Beim Lügen erwischt: DIW kritisiert Arbeits- und Sozialministerin Nahles

Was ist nur mit dem DIW los?

diw_logoLange Zeit hat sich das DIW in Berlin als Musterschüler der Bonner Regenten dargestellt. Selbst die Genderstudies hat das DIW für sich entdeckt und im eigenen Vorstandsbereich verankert. Entsprechend gab es bislang keinen Grund, dem DIW etwas anderes als Konformitäts-Fleißkärtchen zu verteilen.

Und jetzt das.

Im neuen DIW-Wochenbericht kommt es auf einer Seite knüppeldick. Auf dieser einen, bemerkenswerten Seite äußert sich Kornelia Hagen zur abschlagsfreien Rente mit 63, und zwar in einer für das DIW unglaublichen Weise: Sie kritisiert die Regierung, legt den Schluss nahe, dass die Arbeits- und Sozialministerin, Andrea Nahles, entweder nicht weiß, was sie daherredet oder bewusst lügt und macht ein Argument, das man in Deustchland gar nicht mehr erwartet, ein Equitäts-Argument: Sie wissen schon, eine der Leistung enstprechende Auszahlung.

Doch der Reihe nach und zum Genießen:

Government help“Die Leistungen, die es nach diesem Vorhaben geben soll, werden den Bürgern medienwirksam als Rentenpaket zugestellt, verpackt in rotem Papier. Dies suggeriert die Übergabe eines Geschenkes – und nicht eine Verteilung der durch die Versicherten selbst erworbenen Verdienste.”

Was haben sich viele Deutsche darüber aufgeregt, dass Banker die Finanzkrise herbeigeführt hätten und nunmehr die entstandene Finanzkrise mit Mitteln der Steuerzahler abgewendet werden soll. Darüber, dass die Bundesregierung seit Jahrzehnten Rentenbeiträge einsammelt und bei der Rentenauszahlung so tut, als wären es Almosen, die sie netterweise verteilt und nicht Ansprüche, die sich Rentenbeitragszahler über die Dauer ihres Arbeitslebens erworben haben, haben sich nur wenige aufgeregt. Bis jetzt. Und jetzt kommt die entsprechende Aufregungen ausgerechnet aus dem bisherigen Musterinstitut, dem DIW, und dann gleich geballt: den zitierten Absatz könnte man auf die Formel bringen: Regierungsheuchler schmücken sich mit fremden Geldern.

Doch damit nicht genug:

believe the lie“Und was die 63er-Stichtagsregelung betrifft, so tun sich Ungereimtheiten und viele Ungerechtigkeiten auf. Die Ministerin verteidigt gerade die abschlagsfreie Rente für Versicherte mit 45 und mehr Versicherungsjahren ab dem vollendeten 63. Lebensjahr als einen Verdienst, den sich die Zielgruppe durch eine langjährige Lebensleistung und entsprechende Beitragszahlungen in die Rentenkasse selbst erworben hätte. Im Gesetzentwurf steht es allerdings anders: Danach ist das alleinige Kriterium für die Gewährung der Leistung nur die Anzahl der im Lebensverlauf erzielten Versichertenjahre (Beitragsjahre inklusive Berücksichtigungszeiten). Dies kommt einer Aushöhlung des Prinzips der Beitragsäquivalenz in der GRV gleich, wonach sich Leistungen aus der Rentenkasse mit Ausnahme einiger weniger solidarischer Elemente – Reha, Erwerbsminderung, Hinterbliebenenversorgung – in Abhängigkeit von den Jahren der Erwerbstätigkeit und der Höhe des Einkommens im Lebensverlauf begründen.”

Bermerkenswert – oder? Im Hinblick auf die Ungereimtheiten lässt der Text aus dem DIW nur den Schluss zu, dass man dort der Überzeugung ist, die Arbeits- und Sozialministerin erzähle entweder Unsinn oder sie belüge die Öffentlichkeit. Was die Ungrechtigkeiten angeht, so ist dies der erste Text, der uns seit langem auf den Tisch gekommen ist, in dem sich jemand explizit gegen die Rentengeschenke wendet, die die Bundesregierung an vornehmlich Frauen macht und deren Ergebnis darin besteht, dass Rentengerechtigkeit beseitigt und durch Klientelpolitik ersetzt wird.

Grundlegend für die Rentenhöhe ist nicht mehr die Höhe der eingezahlten Beiträge, sondern die Konformität mit Vorgaben der Regierung, die fortpflanzungswütige und vor allem arbeitsscheue Frauen belohnt, während sie zu begrenzter Fortpflanzung bei fortgesetzter Beschäftigung bereite Frauen bestraft, ganz im Gegensatz zu den öffentlichen Bekundungen (oder Lügen):

Rentenpacket

Timeo Danaos et dona ferentes

“Und ist es fair, wenn zwar eine Versicherte, die 40 Jahre sozialversicherungspflichtig beschäftigt war und dabei zwei Kinder erzogen hat, diese Leistung nicht erhalten soll, eine Versicherte aber mit 30 Jahren Beitragseinzahlungen und 15 Jahren Kinderberücksichtigungszeit Begünstigte ist?”

Die Frage, die Kornelia Hagen hier stellt, ist rhetorisch gemeint, denn natürlich ist es nicht fair, wenn man Menschen, die leisten, für ihre Leistung bestraft, um andere, die nicht leisten, dafür zu belohnen, dass sie nicht geleistet haben, denn Kinderberücksichtigungszeiten werden dann angerechnet, wenn nicht gearbeitet wird.

Doch damit sind die Gerechtigkeitsfragen noch lange nicht ausgefragt:

“Warum sollte ein Versicherter, der zwar nur 44 Jahre zusammenbringt,
aber mehr Beiträge eingezahlt hat, als einer, der 45 Jahre vorweist, schlechter gestellt werden als Letzterer? Und warum wird die Lebensleistung eines Versicherten, der zwar nur 43 Jahre, diese aber überwiegend Vollzeit gearbeitet hat, weniger hoch geschätzt als die Leistung einer Versicherten, die beispielsweise nur halbtags erwerbstätig war?”

Der Hintergrund dieser Fragen ist die neue gesetzliche Regelung, dass ein abschlagfreier Eintritt in die Rente mit 63 denen möglich ist, die 45 Beitragsjahre inklusive Berücksichtigungszeiten zusammengebracht haben. Die abschlagfreie Rente ist demnach unabhängig von der Höhe der gezahlten Beiträge und bestraft somit all diejenigen, die weniger als 45 Jahre zusammenbringen, aber hohe oder in jedem Fall fortlaufende Beiträge gezahlt haben. 44 Jahre Vollerwerbstätigkeit sind entsprechend weniger Wert als 45 Jahre Teilerwerbstätigkeit, eine Form der Gerechtigkeit, die einen vollständigen Bruch mit dem Grundsatz der Beitragsäquivalenz darstellt.

government-hates-competition-posterUnd das scheint dann auch das eigentliche Ziel des Gesetzentwurfes zu sein: Die Aushöhlung des Prinzips der Beitragsäquivalenz, das sicherstellen soll, dass die Rentenhöhe in einem entsprechenden Verhältnis zur Beitragszahlung steht. An die Stelle der Beitragsäquivalenz soll wohl der politische Opportunismus treten, der die Rentenkasse als Geldsammlung ansieht, die der Befriedigung der eigenen Klientel und der Finanzierung jener politischen Spleens dient, die gerade opportun sind.

Wie lange sich Beitragszahler zur Rentenversicherung wohl noch an der Nase herumführen lassen?

Das ist eine Frage.

Ob das DIW nun Sanktionen aus Berlin zu erwarten hat, wo man Wahrheiten danach beurteilt, ob sie gerade passen, ist eine andere Frage. Wie auch immer, unsere Hochachtung ist zumindest Kornelia Hagen für Ihren Mut sicher.

P.S.

Es ist sicher kein Zufall, dass die falsche Gerechtigkeit in einem roten Paket verpackt wird, der Farbe all derer, die Sozialismus auf ihre Fahnen geschrieben haben und denen wie den Schweinen in Orwells Farm der Tier, der eigene Nutzen und der Nutzen einiger weniger Günstlinge über den Nutzen der Allgemeinheit geht, der sie Gleichheit in Armut als neue Form der Gerechtigkeit verordnet haben. Insofern ist das rote Paket ein Blick in die sozialistische Zukunft, eine Ankündigung dessen, was kommt. Wer lieber in Freiheit als in Sozialismus leben will, sollte entsprechend anfangen, seine Pakete oder Koffer zu packen.

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26 Responses to Beim Lügen erwischt: DIW kritisiert Arbeits- und Sozialministerin Nahles

  1. Momo says:

    Nachdem ich dem ersten Teil Ihres Beitrages gut folgen konnte, gleiten Sie im weiteren Teil leider in Diffamierungen gegenüber „Nur-Müttern“ ab, mit denen Sie Ihren Ausführungen als Ganzes sicher keinen Gefallen getan haben.

    Sie übersehen bei Ihrer Frage nach „Gerechtigkeit“ leider völlig den Ursprungsgedanken des „Generationenvertrages“ als Grundlage der gesetzlichen Rente. Der erwerbstätige Teil der Bevölkerung versorgt mit seinen Rentenbeiträgen die Generation der eigenen Eltern UND sorgt gleichzeitig durch die Erziehung der eigenen Kinder dafür, dass diese eines Tages durch ihre Beiträge wiederum für ihre Eltern im Alter sorgen werden.

    Kinderlose kündigen diesen Vertrag einseitig auf.

    Sie verwechseln offenbar unser Rentensystem mit einer privaten Rentenversicherung, in der Sie tatsächlich hoffen können, ihr eigenes Geld vermehrt im Alter zurückzubekommen und verbrauchen zu können. Da ich es schöner nicht ausdrücken kann, bin ich so frei, Ihnen die Gedanken von Prof. Kirchhof und Roman Herzog mitzuteilen, wie sie in Wikipedia notiert sind:

    „Wer nicht in Kinder investiere, könne sich den Verzicht auf massive Rücklagen für sein Alter nur leisten, weil die Kinder anderer Leute später gezwungen würden, ihn zu versorgen. Nicht nur die Kinder, sondern vor allem auch deren Eltern, deren Anteil am „Rententopf“ entsprechend niedriger ausfällt, würden dadurch benachteiligt und um die Früchte ihrer Investition (eben in die Kinder) gebracht, während dem Kinderlosen im Gegenzug nicht nur das für Kinderaufzucht ersparte Geld, sondern insbesondere auch sein (beide Geschlechter zusammengerechnet) wegen der fehlenden zeitlichen Doppelbelastung höheres Erwerbseinkommen zur alleinigen Verfügung verbleibt. Entweder müssten daher Kinderlose (bei voller Beitragszahlung, die ja ihren eigenen Eltern und Großeltern zugutekommt) von jeglicher Leistung der Rentenversicherung ausgeschlossen werden und privat vorsorgen, oder sie müssten das mangels Kinderaufzucht gesparte Geld verwenden, um Familien bei der Kinderaufzucht zu unterstützen.
    In diesem Sinne formulierte der frühere Richter am Bundesverfassungsgericht Paul Kirchhof: Solange sich die Kinderlosen überhaupt nicht am finanziellen Kindesunterhalt beteiligen, gebührt die im Rahmen des Generationenvertrages erbrachte Alterssicherung ausschließlich den Eltern; die übrige Bevölkerung müsste für ihr Alter durch sonstige Vorkehrungen, z. B. eine Lebensversicherung, vorsorgen.[30] Der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts und Bundespräsident Roman Herzog kritisierte: Es kann nicht sein, dass ein Ehepaar – bei dem nur der eine ein Leben lang ein Gehalt oder einen Lohn einsteckt – Kinder aufzieht und am Ende nur eine Rente bekommt. Auf der anderen Seite verdienen zwei Ehepartner zwei Renten. Und die Kinder des Paares, das nur eine Rente bekommt, verdienen diese beiden Renten mit. Das ist ein glatter Verfassungsverstoß.[31]“

    Und nicht nur nebenbei erwähnt empfinde ich Ihre Wortwahl, wie beispielsweise „….die fortpflanzungswütige und vor allem arbeitsscheue Frauen belohnt…“ als Unverschämtheit. Wenn ich an die Mütter meiner Generation denke, die häufig fünf bis sieben Kinder erzogen, versorgt und gebildet, auch und vor allem „herzensgebildet“ haben, daneben den Haushalt inklusive des Putzens komplett allein geschmissen haben, die stundenlang gekocht haben ohne Fertiggerichte, die mit uns Kindern am Abend gesungen und ihnen vorgelesen haben, dann sollten Sie sich für Ihre Worte schämen.

    In den allermeisten Fällen sind mindestens fünf der sechs Kinder zu erfolgreichen Menschen und fleißigen Rentenbeitragszahlern geworden und sorgen heute dafür, dass ihre eigenen Eltern sowie auch die kinderlosen Alten ihre wohlverdienten Renten erhalten.

    Und da SIE dieses Fass mit unerträglich abwertenden Äußerungen gegenüber Müttern aufgemacht haben, darf ich noch ergänzen: Es gibt Stimmen, die der Auffassung sind, Kinderlose oder Kinderarme sollten die doppelte Höhe an Rentenbeiträgen zahlen wie Kinderreiche, pauschal formuliert.

    Das erscheint mir gar nicht unlogisch, sondern vollkommen folgerichtig. Es wird wahrscheinlich nur von keinem Politiker vertreten, weil er dann umgehend politisch tot wäre. Prof. Kirchhof war und ist dagegen ein Mann von Format.

    • Chaeremon says:

      Ich zitiere: “Kinderlose kündigen diesen Vertrag einseitig auf.”

      Sie sind ja wohl völlig verrückt geworden wenn Sie dieses Pauschalvorurteil ohne eigene Reflektion in einem öffentlichen Blog propagieren und dann noch lächerlicherweise “Autoritäten” zitieren die die Konsequenzen ihrer eigenen Überlegen vor lauter Scheunentor grossen Scheuklappen nicht gesehen haben (oder auftragsgebunden zu übersehen hatten).

      Nennen Sie gefälligst eine kinderlose Lebensgemeinschaft die sich nicht um die Kinder der Verwandten sorgt, oder geben Sie (auch ohne Antwort) zu dass Sie zu den “I know” parroting Selfies gehören.

      P.S. hat Prof. Kirchhof schon ‘mal einen Ihrer Vorschläge (oder gar Ihre Kritik) ernst genommen und in seine Projekte eingearbeitet? sehen Sie, selbst das haben wir beiden sicher nicht gemeinsam; deshalb habe ich Sie auch vorerst als “I know” parroting Selfie eingestuft.

      • Momo says:

        Wovon reden Sie? Auf deutsch, bitte

      • Momo says:

        Die Konsequenzen ihrer Überlegungen haben die genannten Autoritäten, wie es Prof. Kirchhof ganz unzweifelhaft ist, sehr wohl überlegt. Die Geburtenrate würde bei einer Änderung in Richtung der genannten Vorschläge endlich die Kurve wieder nach oben nehmen und wir würden unseren schändlichen Weltmeistertitel der niedrigsten Geburtenrate endlich los. Weder Prof. Kirchhof noch andere Menschen mit gesamtgesellschaftlichem Verantwortungsbewusstsein noch meine Wenigkeit sind verrückt, sondern am Überleben der Deutschen interessiert.

        • jck5000 says:

          Jetzt mal abgesehen von dem Rentensystem – wofür nochmal brauchen wir mehr Geburten? Um die Arbeitslosenquote zu erhöhen?

        • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

          Halten Sie das “Überleben der Deutschen” ernsthaft für einen guten oder auch nur hinreichenden Grund, Kinder in die Welt zu setzen? Und wenn es wieder einen Deutschen mehr gibt, dann ist ja alles gut, und was aus ihm wird und welche Lebenschancen er hat, ist un- bis wenig wichtig?!?

  2. Bellator Eruditus says:

    Ich möchte einige Worte zu »fortpflanzungswütige und vor allem arbeitsscheue Frauen« verlieren.

    Ein Rentensystem, egal ob umlage- oder kapitalfinanziert, funktioniert nur wenn den Rentiers genügend Arbeitende gegenüberstehen, die die Güter und Dienstleistungen produzieren, die die Rentiers nachfragen bzw. benötigen.
    Im konkreten Fall der Altersrente: Wenn den Alten genügend Junge gegenüberstehen, die die Alten mit versorgen können. Für ein umlagefinanziertes System ist das offensichtlich, für ein kapitalgedecktes System ist die Argumentation etwas länger: Zu viele Alte gegenüber zu wenig Jungen bedeutet: Viel Kapital steht wenig produzierten Gütern und Dienstleistung gegenüber. Damit ist eine Inflation unausweichlich und das Kapital der Alten verliert dementsprechend an Wert.

    Wer also die durchaus legitime Lebensentscheidung trifft keine Kinder in die Welt setzen, trifft damit gleichzeitig die Entscheidung seine Versorgung im Alter von den Kindern der anderen abhängig zu machen.
    Oder anders formuliert: Von der erheblichen Arbeit und den erheblichen Kosten derer, die Kinder in die Welt setzen.

    Das die Gesellschaft diese Arbeit und diese Kosten belohnt indem sie Kinder beitragsfrei krankenversichert oder den Eltern Erziehungszeiten für deren Rente zuerkennt ist also nur folgerichtig und im außerdem im wohlverstandenen Eigeninteresse der Kinderlosen: Deren Lebensentscheidung funktioniert nämlich nur wenn sich genügend andere für Kinder entscheiden.

    Ich als zweifacher Vater bitte mir daher ein Mindestmaß an Respekt gegenüber Eltern aus. Deren Lebensentscheidung hat es schlicht nicht verdient, als »fortpflanzungswütig« herabgesetzt zu werden. Ich bezeichne Kinderlose auch nicht als »parasitär«, was genau so zutreffend und genauso niveaulos wäre.
    Darüber hinaus spreche ich Kinderlosen rundweg die Kompetenz ab, jemanden, der Kinder erzieht als »arbeitsscheu« abzuqualifizieren. Das bewegt sich in etwa auf dem Niveau des Bauern, der Akademiker als arbeitscheu bezeichnet weil die ja keine “richtige” (sprich: körperliche) Arbeit verrichten.

    • elljott says:

      thema verfehlt.
      wer sich am wort “fortplanzungswütig” hochziet, hat nicht verstanden worum es geht: die einseitige bevorzugung einer klientel ist das übel. dies ist ein mangel an gerechtigkeit und darum geht es, so wie ich es sehe: echte gerechtigkeit.

      dass der aktuelle generationenvertrag mit umlage bei gesättigten märkten, fallenden bevölkerungszahlen und obendrein fallender leistungsfähigkeit/-willigkeit der individuen nicht funktionieren kann ist das nächste problem, aber das ist simple logik.
      dass die regierenden einen horizont maximal bis zur nächsten wahl haben, dürfte ebenfalls bekannt sein. soweit zur ursachenlage.

      ich bin ferner der ansicht, dass das umlagesystem auch als solches behandelt werden muss:
      es muss die monetäre leistungsbilanz des arbeitnehmers unter einbeziehung erhaltener subventionen(!!) herangezogen und DANN angewendet werden auf das was es tatsächlich zu verteilen gibt. diese herumrechnereien, mit deren hilfe man den eindruck erzeugen möchte, man bekäme tatsächlich das eingezahlte zurück sind m.e.n. unethisch.
      die maximale rente ist faktor 1 des anteiligen budgets für eine person. die skalierung des rentenanspruchs mit dem einkommen, ist m.a.n. unbegründet – sie bläht nur den apparat finanziell auf und trägt in der aktuellen form zur gerechtigkeit nicht bei, eben auf grund der im artikel genannten bewertungsschwellen.

      und menschen mit kindern sollten nicht immer so tun, als würde die gemeinschaft die kinder nicht stützen. die forderung nach doppelter steuer ist eine blanke frechheit, zieht man in betracht, wieviel steuergeld der staat in die erziehung steckt. anstelle dort von den kinderlosen mehr zu fordern wäre es weitaus hilfreicher, vernünftige forderungen an den apparat zu stellen, wie dieser mit dem erziehungsbudget umgeht.
      sieht man die geburtenzahlen bei weniger anspruchsvollen bevölkerungsgruppen, müsste man sich doch bei der forderung nach noch mehr geld einfach nur dumm vorkommen, oder ganz bewusst frech fordern.

      just my 2 cents…

      • Bellator Eruditus says:

        Wer meint, sachliche Kritik an herabwürdigender Wortwahl sei “hochziehen”, hat schon mal klar gestellt, auf welchem Niveau er “argumentiert”.

        Aber, was soll’s … Ich will doch mal probieren, ob ich nicht auch so jemanden etwas erhellen kann.

        Kommen wir zum Punkt 1. “echte Gerechtigkeit”. So etwas gibt es nicht. Nicht, solange es zwei absolut unvereinbare Konzepte der “Gerechtigkeit” gibt:
        Die “Jeder exakt nach seinem Verdienst/Verschulden”-Gerechtigkeit der Einkommenshöhe bzw. Strafjustiz und die ausgleichende, nivellierende “sozial(istisch)e Gerechtigkeit” der diversen sozialistischen Parteien.
        Wer also das Wort “Gerechtigkeit” benutzt sollte als erstes definieren, welche Art der Gerechtigkeit er meint.

        Im konkreten Fall: Falls Sie (wie Herr Klein) meinen, es sei “echt” gerecht, die Rentenhöhe ausschließlich nach der verzinsten Summe der Beiträge zu berechnen, dann muss ich Ihnen entgegen halten, dass Sie inkonsequent sind. So richtig “echt” gerecht kann eine staatliche Umverteilung doch gar nicht sein. Also wäre doch nur konsequent, diesen Mechanismus komplett abzuschaffen und durch Elternunterhalt zu ersetzen. So wie Kinder bis zum Ende der ersten Ausbildung einen Unterhaltsanspruch gegen die Eltern haben, haben Eltern ab dem 65. Lebensjahr einen Unterhaltsanspruch gegen ihre Kinder. Und zwar ebenso so hoch prior und pfändbar wie der Kindesunterhalt. Konsequenterweise entfallen damit alle Rentenanrechnungszeiten wegen Kindern.
        Für Kinderlose würde dann allerdings gelten: Keine Kinder, keine Kekse.
        Ich darf mal raten: So “echt” gerecht wollen Sie es dann wohl auch wieder nicht, nicht wahr?

        Wenn Sie mir nun die “Subventionen” entgegen halten, die Eltern erhalten, muss ich antworten: Die Kombination von Kindergeld und steuerlichen Kinderfreibeträgen ist systematisch der Schutz des Existenzminimums, das nicht besteuert werden darf. Hier konkret das Existenzminimum der Kinder, dass ebenso wenig besteuert werden darf wie jenes der Eltern.

        Es bleibt als Subvention, die Kosten für Schulen und die beitragsfreie Mitversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Beide kann man meinetwegen gerne abschaffen. Die öffentlichen Schulen sind längst kaputtgespart und niemand, der es sich leisten kann, schickt seine Kinder noch dorthin. Nicht mal SPD-Politikerinnen. Und angesichts des monatlichen Schulgeldes kommt es zumindest bei mir auf ein paar hundert Euro Krankenversicherung auch nicht mehr an.

        Ehrlich gesagt fände ich das gar nicht mal so uninteressant. Ich würde nämlich wirklich gerne erleben, wie Sie versuchen, meinen Kinder zu erklären, warum die Ihnen eine Rente zahlen sollten.

        Abschließend: Der Generationenvertrag versagt, weil er nicht einkalkuliert, das soviele Erwachsene Rosinen picken, also ihre Altersversorgung von anderer Leute Kinder erwarten.

        • Roland Krast says:

          Einige Anmerkungen:
          1. Richtig ist, dass es “Gerechtigkeit” nicht gibt. Die Gerechtigkeit des Einen ist der Witz des Tages für Andere.
          2. Was die Renten anbelangt, vermischen die Vorschreiber hier ganz unterschiedliche Dinge, entweder, weil sie nicht nachdenken, oder weil ihnen etwas vorgegaukelt wurde, was sie für richtig empfinden.
          a) Renten haben mit “Kinderkriegen” unmittelbar GAR nichts zu tun. Dieser Zusammenhang wird immer nur deshalb erwähnt, um von den eigentlichen Problemen abzulenken. Warum? Das ist erstens eine sehr persönliche Lebenseinstellung, die den Staat nichts angeht. Zweitens ist die RV eine PFLICHTVERSICHERUNG, der sich ein Kinderloser auch nicht entziehen kann (warum er einzahlen soll, ohne etwas zu erhalten, kann nur jemand behaupten, der ungern nachdenkt. Wenns denn anders sein sollte, dann wäre eine Steuer eiinzuführen). Drittens zahlt nur ein Teil der Bevölkerung ein (da wäre es doch nach den Vorschreibern eher logisch, nur denen, die eingezahlt haben, auch eine Rente zu bewilligen, oder nicht?). Um bei den Beispielen weiter oben zu bleiben: – erhält dann jemand, dessen Kinder sterben, keine Rente? Muss jemand, dessen Eltern tot sind, keine Beiträge abführen? Allein die Beantwortung dieser Fragen dürfte den Kollegen weiter oben klar machen, wie sie sich verrannt haben!
          b) Der “Generationenvertrag” ist keiner, sondern ein Hilfskonstrukt, der deutlich machen soll, wie das mit der Rente funktioniert. Um wieder eines der obigen Beispiele zu nennen: Wenn die Arbeit weitgehend maschinell erledigt wird, dann brauchts nicht viele “Junge” , um die Versorgung der “Alten” zu sichern! Der Generationenvertrag wird von der Politik als Verschleierung benutzt. Das soll davon ablenken, dass eben sehr viel mehr Leute Renten erhalten, ohne je einbezahlt zu haben – wegen politischer Beschlüsse- die an sich aus Steuermitteln bezahlt werden müssten. Aber die Rentenkasse hatte grade Geld …… (z.B. alle, die früher in der DDR wohnten). So ganz nebenbei würde das alles noch funktionieren, wenn Rentenbeiträge auf ALLE Einkommen erhoben würden und es keine Bemessungsgrenze gäbe………und die Arbeitslosigkeit nicht höher wäre als die offiziellen Zahlen. Klappt in der Schweiz auch………
          c) ein erheblicher Teil der Renten wird aus Steuermitteln bezahlt, mithin von allen. Der Staat ist dazu verpflichtet. Auch das hat mit “Kindern” überhaupt nichts zu tun. Natürlich kann der Staat das fördern – aber wieso durch die Rente? Warum soll hier ein Teil der Bevölkerung für eine persönliche Lebensentscheidung von der Rentenkasse belohnt werden? DAS ist eine Aufgabe des Staates und NICHT der Rentenversicherung!

          Genau darum gehts in Wirklichkeit! Die völlig unzulässigen Eingriffe der Politik in die Rentenkasse zugunsten einer Gruppe von Menschen zu rechtfertigen! Da wird dann was von “Generationenvertrag” salbadert. Wer hat den den unterschrieben, gefertigt oder kann da jemand austreten? Nein, es wird eine Gruppe, die “Kinderlosen” herausgenommen und ihrer Rechte beraubt……..und die “mit Kindern” stellen sich hin und applaudieren anstatt nachzudenken…………

          • Bellator Eruditus says:

            @Roland Krast

            > Renten haben mit “Kinderkriegen” unmittelbar GAR nichts zu tun.

            Auf etwas längere Sicht als “unmittelbar” haben Renten und Kinder sehr viel mit einander zu tun denn irgendjemand muss die Renten erwirtschaften, d.h. die Güter herstellen und die Dienstleistungen erbringen, die die Rentner nachfragen. Bis zur Einführung der vollrobotisierten Wirtschaft braucht es dazu große Menschen, die, ich sage es ungern, leider nicht vom Himmel fallen sondern erst mal als Folge heterosexuellen Geschlechtsverkehres als Säugling geboren werden müssen und dann mühsam durch Kindheit und Jugend hindurch Erwachsene werden müssen.

            > … ist die RV eine PFLICHTVERSICHERUNG

            Die Rentenversicherung ist keine Versicherung. Sie also solche zu bezeichnen. ist bereits Neusprech der Politik. Bei einer Versicherung kann der Versicherungsgeber nicht einfach so alles Nas’lang die Leistungen ändern.
            Tatsächlich sind Rentenbeiträge systematisch Steuern, ebenso wie die Beiträge zur Arbeitslosen”versicherung” oder die GEZ-“Beiträge”.
            Deswegen werden sie ja auch von der OECD und jedem seriösen Ökonomen unter “Steuern und Sozialabgaben” als “Staatsquote” zusammengefasst. Und deswegen sind Ihre ganzen Ausnahmetatbestände (verstorbene Eltern oder Kinder) schlicht irrelevant.

            > Der “Generationenvertrag” ist keiner, sondern ein Hilfskonstrukt …

            Vollkommen richtig. Er ist ein Hilfskonstrukt für die alte Bauernregel, dass jeder Erwachsene drei Brote backen muss: Eines für sich, eines für seine Kindern und eines für seine Eltern.
            Das Brot für die Eltern zu backen wurde als Rentenversicherung institutionalisiert, nichtsdestoweniger funktioniert das System mittelfristig nur wenn genügend Erwachsene die Mühe und die Kosten auf sich nehmen, Kinder in die Welt zu setzen. Weil nur dann mittelfristig genug Erwachsene vorhanden sind um den heutigen Erwachsenen ein Brot backen zu können.
            Wenn aber zu viele Erwachsene sich die Mühen und Kosten der Kinderaufzucht sparen muss das System mittelfristig kollabieren.
            Beim Design unseres Rentensystem ist man davon ausgegangen, das “die Leute immer Kinder kriegen” (O-Ton Adenauer) und hat daher darauf verzichtet, von Anfang einen Kinder-Nachhaltigkeitsfaktor einzubauen. Spätestens mit der Pille wurde dieses Axiom ungültig, das System aber nicht angepasst.
            Dieses Versäumnis der Politik hat zur Folge, dass es wirtschaftlich sinnvoll zu sein scheint, keine Kinder zu bekommen: Unbelastet von kranken Kindern und Ferienterminen kann man Karriere machen, dadurch höhere Rentenansprüche ansammeln und absurderweise annehmen, diese Rentenansprüche würden von den Kindern derer bezahlt, die man im Berufsleben unfair rechts überholt hat.

            > Wenn die Arbeit weitgehend maschinell erledigt wird …

            Die maschinelle Erledigung von Arbeit aka Produktivitätssteigerung ist der wirtschaftlich gesehen der Ersatz menschlicher Arbeit durch Energie. Dieser Ersatz rechnet sich nur solange Energie billig ist. Die Zeiten billiger Energie sind aber vorbei bzw. so gut wie vorbei.
            Sich auf weitere Produktivitätssteigerungen oder auch nur auf ein gleichbleibendes Niveau der Produktivität zu verlassen ist also bestenfalls naiv.

            > Die völlig unzulässigen Eingriffe der Politik in die Rentenkasse zugunsten einer Gruppe
            > von Menschen zu rechtfertigen!

            Im Prinzip ist Ihr Einwand vollkommen richtig, aber im Detail gerade in Sachen Elternschaft komplett daneben. Tatsächlich ist der konkrete Schritt, um den es hier geht, viel zu zaghaft.

            > kann da jemand austreten?

            Kein Problem. Einfach keine Kinder bekommen und schon sind Sie ausgetreten. Mit allen Folgen, die das mittelfristig hat. Falls Sie auch aus der Versorgung der Alten, die einstmals Ihre Ausbildung finanziert haben, aussteigen wollen, bleibt Ihnen allerdings nur die biologische Lösung: Einfach alle Rentner töten. Die kosten doch eh’ nur Geld und bringen nichts mehr.

            • Chaeremon says:

              Ich zitiere: “[die] ganzen Ausnahmetatbestände (verstorbene Eltern oder Kinder) [sind] schlicht irrelevant.”

              Das ist belastbar, es entspricht der Realität. Wer ein staatsbetriebenes Rentensystem will (oder erfunden hat), dem ist die Schwankungsbreite der “Bevölkerung” klipp und klar. Alles weitere sind nur Konsequenzen die man wünschen oder lassen kann (äh, Politik).

    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

      “Wer also die durchaus legitime Lebensentscheidung trifft keine Kinder in die Welt setzen, trifft damit gleichzeitig die Entscheidung seine Versorgung im Alter von den Kindern der anderen abhängig zu machen.
      Oder anders formuliert: Von der erheblichen Arbeit und den erheblichen Kosten derer, die Kinder in die Welt setzen.”

      Das ist die Lieblingsargumentationsfigur derer, die die Lebensqualität aller mit ihren (weiteren) Kindern belasten. Aber sie ist falsch, denn:

      “Wer also die durchaus legitime Lebensentscheidung trifft keine Kinder in die Welt setzen”,

      der ist im staatlich aufoktroyierten Umlagesystem dazu verurteilt, sein Leben lang für die Kinder andere Leute aufzukommen, ohne dass er dafür irgeneine nennenswerte Gegenleistung erhält, denn seine Rente ist ein erbärmlicher Abklatsch dessen, was er im Alter zur Verfügung hätte, wenn er nicht per Steuern für die Transferzahlungen der Kinderbesitzer aufkommen müsste, sofern er überhaupt eine (nennenswerte) Rente bekommen wird, denn die Renten sind unsicher. D.h. man muss als Kinderfreier sein Leben lang für die Transferleistungen, die Kinderbesitzer erhalten, aufkommen, nur, um dann im Alter von anderer Leute Kinder abhängig gemacht zu werden, und selbst dann, wenn der “Generationenvertrag” im Prinzip funktioniert, macht der Kinderfreie mit ihm deutliche Verluste, hat also im Alter weit weniger zur Verfügung, um sein Leben zu finanzieren, als wenn er das Geld, das er für Transferzahlungen und das öffentliche Erziehungs- und Bildungssystem etc. aufwenden musste, hätte ansparen können oder sogar investieren können, z.B. um der Folgegeneration Arbeitsplätze zu schaffen.

      Den “Generationenvertrag” haben nicht nur keine Generationen, sondern ein paar Politiker, geschlossen, sondern er ist auch für alle beteiligten Generationen eine so genannten lose-lose-Situation.

  3. A.S. says:

    Ich möchte mich den beiden Vorkommentatoren anschließen und noch einen Punkt konkretisieren: Ich halte es für einen Fehler im aktuellen Rentensystem, dass Ansprüche über die Rentenbeiträge gesammelt werden. Das dreht die Wirklichkeit völlig auf den Kopf. Die Ansprüche stellt man schließlich nicht denen in Rechnung deren Rente man finanziert hat, sondern der nächsten Generation. Und das unabhängig davon wie die Altersversorgung organisiert ist (das hat Bellator Eruditus schön beschrieben).

  4. Habnix says:

    Teile und herrsche.

  5. Momo says:

    “Zweitens ist die RV eine PFLICHTVERSICHERUNG, der sich ein Kinderloser auch nicht entziehen kann (warum er einzahlen soll, ohne etwas zu erhalten, kann nur jemand behaupten, der ungern nachdenkt.”

    Ich denke gerne nach und komme zu dem Ergebnis, dass auch Kinderlose wahrscheinlich Eltern haben und sie einzahlen sollen, damit Ihre Eltern nicht verhungern müssen, wenn sie alt sind.

    In Kanada ernähren die abgestorbenen Lachse mit Ihrem Leib die nachfolgende Generation. Es gibt so allerlei Wahrheiten auf dieser Erde, die kann man mit noch so viel Mühe nicht wegdiskutieren.

    Daher liegen meine Sympathien, bezogen auf den Kommentar von Bellator Erruditus weiter oben, ganz eindeutig bei den Bauern, denen kann man nämlich nicht grün für blau vormachen, so manchem “Gelehrten” dagegen sehr wohl.

    • Roland Krast says:

      “Momo”,
      wenn schon “nachgedacht ” wird, dann wäre die Beantwortung meiner Frage ganz nett, warum denn Menschen, die NIE eingezahlt haben, eine Rente erhalten bzw. erhalten sollen? Weil sie Eltern hatten, weil sie Kinder haben? DAS ist ihre “Wahrheit”? Was hat denn die Rentenkasse mit Kindern zu tun? Doch wohl nur wegen ihrer dezent absurden Annahme, dies funktioniere einzig und allein nach dem altbekannten “Schneeballsystem”!Merke: Es ist immer NUR genau so viel Geld vorhanden, wie “erarbeitet” wird (Mackenroth-Theorem) – dazu gehören aber deutlich mehr Menschen wie die RV-Pflichtigen.
      Im übrigen ernähren die Lachse in Kanada viele andere Lebewesen, wie beispielsweise die Bären. Der eigene Nachwuchs ernährt sich von denen NICHT!

    • Markus says:

      Dass die Rentenversicherung eine Pflichtversicherung ist ist ja genau der Punkt. Leute mit Kindern (ich habe 3 Töchter) können weniger einzahlen, weil sie weniger arbeiten und verdienen – Leute mit weniger Kindern können mehr arbeiten und erhalten hinterher mehr. Da dieses Geld aber von den Kindern der wenig einzahlenden erwirtschaftet werden MUSS besteht die Ungerechtigkeit darin, dass der Kindererzieher doppelt bestraft, der Kinderlose doppelt bevorzugt wird.
      Würde die Rente umlagefinanziert, so könnte die nächste Generation eben tatsächlich an ihre Eltern zurückzahlen, während Kinderlose vorher Unmengen ansparen müssten (auch wegen der enormen Lebenserwartung im neuen Jahrtausend, wir werden alle weit über 80 werden …), damit sie nicht verhungern, denn sie haben ja keinen in die Welt gesetzt, der sie im Alter versorgt, sondern müssen die Kinder der anderen gut bezahlen, dass die sich um sie kümmern. Jetzt klar ?
      Das Problem ist aber auch ein Qualitätsproblem: Akademiker wertschöpfen natürlich viel mehr als die Unterschicht, die weitgehend von Transfers inzwischen lebt. Dazu gehört eine lange Ausbildung, so dass das Kinderkriegen auf Nimmermehr verschoben wird. Was bleibt, sind (vielfach muslimische) Unterschichtskinder, die die hohen Rentenniveaus der Akademiker sowieso nicht werden bezahlen können. Einfach mal ein Blick in eine Grundschule heute werfen. Es müsste also gezielt darum gehen, dass der Staat eben nicht pauschal Kinderkriegen belohnt, sondern das die Mittel- und Oberschicht statt in Pauschalreisen in Kinder investiert. Aber das ist eben verfassungsmässig und auch wahltechnisch kaum durchführbar – wer wird schon gewählt, wenn er sagt “Wir wollen auch Mittelständlern und Reichen ermöglichen, wieder Kinder zu bekommen, weil wir die – und NUR die – in wenigen Jahren brauchen werden, damit auch Leute viel Steuern zahlen werden …” ? Ein weiteres Problem ist nicht nur die Kinderlosigkeit, sondern die geringe Kinderzahl, 2 Kinder sind heute ja schon “viel”, dabei reichen sie nicht, um die Bevölkerungszahl wenigstens konstant zu halten, damit wenigstens 1 Verdiener auf einen Transferbezieher kommen kann.

    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

      Als “Gelehrte”, als die ich wohl gelten darf, habe ich hier anzfügen, dass ich den deutlichen Eindruck habe, man könnte “den Bauern” auf dieser Erde alles Mögliche vormachen, z.B. die “Natur” wäre gut und richtig, und Menschen hätten nach ihrem Vorbild zu leben….

  6. Roland Krast says:

    Meine geschätzten Beantworter sind leider nicht auf die Frage eingegangen, warum ein “Schneeballsystem” wie das derzeitige Rentensystem so schrecklich mit Kindern verknüpft werden muss. Dabei wird gern ausgeblendet, dass viel zu wenige tatsächlich einzahlen. Warum nicht einfach die Rente nach dem ausrichten, was einbezahlt wird? Wäre das “ungerecht”? Eher nein. Der Staat kann oder könnte doch beliebig mit anderen Methoden das Kinderkriegen sozusagen “belohnen”. Der Fehler liegt doch darin, dass “Kinder”(neben anderen Dingen) mit einem Faktor “X” berücksichtigt werden -der wird den Menschen (wie ich hier lese, offenbar erfolgreich) als “System” verklickert . Genau das führt aber dazu, dass das System langsam zusammenbricht. Das hat aber, wiederhole mich gerne, mit dem ursprünglichen Sinn überhaupt nichts zu tun. Im übrigen IST es eine “Versicherung”, denn mit einem eingezahlten Beitrag erhalte ich eine Summe.
    Ob ein System rein abhängig von Einzahlungen (also eine wirkliche Versicherung) gerechter wäre, weiss ich nicht. Allerdings ist mir ein Rätsel, warum denn hier so viele der Ansicht sind, dass eine so persönliche Entscheidung wie “Kinder” gefälligst von der Sozialversicherung zu “belohnen” sei. Wenn überhaupt, dann von der Allgemeinheit (was bereits geschieht) und nicht von einem relativ kleineren Kreis. Ist das jetzt so furchtbar daneben?

    • Bellator Eruditus says:

      @Roland Krast

      > … leider nicht auf die Frage eingegangen, warum ein “Schneeballsystem” …
      > Allerdings ist mir ein Rätsel, warum …
      > usw. usf. etc. pp.

      Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass auf Ihre Fragen mehrfach und in ermüdender Ausführlichkeit eingegangen wurde. Es fehlt eigentlich nur die explizite Formulierung der Tatsache, dass das Rentensystem kein Schneeballsystem ist. Ein Schneeballsystem funktioniert nur wenn die Zahl der Teilnehmer exponentiell wächst, ein Rentensystem funktioniert nur wenn die Zahl der Teilnehmer im wesentlichen konstant ist.
      Die Entscheidung Kinder zu bekommen, ist ökomomisch gesehen deswegen nicht persönlich weil die Kosten dieser Entscheidung überwiegend von den Eltern getragen werden, dass Return on Investment aber überwiegend der Gesellschaft zugute kommt. Usw.

      Sie werden daher damit leben müssen, dass ich Sie als “nicht lernfähig” einstufe und mir die Mühen einer weiteren Antwort erspare.

      • Roland Krast says:

        “Bellator…”,

        da erfolgt Ihre Antwort doch nach dem alterprobten System “Willst Du nicht mein Bruder sein……”- so ich also Ihre Meinung, selbige selbstverständlich als einzige richtig ist, nicht teile, dann bin ich nicht lern- und damit auch nicht diskussionsfähig…….
        Sie lesen wohl hier nicht allzu oft mit, was? Ihre Art der “argumentativen Diskussion” wird einige Tage vorher recht genau beschrieben – Sie nehmen mirs hoffentlich nicht übel, wenn ich deswegen grad herzlich lache!
        Kleiner Fehler übrigens: Im Rentensystem muss mindestens die Zahl der Einzahler, nicht der “Teilnehmer” halbwegs konstant sei. Letztere ist gestiegen, erstere kaum, eines der Probleme.
        Die Argumente Richtung “Kinder bekommen als Staatsräson” sind beeindruckend. Erinnert mich stark an zurückliegende Zeiten. Das ist also nichts “persönliches”, wie ich in meiner Verblendung schrieb, sondern eine stramm und staatstreu erfüllte Verpflichtung gegenüber dem Gemeinwesen. Die hat eben der Staat gefälligst auch zu honorieren – da reichen Steuererleichterungen und Kindergeld nicht, das hat sich auch in der Rente auszuwirken, schliesslich haben Eltern ausschliesslich zu Gunsten des Staates auf eigenen Wohlstand verzichtet…….
        Na gut, da, um Sie sinngemäss zu erwähnen, erübrigt sich eine weitere Diskussion…..

        • Bellator Eruditus says:

          Mir wäre es durchaus nicht recht, wenn jemand wie Sie meine Meinung teilen würden. Das wäre, frei nach Mark Twain, doch ein ziemlich starkes Argument gegen meine Meinung.

          Ich bin allerdings viel zu arrogant um bei dem Spiel mitzuspielen, bei dem jemand stur und ohne auch nur ansatzweise auf meine Argumente einzugehen, immer wieder das immer gleiche schreibt.

          Kurz: Ihre Brüderschaft vermisse ich etwa so intensiv wie Zahnschmerzen.

          Im übrigen hatte ich anfangs nur die herabwürdigende Wortwahl von Herrn Klein kommentieren wollen. Dass Herr Klein es nicht für notwendig hält seine Wortwahl zu korrigieren oder wenigstens zu verteidigen bestätigt meine langjährigen Erfahrungen mit Sozial”wissenschaftlern” aller Coleur: Man nehme ein festes Glaubenssystem und ignoriere alles was diesem Glaubenssystem gefährlich werden könnte. Kemper oder Klein nehmen sich da nichts.

          • Roland Krast says:

            Prima Antwort! Es ist jemandem, der sich selbst als “arrogant” bezeichnet, daher nicht zuzumuten, die selbst geschriebenen Kriterien auf die eigenen Aussagen anzuwenden, nicht wahr? Die sind nämlich keineswegs unzutreffend. Aber wer sich im Besitze der allumfassenden Wahrheit wähnt, den ficht so etwas nicht an, schon klar. Zur Verdeutlichung: Ich meine ihr “Glaubenssystem”……..
            Bleibt festzuhalten: Einige der Besitzer allumfassender Weisheit glauben (etwas überspitzt formuliert zwecks Verdeutlichung, zugegeben), es sollten ALLE in die RV einzahlen, aber Renten sollten nur die erhalten, die Kinder zeugen. Die “anderen” haben sich dann eben mit Almosen zu begnügen (bzw. der entsprechenden Unterstützung durch den Staat). Nur so kann dies Land gerettet, bzw. die RV “saniert” werden. ………..- schöne neue Welt………

      • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

        “Die Entscheidung Kinder zu bekommen, ist ökomomisch gesehen deswegen nicht persönlich weil die Kosten dieser Entscheidung überwiegend von den Eltern getragen werden, dass Return on Investment aber überwiegend der Gesellschaft zugute kommt. Usw.”

        Das ist faktisch falsch. Der Hauptteil der Kinderkosten wird von der Allgemeinheit getragen. Denken Sie nur an die unentgeltliche Mitversicherung von Kindern, an subventionierte Fahrkarten oder Eintrittskarten für Familien, vor allem aber an die rieisigen Summen an Steuergeldern, die das öffentliche Erziehungs- und Bildungswesen verschlingt ebenso wie die Jugendhilfe, die Familienhilfe, etc. etc. etc.

    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

      “im übrigen IST es eine “Versicherung”, denn mit einem eingezahlten Beitrag erhalte ich eine Summe”

      – die Hoffnung stirbt zuletzt! Aber für den Fall, dass wir tatsächlich “eine Summe” erhalten sollten – wie hoch wird diese wohl sein, und wird sie überhaupt ausreichen, um jemandem, der sein Leben lang in Vollzeit gearbeitet hat und entsprechend 40 Prozent seines Einkommens oder noch mehr über Jahrzehnte hinweg brav am den Staat zwecks Umverteilung abgeliefert hat, ein menschenwürdiges Leben im Alter zu ermöglichen? Sicher nicht.

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