Hass (oder Angst) essen Verstand auf?

Die Diskussionen, wenn man es denn so nennen kann, der letzten Tage haben einen Eindruck bei uns hinterlassen – keinen guten, so fürchten wir.

Wo soll man beginnen?

Dabei, dass es tatsächlich Zeitgenossen gibt, die denken, wenn Attentäter und Mörder sich auf eine Religion, den Islam im vorliegenden Fall, berufen, dann führe dies dazu, dass nicht die Attentäter und Mörder als die Individuen, die sie nun einmal sind, für ihre Tat verantwortlich sind, sondern die Religion, auf die sie sich berufen?

Metallica_Master_Of_Puppets

Überhaupt: Nicht der Prophet, sondern Metallica sind Master of Puppets!

Oder soll man da beginnen, wo es notwendig die Prämisse dieser Zeitgenossen ist, dass der Islam sich dirigistisch und determinierend auf die Handlungen von Individuen auswirkt, was zweierlei zur Konsequenz hat: einerseits fragt man sich, was für diese Zeitgenossen in ihrem eigenen Leben eigentlich normal ist, schließlich können sie es sich vorstellen, dass mehr als eine Milliarde Menschen von einer Religion an der Leine geführt werden? Andererseits fragt man sich, wie es kommt, dass die Mehrzahl der an der Leine geführten Muslime, dennoch willentliche Entscheidungen treffen, andere leben zu lassen und nur ein verschwindend geringer Teil mit Gewalt agiert?

Oder wie wäre es mit der weltfremden und völlig irren Annahme, dass 1,37 Milliarden Muslime, wenn sie die Lehre des Islam hören, dasselbe verstehen und nichts anderes – wobei man sich abermals fragt, wenn alle Muslime dasselbe verstehen, warum morden und töten dann nur wenige von ihnen, wenn der Islam tatsächlich das religiöse Brainwashing ist, das diese Zeitgenossen darin sehen?

Oder soll man von dem missionarischen Eifer erschreckt sein, mit dem manche Kommentatoren uns das Dashboard zumüllen und die Mailbox gleich mit, weil sie unbedingt eine akribische Aufstellung loswerden wollen, die Links umfasst, die zeigen sollen, dass Muslime alle böse, gewalttätig und mies sind oder eine Aufstellung der Eroberungskriege, die im Namen des Islam ab dem 7. Jahrhundert ungefähr in der Weise geführt wurden, wie sie ab dem 11. Jahrhundert im Namen des Christentums geführt wurden.

Der Eifer, mit dem manche Kommentatoren versuchen, ihre Mission, ihre heilige Botschaft, dass der Islam des Teufels ist, von einem Mörder zusammengeschrieben wurde, weshalb diejenigen, die sich auf den Islam berufen alle nur Mörder sein können, zu verbreiten, ist erschreckend und provoziert die Frage: Was steckt dahinter?

Ist es Hass auf andere, die aus welchen Gründen auch immer, als Bedrohung empfunden werden?

Ist es Angst vor anderen, die nicht nur als Bedrohung, sondern auch als Konkurrenz empfunden werden?

Wir haben intensiv über diese Fragen diskutiert und sind zu einem Ergebnis gekommen, das man am Beispiel der Kommentare von Michael Bürger exemplifizieren kann.

Michael Bürger findet zunächst einmal den Vergleich zwischen den katholischen Priestern, die Jungen missbraucht haben, und den beiden Attentätern, die in Paris elf Menschen umgebracht haben, ungehörig. Warum? Weil es “ein ziemlicher Unterschied [ist], ob Menschen morden und sich dabei guten Gewissens auf schriftlich fixierte, allgemeine Handlungsanweisungen ihres Propheten bzw. ‘Allah’ berufen können. Oder ob sie gegen die Gebote ihrer Religion verstoßen …”.

Hier finden wir die Frontstellung zum ersten Mal, die wie ein roter Faden die Auseinandersetzung über den Islam in einer angeblich säkularen Welt durchzieht: Der Islam ist demnach eine böse Religion, die von einem Propheten gegründet wurde, der ein Mörder ist, und das Christentum ist die Religion der Menschenliebe, die nur Gutes will (wie man unschwer an den nächstenlieben Kommentaren sehen kann :)). Im einfachsten Fall des Arguments behauptet Bürger, dass eine Religion, in der Gewalt formuliert ist, ihren Anhänger als “role model” dient, so dass sie munter morden können.

Wenn dem so ist, dann ist das schlecht für das Christentum:

    • god of old testamentDer christliche Gott bringt alle Lebewesen, mit Ausnahme derer, die Noah um sich versammelt hat, um, vom Neugeborenen bis zum kleinen Lämmchen. Genesis, 6: 7, 17
    • Derselbe Gott bringt alle Bewohner von Sodom und Gomorrah um. Genesis, 19: 24
    • Moses bringt einen Ägypter um, Exodus, 2: 11-12.
    • Der christliche Gott bringt alle Rinder in Ägypten um, Exodus, 9: 19-20.
    • Der christliche Gott bringt alle Erstgeborenen in Ägypten um, Exodus, 12: 29.

Das ist nur eine kleine Auswahl der Morde, die dem christlichen Gott oder seinen Schergen in der Bibel zugeschrieben werden. Nach der Logik von Herrn Bürger muss man sich daher vor Christen in Acht nehmen, denn sie können sich jederzeit auf die intentional böse Religion der Bibel berufen, die zu Mord und Gewalt aufruft, die Mord und Gewalt verherrlicht (bis heute hat sich keine christliche Kirche vom Alten Testament distanziert und bis heute hat kein Muslim gefordert, dass sich Christen gefälligst von dem Mordgott des Alten Testaments distanzieren.).

Die autoritäre Persönlichkeit, die Adorno und andere in ihrem epischen Werk zur Erklärung des nationalsozialistischen Gefolgsmann konstruieren, zeichnet sich durch zwei markante Eigenschaften aus: Die autoritäre Persönlichkeit hat keinerlei Ambiguitätstoleranz, wie Wilhelm Heitmeyer das später nannte. Sie ist nicht in der Lage, Grautöne in ihrem Schwarz-Weiß-Bild wahrzunehmen.

In den Kommentaren von Michael Bürger findet sich dieser Punkt im Vorwurf, wir seien Relativierer und Verharmloser, weil wir darauf hinweisen, dass der Islam nicht mehr oder weniger eine böse Religion ist als das Christentum. Und vor allem weisen wir darauf hin, dass Menschen Herren über ihre eigenen Entscheidungen sind, dass Menschen einen freien Willen haben und sich entsprechend entscheiden können, etwas zu tun oder etwas zu lassen.

Das wiederum ist ein Gedanke, den Bürger in guter Tradition der autoritären Persönlichkeit nicht zu kennen scheint. Er kennt nur die deterministische Beziehung zwischen der Obrigkeit, die sich im Islam ausdrückt und der Gefolgschaft, die vom Islam zu Gewalttaten dirigiert wird. Deshalb ist es für ihn unerlässlich, dass die Frage geklärt wird, “inwieweit die islamische Religion … Gewalt fördert oder erzeugt”.

Neben der autoritären Persönlichkeit treffen wir hier abermals die absurde Vorstellung, eine Lehre, eine Idee, eine Religion, was auch immer, könne die Handlungen von Individuen determinieren, eine Idee, die an die Beschwörungsformeln des Mittelalters erinnert, mit denen aus Stroh Gold herbeigesprochen werden sollte. Zauberformeln, es ist offensichtlich, haben für manche Zeitgenossen ihren Reiz nicht verloren, und weil dem so ist, deshalb beschwören Sie das Böse, das sich im heiligen Buch der Fremdgruppe offenbaren soll.

anti-balakaDas bringt uns wieder zurück zu der Frage, was die rationale Bestandsaufnahme dessen, was gerade von manchen angeblich im Namen des Islam durchgeführt wird, behindert. Warum denken manche lieber, eine Religion sei die Ursache von Handlungen, als dass sie den naheliegenden Gedanken fassen, dass Mörder und Attentäter, die mit ihrer Aktion Aufmerksamkeit erreichen wollen, das Vehikel nutzen, auf das die westliche Presse nur allzu gerne springt: den Islam?

Eine Beziehung zum Islam herzustellen, das macht aus einem Mord einen besonderen Mord. Berufung auf den Islam garantiert publicity, macht aus einer der vielen unbekannten Terrorgruppen, eine besondere Terrorgruppe, namens Boko Haram. Sähe Boko Haram sich christlich, animistisch oder ideologisch, niemand würde sie einer Bemerkung würdigen, so wie das dereit mit Anti-Balaka, einer christlich-animistischen Terrorgruppe in Zentralafrika oder dem “National Socialist Council of Nagaland“, einer maoistischen Terrorgruppe in Indien der Fall ist.

Letztlich ist es also die große Aufmerksamkeit, die den Terrorgruppen gewidmet wird, die sich auf den Islam berufen, wofür der Islam jedoch nichts kann, die dazu führt, dass sich Personen wie Michael Bürger nicht nur vom Islam bedroht fühlen, sondern ein Feindbild entwickeln, das konstitutiv für die eigene Identität zu sein scheint und somit wichtig, um sich abgrenzen zu können.

Damit kommen wir abermals zur autoritären Persönlichkeit, die Adorno et al. in ihren Studien gefunden haben, jener autoritären Persönlichkeit, die nicht in der Lage ist, sich positiv zu definieren, und weil sie das nicht ist, deshalb kann sich die autoritäre Persönlichkeit nicht ausstehen, und weil sie sich nicht ausstehen kann, braucht sie jemanden, auf den der Hass auf sich selbst, auf das eigene Scheitern projiziert werden kann, ein Feindbild, das nicht konkret sein darf, denn wenn es konkret ist, dann kann es sich schnell als falsch erweisen. Besser ist ein amorphes, ein unkonkretes und weitläufiges Feindbild, eines, das man füllen kann, wie man will: der Islam, das Judentum, die Rechten, was auch immer, Hauptsache es hilft dabei, die eigene Unfähigkeit, eine Persönlichkeit zu entwickeln, zu überdecken.

Wir hätten nie gedacht, dass wir einmal auf die psycho-analytische Erklärung von Frenkel-Brunswick zurückkommen. So kann man sich täuschen…

Die Katastrophe besteht nicht darin, dass autoritäre Persönlichkeiten sich am Islam abarbeiten, um etwas zu werden. Die Katastrophe besteht darin, dass autoritäre Persönlichkeiten so einfach zu manipulieren sind. Man kann ihnen die wahrnehmbare Welt auf Islamismus reduzieren, man kann ihren Hass und Ärger auf den Islam und alle, die ihm zuordenbar sind, richten und sie am Nasenring durch die Manege führen.

Zu sehen, wie leicht sie sich ausgerechnet von Islamisten instrumentalisieren lassen, zu sehen, wie einfach sie die hingeworfene Brotkrume fressen und ihre Menschlichkeit vor lauter Hass auf den Islam vergessen, jene Menschlichkeit, die ihnen eigentlich sagen sollte, dass die meisten Menschen, welchem Glauben auch immer sie angehören, ihre Ruhe und ein angenehmes Leben wollen, das ist erschreckend.

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44 Responses to Hass (oder Angst) essen Verstand auf?

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  2. Das festgefügte Feindbild des “Islam” wird nun mal bevorzugt genutzt, um Menschen in die gewünschte Richtung zu dirigieren.
    Man sollte sich jedoch die Frage stellen, was das Ziel dieser Attacke sein könnte. Ist es das, den Islam zu diskreditieren? Warum sollte das noch nötig sein. Dieses Ziel kann als “übererfüllt” abgehakt werden.
    Das eigentliche Ziel ist meines Erachtens, Kritiker einzuschüchtern und von anderen kritikwürdigen Missständen abzulenken. Die Nutznießer solcher, im Namen des Islam begangenen Attentate, sind doch niemals die Muslime selbst. Dazu:

    https://karstenmende.wordpress.com/2015/01/10/false-flag-angriff-auf-die-meinungsfreiheit/

    • Der Islam ist durch und durch kritikwürdig.Nicht umsonst wurde er für den Staatsterrorismus der Finanzeliten ausgewählt.Man machche sich kundig,über die Mekka- und Medinaphase des ” Propheten ” Mohammed und dem dbzgl. Prinzip der Abrogation.Die friedlichkeit der meisten Muslime,erklärt sich daraus,daß sie in seliger Unwissenheit über die Machenschaften ihres ” Propheten ” schlummern.Sie sind selbst Getäuschte in einer fiktiven Welt,die jeglicher Wahrheit entbehrt!Der Islam,ist das geniale Produkt eines durch und durch kriminellen Geises,der durch diese Ideologie seine Verbrechen und kriminellen Geschäfte verklärt und ganze Generationen durch sein pseudoreligiöses Geschwafel getäuscht hat.Tatsache ist,das der ” Prophet ” Mohammed gemordet, geraubt und sich des Kindesmissbrauchs schuldig gemacht hat.Er hat die Grundlagen für das osmanische Reich geschaffen,in seiner Gesinnung übler,als das impriale Rom.Die sind historische Fakten.die jeder eruieren kann,wenn er nur will.Gutmenschen jedoch werden sich darüber so wenig stören,wie über den Imperialismus Roms,den wir heute in den Bestrebungen der USA perfekt wiedergebildet sehen,sowie anderer ” Unbotmäßigkeiten “,die ihe Komfortzone stören!

      • Jede Religion ist kritikwürdig, aber wie jede andere Ideologie auch KRITIKUNFÄHIG.
        Kritik ist eine rationale Auseinandersetzung mit einem Sachverhalt. Dieser verschließt sich der Islam nicht mehr oder weniger als andere Religionen. Wer die Kernpunkte des Christentums angreift und rational aufarbeitet, wird auf ähnliche Reaktionen stoßen.

        • Sven H. Schillings says:

          Der Umgang mit Kritik unterscheidet sich bei den Religionen wesentlich. Das Christentum ist es seit Jahrzehnten in Europa gewohnt, kritisiert zu werden und hat sich damit arrangiert. Die Führer des Islam bringen sich schon bei den kleinsten Kritikpunkten in die Opferrolle und verlangen Sonderbehandlungen. Ich habe den Eindruck, daß allein um diesem Problem aus dem Weg zu gehen, Politiker, Verwaltungen und auch Medien im vorauseilenden Gehorsam diesen Forderungen nachgeben. Hier wird es Zeit, daß die Islamführer lernen, mit Kritik umzugehen.

          • Das halte ich für eine sehr verkürzte und enge Sicht auf “die “Führer des Islam”. Wen meinen Sie damit, Abu Hamza und die wenigen anderen derjenigen, die als “islamic cleric” durch die westliche Presse gehen oder den Muezzin der Blue Mosque in Kairo, oder der Blue Mosque in Istambul oder wen meinen Sie? Vermutlich, wenn Sie darüber nachdenken, fällt Ihnen auf, dass es im Islam gar keinen konkreten Führer, kein konkretes Oberhaupt gibt, dass vielmehr Schulen miteinander streiten, Shi’ah Ayatollahs streiten untereinander über die richtige Auslegung des Koran und sie streiten mit Sunni Imam khatib’i, die wiederum untereinander streiten, was auch kein Wunder ist, denn der Koran kennt keine richtige Auslegung, vielmehr ist die Auslegung eine persönliche Angelegenheit und schon deshalb passt ihr europäisch obrigkeitsstraatliches Denken hier überhaupt nicht. Es gibt den Islam nicht und es gibt nicht “die Führer” des Islam, wo wenig wie es das Christentum gibt und, ehrlichm ich habe herzlich gelacht als ich gelesen habe, das Christentum sein Kritk seit Jahrzehnten gewöhnt, aber stimmt, Heinz Küng ist schon vor Jahrzehnten exkommuniziert worden und die Praktiken aus der Inqusition werden nur noch von Opus Dei und ein paar Terrorgruppen in Afrika angewendet, die sich natürlich fälschlicherweise auf die Bibel berufen, während sich islamistische Terrorgruppen immer zu recht auf den Koran berufen.

            • Sven H. Schillings says:

              Natürlich ist es eine verkürzte Sicht, wenn man von “den Führern” des Islam spricht. Aber wenn man das auf jedes einzelne Land ausdifferenzieren wollte, wäre es auch nicht mehr praktikabel. Es fällt doch aber auch Ihnen beiden sicherlich auf, dass in den meisten islamisch geprägten Staaten nicht nur die Menschenrechte nicht eingehalten werden, sondern man dort von demokratischen Grundrechten weit entfernt ist. Ich sehe es absolut genauso, dass es DEN Islam nicht gibt und das ist genau das Problem. Viele Gewalt-Probleme im arabischen Raum stammen von dem jahrhundertealten Kampf von mehreren Koran-Auslegungen ( Sunniten, Schiiten, Wahabiten ).
              Schön, dass meine Aussage, dass das Christentum seit Jahrzehnten in Europa mit Kritik leben muss, sie erheitert hat 😉 die Aufdeckung des Finanzskandals im Bistum Limburg und der Kindesmisshandlungen durch katholische Geistliche wäre vor 50 Jahren noch nicht möglich gewesen. Und dass die katholische Kirche gegen Andersgläubige eine Fatwa ausspricht ( siehe Salman Rushdie oder Kurt Westergaard ), sodaß diese jahrelang unter Polizeischutz stehen müssen,ist mir auch nicht bekannt.

              • Menschenrechte und Demokratie sind ein zweischneidiges Schwert. Es gibt Leute, die sind der Ansicht, dass eine Todesstrafe barbarisch ist und gegen die Menschenrechte verstößt, führt dazu, dass die USA und China die Staaten sind, in denen man mit Menschenrechte am schlechtesten bedient ist. Und was Demokratie angeht: Was ist besser, ein Emir wie der Emir von Qatar, Sheikh Hamad bin Khalifa, der sein Land nicht nur zu einem der reichsten der Erde gemacht hat, sondern mit Al Jazeera einen Sender finanziell frei hält, der in bester Tradition unbeeinflussten Journalismus betreibt, oder ist es besser, korrupte Politiker, die in die eigene Tasche wirtschaften und außer Heuchelei nur wenig beherrschen?
                Es ist eben alles relativ und manchmal lohnt es sich, außerhalb der Box zu denken.

              • In unzähligen Artikeln ist besonders hier auf “sciencefiles” immer wieder auf die bescheidene Rechtssituation in unserer ach so tollen “Demokratie” hingewiesen worden. Ich halte es für zweifelhaft, unser Gesellschaftssystem als Leuchtturm der Menschenrechte hinzustellen und von oben herab auf andere Systeme zu schauen. Wie stellt sich denn zum Beispiel die Lebenssituation von geschiedenen Ehemännern in Deutschland dar, die von Exfrau und Staat gedemütigt und ausgepresst werden? Wie sieht es mit dem Recht auf ideologiefreie akademische Ausbildung aus? Welche Rechte hat ein männlicher Bewerber auf eine Universitätsprofessur, welche über ein Unrechtssystem wie das staatlich geförderte “Professorinnen-Programm” ausgeschrieben wird? Die Menschenrechte sind ein denkbar schlechtes Argument, um die westliche Gesellschaft über andere zu erheben.

          • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

            Ja, BESTENFALLS seit “Jahrzehnten” (und am ehesten in den USA und Europa, wobei die Welt aber deutlich mehr umfasst als das, auch die christliche Welt!) – das sagt, glaube ich alles! 🙂

            Und dummerweise kann sich eine Religion oder eine Institution nicht aussuchen, ob sie kritisiert wird oder nicht. Von daher frage ich mich, wie das für das Christentum sprechen kann, dass es kritisiert wird und sich “damit arrangiert” hat.

            Im Unterschied zum Christentum in der Form der Kirche gibt es im Islam auch keine allgemein akzeptierte und institutionalisierte Führerkaste, so dass es nicht möglich ist, von oben ein Sich-Arrangieren zu verordnen, wenn es gerade opportun erscheint.

            Vielleicht ist es ja dieser Punkt, weswegen manche Leute im Westen Angst vor Muslimen haben und weswegen der Islam von westlichen Politikern als Feindbild aufgebaut wird:

            Muslime sind vor allem ihrem Gewissen verpflichtet, ihre Religion ist vor allem eine Sache zwischen ihnen (individuell) und Gott. D.h. sie leben eine persönliche Moral, und vertreten, was sie vertreten, individuell – und müssen es auch verantworten. Eine Kontrolle von oben, wie sie traditionell im Westen und im Christentum gepflegt wird, ist nicht möglich. Und wenn so etwas Schule machen würde, dann wäre das eine Form des Einbruchs der Individualität in die schöne neue Welt des Kollektivismus und Sozialismus, an der im Westen gerade gezimmert wird.

  3. Ich versuche, mich der Kommentare zu enthalten. Das schaffe ich leider nicht immer. Ich sehe grad’, es wird doch länger, ich schaffe es wieder nicht. Als Vorspeise ein Link, bitte aushalten und ansehen:
    https://www.youtube.com/watch?v=gecLqGB_Fww

    Dabei, dass es tatsächlich Zeitgenossen gibt, die denken, wenn Attentäter und Mörder sich auf eine Religion, den Islam im vorliegenden Fall, berufen, dann führe dies dazu, dass nicht die Attentäter und Mörder als die Individuen, die sie nun einmal sind, für ihre Tat verantwortlich sind, sondern die Religion, auf die sie sich berufen?

    Ich wüßte solche Leute nicht zu nennen. Die Zusammenfassung unter einem neuen Begriff verlagert keine Verantwortung. Und selbst wenn es so wäre, darauf kommt es nicht an. Es kommt letztlich nur darauf an, was die Handelnden glauben. Wenn diese glauben, edel gehandelt zu haben, dann ist der Fakt, daß sie glauben, edel gehandelt zu haben. Wie andere das sehen ist ihnen egal und es ist auch belanglos. Letztlich ist es doch so, daß Gewaltanwendung, um zu herrschen, um Vorteile zu erlangen, eine Rechtfertigung braucht. Und bei dieser ist es völlig egal, ob sie als Benamucki oder Strafgesetzbuch daherkommt. Es ist ein Kampf zwischen Gruppen oder ein Kampf zwischen Individuum und Gruppe.

    Und nun ans Eingemachte. Wer würde mich als Zellhaufen wahrnehmen und nicht als Individuum? Ist Lems Unbesiegbarer eine Wolke intelligenter Automaten oder ein Individuum? Wir können das abkürzen. Es entsteht mit einer Gruppe ein neues Individuum. Sehen wir uns Schleimpilze an. Den Pilz erkennt jeder als Individuum und bezeichnet ihn so. Wann entsteht er? Welche Zellen gehören dazu? Ist er ein Individuum, wenn sich die Zellen noch einzeln bewegen? Diese Widersprüche sind nur lösbar, wenn man die Individualität mit dem Informationsaustausch beginnen läßt. Ja, das ist eine Denkhürde, das tut weh. Das kann es ruhig, wir müssen trotzdem drüber.
    Die Abstraktion unseres Gehirns leistet das aber. Wir nehmen Gruppenzugehörigkeit als Selbstverständlichkeit wahr und selbstverständlich wird die auch verteidigt, im Wirtshaus wie im Religionskrieg. Daran ist nichts seltsam. Das Edle jeder Tat liegt im Auge des Täters. Für den einen ist es edel, Satiriker zu erschießen, und für den anderen ist es edel, den zu erschießen, der die Satiriker erschossen hat. Im Himmel werden sie sich vielleicht achten. Wir werden alle an der Leine geführt, nur betätigen sich einige als Leinenbeißer. Wirklich frei sind nur wenige.

    Zwischen sich bekriegenden Gruppen kann man nicht glücklich werden. Deshalb ist die Orientierung auf Islam kontraproduktiv. Das Video oben zeigt es doch schön. Ob Religion oder Ideologie, um die Grundmechanismen muß man sich kümmern. Eine Soziologie, die diese nicht versteht, existiert nicht als Wissenschaft. Man kann keine Gesellschaftskunde ohne Bezüge zu Biologie und Entwicklung betreiben. Das beweise ich nicht. Man sehe sich nur die Masse der gescheiterten Ansätze an.

    Was ist nun der Unterschied zwischen Staat und Islam, zwischen Gottesstaat und Mafia, zwischen Loge und Kegelklub? Es gibt viele Unterschiede. Die Gemeinsamkeit ist der Informationsaustausch und die Zugehörigkeit der Mitglieder — wie beim Schleimpilz. Und da liegt auch die Begründung für die Abstraktion im unserem Gehirn, der Islam, der Staat, die Justiz, die Blogger…

    Es gibt nicht den Islam. Das sind viele verschiedene Gruppen. Das Christentum ist auch nicht homogen. Auch das Judentum ist nicht homogen, religiös vielleicht, nicht aber politisch.

    Die Katastrophe besteht nicht darin, dass autoritäre Persönlichkeiten sich am Islam abarbeiten, um etwas zu werden. Die Katastrophe besteht darin, dass autoritäre Persönlichkeiten so einfach zu manipulieren sind.

    Ja, scheint verrückt?!
    Es ist nicht verrückt. Herrschaftsinstrumente wie Religionen und Ideologien haben sich entwickelt. Ganze Priestergenerationen haben daran gearbeitet. Die Herrschaftsinstrumente haben sich eben dieser Aufgabe angepaßt, autoritäre Persönlichkeiten zu täuschen und einzubinden. Gibt man einem Menschen einen Posten… Gibt man einem Menschen eine Uniform… Gibt man einem Menschen einen schwarzen Anzug, Handschuhe und Lendenschurz… So werden Herrscher gemacht, die letztlich nur Büttel sind, und die sich edel vorkommen, wenn sie Menschen foltern und töten.
    Warum morden Menschen?
    – weil sie sich und ihren Lebensraum verteidigen
    – weil sie ihre Gruppe, Religion oder Staat verteidigen und das als edel empfinden
    – weil sie Spaß am Töten haben
    So, das war es schon.

    Um hier Mißverständnissen vorzubeugen, PEGIDA steht nicht gegen Islam sondern gegen massenhaften Machtmißbrauch, Rechtsbrüche und Bürgerverachtung in der BRD.

    Sorry, hier schreib ich nun, ich kann nicht anders.

    Carsten

    “Tschüß, Angela! Margot wartet schon in Chile!”
    vabok@pressmeen.com

  4. jimmynovakin says:

    Gut geschriebener Text. Ich höre viel zu oft, dass Religion etwas Schlechtes ist, ein Überbleibsel im Denken durch die Aufklärung. Als angehender Religionswissenschaftler kann ich das nicht bestätigen.
    Vergleichbar ist das Modell mit der Gewaltenteilung im Staat. Religion hat wie eine Gewalt einen ausgleichenden Faktor. Religion bildet im öffentlichen Diskurs, z.B die Opposition gegen die selbstverzehrende Einheit Staat und Wirtschaft (Casanova). Gewinnt einer dieser Größen zu viel Macht, kommt es zum Machtmissbrauch, egal ob es die Religion ist, die Wirtschaft oder die Politik.
    Da die Religion des Öfteren in vergangenen Zeiten zu Machtmissbrauch führte, ist eben dieses Bild im heutigen Denken veranktert.

  5. mdma1984 says:

    Ich habe vor “dem Islam” genau so viel Angst, wie vor dem fliegenden Spagettimonster. Was mich aber viel mehr beunruhigt ist dieses Schubladendenken, Schublade auf, Typ rein, Schublade zu, fertig ist das Feindbild.
    Eigentlich sollten wir doch viel aufgeklärter sein und aus der Geschichte gelernt haben.
    Es ist ein ziemlich komischer Cocktail derzeit, ich bin kein Anhänger der Pegida, aber dennoch kann ich nachvollziehen warum so viele auf die Straße gehen. Ich denke nämlich vielen geht es gar nicht um das Asylrecht oder die Einwanderung. Viele dieser Menschen fühlen sich von der Politik im Stich gelassen, nicht mehr von ihr vertreten oder gar verraten.
    Viele sind auch mit der Medienlandschaft unzufrieden, deshalb auch immer wieder der Vorwurf der “Lügenpresse”…. Wenn man sich die Ukraine-Berichte anguckt ist das auch gar nicht abwegig.
    Man muss auch zugeben, das viele tatsächlich Angst haben zu kurz zu kommen, sprich Verteilungskämpfe.
    Keine Ahnung wohin das ganze führt, aber mir liegt das schon etwas im Magen, ich habe das Gefühl, da schwebt was in der Luft und droht zu explodieren.
    Vor allem wenn ich mir die Foren/Blogs und Kommentare unter Berichten/Reportagen etc. anschaue, wird der Ton gegenüber anderen ( Muslimen) immer Aggressiver.
    Ich bin nicht besonders Schlau, aber wenn ich mir die Hetz-Kommentare in den Online-Gazetten anschaue bezweifle das dass überhaupt auf irgendjemanden zutrifft. Bis auf wenige Ausnahmen natürlich. 😉

    • @mdma1984

      “Viele dieser Menschen fühlen sich von der Politik im Stich gelassen, nicht mehr von ihr vertreten oder gar verraten.
      Viele sind auch mit der Medienlandschaft unzufrieden, deshalb auch immer wieder der Vorwurf der “Lügenpresse”…. Wenn man sich die Ukraine-Berichte anguckt ist das auch gar nicht abwegig.
      Man muss auch zugeben, das viele tatsächlich Angst haben zu kurz zu kommen, sprich Verteilungskämpfe.”

      Ja, das sehe ich auch so. Umso schlimmer finde ich es, dass diese Leute, statt ihren Ärger oder besser: ihre Kritik an diejenigen zu richten, die sie ignorieren, belügen oder für ihre Zwecke missbrauchen, willig auf die von Politik und Medien angebotenen Sündenböcke einhauen, die diesmal Muslime sind, gerne auch pauschalisierend “der Islam” genannt. Es tut einem regelrecht weh mitansehen zu müssen, wie diese Leute sich wie die berüchtigte Sau durch’s Dorf treiben lassen, ohne fähig oder willig zu sein, einen Moment, wie soll ich sagen: zurückzutreten und sich zu fragen, wessen Interessen sie hier eigentlich zuarbeiten.

      Man hat das ungute Gefühl, dass Muslime vom Westen systematisch als Feinde aufgebaut werden, seit ihm der Feind im Osten weggebrochen ist….

      • mdma1984 says:

        Ich bin jetzt 30 Jahre auf der Welt und eines habe ich über die Menschen gelernt, besser gesagt, ich habe etwas über mich gelernt. Wenn ich vor zwei Optionen stehe, geh ich den schweren Weg (Politisches/Gesellschaftliches Engagement, Bildung, Aufklärung etc.) oder den einfachen bequemen (den Weg des geringsten Widerstandes), dann wähle ich vermutlich Option zwei.
        Und was ist einfacher und bequemer als nach unten zu treten?
        Das gilt natürlich nur für mich, aber das ist mein Erklärungsansatz, warum, weshalb eine Sau nach der anderen durch das Dorf getrieben wird, ohne sich nennenswert näher damit zu befassen.
        Der Politik kommt das gelegen, schließlich lenkt das wunderbar ab.

        Ich gebe auch gerne zu das ich da nicht besser bin, vielleicht nicht bei diesem Thema aber bei anderen ganz sicher, da überwiegt die “Faulheit”.
        Wozu soll ich mich z.B. mit Feminismus auseinandersetzten wenn ich dafür andere habe, sollen sie doch vorgehen. Ich hole mir nur meine tägliche Dosis Empörung (z.B. auf Sciencefiles) ab. Sich näher damit befassen, wo möglich bei “Manndat” anmelden und aktiv gegen Männerdiskriminierung angehen. Geschenkt….

        Vielleicht geht das vielen bei Pegida nicht anders, Sie sehen da begehrt jemand (leider aus den falschen Gründen) gegen das Establishment auf, mit simplen Argumenten, für jeden zugänglich. Dazu kommen noch andere Themen die den Menschen vielleicht schon etwas länger auf der Seele brennen, ab da wird es fast zum Selbstläufer.

        Dabei muss man überall Differenzieren können und das ist so verdammt schwer!

      • Umso schlimmer finde ich es, dass diese Leute, statt ihren Ärger oder besser: ihre Kritik an diejenigen zu richten, die sie ignorieren, belügen oder für ihre Zwecke missbrauchen, willig auf die von Politik und Medien angebotenen Sündenböcke einhauen, die diesmal Muslime sind, gerne auch pauschalisierend “der Islam” genannt.

        Es geht gegen den rechtswidrigen Umgang mit Zuwanderern. Nebenbei besteht eine Gefahr durch Islamisten, die von denen, die sie in die Sozialsysteme winken, zum Umbau der Gesellschaft benutzt werden. Es hat sich viel angesammelt. Sehen wir in die Geschichte. Letztlich ist es egal, welche Dummheit solch eine Situation durchzündet. Knallt es diesmal nicht, dann vielleicht beim nächsten Mal. Die Politik ist so stur, daß sie zu Reformen nicht fähig ist — und sie bedient sich einer Lügenpresse. Das braucht nach 2014 keiner mehr anzuzweifeln.

        Carsten

        C. Alternativen
        keine

  6. B.Müller says:

    Möglicherweise kann man sich auch von einer anderen Seite nähern. Mir erscheint (anekdotisch) der Islam als Religion von den Anhängern ernster genommen zu werden, als z.B. das Christentum. Ist das ein Faktor, der a) überhaupt vorhanden ist und der b) in dieser Diskussion eine Rolle spielen kann/sollte? Oder habe ich hier einen Zusammenhang konstruiert, den es so gar nicht gibt?
    Letztlich empfinde ich es schwer, im Rahmen dieser ganzen Diskussion mich nicht negativ emotionalisieren zu lassen. Ich danke ihnen in diesem Kontext für die guten Denkanstöße und die unaufgeregten Gedanken.

    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

      @B.Müller

      Vielleicht ist an Ihren Kommentar etwas anschlussfähig, das ich schon als Antwort auf einen Kommentar von Sven Schillings (s.o.) geschrieben habe:

      “Vielleicht ist es ja dieser Punkt, weswegen manche Leute im Westen Angst vor Muslimen haben und weswegen der Islam von westlichen Politikern als Feindbild aufgebaut wird:

      Muslime sind vor allem ihrem Gewissen verpflichtet, ihre Religion ist vor allem eine Sache zwischen ihnen (individuell) und Gott. D.h. sie leben eine persönliche Moral, und vertreten, was sie vertreten, individuell – und müssen es auch verantworten. Eine Kontrolle von oben, wie sie traditionell im Westen und im Christentum gepflegt wird, ist nicht möglich. Und wenn so etwas Schule machen würde, dann wäre das eine Form des Einbruchs der Individualität in die schöne neue Welt des Kollektivismus und Sozialismus, an der im Westen gerade gezimmert wird.”

      Also, ja, ich denke, in dieser Weise ist Ihre Beobachtung eine, die in dieser Diskussion eine Rolle spielen könnte (und m.E. sollte).

  7. W. H. Greiner says:

    Entschuldigung: “wenige” islamische Gewalttäter? Es sind verdammt VIELE – viel ZU viele! Man kann die im Vergleich zu (heutigen!) Christen, Buddhisten oder Hinduisten doch sehr viel häufigeren, von Muslimen verübten Terrorakte nicht dadurch wegdiskutieren, dass man auf die natürlich trotzdem übergroße, sich friedlich verhaltende Mehrheit verweist. Den Opfern in Paris hat es wenig genützt, dass die große Mehrzahl der französischen Muslime NICHT mordet. Würden freilich französische Muslime genauso selten Gewalttaten begehen, wie es die christliche Mehrheit in Frankreich tut, dann würden die Leute von Charlie Hebdo höchstwahrscheinlich noch leben und hätten auch den früheren, harmloseren Bombenanschlag auf ihr Büro schon nicht erleben müssen.

    Den Zusammenhang dieser Terrorakte mit dem Islam schlichtweg und kategorisch abzustreiten: was ist denn da in Dich gefahren? Normalerweise kenne ich Dich als einen besseren Logiker. Die statistische Korrelation ist nun mal nicht von der Hand zu weisen. Freilich bedeutet Korrelation noch nicht notwendigerweise eine direkte Kausalität; aber darauf kommt’s hier doch auch gar nicht an! Terroranschläge zerstören Menschenleben und verbreiten unter dem Rest der Bevölkerung Einschüchterung, Angst und Schrecken. Da kann man doch nicht einfach sagen “Ist okay so, weil wir die Motive nicht sicher kennen”. IRGENDEINE – möglicherweise auch über Umwege laufende oder auf gemeinsamen Vorbedingungen beruhende – gemeinsame Kausalität gibt es jedenfalls zwischen Islam und zeitgenössischem Terrorismus, soviel kann man einer signifikanten, statistischen Korrelation sehr wohl logisch korrekt entnehmen. Angesichts der grausigen Folgen ist es unsere verdammte Pflicht und Schuldigkeit, die genaue Art dieser Kausalität zu eruieren, um wirksam was dagegen tun zu können. Und es könnte sich dabei sehr wohl auch herausstellen (und ist keineswegs unwahrscheinlich), dass es tatsächlich die Religion ist, die einen Teil ihrer Gläubigen unmittelbar zu solchen Taten motiviert – und einen weiteren Teil, sie dabei zu decken und zu unterstützen. Dieselbe Religion verführt ja immerhin zweifelsfrei sogar die allermeisten ihrer Gläubigen, ihren eigenen Kindern etwas so Irrationales und Barbarisches wie die Beschneidung anzutun.

    • Ich habe heute wirklich keine Lust das Offensichtliche zu argumentieren. Die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2013 2122 Morde und Totschläge, versucht oder vollendet. Die meisten davon wurden von Deutschen und von christlichen Deutschen verübt. Gibt es eine Berichterstattung, die die Anzahl der Morde dem Christentum anlastet? Nein. Warum nicht? Weil niemand einen Zusammenhang herstellt. Warum stellt jemand einen Zusammenhang zwischen muslimischen Mördern und dem Islam her? Weil es entweder attribuiert wird, weil es Idioten gibt, die denken, wenn ein Muslim einen anderen Muslim oder wen auch immer umbringt, dann habe das bestimmt mit dem Islam zu tun oder weil Terrororganisationen sich als islamistisch bezeichnen, damit Ihnen die Aufmerksamkeit zu teil wird, die ihnen unkritische Zeitgenossen wie Sie nur zu gerne einräumen.

      Wenn ich ein Forschungsprojekt zu beantragen hätte, dann würde ich ein Forschungsprojekt beantragen, das versucht, das Florieren islamistischer Terrororganisationen mit der Hysterie im Westen zu erklären und der Lust, eine Religion als mordlüstig zu beschreiben, die keinen Deut weniger gewalttätig ist als die eigene.

      • maddes8cht says:

        “Die meisten davon wurden von Deutschen und von christlichen Deutschen verübt.”

        Was ist das denn für eine Aussage?
        In einem Land, in dem über 90 % deutsche wohnen, werden die meisten Verbrechen von deutschen begangen.
        ÜBERRASCHUNG: Deutsche sind keine Engelchen.

        Ich verweise mal nicht auf die Kriminalstatistik direkt, wo deeplinken schwierig ist, sondern auf wikipedia, wo das auch schön als Tabelle aufbereitet ist – und in dem Fall glaub ich auch mal, dass die das korrekt gemacht haben, es ist auch plausibel:
        https://de.wikipedia.org/wiki/Ausl%C3%A4nderkriminalit%C3%A4t#Statistiken

        Bei Mord und Totschlag ist der Ausländeranteil bei 24,7%, bei Vergewaltigung sogar bei 29,7%. Bei einem Ausländeranteil von 8,8%.

        Es gibt viele Effekte, die dafür verantwortlich sind, dass Ausländer mehr Verbrechen begehen, die Armutsschere gehört zweifellos dazu. Das ist keine Rechtfertigung von Verbrechen, muss aber bei der Bekämpfung von Verbrechen beachtet werden – dann gehört nämlich Armutsbekämpfung auch zur Verbrechensprävention.

        Eine Aufschlüsselung nach Religion habe ich auf Anhieb nicht gefunden. Wetten, dass der Anteil von Muslimen (völlig politisch unkorrekt) überproportional zum Bevölkerungsanteil ist?

        Eine Platte Aussage “Die meisten davon wurden von Deutschen und von christlichen Deutschen verübt” ist dermaßen statistisch unseriös, dass ich mir das von Sciencefiles nicht erwartet hätte. Als nächstes stellt ihr fest, dass es auch fast ausschließlich weiße heterosexuelle Männer sind.

        Von den nominell christlichen Verbrechern hat aber niemand gebrüllt: “Gott ist groß”, “wir haben Jesus gerächt” oder ähnliches.
        Es sind nicht die Medien, die diese zuschreibung aufs Religiöse vorgenommen haben, sondern die Täter höchstselbst.
        Das waren auch keine “normalen” Verbrecher, die zur selbstbereicherung oder Vorteilsnahme diese Verbrechen begangen haben, sondern Terroristen.
        Was Terroristen unterscheidet, ist der Umstand, dass sie für eine ideologische Agenda kämpfen. Um daran keinen Zweifel zu lassen, hinterlassen sie Bekennerschreiben, brüllen Parolen, oder machen ihre ideologische Ausrichtung in sonstiger Weise kenntlich.

        Daher werden die allermeisten muslimischen Verbrecher, die sich in der oben erwähnten Kriminalstatistik verbergen, auch nicht als islamische Terroristen geführt, sondern als “normale” Verbrechen.

        Terroristische Akte in Deutschland hatten vor einigen Jahrzehnten oft einen linken hintergrund, die Terroristen hätten dabei ohne mit der Wimper zu zucken das attribut “humanistisch” für sich in Anspruch genommen.
        Danach gab es eine Welle des rechten, nationalsozialistischen Terrorismus.
        Und gegenwärtig ist die Angst vor Islamischem Terrorismus am größten, auch wenn in Deutschland zum Glück noch nichts ernsthaft vorgefallen ist.

        Deine Aussage und Wortwahl klingt, als würdest Du sowas wie einen christlichen Terrorismus erkennen können.
        Einen solche gibt es aber nicht.

        Die von dir erwähnten nominell christlichen Verbrecher haben mit christentum so viel am Hut wie die allermeisten muslimischen Verbrecher auch.
        Und den Satz lass ich bewusst so stehen, obwohl ich ursprünglich formulieren wollte: ” … so wie die llermeisten muslimischen Verbrecher mit dem Islam.”

        Das alles ändert nichts an der unumstößlichen Tatsache, dass der Islamische Terror gegenwärtig eine reale Bedrohung in vielen teilen der Welt darstellt, (vor allem in der Islamischen Welt übrigens), und demgegenüber ein “christlicher” Terrorismus schlicht nicht existiert.

        • Kriminologen haben sich jahrelang dazu geäußert, warum der Ausländeranteil in einer Kriminalstatistik nicht aussagekräftigt ist. Die wichtigsten Gründe: höhere Sichtbarkeit, höhere Anzeigebereitschaft, leichtere Erfassbarkeit, intensiveres Anzeigeverhalten. Ich empfehle die Arbeit von Jürgen Mansel dazu:

          Mansel, Jürgen. “Ausländer-Kriminalität oder Kriminalisierung der Ausländer.” Neue Kriminalpolitik 1.3 (1989).

          Zum nicht existenten christlichen Terrorismus:

          http://www.trackingterrorism.org/group/anti-balaka
          Auf das Konto der Gruppe geht eine Reihe von Massakern gegen Muslime.

          Ansonsten gilt: Gleiches Recht für alle: wenn es genügt, Muslim zu sein, um als islamistischer Terrorist gezählt zu werden, dann waren Baader Meinhof christliche Terroristen, zum Teil sogar mit evang. Priester-Elterhaus.

          Und finden Sie es nicht lächerlich, weil einer Allah al akbar sagt, den Islam als Quelle des übels auszumachen?

          Was hat Ihr Ausländeranteil aus der PKS übrigens mit Muslimen zu tun. Es ist unter Kriminologen ein bekanntes Phänomen, dass Handelsreisende in Sachen Mord und Totschlag, wie z.B. in Duisburg nach Deutschland reisen, morden und wieder ausreisen. Was also soll der Anteil, den Sie hier präsentieren, belegen, außer dass Sie nicht zwischen Ausländer, Muslimen und Wohnbevölkerung unterscheiden können?

          Dass Terror, der von Gruppen ausgeht, die sich islamistisch geben, ein Problem ist, hat niemand bestritten. Ebenso ist es ein Problem, dass eine vielzahl christlicher, animistischer, maoistischer und sonstiger Gruppen Terroranschläge verübt, zumindest ist man beim FBI dieser Ansicht, wo weit mehr Geld zur Überwachung von christlichen Gruppen (denken Sie an das Oklahoma Bombing) oder von Eco-Terrorists eingesetzt wird, als zur Überwachung von Muslimen in den USA – ist auch nicht verwunderlich, denn rund 95% der Terroranschläge in den USA seit 1980 wurden nicht von Muslimen verübt:

          http://www.fbi.gov/stats-services/publications/terrorism-2002-2005

      • Sven H. Schillings says:

        “Wenn ich ein Forschungsprojekt zu beantragen hätte, dann würde ich ein Forschungsprojekt beantragen, das versucht, das Florieren islamistischer Terrororganisationen mit der Hysterie im Westen zu erklären und der Lust, eine Religion als mordlüstig zu beschreiben, die keinen Deut weniger gewalttätig ist als die eigene.”
        Sorry, aber was hat das mit Wissenschaft zu tun, wenn man ein Forschungsprojekt zu dem Zweck einrichtet, eine vorgegebene Meinung (der zunehmende islamistische Terror ist lediglich Folge der Hysterie im Westen) zu belegen? Ich dachte immer, daß man ergebnisoffen in eine wissenschaftliche Untersuchung gehen sollte, habe ich zumindestens hier mal gelernt.
        Den letzten Halbsatz, daß das Christentum genauso gewalttätig sei wie der Islam, haben Sie ja wohl nicht ernst gemeint. Denn wenn Sie sich die Terror- und Gewaltanschläge der vergangenen Jahre anschauen, so waren diese fast ausnahmslos islamisch geprägt.

        • Hier die FBI-Liste, die ich gerade schon einmal verlinkt habe. Die Terroranschläge, die das FBI für die USA kennt, sind zu 95% von nicht-Muslimen verübt worden.

          http://www.fbi.gov/stats-services/publications/terrorism-2002-2005

          Sorry, aber natürlich hat das etwas mit Wissenschaft zu tun, wenn man eine Hypothese über einen Zusammenhang aufstellt und dieselbe dann prüfen will. Was sonst sollte der Zweck von Wissenschaft sein? Willkürliche Behauptungen wie: “Gewaltanschläge der vergangenen Jahre … waren fact ausnahmslos islamisch geprägt” aufstellen, die nur belegen, wie eng der Beobachtungshorizont ist, denn ganze Kontinente, auf denen maoistische (Indien), christlich-animistische (Afrika) Gruppen ihr Unwesen treiben oder Gruppen wie Aum Shinrikyo (Japan), Aryan Brotherhood (USA), FARC, ELN (Linke: Kolumbien) kommen nicht vor.

          Terrorismus wird nur noch über den Islam definiert. Man kann die Manipulatoren, die für diese Beschränktheit des öffentlichen Bewusstseins verantwortlich sind, wirklich nur für ihre gelungene Verdummungsaktion beglückwünschen.

    • mdma1984 says:

      “Terroranschläge zerstören Menschenleben und verbreiten unter dem Rest der Bevölkerung Einschüchterung, Angst und Schrecken.”

      Können Sie sich vorstellen wie sich die Menschen in Afganistan, Irak, Iran etc. fühlen wenn westliche Bomber das Land mit einem Kugelhagel im Namen von Demokratie und Freiheit belegen ? Kommt es nicht auch einem Terrorakt gleich, wenn die Zivilbevölkerung davon betroffen ist? Viele dieser Menschen sind wie Sie und ich und wollen wahrscheinlich in Ruhe leben, sehen aber dabei zu wie Bomben Ihre Angehörigen zerfetzten.
      Ganz ehrlich, spätestens da währe ich wahrscheinlich auch einer dieser Extremisten.
      Terror bleibt Terror, man muss nur mal die Perspektive wechseln.

    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

      @W.H. Greiner

      Man soll niemals kommentieren, wenn man unmittelbar unter dem Eindruck eines Textes steht, anlässlich dessen man stark emotional reagiert!

      Dann unterlaufen einem auch nicht solche Fehler wie logische Schlussfolgerungen mit empirischen Daten zu verwechseln, wie es Ihnen passiert ist als Sie an Michael Klein schrieben:

      “Den Zusammenhang dieser Terrorakte mit dem Islam schlichtweg und kategorisch abzustreiten: was ist denn da in Dich gefahren? Normalerweise kenne ich Dich als einen besseren Logiker. ”

      Erstens hat Michael Klein nicht “kategorsich” abgestritten, dass es Gewalttaten gibt, in denen ein solcher Zusammenhang besteht oder bestehen kann.

      Zweitens wäre es kein logischer Fehler, wenn Michael Klein dies “kategorisch” bestreiten würde, weil er keine empirische Evidenz dafür finden kann, z.B. in der Polizeilichen Kriminalstatistik.

      Wenn Sie meinen, dass seine (und meine) Einschätzung der Realität aufgrund empirischer Daten – und nicht aufgrund von spontan zusammengeschusterten, manchen Leuten anscheinend plausiblem Zusammenhängen – falsch ist, dann erwarten wir, dass Sie entsprechende empirische Daten anführen, aufgrund derer Ihre Einschätzung belegt und unsere falsifiziert wird.

      Ihr Kommentar enthält aber nichts dergleichen, sondern nur eine Behauptung nach der anderen.

      Die meisten Ihrer Behauptungen sind außerdem falsch, so z.B. Ihre Anschauung über die Praxis der Beschneidung:

      Die Praxis der Beschneidung ist deutlich älter als der Islam und an vielen Orten der Welt, die ansonsten kulturell sehr unterschiedlich sind, verbreitet. Sie hat anscheinend vor allem hygienische Gründe. Für Männer ist die Beschneidung eben deshalb von Vorteil und weil viele Männer unter einer zu engen Vorhaut leiden, die besser so schnell wie möglich entfernt wird, bevor sie zu ernsthaften Erkrankungen (mindestens aber zu Behinderungen beim Sex) führt (was im Westen ein Tabu-Thema zu sein scheint, wo die Männer angeblich mit ihrem “Naturburschen” in der Unterleibsgegend grundsätzlich keine Schwierigkeiten haben; vielleicht kennen sie es nicht anders ….).

      Für Sie wie für viele Kommentatoren gilt, dass sich Ihre Kommentare wie ein Inventar aller möglichen seltsamen Assoziationen und gut gepflegten Mythen lesen, und ich finde es erschreckend, wie wenig Wissen in Deutschland über den Koran oder das tägliche Leben von Menschen in mehrheitlich muslimischen Ländern besteht – obwohl doch angeblich so viel in interkulturelle Erziehung etc. investiert wird. Das ist sicherlich ein Problem: dass die interkulturelle Erziehung eben eine KULTURELLE Erziehung ist und jedes Phänomen als ein kulturelles betrachtet….

  8. TheGnome says:

    Hm – der angestellte Vergleich zwischen Christentum und Islam hängt völlig an einem einfachen exegetischen Ergebnis, wenn man die jeweils heiligen Schriften (Bibel und Koran) miteinander vergleicht. Die Bibel hat eine andere Stellung, sie wurde von Menschen im Auftrag Gottes geschrieben. Der Koran IST wortwörtliches Wort Gottes (“fiel vom Himmel”). Die Bibel beschreibt besonders im Alten Testament geschichtliche Ereignisse, die zum größten Teil einmalig sind und nicht zur Wiederholung empfohlen werden. Der Koran ist keine Geschichtsschreibung, sondern enthält allgemein gültige Aufforderungen zum Töten von Ungläubigen bzw. Andersgläubigen. So etwas gibt es in der ganzen Bibel nicht – selbst im Alten Testament nicht. Angenommen, es wäre trotzdem so, würde es nicht für das Christentum 1:1 gelten. Zwischen dem Alten und dem Neuen Testament gibt es für den Christen (der vom Neuen Testament her denkt) einen Bruch. Feindesliebe (allen Feinden gegenüber), eigene Unterdrückung und Verfolgung aushalten … Das ist ein Unterschied zwischen Islam und Christentum, der den Wesenskern betrifft. Kein Christ kann sich zurecht bei einer Gewaltanwendung auf Jesus berufen. Ein Moslem kann sich zurecht auf Mohammed bzw. den Koran berufen. Das hätte hier in diesem Artikel herausgearbeitet werden müssen.

    • Was soll man zu dieser Anreihung von Behauptungen und Glaubenssätzen sagen? Sie leben offensichtlich recht gut in Ihrer eingebildeten Welt, in der die Bibel von Gott diktiert wird. Ich will entsprechend Ihren Frieden nicht dadurch stören, dass ich darauf hinweise, dass “die Bibel”, wie wir sie heute kennen, ein gesäubertes und mehrfach umgeschriebenes Extrakt ist, das ein gewisser Priester in Alexandria zusammengestückelt hat, wobei er Teile ausgelassen hat, die man z.B. heute noch in der äthiopischen Bibel findet, weshalb Äthiopier der Ansicht sind, sie hätten die direktere Leitung zu Gott.

    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

      @TheGnome

      “Zwischen dem Alten und dem Neuen Testament gibt es für den Christen (der vom Neuen Testament her denkt) einen Bruch. Feindesliebe (allen Feinden gegenüber), eigene Unterdrückung und Verfolgung aushalten … Das ist ein Unterschied zwischen Islam und Christentum, der den Wesenskern betrifft. Kein Christ kann sich zurecht bei einer Gewaltanwendung auf Jesus berufen. Ein Moslem kann sich zurecht auf Mohammed bzw. den Koran berufen. Das hätte hier in diesem Artikel herausgearbeitet werden müssen.”

      Erstens ist es nicht an Ihnen festzulegen, was in unseren Artikeln herausgearbeitet werden muss – das können Sie in Ihrem eigenen blog bestimmen, sofern Sie sich der Mühe unterziehen, einen zu betreiben.

      Zweitens basiert das, was Sie in diesem Zitat (und anderswo im Kommentar) geschrieben haben – wie so oft in den teilweise erschreckende Ahnungslosigkeit offenbarenden Kommentaren -, auf Fehlinformation oder mangelndem Wissen.

      So ist es völlig verfehlt, einen Gegensatz zwischen Jesus und Mohammed schaffen zu wollen, wenn es um den Islam geht, weil zwar SIE und mit Ihnen das institutionalisierte Christentum einen solchen Gegensatz schaffen, der Koran aber Jesus als Propheten, der vor Mohammed kam, ausdrücklich anerkennt.

      Außerdem ist es völliger Quatsch, wenn Sie schreiben:

      “Kein Christ kann sich zurecht bei einer Gewaltanwendung auf Jesus berufen. Ein Moslem kann sich zurecht auf Mohammed bzw. den Koran berufen. “

      Es ist es z.B. ein Leichtes, darauf hinzuweisen, dass Jesus die Pharisäer im Tempel tätlich anging; das war, bevor er anderen Leuten empfahl, die andere Backe hinzuhalten, aber BEIDES ist im Neuen Testament nachzulesen. Und was Mohammed betrifft, so weiß ich nicht, auf welche Stelle(n) im Koran Sie sich berufen (geben Sie doch bitte die entsprechenden Suren und Abschnitte an, damit wir das prüfen können!), aber davon unabhängig, finden sich im Koran und in den Ahadith viele Beispiele dafür, dass zu Verzeihen und zu Sanftmut, auch und anders als in der Bibel, gegenüber Tieren aufgerufen wird. Im schlechtesten Fall für den Islam steht er der Bibel also in Widersprüchlichkeit nichts nach. Das war’s aber auch schon.

      Also: Auch für Sie, wie für einige andere Kommentatoren frage ich mich: wie kommt man dazu, irgendwelche Dinge, die man nur vom Hören-Sagen kennt und die man niemals überprüft hat, mit einer Sicherheit zu vertreten und öffentlich zu machen, die einem dem Atem verschlägt, besonders, weil damit etwa 1,37 Milliarden Menschen eben mal so nebenbei diskreditiert werden?

      Das zeugt nicht eben von Verantwortungsgefühl und schon gar nicht von Urteilsvermögen (zumindest nicht in dieser Sache).

  9. Sven H. Schillings says:

    Als ausgesprochener Atheist habe ich mich doch in den letzten Jahren sehr mit dem Thema Religionen beschäftigt. Wir haben es in Europa durch die Aufklärung geschafft, die Religion (hier Christentum) von einer allumfassenden, den Bürger bevormundenden Machtposition auf ein ins private des einzelnen gehörendes Element zu bringen. Diese Aufklärung hat es bis dato in islamischen Staaten nicht gegeben. In den Staaten, in denen der Islam Staatsreligion ist (circa 56), gibt es keine Demokratie. Im Gegensatz zu Christentum, Judentum, Hinduismus und Buddhismus reklamiert der Islam einen allumfassenden Machtanspruch, d.h. er vereint Legislative, Exekutive und Judikative in einem. Und Fakt ist nun mal auch, dass weltweit circa 200 Millionen Christen und Juden wegen ihres Glaubens verfolgt werden, mir aber keine Berichte oder Fakten darüber vorliegen, dass dies in christlich geprägten Ländern oder in Israel anders herum erfolgen würde. Insofern kann ich sehr wohl nachvollziehen, dass Menschen in Mitteleuropa Befürchtungen haben, dass sich Lebensstandards und erworbene Freiheiten in Gefahr befinden. Ich habe mir deswegen sogar kürzlich eine Pegida-Demonstration angeschaut. Anders als in vielen Medien dargestellt, fand ich dort aber keine mit Hass perfekten Menschen, sondern Bürger des Mittelstandes, die sich Sorgen um die Zukunft machen. Und dabei geht es nicht nur um die Islamisierung, sondern auch zum Beispiel zunehmende Entfernung der Bundespolitiker von den Bürgern, und auch um das Thema Euro Rettung.

    • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

      ” In den Staaten, in denen der Islam Staatsreligion ist (circa 56), gibt es keine Demokratie”

      Und in den Staaten, in denen das Christentum Staatsreligion ist, was gibt es Ihrer Meinung nach dort?!?!?!

      Sie sind doch nicht wirklich so naiv wie Sie sich hier geben!

      Ich weiß nicht, warum das Thema “Islam” ansonsten relativ vernünftige Leute sich hier um Kopf und Kragen schreiben lässt – faszinierend!

  10. Es scheint sich schon länger was zusammenzubrauen. Und wie immer geht das erst mit der Zündung los. Die Politik hat einige Sauereien angesammelt und der Ärger über die aufgezwungene Toleranz bei gleichzeitiger Intoleranz gegen Deutsche entlädt sich. Das Grundproblem ist die intolerante und alles beherrschende Gruppe, der Staatsapparat oder eine Religion. Hier noch ein Video:
    _ttp:


    Man kann es natürlich als “Ironie der Geschichte” bezeichnen, daß genau in die anwachsende Bewegung der Anschlag erfolgte, aber wenn ein Ereignis nicht zündet, dann zündet ein anderes. Das Problem ist, daß die Bürger zu machtlos sind und der politischen Entwicklung nichts entgegenzusetzen haben. Wir haben ein Jahr widerlichster Kriegshetze hinter uns! Das haben die Bürger nicht verziehen und sie sind gezwungen, diese noch zu bezahlen. Irgendwann wird es zu viel.

    Carsten

    Ich definiere PEGIDA folgendermaßen:
    P = Politisches
    E = Engagement
    G = gegen
    I = Ignoranz
    D = der
    A = Akteure in Politik und Gesellschaft
    Joachim Wiegand

  11. VERSATEL minimac14 says:

    Hallo, ScienceFiles, und guten Tag,

    guter Beitrag; Hass (oder Angst) essen Verstand auf?

    Wobei ich meine, es lohnte, eben der in der Klammer formulierten Frage nachzugehen. Angst? Kein Widerspruch. Das schreit nach Hilfe. Hinter Angst lässt sich nicht nur Interesse, sondern offenbar auch jede Niedertracht verbergen. Wer spricht von Ängsten? Und warum eigentlich? Mir scheint die Opfer Rhetorik ein weiteres Feld zu besetzen. Wir kennen das: Forensik, Sicherungsverwahrung. Die durchschnittliche Verweildauer in den Psychiatrien stieg von vier auf zehn Jahre. Feministinnen reicht das natürlich nicht. Wer muss Angst haben? Und vor wem? Nach 30 Jahren klagst du die Todesstrafe für dich ein. Siehe Belgien, heute war die Hinrichtung angesetzt.

    Beste Grüße

    Manfred Michael Schwirske, Sozialwissenschaftler

    >

  12. Michael H says:

    Hallo ScienceFiles,

    ein sehr guter Beitrag. Ich muss sagen, es lohnt sich immer wieder hier vorbeizuschauen!

    Ich werde Sie weiterempfehlen!!

    Schade, das so viele unserer Mitmenschen das Teile & Hersche Prinzip nicht verstehen.

    Vielen Dank!

    Michael

  13. Pingback: + Hass (oder Angst) essen Verstand auf? | WISSEN IST MACHT

  14. rote_pille says:

    ich frage mich, wieso auf einer seite, wo man sich seit jahr und tag nur mit genderismus befasst, auf einmal der islam so verhemmt verteidigt wird? als wissenschaftler solltet ihr doch wissen, dass religion und vernunft unvereinbar sind. und insbesondere mitglieder dieser religion treten sehr agressiv auf und unsere politik verteidigt sie mithilfe der political correctness- denkverbote, die ja sonst hier (im fall des genderismus) kritisiert werden. mein vorschlag: bleibt lieber beim genderismus.

    • ScienceFiles ist ein liberales Wissenschaftsblog. Deshalb bekämpfen wir die Feinde der Offenen Gesellschaft wo immer wir sie treffen. Im übrigen ist Ihr Eindruck, dass ScienceFiles sich nur mit Genderismus befasst, genau so falsch, wie Ihr Eindruck, dass es den Islam gebe. Scheinbar zeichnet sich ein Hang zur Generalisierung von Einzelfällen aus, den man auch als inkorporierten Fehlschluss bezeichnen kann.

      • rote_pille says:

        es hat mehr damit zu tun, dass nur artikel zum genderismus verlinkt werden. aber euch ist schon klar, dass nur ein anschlag nicht für das negative image des islam verantwortlich ist? es gab viele anschläge in vielen ländern, aber auch die vielen straftäter (schläger und vergewaltiger), die vor gericht wegen “kulturellen hintergründen” mildere strafen bekommen, schüren dieses bild, unterschwellig wirkt das wahrscheinlich noch stärker als attentate. in diesen fällen war sich keiner von denen zu schade, als muslim zu gelten und hat seine individuelle schuld gerne weitergeschoben. deshalb fragen sich die leute, ob sie noch mehr mitglieder dieser religion in ihrer nähe haben wollen. wenn diese leute konsequent und angemessen nach ihrer individualschuld bestraft worden wären, gäbe es dieses problem wahrscheinlich nicht. aber leider war unsere politik in den letzten jahren nur damit beschäftigt, ausreden für intensivtäter zu erfinden.

        • Es gibt weltweit unzählige Terrorgruppen. Warum ist es so wichtig, Terrorgruppen als religlöse Terrorgruppen aufzubauen und wieso kommen in der Erzählung der Gefärdung, Terrorgruppen, die man früher kannte, die PKK, der leuchtende Pfad, oder die vielen christlichen Terrorgruppen, die in Afrika ihr Unwesen treiben, von der Lord Resistance Army bis zu Anti Bakala nicht vor. Warum diese Verengung der Perspektive? Warum diese Not, Mörder zu etwas anderem zu machen, zu religiösen Kämpfern? War wäre verloren, wenn man zugeben würde, dass die vermeintlichen islamistischen Kämpfer sich zwar auf den Islam berufen, aber das war es auch schon?

          • rote_pille says:

            ein mörder, der aus religiösen leuten unbringt, ist per definiton ein religiöser kämpfer. es wird auf seine religion geachtet, weil sie dass einzige bindeglied zwischen diesen kämpfern ist. sie haben verschiedene nationalitäten, aber die gleiche religion, und sie hassen “ungläubige”. die anderen terrorgruppen sind eher nationale erscheinungen, sie kämpfen für die unabhängigkeit ihrer länder etc, aber nicht global für eine weltanschauuung und ein totalitäres, mittelalterliches system, wie diese terroristen. außerdem ist das profil der täter erschreckend, es lässt darauf schließen, dass es in den vorstädten noch sehr viel rekrutierungspotenzial gibt, und alle haben religiösen fanatismus als gemeinsamkeit. diese tickenden zeitbomben könnten jederzeit losgehen. und die gesetze in den islamischen staaten- in saudi arabien wird wieder mal ein islamkritischer blogger ausgepeitscht- verstärken die befürchtungen noch.

            • Und der Eroberungskrieg, den IS derzeit führt, der wird aus religiösen Motiven geführt? Vermutlich in der Weise, in der die Kreuzzüger aus rein idealistisch religiösen Motiven geführt wurden und nicht, um sich Besitz, Wohlstand, Macht und Einfluss zu verschaffen. Leben wir auf demselben Planeten?

          • Sven H. Schillings says:

            Weil diese Terrorgruppen sich selbst als religiös-islam bezeichnen und vor allem die absolut meisten Anschläge/ Gewalttaten weltweit von Moslems begangen werden. Es wäre dringend an der Zeit, dass sich die Mehrheit der gemäßigten Moslems in Europa von den radikaleren Kräften distanziert. Im übrigen schließe mich der Meinung von “rote-Pille-sagt” an. Mich verwundert es auch, dass auf diesem erstklassigen Wissenschaftanlog, auf dem ansonsten Ideologien, wie zum Beispiel Gender-mainstream, Faktenreich widerlegt werden, der Islam, der meines Erachtens ebenfalls eine Ideologie ist unter dem Deckmantel einer Religion, so vehement verteidigt wird.
            Ich vermisse übrigens noch meine Antwort auf Frau Dr. Diefenbach.

            • Durch Wiederholung wird es nicht richtiger: Die weltweit meisten Terroranschläge werden nicht von Moslems begangen oder haben Sie hier Daten, die das FBI nicht kennt (sie meinen letzten Link?). Wenn, dann bitte teilen Sie uns doch mit, aus welcher Quelle Sie die Erkenntnis nehmen, dass “absolut meisten Anschläge/Gewalttaten weltweit von Moslems begangen werden”.
              Wie Sie richtig anmerken sind wir ein Wissenschaftsblog und diese Quelle ist jetzt Pflicht. Genauso wie eine Begründung dafür notwendig ist, dass Islam eine Ideologie unter dem Deckmantel der Religion ist – was eine Definition von Ideologie und Religion voraussetzt.

              Wir sind, ich kann mich gar nicht oft genug wiederholen, ein Wissenschaftsblog. Wir sind der Methode der Wissenschaft verpflichtet und darüber hinaus ein liberales Blog, weil Wissenschaft nur liberal sein kann. Entsprechend interessieren uns bei den Themen, die wir aufgreifen, keine Erwartungen, die an uns herangetragen werden, sondern die Faktenlage. Und wenn unsere Analysen zu Ergebnissen kommen, die Ihnen nicht gefallen, dann muss das nicht an unseren Analysen liegen. Es kann durchaus an Vorurteilen oder DenkUnwilligkeiten auf Ihrer Seite liegen.

              Ich vermisse die Antwort auf Frau Dr. Diefenbach auch.

  15. Roland Krast says:

    Meinen Dank für die wohltuend nüchterne Sichtweise hier im Vergleich zur (verordneten?) medialen Hysterie.
    Für die “Islamkritiker” hier sinngemäss V. Pispers: “Wir” sollten nicht Angst vor “Islamterror”, sondern eher vor deutschen Busfahrern haben – von unseren Ärzten ganz zu schweigen; der “Hartmannbund” schafft weitaus mehr an einem Wochenende als der “Islamterror” in einem Jahr!
    Aber die rufen eben nicht “Allah hu akbar” (oder so ähnlich).

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