CO2-Steuer: Eine Erklärung für Irrationalität und Boshaftigkeit

Sie haben die Wahl zwischen 5000 Euro und 10 Euro. Ohne Hintergedanken, ohne Bedingungen.

Was wählen Sie?

Natürlich die 5000 Euro. Sie sind ja ein rationaler Akteur.

Sie haben die Wahl zwischen 5000 Euro sofort oder mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% 6000 Euro in 20 Jahren.

Was wählen Sie?

Natürlich die 5000 Euro. Sie sind ja immer noch ein rationaler Akteur.

Okay.

Geben wir ein wenig Wert-Würze aus dem Maggi-Kochstudio dazu.

Sie haben die Wahl zwischen 5000 Euro und 10 Euro. Wenn Sie die 10 Euro wählen, dann erhalten Ihre Kinder mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% 4990 Euro, wenn sie so alt sind, wie Sie heute.

Was wählen Sie?

Haben Sie gezögert?

Natürlich, als rationaler Akteur wählen Sie weiterhin die 5000 sicheren Euro.

Feilen wir ein wenig an der Formulierung:

Sie haben die Wahl zwischen 5000 Euro und 10 Euro. Wenn Sie die 5000 Euro wählen, dann erhalten Ihre Kinder mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% keine 5000 Euro, wenn sie so alt sind, wie Sie heute. Wenn Sie die 10 Euro wählen, dann erhalten Ihre Kinder mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% die 5000 Euro, auf die Sie heute verzichtet haben.

Na. Werden Sie nicht vielleicht doch zum Altruisten?

Natürlich nicht. Als rationaler Akteur wählen Sie weiterhin die 5000 sicheren Euro.

Wie wäre es mit etwas Katastrophen-Sahne auf der Wahlentscheidung?

Wenn Sie die 5000 Euro anstelle der 10 Euro wählen, dann wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% die Welt untergehen und ihre Kinder werden weder 10 Euro noch 5000 Euro erhalten, denn die sind mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% wegen Ihrer Wahl tot.

Nun?

Haben wir Sie weichgeklopft oder bleiben Sie bei der Rationalität und wählen weiter die 5000 Euro?

Natürlich wird ein rationaler Akteur in allen fünf Szenarien IMMER die 5000 Euro wählen. Weil dem so ist, kann man mit Fug und Recht behaupten, dass in Deutschland eine große Anzahl irrationaler Akteure durch die Lande hüpft, wie z.B. die Diskussion um die CO2-Steuer deutlich macht. Die Wahl, die man mit Blick auf die CO2-Steuer hat, entspricht im Wesentlichen dem fünften Szenario: heute lebende Menschen werden zur Kasse gebeten, damit morgen lebende Menschen mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% ein besseres Leben führen können.

Was noch mehr verwundert, als die Bereitschaft, für eine ungewisse Zukunft ein mit Sicherheit schlechteres Leben als es möglich wäre, zu akzeptieren, nein, für eine ungewisse Zukunft anderer ein mit Sicherheit schlechteres eigenes Leben zu akzeptieren, das ist die Freude, die Überzeugung, der missionarische Eifer, mit dem eine Vielzahl von Journalisten- und Politdarstellern, Aktivisten und Berufsdemonstranten dafür kämpfen, diese Verschlechterung im Leben der heute Lebenden herbeizuführen, um mit 50%-Wahrscheinlichkeit, anderen Gutes zu tun.

Das ist so irre, dass es fast schon wieder rational ist, dann nämlich, wenn man die Hypothese einführt, dass es den angeblich altruistischen Menschen gar nicht darum geht, zukünftigen Generationen ein gutes Leben zu ermöglichen, sondern darum, den heute lebenden Menschen das ihre so miserabel wie nur möglich zu machen.

Dass es rational sein kann, anderen zu schaden, behauptet z.B. die Psychologie, wenn sie zeigt, dass es Gestörten, Sadisten, Masochisten möglich ist, Befriedigung daraus nehmen, dass sie anderen und zuweilen sich selbst und anderen schaden. Es handelt sich dabei um eine Art ökologisch-wirtschaftlichem Selbstmordattentat und in der Tat haben manche der Überzeugungstäter, die mit Schaum vor dem Mund CO2 bekämpfen und es dabei in die Umwelt emittieren, mehr als eine Gemeinsamkeit mit den Selbstmordattentätern des Islamischen Staats.

Dass es rational sein kann, anderen zu schaden, behauptet auch die Sozialpsychologie: Kurzfristiger Nutzen im eigenen Peer-Netzwerk wird dadurch erreicht, dass man der Mehrheitsgesellschaft, zu der man sich in Opposition inszeniert, denn natürlich wissen nur die Erleuchteten, dass man die Welt vor CO2 retten muss, die anderen halten das für einen Hoax, einen CO2-Hoax, Schaden zufügt. Jugendbanden haben dies früher durch Kleinkriminalität, Taschendiebstahl, Ladendiebstahl oder Einbruchsdiebstahl getan und – je nach der Größe der Beute – sozialen Status in der Eigengruppe erhalten. Die zumindest dem Anschein nach Erwachsenen-Banden von heute, versuchen in ihrer Eigengruppe sozialen Status dadurch zu gewinnen, dass sie der Mehrheitsgesellschaft durch Regelungen, Demonstrationen oder Aktivismus so viel schaden wie nur möglich. So kann man z.B. erklären, dass es den Grünen so wichtig ist, die Mehrheit der Deutschen finanziell zu schädigen. Je größer der finanzielle Schaden, den sie in der Mehrheitsgesellschaft anrichten, desto mehr Status erhalten die Grünen in ihrer Eigengruppe.

Schließlich kann es aus Gründen von Selbstbereicherung und Kontrolle sinnvoll sein, die Mehrheitsbevölkerung zu verarmen. Arme Menschen sind damit beschäftigt, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Menschen, die Leisure-Time haben, nutzen diese am Ende dazu, die Regierung, die Parteien und deren Machenschaften zu kontrollieren und finden am Ende das, was die politische Welt im Innersten zusammenhält: Korruption, Vetternwirtschaft, Basenwirtschaft. Nein, besser man beschäftigt die Mehrheitsgesellschaft mit der Sicherung des eigenen Lebensunterhalts (wie dies z.B. in Venezuela der Fall ist), verarmt sie, denn je ärmer sie sind, desto leichter sind sie kontrollierbar und manipulierbar: Hier ein kleines Wahlgeschenk, dort eine kleine Aufmerksamkeit der Parteiführung. Ein hungriger Magen ist für jede Krume dankbar.

Drei Erklärungen, die gleichzeitig Motive für diejenigen darstellen, die so sehr damit beschäftigt sind, die Mehrheitsgesellschaft zu schädigen, um angeblich etwas zu retten, was in der Zukunft liegt und deshalb niemand kennen kann.

Welche Erklärung von den dreien zutrifft, ist eine Frage der sozialen Lage dessen, der sich zum CO2-Missionar erklärt hat.

Gescheiterte Existenzen, die sich bei der Antifa oder in anderen Gruppen des kategorischen Widerstands gegen die Gesellschaft zusammenfinden, in der man keinen Fuß auf den Boden gebracht hat, oder Schüler, die auf der Suche sind nach einer Möglichkeit sind, sich eine Identität zu geben, werden eher über die sozialpsychologische Erklärung zu fassen sein. Boshafte Existenzen, die ihre Befriedigung einzig aus dem Wissen nehmen, anderen einen Schaden zugefügt zu haben, selbst wenn damit eine Eigenschädigung einhergegangen ist, finden sich in der psychologischen Erklärung wieder. Politik- und Journalismus-Darsteller, die ihrer Position an sich schon eine missionarische Komponente zuweisen, finden sich unter denen, die mit Vorteilsnahme, mit Selbstbereicherung und Kontrolle beschäftigt sind.

Haben wir eine Erklärung vergessen?


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