Welche Freiheit? ScienceFiles-Umfrage

Wenn Sie die Wahl zwischen einem kurzen, intensiven Leben und einem langen, drögen Leben haben, was wählen Sie?

Lebensentscheidung- Was wählen Sie?

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Wie stark sind Ihre Überzeugungen? Würden Sie Ihre Überzeugung mit Gewalt verteidigen

Würden Sie ihre Überzeugung mit Gewalt verteidigen

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Wie sehr hängen Sie an Freiheit? Würden Sie Freiheit vorziehen, auch wenn sie dadurch gesellschaftliche Nachteile haben, z.B. dadurch, dass sie zu bestimmten Jobs nicht zugelassen werden oder in der Öffentlichkeit an den Pranger gestellt werden?

Beharren auf individueller Freiheit trotz persönlicher Nachteile?

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Sehen Sie in der Zukunft der deutschen Gesellschaft die Notwendigkeit, ihre Freiheit mit Gewalt zu verteidigen?

Wird es in Zukunft in Deutschland notwendig sein, Freiheit mit Gewalt zu verteidigen?

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Sechs Fragen, die alle eine latente Variable gemeinsam haben, nämlich die Überzeugung, dass Freiheit eine Funktion der Intensität ist, mit der sie verteidigt wird. Pointiert ausgedrückt, würde eine Gesellschaft, deren Mitglieder nicht bereit sind, ihre Freiheit notfalls unter Einsatz des eigenen Lebens zu verteidigen, zwangsläufig eine totalitäre Gesellschaft. Die Dynamik hinter dieser Aussage ist leicht dargestellt. Nehmen wir zwei Akteure, A und B an. A versucht, die Grenzen seines eigenen Handelns auszutesten und nach Möglichkeit hinauszuschieben. B lässt ihn gewähren. Weil B ihn gewähren lässt, wird A immer dreister, schiebt er seine Grenzen immer weiter hinaus, zwangsläufig auf Kosten von B, am Ende steht eine totale Abhängigkeit Bs von A, es sei denn, B setzt an irgend einer Stelle in diesem Prozess A eine Grenze, was er nach Lage der Dinge nur mit Gewalt tun kann.



Quelle

Jede Gesellschaft besteht u.a. aus Interessengruppen, in denen sich unterschiedliche Mengen von Individuen zusammengeschlossen haben, um ihre Interesse gegenüber anderen gesellschaftlichen Gruppen durchzusetzen.

Jede Interessengruppe hat zwangsläufig die Verbesserung des eigenen Zugangs zu gesellschaftlichen Ressourcen, die Besserstellung der eigenen Gruppe gegenüber anderen gesellschaftlichen Gruppen zum Gegenstand. Deshalb sind Erzählungen von “Benachteiligung” oder “Diskriminierung” so wichtig, denn der Versuch, gesellschaftliche Ressourcen in die eigene Tasche zu leiten, wird auf diese Weise nicht als der aggressive Akt, der er ist, gerahmt, sondern als nachholende Gerechtigkeit.

Jeder Versuch, sich Ressourcen auf Kosten Dritter anzueignen, ist mit einer Reduzierung der Freiheit dieser Dritten verbunden. Werden sie vom Zugang zu Ressourcen ausgeschlossen, dann entfallen damit zwangsläufig Handlungsoptionen. Freiheit ist definiert als Abwesenheit äußerer Grenzen. Der Ausschluss vom Zugang zu bestimmten Ressourcen und daraus folgend eine geringere Menge von Handlungsoptionen stellt äußere Grenzen und somit einen Verlust von Freiheit dar.

In westlichen Gesellschaften gibt es zwei Arten, der eigenen Interessengruppe den Zugang von Ressourcen auf Kosten von anderen gesellschaftlichen Gruppen zu sichern:

  • Man behauptet, die Bevorteilung der eigenen Gruppe sei eine nachholende Korrektur für vorhandene Ungleichheit; Diese Masche wird von allen Gruppen, die dem identitätslinken Spektrum zugeordnet werden können, von Black Lives Matter bis zu LSBTQ+usw. angewendet;
  • Man behauptet, die eigene Bevorteilung diene dazu, der Gesellschaft große zukünftige Übel zu ersparen; Klimakultisten sind mit dieser Masche ebenso unterwegs wie Gutmenschen, die angeblich um die Gesundheit ihrer Mitmenschen besorgt sind;

Beide Arten sind offenkundige Versuche der Manipulation, um Ressourcenzugänge (Geld, Positionen, Status) für sich zu monopolisieren und alle anderen dafür bezahlen zu lassen.



Dass diese Versuche so erfolgreich sind, das ist nun unsere Hypothese, basiert darauf, dass es als legitim ausgegeben wird, sich auf Kosten von Anderen zu bereichern, wenn einer der oben genannten Gründe vorgeschützt wird. Dass es als legitim ausgegeben werden kann, das liegt daran, dass der Widerstand gegen diese offenkundigen Versuche der Selbstbereicherung gering ist. Dass der Widerstand gegen diese Versuche der Selbstbereicherung gering ist, liegt an einer allgemeinen Sattheit und der irrtümlichen Ansicht, dass die eigene Freiheit selbstverständlich und durch derartige Selbstbereicherung nicht beeinträchtigt wird. Dass sich diese Ansicht halten kann, hat damit zu tun, dass individueller Widerstand scheinbar keinen Unterschied zu machen scheint. Individueller Widerstand ist dispers, nicht organisiert, es muss grundsätzlich eine Schwelle zur Öffentlichkeit überwunden werden, es werden somit First Mover benötigt, die nach wie vor sehr selten sind, und die es schaffen, Widerstand über einen Scheitelpunkt zu tragen (Mancur Olson hat dies in seiner Abhandlung über die Logik des kollektiven Handelns beschrieben).

Letztlich ist es nur dann möglich, eine Gesellschaft, die auf dem Weg in den Totalitarismus ist, weil die Übergriffe auf die Freiheit einzelner, die von den immer zahlreicher werdenden Versuchen, gesellschaftliche Ressourcen zu monopolisieren, ausgehen, immer häufiger werden, vor eben diesem Totalitarismus zu bewahren, wenn viele Akteure unabhängig von einander und deshalb, weil sie ihren PRINZIPIEN folgen, weil es ihren ÜBERZEUGUNGEN widerspricht, eine öffentlich sichtbare Grenze ziehen, in dem sie z.B. die Zahlung von Steuern oder Abgaben oder GEZ-Gebühren verweigern. Damit sind wir bei den Eingangsfragen, denn eine solche Entscheidung ist für First Mover mit Kosten verbunden, die sich erst amortisieren, wenn eine große Anzahl von Menschen ihrem Beispiel des Widerstands folgt. Folglich sind Akteure gefragt, die bereit sind, Opfer für ihre Überzeugung zu bringen, die für Freiheit kämpfen, weil sie sich dazu entschieden haben.

Die meisten Moral-Philosophen, vor allem die Schottischen, denken, alle Menschen hätten einen Punkt, ab dem sie Widerstand leisten, unabhängig davon, ob andere Widerstand leisten. Man kann nun argumentieren, dass sich moderne Wohlfahrtsstaaten diese Erkenntnis zu Nutze gemacht haben und ihren Bürgern gerade so viel an Transferleistung zukommen lassen, dass sie diesen Punkt nicht erreichen.

Und weil dem so ist, ist die Bereitschaft, für Freiheit und gegen die Einschränkung derselben durch staatliche Akteure ins Feld zu ziehen, so wichtig, denn Freiheit kann man in der Regel nicht kaufen, Zwang schon. Maßnahmen, um Ressourcenzugänge gesetzlich zu monopolisieren, ein Beispiel ist das Professorinnenprogramm, werden über Zwang durchgesetzt. Mit dem Zwang wird in diesem Fall männlichen Bewerbern Freiheit genommen, ohne dass die bevorteilten weiblichen Bewerber dadurch einen Zugewinn an Freiheit hätten. Zwang setzt eine Legitimation voraus, und er setzt eine stillschweigende (Verfahrens-)Akzeptanz voraus. Die Legitimation wäre in diesem Fall leicht zu beseitigen. Wenn sich KEIN männlicher Bewerber mehr auf Stellen, die im Rahmen des Professorinnenprogramms ausgeschrieben sind, bewirbt, wäre die Legitimation schnell dahin. Ist die Legitimation dahin, folgt die Akzeptanz des Verfahrens auf dem Fuß: Wer würde ein Auswahlverfahren akzeptieren, das dauerhaft dazu führt, die besten Bewerber abzuschrecken?

Diese Argumentation redet nicht der Zivilcourage das Wort, schon deshalb nicht, weil Zivilcourage einer dieser entwerteten Begriffe ist.

Diese Argumentation redet der Verteidigung der Freiheit das Wort, dem Bewusstsein als freier Mensch und nicht als Staatsangehöriger und Steuerzahler oder Untertan geboren zu sein. Als Mensch, der einen Anspruch auf Freiheit stellt, hat man nicht nur das Recht, sondern geradezu die Pflicht, Grenzen zu ziehen, um eine Erosion von Freiheit zu verhindern. Regierungen, die mit Bürgern konfrontiert sind, die Steuerzahlungen einstellen, weil ihnen die Übergriffe auf die eigene Freiheit zu weit gehen, werden ab einer bestimmten Häufigkeit nicht umhin können, darauf zu reagieren, entweder mit noch mehr Zwang, was letztlich zu dem führt, was immer am Ende totalitärer Systeme steht: Kämpfe zwischen Parteisoldaten und Insolvenz, oder dadurch, den heftigen Angriff auf individuelle Freiheitsrechte aus Gründen der Selbstbereicherung, den wir derzeit sehen, einzustellen, um Schlimmeres zu verhindern.

Wie auch immer – aller Anfang ist eine individuelle Entscheidung, eine Entscheidung eine Grenze zu ziehen und zu sagen: Bis hierher und nicht weiter. Warum wird die Freiheit in westlichen Gesellschaften also immer geringer? Weil zu wenige für Freiheit eintreten, für sie kämpfen.



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