Polit-Märtyrer: Geheuchelte Empörung und Bigotterie

Die Obduktion einer Attacke mit Messer in Altena im Sauerland ist erstaunlich im Detail. Die Mainstream-Medien, die in der Regel den Täter in keiner Weise und sein Opfer schon gar nicht beschreiben können (oder erinnern Sie sich an die Opfer z.B. des Anschlags am Berliner Breitscheidplatz vor einem Jahr oder die Opfer aus Osnabrück, die ein Verärgerter gerade mit dem Auto überfahren hat?), sind dieses Mal ganz genau. Andreas Hollstein (CDU), Bürgermeister von Altena und „seit langem für sein Engagement für Flüchtlinge bekannt“ ist von einem „arbeitslosen Maurer“, der die Tat „spontan“ ausgeführt hat, „leicht verletzt“ worden. Der Angreifer habe „kommentarlos ein Messer gezogen und gesagt: ‚Sie lassen mich verdursten und holen 200 Flüchtlinge nach Altena‘”. Ganz so sehr am Verdursten war der arbeitslose Maurer offensichtlich doch nicht, denn „1.2 Promille“ Alkohol seien in seinem Blut gefunden worden. Die leichte Verletzung am Hals besteht aus einer „15 Zentimeter langen Schnittwunde“. „Hollstein wurde mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht, konnte aber noch am Abend nach Hause zurückkehren“.

Auch wenn es ziemlich übel ist, sich auf der falschen Seite eines Messers wiederzufinden, so findet man derart viel Liebe zum Detail bei öffentlich-rechtlichen Sendern nur selten, eigentlich nicht einmal dann, wenn mehrere Opfer in einer Fussgängerzone liegen, durch die für die Mainstream-Medien gerade ein „Lieferwagenfahrer“ gewalzt ist.

Und natürlich ist die Erregung unter denen, für die Panik und Hysterie der Ersatz für Leistung darstellt, besonders groß. Die Zeitungen und Online-Medien sind voller Zitate der Politik-Empörten aus Deutschland, die die Tat, nein: das Attentat aufs Schärfte verurteilen und dazu aufrufen, entschlossen gegen Hass und Extremismus vorzugehen.

Unter Historikern ist es feststehendes Wissen, dass die Inquisition und deren Gewohnheit, Menschen auf Scheiterhaufen zu verbrennen oder in Flüssen zu ersäufen oder auch nur ihre morbide Lust an Folter auszuleben, da zu einem Ende kam, wo die Opfer nicht mehr soziale Außenseiter oder Personen waren, die in ihrer Gemeinde keine soziale Lobby mobilisieren konnten. Als die ersten, die man in die Reihe der „betuchten“ oder „etablierten“ Bürger oder Honoratioren oder auch nur in deren Umfeld einreihen kann, von Inquisitoren als Opfer ausgewählt wurden, da war es ganz schnell vorbei mit der Inquisition.

Damit die empörten Politiker in ihrer neu entdeckten Entschlossenheit, nicht nur einem der Ihren zu Hilfe eilen können und nicht in den Ruch kommen, sie würden seinen Opferstatus ausnutzen, um sich selbst zu inszenieren und einen Polit-Märtyrer, den man im Kampf gegen Rechts benutzen kann, aufbauen, hier ein paar Vorfälle aus den Polizeiberichten des 27. und 28. November, die man als Messerattentat oder Messerangriff bezeichnen muss und deren Opfer man entsprechend in die allgemeine Polit-Empörung einschließen muss, wenn man es ernst meint und nicht einfach nur heuchelt.

Detmold:
Am späten Sonntagabend kam es in Detmold zu einem “Messerangriff” in einer Wohnung in der Fritz-Reuter-Straße. Bei dem 49-jährigen mutmaßlichen Angreifer handelt es sich um einen Bekannten des dort wohnenden Paares, der die beiden in der Vergangenheit regelmäßig besucht hatte. So auch am Sonntagabend. Bis um kurz nach 22.00 Uhr verlief der Abend nach bisher vorliegenden Informationen ohne Vorkommnisse. Als sich der 49-jährige Besucher dann verabschiedete um nach Hause zu gehen, soll er ohne Vorwarnung ein Messer gezogen und zunächst den 22-Jährigen Bekannten angegriffen haben.

Lingen:
Nachdem es am Mittwoch vergangener Woche am Fahrradstand hinter der Halle IV zu einer Bedrohung mit einem sogenannten Bowiemesser gekommen ist, sucht die Polizei nun Zeugen. Gegen 14 Uhr hatte ein amtsbekannter zwanzigjähriger Lingener ein gestohlenes Fahrrad in die Bahnhofsunterführung geworfen. Als er von einem 72-jährigen Zeugen angesprochen wurde, zog der Heranwachsende ein etwa 30 Zentimeter langes Jagdmesser und hielt es dem Opfer vor den Bauch. Der Täter drohte ihm, flüchtete dann jedoch in Richtung Kaiserstraße.

Lippe:
Lippe (ots) – Ein 51-Jähriger aus Blomberg steht in dringendem Tatverdacht, seine 43-jährige Ex-Frau am späten Montagnachmittag in Lage lebensgefährlich verletzt zu haben. Nach derzeit vorliegenden Informationen soll der Tatverdächtige seinem Opfer gegen 16.45 Uhr in der Danziger Straße aufgelauert und mehrfach zugestochen haben. Der Frau gelang die Flucht in ein Haus an der Breslauer Straße, wo sie auf Bekannte stieß, die sofort versuchten die Wunden zu versorgen. Parallel wurden Polizei und Rettungsdienst verständigt.

Hannover:
Hannover (ots) – Am Montag, 27.11.2017, kurz nach 19:30 Uhr, hat ein 37-jähriger Asylbewerber einen Mitbewohner (24 Jahre alt) vor der gemeinsamen Unterkunft an der Roesebeckstraße (Linden-Süd) mit einem Messer attackiert. Das Opfer hat sich hierbei Abwehrverletzungen zugezogen.

Düren:
Titz (ots) – Mit vorgehaltenem Messer hat am Montagabend ein bislang Unbekannter eine Postagentur überfallen und Geld geraubt.
Gegen 19:30 Uhr wollte die 46-jährige Geschädigte das Ladenlokal in der Linnicher Straße verlassen. Beim Abschließen der Tür von außen wurde sie von einem Mann zurück in die Räumlichkeiten gedrängt und mit einem Messer bedroht. Er bugsierte sie in den Tresorraum und zwang sie, den Tresor zu öffnen. Nachdem er das dort deponierte Geld entnommen hatte, entfernte er sich in unbekannte Richtung. Die Frau trug bei dem Überfall leichte Verletzungen davon.

Darmstadt:
Darmstadt (ots) – Am Dienstagmorgen (28.) gegen 03.30 Uhr, wurde eine Spielothek in der Holzstraße überfallen. Der mit einem Messer bewaffnete Täter forderte von der 45-jährigen Angestellten Bargeld. Da ihm nur einige hundert Euro ausgehändigt werden konnten, versuchte er erfolglos auch an das Geld eines Gastes zu kommen. Bei dem Mann war allerdings nichts zu holen, so dass der Täter schließlich die Spielothek verließ und zu Fuß in unbekannte Richtung flüchtete.

Bochum:
Bochum (ots) – Am 25. November (Samstag), gegen 16.00 Uhr, erledigt ein Mann (50) an dem Geldautomaten an der Wittener Straße 2 in Bochum seine Bankgeschäfte.
Plötzlich taucht eine männliche Person auf, bedroht den Bochumer mit einem Messer und fordert ihn auf, ihm das Geld, sobald es im Ausgabeschacht liegen würde, zu geben.

Schwerin:
Schwerin (ots) – Am 27.11.2017 gegen 14 Uhr wurde der 17-jährige Geschädigte auf dem Marienplatz von einer unbekannten Person angesprochen. Diese lockte das Opfer unter einem Vorwand in eine Wohnung im Stadtteil Mueßer Holz. Hier forderten die Täter Geldbörse und Handy. Als sich der Geschädigte weigerte, erhielt er Schläge ins Gesicht. Ein Täter drohte mit einem Messer, so dass die verlangten Sachen herausgegeben wurden. Der Geschädigte konnte die Wohnung wieder entlassen und suchte umgehend die Polizei auf. Er kam mit einer blutenden Nase und einer leichten Verletzung im Gesicht davon.

Münster:
Münster (ots) – Am 24.11.2017 gegen 18:30 Uhr wurde die Bundespolizei von der Zugbegleiterin der Regionalbahn 50 (Dortmund – Münster) informiert, dass sich ein randalierender Reisender im Zug befindet. Laut Zeugenaussagen soll der Mann ein Messer mit sich geführt und hiermit im Zug Reisende bedroht haben.

Heinsberg:
Hückelhoven (ots) – Am Freitag (24. November) steckte sich gegen 12.50 Uhr ein zunächst unbekannter Mann verschiedene Gegenstände in einem Sportgeschäft an der Straße Am Landabsatz ein. Dabei wurde er von einem Ladendetektiv beobachtet. Als er das Geschäft ohne die Ware zu zahlen verlassen wollte, sprach ihn der Detektiv an. Der Dieb lief daraufhin aus dem Laden und wurde von dem Mitarbeiter verfolgt. Auf dem Parkplatz des Geschäftes drehte sich der Täter um und bedrohte seinen Verfolger mit einem Messer.

Rudolstadt
Rudolstadt, Landkreis Saalfeld-Rudolstadt (ots) – Am Nachmittag des 25.11.2017 wurde die Polizei in eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Rudolstadt gerufen, da dort mehrere Bewohner eine Auseinandersetzung haben sollen. Nach bisherigen Erkenntnissen konsumierten zunächst mehrere Bewohner gemeinsam Alkohol in der Unterkunft. Im Laufe des Samstagnachmittags stieg mit dem Alkoholspiegel offenbar auch das Konfliktpotential unter den Beteiligten. Es folgten Beleidigungen und es drohte die Eskalation der Situation in körperlichen Auseinandersetzungen, weswegen die Polizei alarmiert worden war. Die Beamten beruhigten die Situation vor Ort und nahmen einen Beteiligten, dessen Identität zunächst nicht eindeutig geklärt war, in polizeilichen Gewahrsam. Der 15-Jährige, afghanischer Staatsangehörigkeit, der zu dem Zeitpunkt stark alkoholisiert war, verhielt sich gegenüber den Beamten renitent, weswegen ihm Handfesseln angelegt werden mussten. Als die Beamten den 15-Jährigen aus der Unterkunft zum Streifenwagen führen wollten, wurde der plötzlich von einem Landsmann attackiert. Ein 20-Jähriger war aus einem Versteck, mit einem Küchenmesser bewaffnet, auf den mit Handschellen gefesselten 15-Jährigen zugeeilt und stach mit dem Messer in Richtung des Oberkörpers. In der Folge konnte der ebenfalls alkoholisierte 20-Jährige von den Polizisten überwältigt und festgenommen werden. Glücklicherweise wurde der 15-Jährige trotz der Attacke nur geringfügig verletzt.

Frankfurt:
Frankfurt (ots) – (ne) Am Sonntagmorgen gegen 06:30 Uhr hatte eine Personengruppe in der Obermainanlage einen 29-jährigen Mann mit einem Messer bedroht und Bargeld sowie das Handy des Mannes gefordert.
Laut des 29-Jährigen bestand die Gruppe aus fünf Männern. Einer der Täter zog ein Messer und verlangte die Wertsachen des Opfers. Der 29-Jährige flüchtete ohne Herausgabe der Sachen in ein angrenzendes Mietshaus, wo ihm ein Anwohner zur Hilfe kam.

Meiningen:
Meiningen (ots) – Am Samstagabend kam es in der Unterkunft für Asylsuchende in der Landsberger Straße in Meiningen zu einem schwerwiegenden Vorfall. Wegen vorangegangener Meinungsverschiedenheiten erschien ein 18-Jähriger aus Afghanistan im Büro des Sicherheitsdienstes. Hier befanden sich zu diesem Zeitpunkt zwei Mitarbeiter. Mit einem der Männer hatte der junge Afghane schnell den Streit wieder aufgenommen. Im Verlauf zog er ein Messer und stach mehrfach auf den 36-jährigen Wachmann ein. Dieser flüchtete schwer verletzt in einen Nebenraum und schloss die Tür. Als der 18-Jährige diese gewaltsam aufbrechen wollte, hinderten ihn mehrere Mitbewohner daran.

Buchholz:
Zwei Heranwachsende im Alter von 18 und 19 Jahren sind am Sonntagabend in der Rütgersstraße Opfer eines Raubes geworden. Die beiden befanden sich gegen 18:20 Uhr bei einem Fahrradstand nahe des Bahnhofs, als sie von drei Unbekannten mit einem Messer bedroht und zur Herausgabe von Wertgegenständen aufgefordert wurden. Die beiden übergaben ihre Smartphones an die Täter, die daraufhin in Richtung Innenstadt flüchteten.

Keiner dieser Vorfälle wurde in den Mainstream-Medien, die die Lokalnachricht aus Altena als großen Aufmacher bringen, auch nur mit einer einzigen Zeile erwähnt.

Deutschland 2018.

Eine Chronik der von Politikern weitgehend unbedauerten und vielfach schwerwiegenderen Messerattacken findet sich hier.

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Pop-Oligarchen und Heuchler: Petition gegen den Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Eigentlich ist der Börsenverein des Deutschen Buchhandels ein Lobbyverband des Buchhandels – ein erfolgreicher Lobbyverband, dem hohe Buchpreise und rigide Preispolitik geschuldet sind. Dann ist der Börsenverein noch ein politischer Verein, der mit Feuer und Flamme für die Meinungsfreiheit kämpft. Wir zitieren aus der Selbstbeschreibung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels:

„Die Freiheit des Wortes ist Grundlage einer freien, demokratischen Gesellschaft und Voraussetzung für künstlerisches und publizistisches Schaffen. Für Verlage und Buchhandlungen sind Meinungs- und Publikationsfreiheit ideelle und wirtschaftliche Grundlagen ihrer Tätigkeit. Darüber hinaus verbreiten Buchhandlungen und Verlage das freie Wort, stoßen Debatten an und fördern den gesellschaftlichen Dialog. Dadurch haben sie maßgeblichen Anteil an der Gestaltung des gesellschaftlichen Meinungsbildungsprozesses. An vielen Orten der Welt sind Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit bedroht. Autorinnen und Autoren, Journalistinnen und Journalisten werden unter Druck gesetzt, verfolgt oder inhaftiert. Medien, Verlage und Buchhandlungen werden zensiert oder gar geschlossen.”

Schließlich ist der Deutsche Börsenverein eine Veranstaltung der Alten im Geiste, eine Ansammlung von Pop-Oligarchen, die noch nicht bemerkt haben, dass sie den Anschluss an die Moderne und die modernen Ideen verpasst haben. Vielmehr hat man beim Börsenverein Angst vor Wandel, vor politischem Wandel, der mit einer Veränderung liebgewonnener Strukturen, nepotistischer Strukturen einhergeht, und das führt dann zwangsläufig zur Heuchelei, dazu, dass der Börsenverein des Deutschen Buchhandels die salbungsvollen Worte über den eigenen Kampf für die Meinungsfreiheit ganz schnell vergisst, wenn es um Meinungen geht, die den Pop-Oligarchen fremd sind, die sie befremdlich und vielleicht sogar falsch finden, vorausgesetzt, sie haben sich je damit befasst und das, womit sie sich befasst haben, auch noch verstanden.

Und so kommt es, dass die Kämpfer für die Meinungsfreiheit, die ja eine „ideelle und wirtschaftliche Grundlage“ für die Tätigkeit von Verlagen ist, keine Debatten anstoßen wollen, wenn sie nicht „gut zu heißendes Gedankengut“ bei Verlagen ausgemacht haben. Vielmehr addiert der Börsenverein dann ohne mit der Wimper zu zucken, die eigene Buchmesse in Frankfurt zu den Orten „der Welt“, an denen Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit bedroht“ sind. Es werden Verlage und deren Autoren unter Druck gesetzt. Die abweichenden Verlage werden stigmatisiert und öffentlich gemacht, so dass es den Freiheitskämpfern der Antifa und anderen linken Überzeugungstätern oder Opportunisten möglich wird, die abweichende Meinung aus der Einheitsfront der Meinungsfreien zu entfernen, um anschließend wieder im Meinungsgleichschritt mit dem Börsenverein marschieren und sich als Hüter der Meinungsfreiheit inszenieren zu können.

Diese Heuchelei und dieser unanständige Umgang, den die Pop-Oligarchen mit Verlagen pflegen, deren „Gedankengut“, sie nicht gutheißen (immer vorausgesetzt, sie haben es verstanden), ist einer Reihe von Autoren, Buchhändlern und Verlegern so sehr aufgestoßen, dass sie eine Petition begonnen haben, die man unter das Stichwort „Wehret den Anfängen“ stellen kann. Wie wir alle aus dem Geschichtsunterricht wissen (sollten), ist die Gleichschaltung von Meinungen der Anfang allen Totalitarismus‘. Damit es nicht soweit kommen kann und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in seinem Bemühen, Heuchelei salonfähig zu machen, nicht erfolgreich ist, ist es wichtig, dass die angesprochene Petition, deren Begründung jeder vor Ort nachlesen kann, von möglichst vielen unterstützt wird.

Zur Zeichnung der Petition geht es hier.

Öffentlich-rechtliche Heuchelei: Freiheitskämpfer, Unabhängigkeitsbewegung, Separatisten, Nationalismus

Erinnern Sie sich noch an das Referendum, mit dem die schottischen Sozialisten gehofft haben, sich vom Vereinigten Königreich lossagen zu können? Erinnern Sie sich noch an die Berichterstattung in deutschen nicht nur öffentlich-rechtlichen Medien? Verständnis für den Unabhängigkeitsdrang der schottischen Nomenklatura haben die wohlwollende Berichterstattung getragen. Häme, die sich gegen die Brexit-Briten gerichtet hat, hat sie begleitet.

Erinnern sie sich noch an das Wenige, was es über die Unabhängigkeit des Süd-Sudan vom Nord-Sudan an Berichterstattung gegeben hat? Das Wenige, das es gab, war durchweg wohlwollend, denn der Nordsudan, das waren die bösen Araber rund um Umar Hasan Ahmed al-Bashir. Der Süd-Sudan, das waren Freiheitskämpfer für den Westen, Freiheitskämpfer, die schon damals Warlords waren, deren einziges Ziel darin bestand, den Süd-Sudan und seinen Reichtum unter die eigene Ägide zu bringen.

Oder wie war das mit den Freiheitskämpfern in Syrien, die von westlichen Regierungen und ihren Pudel-Medien hofiert wurden. Die Milizen konnten so orthodox-muslimisch sein, wie sie wollten, sie wurden als Kämpfer gegen den Bösen Baschar al-Assad gefeiert, so wie die Kroaten in ihrem berechtigten Unabhängigkeitskampf gegen die Serben weite Unterstützung im Westen und in seinen Medien fanden.

Und nun wollen Katalanen in die Fußstapfen der Schotten treten und zunächst einmal ein Unabhängigkeits-Referendum abhalten, um dann in die Fußstapfen von Süd-Sudanesen und Kroaten zu treten und ihre eigene Unabhängigkeit zu erklären.

Sollte man nicht erwarten, dass die westlichen Medien diesen Befreiungskampf der Katalanen vom Joch der Madrider Zentralregierung unterstützen, dass sie auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker pochen, die Abhaltung eines Referendums, die sie in Schottland so gefeiert haben, unterstützen und jeden Versuch, es im Keim zu ersticken, in Wort und Bild als Einschränkung der Selbstbestimmung der Katalanen darstellen? Sollte man nicht erwarten, dass die Führer der Katalanen zu Freiheitskämpfern erklärt werden, ihre Bewegung als Unabhängigkeitsbewegung und ihr Bemühen als legitimer Versuch der Selbstbestimmung?

Wer das erwartet, der hat  sich geirrt.
Die Abstimmung über eine Unabhängigkeit, die im Falle von Schottland als Selbstverständlichkeit angesehen und u.a. von EU-Offiziellen mit dem Recht der Schotten auf Selbstbestimmung verteidigt wurde, sie ist im Falle von Katalonien ein Verstoß gegen das Völkerrecht, unrechtmäßig und kriminell. Entsprechend führen Katalanen keinen Befreiungskampf. Nein, sie sind Nationalisten und Separatisten. Und ihre Führer sind keine Freiheitskämpfer, sondern selbstsüchtige Machtpolitiker. Der Titel Freiheitskämpfer bleibt in deutschen Medien weiterhin Massenmördern wie Fidel Castro vorbehalten.

Schließlich ist auch eine tatsächliche Unabhängigkeit so undenkbar, wie eine Unabhängigkeit von Kroatien und vom Süd-Sudan denkbar war. Warum? Ist doch offensichtlich: Süd-Sudanesen und Kroaten haben sich von Reichen des Bösen losgesagt. Die Katalanen wollen ein Mitglied der Europäischen Union und damit folgerichtig die Europäische Union verlassen. Die Europäische Union und alle ihre Mitglieder sind aber gute. Deshalb ist jeder, der etwas anderes will, als das Gute der Europäischen Union, jener Union, die es vor allem als Verwaltung und als von dieser Verwaltung inszenierte und finanzierte Jubelveranstaltungen gibt, ein Nationalist und ein Separatist und beides meint: ein Böser.

Das ist die vorgegebene korrekte Sicht der Dinge, in der EU formuliert, in den abhängigen und in Teilen hörigen Massenmedien verbreitet, eine Sicht, die zeigt, die EU und die abhängigen Medien der Mitgliedsstaaten, sie sind in jeder Hinsicht eine Superlative, Zahl der Bevölkerung, Schulden, negativ-Zinsen, Nepotismus und Heuchelei, alles im Superlativ.

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Links-grüner Heuchelei-Reflex: “Studium darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen”

Die neueste Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks ist veröffentlicht worden. Der Deutschlandfunk hat darüber berichtet und „Politiker von SPD, Linken und Grünen“ haben Reformen des Bafög und dass Studieren nicht abhängig vom Geldbeutel der Eltern sein darf, gefordert.

Wenn Linke von Reformen reden, dann meinen sie damit immer und ausschließlich, dass sie bei Steuerzahlern Geld holen wollen, um es zu verteilen. Dass Geld durch Arbeit erwirtschaftet werden muss, ist den Berufspolitikern, die zumeist keinerlei Erfahrung in einem richtigen Job haben, fremd.

Forderungen, wie die, ein Studium müsse von Steuerzahlern finanziert werden und dürfe nicht vom Geldbeutel der Eltern, sondern konsequenterweise von Geldbeutel aller abhängig sein, sind linkes Virtue Signalling an diejenigen, die immer “Hurra” schreien, wenn ihnen jemand einen „free lunch“ verspricht.

Wenn es um Studieren und Zugang zu Hochschulen geht, dann zeigen entsprechende Forderung allerdings, dass die fordernden Linken keinerlei Ahnung vom Bildungssystem haben, und es ihnen ausschließlich darum geht, sich eines Themas zu bemächtigen, um ihre Parolen loszuwerden – Linkspopulismus eben.

Wenn die linken Möchte-Gern Robin Hoods, die eher die Rolle des Sheriffs of Nottingham spielen, danach rufen, Studieren nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig zu machen, dann wollen sie damit natürlich den Anschein erwecken, dass es ihnen um die Kinder aus Arbeiterfamilien aus dem, was sie so gerne das bildungsferne Milieu nennen, geht. Das ist eine bewusste Täuschung der Öffentlichkeit, denn natürlich geht es ihnen nicht um „bildungsferne Schichten“, schon weil sie bildungsferne Schichten erhalten wollen, um sich selbst überlegen fühlen zu können.

Nein, es geht ihnen um die eigene, die Mittelschicht, um die Eltern mit Hochschulabschluss, die ihren Nachwuchs gerne noch mehr auf Kosten der Allgemeinheit und somit auch auf Kosten der relativ Armen, um die sich die Linken angeblich so sorgen, studieren lassen würden. Die Daten der Sozialerhebung, die die Linken in ihrem Forderungsreflex natürlich nicht gelesen haben, macht dies sehr deutlich.

51% der Einkünfte, die Studenten 2016 zur Verfügung standen, 918 Euro waren das im Durchschnitt pro Student, kommen aus den Geldbeuteln der Eltern, 26% aus eigener Arbeit. 12% der Finanzen werden über Bafög beigesteuert. Bereits in diesen Zahlen kommt zum Ausdruck, dass Kinder aus Elternhäusern, in denen das Einkommen unter dem Bundesdurchschnitt liegt, an Hochschulen selten vorkommen. Tatsächlich machen Kinder aus Elternhäusern, in denen kein Elternteil mindestens eine mittlere Reife erreicht hat, gerade einmal 10% der Studenten aus. Ihr Anteil ist seit 1991 kontinuierlich von damals 29% auf heute 10% gesunken.

Auch unter denen, die einen Hochschulzugang in Form einer Hoch- oder Fachhochschulreife erworben haben, sind Kinder aus Arbeiterfamilien im Vergleich zum Anteil dieser Familien in Deutschland deutlich unterrepräsentiert. Ein Ergebnis der Schule als Mittelschichtsinstitution, in der von Mittelschichtslehrern ein Habitus gefördert und ein Sprachkode gesprochen werden, die in Arbeiterfamilien nicht vorkommen.

Es ist schlicht verlogen, sich nun hinzustellen und Reformen des Bafög zu fordern, um den Zugang zum Studium vom Geldbeutel der Eltern unabhängig zu machen, denn gelänge den Linken, was sie fordern, z.B. in Form eines generellen Bafög für alle Studenten, das die Höhe der Lebenshaltungskosten deckt, dann käme dieser Segen Kindern aus der Mittelschicht zu gute und würde von Eltern von Kindern aus der Arbeiterschicht, deren Kinder weiterhin in allgemeinbildenden Schulen überproportional ohne den Zugang zu Hochschulen bleiben, finanziert.

Linke Umverteilung im Jahre 2017 sieht demnach so aus, dass Arbeiterfamilien Geld genommen wird, um es Mittelschichtsfamilien zukommen zu lassen.

Dies wird besonders deutlich, wenn man die Studenten betrachtet, die einst BAFÖG erhielten und nun KEIN Bafög mehr erhalten:

  • 40% von Ihnen erhalten kein Bafög mehr, weil sie die Förderhöchstdauer überschritten haben;
  • 25% erhalten kein Bafög mehr, weil das Einkommen ihrer Eltern zu hoch ist;
  • 13% erhalten kein Bafög mehr, weil ihr eigenes Einkommen/Vermögen zu hoch ist;
  • 13% erhalten kein Bafög mehr, weil sie einen Leistungsnachweis nicht erbracht haben;

Diese Gründe wird man bei Studenten aus einem Arbeiterhaushalt kaum finden, bei Studenten aus der Mittelschicht dagegen schon. Die Linken, die nach Reformen des Bafög schreien, zeigen sich hier als die Interessenvertreter der Mittelschicht, die sie nun einmal sind, sie wollen ihre eigene Schicht auf Kosten der Arbeiterschicht, die sie so hingebungsvoll von Bildung fernzuhalten versuchen, besser stellen.

Aber das ist natürlich nicht die offizielle Begründung dafür, dass das Bafög reformiert werden soll. Die Begründung sind die gestiegenen Mieten in den Uni-Städten.


Vergleicht man die  Aufwendungen von Studenten in den Jahren 2009 und 2016 für Miete einschließlich Nebenkosten, dann sind diese von durchschnittlich 276 Euro auf 323 Euro gestiegen, um 17%. Gleichzeitig sind die Aufwendungen für Auto oder öffentliche Verkehrsmittel um 28,9% gestiegen (von durchschnittlich 73 Euro auf 94 Euro) und die Aufwendungen für die Krankenversicherung um 40,3% (von durchschnittlich 52 Euro auf 80 Euro). Die beiden zuletzt genannten Kostensteigerungen sind das typische Ergebnis linker Politik, und sie zeigen einmal mehr die Heuchelei und Verlogenheit der linken Reflexpolitiker, die sich als Retter der Arbeiter und Armen inszenieren wollen.

Schließlich haben wir noch ein kleines Experiment durchgeführt. Wir haben die durchschnittlichen Ausgaben für Miete und Nebenkosten, die Studenten 2016 pro Bundesland entstanden sind aus dem neuen Sozialbericht entnommen (Seite 50). Dann haben wir eine Dummy Variable gebaut, die zeigt, ob eine andere Partei als eine linke Partei an der Regierung eines Bundeslands beteiligt ist oder nicht. Korreliert man diese Dummy-Variable mit den Ausgaben für Miete und Nebenkosten pro Bundesland, dann zeigt sich, dass immer dann, wenn die Landesregierung aus linken Parteien besteht, die Aufwendungen von Studenten für Miete und Nebenkosten steigen, durchschnittlich um 25%.

Linke Politiker versuchen also nicht nur, Arbeiterfamilien Geld über Steuern zu entziehen und in die Taschen von Mittelschichtsfamilien zu leiten, indem sie die Kosten des Studiums der Mittelschichtskinder (in größerem Ausmaß als bisher) durch die Allgemeinheit finanzieren lassen wollen. Sie inszenieren sich nicht nur als Retter derer, die sie gerade zur Ader lassen. Sie schädigen alle Studenten wenn sie in der Regierung eines Landes sitzen dadurch, dass sie durch ihre Politik Randbedingungen so gestalten, die die Mietausgaben von Studenten im Durschnitt um 25% höher ausfallen als die entsprechenden Ausgaben von Studenten in Ländern, in denen die Linken nicht oder nicht ohne die CDU regieren.


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Polit-Frisson: Politik der Erregung

Wenn Politiker keine Inhalte haben, um sich zu profilieren, dann versuchen sie sich mit Erregung zu profilieren. Virtue Signalling, nennt James Bartholomew den Versuch, sich durch Erregung zum besseren Menschen zu machen. Erregung setzt natürlich ein Erregungssubjekt, einen Erregungsgegenstand voraus.

Das ist ein Problem. Wie findet man als Politiker, dessen kognitive Fähigkeiten nicht ausreichen, um sich inhaltlich zu profilieren, einen Gegenstand, über den man sich erregen, über den man sich ereifern kann?

Bartolomew_Welfare of NationsOffensichtlich gibt es einen Fundus und ein Netzwerk, in dem der Fundus verbreitet wird. DiMaggio und Powell haben schon früh Schließungsprozesse beschrieben, die dazu führen, dass Akteure in bestimmten Netzwerken einander kopieren. Im Ergebnis gibt es wohl das, was man heute ein Echo-Chamber nennt. Luhmann spricht von einem geschlossenen System, in dem die Kommunikation nicht mehr darauf ausgelegt ist, Informationen zu vermitteln, sondern darauf, anschlussfähig zu sein.

Die Erregungs-Orgien, die wir derzeit im Hinblick auf die Marionetten der Söhne Mannheims sehen, sie sind ein solches Beispiel einer anschlussfähigen Kommunikation, bei der diejenigen, die sich im Netzwerk befinden, quasi eine Domino-Erregung durchmachen. Einer beginnt, sich zu erregen und alle anderen tun es ihm nach (mimetische Isomorphie nennen DiMaggio und Powell das).

Da der Gegenstand der Erregung kein kognitiver, sondern ein affektiver ist, stellt sich die Frage, wie der Erreger im Erregungs-Netzwerk weitergegeben wird. Die Antwort auf diese Frage hat Iwan Pawlow mit seiner klassischen Konditionierung schon vor rund 100 Jahren gegeben. Ein simpler Reiz, reicht bei Hunden zum Speichelfluss, bei den Mitgliedern von Erregungs-Netzwerken sind einfache Reize ebenfalls ausreichend.

Im Gegensatz zu Pawlows Hund, benötigen die Mitglieder im Erregungs-Netzwerk nicht einmal eine extrinsische Belohnung. Die Erregung ist ihre Belohnung. Ich bin erregt, also bin ich, also bin ich gut.

Reiz: Volksverräter!
Reaktion: Erregung

Reiz: Marionetten in Parlamenten
Reaktion: Erregung

Reiz: „Wenn ich so ein’n in die Finger krieg’, dann reiß’ ich ihn in Fetzen
Reaktion: Ganz viel Erregung.

Ganz viel Erregung gab es neulich bei der SPD Mannheim: „Der Kreisvorstand der Mannheimer SPD hat sich in seiner Sitzung am 4. Mai 2017 mit der aktuellen Diskussion über Textteile im neuen Album der ‚Söhne Mannheims‘ beschäftigt“. Das Rhein-Neckerblog berichtet.

Stadium1 ist erfüllt: Politiker, die keine Idee haben, wie sie sich inhaltlich profilieren sollen, stürzen sich auf alles, was in ihren Netzwerken transportiert wird. Relevantes wird dort nicht transportiert. Man stelle sich vor, die SPD hätte sich in einer ihrer Gliederungen zu Zeiten Herbert Wehners über einen Liedtext von Liederjan echauffieren wollen…

Es folgt Stadium 2: Erregung!

„Es ist uns absolut unverständlich, wie die ‚Söhne Mannheims‘ mit ihrer Bandgeschichte, ihrer Zusammensetzung und ihrem Status als Multikulturband solche Texte verfassen und veröffentlichen können“, fasste SPD-Kreisvorsitzender Wolfgang Katzmarek die Diskussion zusammen.

evil-gnomeDer SPD-Kreisvorstand diskutiert also darüber, dass ihm etwas nicht vorstellbar ist und niemand kommt auf die Idee sich zu fragen, ob man vielleicht etwas in den falschen Hals bekommen haben könnte, wenn man eine „Multikulturband“ zur rechtsextremen Band erklärt. Nicht so der SPD-Kreisvorstand. Hier fragt sich niemand etwas. Warum? Erregung! Es ist alle Mal besser, sich zu erregen als zu überlegen.

Denken kommt auch deshalb nicht in Frage, weil die Erregung, wie oben dargestellt, über Pawlows klassische Konditionierung erfolgt: Hoch-/Volksverräter, Marionetten, Sachwalter, in Fetzen reißen, ach, wie schön man sich darüber erregen kann, bis der Speichel fließt.

Stadium 3 ist damit erreicht und der Liedtext der Söhne Mannheim hat seinen Zweck erfüllt. Fehlt noch der abschließende Beleg dafür, dass die gesamte Erregung nichts mit Kognition und Denken zu tun hat, sondern schlicht und ergreifend der Tatsache geschuldet ist, dass ein Reiz zu einer Reaktion geführt hat:

„Der SPD-Kreisvorstand erwartet, dass die ‚Söhne Mannheims‘ der Öffentlichkeit mit einer Stellungnahme erläutern, wie die Texte … aus ihrer Sicht zu interpretieren sind“.

Mit anderen Worten: Der SPD-Kreisvorstand hat über einen Liedtext diskutiert, den die Mitglieder nicht verstehen. Der SPD-Kreisvorstand, wie vermutlich all die anderen, die sich über den Liedtext ereifern, haben keine Ahnung, wie der Liedtext gemeint ist. Dennoch regt man sich auf. Dennoch wird verurteilt, gemahnt, Empörung verbreitet, geschimpft, zensiert und boykottiert.

Einen besseren Beleg dafür, dass Teile der deutschen Politik und Öffentlichkeit, nicht rational, sondern nach Pawlows klassischer Konditionierung funktionieren, affektiv und vollkommen leitbar (vielleicht wird deshalb über die „Leit“-Kultur diskutiert) hat man selten zur Verfügung.

Die Zeile „Wenn ich so ein’n in die Fin

ger krieg’, dann reiß’ ich ihn in Fetzen“ ist übrigens auf Herrschaften gemünzt, die Kinderpornographie auf Dienstrechnern parken: Die soll es bei der SPD ja nicht nur einmal, sondern mehrfach geben. Und jetzt: Erregen, Genossen: Erregen!

Noch eine Erläuterung: Polit-Frisson

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