Internationale Corona-Gleichschaltung: Kafka, Orwell und der normale Wahnsinn in Japan und Deutschland.

Dr. Wolfgang Zoubek, unser freier Mitarbeiter, der uns regelmäßig über die Verhältnisse in Japan berichtet, hat einen Erfahrungsbericht geschickt, der Grenzen überschreitet, nicht figurativ, sondern tatsächlich. Er hat eine Flugreise von Japan nach Deutschland und zurück unternommen und berichtet von den Schikanen, die ihm dabei zugemutet wurden, Schikanen, die in ihrer Sinnlosigkeit nicht nur an Franz Kafkas Prozess erinnern, sondern offenkundig dazu gedacht sind, Menschen die Freizügigkeit so zu vergällen, dass sie von sich aus aufhören, zu verreisen, so dass die Verantwortlichen behaupten können, sie hätten Grundrechte nicht angerührt und dennoch das gewünschte Ergebnis einfahren können. Die irre Welt, in der wir derzeit leben, eine Welt, in der Betrüger und Fälscher für Parlamente kandidieren, in der es geradezu anstößig ist, Kompetenzen zu haben, etwas Informiertes über die Bereiche von sich geben zu können, in denen Aktivisten, Polit-Darsteller und Medien-Aktivisten dilettieren, die Welt, in der ein dementer und offenkundig bösartiger alter Mann an der nominalen Spitze des Landes geduldet wird, das einst für Freiheit stand, wie kein anderes und das derzeit von einem totalitären Mob zugrunde gerichtet werden soll, eine Welt, in der sich Polit-Darsteller anmaßen, über das Leben derer zu bestimmen, die sie angeblich nur repräsentieren wollen, eine Welt, in der sich die Repräsentierten fügen und sich mit – wie immer deutlicher wird – vollkommen unwirksamen Impfstoffen in Gefügigkeit und Untertänigkeit pressen lassen, soll als das neue Normal etabliert werden.

Die meisten der Absurditäten und A-Normalitäten, die wir gerade zusammengefasst haben, finden sich im Bericht von Dr. Wolfgang Zoubek wieder, an den wir nun das Keyboard übergeben (im figurativen Sinn):


Ein Erlebnisbericht zwischen den Welten Japan und Europa.
Dr. Wolfgang Zoubek

Der Corona-Wahnsinn treibt auch auf der östlichen Hälfte des Globus seine Blüten. Man muss zwar froh sein, dass sich japanische Politiker nicht für so eine Irrsinnspolitik entschieden haben wie jene in Australien, aber sie treiben es auch sehr bunt.

In Japan gab es im August und September – obwohl es von den „Experten“ prognostiziert worden war – kein exponentielles Wachstum der Infiziertenzahlen. Während der Olympiade stiegen die Zahlen in Tokyo zwar auf über 5000 neue Fälle pro Tag und landesweit auf über 20 000, doch nach der Olympiade ebbte die Welle ab, und die Zahlen haben sich inzwischen wieder auf das niedrige Vorsommerniveau eingependelt. Trotzdem wird nun auch in Japan die Impfung für fünf- bis elfjährige Kinder diskutiert, und die Booster-Impfung für Senioren empfohlen.

Einen Offenbarungseid leistete kürzlich der Chefberater der Regierung in Sachen Corona, Dr. Omi, der beinahe einmal Chef der WHO geworden wäre. Als er an der Pressekonferenz mit dem Premierminister Suga teilnahm, bei der die Aufhebung der letzten Ausnahmezustände verkündet wurde, sagte Dr. Omi, er glaube an die Wirkung der Impfung. Wenn es nicht mehr um Studienergebnisse, sondern nur um Glaubensfragen geht, dann müsste man aber wohl auch die Meinung der Impfskeptiker akzeptieren, die nicht an die Wirkung des Impfstoffs glauben, zumindest nicht an eine positive.

Die mediengesteuerte Impfeuphorie hat in Japan einen herben Dämpfer erlitten, seit auch über krasse Nebenwirkungen – zum Teil mit Todesfolge – berichtet wurde. Da auch immer mehr Impfdurchbrüche bekannt werden – allein im Lauf der Olympiade waren über 400 angeblich geimpfte Sportler positiv auf Covid 19 getestet worden – begannen sich immer mehr Japaner zu fragen, wozu sie sich noch impfen lassen sollten.

Die Impfrate stagniert seitdem bei 55 Prozent. Wenn einmal das Vertrauen in politische Maßnahmen verspielt ist, dann nützt alle Propaganda nichts mehr. Von den Leuten, die derzeit zu Impfungen aufgefordert werden, erscheint nur noch ein geringer Bruchteil, um sich tatsächlich impfen lassen. Nicht wenige bereits Geimpfte empfanden es als Schock, zu erfahren, dass sie genauso auf der Intensivstation landen und sogar sterben könnten wie Ungeimpfte. Lange Zeit wurde das nämlich kategorisch bestritten.

Auch wenn es offiziell niemand eingestehen will, inzwischen gilt in Japan Comirnaty nicht mehr als die ultimative Lösung der Corona-Krise. Wenn von Bürgern gefragt wird, bis wann man damit rechnen könne, zu einem normalen Leben zurückzukehren, wird die Impfung nur noch am Rande erwähnt. Stattdessen werfen sich die Politiker in die Brust, loben die braven Leute, die bisher so diszipliniert waren – angeblich tragen 90% der Japaner ständig Masken – aber bitten noch um ein bisschen Geduld bis nächstes Jahr. Da soll nämlich ein japanischer Impfstoff und ein in Japan entwickeltes Heilmittel gegen Covid 19 zur Verfügung stehen.

Bisher wurden von der WHO nur pharmazeutische Produkte getestet, die schon in anderen Bereichen zum Einsatz kamen, aber nicht ausdrücklich gegen Covid 19 entwickelt worden waren. Was von dem Versprechen eines japanischen Heilmittels zu halten ist, ob das wieder nur Propaganda ist, um die Leute hinter’s Licht zu führen, oder ob mehr dahinter steckt, lässt sich schwer beurteilen. Ich frage mich aber, warum diese Prioritäten nicht von Anfang in der Weise gesetzt wurden.

Nun zu meinem Erlebnisbericht.

Im September flog ich nach Europa und besuchte meine Heimat. Da es sich um eine Erbschaftsangelegenheit und nicht bloß um Urlaub handelte, wurde mir die Reise von meinem Arbeitgeber genehmigt. Daheim traf ich nicht nur meine Verwandtschaft, sondern auch alte Freunde nach rund einem halben Jahr wieder und war erstaunt, was für eine Veränderung in der Zwischenzeit mit ihnen vorgegangen war. Alle waren geimpft, auch jene, die sich zuvor noch sehr skeptisch zur Corona-Politik geäußert hatten.

Ein anderer Teil meines Freundeskreises, bei dem immer schon die Konformisten den Ton angaben, lehnte es sogar ab, sich mit mir zu treffen, nachdem sich herumsprach, dass ich nicht geimpft bin. Einige verlangten zuerst, ich dürfe nur mit einem negativen Coronatest zum Treffen erscheinen, doch andere sahen darin trotzdem noch ein zu großes Risiko für sie alle. Sie hatten sich selbst erst als Geimpfte wieder aus ihren Wohnhöhlen gewagt, und es offenbar kognitiv noch nicht bewältigt, dass ihnen eine wirkungslose Impfung aufgeschwatzt worden war. Denn von einem negativ getesteten Ungeimpften geht für sie bei weitem weniger Gefahr aus, als wenn sie sich untereinander als Geimpfte ungetestet treffen.

Künftigen Epochen wird das, was Politik und Medien hier seit eineinhalb Jahren veranstaltet haben, und worauf ein so großer Prozentsatz der Leute hereinfiel, als Paradebeispiel für wirkungsvolle Gehirnwäsche gelten. Wie Winston Smith in „1984“ sehen sie jetzt alle fünf Finger statt vier, wenn O’Brien die Hand hebt.

Die einzige aus meinem Bekanntenkreis, die sich noch nicht hat impfen lassen, ist eine alte Freundin von mir. Aber sie ist nahe daran, mürbe zu werden, denn sie ist Schauspielerin und bei Engagements, oder nur für die Teilnahme an Castings, wird die Impfung fast überall zur Bedingung gemacht.

Ich nutzte die Zeit im September auch für einen Kurzurlaub und war unter anderem in Österreich und Italien. Das Reisen in Europa war unkomplizierter, als ich mir es vorgestellt hatte, und es waren schon recht viele Touristen unterwegs. Zumindest der innereuropäische Fremdenverkehr scheint wieder auf die Beine zu kommen.

Problematisch wurde es, als ich nach Japan zurückfliegen wollte. Beim Hinflug hatte es wegen Corona keine Probleme gegeben, doch beim Rückflug hinderte man mich beim Einchecken, obwohl ich einen negativen PCR-Test vorweisen konnte.

Ein ähnliches Problem traf mich schon Anfang des Jahres, damals hatte ich nur einen negativen Antigentest, der wurde aber nach telefonischer Rückfrage beim Flughafen Narita akzeptiert, da ohnehin bei der Ankunft neuerlich ein PCR-Test obligatorisch war. Ich war deshalb optimistisch, dass es auch diesmal mit dem Flug noch klappen würde.

Doch diesmal schaltete man auf stur. Es hieß, dass für Japan ein gesondertes Formular vorgesehen ist, wo die Benutzung von Begriffen wie – Nasopharyngeal(swab/smear)/ Nasopharynx(swab/smear)/ Saliva/Nasopharyngeal oder Oropharyngeal(swab/smear) – in der Testbeschreibung enthalten sein muss, sonst wird das Ergebnis nicht anerkannt.

Ich hatte erst keine Ahnung, was das Fachchinesisch bedeuten sollte, aber offenbar soll damit dokumentiert werden, ob beim Test der Abstrich im Rachen, durch die Nase oder sonstwie genommen wurde. So, als ob die japanischen Behörden daran zweifeln würden, dass die Tests im Ausland ohne diese Angaben korrekt durchgeführt würden. Das Formular, auf dem diese Angaben dann angekreuzt werden müssen, sind aber nur simple ausgedruckte Zettel, die von Hand ausgefüllt und dann gescannt verschickt werden.

Ich musste also nun einen zweiten PCR-Test machen, was für 70 Euro am Flughafen möglich war, aber das Ergebnis ließ so lange auf sich warten, dass ich gezwungen war, meinen Flug – natürlich auf eigene Kosten – umzubuchen, um erst am nächsten Tag zu fliegen. Zum Glück war da noch ein Platz im Flugzeug frei, denn Japan macht den Fluglinien auch Vorschriften über die Auslastungskontigente. Zu mehr als einem Drittel dürfen die ankommenden Maschinen nicht gefüllt sein.

Der Witz an der ganzen Angelegenheit war, dass ich zuerst nur einen Gratis-Test aus einer Apotheke hatte. Das Ergebnis des Tests vom Flughafen hatte dann aber denselben Wortlaut auf Deutsch und Englisch wie mein voheriger Gratistest, sogar das Layout des Formulars war gleich. Da fühlt man sich fast wie Asterix mit dem Passierschein A 38 im Haus, das verrückte macht, oder auf gut Österreichisch im wahrsten Sinne des Wortes „papierlt“. Als ich dann bei dem Labor anrief und sagte, dass ich mit so einem Testergebnis nichts anfangen könne, denn damit würde ich nicht ins Flugzeug gelassen, kam dann nach einer Stunde als Anhang einer weiteren Mail endlich noch der oben erwähnte Wisch.

Ich empfand diese Maßnahme als reine Schikane. Die japanische Regierung will mit solchen Mitteln wohl verhindern, dass japanische Bürger oder in Japan lebende Ausländer Flugreisen machen. Beim Abflug hatte noch ein normaler PCR-Test genügt, der in Japan nur in Spitälern durchgeführt wird und umgerechnet 250 Euro kostete. Weder das japanische Reisebüro noch die Fluglinie haben mich darüber informiert, dass beim Rückflug ein normaler PCR-Test nicht mehr ausreichend ist.

Es ist wohl der Sinn der Übung, damit für die einzelnen Passagiere das Stresslevel und die Reisekosten zu erhöhen. Später erfuhr ich, dass so etwas nicht nur mir passiert ist. Mit den beiden PCR-Tests von Hin- und Rückflug, sowie der Umbuchungsgebühr wurden die Kosten meines Hin- und Rückflugs um mindestens 50 Prozent in die Höhe getrieben. Flugreisen sollen den Leuten offenbar mit allen Mitteln vermiest werden.

Weder beim Einchecken noch bei der Ankunft in Japan wurde ich aber gefragt, ob ich geimpft wäre. Obwohl in einzelnen Regionen Japans Impfpässe als Bedingung für Restaurant- und Hotelbesuche derzeit erprobt werden, gibt es bislang keine 3G-Regeln. Ungeimpfte müssen im Alltag nirgendwo ein negatives Testergebnis vorweisen. Man versucht die Leute nur zu ködern, indem man ihnen Vergünstigungen in Aussicht stellt. Zum Beispiel soll künftig nach Flugreisen die Selbstisolationszeit für Geimpfte von vierzehn auf zehn Tage verkürzt werden, oder man erhält Rabatte beim Einchecken in Hotels.

Auch an meinem Arbeitsplatz, einer Universität, spielen die 3G-Regeln keine Rolle. Ich wurde bisher noch nicht gefragt, ob ich geimpft bin, und von den Studenten oder anderen Kollegen kenne ich den Impfstatus auch nicht. Ich weiß nur von einem, der sich impfen ließ und danach zwei Tage mit 39 Grad Fieber im Bett lag. Es wird aber erwartet, dass man am gesamten Campus Masken trägt, auch im Freien, nur allein in seinem Büro darf man sie abnehmen. Und in den Seminarräumen müssen alle voneinander abgetrennt hinter durchsichtigen Vinylfolien sitzen.

Aber zurück zu meiner Ankunft in Japan. Am Flughafen Narita wurden alle ankommenden Passagiere sofort in weit abgelegene Flughafenbereiche geführt. Die Situation hatte etwas Kafkaeskes, man musste durch lange leere Gänge und kam an einer Reihe von provisorisch aufgestellten Schaltern vorbei. Beim ersten Türhüter wurde man gefragt, in welchen Ländern man sich in den letzten beiden Wochen aufgehalten, ob man mit infizierten Personen Kontakt gehabt, oder selbst Covid-Symptome an sich festgestellt hat. Dann war ein PCR-Spucktest fällig, wobei wenigstens erfreulich war, dass man das Ergebnis schon innerhalb einer Stunde erhielt und nicht einen ganzen Tag darauf warten musste.

Damit aber noch nicht genug des bürokratischen Hürdenlaufs. Man musste dann auch einen QR-Code auf seinem Handy nachweisen, oder sich einen solchen Code zuweisen lassen. Und wer kein Handy hatte, dem wurde das magische Zeichen auf einem ordinären Blatt Papier ausgedruckt. Es enthielt Angaben zur persönlichen Identität und zum Wohnsitz, die damit ausgelesen werden können, ohne dass man einen Ausweis zeigen muss.

Während der ganzen Prozedur wurde man ausgesprochen höflich behandelt. Man hatte gar keine Gelegenheit, ungeduldig zu werden, immer kam gleich wer zur Beschwichtigung. Eine ganze Armada aus Hilfskräften war dazu angeheuert worden, und auch wenn die sicherlich keine hohen Stundenlöhne erhalten, ist das ein gigantischer Zusatzaufwand. Früher schon waren in Japan die bürokratischen Formalitäten, die mit Einreise- und Zollkontrollen verbunden waren, lästig, aber das, was sich jetzt an den Flughäfen abspielt, war noch vor eineinhalb Jahren zu Beginn der Corona-Krise unvorstellbar.

Mit dem PCR-Test und dem QR-Code war die Sache dann auch noch nicht erledigt. Dann kam man in eine Abteilung, wo man sich mehrere Apps aufs Handy installieren lassen musste. Die erste registriert stets den Aufenthaltsort, die zweite ist eine COCOA genannte contact tracing app, und die dritte fragt den Gesundheitszustand ab. Man muss täglich mit ja oder nein eingeben, ob man Fieber oder sonstige Covidsymptome hat.

©Wolfgang Zoubek

Als ich dem für mich zuständigen Betreuer sagte, dass ich kein Handy besitze, sah mich der so entgeistert an, als läge das außer seiner Vorstellungskraft. Ich musste mir dann für zwei Wochen ein Smartphone auf eigene Kosten mieten, und man kreierte ungefragt für mich auch einen Gmail-Account, wobei man mir nicht einmal selbst überließ, das Passwort zu wählen. Wer aber die E-mail-Adresse und das Passwort kennt, kann nicht nur alle Mails mitlesen, sondern auch Mails in meinem Namen verschicken. Hält man mich als Nichthandybesitzer für so blöd, dass ich das nicht weiß?

Ich hatte früher ein Handy, aber ich habe mich damit bereits damals immer wie an einer langen Leine gefühlt, und es darum abgeschafft. Dank Corona hängt man mit einem Handy inzwischen schon an einer sehr kurzen Leine. Es kommen nämlich täglich – zusätzlich zu den Abfragen des Gesundheitszustands und des Aufenthaltsorts – auch Videoanrufe, die man annehmen und dann sein Gesicht für 30 Sekunden in die Kamera halten muss, um zu beweisen, dass man sich tatsächlich in seinen vier Wänden aufhält.

Allerdings wird das alles nicht so heiß gegessen wie gekocht. Ich habe es mir schlimmer vorgestellt, als es ist. Das ganze Brimborium funktioniert automatisch und dient nur dem Zweck, dass man sich ständig überwacht fühlen soll. Der Zeitpunkt der Anrufe war leicht auszurechnen, meist kam einer am Vormittag und gegen Mittag und am früheren oder späteren Nachmittag noch zwei. Selbstisolation nach der Einreise heißt in Japan nicht, dass es verboten ist, außer Haus zu gehen. Notwendige Wege darf man erledigen, man soll sich nur mit sozialen Kontakten zurückhalten.

In den zwei Wochen darf man auch kein öffentliches Verkehrsmittel benutzen. Ich habe das Problem gelöst, indem ich meinen eigenen Wagen in einem Parkhaus am Flughafen stehen gelassen habe, sonst wäre ich nach meiner Ankunft gar nicht nach Hause gekommen, sondern hätte die Selbstisolation auf eigene Rechnung in einem Hotel in Narita verbringen müssen.

Ich war mir nicht sicher, wie die Apps am Handy tatsächlich programmiert waren, ob sie nicht mehr konnten, als man mir gegenüber zugab. Technisch wäre es ohne weiteres möglich, mit Hilfe des Handys ein Bewegungsprofil zu erstellen. Das war auch der Grund, warum nicht wenige Japaner, die sich zuerst die COCOA App aufschwatzen hatten lassen, sie später wieder deinstallierten, denn man hat keinerlei Kontrolle darüber, was diese App alles weitergibt. Ich ließ das Handy daher immer zu Hause in einem Nebenzimmer liegen, denn ich wollte mich nicht ausspähen lassen. Wenn ich ins Grüne fuhr und wie gewohnt spazieren ging, fiel das nicht auf, denn länger als zwei Stunden war ich nie weg.

Fazit: Ich hatte mit Schwierigkeiten auf meiner Reise gerechnet, aber mich bewusst dafür entschieden, weil ich mich von der hysterischen Corona-Politik nicht länger ins Bockshorn jagen lassen will. Von der offensichtlichen Bosheit, mit der manche Maßnahmen angeordnet wurden, war ich dennoch überrascht.

Mittlerweile empfinde ich die Corona-Politik nur noch als Kasperl-Theater, auch wenn es mir schwer fällt, darüber zu lachen. Über den Sinn oder Unsinn von Regeln wird gar nicht mehr nachgedacht, man zwingt die Leute nur – wenn nötig mit Polizeigewalt – sie einzuhalten.

Als Ausländer wird einem in Japan angedroht, dass die Aufenthaltsgenehmigung aberkannt und man deportiert werden könnte, wenn man sich nicht an die Vorschriften hält. Ich frage mich, gilt es dann schon als Verbrechen, einmal nicht zu Hause angetroffen zu werden, oder macht man sich erst schuldig, wenn man jemand anderen mit Covid-19 infiziert hat?

Ich habe mich in den vielen Jahren meines Aufenthalts in Japan meist an die Regeln gehalten – von Falschparken und Geschwindigkeitsüberschreitungen auf der Autobahn einmal abgesehen. Als Ausländer genießt man eine gewisse Narrenfreiheit, da man nicht dem selben rigorosen Konformitätsdruck wie die Japaner ausgesetzt ist. Ich habe mir aber immer gedacht, dass ich in diesem Land nur Gast bin und mich daher so verhalten, wie die Gastgeber es von mir erwarten.

Doch seit Corona sehe ich die Sache anders. Es geht gar nicht mehr um hygienische und medizinische Aspekte, es geht nur noch darum, alle auf Linie zu bringen, und man soll dabei das selbständige Denken einstellen. Das Eigenverantwortungsprinzip wurde in den letzten eineinhalb Jahren völlig aus der Welt geschafft, stattdessen muss man sich nun überall gängeln lassen. Wenn staatliche Verwaltungen aber so übergriffig werden, dass sie einem sogar im Privatbereich nachschnüffeln, bin ich nicht mehr bereit, jede ihrer willkürlich aufgestellten Regeln einzuhalten.


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