“Wie ein wütendes Kleinkind”: Öffentlich-rechtlicher Journalismus auf dem absoluten Tiefpunkt

Wie ein wütendes Kleinkind“, so ist ein Beitrag bei der ARD überschrieben.

Die Entprofessionalisierung schreitet unaufhaltsam fort, und deshalb darf sich neuerdings eine Sabrina Fritz aus dem “Hörfunkstudio Washington” öffentlich-rechtlich austoben, und zwar über Donald Trump, einen der Kandidaten, die um das Recht streiten, als nächster Präsidentschaftskandidat der Republikaner anzutreten.

Fritz KleinkindDas war unsere Wertung, und diese Wertung würde als solche einen Beeinflussungsversuch darstelle, würde sie nicht von einer Begründung gefolgt.

Unsere Begründung benutzt eine sehr sinnvolle Methode zur Analyse von Dokumenten, die Glaser und Strauss in den 1960er Jahre erarbeitet haben. Wir kombinieren diese Methode, die sich Grounded Theory nennt, mit einigen Instrumenten der logischen Analyse und nutzen beides, um den ersten Teil des Textes von Sabrina Fritz Satz für Satz zu analysieren, und zwar entlang des logischen Gehalts und der Zielsetzung.

Text von Fritz Logischer Gehalt Zielsetzung
Wie ein wütendes Kleinkind unbegründete Bewertung Abwertung und Verächtlichmachung, Trump lächerlich machen
Der Verlierer dieses Abends ist Donald Trump. unbelegte Behauptung; persönliche Einschätzung Einordnung von Trump als Verlierer.
Er hatte bereits vorgewarnt, er sei nicht gut in Debatten, und er hatte damit recht. unbelegte Behauptung; seriöser Journalismus zitiert derartige Behauptungen; persönliche Bewertung Trump lächerlich machen;
Schon bei seinem ersten Fernsehauftritt als Politiker stand er ohne Kleider da. unbelegte Behauptung, persönliche Bewertung Verächtlichmachung, Trump lächerlich machen; Trump in Anspielung an des Kaisers Neue Kleider als naiven Idioten hinstellen.
Der Mann konnte keinen klaren Gedanken fassen, geschweige denn eine Vision für die Zukunft der Vereinigten Staaten entwickeln. unbelegte Behauptung, persönliche Bewertung Diskreditierung der Person von Donald Trump. Abwertung seiner Fähigkeiten und seiner intellektuellen Ausstattung.
Wie ein wütendes Kleinkind hat er links und rechts Fusstritte verteilt. unbelegte Behauptung, persönliche Bewertung Verächtlichmachung, Trump lächerlich machen, seine Integrität in Frage stellen, ihn in eine Reihe mit räudigen Hunden stellen, die ohne Rücksicht auf Verluste nach allen Seiten austeilen.
Frauen beleidigen ist okay, er habe keine Zeit politisch korrekt zu sein. Unbelegte Behauptung; Hat Trump das gesagt, dann sieht seriöser Journalismus die Form des Konjunktivs auch im ersten Hauptsatz oder das direkte Zitat vor Feinbild aufbauen, Verächtlichmachung, Abwertung,
Politiker sind alle korrupt, er hat sie schließlich selbst bestochen. Unbelegte Behauptung; Hat Trump das gesagt, dann sieht seriöser Journalismus die Form des Konjunktivs oder das direkte Zitat vor Verächtlichmachung, untergraben der moralischen Integrität von Trump
Einen anderen Kandidaten außer sich selbst unterstützen – kommt für Trump nicht in Frage. unbelegte Behauptung, handelt es sich dabei um etwas, was Trump gesagt hat, sieht der seriöse Journalisms den Konjunktiv oder das direkte Zitat vor Trump als unsolidarischen Einzelkämpfer hinstellen.
Selbst wenn er mit der Masche “ich mache und ich sage was ich will” bislang gut gefahren ist – noch zwei Fernsehdebatten und der Immobilienkönig kann wieder Wohnungen verkaufen. unbegründete Vorhersage, persönliche Bewertung Verächtlichmachung von Trump

Das, was Sabrina Fritz, die von Steuerzahlern dafür bezahlt wird, dass sie in Washington sitzt und für die ARD berichtet, von sich gibt, hat mit Journalismus überhaupt nichts zu tun. Der Beitrag hat das Niveau eines ebensolchen im Stürmer von Julius Streicher, nur ist aus “dem Juden”, den Streicher in Misskredit bringen und beleidigen wollte, bei Fritz der “Immobilienkönig” geworden, der den für Fritz scheinbar verächtlichen Beruf des Wohnungsverkäufers ausübt, während Juden dafür gescholten wurden, dass sie sich mit so niedrigen Dingen wie Zinsen und Kapital abgeben.

Damit nicht genung. Die Tabelle zeigt sehr deutlich, wo die Probleme liegen, die Fritz mit Donald Trump hat: Trump ist Individualist, kann sich leisten, das zu tun und zu sagen, wonach ihm ist. Er hält sich an keine politische Konvention, verachtet politische Korrektheit und fühlt sich als Trump, der für sich steht, wohler als als Trump, der in der republikanischen Masse untergeht.

Somit scheint Trump all das zu symbolisieren, was Fritz hasst, und dass sie Individualismus, Rückgrat, Selbstsicherheit und finanzielle Unabhängigkeit hasst, das wird deutlich, wenn man die Spalten der Tabelle durchgeht.

Es ist also heute möglich, seinen Hass auf und seinen Ärger über andere, in diesem Fall über Donald Trump auf öffentlich-rechtlichen Sendern und von Steuerzahlern finanziert, auszuleben. Es ist heute möglich, Menschen in öffentlich-rechtlichen Medien in einer Weise abzuwerten, die dem Stürmer gerecht wird. Es ist heute offensichtlich möglich, ohne jeden Anstand und ohne jede Kompetenz in journalistischem Arbeiten im ARD-Hörfunkstudio in Washington sein Unwesen zu treiben.

Das alles sind Anzeichen eines moralischen und gesellschaftlichen Niedergangs, einer Degeneration, die dafür sorgt, dass vollkommen ungeeignete Personen in Position gelangen, in die sie nie gelangen dürften, wenn Fähigkeit, Kompetenz und Qualifikation bei der Besetzung der Position eine Rolle spielen würden.

Donald Trump poll
Slate-Poll

Bei allem Hass auf und allem Ärger über Trump muss sich Sabrina Fritz derart in Rage gesteigert haben, dass ihr die Realität vollkommen verloren gegangen ist (falls sie sie je hatte), die Realität der Debatte, über die sie eigentlich berichten soll. Debattiert haben diejenigen, die als Kandidat der Republikaner in die nächste Präsidentschaftswahl gehen wollen: 10 Kandidaten sind das, also 9 außer Donald Trump, drei davon scheint Fritz tatsächlich wahrgenommen zu haben: Jeb Bush, Scott Walker und Marco Rubio. Ihrer Aufmerksamkeit entgangen, sind Ben Carson, Chris Christie, Ted Cruz, Mike Huckabee, John Kasich und Rand Paul.

Wenn man so mit seinem Hass auf Donald Trump beschäftigt ist, kann man sich nicht mit Nebensächlichkeiten wie sechs weiteren Kandidaten beschäftigen. Und mit Fakten, mit Fakten kann man sich auch nicht beschäftigen, denn die Fakten, die stehen dem Hass zumeist im Wege, und schon Leon Festinger hat beschrieben, wie affektiv Orientierte die Realität ausblenden, um ihre Phantasien über die Welt aufrechterhalten zu können.

Die Phantasie, die Sabrina Fritz aufrecht erhalten will, ist die, dass Donald Trump keine Anhänger und keine Chancen hat, der nächste Präsidentschaftskandidat der Republikaner zu werden. Er ist der Verlierer der Debatte und wird wieder Wohnungen verkaufen, so ihre Behauptung.

Das steht in krassem Widerspruch zu dem, was ganz offensichlich der Rest der Zuschauer gesehen und aus der Debatte der 10 Kandidaten abgeleitet hat:

Die Los Angeles Times sieht Donald Trump als Gewinner der Debatte und belegt dies unter anderem damit, dass er in den sozialen Medien am häufigsten zitiert wurde und im Verlauf der Debatte die mit Abstand meiste Sprechzeit hatte.

Yahoo News sieht Donald Trump als Gewinner der Debatte: Trump habe Leben in die Bude gebracht, die restlichen Kandidaten dagegen um Aufmerksamkeit gekämpft.

Auch die ehrwürdige New York Times sieht Trump in Führung, da es ihm gelungen ist, die meiste Aufmerksamkeit zu erregen, die besten Punkte zu machen und am längsten zu reden.

Die Nachrichtenagentur Reuters vermeldet, dass sich die gesamte Debatte um Donald Trump gedreht habe. Trump gelinge es, so Reuters, die Frustration mit dem politischen Establishment zu nutzen und Punkte zu machen.

Bei der Washington Post ist man so überzeugt davon, dass Trump der Sieger des Abends ist, dass die Zeitung seine besten “Hits” aufzählt, mit denen er die meisten seiner Gegner in Verlegenheit gebracht hat.

Und dann gibt es noch die Online-Umfrage von Slate (siehe Abbildung). Dort sehen 40% derer, die sich an der Abstimmung beteiligt haben, Donald Trump als Gewinner.

Mit der Behauptung, Trump sei der Verlierer des Abends, steht Sabrina Fritz somit weitgehend alleine da. Aber so ist das, wenn die eigene Befindlichkeit, die Fähigkeit zu urteilen, beeinträchtigt oder ganz beseitigt, wenn Hass und Aversion an die Stelle von rationalem Urteil und Wahrnehmung von Fakten tretten. Dann hilft es auch nichts, wenn man wie Fritz, mit dem Fuss aufstampft und mit Gewalt einen Mann, der für Fritz offensichtlich das Böse symbolisiert wenn nicht inkorporiert, diskreditieren und verächtlich machen will, wenn man sich wie “ein wütendes Kleinkind” verhält.

Die einzige Frage, die langsam einmal beantwortet werden muss, ist: Was haben Personen wie Sabrina Fritz in öffentlich-rechtlichen Medien verloren?

Print Friendly, PDF & Email
33 Comments

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Translate »