ScienceFiles Aphorismen: Parteien schaden der Demokratie

Das folgende Zitat stammt aus einem Buch, das heute vergriffen ist. Wüsste man nicht, dass es aus dem Jahre 1993 stammt, man würde denken, es seit top aktuell. Geschrieben hat es Hans Herbert von Arnim, einer der letzten deutschen Wissenschaftler mit Mut:

von Arnim_“Heute beziehen die Parteien, Fraktionen und Partei-‘Stiftungen’ in Deutschland die höchsten Zuschüsse der Welt. Ist die staatliche Politikfinanzierung erst einmal etabliert, ist so leicht kein Halten mehr. Politiker haben auf diesem Gebiet einen besonderen Einfallsreichtum entwickelt. Sie haben die Staatsfinanzierung der Parteien in Deutschland als erstem europäischen Land eingeführt und sind nach ihrer Begrenzung durch das Bundesverfassungsgericht in die Finanzierung der Fraktionen und der Parteistiftungen – ebenfalls eine deutsche Erfindung – ausgewichen, was diesen Wachstumsraten wie im Schlaraffenland beschert hat. […] Wenn der Satz stimmt, dass Macht – sollte sie nicht korrumpieren – Kontrolle benötigt, sind die Parteien heute besonders kontrollbedürftig. Sie haben sich ‘fettfleckartig’ … ausgebreitet, scheinen hinter allen staatlichen Institutionen hervor, auch dort, wo sie eigentlich nichts zu suchen haben, kurz: Sie neigen dazu, sich den Staat zunehmend ‘zur Beute’ zu machen”. (von Arnim, 1993: S.15; S.241) “

Zusammengefasst lautet die Meldung: Parteien schaden der Demokratie, was letztlich daran liegt, dass sie heute von opportunistischen Karrieristen bevölkert werden, die Gemeinwohl behaupten, um sich selbst zu bereichern.

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5 Responses to ScienceFiles Aphorismen: Parteien schaden der Demokratie

  1. Pingback: [Kritische Wissenschaft] ScienceFiles Aphorismen: Parteien schaden der Demokratie | netzlesen.de

  2. Eber says:

    Von Arnim hat einige interessante Bücher geschrieben. Ich las vor längerer Zeit “Vom schönen Schein der Demokratie”. Erschütternd zu erkennen, wie eine verschwindend kleine Minderheit der Bürger Deutschlands – ca.1,5 Prozent – diesen Staat okkupiert hat. Ich spreche von den Parteien …
    Auch wenn sein hier genanntes Buch “Der Staat als Beute” vergriffen ist, es ist ja doch jederzeit bei Antiquaren ab 1,70 Euro zu finden. Interessenten schauen einfach mal bei http://www.buchhai.de nach – eine sehr gute Suchmaschine für vergriffene / antiquarische Bücher.

  3. Arno Wahl says:

    die Parteien verwanlten sich am liebsten selbst, Poestchen werden nach Parteibuch vergeben, spaeter verschwinden sie im “Ruhestand” und kassieren 5 stellige Bezuege, Schroeder, Waigel; Eichel sind Dreigestirne des Nichtskoennens !

    Am 19. Februar 2015 um 17:58 schrieb ScienceFiles; Kritische Wissenschaft –

  4. Welche Demokratie?
    Einen kleinen Lehrgang in Demokratie gibt es bei Hans Hoppe, “Demokratie, der Gott, der keiner ist”.

    Carsten

    Das Zweite lügt auch nicht besser

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