Politiker-Resozialisierung: Volker Beck predigt jetzt an der Ruhr-Universität

Da sagt man jungen Menschen sie sollen sich in die Spur setzen, an ihrer Karriere arbeiten, ein Abitur machen, Studieren, MINT, weil man mit anderen Fächern heutzutage nichts werden kann. Während des Studiums sollen sie Praktika leisten, um Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln und natürlich einen Teil des Studiums im Ausland absolvieren. Nach dem erfolgreichen Abschluss sind sie dann vermeintlich fit für den Arbeitsmarkt. Das sagt man jungen Menschen.

Denn: Wenn sie ein Studium ohne Abschluss beenden, wenn sie die Schule mit einem schlechten Zeugnis verlassen, dann können sie nichts werden in der Welt. Naja, fast nichts. Politiker geht immer. Politiker ist kein Ausbildungsberuf. Niemand muss eine besondere Fähigkeit nachweisen, um Politiker sein zu können. Politiker ist kein geschützter Begriff. Jeder kann von sich sagen, er sei Politiker. Politiker ist eine Position, in der kein Mehrwert geschaffen, nichts Produktives verrichtet wird. Vielmehr ist Politiker eine Position, die in ihrem Sadismus-Gehalt dem Zahnarztes, der freilich erst nach einem abgeschlossenen Studium auf die Zähne von Kassenpatienten losgelassen wird, vergleichbar ist. So wie Zahnärzte ungestraft Schmerzen zufügen und die körperliche Integrität zerstören können, so können Politiker mit nur wenigen Gesetzen ganze Existenzen vernichten, Produktivität durch Eingriffe in den Markt nach Herzenslust zerstören und vor allem können sie andere an ihrem Geldbeutel schädigen. Diese Mischung aus der Möglichkeit, Anderen zu schaden und dem völligen Fehlen von jeder Art von Qualifikation ist es wohl, die die Position des Politikers für manche attraktiv macht und dazu führt, dass alles, was man jungen Menschen über die Notwendigkeit von Bildung sagt, falsch ist.

Man kann Politiker werden, auch wenn man nichts kann und nichts weiß.

Nun sind Politiker nicht unbedingt angesehen. In der regelmäßigen Befragung von Allensbach, deren Ziel darin besteht, das Prestige zu messen, das Bürger bestimmten Berufen zuweisen, kommen Politiker regelmäßig am Ende der Skala an. 6% waren zuletzt noch der Ansicht, Politiker sei ein Beruf mit irgendeinem Prestige. Damit sind Politiker zwar noch vor Fernsehmoderatoren angesiedelt, denen 3% der Befragten ein Prestige zubilligen, bleiben aber weit hinter Rechtsanwälten zurück, denen 24% ein Prestige zuerkennen können, vermutlich weil sie denken, wofür man viel Geld bezahlen muss, das muss auch einen Zweck haben und was einen Zweck hat, das hat auch entsprechendes Prestige. Wie dem auch sei, unangefochten an der Spitze der Prestigeskala rangieren seit Jahren die Ärzte, denen keinerlei Skandal die Pole Position streitig machen kann.

Doch zurück zu den Politikern. Keine Ausbildung, keine Fähigkeiten, kein Ausbildungsberuf, keine Voraussetzungen, kein Eignungsnachweis, kein Intelligenztest, kein Leistungsnachweis, kein Ansehen in der Bevölkerung, selbst Einbrecher müssen zumindest die Fähigkeit haben, z.B. ein Auto aufzubrechen. Man kann also durchaus der Ansicht sein, Politiker seien die Paria der Gesellschaft, Personen, die aus Mangel an Verwendungszweck im Bereich der Politik geparkt werden, um dort unter öffentlicher Aufsicht den Schaden anzurichten, der oben beschrieben wurde. Die Kalkulation dahinter wäre die, dass die entsprechenden Personen als Politiker und unter öffentlicher Aufsicht einen geringeren Schaden anrichten als sie es in einer anderen Verwendungsform tun würden.

Somit stellt sich die Frage, was tut man, mit einem Politiker, der aus einem Parlament gewählt wurde oder es gar nicht mehr in ein Parlament geschafft hat? Was tut man mit einem Politiker, dessen Haltbarkeitsdatum überschritten und Verwendungszweck nicht mehr gegeben ist.

Dumme Frage!
Man recycled und resozialisiert ihn natürlich.

Wo?
Na an Universitäten.
Nachdem Universitäten zu den Orten geworden sind, an denen intellektuelle Leichtgewichte geparkt werden, um Studenten ein Lamento von Diskriminierung und Ungerechtigkeit vorzuklagen, ist es nicht verwunderlich, dass Universitäten auch als Resozialisierungsanstalten für gescheiterte Politiker bzw. für Politiker jenseits des Haltbarkeitsdatums werden.

Noch weniger ist es verwunderlich, dass die Ruhr-Universität in Bochum den Vorreiter mit einem gleich doppelten Resozialisierungsversuch macht, ist die Ruhr-Universität doch bereits zum Endlager für fünf Professuren der Gender Studies geworden. Da von derartigen Agglomerationen, wie die Forschung wieder und wieder gezeigt hat, Nachzugseffekte ausgehen (gleich und gleich gesellt sich gern), ist es nur folgerichtig, wenn die Ruhr-Universität auch den ersten Schritt in Richtung Resozialisierung von Politikern macht, und dies, wie gesagt, gleich doppelt:

Volker Beck wird Dozent an der Ruhr-Universität:

“Der Grünen-Politiker Volker Beck wechselt … in den Hörsaal. Nach 23 Jahren im Deutschen Bundestag wird er einen Lehrauftrag an der Ruhr-Universität in Bochum am Centrum für Religionswissenschaftliche Studien annehmen. In seinem Seminar geht es um Religionspolitik in der Praxis”

Der Versuch der Resozialisierung erfolgt gleich in mehrfacher Hinsicht:

Volker Beck hat zwar Kunstgeschichte, Geschichte und Germanistik studiert, aber dennoch keinen Abschluss erreicht.
Volker Beck hat sein Haltbarkeitsdatum als Politiker überschritten, auch Crystal Meth hat wohl den notwendigen Kick nicht mehr verschaffen können.

So wie keine Fähigkeit zum Politiker qualifiziert, so qualifiziert in Bochum kein Hochschulabschluss dazu, als Dozent Studenten über Religionspolitik zu lehren. Verwundert das jemanden an einer Universität mit fünf Professuren für Gender Studies?

Warum gibt es eigentlich keine Putzfrau, die an der Ruhr-Universität über ihre Erfahrungen mit Diskriminierung durch Universitätsangestellte im Alltag ein Seminar abhält? Auch Putzfrauen haben in der Regel kein abgeschlossenes Studium und erfüllen somit die Voraussetzungen.

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles

Kriminalitätsonanie: Juchheisa, die Hasskriminalität gegen Schwule und Lesben nimmt zu (oder auch nicht)

Hasskriminalität gegen Schwule und Lesben nimmt zu, so titelt der Spiegel.

Und weiter:
“Die Behörden registrieren mehr politisch motivierte Übergriffe gegen Schwule, Lesben und Transsexuelle: Nach SPIEGEL-Informationen stieg die Zahl der homo- und transphoben Straftaten im ersten Halbjahr 2017 deutlich an.”

Die Kenntnis über den deutlichen Anstieg der „politisch motivierten Übergriffe gegen Schwule, Lesben und Transsexuelle“ stammt aus einer schriftlichen Anfrage von Volker Beck, deren Antwort wohl direkt in die Tastatur eines Spiegel-Redakteurs eingeflossen ist.

Und so wissen wir nun, das von 1. Januar bis zum 28. Juli 2017 insgesamt 130 „politisch motivierte Straftaten mit der Nennung des Unterthemas ‘Sexuelle Orientierung’“ von der Polizei registriert wurden. Im selben Zeitraum des Jahres 2016 waren es 102. Der „deutliche Anstieg“ den der Spiegel hier konstruiert, er besteht aus 28 Straftaten. Zudem stehen den 70 Tatverdächtigen im ersten Halbjahr 2017 nur 58 Tatverdächtige im Halbjahr 2016 gegenüber. Noch ein deutlicher Anstieg.

Wenn Sie schon immer einmal wissen wollten, wie Lobbyisten, und Volker Beck ist ein solcher Lobbyist für schwule Angelegenheiten, es schaffen, mit Nichtigkeiten in die Presse zu gelangen, dann haben sie hier ein Beispiel dafür. Nicht nur, dass Nichtigkeiten zu deutlichen Anstiegen aufgeblasen werden, es wird auch behauptet, dass ein Zuwachs von jämmerlichen 28 Straftaten und 12 Tatverdächtigen zeige, dass die Hasskriminalität gegen Schwule und Lesben zunehme.

Jedem Kriminologen ringeln sich hier die Fußnägel.

Zunächst zur Einordnung: in einem normalen Halbjahr werden in der Polizeilichen Kriminalstatistik rund 1.180.000 Tatverdächtige und 3.186.000 Straftaten erfasst. Die so stark ansteigenden Straftaten gegen Schwule und Lesben, sie stellen somit 0,0041% aller Straftaten dar, gleichzeitig summiert sich der Anteil der 70 Tatverdächtigen an allen erfassten Tatverdächtigen auf 0,006%. Selbst von einer Mücke zu sprechen, verbietet sich hier. Von einem Neutrino auf Abwegen zu reden, ist angemessener. Dass über derartige Nichtigkeiten in Zeitungen berichtet wird, ist Ergebnis gezielter Lobbyarbeit. Während keine überregionale Zeitung davon berichtet, dass die Fussball-Mannschaft der SG Edesheim es in der Saison 2016 geschafft hat, in die A-Klasse zurückzukehren, wird sich das Lamento über den Anstieg um 12 Tatverdächtige und 28 Straftaten in (fast) jeder überregionalen Zeitung finden.

Und alle werden sie fälschlicherweise behaupten, dass die veränderten Zahlen belegen, dass die „Hasskriminalität gegen Schwule und Lesben“ zunehme. Das ist jedoch vollkommener Unsinn.

Und zwar deshalb:

Die Polizeiliche Kriminalstatistik beinhaltet erfasste Straftaten und ermittelte Tatverdächtige.

Die Erfassung beider Daten erfolgt nicht immer in dem Jahr, in dem die Straftaten verübt bzw. die Tatverdächtigen ermittelt wurden. Zuweilen gibt es einen statistischen Überhang von Daten, die aus einem Jahr in das nächste geschoben werden – zumeist aus personellen Gründen. Kurz: Die Zahlen der Kriminalstatistik lassen sich nur teilweise einem Jahr zuordnen.

Die Polizei kann nur die Straftaten ausweisen, die ihr zur Kenntnis kommen und nur die Tatverdächtigen erfassen, die ermittelt wurden. Deshalb unterscheiden Kriminologen das Hellfeld von Kriminalität, wie es in der Statistik erscheint, vom Dunkelfeld, wie es eben nicht in der Statistik erscheint.

Das Dunkelfeld der Straftaten, die nicht bekannt und entsprechend auch nicht registriert werden, zeichnet sich dadurch aus, dass es ein Dunkelfeld ist. Niemand weiß wie groß es ist, und niemand kann verlässliche Schätzungen dazu machen. Opferstudien, die das in der Vergangenheit für sich reklamiert haben, haben sich allesamt als unzuverlässig erwiesen.

Gesichertes Wissen ist jedoch, dass dann, wenn bestimmten Delikten eine öffentliche Bedeutung zugewiesen wird, die Anzahl der entsprechend registrierten Delikte steigt. Das hat mit einem veränderten Anzeigeverhalten zu tun, mit mehr Aufmerksamkeit oder mit einer intensiveren Ermittlungsarbeit der Polizei. Dass mehr Delikte registriert werden, heißt jedoch nicht, dass auch mehr Delikte begangen werden. Es kann einfach nur bedeuten, dass aus der Gesamtzahl begangener Delikte, die niemand kennt, mehr Delikte bekannt werden, mehr aus dem Dunkel- in das Hellfeld geholt werden.

Eine andere gesicherte Tatsache besteht darin, dass dann, wenn in Medien bestimmte Bevölkerungsgruppen popularisiert werden, etwa in der Weise, in der Medien derzeit Schwule und Lesben und all die anderen sexuell Orientierten bewerben, diese Gruppen automatisch als Zielscheibe für bestimmte Delikte interessanter werden als sie dies noch vor der medialen Werbung waren. Träfe diese einzige Erklärung, die dafür spräche, dass die Kriminalität, die sich gegen Schwule und Lesben etc. richtet, tatsächlich zugenommen hat, zu, dann könnte sich Volker Beck immerhin damit brüsten, aufgrund seiner Lobbyarbeit und der damit einhergehenden medialen Aufmerksamkeit für Schwule und Lesben dazu beigetragen zu haben, dass die Straftaten, die gegen Schwule und Lesben verübt werden, zugenommen haben. Das wäre doch etwas, womit man sich als scheidender Bundestagsabgeordneter trösten kann.

Aber die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Straftaten gegen Schwule und Lesben tatsächlich zugenommen haben, sie ist gering. Wir tippen auf eine Mischung aus ein paar Straftaten, die mehr aus dem Dunkelfeld ins Hellfeld geholt werden und auf einen statistischen Überhang aus dem Jahr 2016. Letztlich sind 28 Straftaten und 12 Tatverdächtige mehr einfach eine zu marginale Veränderung, als dass man darüber gesicherte Aussagen machen könnte.

Das hält diejenigen, die offensichtlich eine ganz eigene Befriedigung daraus ziehen, über die verschiedensten Schrecklichkeiten zu berichten, die Schwule und Lesben wie allen anderen übrigens, im Leben ereilen können, natürlich nicht davon ab, ein Neutrino zu einem medialen Elefanten zu formen.

Von wegen “German Mut”: Freie Demokratische Feiglinge

Wir haben es ja schon in einem der letzten Post angesprochen, die Leitkultur in Deutschland ist die Hysterie.

Für deutsche Hysteriker herrschen seit der Erfindung des Internets paradiesische Zustände. Stunden und Tage können sie durch das Netz surfen und Ausschau nach Dingen halten, über die sie sich dann echauffieren können. Immer in Namen der politischen Korrektheit und mit dem Ziel, sich selbst den Heiligenschein des politisch Korrekten Blockwarts zu verschaffen.

Dirk Niebel.jpgProfessionelle Internet-Loiterer with intent, wie z.B. die Grünen Beck, Künast und von Notz, die offensichtlich zu viel Zeit zum Surfen haben, sind dabei auf der Facebook Seite von Dirk Niebel gelandet.

Erinnern Sie sich noch an Dirk Niebel? Niebel war einst Generalsekretär bei der FDP und dann Entwicklungsminister bis 2013 die FDP beim Wahl-Hindernislauf an der 5%-Hürde gestrauchelt ist. Seither ist Niebel Manager – bei Rheinmetall.

Scheinbar aus alter Verbundenheit, haben sich u.a. die genannten Grünen bei Niebel auf Facebook eingefunden und dort Folgendes gefunden:

Niebel Mut FDP Angst

Eine „absolute Fehlleistung“ für Volker Beck und ein Aufreger, der durch den Blätterwald gegangen ist, von BILD bis zur Welt, „Klagt nicht, kämpft“, es war ihnen allen einen Klage-, einen Anklageartikel wert. Und die Meute der ausgehungerten Instant-Empörten, die nur aufblühen und leben, wenn sie sich empören können, sie hat sich freudig echauffiert, über das Bild und den Spruch.

Und wir Alten, die wir noch richtige Probleme im Leben hatten, fragen uns, was in Deutschland los ist, wenn man sich über derartige Nichtigkeiten echauffieren kann und sich demnächst Ex-Bundestagsabgeordnete wie Volker Beck und die anderen Grünen Konsorten nicht zu schade sind, sich zu diesem Peanuts, um einmal den ehemaligen SPD-Arbeitsminister Franz Müntefering zu zitieren, zu äußern. Es ist, als wäre das Echauffieren über Belangloses, das sich Ereifern über die vermeintlichen Fehltritte anderer, das, was den entsprechenden Personen den Eindruck vermittelt, sie seien am Leben und wichtig. Für sie ist Hysterie tatsächlich die Leitkultur.

Hysterie, deren Ziel darin besteht, jede Äußerung, jeden Mucks, jede Darstellung, die den Hysterikern nicht gefällt, zu beseitigen, aus der Welt zu schaffen, aus jener sterilen und endlos-öden Welt, wie sie Volker Beck vorzuschweben scheint.

Nun ist Dirk Niebel ein ehemaliger Generalsekretär und ein ehemaliger Minister und ein aktuelles Mitglied der FDP, jener Partei, die in ihrem Wahlprogramm für 2017 behauptet, sie schöpfe ihren Aufbruchsgeist aus ihrem „German Mut [für die ungläubigen in der Redaktion: tatsächlich MUT nicht MOOD]“. Deshalb seien sie die Richtigen für diese Zeit. So steht es im Wahlprogramm der FDP.

Dirk Niebel, das Opfer der politisch korrekten Internet-Loiterer with Intent, jener Blockwarte, die für ein steriles und gleichgeschaltetes Internet eintreten, in dem jeder die Meinung sagen darf, die Volker Beck gefällt, jener Dirk Niebel, er wäre die Gelegenheit für die FDP ihren „German Mut“ unter Beweis zu stellen und den Aufbruchsgeist, der sie zu den Richtigen für diese Zeit macht, zu demonstrieren. Zumal, die Karlsruher Freiheitsthesen Meinungsäußerungen wie die von Niebel vehement und auf Seite 77 verteidigen:

„Liberale Tugenden
Eine offene Bürgergesellschaft bedarf einer gemeinsamen Ethik der Freiheit. Bürger achten einander als freie und gleichberechtigte Mitglieder einer gemeinsamen und fair geordneten Republik. Zu ihren Tugenden zählen neben Fairness und Verantwortung auch Toleranz und Solidarität. Die Tugend der Toleranz erfordert einerseits die Geduld, unbequeme Meinungen und politische Programme auszuhalten und andererseits den Mut und das Selbstvertrauen, eigene Meinungen in offenen Auseinandersetzungen sachlich, aufrichtig und entschieden zu vertreten. Liberale stehen für Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt ein.“

Also Liberale, so kann man voller Hoffnung rufen, steht euren Mann, brecht auf in die richtige Zeit, ergreift Position für Euren Niebel, seid solidarisch mit dem Mann, der sein Recht auf freie Meinungsäußerung ausübt, kämpft für die Freiheit, habt Mut, German Mut!

No loitering

Vorschlag für Niebels Facebook-Profil

Aber leider ist die FDP auch eine jener Parteien, in denen die Wortakrobaten so lange den Mund aufreißen, so lange sie keine Taten folgen lassen müssen. Konfrontiert mit den ersten Anzeichen einer leichten Gegenbrise ist der German Mut der FDP verflogen. Statt für die Freiheit, das Leben selbst in die Hand zu nehmen, zu kämpfen, wie sie das auf Seite 22 ihrer Karlsruher Freiheitsthesen ankündigen, hat es doch nur zur Feigheit gereicht. Niemand kämpft für die Freiheit von Niebel, seine Meinung so zu äußern, wie er es für richtig hält.

Der German Mut der FDP ist eben doch nur German Angst:

Eine Partei, deren Vertreter aus Angst opportunistisch sind, ist eigentlich nicht wählbar.

Israelitis: Die Universität Hamburg und die Wissenschaftsfreiheit

Wissenschaftsfreiheit, die Freiheit von Wissenschaft und Lehre ist im Grundgesetz wie folgt definiert:

Artikel 5 Absatz 3 : „Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung“

Das Bundesverfassungsgericht hat Versuche von Parteien, Ministerien oder der Verwaltung, Maßnahmen durchzusetzen, die den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn einschränken oder begrenzen wollen, die auf einzelne Forscher Einfluss nehmen wollen oder gesamte Forschungseinrichtungen auf eine vorgegebene Linie bringen wollen, in seiner Rechtsprechung regelmäßig zurückgewiesen und die Freiheit von Forschung und Lehre über die Interessen derer, die ideologischen Einfluss nehmen wollen, gestellt. Die Unabhängigkeit von Forschung und Lehre ist für die Verfassungsrichter in Karlsruhe ein Gut, dessen Wert den Wert politischer Interessen und aktueller politischer Moden, um ein Vielfaches übersteigt.

ProfessorrinnenprogrammNun haben sich Universitäten in der Vergangenheit und regelmäßig zu Bütteln von Ministerien und politischem Zeitgeist gemacht und sich willig dafür bezahlen lassen, dass sie politische Einflussnahme dulden. Universitäten haben sich zu Kindergärten umfunktionieren lassen, an denen die Kindertagesstätte eine wichtigere Rolle spielt als die Ausstattung der Bibliotheken. Sie haben sich willig für eine Aufnahme in das Professorinnenprogramm beworben und die wissenschaftliche Lauterkeit und Fairness für ein paar Euro verscherbelt. Universitäten bieten ihrem Staat und seinen Parteien die Möglichkeit, Professuren zu finanzieren, wie dies an der HU-Berlin der Fall ist, um über diese Professuren Einfluss auf die Universitätspolitik zu nehmen, und nicht zuletzt haben Universitäten dabei zugesehen, wie sie mit politischen Kommissaren, die als Gleichstellungsbeauftragte die Einhaltung staatlicher Vorgaben überwachen sollen, durchsetzt wurden.

Und nun haben sie den Salat.

Nun mischen sich Hinz und Kunz in die Berufung von Wissenschaftlern an Universitäten ein, und zwar immer dann, wenn ihnen die entsprechenden Personen ideologisch nicht passen.

Uni Bayreuth_StartseiteDerzeit tobt der Streit um Farid Esack, der an der Universität Johannesburg islamische Studien lehrt und Dekan des Fachbereichs „religiöse Studien“ ist. Eigentlich ist Esack jemand, der deutschen Politikern gefallen müsste: Er hat lange Jahre gegen Apartheit gekämpft und wurde von Nelson Mandela zum Beauftragten für die Gleichstellung von Männern und Frauen in Südafrika gemacht. Alles Tätigkeiten, die ihn beim politischen Establishment in Deutschland eigentlich zum gern gesehenen Gast machen sollten.

Eigentlich müssten die deutschen Gutmenschen Farid Esack einen roten Teppich ausrollen, ist er doch derjenige, der versucht, den Koran in einer Weise umzuschreiben, die in kompatibel zu dem macht, was John W. Meyer etwas hochtrabend die “Weltkultur” genannt hat, einen Kanon von Werten und Normen, die als westliche Werte und Normen beansprucht werden. Ob Esack dabei so erfolgreich ist wie Ameer Ali, der vor gut 150 Jahren und nach langem Lesen mit entsprechender Exegese festgestellt hat, dass der Koran die moralischen Werte des viktorianischen England umfasst, ist eine bislang offene Frage. In jedem Fall bemüht sich Esack intensiv, wenn auch weitgehend isoliert in der islamischen Gemeinde, darum, den Koran an den Staatsfeminismus und die derzeitige In-Ideologie westlicher Länder anzupassen. Deshalb ist Esack in der muslimischen Gemeinde sehr umstritten.

Was kann sich der gute Westler mehr wünschen als einen islamischen Religionslehrer, der die westlichen Werte voll und ganz verinnerlicht hat, versucht, sie in den Koran zu lesen und gar für weibliche Imane eintritt?

Eigentlich müssten die westlichen Guten den südafrikanischen Professor auf Händen tragen.

Tun sie aber nicht. Sie treten ihn eher mit Füßen, denn Farid Esack nimmt das mit der Apartheit ernst. Nicht nur Apartheit, die sich von Weißen gegen Schwarze richtet, sondern auch anders herum oder dann, wenn sie von einem Staat wie Israel gegen Palästinenser ausgeübt wird, erregt sein Missfallen. Entsprechend setzt er sich für einen Boykott israelischer Universitäten und Wissenschaftler ein, sofern sie als Repräsentanten des Staates Israel auftreten. Man könnte auch sagen, er nimmt es mit der Wissenschaftsfreiheit sehr ernst.

farid-esackAll das hat jedoch nichts mit seinen Leistungen auf dem Gebiet der Islamstudien und dem, was er lehrt zu tun, wenn er als Gastprofessor im Forum Humanum an der Akademie der Weltreligionen der Universität Hamburg tätig ist. Dorthin ist er vermutilch wegen seiner wissenschaftlichen Arbeit berufen worden, nicht wegen seiner ideologischen Überzeugung. Und war es nicht die westliche Zivilisation, die sich im Schwunge der Aufklärung in ihren Salons brüstete, die kontroversen Ideen kontroverser Denker zu diskutieren?

Das ist lange her. Heute gilt: Hinz und Kunz versucht zu verhindern, dass Universitäten ihrem Auftrag, nämlich dem Gewinn von Erkenntnis, auch wirklich nachkommen. 

Zu diesem Zweck nehmen Politiker und Ministerien seit Jahrzehnten ideologischen Einfluss auf Universitäten. Wie normal es für Politiker geworden ist, dies in immer größerem Maße zu tun, sieht man daran, dass Volker Beck wegen der Berufung Esacks die Hamburger Universität “scharf anzugreifen” können glaubt. Wie er auf die Idee kommt, interne Angelegenheiten der Universität Hamburg wären etwas, wozu er seine Stimme erheben kann, ist eine bislang unbeantwortete Frage.

Dafür ist die Art und Weise, in der Politiker wie Beck denken, auf universitäre Angelegenheiten Einfluss nehmen zu können, durch den Affenzirkus, der um Esack aufgeführt wird, sehr deutlich geworden. Wer dem politischen Establishment ideologisch nicht genehm ist, der soll nicht an deutsche Universitäten berufen werden. Wessen geistiges Kind die studentischen Blindgänger sind, die Kant nicht mehr lesen wollen, weil er von Negern schreibt oder Professoren, in deren Vorlesungen bespitzeln, weil sie angeblich politisch nicht korrekte Inhalte thematisieren, ist keine Frage mehr: Wenn es nach Politikern wie Volker Beck geht, dann wird Wissenschaft nur noch in dem schmalen Gesichtskreis betrieben, den die Engstirnigkeit derer, die Erkenntnis nur noch zulassen, wenn sie ideologisch genehm ist, vorsieht – ganz so wie dies im Marximus-Leninismus der DDR der Fall war.

„Ich würde gerne wissen, welche Rolle diese Positionen von Herrn Esack [seine kritische Haltung gegenüber der Politik Israels], die ja allgemein bekannt sind, bei seiner Berufung gespielt haben und welche wissenschaftlichen Gründe es gibt, ihn trotz dieser Positionen berufen zu haben?“, so fragt Volker Beck.

Die Positionen, die Volker Beck so bedenklich findet, sie haben hoffentlich keinerlei Rolle bei der Berufung gespielt, denn es gibt eine Trennung zwischen Wissenschaft und Ideologie. Und es ist gerade eine westliche Tradition (Sie wissen schon, die Aufklärung), kontroverse Ideen kontroverser Wissenschaftler zu diskutieren. Man stelle sich vor, an Universitäten dürfte nur noch diskutiert werden, was Volker Beck genehm ist. Das mag sich kurzzeitig auf die Forschung zur Wirkung von Opiaten und anderen Betäubungsmittel wie ein Rausch auswirken, der Rest der Wissenschaft läge jedoch bereits nach kurzer Zeit danieder, wäre eine langweilige und um immer dieselben Inhalten sich drehende Angelegenheit, die nicht in der Gefahr steht, etwas Neues zu entdecken oder gar erst zu formuliert.

Wie wenig Politiker wie Volker Beck von Wissenschaft und von wissenschaftlichen Traditionen verstehen, auf die sie doch so gerne Einfluss nehmen wollen, zeigt sich an der Posse um Farid Esack in besonderer Weise. Ausgerechnet diejenigen, die Polit-Kommissare an Universitäten installiert haben, um Zensur über falsche Sprache und nicht geschlechtergerechte, was auch immer das Plastikwort beschreiben soll, Berufungen oder Lehre oder Forschung an Universitäten zu unterbinden und der Erkenntnis den Garaus zu machen, ausgerechnet diese Feinde der Wissenschaft echauffieren sich nun, dass mit Farid Esack ein Theologe am Forum Humanum der Universität Hamburg Vorträge gehalten hat, und zwar deshalb, weil die Ideologie von Esack nicht 100% zur eigenen passt, und was nicht zu 100% passt, ist staatsfeindliches Gerede früher vom Klassenfeind, heute von denen, die Fakten noch als Fakten benennen, in diesem Fall die Politik der Apartheit des Staates Israel. 

Es wird Zeit, den Politikern, die denken, sie könnten sich in die Angelegenheiten von Hochschulen einmischen, ihre Grenzen, vor allem ihre intellektuellen Grenzen aufzuzeigen. Dazu benötigt man allerdings Wissenschaftler mit Rückgrat, und die sind gerade in Deutschland weitgehend vergriffen – im Sonderangebot finden sich dagegen Wissenschaftler mit eingebauter Andienungsfunktion.

Wir hätten noch gerne gewusst, welche Qualifikation Volker Beck dazu befähigt, die Berufung von Farid Esack in Frage zu stellen. Oder mehr im Sprachgebrauch von Politikern: Volker, nimm’ Crystal Meth und halt’ die Klappe!

Gleichheit vor dem Gesetz? Grüne Bundestagsabgeordnete sind gleicher

Ohne Ansehen der Person sollen Richter urteilen. Dieser Grundsatz juristischer Praxis ist das, was man wohl mit Max Weber einen Idealtypus nennen muss: Sich diesem Ideal so weit wie nur möglich anzunähern, ist das Ziel, das den Rechtsstaat auszeichnet.

In Deutschland scheint man dagegen das Ziel zu verfolgen, so weit wie nur möglich von diesem Ideal entfernt zu bleiben, wie ein Vergleich von Beurteilungen faktisch gleicher Sachverhalte durch zwei unterschiedliche Instanzen der Rechtspflege zeigt: Einmal das Bundesarbeitsgericht in Erfurt, einmal die Staatsanwaltschaft Berlin.

Das Bundesarbeitsgericht in Erfurt hat die Kündigung eines Kraftfahrers als rechtmäßig bestätigt. Der Kraftfahrer war in seinem Privatfahrzeug und unter Einfluss von Crystal-Meth in eine Polizeikontrolle gefahren. Dabei war er nicht fahruntüchtig. Was gegen den Kraftfahrer spricht, ist also ein Testergebnis, keine objektiv wahrnehmbare Beeinträchtigung. Es gibt auch keinerlei Hinweis darauf, dass der Kraftfahrer während seiner Berufstätigkeit seinen Lastkraftwagen jemals unter Einfluss von Crystal-Meth gefahren hat. Dennoch hat das Bundesarbeitsgericht die Kündigung des Kraftfahrers bestätigt: Man müsse das Gefährdungspotential in Rechnung stellen, so das Urteil.

DrogenbeauftragteDie Staatsanwaltschaft Berlin hatte den Fall von Volker Beck, seines Zeichens Abgeordneter und u.a. religionspolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, der mit 0,6 Gramm Crystal-Meth in eine Polizeikontrolle gefahren war, zu beurteilen. 0,6 Gramm Crystal-Meth gelten in Deutschland als geringe Menge (die nicht geringe Menge fängt bei 5 Gramm an), und das ist wohl auch der Grund dafür, dass Volker Beck mit einer Einstellung des Verfahrens nach § 153a StPO gegen die Zahlung einer Geldauflage von 7.000 Euro nach Satz 2 davongekommen ist (Schade dass kein Gebrauch von Satz 6 „Teilnahme an einem sozialen Trainingskurs“ gemacht wurde).

Wie im Falle des Kraftfahrers, so kann auch bei Volker Beck nicht gesagt werden, ob er jemals unter Einfluss von Crystal-Meth seiner beruflichen Tätigkeit nachgegangen ist. Im Gegensatz zum Kraftfahrer ist Volker Beck seinen Arbeitsplatz jedoch nicht losgeworden. Die Begründung, die das Bundesarbeitsgericht gegeben hat, dass nämlich das Gefährdungspotential, das von Crystal-Meth ausgeht im Hinblick darauf, dass der jeweilige Junkie eine Gefahr für seine Mitmenschen darstellt, berücksichtigt werden müsse, wird auf Beck offensichtlich nicht angewendet.

Beim Bundesarbeitsgericht in Erfurt ist man demnach der Ansicht, dass die Korrelation von Berufskraftfahrer und Crystal-Meth dazu ausreicht, ein Gefahrenpotential anzunehmen und dem entsprechenden Berufskraftfahrer auch dann zu kündigen, wenn keinerlei Belege dafür vorliegen, dass er jemals unter dem Einfluss von Crystal-Meth einen Lkw gefahren oder seinem Beruf als Kraftfahrer nachgegangen ist. Allein die Annahme, dass man es nicht ausschließen könne, eine Annahme, auf deren Grundlage man jedem Arbeiter kündigen kann, reicht den Richtern dazu aus, die berufliche Existenzgrundlage des Berufskraftfahrers zu zerstören. Offensichtlich wiegt hier die Angst vor potentiellen Gefahren höher als die konkrete Zerstörung der Existenzgrundlage eines Berufskraftfahrers.

Bei Bundestagsabgeordneten ist das offensichtlich anders.

Farm der Tiere

Hier kommt kein Richter auf die Idee, das Gefahrenpotential, das von der Möglichkeit ausgeht, dass Abgeordnete unter Drogen Entscheidungen treffen, Entscheidungen, die für alle diejenigen, die sie vertreten wollen, erhebliche Konsequenzen haben können, auch nur in Betracht zu ziehen. Während bei einem Berufskraftfahrer eine Gefährdung von Mitmenschen, ohne dass sie belegt wäre, angenommen wird, wird bei einem Bundestagsabgeordneten die Gefährdung von Mitmenschen, ohne dass sie belegt wäre, nicht als gegeben angesehen, ja nicht einmal in Betracht gezogen.

Das nennt man wohl zweierlei Maß, das sich entweder dadurch erklären lässt, dass Richter (und Staatsanwälte) der Ansicht sind, Bundestagsabgeordnete unter Drogen stellten im Gegensatz zu Berufskraftfahrern weder eine Gefährdung noch einen Grund zur Sorge dar oder sie sind der Ansicht, dass man Berufskraftfahrern nichts zu Gute halten dürfe, z.B. ein Pflichtbewusstsein, das sie den Drogenkonsum auf die Freizeit beschränken lässt, während sie Bundestagsabgeordneten alles Mögliche zu Gute halten, z.B. ein Pflichtbewusstsein, das sie den Drogenkonsum auf die Freizeit beschränken lässt, oder manche Richter und Staatsanwälte tun sich leichter damit, den angeblich kleinen Mann zu verurteilen und schwerer damit, Personen des öffentlichen Lebens, wie es so schön heißt, überhaupt unter Anklage zu stellen (Arschkriecher-Syndrom).

Abgesehen davon untersteht die Staatsanwaltschaft Berlin der Weisung des dortigen Senators für Justiz (und Verbraucherschutz; Crystal-Meth-Verbraucherschutz?).

Translate »
error: Content is protected !!
Haben Sie Lust auf Auseinandersetzung oder steht bei Ihnen eher der Frust durch Auseinandersetzungen im Vordergrund? Der individuelle Umgang mit Konfliktsituationen ist ein Feld, das in Deutschland nicht beforscht wird. Dr. habil. Heike Diefenbach ändert dies zur Zeit. Sie haben die einmalige Gelegenheit, daran mitzuwirken. Nehmen Sie an unserer Primärforschung teil. Wirken Sie mit an der Erstellung einer Skala zur Messung von Konfliktorientierung.   Zur Teilnahme geht es hier.
Holler Box
Skip to toolbar