Manege frei für das Bundesforum Männer

Europäische Kommissare, allen voran Viviane Reding, sind immer dann, wenn es darum geht, die eigenen Interessen durchzusetzen, sehr gewieft. Ich habe bereits an anderer Stelle darauf hingewiesen, wie Frau Reding die Daten des Eurobarometer missbraucht und missinterpretiert, um ihre Agenda durchzuziehen und Unterstützung für ihren Plan zu erschleichen, die unternehmerische Freiheit abzuschaffen und börsennotierten Unternehmen vorzuschreiben, wie viele Frauen in ihrem Aufsichtsrat sitzen müssen. Neben der Manipulation der öffentlichen Meinung sind auch sogenannte “public consultations [öffentliche Konsultationen]” ein beliebtes Mittel, das die Europäische Kommission immer dann nutzt, wenn es darum geht, die eigene Politik als von gaaaanz vielen anderen unterstützt darzustellen. Zu diesem Zweck werden dann regelmäßig Stakeholder aufgefordert, Fragen zu beantworten, die die Kommission, in diesem Fall die DG Justiz von Frau Reding vorbereitet hat.

Public ConsultationDie öffentlichen Konsultationen gleichen einem Wanderzirkus, bei dem nach einander unterschiedliche Stakeholder durch die Manege geführt werden, um dort auf Zuruf “Männchen” zu machen oder sich als Clown in Sägespäne zu werfen, damit die versammelte Öffentlichkeit auch etwas zu lachen hat. Dass mit öffentlichen Konsultationen versucht wird, Stakeholder vor den eigenen Karren zu spannen und diesen von Stakeholdern ziehen zu lassen, wird überdeutlich, wenn man die “Consultation on Gender Imbalances in[on] Corporate Boards in the EU” betrachtet. Um dies zu verdeutlichen, bediene ich mich im Folgenden eines Kontrast”gruppen”designs, d.h. ich stelle eine “public consultation”, in der die Meinung der Stakeholder gefragt wäre, einer “public consultation” gegenüber, die die Stakeholder am Nasenring durch die Manage führt.

Was würde man an Fragen in einer Public Consultantion on Gender Imbalances on Corporate Boards [Geschlechterungleichgewichte in höchsten Entscheidungsgremien von Unternehmen] erwarten, bei der es tatsächlich darum geht, die Meinung von Stakeholdern einzuholen? Folgendes:

  1. Ganz zu Beginn die Frage, ob “Gender Imbalances” überhaupt ein Problem darstellen
  2. Für diejenigen, die denken, dass “Gender Imbalances” ein Problem darstellen, die Folgefragen:
    1. Warum “Gender Imbalances” ein Problem darstellen;
    2. Ob und wieso die Europäische Kommission etwas gegen diese “Gender Imbalances” unternehmen sollte;
    3. Welche positiven Effekte von Maßnahmen gegen die “Gender Imbalances” zu erwarten sind und welche wissenschatflichen Belege es dafür gibt, dass die entsprechenden Effekte auch eintreten;
    4. Ob Maßnahmen zur Beseitigung der entsprechenden “Gender Imbalances”  (z.B. durch die EU Kommission) und die damit zu erreichenden Gewinne die Kosten aufwiegen, die dadurch entstehen, dass die unternehmerische Freiheit und damit das Fundament kapitalistischer Systeme zerstört wird;
    5. Welchen persönlichen Nutzen sich die jeweiligen Stakeholder davon versprechen, eine Beseitigung der Gender Imbalances zu fordern.
  3. Für diejenigen, die denken, dass “Gender Imbalances” kein Problem darstellen, die Folgefragen:
    1. Warum “Gender Imbalances” kein Problem darstellen;
    2. Welche negativen Effekte von Maßnahmen gegen “Gender Imbalances” zu erwarten sind, und welche wissenschaftlichen Belege es gibt, dass diese negativen Effekte auch eintreten;
    3. Welchen persönlichen Nutzen sich die jeweiligen Stakeholder davon versprechen, eine Beseitigung von Gender Imbalances abzulehnen.

So sähe in etwa eine öffentliche Konsultation aus, bei der es nicht darum geht, die eigenen Politikziele von willfährigen Statisten (nein Stakeholdern) legitimieren zu lassen, sondern darum, die Meinung der Stakeholder einzuholen.

Leser dieses blog werden sich schon denken, dass die Fragen, die ich zusammengestellt habe, nicht die Fragen sind, die die EU-Kommission unter der Verantwortung der ehemaligen Journalistin bei einem Luxemburger Provinzblatt, Viviane Reding, gestellt hat. Vielmehr wurden u.a. die folgenden Fragen gestellt:

  1. Für wie wirksam halten sie die Selbstregulierung durch Unternehmen im Hinblick auf den Abbau des Geschlechterungleichgewichts in den höchsten Entscheidungsgremien von Unternehmen in der EU?
  2. Welche zusätzlichen Maßnahmen (der Selbstregulierung bzw. Regulierung) sollten im Zusammenhang mit dem Abbau des Geschlechterungleichgewichts in den höchsten Entscheidungsgremien von Unternehmen in der EU ergriffen werden?
  3. Brächte Ihrer Meinung nach eine stärkere Präsenz von Frauen in den höchsten Entscheidungsgremien von Unternehmen wirtschaftliche Vorteile, und wenn ja, welche?
  4. Welche Zielvorgaben (z.B. 20%, 30%, 40%, 60%[!sic]) sollten für das unterrepräsentierte Geschlecht in den höchsten Entscheidungsgremien von Unternehmen festgesetzt werden und für welchen Zeitraum? Sollten diese Vorgaben bindenden oder empfehlenden Charakter haben? Warum?
  5. Soll es Sanktionen für Unternehmen geben, die die Zielvorgaben nicht einhalten?

Dies sind nicht die Fragen, die man stellt, wenn man seine Stakeholder ernst nimmt. Die Fragen sind eine Fundgrube für suggestive Fragen, es finden sich Beispiele für Framing, an denen Tversky und Kahneman (1974) ihre wahre Freude gehabt hätten, und die Fragen lassen eines von Anfang an nicht zu: Zweifel daran, dass die Gender Imbalances oder die Geschlechterungleichgewichte in höchsten Führungsgremien, wie es in der deutschen Ausgabe der Fragen heißt, beseitigt werden müssen (Ich habe hier durchweg “Gender Imbalances” genutzt, sonst unterstellt mir noch jemand ich wäre gegen Dicke in Führungsgremien…).

Zwei Beispiel um die Manipualtion der Stakeholder bereits durch die Fragen zu demonstrieren, mögen genügen: So unterstellen die beiden ersten Fragen, dass ein Abbau der Gender Imbalances durch steuernde Eingriffe notwendig ist, dass sich das ganze also nicht von selbst z.B. dann beseitigt, wenn mehr Frauen eine Karriere der Familie vorziehen. Das ist klassische Suggestion, mit der man sicherstellt, dass die Antworter auch nichts Falsches sagen. Frage 3 ist nicht nur suggestiv, sondern arbeitet auch mit dem Ankereffekt, den bereits Tversky und Kahneman (1974) deutlich gezeigt haben: Sind Fragen positiv formuliert, dann ist die Zustimmung größer und die Frage, ob das, was da positiv formuliert wurde, vielleicht auch einen negativen Effekt hat, in Worten, “Brächte Ihrer Meinung nach eine stärkere Präsenz von Frauen in den höchsten Entscheidungsgremien von Unternehmen wirtschaftliche Nachteile”, kommt unkritischen Geistern gar nicht mehr in den Sinn.

Man sieht, die EU-Kommission hat die Manege gut bereitet, in der sie nun ihre Stakeholder vorführen will. Und wie die Zahl der Stakeholder, die sich willig haben vorführen lassen, zeigt, ist es der EU-Kommission problemlos gelungen, eine Liste der am wenigsten zur Kritik fähigen Organisationen in Europa zusammenzustellen. Und nun heißt es auch in diesem post: Manege frei für das Bundesforum Männer.

Manege.freiBei der Stellungsnahme vom Bundesforum Männer zur öffentlichen Konsultation bin ich mir nicht ganz im Klaren, ob es sich um die Clown-Nummer oder die Pudel-Dressur handelt. Der Beitrag hat Elemente von beidem. Gleich vorweg, natürlich fällt den Antwortern vom Bundesforum Männern nicht auf, dass sie sich gerade missbrauchen lassen. Das fällt ihnen schon deswegen nicht auf, weil sie sich offensichtlich gerne missbrauchen lassen. Und so verkünden sie bereits in Ihrer Antwort auf Frage 1 (die nach der Wirksamkeit von Selbstregulierung), dass in jedem Fall ein Eingriff in die unternehmerische Freiheit von Unternehmen erfolgen müsse, denn: “Obwohl einige wenige Großunternehmen die betriebswirtschaftliche Relevanz von diversifizierten Teams (Väter, Mütter, Singles, Alter, etc.) erkannt haben, lassen sich kaum nachhaltige Personalentwicklungsmaßnahmen … nachweisen”. Das ist aus der Abteilung Clownerie, denn um eine solche Aussage zu treffen, müssten die Bundesforums Männer wissen, was in allen börsennotierten Unternehmen an Anstrengungen zur Diversifizierung unternommen wird (wer weiß, vielleicht wird bei der Lufthansa nach Größe und Sehstärke diversifiziert). Zudem ist die Einsicht, die uns die Bundesforums Männer so gnädig und gottgleich mitteilen, die höhere Erkenntnis, an der sie uns teilhaben lassen und nach der diversifizierte Teams betriebswirtschaftliche Relevanz haben, insofern falsch als damit ein positiver Effekt auf das Betriebsergebnis gemeint ist. Wie Øyvind Bøhren und Siv Staubo (2011) gezeigt haben, hat nicht zunehmende, sondern abnehmende Diversifizität einen positiven Effekt auf den Profit von Unternehmen. Insbesondere steigt die Rentabilität von Unternehmen mit einer abnehmenden Anzahl von Frauen in Führungsgremien. Mir scheint, die Herren vom Bundesforum sollten noch einmal in die Literatur gehen, Zeit genug dazu haben sie bestimmt.

Bundesforum_Maenner_gross1Ganz allerliebst sind auch die folgenden Sätze aus dem Bundesforum der Männer: “Ein politisches Instrument könnte generell in kürzeren und flexibleren Arbeitszeitregelungen (auch für Führungskräfte) liegen. Neben der Regulierung des Arbeitsumfanges – zum Beispiel durch ein uneingeschränktes Recht auf Teilzeitarbeit – ist eine umfassende Diskussion der anwesenheitsfixierten, überstundenorientierten und familienfeindlichen Arbeitskultur unumgänglich”. Haben Sie schon jemals einen solchen Unsinn gehört? Es ist zwar gut zu wissen, warum man telefonisch beim Bundesforum niemanden erreicht, denn die sind halt nicht anwesenheitsfixiert, aber der Rest der Sätze belegt einfach, dass die Bundesforumsmänner nicht wissen, wovon sie reden und in einer  geistigen Welt residieren, deren Enge ihresgleichen sucht.

Pudel DressurIch versuche es mal so: Also Ihr Männer vom Bundesforum, wenn ihr demnächst im Supermarkt vor leeren Regalen steht, dann liegt das daran, dass die Spedition, die den Supermarkt beliefert auf Teilzeit umgestellt hat und zudem keine Überstunden mehr gefahren werden. Wenn ihr morgen keine Post im Bundesforum bekommt, dann deshalb, weil die Anwesenheitsfixierung bei der Deutschen Post abgeschaftt wurde. Wenn der Strom demnächst ausfällt, dann liegt das daran, dass die Stadtwerke Berlin auf Familienfreundlichkeit machen, und deshalb gibt es nur noch Strom zwischen 9.00 Uhr und 17.00 Uhr. Anwesenheit zu anderen Zeiten ist Familienmitgliedern und das sind wir doch irgendwie alle, nicht zuzumuten. Und bitte, Männer vom Bundesforum, werdet nicht außerhalb der Öffnungszeiten krank, denn die Notärzte arbeiten keine Schicht mehr und sind nur noch a Tag zu erreichen.

Die gesamte Stellungnahme des Bundesforums Männer enthält nicht einen kritischen Satz und sie unterscheidet sich im Inhalt und in der Aussage in keiner Weise von dem, was der Deutsche Frauenring e.V. geschrieben hat oder davon, was man vom Deutschen LandFrauenverband zu lesen bekommt. Insofern kann man das Bundesforum Männer wirklich abschaffen, denn was diese “Männer” zu sagen haben, sagen bereits die Landfrauen oder die Frauen vom Ring und mehr als zweimal kann man den Unsinn nicht ertragen. Im übrigen würde ich es vorziehen, wenn ich wählen müsste, von Alice Schwarzer repräsentiert zu werden. Die hat wenigstens einen eigenen Standpunkt und eine eigene Meinung.

Bøhren, Øyvind & Staubo, Siv (2012). Changing Organizational Form to Avoid Regulatory Constraints: The Effect of Mandatory Gender Balance in the Boardroom.

Tversky, Amos & Kahneman, Daniel (1974). Judgements Under Uncertainty. Heuristics and Biases. Science 185: 1124-1131.

Bildnachweis
Delcampe

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About Michael Klein

… concerned with and about science

16 Responses to Manege frei für das Bundesforum Männer

  1. T.R.E.Lentze says:

    Ein interessanter Gesichtspunkt, hier angewandt auf A.Schwarzer: “Die hat wenigstens einen eigenen Standpunkt und eine eigene Meinung.”

    Ich habe gelegentlich verlauten lassen, daß ich lieber in unmittelbarer Nähe einer der übelsten, aber geistreichen Feministinnen wohnen würde, als in unmittelbarer Nähe so mancher Männerrechtler, welche für die Gleichberechtigung, nur eben für die “wahre” Gleichberechtigung (was ist das?) plädieren und ansonsten sich in Zickenkriegen ergehen.

    Gerade die bösesten Menschen sind auch die intelligentesten. Eine Ausnahme war, wenn man Joachim Fest (“Das Gesicht des Dritten Reiches”) glauben darf, A.Hitler. Demnach hatte dieser seine geistige Ausstattung erhalten in dem Männerheim, in welchem er jahrelang wohnte. J.Fest folgt darin der These von der Banalität des Bösen. Doch Hitler war Vegetarier, Nichtraucher, Nichttrinker, zudem Leser von Blavatskys “Geheimlehre” (zahlreiche Anstreichungen darin zeugen von einer gründlichen Auseinandersetzung) – alles Merkmale, die man in dem bezeichneten Milieu kaum antrifft. Hitler läßt sich auf das Milieu, in dem er lange Jahre verbrachte, nicht reduzieren.

    Was hingegen die wirklich pudeligen Männer betrifft, von denen oben die Rede ist, so dürften sie in viel stärkerem Maße milieu-geprägt sein. Es sind materiell wohl eher gehobene Verhältnisse, denen aber eine gewisse geistig-moralische Verkommenheit zueigen ist.

  2. qed says:

    Ein Schuß Polemik tut ab und an Not:

    Man ist geneigt zu lächeln über derartig devote lila Schießbudenfiguren, aus denen das sog. ‘Bundesforum’ ausschließlich besteht.
    Dabei verkennt man die extreme gesellschaftliche Toxizität solcher Rattenköder, die absichtsvoll implementiert wurden, um zu belügen, zu tarnen, zu täuschen.
    Derlei Kroppzeug muß ausgemerzt werden, das ist eine Frage der Hygiene.
    Es ist deshalb unabdingbar, anläßlich ihrer Erwähnung einen automatisierten Steckbrief gleich mit zu veröffentlichen, auf daß sie jeder erinnert, wenn Nürnberg 2.0 angesagt ist.

    • Viktor says:

      Diese Polemik schadet der Sache und sollte gelöscht werden.

      • Einen Moment lang habe ich gedacht, dieser blöde Kommentar schadet der Sache und sollte gelöscht werden, aber dann habe ich mich doch eines besseren besonnen und mich dem göttlichen Urteil im Kommentar insofern gebeugt als ich ihn freigeschaltet habe. Ich habe nur noch eine Frage: Welcher Sache schadet welche Polemik?

      • @Viktor

        mehr als andere schadet “der Sache” (unabhängig davon, was hier damit gemeint sein soll, schadet es JEDER Sache), wenn für Gegner “der Sache” dermaßen offensichtlich gemacht wird, dass einige Vertreter “der Sache” zwar gut darin sind, in Einzeilern Bewertungen abzugeben (wie etwas sei Polemik), aber sehr, sehr schlecht darin, ihre Bewertungen als Resultate aus ARGUMENTEN erkennen zu lassen. Insofern bin ich der Meinung, Michael Klein hätte Ihre Bewertung, die keinerlei Beitrag zu irgendeiner Diskussion bringt, tatsächlich besser gelöscht. Ich hätte es getan.

  3. Es gibt aber auch etwas positives anzumerken:
    Ich habe mal die Stellungnahmen deutscher Bürger und Manager überflogen. Gefühlte 80% sind ganz klar der Frauenquote abgeneigt und lassen sich auch von der suggestiven Art der Fragestellung nicht um den Finger wickeln.

  4. Eviathan says:

    “Gerade die bösesten Menschen sind auch die intelligentesten.”

    Dann musst du ja ein sehr guter Mensch sein. 🙂

    Und das “Bundesforum”? Nur feministische Jubelperser…

  5. Alexander Roslin says:

    Das Bundesforum hat die selbe Funktion wie die Blockparteien oder der FDGB in der DDR: Es soll einen Pluralismus vorspiegeln, der nicht gegeben ist, von den federführenden Staatsfeminist.I.nnen gar nicht zugestanden wird.

    So wenig wie die Staatssozialisten einst Pluralismus zuließen.

    “Seht her, wir kümmern uns auch um Männerinteressen, auch Männer können sich hier einbringen!”

    Ja.

    Aber was für Männer, Männer, die ideologisch auf Linie laufen.

    Feminist.I.nnen sind Geschlechtersozialist.I.nnen.

    Der Feminismus ist nach dem Bankrott des Marxismus-Leninismus, den man daher für einige Zeit aus der Auslage nehmen musste (auf Wiedervorlage, nehme ich an), zum neuen gesellschaftsverändernden, gleichschaltenden, GLEICHHEIT im sozialistischen Sinne anstrebenden Vehikel linker Politik geworden.

    Er wird unsere Gesellschaft ebenfalls erfolgreich in den Bankrott treiben.

    Aber vorher kann man sich ja vom Steuerzahler als regimedienlicher Propagandist noch ein wenig aushalten lassen.

    Ohne sich einer Anwesenheitskultur befleißigen zu müssen.

    Die ist nur für jene Idioten Pflicht, die diesen ganzen Mist mit ihren Steuereuronen finanzieren müssen, die erst mal verdient sein wollen.

    Aber das scheint ja kein Problem zu sein im Subventionsschlaraffia des Genderunterholzes.

  6. Das sogenannte “Bundesforum für Männer” ist mir ein Dorn im Auge, steht im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler und ist nachweislich nicht in der Lage auch nur einen männervertretenden Satz zu formulieren. Die Beschneidung war selbstverständlich auch bisher kein Thema für das Pudelforum gewesen.

    Wenn es nicht so ein ernstes Thema wäre, würde ich über diese Zirkusnummer lachen.

  7. Viktor says:

    Der Ansatz des “Bundesforums”, die Erwerbsarbeit auf Männer und Frauen gleichermaßen zu verteilen und die Arbeitszeiten zu reduzieren, ist nicht so schlecht und scheint mit einem Vorschlag von Esther Vilar kompatibel. Wenn aber Quoten, dann für QUERDENKER unabhängig vom Geschlecht, denn nur diese bringen bessere Betriebsergebnisse.

    • Marcel Elsener says:

      Der Ansatz des ‘Bundesforums’ ist freiheitsfeindlich und deshalb schlecht. Eine mächtige Organisation (vermutlich der Staat) soll alle Individuen zu einem bestimmten Verhalten zwingen. Wer sich willig dem Zwang unterwirft, wird mit (von ihm selbst finanzierten) Wohltaten bedacht; wer nicht mitmacht, wird bestraft. Ein Kaste von privilegierten Funktionären, die selbst ausserhalb der Systemnormen steht, soll das systemkonforme Verhalten konstruieren, überwachen und gegebenenfalls Abweichler sanktionieren. Die individuelle Freiheit ist somit abgeschafft. Nur ein geborener Untertan, ein glücklicher Sklave kann mit ein solches System anstreben.

      Tatsächlich schlug Esther Vilar einst eine ähnliche Umverteilung von Arbeit vor. Vilar ist bekennende Sozialistin, weswegen es nachvollziehbar ist, dass von ihr ein solcher Vorschlag kam. Das Individuum bzw. dessen Freiheit gilt im Sozialismus nichts, das politisch konstruierte Kollektiv ist das Mass aller Dinge. So funktionieren ausnahmslos alle Sozialismen – egal, ob sie roter oder brauner Natur sind. Was Vilar übrigens mit Abweichlern zu tun gedachte, die mehr als die erlaubten Erwerbsarbeitsstunden absolvierten, darüber hat sie sich in Schweigen gehüllt.

      Die Idee einer Quote für Querdenker erscheint auf den ersten Blick verlockend, ist aber eine logische Unmöglichkeit. Jede Quote muss von einem Herrschaftssystem exekutiert werden, sonst ist sie obsolet. Ein Querdenker ist per definition einer, der die Systemgrenzen sprengt, der gegen das herrschende System opponiert. Der Querdenker wird sich somit früher oder später gegen seine Förderer (das Herrschaftssystem) wenden müssen; ein solches System ist selbstzerstörerisch, und kein vernünftiger Herrscher wird so etwas errichten. Vielmehr wird ein Quotensystem für Querdenker jede Menge Pseudoquerdenker produzieren, die sich an irgendwelchen Belanglosigkeiten reiben, aber ansonsten strikt systemkonform handeln. Das Bundesforum Männer aber auch die staatsfeministischen Funktionäre (Frauenbeauftragte, Genderlehrstuhlinhaberinnen etc.) sind Paradebeispiele von solchen Pseudoquerdenkern.

      Ansonsten haben der Staat und dessen Gewaltapparat noch nie ‘bessere Betriebsergebnisse’ hervorgebracht. Weshalb wird ausgerechnet der Staat als kompetenter Löser von allen möglichen Problemen erachtet? Welche Grundlage hat diese religiös anmutende Erlösungsideologie? Woher kommt eigentlich diese Fixierung auf den Staat als Messias?

      • Viktor says:

        Bei der Idee der Querdenkerquote geht es nicht um verbindliche staatliche Vorschreibung, sondern darum, daß auch fachliche Querdenker (was nicht mit politischer Opposition gegen das herrschende System gleichzusetzen ist) in Unternehmen – schon in deren Eigeninteresse – eine Chance bekommen. Querdenker machen Entscheidungsfindungen im Team langwieriger und mühsamer, die Ergebnisse sind aber im Regelfall besser.

        • Marcel Elsener says:

          Tja, da verstehen wir unter Quote wohl grundlegend Verschiedenes. Unter Quote verstehe ich eine verbindliche Vorschrift, nach der irgendeine Stelle zwingend mit einer bestimmte Prozentzahl irgendwelcher Quotengeförderter (z.B. Frauen, Behinderte) zu besetzen sei. Sie, Viktor, verstehen darunter offenbar eine unverbindliche Empfehlung.

          Dass Querdenker in einem Unternehmen unter gewissen Umständen eine Bereicherung sein können (aber nicht notwendigerweise sein müssen), glaube ich auch. Aber man sollte es den Unternehmen selbst überlassen, ob und welche Querdenker sie einzustellen gedenken, denn die Eigentümer des Unternehmens tragen schliesslich auch das Risiko bei einem allfälligen Scheitern.

  8. Thomas says:

    Mein Gott … (immerr noch männlich) … es ist doch alles so einfach. Wer hat denn die Handys, die Flugzeuge, und die Autos mit den von Frauenhänden so sanft zu bedienenden Lenkrädern, erfunden und realisiert? Und die Wasserhähne, die Pille für die Befreiung der Frauen, die Bohrtürme fürs Heizöl, die Klosettschüsseln, die Duschkabinen, die elektrischen Lockenwickler, die Staubsauger, die Wasch – und Spülmaschinen, den Nagellack, das Penicillin, die Schlankheitspillen, die Kleiderindustrie, die Hochhäuser und Swimmingpools, die Kochtöpfe, den Wäschetrockner, die Zentralheizung und das Klimagerät, die Fernseher, die Fotoapparate, den Zeitungsdruck, das Internet ……. Jetzt wird’s mir langweilig, (oder anstrendend), denn es wäre mindestens noch ein Meter (nach unten fortgesetzt) anzufügen. Wenigstens noch ein paar bedeutsame Menschen seien benannt: Aristoteles, Nietzsche, James Watt, Ampere und Volta, Mozart, Beethoven, Albrecht Dürer, Verdi, Shakespeare, Goethe, Picasso, Dostojewski …. – und nocheinmal einen Meter anfügen. HALT: ich hab’ was Wichtiges vergessen es gibt ja auch femen, die weltweit beachtete Kultur schaffen. Nicht nur die, man vergesse die Pussy Riot nicht, die auf Deutsch etwa “Muschi-Krawall” heissen. Jeder anspruchsvolle Beruf (jaja, auch die Bauhandwerker) und nicht nur die Zahnärzte erfordern eine gewissenhafte Ausbildung mit Abschlusszeugnis. Aber wenn man es z.B. als Physiker(in) zu nichts bringt, dann kann man immerhin noch Politiker(in) und Bundeskanzler(in) ohne entsprechende Ausbildung werden. (Hier darf man schon den Müllermeister als Wirtschaftsminister entgegen halten.) Zum Thema Frauenquote noch eine abschliessende Bemerkung: Jawohl Frauenquote muss sein und zwar bei der Müllabfuhr, den Bergmännern usw. usw. .. damit diese Männer im Beruf nicht vereinsamen.

    Jetzt wirds Zeit zum Schlafengehen. Übrigens habe ich gestern meinen 80igsten Geburtstag gefeiert. Tschüss sagt Thomas.

    P.S.
    Mir ist gerade noch eingefallen dass es, selbst wenn’s ums Kochen geht, nur grosse Köche gibt.

  9. Nun bekommen Bundesforum für Männer und Andreas Kemper auch auf B2 Bayern2 einen Platz für ihre Propaganda http://www.br.de/radio/bayern2/programmkalender/sendung465696.html

  10. Pingback: Wahlprüfsteine und Stolpersteine: Das Rollenverständnis des Bundesforum Männer | Kritische Wissenschaft - critical science

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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