinwegzuhören und sich darüber zu freuen, dass sie mit „leierartigem Gelaber“ von „nerviger Stimme“ beschallt werden. Dass die Glockenturm-Insassen darin Sexismus erkennen, kann man nur als Ausdruck von Faschismus werten, jenes Faschismus, der Akzeptanz für alles fordert, was vorgesetzt wird, ohne Rücksicht auf individuelle Empfindungen und Präferenzen.

Diego Maradonna, so berichten die Glockenturm-Insassen weiter, sei ein großer Held bei den südkoreanischen Fans. Nun hat Maradonna das getan, was die Glockenturm-Insassen nie tun würden, er hat sich die Augen lang gezogen, Schlitzaugen markiert, als Tribut an seine südkoreanischen Fans, wie er sagt. Wie die es aufgenommen haben, das wissen wir nicht. Das berichten die Glockenturm-Insassen nicht. Ihre Spezialität ist die Empörung, nicht die Information.

Die Welt hat getitelt, „Sorry Mexiko. Heute bauen WIR die Mauer!
So kann man sich irren. Aber nicht der Irrtum erregt die Glockenturm-Insassen, sondern, die Mauer. Das verstehen Sie nicht? Ist doch einfach, wenn man die geistigen Kurzschlüsse der Glockenturm-Insassen kennt. Mauer, Mexiko… Macht es klick? Donald Trump will doch eine Mauer bauen, um manche Mexikaner aus den USA fernzuhalten. Und Donald Trump ist böse. Für Vorurteilsbehaftete wie die Glockenturm-Insassen, die nur in gut und böse denken können, deren Welt in zwei Teile zerfällt, den guten, den sie bewohnen, und den bösen, den sie gerne vernichten würden, reicht das. Trump, böse, Mauer, auch böse, Mauer zu Mexiko, vor allem böse, Mauer und Mexiko und Welt und Fußball, ganz böse.

Außerdem wurde Peter Tatchell festgenommen. Von den Russen. Ja, der Russe, der nimmt fest. Peter Tatchell, den hat er festgenommen. Sehr zum Ärger der Glockenturm-Insassen. Sie kennen Peter Tatchell nicht. Wir auch nicht. Weiter zum nächsten Thema:

Puto haben die mexikanischen Fans gerufen. Vermutlich in Richtung Manuel Neuer. Vielleicht auch in Richtung anderer Spieler. Puto, das rufen Mexikaner des Öfteren und nicht nur sie und nicht nur in Rußland. Aber in Russland, da haben es Glockenturm-Insassen ganz genau gehört. Naja, fast genau. In der 43. Minute, da seien die Rufe zu erahnen gewesen, so schreiben sie. Die New York Times habe „einen weiteren Ruf in der 25. Minute erwähnt“. Man muss, wenn man dem Bösen berufsmäßig auf der Schliche sein will, schon genau hinhören und sehr kundig sein. Schimpfworte in mehreren Sprachen muss man beherrschen, Worte wie Puto, das übrigens Stricher oder Schwuchtel bedeuten soll.

Ja, man kann die Fußball-Weltmeisterschaft zu vielem BEnutzen. Zehntausende kann man zu Statisten erklären und eine Handvoll Schreihälse zum Anlass nehmen, um den Rassismus, Sexismus, die Homophobie oder den Sonstismus hochzujubeln.

Vermutlich ist es eine Frage der Veranlagung, die manche auf Negatives fixiert sein lässt, so sehr Honig aus Schlechtem ziehen lässt, dass sie es überall gegenwärtig und am Werk sehen, so dass sie selbst dann unfähig sind, Positives und Schönes zu erkennen, wenn man es ihnen vor die Nase hält.

Wir bedauern die armen Glockenturm-Insassen.

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Warum unkontrollierte Masseneinwanderung allen schadet – Theorie der Akkulturation

Wir sind der Ansicht, dass es den vorsätzlichen Versuch gibt, die Sozialwissenschaften zu diskreditieren. Wie Popper, so leisten wir uns hier unseren eigenen kleinen Dogmatismus. Einen Dogmatismus, der zur These entwickelt werden kann die gestützt wird durch die willentliche Art und Weise, in der Gender Studies, Queerstudies, Post Colonial Studies, um nur drei Formen der derzeitigen akademischen Tunnelblicks zu nennen, in den Sozialwissenschaften installiert wurden und werden, um Sozialwissenschaften, die noch Ende der 1980er Jahre auf einen festen Korpus von Methoden und Theorien verweisen konnten, systematisch der Lächerlichkeit willkürlichen Gebrabbels, wie es regelmäßig aus Gender Studies etc. zu hören ist, preiszugeben und auf diese Weise sozialwissenschaftliche Ergebnisse, die mit politischen Ideologien inkommensurabel sind, zu unterdrücken.

Dass Sozialwissenschaften weit mehr zu bieten haben als das, was heute in den Medien als Sozialwissenschaft verkauft werden soll, mehr als den akademisch Erregten, der über Rassismus schwadroniert oder den akademischen Beleidiger, der politische Ideologien, die ihm nicht passen, diffamiert, wollen wir heute am Beispiel der Massenzuwanderung zeigen, der sich Deutschland seit etlichen Jahren gegenübersieht.

John W. Berry hat in den 1990er Jahren seine Psychologie der Akkulturation entwickelt und in diesem Zusammenhang ein Modell, das weit über die Grenzen der Psychologie hinaus Verbreitung gefunden hat (In der Soziologie haben Dr. habil. Bernhard Nauck und Dr. habil. Heike Diefenbach das Modell von Berry bekannt gemacht.)

Berry unterscheidet vier, wenn man so will, Ausgänge (oder Formen) des Zuwanderungsprozesses:

  • Assimilation,
  • Integration,
  • Akkulturation und
  • Marginalisierung oder Separation;

Assimilation beschreibt einen Zuwanderer, der in seinen täglichen Lebenszusammenhängen von der autochthonen Bevölkerung nicht mehr zu unterscheiden ist. Integration beschreibt einen Zuwanderer, der die kulturellen Praktiken und die Abläufe, die das tägliche Leben in der Aufnahmegesellschaft strukturieren, beherrscht, der in die Aufnahmegesellschaft eingebunden ist, aber seine kulturelle Identität beibehält. Chinatown in Montreal ist ein Beispiel für Integration. Man taucht in ein chinesisches Reservat, mit chinesischen Geschäften, chinesischen Gärten und chinesischer Infrastruktur ein, hat aber keinen Moment den Eindruck, nicht mehr in Kanada zu sein. Die geteilte kanadische Kultur folgt selbst in den chinesischen Laden, in dem Objekte verkauft werden, gegen die jeder westliche Magen rebellieren muss.

Akkulturation ist die Voraussetzung für sowohl Integration als auch Assimilation. Akkulturation beschreibt die Bereitschaft der Zuwanderer, sich auf die neue Gesellschaft einzulassen, sich zu integrieren, vielleicht sogar zu assimilieren. Gleichzeitig ist Akkulturation die Scheidelinie, die zwischen der Aufnahme der Zuwanderer in die Aufnahmegesellschaft und deren Separation unterscheidet. Separation beschreibt die Bildung einer Parallelgesellschaft, den Versuch von Zuwanderern, unter sich zu bleiben, ihre Abneigung gegen eine Integration oder Assimilation in die Aufnahmegesellschaft.

Zwei Dinge, die die Gutmenschen, die sich derzeit darin gefallen, Unterschiede zwischen Zuwanderern zu nivellieren und ein neues primitives Bild des edlen Wilden zu verbreiten, nicht auf der Rechnung haben, zeichnen die Theorie von Berry aus:

  • Zuwanderer sind Menschen mit einem eigenen Willen;
  • Zur Akkulturation und damit zur Integration und Assimilation bedarf es der Bereitschaft eines Zuwanderers, sich zu assimilieren (und nicht nur der Bereitschaft der Mitglieder der Aufnahmegesellschaft, dies zuzulassen);

Ob ein Zuwanderer in eine Aufnahmegesellschaft assimiliert oder integriert ist, ist – anders als die robuste Ignoranz der Gutmenschen dies behauptet – keine alleinige Frage der Aufnahmebereitschaft der Mitglieder der Aufnahmegesellschaft, es ist vielmehr (im doppelten Sinne von vielmehr) eine Frage der Bereitschaft der Zuwanderer sich auf eine neue Gesellschaft einzulassen.

Diese Bereitschaft ist wiederum von zwei Faktoren abhängig:

  • Von der Frage, ob die Mitglieder der Aufnahmegesellschaft eine Parallelgesellschaft, die Separation der Zuwanderer akzeptieren;
  • Von der kulturellen Distanz zwischen der Herkunfts- und der Aufnahmegesellschaft;

Man kann hiervon ausgehend, die folgenden Hypothesen formulieren: Je weniger Druck auf Akkulturation eine Aufnahmegesellschaft ausübt, desto höher die Wahrscheinlichkeit von Separation. Je größer die kulturelle Distanz, desto höher die Wahrscheinlichkeit von Separation.

Warum ist das so?

Ein Migrant, der in eine Gesellschaft kommt, die er sich nicht ausgesucht hat, weil er die Funktionsweise der entsprechenden Gesellschaft, die Werte, für die sie steht, die Abläufe des täglichen Lebens, die sie auszeichnen, positiv bewertet, sondern der in einer Gesellschaft angekommen ist, die ihm fremd ist, von der er sich falsche Vorstellungen gemacht hat bzw. von der er, je mehr er von ihr erfährt, sich immer mehr entfremdet, der hat keinen Anreiz, sich zu akkulturieren und damit den Weg zur Integration oder Assimilation zu gehen. Er hat einen Anreiz, sich zu separieren, einen Anreiz, der umso stärker ist, je geringer die Kosten sind, die er tragen muss, wenn er sich nicht akkulturiert.

Berry Inside

Dass linke Gutmenschen wie es so die Gewohnheit sozialistischer Menschenfeinde ist, alle Flüchtlinge über einen Kamm scheren, sie zu edlen Wilden erklären, die alle nach Deutschland gekommen sind, um hier ihrem Traum von Freiheit, Arbeit und einem selbstbestimmten Leben nachzugehen, hat insofern negative Effekte auf die Akkulturationswilligkeit von Flüchtlingen, als es einerseits ein Scheitern der Akkulturation und ein Ausbleiben von Integration oder gar Assimilation ausnahmslos den Mitgliedern der Aufnahmegesellschaft anlastet – in der dümmsten aller primitiven Behauptungen, der massenhaften Fremdenfeindlichkeit der alten weißen Männer.

Damit wird allen Flüchtlingen signalisiert, dass ein ausbleibender Versuch, sich zu akkulturieren, für sie keine negativen Folgen hat. Und den Flüchtlingen, die tatsächlich nach Deutschland gekommen sind, um sich in die Gesellschaft einzupassen, wird signalisiert, dass ihre entsprechende Motivation und Anstrengung durch Mitglieder der Aufnahmegesellschaft keinerlei Wertschätzung erfährt. Beide Male ergeben sich Anreize zur Separation.

Anreize, die durch kulturelle Distanz zwischen Flüchtlingen und Aufnahmegesellschaft noch verstärkt werden, kulturelle Distanz wie sie sich aus unterschiedlichen kulturellen Praktiken, Ritualen, verschiedenen Moralvorstellungen oder unterschiedlichen Wertsystemen ergibt.

Auch hier wirken linke Gutmenschen zerstörerisch auf die Chancen einer Akkulturation von Flüchtlingen. Sie lassen keinerlei Abweichung von dem Wertsystem zu, das Linken als heilige Kuh gilt, das aber vor allem in arabischen Ländern wie Syrien auf erhebliche kulturelle und moralische Widersprüche treffen muss, genannt sei hier nur die verordnete Liebe, die man Homosexuellen entgegenbringen muss und die unterschiedlichen Vorstellungen darüber, was eine Lebenspartnerschaft auszeichnet bzw. an welchen Insignien man eine emanzipierte Partnerschaft erkennen kann.

Egal, welche Facette des Akkulturationsprozesses man betrachtet, immer ist die Wahrscheinlichkeit für Flüchtlinge, sich zu separieren, maximiert:

Die unkontrollierte Zuwanderung sorgt dafür, dass der Anteil der Flüchtlinge, die sich nicht akkulturieren wollen, sehr hoch ist, weit höher als er durch Selbstselektion oder entsprechende Aufnahmekriterien wäre.

Die große kulturelle Distanz zwischen z.B. Muslimen aus Syrien und dem, was deutsche Linke als den Prototyp des „schon länger hier Lebenden“ ansehen, sorgt dafür, dass Akkulturation für Flüchtlinge mit hohen Kosten verbunden ist, was abermals Separation (oder Marginalisierung) befördert.

Die Tatsache, dass eine Akkulturation und nachfolgende zumindest Integration keine Voraussetzung dafür ist, dauerhaft öffentliche finanzielle Leistungen zu beziehen, senkt die Bereitschaft zur Akkulturation weiter.

Die Nivellierung individueller Unterschiede durch die Schablone des „edlen Wilden“, in die linke Gutmenschen Flüchtlinge pressen, sorgt dafür, dass Anstrengungen von Flüchtlingen, die sich akkulturieren wollen, nicht positiv sanktioniert werden, nicht als die Leistung angesehen werden, die sie nun einmal darstellen. Damit reduzieren die Gutmenschen den Anreiz von Flüchtlingen, sich zu akkulturieren, weiter.

Dass eine Erzählung bereitsteht, die die edlen Wilden der linken Phantasiewelt von jeder Verantwortung für ein Scheitern der Akkulturation freispricht, weil in der absurden Vorstellungswelt der Linken Flüchtlinge keine normalen, keine handelnden Menschen sind, sondern Spielbälle der Aufnahmekultur, schließt den Kreis der Anreize für Flüchtlinge, sich auf einen Akkulturationsprozess gar nicht erst einzulassen.

Das Ergebnis ist die Separierung vieler Flüchtlinge und das zwangsläufige Entstehen einer Parallelgesellschaft, die über kurz oder lang in Konflikt mit der Mehrheitsgesellschaft treten muss, schon weil gesellschaftliche Ressourcen begrenzt sind. Es ist also vorhersehbar, welche perversen Effekte die linken Gutmenschen mit ihren Träumen vom edlen Wilden, der ohne ihre Hilfe nicht bestehen kann, produzieren werden. Es bleibt zu hoffen, dass diese vorhersehbaren Konsequenzen im Rahmen friedlicher Konfliktlösung behandelbar sind. Indes, wenn man die Unfähigkeit deutscher Linker in Betracht zieht, die Existenz andere Meinungen auch nur zu akzeptieren, dann ist man bestens beraten, mit dem Schlimmsten zu rechnen.

Es ist wie mit dem Genderismus: Wenn die Individualität, die Unterschiedlichkeit von Menschen, ihren Lebensvorstellungen, Zielen und Werten nicht akzeptiert wird, dann werden Entscheidungen auf Grundlage eines ideologischen Zerrbilds der Realität gefällt, die keinem gerecht werden, und zwangsläufig in die Krise oder Katastrophe führen müssen. 

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Gegen Gemeinsame Erklärung der Massen … hilft nur Nötigung, Erpressung, Diskreditierung …

Selten haben so wenige Worte, einen solchen Wirbel unter denen, die sich für die Guten in Deutschland halten, ausgelöst, wie die folgenden:

Mit wachsendem Befremden beobachten wir,
wie Deutschland durch die illegale Masseneinwanderung beschädigt wird.
Wir solidarisieren uns mit denjenigen,
die friedlich dafür demonstrieren,

dass die rechtsstaatliche Ordnung an den Grenzen unseres Landes wiederhergestellt wird.

Das ist die “Gemeinsame Erklärung 2018“.

30 Erstunterzeichner hat die Erklärung, von Hendryk Broder über Vera Lengsfeld bis Max Otte.

Zu den 30 Erstunterzeichnern sind zwischenzeitlich 129.310 weitere Unterzeichner gekommen, so dass man die Erklärung 2018 zu einer Massenerklärung erklären kann.

Diejenigen, die sich für die Guten in Deutschland halten, formulieren ihr eigenes gutmenschliches Herrentum regelmäßig so apodiktisch, dass jede Form von abweichender Meinung ausgeschlossen ist. So ist das eben bei Faschisten: Sie glauben, nicht nur gut zu sein, sondern auch Recht zu haben und leiten daraus das Recht ab, Menschen mit abweichender Meinung zu verfolgen, zu drangsalieren, zu stalken, wie es heute heißt, unter Druck zu setzen, zu erpressen … hier hört es bislang noch auf.

Dr. Dr. Marcus Ermler unser freier Mitarbeiter, der so frei ist, dass wir weder wissen wann noch wozu er uns einen Text schickt (feel the thrill) hat sich einer ganz besonders perfiden Art des Meinungsterrors und des Kampfes der Gutmenschen gegen die mit abweichender Meinung vorgenommen. Ausgerechnet Wissenschaftler, deren Handwerkszeug die Kritik und deren Ausbildung den Streit der Argumente und Positionen zum Gegenstand haben sollte, rufen dazu auf, einen Abweichler, einen mit abweichender Meiung, einen, der sich das Recht nimmt, anders und vor allem selbst zu denken, ein Recht, von dessen Existenz die meisten derer, die sich für so gute Menschen halten, gar nichts wissen, zu züchtigen, zu demütigen und abzustrafen.

Wir haben nie zu denen gehört, die geglaubt haben, dass sich viele von der rechten Seite der Intelligenzverteilung an Universitäten finden. Seit der Aktion, über die Marcus Ermler berichtet, wissen wir auch, wen wir von einer Anwesenheit, rechts von einer Standardabweichung der Intelligenzverteilung zur linken Seite ausschließen können.


Dr. Dr. Marcus Ermler:

Nach all den Nazi-Vergleichen, all der Hetze und all der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit, die die Redaktionen bundesdeutscher Qualitäts- und Leitmedien über die „Gemeinsame Erklärung” und ihre Unterzeichner ausgegoßen haben, hat mich als Wissenschaftler viel mehr erschüttert, dass knapp zweihundert Mitglieder meiner Zunft den LIT-Verleger Wilhelm Hopf mit einer Unterschriftensammlung dazu bewogen (eher genötigt!) haben, seine Unterschrift unter die „Gemeinsame Erklärung” zurückzuziehen.

Im Geiste eines stalinistischen Tribunals haben diese Wissenschaftler ein Dokument erschaffen, das nicht nur das im Grundgesetz verbriefte Grundrecht auf Meinungsfreiheit offensiv angreift, sondern, im Falle der Professoren unter den Wissenschaftlern, auch elementare Grundsätze des Beamtenstatusgesetzes negiert. Ihr Dokument ist die wissenschaftliche Variante vom nationalsozialistischen „Kauf nicht beim Juden”, indem sie postulieren „Publiziere nicht bei Wilhelm Hopf”. Leider hat Herr Hopf sich hiervon einschüchtern lassen und einen Rückzieher gemacht.

Diese Wissenschaftler operieren dabei jedoch offenkundig nicht nur außerhalb der FDGO, sondern gehen auch völlig unwissenschaftlich vor.

Ihre Kritik an der Erklärung beginnt bereits völlig unwissenschaftlich mit der Verbreitung von Fake News: „Dieser Appell unterstellt, Deutschland werde von „illegaler Masseneinwanderung” bedroht. Zudem wird suggeriert, Nicht-Deutsche würden den deutschen Rechtsstaat außer Kraft setzen und Frauen belästigen”. Dass die Erklärung suggeriert, dass Frauen belästigt werden, ist die erste Unwahrheit. Das steht nirgends im Text.

Dass Deutschland von illegaler Masseneinwanderung „bedroht” werde, steht so auch nicht im Text. Dort wird von „beschädigt” gesprochen. Dass Letzteres in vielen Bereichen geschieht, haben viele andere, wie Vera Lengsfeld, Henryk M. Broder oder Alexander Wendt, ausführlich dargelegt. Dies ist keine Bedrohung Deutschlands, sondern eine Beschädigung, insbesondere der FDGO.

Dass „Nicht-Deutsche […] den deutschen Rechtsstaat außer Kraft setzen” ist eine weitere falsche Wiedergabe der Erklärung, dort steht vielmehr „dass die rechtsstaatliche Ordnung an den Grenzen unseres Landes wiederhergestellt wird”. Hier ist offenkundig, dass es sich nicht auf „Nicht-Deutsche” bezieht, sondern auf die Regierung Merkel, die alte wie die neue, die in ihrem Handeln elementare Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit aushöhlt und verletzt.

Dass es Wissenschaftler schaffen bereits im ersten Abschnitt Fake News zu verbreiten, ist für mich ein wissenschaftlicher Hohn, der sie bereits ab hier als Ideologen kennzeichnet.

Die gesamte Erklärung ist so totalitär wie unappetitlich. Sie stellen Informationen als Fakten dar, die keine sind. Beispielsweise weiter: „Der Münsteraner LIT-Verlag ist ein international agierendes Unternehmen mit Dependancen in Berlin, Wien, Hamburg, London, Zürich und New York. Er könnte nicht existieren, wenn viele nationale Grenzen für das Gros der Verlagsmitarbeiter, Autorinnen und Leser nicht offen wären”, Auf welche Grenzen beziehen sich die Wissenschaftler hier? Auf die des Schengen-Raums? Da ist die Aussage richtig. Jedoch: global gibt es keine offenen Grenzen!

Das ist ein Wunschtraum einer linken Kaste, die hieraus eine rechtliche Realität imaginiert, die es faktisch nicht gibt. Daher ist ihre darauffolgende Unterstellung ein infames Beispiel für Fake News: „Wir fragen uns, ob es der multinational agierende Herr Hopf akzeptabel fände, als illegal und kriminell denunziert zu werden”. Das müsste sich Herr Hopf in der Tat (und das zurecht!) sagenlassen, wenn er morgen einfach so, ohne Visum oder Asylgrund, in die USA oder Australien migrieren würde.

Weiter biegen sich die Wissenschaftler ihre unwissenschaftliche und faktenbefreite Welt zurecht: „Der Kontext des Appells besteht derweil in einer politischen Konjunktur, in der ein gegen Geflüchtete gerichteter Diskurs zentraler Baustein der derzeitigen Institutionalisierung der extremen Rechten in Deutschland ist”. Das ist ein Schauermärchen bar jeder Realität. Wabern im Untergrund geheimnisvolle Kräfte, die die extreme Rechte institutionalisieren wollen? Das klingt so plausibel wie die „jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung” der Nazis.

Jedoch – und da offenbaren, eher entlarven, sich diese Wissenschaftsdarsteller dann selbst – werden sie am Ende des Textes endlich ehrlich, was ihr wahres Anliegen ist: „unsere wissenschaftlichen Anstrengungen verfolgen nicht zuletzt das pädagogische und demokratische Ziel, Ressentiments und Ausgrenzung zu bekämpfen.” Für den wissenschaftlichen Sozialismus mag diese Aussage taugen, dieser sollte die Menschen ja auch belehren, auf der richtigen ideologischen Seite zu stehen, unabhängig von wissenschaftlichen Erkenntnissen. Tatsächlich ist es aber pseudowissenschaftliche Scharlatanerie.

Wer die frühe DDR bzw. Sowjetunion unter Stalin erlebt hat, kennt beispielsweise noch den Lyssenkoismus, der als pseudowissenschaftliche Agrarwissenschaft die Sowjetbürger pädagogisch in den Hungertod trieb. Wenn man sich als Wissenschaftler zu ihr bekannte, war man zwar ideologisch auf der richtigen Seite, aber als Wissenschaftler ein Scharlatan. Wobei es einen Unterschied gibt: damals haben es die Wissenschaftler größtenteils nicht aus Überzeugung „erforscht”, sondern aus Angst vor dem Gulag.

Was Wissenschaft wirklich bedeutet, hat ScienceFiles präzise auf den Punkt gebracht: Wissenschaft bedeutet demnach „einen systematischen und kontrollierten Forschungsprozess, der darauf abzielt, folgerichtig aufgebaute Hypothesen über Zusammenhänge auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu prüfen, um auf diese Weise zu (relativ bzw. vorerst) gesichertem Wissen zu kommen”.

Daran hätten sich die Unterzeichner natürlich versuchen können, statt Fake News über Herrn Hopf und die „Gemeinsame Erklärung” zu verbreiten. Womit sie so zwar ihrem „pädagogische[n] und demokratische[n] Ziel” ideologisch nachkommen, aber eben eine wissenschaftliche Vorgehensweise verneinen.

Ihre abschließende Drohung an Herrn Hopf und den LIT-Verlag rundet ihr gesamtes pseudowissenschaftliches und totalitäres Vorgehen ab: „Wir distanzieren uns daher nicht nur von den menschenfeindlichen Zielen der “Erklärung 2018″, sondern wollen auch nicht in den Zusammenhang mit einem Verleger gesehen werden, der sich derart äußert. Daher können wir in Zukunft nicht mehr mit dem LIT-Verlag zusammenarbeiten und fordern eine klare Absage an Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus.”

Ihr perfides Spiel aus Junk Science und Fake News hat dazu geführt, dass ein Mensch seine Unterschrift zurückzog, aus Angst um die Früchte jahrelanger Arbeit gebracht zu werden. Dieses Vorgehen ist uns eigentlich nur aus den beiden sozialistischen Diktaturen des 20. Jahrhunderts bekannt.

Etwas scheint den Professoren unter den Unterzeichnern jedoch entgangen zu sei. Durch Nennung ihrer Dienstbezeichnung „Prof.” bei der Unterzeichnung, präsentieren sie sich öffentlich als Beamter und sind so an Paragraph 33 des Beamtenstatusgesetzes gebunden:

(1)

1. Beamtinnen und Beamte dienen dem ganzen Volk, nicht einer Partei.

2. Sie haben ihre Aufgaben unparteiisch und gerecht zu erfüllen und ihr Amt zum Wohl der Allgemeinheit zu führen.

3. Beamtinnen und Beamte müssen sich durch ihr gesamtes Verhalten zu der freiheitlichen demokratischen Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes bekennen und für deren Erhaltung eintreten.

(2)

Beamtinnen und Beamte haben bei politischer Betätigung diejenige Mäßigung und Zurückhaltung zu wahren, die sich aus ihrer Stellung gegenüber der Allgemeinheit und aus der Rücksicht auf die Pflichten ihres Amtes ergibt.

Und nun, lieber Leser, die spannende Frage zum Abschluss an Sie: wenn ein Professor eine wissenschaftliche Variante von „Kauf nicht beim Juden” akzentuiert, dann steht er, Ihrer Ansicht nach, auf Seiten der FDGO oder wo würden Sie ihn verorten?”


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Raucher-Kriminelle: Rauchen als abweichendes Verhalten

Umfasst die Freiheit von Menschen auch die Freiheit, sich mit einem bestimmten Verhalten mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, selbst zu schädigen?

Die Antwort auf diese interessante Frage, fällt je nach Gegenstand unterschiedlich aus. Die vielen Gutmenschen, die sich so rührend und so mittelmäßig bezahlt um ihre Mitmenschen kümmern, ihnen das Trinken und das Rauchen madig und dass Essen von Chips vergällen wollen, sie bejahen die Intervention in Anderer Freiheit, wenn es um das für diese Menschen vermeintlich Beste geht. Dieselben Gutmenschen haben Probleme mit Quoten an Hochschulen für Kinder aus Arbeitnehmerhaushalten, um die soziale Schieflage, die vornehmlich Beamtenkinder und Kinder aus der prekären Mittelschicht studieren sieht, zu beseitigen. Und natürlich wird sich auch kein Gutmensch je die Freiheit nehmen, um eklatante Ungerechtigkeiten wie sie z.B. durch die öffentliche Finanzierung von Studienplätzen dann entstehen, wenn die armen Menschen aus der Unterschicht auch noch steuerlich gemolken werden, um die Studienplätze für die Kinder aus der Mittelschicht zu finanzieren, zu beseitigen.

Die Antwort auf die oben gestellte Frage, sie ist eine, die davon abhängt, welche Vorteile sich die Antwortgebenden selbst versprechen. Die Eingriffe in die Freiheit anderer sind deshalb immer da am heftigsten, wo man sich in Eintracht mit anderen gutmeinenden Egoisten befindet, die den Schutz Dritter vor deren Verhalten zu ihrem Verdienst- oder Unternehmensmodell gemacht haben.

Das ist so beim Trinken.
Das ist so wenn nicht gesittet im Restaurant, sondern mit Fingern bei McDonalds gegessen wird.
Das ist so, wenn zu viel vom Falschen, also Korn statt Prosecco getrunken wird.
Das ist so, wenn Menschen, die man zur Bewegung angehalten hat, sich falsch bewegen, also nunmehr in die Kneipe laufen, anstatt zu fahren oder im Wald zu rennen.
Das ist so, wenn geraucht wird.

Rauchen ist zum abweichenden Verhalten geworden.

Wer Filme aus den 1940er oder 1950er Jahren ansieht, dem muss die Normalität auffallen, mit der zur Zigarette gegriffen wird. Menschen in dieser Zeit waren frei, zu rauchen wie ein Schlot, die nächste mit der letzten Zigarette anzuzünden, im Auto, auf der Straße, in der Kneipe, in ihrer Wohnung, im Kino, im Theater, im Flugzeug zu rauchen. Rauchen war ein Ausdruck von Freiheit, eine Funktion, die es heute bestenfalls noch für Jugendliche erfüllt.

Heute ist Rauchen ein abweichendes Verhalten. Als abweichendes Verhalten ist eine Handlungsweise definiert, die vom normativen Konsens einer Gesellschaft abweicht. Früher war Homosexualität als deviant, als abweichendes Verhalten definiert. Darüber war sich die Mehrheit der Gesellschaft einig. Deviant war es, von anderen zu schmarotzen, Drogen zu nehmen, zu lügen und zu betrügen. Das verweist darauf, dass deviantes Verhalten eine Schnittstelle mit delinquentem Verhalten aufweist. Homosexualität war oftmals beides, deviant und delinquent.

Die Antwort auf die Frage, wo die Grenze zwischen deviantem Verhalten und delinquentem Verhalten verläuft, ist normalerweise das Ergebnis von Verhandlungen und Diskussionen innerhalb einer Gesellschaft. Normalerweise. Seit es Gutmenschen und u.a. ihre WeltGutmenschenOrganisation WHO gibt, ist dies jedoch anders. Seither werden Normen einfach gesetzt.

Organspende wird von Gutmenschen als wünschenswert angesehen, obwohl es eine seltsame Form des Recyclings ist und eigentlich ein Indikator für einen Markt der Ausbeutung, wenn Güter, die für Dritte einen Wert darstellen, an denen sie verdienen oder aus denen sie einen Vorteil beziehen, von denen, die sie bereitstellen, umsonst abgegeben werden müssen. Aber Gutmenschen-Organisationen versuchen dennoch, die Organspende zur Norm zu machen und nicht-Spender als deviant zu stigmatisieren.

Die Beispiele für die Versuche, bestimmte Verhaltensweisen zur Norm zu erklären und diejenigen, die sich anders verhalten, als deviant zu stigmatisieren, sie sind zahlreich. Sie ranken sich in der Regel um die Begriffe „sozial“, „gerecht“ und „gleich“. Sieht man sich als Empfänger, an den diese Begriffe gerichtet werden, dann ist immer Vorsicht geboten.

Und natürlich ist die Stigmatisierung eines Verhaltens als deviant die Vorstufe zur Kriminalisierung des entsprechenden Verhaltens. Diesen Prozess der Kriminalisierung kann man derzeit im Hinblick auf das Rauchen beobachten. Die Freiheit von einst ist zum fast schon delinquenten Verhalten geworden, die Grenze zur Kriminalität überschreitet der bereits, der in einer nicht zum Rauchen freigegebenen Zone oder in einem Ministerium zum Glimmstängel greift.

Leider müssen wir einmal mehr feststellen, dass diejenigen, die sich mit Methoden des Freiheitsentzugs für Dritte beschäftigen, in der institutionalisierten Wissenschaft zu finden sind. An der Vorderfront wenn es darum geht, freie Menschen zu bevormunden und ihr Verhalten zu stigmatisieren, finden sich regelmäßig Ärzte, denen es offensichtlich nicht genug ist, zu heilen. Sie wollen auch missionieren. Vielleicht wollen sie auch missionieren, weil das Heilen nur selten gelingt …

Wie dem auch sei. Die medizinische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf vertreten durch Daniel Kotz, Melanie Böckmann und Sabrina Kastaun tut sich im Ärzteblatt vom 5. April 2018 mit einem Artikel hervor, der mit „Nutzung von Tabak und E-Zigaretten sowie Methoden zur Tabakentwöhnung in Deutschland“ überschrieben ist. Der Artikel ist das, was man früher als deskriptiven Beitrag bezeichnet hätte, der aber in seiner aktuellen Variante nicht ohne Wertung und nicht ohne Kniefall vor der Obrigkeit auskommt (soviel zur Unabhängigkeit der Wissenschaft).

Wir berichten mit Zwischenüberschriften (von uns):

Deviantes Verhalten:

„Immer noch greifen 25% der Bevölkerung über 15 Jahre zur Zigarette oder zu anderen Tabakprodukten“, so entrüsten sich die Autoren.

Gutmenschen-Allüren:

Vor allem „sozial schwächere Bevölkerungsgruppen“ rauchen häufiger und sind „weniger erfolgreich“ mit dem Versuch, sich das Rauchen abzugewöhnen. Die CareArbeit, sie macht erst richtig Spaß, wenn man sich nicht nur bevormundend, stigmatisierend und mit ausreichend Entrüstungspotential über das Verhalten Anderer echauffieren kann, sondern wenn diese Anderen einer sozialen Klasse zugeordnet werden können, die man unter sich wähnt. Da kommt Freude auf.

Kontrollfreude im O-Ton:

„Die WHO empfiehlt, das Rauchverhalten in der Bevölkerung zu überwachen“ (235). Und natürlich machen sich Kotz, Böckmann und Kastaun gerne zu Blockwarts, die das Überwachungsbedürfnis der WHO in die Tat umsetzen. Nicht nur, sind sie Gutmenschen, die sich über das Verhalten Dritter (das sie überhaupt nichts angeht) echauffieren, nicht nur laben sie sich an der Tatsache, dass sie diese devianten Anderen in einer sozialen Klasse unter der ihren verorten, nein, sie sind auch auf der Seite ihrer Obrigkeit.

Andienen bei der Obrigkeit:

Das wahre Gutmenschentum zeigt sich nicht nur darin, Andere zu stigmatisieren und denen, die man für die Obrigkeit hält, in den Allerwertesten zu kriechen, es zeigt sich auch darin, Gesetzesverschärfungen, Verbote zu fordern, Kriminalisierung durchzusetzen. So:

„Der Tabakkonsum resultiert unter anderem vermutlich aus einer unzureichenden Umsetzung von Tabakkontrollmaßnahmen in Deutschland. Deutschland ist beispielsweise das einzige EU-Land, in dem Außenwerbung für Tabakprodukte noch erlaubt ist. … Der Nichtraucherschutz in Deutschland ist noch vergleichsweise schlecht umgesetzt: So wurden etwa in Italien, Irland oder Finnland bereits Rauchverbote in Autos eingeführt, wenn Kinder mitfahren“ (239).

In Kurz: Wir wissen nichts Genaues, aber wir wollen verbieten. Man muss Gutmenschen langsam Einhalt gebieten, bevor sie die Welt in ein Gefängnis verwandelt haben.

Der Andien-Beitrag, den wir unter Legitimationsforschung ablegen, er wird seinen Niederschlag in den Medien der prekären Mittelschicht finden, denn dort sind diejenigen beschäftigt, die sich ihr karges Salär dadurch gutschreiben müssen, dass sie sich als den „sozial schwächeren Bevölkerungsgruppen“ überlegen und normenkonform darstellen. Denn die WHO hat gesagt: Du sollst nicht rauchen. Also rauchen sie nicht.

Geschrieben wurde dieser Beitrag übrigens von einem Nichtraucher, der sich mit dem Gedanken trägt, aus Renitenz mit dem Rauchen zu beginnen, er ist alt genug, um mit den Folgen noch lange genug leben zu können.

Kotz, Danile, Böckmann, Melanie & Kastaun, Sabrina (2018). Nutzung von Tabak und E-Zigaretten sowie Methoden zur Tabakentwöhnung in Deutschland. Deutsches Ärzteblatt 115(14): 235-242.


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Inszenierte Kinderarmut: Zuwanderung in die Statistik überfordert redaktionelle Gehirne

Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, nicht mehr über Kinderarmut zu schreiben. Die Hysterie, die dieses Luxusproblem in einem Land umgibt, in dem selbst Hartz-IV-Empfänger meilenweit davon entfernt sind, in Armut zu leben, wie man leicht erfahren kann, wenn man beim nächsten Club Med Urlaub die Schutzzone verlässt und einmal eine Wohngegend der einheimischen Bevölkerung in Tunesien, Algerien oder Marokko oder in Ägypten besucht, widert uns an. Wer sich tatsächlich an das Thema „Armut“ herantraut, der möge sich in den Slums von Rio, von Brazzaville, Libreville oder Kinshasa umsehen. Das hilft weiter.

Obwohl es in Deutschland faktisch keine Kinderarmut gibt, ist das Thema ein Dauerbrenner. Kinder, die in Hartz-IV leben, denen im Rahmen von Hartz IV monatlich 240 Euro (0 bis 5 Jahre), 296 Euro (6 bis 13 Jahre) bzw. 316 Euro (14-18 Jahre) zugestanden werden, sollen in Deutschland in Armut leben, weil sie, wie wir vor einiger Zeit berichtet haben, nicht wöchentlich ins Restaurant gehen oder ein Kino besuchen können. Der Irrsinn, der sich mit der angeblichen Kinderarmut in Deutschland verbindet, bricht sich heute in einem Beitrag der Tagesschau Bahn, der mit „Zahlen zu Kinderarmut“ und „Immer mehr Kinder leben von Hartz-IV“ überschrieben ist.

Tatsächliche Armut

Kinder, deren Eltern Hartz-IV beziehen und für die zusätzlich Hartz-IV bezahlt wird, leben nicht in Armut. Wer es nicht glaubt, die Slums der Erde stehen demjenigen, der sich für soziale Probleme wirklich interessiert und nicht einfach soziale Probleme zur eigenen Bereicherung inszenieren will, offen.

Hartz-IV-Bezug ist auch kein Schicksal, wie bei der Tagesschau zu lesen, sondern ein Zustand, den man aus eigener Kraft verändern kann. Kinder sind deshalb nicht „jung, aber schon arm“, wie es weiter heißt, sondern sie werden oft genug als Kinder von Hartz-IV-Beziehern geboren, um die Hartz-IV-Bezüge der eigenen „Bedarfsgemeinschaft“ zu erhöhen. Gut 40% der Hartz-IV-Bezieher beziehen seit mehr als vier Jahren Hartz-IV. Die durchschnittliche Bezugsdauer von Hartz-IV hat sich von 555 Tagen (2011) kontinuierlich auf 629 Tage (2016) erhöht. Gut 40% der Kinder von Hartz-IV-Beziehern sind im Alter zwischen 0 und 5 Jahren und haben eine gute Chance in eine bestehende Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaft hinein geboren worden zu sein. Wenn man dieses Thema unter „Kinderarmut“ diskutieren will, dann muss man nach der Verantwortung von Eltern fragen, die obwohl sie Hartz-IV-Bezieher sind, ihrer Fertilität freien Lauf lassen, oder man muss die Möglichkeit zulassen, dass Kinder in Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften geboren werden, um deren Einkommen zu erhöhen, dass sie ein Wirtschaftsfaktor in diesen Gemeinschaften sind, der Einkommen generiert und einen zusätzlich Bedarf schafft.

Der Gipfel des Irrsinns ist jedoch erreicht, wenn man eine statistische Kategorie schafft „Hartz-IV-Bezieher“, die den empirischen Tatbestand beschreibt, dass der Erfasste aufgrund von Arbeitslosigkeit Grundsicherung bezieht bzw. in einer Bedarfsgemeinschaft lebt und dort einen Regelbedarf an Grundsicherung anmelden kann (wie dies für Kinder der Fall ist), dann eine große Zahl von Menschen importiert, die, weil sie keiner Arbeit nachgehen bzw. keine Ausbildung mitgebracht haben, die ihnen die Aufnahme einer Arbeit ermöglicht, diese Menschen zu Berechtigten von Grundsicherung macht, sie entsprechend statistisch erfasst und dann ein Lamento darüber anstimmt, dass die Kinderarmut so sehr gestiegen sei.

Tatsächlich ist eine Zuwanderung von Kindern und Erwachsenen aus Syrien, Afghanistan und anderen Ländern in die Grundsicherung von Hartz-IV und die damit verbundene statistische Erfassung erfolgt. Davon, dass damit keine Armut verbunden ist, kann sich jeder überzeugen, der die Wohnmöglichkeiten, die für Zuwanderer geschaffen wurden, in Augenschein nimmt.

Warum angebliche Journalisten wie die der Tagesschau in Beiträgen behaupten, sie würden „die jüngsten Statistiken der Bundesagentur für Arbeit“ verarbeiten, wenn sie Daten bis Juni 2017 berücksichtigen, die jüngsten Statistiken der Bundesagentur für Arbeit aber bis zum Dezember 2017 reichen, ist eine Frage, die man nur mit einer der Optionen Unkenntnis oder Dilettantismus beantworten kann.

Wir haben ein paar der neuesten Daten der Bundesagentur für Arbeit zusammengestellt, aus denen deutlich hervorgeht, dass die Anzahl der deutschen Bezieher von Hartz-IV seit Mitte 2010 kontinuierlich zurückgeht, während die Anzahl der ausländischen Bezieher von Hartz-IV seit Mitte 2014 und ab 2015 deutlich ansteigt. Das spiegelt die Zuwanderung von Hartz-IV-Beziehern aus Krisenregionen der Erde wider.

Die nächste Abbildung zeigt die Verteilung der Kinder in Hartz-IV-Haushalten. Hier finden sich Anstiege seit Mitte 2014, die bei Kindern im Alter von 6 bis 14 Jahren und von 0 bis 3 Jahren am deutlichsten ausfallen. Die jeweilige Steigerung kann man einmal mit einer erhöhten Fertilität unter Hartz-IV-Beziehern erklären und einmal mit einer Zuwanderung von Kindern in Hartz-IV, die die Zuwanderung von Erwachsenen, die wir schon gezeigt haben, begleitet.

Es gibt also keine Zunahme von Kinderarmut in Deutschland, zum einen, weil es eine Armut von Kindern, die diesen Namen verdient, in Deutschland nicht gibt. Smartphonebesitzer, die regelmäßige Mahlzeiten erhalten könnten, wenn ihre oft alleinerziehenden Hartz-IV-Mütter kochen würden, sind nicht arm. Es gibt eine Zuwanderung in die Hartz-IV-Statistik, von Flüchtlingen, die man ebenfalls nur dann als arm bezeichnen kann, wenn man den Begriff der Armut so entleert, dass er auch diejenigen umfasst, die sich keinerlei Sorgen um ihr Dasein (mehr) machen müssen.


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