Die Geschichte des neuesten Manipulationsversuches, den die Shitstream-Medien verbreiten, ist schnell erzählt. Sie hat bei der ARD das folgende Aussehen:
Forscher hätten „66.000 Menschen befragt“, behauptet Daniel Peter vom BR, nicht 65.974 oder 66.120, nein 66.000 (tatsächlich sind es 66.242) und herausgefunden, dass 12 bis 27jährige Fake News schlecht von Tatsachen unterscheiden könnten.
Was folgt ist das Lamento, das Anlass war, diesen Beitrag überhaupt zu schreiben:
Peter hat dazu einen Professor für Medienethik an der Universität Erlangen-Nürnberg, Christian Schicha, ausgegraben, der bereit ist, das zu sagen, was von ihm erwartet wird:
„Christian Schicha ist Professor für Medienethik an der Universität Erlangen-Nürnberg. Er ist von den Ergebnissen der Studie nicht überrascht. Jüngere Menschen seien prinzipiell öfter im Netz unterwegs und daher auch öfter mit Falschinformationen konfrontiert.
Für ihn ist klar: Damit diese Generation und die nachfolgenden jungen Menschen lernen, wie sie mit der Datenfülle im Internet und auf Social Media klarkommen, brauche es mehr Vermittlung von Medienkompetenz an den Schulen. Nur so lasse sich vermeiden, dass junge Menschen Falschinformationen für richtig halten.“
Nicht, dass in Schulen seit Jahrzehnten versucht würde, das, was Leute wie Schicha für „Medienkompetenz“ halten, zu vermitteln. Und selbst wenn: es ist zu wenig, sonst könnten 12 bis 27jährige Fake News von Tatsachenaussagen unterscheiden. Aber damit ist Schicha noch nicht am Ende: Er fordert mehr oder weniger den Beruf des Journalisten zu schützen, was man wohl so verstehen muss, dass sich nur noch „Journalist“ nennen können soll, wer seine ideologische Passung und politische Korrektheit, sein Fehlen jeglichen Urteilsvermögens und seine Bereitschaft, sich an den ideologischen Zeitgeist zu verkaufen, hinreichend dokumentiert hat.
„Generell sieht Schicha auch darin ein Problem, dass bei vielen Meldungen und Nachrichten, egal ob auf Social Media oder im Internet, die Seriosität auf der Strecke bleibe. Das Problem fängt für den Medienethiker damit an, dass der Beruf des Journalisten kein geschützter ist.“
Und natürlich ist der Beitrag geschrieben, um die in den letzten Monaten doch arg gebeutelten Fakten“checker“ in ihrer Aufgabe, den öffentlichen Informationsraum von der vorgegebenen Ideologie widersprechenden Ergebnissen freizuhalten, zu legitimieren und deren Wichtigkeit zu betonen:
„Was den Medienethiker besonders beunruhigt, ist der Trend aus den USA unter der Regierung von Donald Trump: Unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit würden Falschinformationen und Lügen verbreitet, Menschen verleumdet.
Dass sich der Konzern Meta, zu dem Facebook, Instagram und WhatsApp gehören, von professionellen Faktenchecks verabschiedet hat, findet Schicha alarmierend. Europa und Deutschland müssten deshalb weiterhin daran arbeiten, dass es hohe Standards wie den Digital Services Act der EU gebe, damit sich Fake News nicht so schnell verbreiten.“
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Und so schwadronieren sie alle über die Ergebnisse einer Studie, von denen sie ALLE nicht wissen, wie sie zustande gekommen sind, nicht einmal Autor Peter weiß das. Er schreibt:
„20 Fragen beinhaltete der Test auf Englisch, den die Teilnehmenden online abrufen konnten. Darin wurden mehrere Überschriften vorgestellt, zum Beispiel: „Linke lügen eher, um eine gute Note zu bekommen“, „Die Regierung vertuscht massiv ihre Beteiligung am 11. September“ oder „Eine kleine Gruppe von Menschen kontrolliert die Weltwirtschaft durch die Manipulation des Gold- und Ölpreises.“ Die Teilnehmer mussten per Mausklick entscheiden, ob diese Aussagen richtig oder falsch sind.„
Es ist ein Problem, dass „Journalist“, Daniel Peter, BR, fühlt sich wohl also solcher, kein geschützter Beruf ist. Da könnten wir Schicha ausnahmsweise einmal zustimmen, denn was Peter hier behauptet, ist schlicht und nachweislich FALSCH. Zwar gibt es eine Frage zu Linken, die eher lügen, aber das Lügen bezieht sich nicht auf „gute Noten“ [Dazu gleich]. Die beiden anderen Aussagen, die der kleinen Gruppe von Menschen, die Gold- und Ölpreise manipuliere oder die Regierung, die ihre Beteiligung an 9/11 vertuscht, sind frei erfunden. Es ist erschreckend, dass nicht einmal Medienethiker, die Beiträge zu solchen Texten, wie dem von Peter leisten, zwischen Fake News und Tatsachenbehauptungen unterscheiden können, und ihren Senf zu einem Text beisteuern, der Fake News verbreitet. Vermutlich liegt das Problem darin, dass Medienethiker kein geschützter Begriff ist und die Seriosität auf der Strecke bleibt.
Gehen wir also in die Studie, die Peter angeblich gelesen haben will:
Kyrychenko, Yara, Hyunjin J. Koo, Rakoen Maertens, Jon Roozenbeek, Sander van der Linden, and Friedrich M. Götz. (2025). Profiling misinformation susceptibility.Personality and Individual Differences 241: 113177.
Man kann sich das komplette Lesen solcher Studien, die die politische Korrektheit, den Versuch, sich bei linker Ideologie anzudienen, bereits im Titel tragen, meist sparen, wenn man sich zunächst einmal auf die Suche nach dem macht, was die Grundlage der „Studie“ ist: Die Messung der Kenntnis von Fake News bzw. Tatsachenaussagen. In der vorliegenden Studie kommt MIST zum Einsatz. Mist steht im Englischen für Dunst/Nebel, im Deutschen für MIST und als Akronym für Misinformation Susceptibility Test. Wir halten, die deutsche Bedeutung für die adäquate Bedeutung zur Beschreibung von MIST.
In der Tat umfasst der Test 20 Aussagen, die man als richtig oder falsch bewerten soll. Und wenn Sie den Test gemacht haben, dann wissen Sie bereits, dass der Test eine heftige linke Schlagseite hat, deutlich an Items wie:
New Study: Left-Wingers Are More Likely to Lie to Get a Higher Salary
Es wird natürlich erwartet, dass die Aussage als Fake News eingeordnet wird. Indes, da es keine uns bekannte Studie gibt, die die Disposition von Angestellten sich höhere Gehälter durch Lügen zu erschwindeln, untersucht und nach politischer Orientierung analysiert, ist die Aussage zunächst einmal eine, deren Wahrheitsgehalt nicht geklärt werden kann, pending further study, wie es so schön heißt.
Und damit die Schlagseite gleich ganz deutlich wird, gibt es noch diese Aussage:
„The Corporate Media Is Controlled by the Military-Industrial Complex: The Major Oil Companies Own the Media and Control Their Agenda“
Dass Mainstream-Medien von Rüstungsfirmen und Ölkonzernen kontrolliert werden, ist eine Verschwörungstheorie, die in linken Kreisen, vor allem unter den Klimajüngern weit verbreitet ist. Es gibt indes keinen wirklichen Beleg dafür, der uns bekannt wäre. Kontrolle über das, was Shitstreammedien berichten, wird sicher ausgeübt, entsprechende Versuche kommen nach unserer Ansicht eher aus NGOs, von Pharmafia, von Leuten wie Gates und Soros und natürlich aus Regierungsparteien, vor allem denen, die wie die SPD in Deutschland ein Riesen-Medienimperium kontrollieren.
Dessen ungeachtet wird demjenigen, der den MIST-20 ausfüllt, die Aussage als richtig bewertet gewertet, wenn er sie als REAL NEWS als korrekte Nachricht bewertet.
Damit Sie sich ein Bild von dem Text machen können, mit dem Linke die Verbreitung ihres Weltbildes prüfen und jeden, der es nicht teilt, der Fake News bezichtigen, hier einer der Tests, den ich durchgeführt habe. EINE Antwort ist falsch. Welche?
Dass, wie man dem Text der ARD entnehmen kann, „konservative Menschen“ bei einem Test, der auf Übereinstimmung mit dem linken Weltbild testet, schlechter abgeschnitten haben, als diejenigen, die linke Ideologie nicht nur gefressen, sondern auch verdaut haben, ist nur für diejenigen verwunderlich, die nicht wissen, auf welchem „Test“ die zugeschriebene Unterscheidungsfähigkeit zwischen Fake und Real News basiert.
Vor diesem Hintergrund ist es dann mehr als lustig, dass ein Medienethik-Professor darüber schwadroniert, dass „junge Menschen“ nicht in der Lage seien, Fake News von Tatsachen zu unterscheiden und Journalismus, wie der, den er gerade mit seinen Aussagen stützt, geschützt werden müsse…
Wir haben natürlich trotzdem die Studie gelesen.
Die Ergebnisse finden sich alle in einer Tabelle, dieser Tabelle:
Immerhin geben die Autoren, das muss man positiv hervorheben, Gütemaße an, so dass man sich ein Bild darüber machen kann, was diese Modelle taugen. Sie erklären zwischen 3,2% und 7% der vorhandenen Varianz, eher nicht das, was man als „gutes Modell“ bezeichnen würde. Hinzukommt: Der höchste Koeffizient findet sich für „intercept“, also den Punkt, an dem eine berechnete Gerade die y-Achse schneidet. Es ist misslich, wenn das, was man nicht erklären kann, am meisten zum Ergebnis beiträgt, denn genau das besagt der hohe Koeffizient für „Intercept“. Insofern sind wir gespannt auf eine Replikation der Ergebnisse, sofern eine solche möglich ist. Indes dürften die Ergebnisse schon variieren, wenn man ein anderes lineares Modell nutzt …
Wie auch immer, die Studie, die Peter in der ARD bespricht, gibt das, was er behauptet, nicht her, was Medienethiker Schicha offenkundig nicht weiter stört, denn er lässt sich vor den Karren der Peterschen Fake News spannen, aber letztlich sind die Ergebnisse ohnehin irrelevant, weil es nur darum ging, einen Aufhänger zu finden, mit dem man die Werbetrommel für Faktenchecker und mehr Geld für schulische Indoktrination und zu dem eine Schließung des Informationsmarktes rühren kann.
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Mittlerweile genügt es, z.B. unter Windows 10 in der Symbolleiste auf das Wettersymbol zu zeigen und es wird der woke Schwachsinn hinsichtlich Information und Wetter (bei realen 20 Grad Mitte April in tiefrot) angezeigt.
Die vorgestellte Altersgruppe hat vermutlich andere Präferenzen. Ob die besser sind, weiß ich nicht.
Es gibt Fragen, deren richtige Antwort man einfach nicht wissen kann – woher sollte jemand wissen, welcher Hersteller welche Veränderungen in seinem Sortiment plant -, und sehr viele Fragen bzw. die Antworten auf sie sind für die meisten Menschen (bis auf Weiteres) einfach irrelevant. Würden sie „in freier Wildbahn“ solchen Fragen begegnen, würden sie sie wohl einfach überlesen bzw. übergehen und sich keinen Moment lang fragen, was die richtige Antwort auf sie ist.
So gesehen ist die ganze Übung einfach lächerlich.
Aber:
Anders betrachtet ist sie, glaube ich, dunklen Motiven geschuldet, denn offenbar soll mit so etwas suggeriert werden, 1. man könne die meisten, wenn nicht alle Fragen, die man stellen kann, überhaupt entweder mit „richtig“ oder mit „falsch“ beantworten, und 2. dass man irgendwie dumm oder gar „schuldig“ sei, wenn man Aussagen als richtig oder falsch einstuft, obwohl sie von „höherer“ Stelle – was oder wer auch immer das zu sein sich anaßen mag – anders eingestuft wird.
Und das ist absurd.
Sehr viele, wenn nicht die meisten Fragen, haben keine solche klare Antwort. Die Frage, ob eine Aussage richtig oder falsch ist, zutreffend ist oder nicht zutreffend ist, ist in sehr vielen Fällen einfach nicht beantwortbar – und vor allem:
FALSCH GESTELLT, besonders, wenn es um Wissenschaft oder „Studien“ geht. Die angemessene Form der Reaktion auf eine Aussage ist nicht eine Stellungnahme dazu, ob sie nach eigener Meinung richtig oder falsch ist, sondern vielmehr, die Frage zu stellen: wie gut ist diese Aussage begründet? Je besser sie begründet ist, desto eher wird man meinen, dass sie „richtig“ oder „wahr“ sei, und als wie gut begründet man eine Aussage ansieht, hängt von der Anzahl und Qualität der Argumente ab, die für sie ins Feld geführt werden, und von Vorerfahrungen, die man mit Dingen gemacht hat, die einem im Zusammenhang mit der Aussage relevant vorkommen, die man mit der Aussage aufgrund von Vorerfahrungen in Verbindung bringt.
Beispiel: Ich z.B. halte es für plausibel und glaubwürdig, wenn eine Studie herausgefunden haben sollte, dass politisch/ideologisch Linke häufiger lügen, wenn es um ihren Lebenslauf, ihre angeblich erworbenen Bildungstitel uvm. geht, und zwar 1. deshalb, weil man argumentieren kann, dass das sozusagen in der Natur der Sache liege, Linke dem, was man konservative Werte wie „du sollst nicht lügen“ nennt, nicht oder weniger verbunden sind als politisch/ideologisch Rechtsgerichtete, und 2. deshalb, weil ich eine Reihe von Studien kenne, die teilweise auch auf SF besprochen oder genannt wurden, die zeigen, dass Linksgerichtete häufiger ein Persönlichkeitsprofil zeigen, dem ein solches Verhalten entsprechen würde. Und dann kommen noch Vorerfahrung dazu mit Bezug auf existierende Politiker, die ihren Lebenslauf gefälscht, Abschlüsse oder Tätigkeiten behauptet haben, die sie gar nicht haben oder ausgeführt haben, und die Beobachtung, dass die weit überwiegende Zahl von ihnen in linken Parteien waren.
Wenn ich also sage: „ja, ich glaube es“, wenn jemand sagt, eine Studie habe das herausgefunden, dann ist das 1. logisch, 2. aufgrund meiner Kenntnis von anderen empirischen Studien und 3. aufgrund von – unsystematischen, aber immerhin: Beobachtungsdaten begründet. Das dürfte gewöhnlich als eine recht gute Begründung akzeptiert werden. Ich würde die Aussage deshalb erst einmal für richtig halten. Das bedeutet nicht, dass sie nicht falsch sein KANN, aber wenn ich so einfach wie der Schuss aus dem Dunkeln Stellung zu der Aussage nehmen sollte, dann würde ich sie glaubhaft finden, eben weil, sie glaubhaft zu finden, nach meinem Wissen und Erfahrungsstand besser begründet werden kann als sie nicht zu glauben bzw. für falsch zu halten.
Und -und das ist, finde ich, ein sehr wichtiger Punkt:
Zusammenhangsstudien sehr häufig Korrelationsstudien – und nicht Experimente -, und es lassen sich in der Welt alle möglichen Korrelationen finden, plausible und unplausible, so dass es überhaupt keinen Grund gibt, nicht zu glauben, dass eine Studie eine bestimmte Korrelation gefunden hat, ganz UNABHÄNGIG davon, ob ich persönlich diese Korrelation plausibel oder unplausibel finde und UNABHÄNGIG davon, ob der Zusammenhang da draußen in der Welt tatsächlich – immer, manchmal, mit Ausnahmen – besteht oder nicht.
Ergo:
Wenn jemand im Test die Aussage im Beispiel ohne Weiteres als falsch einstufen würde, sie sogar als Misinformation markieren wollte, dann würde ich ihn für einfältig oder (oder und) ungebildet halten, denn es gibt keine einigermaßen vernünftige Grundlage, diese Aussage im Beispiel als falsch einzustufen.
Es ist immerhin etwas anderes, ob ich glaube, dass eine Studie eine bestimmte Korrelation festgestellt haben kann, oder ob ich glaube, dass der Zusammenhang, der in der Korrelation anscheinend abgebildet ist, in der Welt generell, ohne Ausnahme, oder überhaupt existiert. Anscheinend können diejenigen, die für diesen „Test“ verantwortlich sind, zwischen diesen beiden qualitativ sehr verschiedenen Dingen nicht unterscheiden – von vielen anderen Denkfehlern, die ich hier anbringen könnte, ganz abgesehen, und wenn das so ist, dann sind sie es, die dringend Nachhilfe im Denken und Urteilen benötigen! Der „Test“, den sie entworfen haben, ist dann erstens ein Abbild ihrer eigenen Mängel in Sachen Urteilsvermögen, und 2. vermutlich tatsächlich ein Versuch, Leute auf ein dichotomes Weltbild hin zu drillen, in dem Aussagen entweder richtig oder falsch sind und falsch ist, was das „Wahrheitsminiterium“ aufgrund der gerade herrschenden Ideologie als richtig angesehen haben möchte. Sofern der „Test“ überhaupt auf etwas testet, dann ist es – wie Michael Klein in seinem Artikel schon festgehalten hat – das Ausmaß, in dem die Teilnehmer das dichotome Weltbild und insbesondere ideologische Sprech-/Denk-Vorgaben verinnerlicht haben oder zu reproduzieren bereit sind, ohne sie verinnerlicht zu haben.
Ich kann die Begriffe Desinformation und Fakenews nicht mehr hören (lesen). Sie haben ohne Zweifel Hochkonjunktur.
Überall wird uns derzeit vorgemacht, man könne immer eindeutig zwischen Desinformation (bewusster Irreführung, bösartiger Lüge), Falschinformation (irrtümlich oder aus Nichtwissen verbreiteter falscher Information) und der puren reinen Wahrheit unterscheiden – das wäre für sich schon eine Fakenews. Tatsächlich setzt das alles das berühmtberüchtigte Wahrheitsministerium voraus, das verbindlich festlegt, was man meinen sollte/muss. Statt Wahrheitsministerium dann eben die „professionellen Faktenchecker“ à la Correctiv als Allwissende und tadellose Journalisten/Wissenschaftler ERSTER GÜTE, besser als die Konkurrenz, der man Fehler nachweisen will.
Dabei haben die gegenwärtig agierenden Faktenchecker ja den großen Charme, dass sie meist mit Medien verbandelt sind – die selber Infos verbreiten. Da könnte man doch glatt einen soziologischen Rollenkonflikt vermuten.(?) Faktencheck-Team bei der Deutschen Presseagentur, #Faktenfuchs des Bayerischen Rundfunks, International Fact-Checking Network (IFCN /@Poynter), ein Netzwerk aus mehreren Dutzend Organisationen, die Rede war zuletzt m. W. von rund 150, wie Associated Press, Washington Post, Le Monde, DPA. Kann man erwarten, dass sich die Mitgliedsorganisationen gegenseitig kritisieren, sollte jemand von ihnen Unsinn schreiben? Oder ist das ohnehin undenkbar?
Die Annahme, man müsse Fakenews und Tatsachen immer unterscheiden können, krankt allein schon daran, dass die öffentliche Debatte zu einem Großteil subjektive Meinungen, Wertungen, Prognosen beinhaltet. Die wenigsten Themen, über die debattiert und gestritten wird, sind im mathematisch-technischen Sinn eindeutig. Auch bei den vorgestellten Statements dürfte sich schwerlich immer objektiv nachweisen lassen, was wahr ist, was nicht. In der Tat, ob
Left-Wingers Are More Likely to Lie to Get a Higher Salary
ist eine Frage, die wohl mehr als nur eine Studie erforderte, um ihren Wahrheitsgehalt zu erkunden. Das Statement ist ja so abstrakt und allgemein, dass es schwerlich ernsthaft zu belegen oder widerlegen ist. Ähnlich wie es die Aussage „Migration bringt überwiegend Vorteile für eine Gesellschaft“ wäre. Vielleicht lügen ja linksgerichtete Erwerbstätige wirklich mehr? Wer weiß das schon.
Dass es jetzt auch noch den Journalisten an den Kragen geht („Das Problem fängt für den Medienethiker damit an, dass der Beruf des Journalisten kein geschützter ist“), ist ein gefährlicher Nebenaspekt des grassierenden Kampf-gegen-Desinformation-Fiebers. Vielleicht brauchen wir wirklich bald allerorten die im Koalitionsvertrag von Union und SPD erträumte „staatsferne Medienaufsicht“ (Gruppe der Landesmedienanstalten?), die „unter Wahrung der Meinungsfreiheit auf der Basis klarer gesetzlicher Vorgaben gegen Informationsmanipulation sowie Hass und Hetze vorgehen“ kann. Oder mit Medienethik und Psychologie befasste Uniprofessoren in geschützten Berufen, die Journalisten beibringen, was sie schreiben müssen. Vielleicht sollten der Einfachheit halber gleich staatsferne Medienaufsichten und Unis den Journalismus übernehmen, damit alles seriös zugeht.
Seit Corona-Buyx habe ich zu dem Begriff Ethik ein gespaltenes Verhältnis. Wenn mir jetzt der Staatsfunk die Meinung eines Professors für Medienethik unterschieben möchte, weiß ich bereits, dass mich keine wirklichen Fakten erwarten.
Ethik in den Propagandamedien ist aktuell das, was der Auftraggeber in Bezug auf seine politische Agenda hören will. Der Ethikbegriff wird hier nur benutzt, um Schweinereien, die durchgesetzt werden sollen, zu verschleiern.
Wer gibt eine solche „Forschung“ überhaupt in Auftrag und wer bezahlt am Ende dafür? Sind es wieder Steuergelder, die dafür verwendet werden, den Steuerzahler als „Klein-Doof“, der auf Leitung durch linke Erleuchtete angewiesen ist, darzustellen?
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Mittlerweile genügt es, z.B. unter Windows 10 in der Symbolleiste auf das Wettersymbol zu zeigen und es wird der woke Schwachsinn hinsichtlich Information und Wetter (bei realen 20 Grad Mitte April in tiefrot) angezeigt.
Die vorgestellte Altersgruppe hat vermutlich andere Präferenzen. Ob die besser sind, weiß ich nicht.
Es gibt Fragen, deren richtige Antwort man einfach nicht wissen kann – woher sollte jemand wissen, welcher Hersteller welche Veränderungen in seinem Sortiment plant -, und sehr viele Fragen bzw. die Antworten auf sie sind für die meisten Menschen (bis auf Weiteres) einfach irrelevant. Würden sie „in freier Wildbahn“ solchen Fragen begegnen, würden sie sie wohl einfach überlesen bzw. übergehen und sich keinen Moment lang fragen, was die richtige Antwort auf sie ist.
So gesehen ist die ganze Übung einfach lächerlich.
Aber:
Anders betrachtet ist sie, glaube ich, dunklen Motiven geschuldet, denn offenbar soll mit so etwas suggeriert werden, 1. man könne die meisten, wenn nicht alle Fragen, die man stellen kann, überhaupt entweder mit „richtig“ oder mit „falsch“ beantworten, und 2. dass man irgendwie dumm oder gar „schuldig“ sei, wenn man Aussagen als richtig oder falsch einstuft, obwohl sie von „höherer“ Stelle – was oder wer auch immer das zu sein sich anaßen mag – anders eingestuft wird.
Und das ist absurd.
Sehr viele, wenn nicht die meisten Fragen, haben keine solche klare Antwort. Die Frage, ob eine Aussage richtig oder falsch ist, zutreffend ist oder nicht zutreffend ist, ist in sehr vielen Fällen einfach nicht beantwortbar – und vor allem:
FALSCH GESTELLT, besonders, wenn es um Wissenschaft oder „Studien“ geht. Die angemessene Form der Reaktion auf eine Aussage ist nicht eine Stellungnahme dazu, ob sie nach eigener Meinung richtig oder falsch ist, sondern vielmehr, die Frage zu stellen: wie gut ist diese Aussage begründet? Je besser sie begründet ist, desto eher wird man meinen, dass sie „richtig“ oder „wahr“ sei, und als wie gut begründet man eine Aussage ansieht, hängt von der Anzahl und Qualität der Argumente ab, die für sie ins Feld geführt werden, und von Vorerfahrungen, die man mit Dingen gemacht hat, die einem im Zusammenhang mit der Aussage relevant vorkommen, die man mit der Aussage aufgrund von Vorerfahrungen in Verbindung bringt.
Beispiel: Ich z.B. halte es für plausibel und glaubwürdig, wenn eine Studie herausgefunden haben sollte, dass politisch/ideologisch Linke häufiger lügen, wenn es um ihren Lebenslauf, ihre angeblich erworbenen Bildungstitel uvm. geht, und zwar 1. deshalb, weil man argumentieren kann, dass das sozusagen in der Natur der Sache liege, Linke dem, was man konservative Werte wie „du sollst nicht lügen“ nennt, nicht oder weniger verbunden sind als politisch/ideologisch Rechtsgerichtete, und 2. deshalb, weil ich eine Reihe von Studien kenne, die teilweise auch auf SF besprochen oder genannt wurden, die zeigen, dass Linksgerichtete häufiger ein Persönlichkeitsprofil zeigen, dem ein solches Verhalten entsprechen würde. Und dann kommen noch Vorerfahrung dazu mit Bezug auf existierende Politiker, die ihren Lebenslauf gefälscht, Abschlüsse oder Tätigkeiten behauptet haben, die sie gar nicht haben oder ausgeführt haben, und die Beobachtung, dass die weit überwiegende Zahl von ihnen in linken Parteien waren.
Wenn ich also sage: „ja, ich glaube es“, wenn jemand sagt, eine Studie habe das herausgefunden, dann ist das 1. logisch, 2. aufgrund meiner Kenntnis von anderen empirischen Studien und 3. aufgrund von – unsystematischen, aber immerhin: Beobachtungsdaten begründet. Das dürfte gewöhnlich als eine recht gute Begründung akzeptiert werden. Ich würde die Aussage deshalb erst einmal für richtig halten. Das bedeutet nicht, dass sie nicht falsch sein KANN, aber wenn ich so einfach wie der Schuss aus dem Dunkeln Stellung zu der Aussage nehmen sollte, dann würde ich sie glaubhaft finden, eben weil, sie glaubhaft zu finden, nach meinem Wissen und Erfahrungsstand besser begründet werden kann als sie nicht zu glauben bzw. für falsch zu halten.
Und -und das ist, finde ich, ein sehr wichtiger Punkt:
Zusammenhangsstudien sehr häufig Korrelationsstudien – und nicht Experimente -, und es lassen sich in der Welt alle möglichen Korrelationen finden, plausible und unplausible, so dass es überhaupt keinen Grund gibt, nicht zu glauben, dass eine Studie eine bestimmte Korrelation gefunden hat, ganz UNABHÄNGIG davon, ob ich persönlich diese Korrelation plausibel oder unplausibel finde und UNABHÄNGIG davon, ob der Zusammenhang da draußen in der Welt tatsächlich – immer, manchmal, mit Ausnahmen – besteht oder nicht.
Ergo:
Wenn jemand im Test die Aussage im Beispiel ohne Weiteres als falsch einstufen würde, sie sogar als Misinformation markieren wollte, dann würde ich ihn für einfältig oder (oder und) ungebildet halten, denn es gibt keine einigermaßen vernünftige Grundlage, diese Aussage im Beispiel als falsch einzustufen.
Es ist immerhin etwas anderes, ob ich glaube, dass eine Studie eine bestimmte Korrelation festgestellt haben kann, oder ob ich glaube, dass der Zusammenhang, der in der Korrelation anscheinend abgebildet ist, in der Welt generell, ohne Ausnahme, oder überhaupt existiert. Anscheinend können diejenigen, die für diesen „Test“ verantwortlich sind, zwischen diesen beiden qualitativ sehr verschiedenen Dingen nicht unterscheiden – von vielen anderen Denkfehlern, die ich hier anbringen könnte, ganz abgesehen, und wenn das so ist, dann sind sie es, die dringend Nachhilfe im Denken und Urteilen benötigen! Der „Test“, den sie entworfen haben, ist dann erstens ein Abbild ihrer eigenen Mängel in Sachen Urteilsvermögen, und 2. vermutlich tatsächlich ein Versuch, Leute auf ein dichotomes Weltbild hin zu drillen, in dem Aussagen entweder richtig oder falsch sind und falsch ist, was das „Wahrheitsminiterium“ aufgrund der gerade herrschenden Ideologie als richtig angesehen haben möchte. Sofern der „Test“ überhaupt auf etwas testet, dann ist es – wie Michael Klein in seinem Artikel schon festgehalten hat – das Ausmaß, in dem die Teilnehmer das dichotome Weltbild und insbesondere ideologische Sprech-/Denk-Vorgaben verinnerlicht haben oder zu reproduzieren bereit sind, ohne sie verinnerlicht zu haben.
Ich kann die Begriffe Desinformation und Fakenews nicht mehr hören (lesen). Sie haben ohne Zweifel Hochkonjunktur.
Überall wird uns derzeit vorgemacht, man könne immer eindeutig zwischen Desinformation (bewusster Irreführung, bösartiger Lüge), Falschinformation (irrtümlich oder aus Nichtwissen verbreiteter falscher Information) und der puren reinen Wahrheit unterscheiden – das wäre für sich schon eine Fakenews. Tatsächlich setzt das alles das berühmtberüchtigte Wahrheitsministerium voraus, das verbindlich festlegt, was man meinen sollte/muss. Statt Wahrheitsministerium dann eben die „professionellen Faktenchecker“ à la Correctiv als Allwissende und tadellose Journalisten/Wissenschaftler ERSTER GÜTE, besser als die Konkurrenz, der man Fehler nachweisen will.
Dabei haben die gegenwärtig agierenden Faktenchecker ja den großen Charme, dass sie meist mit Medien verbandelt sind – die selber Infos verbreiten. Da könnte man doch glatt einen soziologischen Rollenkonflikt vermuten.(?) Faktencheck-Team bei der Deutschen Presseagentur, #Faktenfuchs des Bayerischen Rundfunks, International Fact-Checking Network (IFCN /@Poynter), ein Netzwerk aus mehreren Dutzend Organisationen, die Rede war zuletzt m. W. von rund 150, wie Associated Press, Washington Post, Le Monde, DPA. Kann man erwarten, dass sich die Mitgliedsorganisationen gegenseitig kritisieren, sollte jemand von ihnen Unsinn schreiben? Oder ist das ohnehin undenkbar?
Die Annahme, man müsse Fakenews und Tatsachen immer unterscheiden können, krankt allein schon daran, dass die öffentliche Debatte zu einem Großteil subjektive Meinungen, Wertungen, Prognosen beinhaltet. Die wenigsten Themen, über die debattiert und gestritten wird, sind im mathematisch-technischen Sinn eindeutig. Auch bei den vorgestellten Statements dürfte sich schwerlich immer objektiv nachweisen lassen, was wahr ist, was nicht. In der Tat, ob
Left-Wingers Are More Likely to Lie to Get a Higher Salary
ist eine Frage, die wohl mehr als nur eine Studie erforderte, um ihren Wahrheitsgehalt zu erkunden. Das Statement ist ja so abstrakt und allgemein, dass es schwerlich ernsthaft zu belegen oder widerlegen ist. Ähnlich wie es die Aussage „Migration bringt überwiegend Vorteile für eine Gesellschaft“ wäre. Vielleicht lügen ja linksgerichtete Erwerbstätige wirklich mehr? Wer weiß das schon.
Dass es jetzt auch noch den Journalisten an den Kragen geht („Das Problem fängt für den Medienethiker damit an, dass der Beruf des Journalisten kein geschützter ist“), ist ein gefährlicher Nebenaspekt des grassierenden Kampf-gegen-Desinformation-Fiebers. Vielleicht brauchen wir wirklich bald allerorten die im Koalitionsvertrag von Union und SPD erträumte „staatsferne Medienaufsicht“ (Gruppe der Landesmedienanstalten?), die „unter Wahrung der Meinungsfreiheit auf der Basis klarer gesetzlicher Vorgaben gegen Informationsmanipulation sowie Hass und Hetze vorgehen“ kann. Oder mit Medienethik und Psychologie befasste Uniprofessoren in geschützten Berufen, die Journalisten beibringen, was sie schreiben müssen. Vielleicht sollten der Einfachheit halber gleich staatsferne Medienaufsichten und Unis den Journalismus übernehmen, damit alles seriös zugeht.
Seit Corona-Buyx habe ich zu dem Begriff Ethik ein gespaltenes Verhältnis. Wenn mir jetzt der Staatsfunk die Meinung eines Professors für Medienethik unterschieben möchte, weiß ich bereits, dass mich keine wirklichen Fakten erwarten.
Ethik in den Propagandamedien ist aktuell das, was der Auftraggeber in Bezug auf seine politische Agenda hören will. Der Ethikbegriff wird hier nur benutzt, um Schweinereien, die durchgesetzt werden sollen, zu verschleiern.
Wer gibt eine solche „Forschung“ überhaupt in Auftrag und wer bezahlt am Ende dafür? Sind es wieder Steuergelder, die dafür verwendet werden, den Steuerzahler als „Klein-Doof“, der auf Leitung durch linke Erleuchtete angewiesen ist, darzustellen?