Ministerialer Betrug: Der Zweck heiligt die Mittel

Es gibt etwas zu feiern im Bundesministerium, das sich angblich Bildung und Forschung widmet:

“Professorinnenprogram fördert 400. Berufung

BMBF Jubel 400Das ist im BMBF ein Grund zum Feiern, nicht nur, weil nach Ansicht der derzeitigen Ministerdarstellerin, Wanka, die 400 Professorinnen, die per Professorinnenprogramm in Positionen gehievt wurden, “[b]esondere Rollenvorbilder für Studentinnen und Studenten” seien (dazu unten mehr).

Nein. Nicht nur deshalb.

Die Jubelmeldung zeichnet das Professorinnenprogramm in gloreichen Farben: 400 Professuren sind mit den 300 Millionen Euro des Professorinnenprogramms, die bislang ausgegeben wurden, gefördert worden. 198 deutsche Hochschulen hätten sich bislang am Professorinnenprogramm beteiligt. Zwei bis drei von “Frauen besetzte Professuren” (1. Lüge), würden für die Dauer von bis zu fünf Jahren gefördert. Das Professorinnenprogramm unterstütze deutsche Hochschulen in ihrem Engagement für mehr Chancengleichheit (2. Lüge) und diene dazu, die “Gleichstellung der Geschlechter zu verbessern” (3. Lüge).

Stellen wir zunächst die Lügen richtig:

Richtigstellung der erste ministerialen Lüge:

Im Rahmen des Professorinnenprogramms werden keine Professuren gefördert, die von Frauen besetzt sind, es werden ausschließlich Professuren gefördert, die mit weiblichen Bewerbern zum Zweck der Förderung durch das Professorinnenprogramm besetzt oder erst geschaffen werden.

Richtigstellung der zweiten ministerialen Lüge:

Das Professorinnenprogramm dient nicht als Unterstützung zur Herstellung von Chancengleichheit, denn Chancengleichheit herrscht dann, wenn Personen unabhängig von Merkmalen, die in ihrer Person begründet liegen, und ausschließlich auf Grundlage ihrer Leistung beurteilt, im vorliegenden Fall auf Professuren berufen werden. Das Professorinnenprogramm macht das weibliche Geschlecht zum diskriminierenden Faktor, der über eine Berufung entscheidet. Folglich unterstützt das Professorinnenprogramm keine Chancengleichheit, sondern schafft Chancengleichheit zu gunsten einer Bevorzugung weiblicher Bewerber ab.

Richtigstellung der dritten ministerialen Lüge:

Das Professorinnenprogramm ist entsprechend kein Mittel zur Gleichstellung der Geschlechter, sondern ein Mittel zur Schlechterstellung männlicher Bewerber auf Professuren an deutschen Hochschulen.

Nun, nachdem die ministerialen Lügen richtig gestellt sind, ist die Laudatio auf 400 durch das Professorinnenprogramm besetzte Lehrstühle eine andere:

400 durch das Professorinnenprogramm besetzte Lehrstühle bedeuten:

  • 400 weibliche Bewerber, die sich nunmehr per ministerialem Dekret Professor nenen dürfen und nichts dabei finden, dass sie sich die Professur mit ihrem Geschlecht erkauft haben, also mit einem Merkmal, auf das sie keinen Einfluss haben, das entsprechend auch nicht als persönliches Verdienst angesehen werden kann. Personen, die sich durch Einsatz ihres Geschlechts einen Vorteil verschaffen, nannte man früher Prostituierte, nicht Professor.
  • 400 Berufungskommissionen, deren Mitglieder nicht über das Rückgrat oder die moralische Entwicklung verfügt haben, um eine Beteiligung an der Besetzung von Lehrstühlen aufgrund des Geschlechts und nicht aufgrund der Leistung des Bewerbers, zu verweigern.
  • 400 Berufungskommissionen, deren Mitglieder kein Problem damit hatten, männliche Bewerber mutwillig und vorsätzlich über deren Chancen, auf die ausgeschriebene Stelle berufen zu werden, zu täuschen.
  • 400 Berufungskommissionen, deren Mitglieder wohlwissend, dass die ausgeschriebene Stelle, nur dann besetzt wird, wenn eine Förderung durch das Professorinnenprogramm zustande kommt, was die Besetzung durch einen weiblichen Bewerber voraussetzt, vermutlich schadenfroh darüber sind, dass sie den männlichen Bewerbern falsche Hoffnungen gemacht, Zeit und Geld gestohlen haben.
  • 400 Berufungskommissionen, deren Mitgliedern man die Beihilfe zum Betrug vorwerfen muss.
  • Und mindestens 2.500 männliche Bewerber, die sich im Glauben, sie hätten eine Chance, berufen zu werden, auf die entsprechenden Ausschreibungen beworben haben, sich haben verschaukeln lassen und hinterher im Nichts verschwunden sind, ohne sich zu wehren, ohne den Mund aufzumachen, ohne ein Wort des Widerspruchs.

ProfessorrinnenprogrammZusammenfassend: Der Zweck heiligt die Mittel und wenn Betrug notwendig ist, um ministeriale Ziele zu erreichen – warum nicht? Schließlich hat der Betrug außer den Kosten für die Steuerzahler keinerlei Folgen: Kein Staatsanwalt ermittelt. Staatsanwälte sind weisungsgebunden und unterstehen den Justizministern der Länder. Kein betrogener männlicher Bewerber zieht vor ein Verwaltungsgericht oder gar Strafgericht. Kein Vertreter der öffentlich-rechtlichen und privaten Medien hält es für notwendig oder der eigenen Karriere zuträglich, sich öffentlich gegen diese Diskriminierung von Männern und die Prostitution von Frauen auszusprechen. Kein etablierter Professor, bei dem zumindest sicher ist, dass er nicht wegen seines Geschlechts berufen wurde, was die Möglichkeit offen lässt, dass er aufgrund seiner Leistung berufen wurde, meldet öffentlich Kritik an.

In einer Republik der Kuscher und Leisetreter muss sich niemand wundern, wenn die Regierenden sich bei der Wahl ihrer Mittel immer mehr aus dem Fenster der Legalität lehnen, bis sie dann schließlich im Matsch der Kriminalität landen. Es ist in einer Demokratie  eigentlich die Aufgabe der Medien, der Öffentlichkeit, eines jeden Bürgers, die Regierenden zu kontrollieren und Missbrauch von Regierungspositionen zu bekämpfen. Nur so kann eine Demokratie überhaupt funktionieren und vermieden werden, dass Kriminelle und Prostituierte zu Rollenvorbildern für z.B. “Studenten und Studentinnen” aufgebaut werden.

Immer vorausgesetzt, man möchte das verhindern.

Mehr zum Professorinnenprogramm.

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