ARD-Schmierenjournalismus: Die Erfindung der unterhaltsprellenden Väter

Die Schlagzeile in der ARD lautet: „Jeder zweite Vater zahlt nach Trennung nicht

Weiter heißt es:

ARD Schmierenjournalismus Vaeter“ Alleinerziehende und ihre Kinder sind von Armut bedroht – diesen Zustand kritisieren Sozialpolitiker seit langem. Eine der wichtigsten Ursachen ist die Zahlungsunwilligkeit der ehemaligen Partner. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung.

Demnach bekommt die Hälfte der Alleinerziehenden überhaupt keinen Unterhalt vom Ex-Partner für ihre Kinder, ergab die Studie.

Der Beitrag aus der Reihe, Männer sind böse und Frauen, die zum Kind gekommen sind, wie die Jungfrau Maria, die armen Opfer, die nun alleinerziehend in Armut leben, obwohl selbst das Bundesverfassungsgericht eine volle Berufstätigkeit für zumutbar hält, hat also die eindeutigen Schuldigen ausgemacht: Die bösen Väter, die zeugen und sich vom Acker machen, ohne zu zahlen. Die Studie der Bertelsmann-Stiftung, sie hat es gezeigt.

Hat sie wirklich?

Die Studie der Bertelsmann-Stiftung bezieht sich mit ihren Zahlen wiederum auf eine Studie aus dem Jahre 2014, die Bastian Hartmann auf Grundlage der Daten des SOEP erstellt hat. Er kommt zu dem folgenden Ergebnis:

“Der Vergleich der Unterhaltsanspruche mit den tatsächlichen Zahlungen offenbart einen hohen Anteil von Mangelfällen. Etwa die Hälfte aller alleinerziehenden Frauen bekommt keinen Unterhalt für die Kinder. Von den Unterhaltszahlungen, die beobachtet werden können, genügt wiederum nur etwa die Hälfte, um den Mindestanspruch zu decken. Alleinerziehende haben die Möglichkeit die Ansprüche gerichtlich einzufordern. Aus den hier verwendeten Daten geht nicht hervor, ob dies geschehen ist und in welcher Höhe der Unterhalt gerichtlich festgesetzt wurde, es bleibt lediglich festzustellen, dass er nur in den wenigsten Fällen bedarfsdeckend ist. Über die Gründe der Zahlungsausfälle kann hier nur spekuliert werden. So könnte der große Anteil ungedeckter Ansprüche an den Regularien durch die Düsseldorfer Tabelle und an der Rechtsprechung liegen. Mit anderen Worten könnten die tatsächlich geleisteten Unterhaltszahlungen etwa durch Absenkung des Selbstbehaltes erhöht werden. Wenn das Einkommen einer unterhaltspflichtigen Person weniger vor Zugriffen geschützt wird, führt dies zwangsläufig zu höheren Zahlungen. Der Erfolg einer solchen Maßnahme ist aber mehr als ungewiss. Letztlich sind Selbstbehalt und Kindesunterhalt nur zwei Seiten einer Medaille. Würde der Selbstbehalt gesenkt, würde dies zwar zu mehr Zahlungen an die Kinder führen, gleichzeitig würden aber auf Seiten der pflichtigen Person finanzielle Engpässe entstehen. Die Unterstützungsbedürftigkeit würde nur von den Berechtigten zum Pflichtigen verlagert – jedoch nicht behoben“ (14).

Es gibt für Hartmann somit KEINERLEI Anhaltspunkte dafür, dass Väter zahlungsunwillig sind, wie die ARD das behauptet. Vielmehr sagt Hartmann, dass die Ursachen dafür, warum kein Unterhalt gezahlt wird, vollkommen unbekannt sind, dass er jedoch vermutet, dass die Väter zu wenig verdienen, um Unterhalt leisten zu können. Seine Diskussion einer Absenkung des Selbstbehalts nach der Düsseldorfer Tabelle macht dies sehr deutlich.

Also zurück zur Studie der Bertelsmann-Stiftung, die die angebliche Zahlungsunwilligkeit der Väter belegt. Die Autoren, die nach der Behauptung der ARD die Zahlungsunwilligkeit der Väter belegt haben, haben diese nicht nur nicht belegt, sie schreiben etwas gänzlich anderes als das, was in der ARD behauptet wird:

“Leider gibt es keinerlei Ursachenforschung, warum der Kindesunterhalt bei so vielen Alleinerziehenden nicht ankommt. … Es besteht daher dringender Forschungsbedarf, warum in so vielen Fällen Unterhaltszahlungen nicht oder nicht vollständig geleistet werden (können) (21).“

Die Forschung können wir uns sparen, denn bei der ARD bildet man sich das Ergebnis bereits ein: unterhaltsprellende Väter sind der Grund.

So lange an Beiträgen der ARD namentlich nicht genannte Autoren sitzen, die eben einmal ihrer fiesen Phantasie freien Lauf lassen und dann behaupten, andere hätten diese Phantasie belegt, müssen sich öffentlich-rechtliche Medien nicht wundern, wenn sie als Lügenpresse bezeichnet werden. Aber vielleicht gibt es ja den ein oder anderen Männerrechtler, der die (absichtlich?) falsche Berichterstattung aufgreift und vor den Programmrat der ARD bringt.


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44 Responses to ARD-Schmierenjournalismus: Die Erfindung der unterhaltsprellenden Väter

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  2. corvusalbusberlin says:

    Ich weiß nicht, wie das heute ist mit den “bösen zahlungsunwilligen Vätern.”
    Aber früher in den 70/80er Jahren und auch noch später war es so. Daran gibt es keinen Zweifel.

    Ich kann mir allerdings auch nicht vorstellen, dass sich die Zahlungsmoral der Väter inzwischen derart “gewandelt” hat, da sich die Zahlungsmoral generell verschlechtert hat und auch viele der betroffenen Männer in einer miserablen finanziellen Situation sind.

    Ob ARD oder Bertelsmannstiftung – interessiert mich dabei nicht, sondern meine Erfahrungen im Bekanntenkreis und die Erfahrungen von Anwälten.
    Ich kenne mehrere Anwälte für Familienrecht.
    Und da sieht es zappenduster aus, was die Zahlungen der – ach so bösen Väter – an ihre Kinder betrifft.
    Dabei spielt es wohl auch eine Rolle, dass für die Kinder, die keinen Unterhalt bekommen das Sozialamt in Vorleistung gehen muss.

    Ich würde heute keine Kinder mehr in die Welt setzen, da es für viele junge Leute immer schwieriger wird, sich eine sichere Existenz aufzubauen.

    • Vielleicht sollte man, bevor man wieder die Schuldfrage diskutiert, darüber diskutieren, dass Kinder nicht vom Himmel fallen, dass jeder, der sich auf Kinder einlässt, weiß, welche Konsequenzen damit verbunden sind, dass es mindestens so viele arbeitsunwillige Mütter gibt, wie es unterhaltszahlungsunwillige Väter gibt und dass es letzten Ende unverantwortlich ist, Kinder in die Welt zu setzen, wohlwissen, dass man sie nicht (alleine) unterhalten kann.

      • Eloman says:

        Ich denke auf diesem Feld sind Verallgemeinerungen nicht angebracht. Weder in die eine noch in die andere Richtung. Ich kenne sowohl Fälle, in denen Frauen drei Kinder von vier Vätern haben und keine Lust verspüren arbeiten zu gehen, als auch Männer, die nach etlichen Ehejahren und mehreren Kindern auf einmal denken, das könne es ja nicht gewesen sein und sich einfach verpissen. Mein eigener Vater war z.B. so ein Fall.
        Was allerdings in Deutschland anders ist als z.B. in den USA ist, dass man sich hier relativ einfach der Zahlungspflicht entziehen kann. Man kündigt seinen Job oder lässt sich rauswerfen und schon zahlt das Sozialamt. In den USA werden Väter, die ihren Unterhaltsverpflichtungen nicht nachkommen, landesweit steckbrieflich gesucht und mitunter auch zu Haftstrafen verurteilt.

        • Werden in den USA auch Frauen zu Haftstrafen verurteilt, wenn sie keinen Unterhalt wegen Kündigung mehr zahlen können? Wie zahlen Unterhaltshäftlinge in den USA Unterhalt?

          Ich würde in den USA, wenn ich Deinen Ausführungen folgte, als Arbeitgeber NUR Unterhaltspflichtige einstellen … die folgten jedem meiner Befehle, denn ein Rauswurf könnte dierekt in den Knast führen.

          Ist es das was Du willst? Unterhalt über Alles? Habe ich richtig verstanden?

        • Robert says:

          > ” und mitunter auch zu Haftstrafen verurteilt.”
          Das hilft den Kindern natürlich ungemein weiter …

        • Dummerjan says:

          “Was allerdings in Deutschland anders ist als z.B. in den USA ist, dass man sich hier relativ einfach der Zahlungspflicht entziehen kann. Man kündigt seinen Job oder lässt sich rauswerfen und schon zahlt das Sozialamt. ”
          Ok. DIese Aussage zeugt von völliger Ahnungslosigkeit.
          Das ist nicht möglich. Dem Zahlungsplichtigen wird in solchem Fall ein fiktives Einkommen angerechnet. Wenn er dann nicht zahlt oder zahlen kann, besteht die Möglichkeit diesen nach StGB §170 bis zu drei Jahren ins gefängnis zu bringen.
          Wir reden hier aber von Unterhalt für das Kind ( und nicht vie corvalusberlin von Unterhalt für de geschiedene Ehefrau).

          In jedem Fall wird jedoch geprüft, ob Leistungsfähigkeit besteht. Darüber hinaus sind alle Kinder des Unterhaltspflichtigen gleichberechtigt. Hat er also mit anderen Frauen auch noch Kinder, wird der Unterhalt im Mangelfall geteilt.

        • Marcel Elsener says:

          Ich kenne zwar die Verhältnisse in den USA nicht genau, aber auch dort ist es nicht verboten, arm zu sein. Wer arm ist, kann keinen Unterhalt bezahlen. So schnell wandert man auch in den USA wegen Unterhaltsschulden nicht in den Knast. Die Kehrseite der Medaille besteht darin, dass in den USA Umgangsvereitelung ebenfalls eine ernste Angelegenheit ist; eine umgangsvereitelnde Mutter bekommt dann ziemliche Probleme.

          In Deutschland ist es nur einfach, sich der Zahlungspflicht zu entziehen, wenn man sehr konsequent vorgeht. Die staatliche Drohkulisse ist durchaus einschüchternd – aber letztendlich halt nur eine Drohkulisse. Wem es wurscht ist, den Rest seines Lebens auf einem Haufen Schulden zu hocken, bei dem ist die Drohkulisse wirkungslos. Solche Hardcore-Unterhaltspreller sind allerdings (noch) ziemlich selten, denn dafür braucht man einen recht starken Charakter, Selbstdisziplin und Durchhaltewillen.

          Die meisten Unterhaltspflichtigen, die nicht oder nur teilweise zahlen können, sind eben tatsächlich nicht leistungsfähig. Das Problem besteht ja darin, dass nach einer Trennung/Scheidung zwei Haushalte zu finanzieren sind anstatt einer, dass insbesondere bei hochstrittigen Scheidungen und Unterhaltsstreitigkeiten jede Menge Anwalts- und Gerichtskosten (ev. sogar Gutachterkosten) anfallen, dass der Unterhaltspflichtige in die Steuerklasse 1 abrutscht, dass der repressive Staat in Form der Jugendämter ziemlich schnell Lohnpfändungen anordnet, was regelmässig zur Entlassung des Unterhaltspflichtigen führt, weil Lohnpfändungen für Arbeitgeber sehr aufwendig sind u.a.m.

          Damit befindet sich der Unterhaltspflichtige objektiv nachvollziehbar sehr schnell in einer ruinösen Situation, während vorher bei intakter Familie das Einkommen geradeso gelangt hat.

          Dazu kommt auch noch die psychoemotionale Seite: Nachdem die Trennung erst einmal vollzogen ist, prasseln sofort jede Menge Forderungen auf den Unterhaltspflichtigen ein. Anwaltsschreiben, Schreiben von Ämtern und ev. von Gerichten. Er muss detailliert sein Einkommen und Vermögen offenlegen, wird mit aberwitzigen Forderungen unter Androhung rechtlicher Konsequenzen vom gegnerischen Anwalt traktiert, ev. muss er sich noch als Rabenvater oder gar Kindesmisshandler verleumden lassen. Wahrscheinlich muss er sich eine neue Wohnung suchen, diverse Versicherungen und sonstige Verträge ändern lassen, neue Konten eröffnen. Er muss sich gegenüber Freunden und Verwandten erklären; meist sieht er sich massiven Vorwürfen gegenüber. Er gerät in Konflikt mit seinem Arbeitgeber und seinen Arbeitskollegen, weil seine Leistung aufgrund der privaten Probleme nachlässt, weil er häufige Fehlzeiten aufgrund von Terminen bei Anwälten, Ämtern, Gutachtern, Gerichten hat. etc.

          Kurzum: Der Psychoterror während den ersten Monaten nach der Trennung ist beträchtlich und stellt jedes Stalking in den Schatten. Erholungszeiten gibt es für den Mann nicht, weil die Bewältigung seiner noch frischen Trennungsprobleme seine gesamte Freizeit in Anspruch nehmen; er steht unter Dauerstress. Selbst charakterstarke Männer können da schnell ans Limit kommen, insbesondere da sie in der Regel ziemlich unvorbereitet in diese Situation hineinschlittern.

          Um erfolgreich Unterhalt zu prellen, benötigt man eine solide Strategie, die konsequent durchgezogen wird. Die weitaus meisten Männer haben nach einer Trennung keinerlei Strategie; sie sind vielmehr Spielball fremder Interessen, Ziel fremder Forderungen und Vorwürfe. Sie agieren nicht sondern können nur reagieren. Schon aus diesem Grund entbehrt der Vorwurf der Unterhaltsprellerei meist jeder Grundlage.

          • Eloman says:

            Also zumindest mein Vater hatte es geschafft als nicht zahlungsfähig dazustehen und sich der Unterhaltspflicht nicht nur für meine Mutter sondern auch für meinen Bruder und mich zu entziehen. Es gehörte halt alles seiner Freundin. Zur Info: Die Geschichte datiert zurück in die 70er.

            • Marcel Elsener says:

              Also bevor 1977 das neue sozialdemokratische Scheidungsrecht eingeführt wurde? Das ist dann allerdings etwas anderes und für die heutige Situation völlig irrelevant. Heute funktioniert eine solche Strategie mit Ehevertrag nicht mehr.

              Aber es gibt andere Strategien zur Unterhaltsvermeidung, die auch heute noch erfolgreich sind.

      • Wenn alle wüssten welche Konsequenzen es hat, Kinder in die Welt zu setzen und was passieren kann in Deutschland, wenn die Eltern sich trennen, dann ist von jetzt auf gleich das Kinder machen vorbei, jede Frau mit Kinderwunsch würde von dem Mann nur eines gesagt bekommen ” Ich bin doch nicht bescheuert “.
        Aber auch für dieses Problem hat unsere Politik eine Lösung, wir importieren Menschen, die wir komplett kostenlos alimentieren und dazu einladen sich an unserer stelle völlig verantwortungslos und ohne jegliche Pflichten zu vermehren, das machen wir so lange, bis die Deutsche Bevölkerung in der Minderheit ist und das Land vollständig kollabiert und in Islamischer Hand.
        Es ist grade sehr schlau was wir Deutschen machen, wir schaffen uns ab, wir sorgen dafür das wir uns nicht mehr vermehren und importieren niedere ungebildete zivlillisationen mit einer faschistischen Relligion und Kultur die jeglichen Fortschritt stoppt, die das Land bis zur unkenntlichkeit verändert und zerstört.
        Ich sehe wie Sarrazin in eine Zukunft, die ich für meine Kinder nicht will.

    • Nun ja. Hier ist ja von 50% (die gar keinen Unterhalt zahlen) bzw 75% (die nicht ausreichend – was auch immer das bedeuten mag – zahlen) die Rede. Das sind ja sehr viele Fälle. Und überall, wo es sehr viele Fälle gibt, gibt es höchstwahrscheinlich mehr als nur einen Grund. So wird das auch hier sein.

      Ich bin mir absolut sicher, dass es den Fall vom verantwortungslosen Arschloch tatsächlich gibt. Einfach weil es überall Arschlöcher gibt. Genauso wird es aber auch den Fall geben, wo einfach der Vater nicht zahlen kann. Solange die Ursachen dafür nicht genauer erforscht sind – und selbst noch durch die Düsseldorfer Tabelle erklärt werden können! – ist das alles Spekulatius. Bedenklich wäre es schon, wenn sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk an derlei Spekulation beteiligen würde. Dass er nicht nur das tut, sondern seine Spekulationen auch noch als wissenschaftliche Ergebnisse verkauft, ist ein Skandal.

  3. corvusalbusberlin says:

    In einem Satz alles gesagt. Bravo! Da kann ich Ihnen nur zustimmen.
    Aber die “arbeitsunwilligen Mütter” haben zusätzlich noch die Gören am Hals – wenigstens in den meisten Fällen.
    Vergessen Sie das bitte nicht!
    Mütter müssten den Mut aufbringen, die Kinder in einen Korb zu packen und wenn nötig , beim Vater abzugeben.

    Aber das würde ja die allumfassende Mutterliebe auf den Kopf stellen. Und wer würde diese Mütter verurteilen? Frauen!

    Denn der größte Feind der Frau ist nicht der Mann, sondern die Frau. Es gibt bis heute keine Solidarität zwischen Frauen, wenn man mal von dem theoretischen Geschwätz der Feministinnen absieht.

    Ich frage mich allerdings, warum die Mütter heute immer jünger werden.
    Zum Teil erst 13 oder 14 Jahre alt, wo es doch im Gegensatz zu “früheren Zeiten” genug Aufklärung gibt – und das Internet.
    Die frühe Geschlechtsreife wird man dafür wohl nicht allein verantwortlich machen. Hoffe ich wenigstens.
    Wir waren damals auch keine Engel. Aber eine 14jährige Schwangere in der Schule?
    Zu mindestens eine “Rarität.”

    In vielen Schulen gehören Wickeltische heute inzwischen zum Standard

  4. Die Moral von den Geschichten says:

    1. Fall
    Meine Analyse der Verhältnisse, bei der Beobachtung anderer Fälle bei einer Trennung ist eine ganz Andere gewesen.
    Meine Schlussfolgerung war:
    1. Gütertrennung
    2. wenn Kind bei mir kein Unterhaltsverlangen von der Mutter
    3. ein kleiner festgelegter Unterhalt an die Mutter unter Berücksichtigung der Verdienstverhältnisse bei meinem eventuellen späteren möglichen geringem Einkommen.
    Ergebnis:
    Unterschrift unter Ehevertrag und bei räumlicher Trennung, alleiniges Erziehungsrecht bei mir. Scheidung war überflüssig.
    2.Fall
    Ein Fall bei einem Bekannten.
    1. Scheidung vor einigen Jahren. Er alles los geworden , Haus und so weiter. Der sogenannte Aktentaschenfall, von mir so genannt weil für ihm nicht viel mehr übrig blieb als darein passte.
    2. Er machte mit seiner Verflossenen ein gemeinsame Erbschaft, Anteile an einem Haus.
    3. Sie wollte wieder heiraten.
    4. Er fragte nach meinem Rat.
    5. Mein Rat, Heirat ja wen der Zustand vor der Scheidung wieder hergestellt wird.
    Ergebnis:
    Kein Wort mehr von Hochzeit.
    3. Fall
    Scheidung, er musste zahlen ohne Ende für 2 Kinder und Mutter.
    Mutter geht schwarz arbeiten.
    Der Katzenjammer kam dann aber bei der Rente.
    Nun sollen die Kinder finanziell “helfen”.
    So, nun kann sich jeder selber ein Bild machen.

    • corvusalbusberlin says:

      “Die Moral von den Geschichten sagt: Erst Verträge – dann Heirat .

      Es ist mir bekannt, dass vor allem gutverdienende Männer nach der Scheidung nur noch an Krücken gehen können.
      Wenn Kind beim Vater, ist es wohl selbstverständlich, dass die Mutter keinen Unterhalt bekommt.
      Ich habe einen Bekannten, der zur Zeit diese ganze Misere durchmacht. Tochter wohnt bei ihm. Frau will nur einen geringen Unterhalt zahlen, da arbeitslos gemeldet – aber ist Schwarzarbeiterin.

      Das End von der Geschicht’: Heirate nicht!

    • dentix07 says:

      Ich denke, da kannste von Glück reden, daß Scheidung unnötig war!
      Der Ehevertrag wäre vor Gericht höchst wahrscheinlich in der Luft zerrissen worden!

      • Die Moral von den Geschichten sagt: says:

        Ehevertrag war vom Notar erstellt und ist im Güterrechtsregister eingetragen. In dem Fall wäre es für die Mutter schlechter ausgefallen weil sie dann Kindesunterhalt zahlen müsste. Aber hätte man mir Zwang unterstellt und noch andere Dinge, was die Anwälte und Gerichte gerne machen, hätte ich als Vater schlechte Karten gehabt, da ja immer der Mutter, Frau, geglaubt wird. Die Entscheidung des Kindes bei mir zu bleiben kam, erstaunlicher Weise vom Kind, 13 Jahre. Das erleichterte die Erstellung des Ehevertrages.

        • Marcel Elsener says:

          Es ist schön, dass Sie so grosses Vertrauen in Eheverträge haben. Aber dentix07 hat Recht: der Vertrag wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Familiengericht für null und nichtig erklärt worden – notarielle Beglaubigung hin oder her. Das Sorgerecht liegt bei gemeinsamen Kindern in einer Ehe immer bei beiden Ehegatten; so einfach lässt sich das nicht vertraglich aushebeln.

          Es sei denn, Sie haben in Ihrer Ehe die Kindeserziehung übernommen, und Ihre Frau hat das Familieneinkommen erwirtschaftet. Dann hätten Sie vermutlich bei einer Scheidung das Kind zugesprochen bekommen; die Klausel über das Sorgerecht im Ehevertrag hätte darauf aber keinen Einfluss gehabt. Deutsche Familiengerichte haben das sogenannte Kindeswohl im Auge (oder was sie dafür halten). Der Richter hätte argumentiert, dass die ehelichen Verhältnisse im Interesse des Kindeswohls auch nach der Ehe weiterbestehen sollen (Kontinuitätsprinzip). D.h. Sie hätten in diesem Falle weiterhin das Kind betreut und erzogen, und Ihre Frau hätte weiterhin malochen gehen müssen, um den Kindesunterhalt zu erwirtschaften.

          Ausnahme: Ihre Ex-Frau hätte sich nachträglich von einem anderen Kerl ein neues Kind machen lassen können, und es dann auch selbst betreut. In dem Falle hätten Sie den Kindesunterhalt wieder vergessen können, denn eine Mutter, die ein Kleinkind betreut, ist vor deutschen Familiengerichten nicht leistungsfähig und damit auch nicht kindesunterhaltspflichtig. Unnötig zu sagen, dass ein Mann diese Option nicht hat. Vor dem Familiengesetz ist eben nicht jeder gleich.

          • Die Moral von den Geschichten sagt: says:

            Sie mögen ja recht haben, so rechtes Vertrauen in userem Rechtssystem habe ich nicht.
            Aber das habe ich schon mit einkalkuliert und alle in frage kommende Bereiche des BGB mit einbezogen. Der Notar hat dann den Ehevertrag in die richtige Form gebracht und die salvatorische Klausel eingefügt. Damit habe ich mich einigermaßen abgesichert. Eine völlige Nichtigkeitserklärung hätte auch für die Mutter nicht gut ausgesehen. Ein Aß im Ärmel hatte ich immer noch.
            Bisher ist der Ehevertrag von allen Ämtern zähneknirschend anerkannt worden. Detailierter möchte ich nicht werden.

  5. corvusalbusberlin says:

    Von denen , die es sich erst überlegen, wenn sie 40 sind, gibt es inzwischen heute auch immer mehr. Das will ich nur noch erwähnt haben.

  6. Erbtante says:

    Trauriges Thema. Männer sind Schweine. Frauen aber auch. An die Kinder, die unter Trennungen leiden, denkt offenbar keiner. Konsequenz gemäß den Reaktionen ist Fortpflanzungsverweigerung. Dann beschwert euch bitte auch nicht über die Fertilität der Menschen, die ihr und ich mir nicht zum Nachbarn wünsche. Mit einer solchen Einstellung werden die Europäer über kurz oder lang leider aussterben.

    • corvusalbusberlin says:

      “…….werden die Europäer über kurz oder lang leider aussterben.

      Na und?
      Soll ich etwa Kinder in die Welt setzen, damit Sie einen europäischen Nachbarn haben?

      Ja und was ist, wenn das Kind dann rothaarig ist ,Sie sich aber einen blonden Nachbarn wünschen?

      Geben Sie schon mal eine Bestellung bei Prof. Bumke auf.
      Es besteht starke Nachfrage.

      Was wäre denn Ihr “Wunschnachbar”?

      • Erbtante says:

        Sie nicht, da Sie sich bestimmt über Kinderlärm aufregen.😄
        Es möge jeder nach seiner Facon selig werden. Beschweren Sie sich später dann bitte nicht.

        • corvusalbusberlin says:

          @ Erbtante Leider haben Sie meine Fragen nicht beantwortet sondern einfach nur große Töne von sich gegeben.

          Über was soll ich mich denn beschweren? Das haben Sie leider auch nicht erläutert.
          Sie meinen doch nicht etwa, dass, wenn man keine Kinder hat, im Alter einsam ist?
          Oder?

          Dann würde ich Ihnen empfehlen, mal ein Pflegeheim aufzusuchen und die alten Menschen nach Ihren Töchtern und Söhnen zu befragen.
          Die Antworten werden Sie erstaunen, da bin ich ganz sicher.

          Vielleicht berichten Sie mir dann von Ihren Erfahrungen.

          Sie können auch ins Internet gehen und den Namen Claus Fussek eingeben.
          Ein Mann, der sich seit Lichtjahren in der Altenpflege engagiert.

          Dann werden Sie sich sowieso den Weg in ein Altenpflegeheim ersparen, Sie Klugscheißer oder Klugscheißerin? Ich tippe auf ein mütterliches Herz.

          • Erbtante says:

            Na klar ein mütterliches Herz, ist das für Sie etwa ein Schimpfwort, Sie Schimpfwortliebhaber? Und noch einmal ja, mir sind die Zustände in den sogenannten Altenheimen sehr gut bekannt. Darüber hinaus wie gekonnt Abzocker bedauernswerte alleinstehende ältere Mitmenschen ausnehmen. Werden Sie nach Ihrer Facon selig und ich nach der meinen. Aus Ihren Kommentaren spricht ein Höchstmaß an Verbitterung, das ich nicht teile. Machen Sie sich ein schönes sonniges Wochenende, statt Ihre Mitmenschen anzublaffen. Beste Grüße von einem mütterlichen Herz

            • corvusalbusberlin says:

              Geblafft haben Sie.
              Das mütterliche Herz, ist selbst heute noch “Pflicht” ist für Mütter.

              Ich habe kein Grund zur Verbitterung. Denn meinen Kindern und mir geht es gut.

              Nur ich sehe die Dinge so, wie sie sind und versuche, nach meinen Möglichkeiten auch etwas dagegen zu tun.

              Wenden Sie sich doch mal an Frau Merkel, die Sie wahrscheinlich sehr schätzen, oder das zuständige Ministerium, um die Abzocke abzuschaffen.
              Dafür bin doch nicht ich verantwortlich.

              Ein wunderschönes Wochenende mit viel fröhlichem Kindergeschrei wünsche ich Ihnen.

              • Erbtante says:

                LIeber Herr Hauptstädter,
                das freut mich für Sie. Im Irrtum befinden Sie sich jedoch, wenn Sie meinen, dass unsere Kanzlerdarstellerin nebst den ihr angeschlossenen Apparatschiks zur Verwaltung der DDR 2.0 sich für die hier diskutierte Problematik interessiert.
                Die sind beschäftigt mit Selbstverwaltung, Selbstbeweihräucherung und dem Kampf gegen die rechte Gefahr.
                Nicht zuletzt beruhen ausgefallene Unterhaltszahlungen auf der schlichten Tatsache, dass bei mehreren Kindern oder Zunahme der Kinderzahl durch weiteren Nachwuchs die meisten Durchschnittsverdiener zum sogenannten “Mangelfall” werden, das heißt, das Einkommen nach Abzug der Verbindlichkeiten reicht nicht aus, um den vollen Tabellenunterhalt zu zahlen. Aber das wäre halt keine so schöne Schlagzeile gewesen, denn wir sind ein reiches Land und wir schaffen das.

                • corvusalbusberlin says:

                  @Erbtante Nächstes Jahr sind wieder einmal Wahlen. Bin sehr gespannt, ob wenigstens einige Menschen dazu gelernt haben.

                  Der Wahlslogan von Merkel wird sicher heißen:”Uns geht es gut! Meine Wählerinnen und Wählers, darum wählen sie mich, dass ich Ihnen den Wohlstand erhalte. Nur ICH schaffe das.”

                  Wir haben inzwischen 8 Millionen Kinder, die unter der Armutsgrenze leben. Aber ich schätze, die wirkliche Zahl ist weitaus höher.
                  Das besonders traurige ist für mich, das die Kinder ein paar Euro in die Hand gedrückt bekommen, um sich etwas zu essen zu kaufen.
                  Ja, und wie Kinder das “umlegen”, das brauche ich wohl keinem zu sagen.

                  Ein gemeinsames Beisammensein – zu mindestens einmal am Tag – fällt damit auch flach.
                  Nur wenige Kinder haben die Chance, zu einem “Mittagstisch” zu gehen.

                  So wächst eine Jugend heran, die sich schon früh allein gelassen fühlt. Später zählen sie nur solange, wie sie dem Staat etwas einbringen.
                  Im Alter, wenn werden sie dann wieder allein gelassen, weil sie dem Staat nur auf der Tasche liegen.
                  Wir leben in einer kranken Welt.

  7. nofif says:

    Nennen wir die Dinge beim Namen: Frauen sind geldgeil und haben um an ‘ihr’ Ziel zu gelangen oft erscheckend wenig Skrupel. Manchmal helfen Kinder bei dem Zugriff auf die Geldbörse.
    Alles was die Medien als Werkzeuge zur Überzeugung von Mitfrau, Fifi und Gericht liefern, werden breite mal länge ausgenutzt “unterdrückte Frauen, benachteiligte Frauen, Frauen die Daueropfer, die gewalttätigen Männer, die bösen Männer, die gemeinen Männer”. Natürlich auch wenn es nicht stimmt. Die Familienrichterin vor Gericht versteht das alles in fast jedem Fall…
    Ach ja, natürlich kann man den bösen Mann der nicht freiwillig seine Börse geöffnet hat, auch schön eines auswischen.
    Und die kleinen Kinderchen sind ja noch viiel zu jung um das alles zu verstehen oder überhaupt etwas zu merken, das zum Beispiel der Papa nicht mehr da ist. Denn Mama reicht völlig, weiß Mama.

  8. dentix07 says:

    Auf Seite 25-26 der Studie steht dieser Satz: “Da die Unterhaltsvorschussstellen offenbar nur selten den Verdacht haben, es könnte Einkommen und Vermögen verborgen werden, nämlich in 1,7 Prozent der Fälle bezogen auf alle Unterhaltsvorschuss beziehenden Kinder, und ein anschließendes Kontoabrufverfahren nur in 16 Prozent der Fälle zu Unterhaltszahlungen führt, spricht einiges dafür, dass die Mehrheit der unterhaltspflichtigen Elternteile vermutlich nicht zahlen kann.” (Und fordern im Weiteren verstärkte Forschung zu dem Thema!)
    Selbst die Bertelsmann-Stiftung geht also in der Studie davon aus, daß es nicht an bösem Willen liegt, sondern tatsächlich an “Nicht können!”
    Aber das hat man anscheinend weder bei der ARD, der ZEIT, noch im Schwesigschen Ministerium gelesen!
    Und damit wird Schwesigs Forderung äußerst abstrus, will Sie doch Leuten, die wohl tatsächlich nicht zahlen KÖNNEN, auch noch den Führerschein abnehmen!
    Oder war das nur eine anscheinend willkommene Gelegenheit (der größte Teil der “Unterhaltspreller” sind Männer) wieder auf Männer einzuprügeln?
    [Mhm! Kommt vielleicht noch was hinterher, daß dies nur für “alte Lappen” gelten soll? Aus den Ländern kam ja gerade die Forderung mit dem Umtausch der “alten Lappen” früher als 2033 zu beginnen!]

    • greenbowlerhat says:

      Nehmen wir an, dass die Prämisse stimmt, dass schlicht nicht genug Geld da ist bei den Unterhaltspflichtigen. Wer nicht grad sechsstellig verdient, wird bei einer Trennung/Scheidung mit 1 oder 2 Kindern, Unterhalt, evtl. Kredit für Immobilie, evtl. 2. Miete, usw. sehr schnell merken, dass auch von einem Einkommen, was nach Ansicht mancher GRÜNE einen “reich” macht (ab 66.000 EUR p.a.), nichts nennenswertes mehr bleibt.

      So fernliegend ist das also nicht, und mein Gefühl sagt mir, so furchtbar viel Forschung kann da nicht notwendig sein. Vielleicht müsste nur mal ein Doktorand die richtigen Fragen stellen und die vorhandenen Daten analysieren…

      Will man am grundsätzlichen System der Unterhaltspflicht nichts ändern, wäre eine mögliche Lösung des Problem, dass die Löhne deutlich steigen, damit sich das für Unterhaltszahlungen verfügbare Einkommen erhöht.

      Der Staat hätte davon auch was, nämlich höhere Einnahmen (Steuern) und auch die Sozialversicherungssysteme (höhere Beiträge), sowie niedrigere Kosten, weil nicht mehr vorfinanziert werden muss und daher auch Arbeitskraft (neben den ersparten Vorfinanzierungsmitteln) frei wird.

      Sowas wird man aber weder von der Bertelsmannstiftung noch von ARD/ZDF noch von den wirren Leuten um Schwesig herum hören.

      Und es wirft ein bezeichnendes List auf die SPD und die Gewerkschaften, dass sie (wieder und wieder und) wieder mal nicht erkennen, welche Steilvorlagen es für ihre Themen gibt.

      • Marcel Elsener says:

        ‘Will man am grundsätzlichen System der Unterhaltspflicht nichts ändern, wäre eine mögliche Lösung des Problem, dass die Löhne deutlich steigen, damit sich das für Unterhaltszahlungen verfügbare Einkommen erhöht.’

        Natürlich funktioniert diese Lösung nicht, denn Löhne bilden sich aufgrund von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt und nicht aufgrund der Existenz möglicher Unterhaltsverpflichtungen.

        Selbst wenn der Staat gesetzlich entsprechende Mindestlöhne festsetzen würde, wäre der einzige Effekt dabei, dass die dadurch für den Unternehmer unrentabel gewordenen Stellen einfach verschwinden würden – z.B. durch Automatisierung oder durch Verlagerung ins Ausland.

        Wäre es so einfach, dann könnte der Staat einfach einen Mindestlohn von 1’000’000 Euro pro Monat festlegen und jeder Arbeitnehmer in Deutschland wäre innert Monatsfrist Millionär. Die Steuermilliarden würden geradezu sprudeln. Und wir alle lebten im materiellen Überfluss. Übungsaufgabe: Bitte überlegen Sie, warum das nicht funktionieren kann.

        Die Anhänger einer Planwirtschaft offenbaren regelmässig ihre Ignoranz gegenüber der Dynamik des Marktes in der Realität. Deshalb funktioniert Planwirtschaft auch nirgendwo wirklich.

        • greenbowlerhat says:

          Mein Lieber, wenn ich mich nicht irre, habe ich das Wort Mindestlohn nicht verwendet. Vielmehr haben Sie es mir angedichtet. Sie könnten nicht falscher liegen als wenn Sie meinen, ich würde für Planwirtschaft plädieren.

          Vielleicht reicht Ihre Phantasie nicht dafür aus, vielleicht sind Sie auch zu jung, aber es gab früher mal sowas wie Gewerkschaften, die haben höhere Löhne auch ganz ohne staatliche Eingriffe oder Mindestlohn durchgesetzt.

          Und dass das freie Spiel von “Angebot und Nachfrage” als Verhandlung zwischen zwei Parteien auf Augenhöhe nicht so einfach funktioniert, sollte jeder, der seine Umwelt wahrnehmen kann und nicht nur Schnappreflexe bei vermeintlich wahrgenommenen Reizworten auslebt, schon mal mitbekommen haben. Genau deshalb gibt es z.B. im Gesetz die Regelungen des AGB Rechts, oder das Mietrecht, oder sonstige verbraucherschützende Regelungen, damit unvermeidliche Disparitäten eben ausgeglichen werden.

          Der Markt funktioniert nur, wenn es faire Regeln gibt, allerdings sind die großen Marktteilnehmer fortlaufend damit beschäftigt, diese Regeln zu ihren Gunsten zu verändern, etwa, wie hier im Ausgangsthema die Bertelsmann-Stiftung oder auch die INSM. Der von diesen geprägte Begriff der “Lohnzurückhaltung” kommt dort her. Oder man sozialisiert eben die Kosten, um vor Ort keine scheinbar höheren Löhne zahlen zu müssen. Auslagerung von Arbeitsplätzen an Offshore Standorte plus arbeitslose ehemalige Mitarbeiter vor Ort die vom Staat alimentiert werden, ergeben eben nur für das Unternehmen, nicht aber gesamtwirtschaftlich einen Sinn.

          Von daher wäre es schon völlig ausreichend, wenn der Staat, abseits jeglicher Planwirtschaft, sich mal volkswirtschaftlich überlegen würde, warum denn die eigenen Kosten so hoch und die Gewinne der Privaten auch so hoch sind, während man den Unterhaltspflichtigen die gar nicht so üppigen Unterhaltszahlungen vorstrecken muss, bis sie dann den Rentenkassen auf der Tasche liegen.

          Wirtschaftlich sinnvoll wäre es vielmehr, wenn möglichst viele Bürger möglichst so gut verdienen, dass staatliche Leistungen nicht gebraucht werden, denn, da sind wir uns hoffentlich einig, die staatliche Umverteilung und Subsidiierung ist die ineffizienteste Lösung von allen.

          • Marcel Elsener says:

            Stimmt, Sie selbst haben den Begriff des Mindestlohnes nicht verwendet. Das tun dafür die Gewerkschaften, die Sie ins Spiel gebracht haben.

            Die Gewerkschaften verhandeln ja immer wieder über Tariflöhne; das ist ihr Kerngeschäft mit dem sie mal mehr mal weniger erfolgreich sind, je nachdem, wie gerade die Konjunkturlage ist. Weshalb sie jedoch von dem Argument beeindruckt sein sollen, man müsse die Löhne erhöhen, damit höhere Unterhaltszahlungen und Steuereinnahmen entstünden, ist mir schleierhaft. Scheint so eine Art schamanischer Zauberspruch zu sein, bei dem die Arbeitgeberverbände sofort einknicken werden, während die klassischen Lohnerhöhungsargumente keine Wirkung mehr bei ihnen erzielen. Vielleicht erklären Sie mir diesen genialen Schachzug etwas näher, greenbowlerhat.

            Natürlich kann ein Arbeitgeber sich aus dem Tarifsystem verabschieden und danach seinen Angestellten etwas anderes als den Tariflohn bezahlen; Verträge sind bekanntlich kündbar. Auf jeden Fall wird der Unternehmer genau kalkulieren, ob sich unter den herrschenden Lohnbedingungen für ihn die Produktion noch rentiert oder nicht. Und wenn sie nicht mehr rentiert, wird er halt die Produktion in billigere Gebiete verlagern oder auf die Erzeugung anderer Produkte umstellen. Durch Tarifverträge lässt sich diese Tatsache nicht aushebeln. So gross ist die Macht der Gewerkschaften gar nicht.

            Wenn er nicht ausweiche kann, wird der Unternehmer die höheren Kosten auf die Preise umlegen. Jene, die alles bezahlen müssen sind dann wieder die Endkonsumenten. Die höheren Löhne und Preise heben sich letztendlich also wieder auf, wodurch nichts gewonnen ist. Nur durch eine Wertschöpfungserhöhung wird der Kuchen für alle wirklich grösser. Preiserhöhungen bewirken hingegen keine Wertschöpfungserhöhung; die geschöpften Werte bleiben bestenfalls gleich, während sich lediglich deren Preise erhöhen.

            Was den freien Markt anbelangt, und dass der angeblich nicht funktioniert, bleiben Sie mir leider jeden Beleg schuldig. Wahrscheinlich soll ich Ihnen dieses Dogma einfach glauben. Auf Gesetze und Regulierungen hinzuweisen, die durch ihre blosse Existenz beweisen, dass der freie Markt nicht funktioniere, reicht mir nicht aus, denn ich bin kein Dogmengläubiger. Ohne diese Regulierungen existierte der Markt ja trotzdem, lediglich die Preise wären anders. Marktregulierungen können logischerweise immer erst eingeführt werden, wenn bereits ein (freier) Markt da ist, der reguliert werden kann.

            Die Marktregeln werden ebenfalls durch die Marktteilnehmer selbst festgelegt; auch das ist Bestandteil des freien Marktes. Wenn viele Marktteilnehmer die Regeln als unfair empfinden, dann werden sie halt einfach die Geschäfte nicht mehr zu diesen Bedingungen mit ihren Kontrahenden abschliessen. Angebot und Nachfrage sind ja volatil. In einem freien Markt sind nicht bloss die Preise sondern auch die Marktregeln Gegenstand von Verhandlungen unter den Marktteilnehmern. Sowohl Preise als auch Marktregeln sind somit Resultat einer Vielzahl Verhandlungen. Diese Resultate mag man ohne weitergehende moralische Wertung als fair bezeichnen. Der Markt ist in jeder Hinsicht ein selbstorganisierendes Gebilde.

            Die sogenannt fairen Regeln, die irgendein Regulator unter Androhung oder Anwendung von Gewalt festlegt und exekutiert, sind allenfalls nützlich (= fair?) für den Regulator selbst, aber selten für die übrigen Marktteilnehmer – ansonsten würden die Marktteilnehmer auch ohne gottgleich-weisen Regulator auf die für sie nützlichsten Marktregeln kommen und der Regulator wäre obsolet.

            Eine interessante Frage ist tatsächlich, weshalb gewisse Reiche immer reicher werden. Nicht, weil sie die armen Untertanen immer mehr ausbeuten, sondern weil die Preise ihrer Vermögenswerte steigen. Das hat mit der staatlich angekurbelten Geldmengenausweitung zu tun. Das dabei aus dem Nichts heraus produzierte FIAT-money fliesst nicht bloss in den Konsum sondern auch in Anlageobjekte, wodurch deren Preise steigen. Immobilienbesitzer beispielsweise besitzen dann zwar immer noch dieselbe Immobilie wie ein paar Jahre zuvor, aber deren Preis ist gestiegen. Das ist jedoch kein realer Wertzuwachs (= Wertschöpfung) sondern ein reiner Buchgewinn durch den gestiegenen Preis; bei Aktienbeständen funktioniert es genau gleich. Die staatlichen Zentralbanken sind somit die direkten Verursacher dieses Phänomens. Der wertschöpfende Unternehmer hat damit hingegen nichts zu tun.

          • Marcel Elsener says:

            Nachtrag:
            Das Problem der Unterhaltszahlungen liesse sich übrigens ganz einfach lösen. Der Staat erklärt den Eltern, dass es Vertragsfreiheit gibt, und dass sie sämtliche nachehelichen Regelungen für die Betreuung/Finanzierung/Besuchstermine ihrer Kinder untereinander aushandeln und vertraglich fixieren können. Wenn kein Vertrag vorhanden ist, dann muss derjenige für das Kind allein sorgen, bei dem es jeweils gerade ist. Der ganze Problemkomplex wäre weitgehend erledigt. Das Gericht würde dann nur noch im Falle von Vertragsverletzungen angerufen.

  9. Frag_den_Fuchs says:

    Es soll ja genügend Fälle geben, in denen bereits bei Zeugung Zahlungsunwilligkeit (und/oder -Unfähigkeit) vorliegt. In den Fällen ist die Kinderschar – evtl. gar mehrerer Frauen – die Quelle des Einkommens beider Elternteile.

  10. Livia says:

    Das Grundübel dieser Entwicklung liegt gut 40 Jahre zurück:

    1. Abschaffung des Kuppeleiparagraphen.
    – Mit ihm durfte z.B. niemand eine Wohnung an nicht verheiratete Paare vermieten – oder auch nur ein Doppelzimmer, ohne sich strafbar zu machen. (Ausnahme: Puff) Dadurch war schon einmal der Anteil unehelich Geborener erheblich kleiner als heute.

    2. Änderung des Eherechts Anfang der 1970er Jahre.
    – Durch die Umstellung vom Schuldprinzip auf das Zerrüttungsmodell werden heute Ehen viel schneller geschieden ( damit auch überstürzt geschlossen) und die Unterhaltsfrage oft unfair geregelt.
    – Nach dem alten Verfahren wurden Ehen mit Kindern fast nie geschieden; denn z.B. die Frau, die betrogen wurde, mußte die Scheidungsklage einreichen. Sie hat aber i.d.R. das tunlichst unterlassen, lieber die (meißt temporäre) Fremdgeherei ihres Gatten geduldet; denn sie war so auch später – über Witwenrente und Erbe abgesichert. Dadurch, daß so die Geliebte weniger Chanchen hatte, in eine Ehe einzudringen, haben Frauen es auch eher unterlassen, Verheiratete anzubaggern, bzw. sich von solchen angebaggern zu lassen.
    – Früher mußte nur der zahlen, der SCHULDIG geschieden wurde. Heute zahlt für gewöhnlich der, der das bessere Einkommen hat – auch wenn der andere Partner die Ehe gebrochen hat. Das kann auch die Frau gewesen sein. Wenn dann der Mann zahlen muß, kann man nachvollziehen, daß er wenig motiviert ist.

    3. Das Verlassen auf mehr Verantwortung durch das Aufkommen von Verhütungsmitteln.
    – Nicht, um den Beischlaf von Jugendlichen möglich zu machen, hat man die “Pille” entwickelt, sondern um der Mutter von 4 Kindern weitere zu ersparen und damit Armut zu verhindern. Vor allem in Entwicklungsländern – schließlich war es ein Mexikaner! der sie maßgeblich entwickelt hat. Wenn man das Produkt aber an arme Leute verschenkt, macht die Pharmaindustrie keine Gewinne! Und da liegt der wesentliche Hase im Pfeffer!
    -Tatsache ist doch, daß seit Einführung der Verhütungsmittel (in den 1960er Jahren wurde das noch durch die Erziehung/ Religiosität der damaligen Generation – im Westen – ausgesetzt) die Mittelschicht zunehmend ausstirbt, während in der Unterschicht nach wie vor viele Kinder geboren werden; ja es dort sogar durch Transferzahlungsleistungen erleichtert wenn nicht gefördert wird. Hier ist es aber nun einmal so, daß – die Leute die niedrigsten Einkommen haben – die höchste Arbeitslosigkeit herrscht. D.h.: Der Staat – der Steuerzahler – zahlt hier immer zu!
    Sinnvoll wäre es, hier Verhütungsmittel gratis zu verteilen – und zwar solche wie z.B. die 3-Monats-Spritze, die weder die Betroffenen interlektuell überfordern, noch unter der Hand weiterverkauft werden können.

    4. Fazit:
    -Die Änderung der oben Genannten Fakten hat dazu geführt, daß die leistungstragende Mittelschicht immer mehr ausstirbt, während Nachwuchs in der Unterschicht geradezu gefördert wird.
    Ein Mensch, der vorausschauend plant, wird sich als Mann gegen Ehe und Kinder entscheiden, weil er sich sagt: Wenn sie abhaut, muß ich auch noch zahlen.
    Als Frau sagt sie sich: Wenn er sich nach 20 Jahren eine Andere sucht, bekomme ich keinen Unterhalt, weil die Zweitfamilie geschützt wird und i.d.R. auch keinen (besseren) Job, weil “Jugendwahn” herrscht. Also rutsche ich in die Altersarmut.
    Auch die teuerste Pille ist da immer noch die billigere – und sicherere Alternative.

    Dazu kommt noch, daß sich das Lohnniveau in der Mittelschicht so geändert hat, daß ein Gehalt für den Unterhalt einer Familie mit 2 – 4 Kindern nicht mehr ausreicht, wie es früher normal war.
    Eine Hausfrau war/ist auch kein Faulpelz – wie es heute gerne dargestellt wird – sondern übernimmt / übernahm all die Familienarbeit, die heute – viel teurer und trotzdem qualitativ schlechter – ausgelagert wird: Wie Kindererziehung, Altenbetreuung, Ernährung, Sauberkeit, früher noch Textilproduktion, Vorratsbeschaffung, kleine Garten-, bzw. Landwirtschaft. Für diese Arbeiten floß/ fließt lediglich kein Geld! D.h. der Staat / die Sozialversicherung können hier nicht zugreifen – und das gefällt (diesen) nicht.

  11. Michel Houellebecq says:

    Warum Väter nicht zahlen, liegt also im Dunkeln. Gut, aber warum 90% aller unterhaltspflichtigen Frauen zu wenig oder gar nicht zahlen, konnte bislang ebenfalls nicht geklärt werden. Der Link ist zwar nicht der Neueste, beleuchtet aber ein geradezu stockfinsteres Feld im Bereich des Unterhaltsrechts:

    http://www.t-online.de/eltern/erziehung/alleinerziehend/id_42797476/alleinerziehende-schlechte-zahlungsmoral-bei-unterhaltspflichtigen.html

    Selbstverständlich lässt sich gegen diese äusserst unpassenden Erkenntnisse einwenden, dass ja zahlenmässig eh’ viel mehr allein erziehende Mütter von ausstehenden Unterhaltszahlungen betroffen sind, aber das ändert nichts an der Sachlage, ganz im Gegenteil: Unterhaltspflichtige beiderlei Geschlechts tun sich offenbar ausgesprochen schwer, ihren Pflichten nach zu kommen- vor allem dann, wenn sie weiblichen Geschlechts sind! Eine Vermutung sei erlaubt: Wenn das Geld in vielen Fälle schon vor der Scheidung kaum gereicht hat zum Leben, wie sollen dann mit demselben Betrag plötzlich zwei Haushalte finanziert werden..?!

  12. chrima says:

    Was viele übersehen ist, dass das Gejammer der Nord-Barbie aus dem Ministerium für alle außer Männer nicht nur den üblichen männerfeindlichen Hintergrund hat. Es stecken auch handfeste finanzielle Interessen dahinter.

    Wie auch der der Artikel im Bild über dem Beitrag erwähnt sind ca. 38% der “Allein”erziehenden Hartz IV-Empfängerinnen.
    In diesem Fall kann der unterhaltsverpflichtete Vater so viel Unterhalt zahlen wie er will. Dieser kommt gar nicht beim Kind an sondern wird vielmehr vom zuständigen Sozialamt / ARGE direkt von den Zahlungen an die Bedarfsgemeinschaft in der das Kind gezwungener Weise lebt abgezogen.
    Der Staat spielt also mit dem angeblich dem Kind zustehendem vom Vater erpressten Unterhalt “linke Tasche, rechte Tasche”.

    Wie praktisch immer wenn das “Wohl des Kindes” als Argument herangezogen wird, geht es tatsächlich nur ums schnöde Geld für den Staat, was für das Kind übrig bleibt ist tatsächlich uninteressant.

    Aber was soll mann von einem Mitglied des @TeamGinaLisa anderes erwarten als verlogene Propaganda und männerfeindliche Hetze?

    • Hans says:

      Meine vollste Zustimmung. Es gilt in der Familienrechtspraxis der Leitsatz, dass es den Staat nichts kosten darf. (Erst danach kommt die Bevorzugung der Frau.) Erstaunlicherweise bekommt ein Kind weniger Unterhaltsvorschuss, als ein Trennungsvater für ein gleichaltriges Kind zahlen muss. 🙂
      Im Übrigen ist diese Art Bestrafung eine uralte Forderung des VAMV. Die kommt regelmäßig mal wieder hoch. Und wenn es nicht der Führerscheinentzug ist, dann ist es die Parkkralle am Auto, die so lange dran bleiben soll, bis der Rubel vom Vater zur Mutter rollt.
      Jeder, der sich mit diesem Thema beschäftigen möchte, muss sich mit dem VAMV (gefördert mit 500000 Euro jährlich aus Mitteln des BM für alle außer Männer), dem Bund deutscher Juristinnen (bewußt kein Binnen-I, weil nur für biologische Frauen zugelassen) und dem Arbeitskreis sozialdemokratischer Frauen (ASF) befassen. Und natürlich mit den jeweiligen Verflechtungen dieses Filzes. Viel Spaß!

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