Juden, Radfahrer oder öffentlich finanzierte Aktivisten: Wer verschwendet Steuergelder?

Weiß jemand, warum es unter denen, die so gierig darauf sind, andere zum Guten zu bekehren, so viele gibt, die logische Fehler und Manipulationsversuche zu kultivieren versuchen?

„Juden und Radfahrer beherrschen die Welt“, so lautet der Titel eines angeblichen Lernplakates, das in 25.000 Exemplaren in A0 und A1 von 3 Welt Saar vertrieben werden soll. Die Erstellung des vermeintlichen Lernplakates hat das Saarländische Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie finanziert und somit ein Ministerium, das die unproduktive Vernichtung von Steuergeldern bereits im Namen führt. Wissenschaftlich verantwortlich für das angebliche Lernplakat ist eine Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schwarz-Friesel Leiterin des Fachgebietes Allgemeine Linguistik, TU Berlin.

Lernplakat-gegen-Antisemitismus_Aktion-3-Welt

Für eine Welt ohne Idioten

Frau Schwarz-Friesel ist, trotz des Doppelnamens, der die Identifikation erleichtert, nicht unbedingt als Kapazität auf dem Gebiet des Antisemitismus bekannt, wir denken dabei eher an Leute wie Wolfgang Benz oder Leon Poliakov, aber die wären, selbst wenn sie nicht, wie Poliakov bereits verstorben wären, sicher nicht bereit, ihren Namen mit einem Projekt in Verbindung zu bringen, das derart alle wissenschaftlichen Erkenntnisse und alle logischen Errungenschaften seit Aristoteles mit Füßen tritt.

Der Anspruch des Lernplakates liest sich wie folgt:

“Das Plakat wirft Schlaglichter auf diese alte wie aktuelle Verschwörungstheorie und regt an, die antisemitischen Schleichwege im eigenen Kopf zu erkennen. Es entstand im Rahmen eines Projektes der Aktion 3.Welt Saar, das vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Saarlandes gefördert und von Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schwarz-Friesel (TU-Berlin) wissenschaftlich begleitet wurde. Das Plakat eignet sich für die (außer-) schulische Arbeit sowie für die politische Bildungsarbeit.“

Wie so oft, wenn Ideologie und Wirklichkeit aufeinander treffen, bleibt nichts, von dem so hehren Anspruch.

Kirche Staat NationEs beginnt damit, dass durchgehend Israel und Juden synonym gesetzt werden. Um es in der Sprache des Lernplakates auszudrücken: Wusstet Ihr schon, dass 17,5% der Einwohner Israels nicht dem jüdischen Glauben zuzurechnen sind, sondern dem Islam? Wusstet Ihr schon, dass 2% der Israelis Christen und 1,6% Drusen sind? Darüber hinaus leben viele Juden gar nicht in Israel, sondern in der Diaspora Frankreichs, Deutschlands und vor allem der USA: Was also soll die primitive Gleichsetzung von Israel und Judentum? Politikwissenschaftler im ersten Semester würden der Universität verwiesen, wüssten sie nicht zwischen Staat (Israel) und Religion (Judentum) zu unterscheiden. Im aufgeklärten 20. Jahrhundert gibt es an der TU Berlin eine Schwarz-Friesel, die den Unterschied nicht kennt. Erschreckend.

Derartige grobe Schnitzer leiten über zu einer Flut von logischen Fehlern, die man – wären sie intelligent angewendet, als Manipulationsversuche ansehen könnte – wären sie intelligent angewendet.

Hier eine willkürlich gezogene Stichprobe aus dem Lernplakat:

“Die Ablehnung von Juden mündet(e) in ihre Tötung. Dafür stehen zum Beispiel der Holocaust der Deutschen…)“.

Ob derartiger Unsinn dabei hilft, Antisemitismus zu bekämpfen? Wir zweifeln daran. Zunächst einmal: Es gibt auch Juden, die eines natürlichen Todes sterben sollen und keinerlei Erfahrung mit Ablehnung gemacht haben. Die Aussage oben ist somit ein Fehlschluss der Bejahung des Konsequens, und sie ist zudem ein Fehlschluss der Verneinung des Antezedens, denn nicht alle Juden, die Ablehnung erfahren, werden umgebracht. Zwei logische Fehler in einem Satz, das lässt massiv an der geistigen Verfassung der Verantwortlichen zweifeln.

Und weiter geht es:

“Man wird doch wohl noch Israel kritisieren dürfen. Darfst Du. Wir haben uns extra das OK der israelischen Regierung eingeholt. Aber warum ausgerechnet Israel-Kritik? Hast Du jemals etwas von Belgien-Kritik gehört oder wird hier mit zweierlei Maß gemessen.“

Schon Schopenhauer hat in seinem kleinen Brevier über die „Kunst, Recht zu behalten“ auf den oben benutzen Sophismus hingewiesen. Was bei Schopenhauer noch eine Kunst war, ist auf dem Lernplakat zu einem plumpen Manipulationsversuch verkommen, der auf der Prämisse basiert, diejenigen, die das angebliche Lernplakat zur Kenntnis nehmen, seien so dumm wie diejenigen, die es erstellt haben.

AntiamerikanismusHaben die Ersteller jemals etwas von Kritik an Russland oder den USA, von Anti-Amerikanismus gehört? Wenn ja, warum versuchen sie dann zu suggerieren, Kritik an Israel wäre eine Ausnahmebehandlung, da kein anderes Land als Kollektiv einer Kritik ausgesetzt ist? Abermals muss man feststellen, dass derartige dumm dreiste Versuche, den Intellekt der Leser zu manipulieren und zu beleidigen, eher das Gegenteil dessen erreichen, was die Macher des angeblichen Lernplakates wollen. Dies um so mehr, als die Prämisse die hinter der Verächtlichmachung von Kritik als solcher und Kritik an den Handlungen Israels als Staat, also an den Handlungen der Israelischen Regierung, aber nicht an Juden, eine generelle Unterdrückung solcher Kritik ist. Wusstet Ihr schon, Ihr Macher des Lernplakates, dass ihr Euch damit in ein Boot mit Kim Jong-un setzt, dem Herrscher in Nordkorea, der Kritik an seiner Regierung ebenfalls nicht duldet?

Ein ideologisches Intermezzo, wo wir gerade bei zweierlei Maß waren:

“Sogar die UNO verurteilt Israel. Stimmt. Sie hat zwar einen guten Namen, ist aber nicht neutral. In vielen UN-Gremien dominieren Staaten, die gegen Israel sind. Schon seltsam, wenn ausgerechnet Iran und Nordkorea im UN-Menschenrechtsrat Resolutionen gegen Israel verabschieden“.

Von 2006 bis 2015 ist Israel 61 Mal wegen Verletzung der Menschenrechte durch den UN-Menschenrechtsrat verurteilt worden. Kein einziges Mal war Nordkorea beteiligt, denn Nordkorea sitzt nicht im UN-Menschenrechtsrat. Vielmehr ist Nordkorea von 2006 bis 2015 selbst in 8 Fällen Gegenstand einer Resolution des nämlichen Rates gewesen und somit wegen Menschenrechtsverletzungen abgemahnt worden. Auch der Iran ist nicht Mitglied im UN-Menschenrechtsrat, seinerseits aber vier Mal am Ende entsprechender Resolutionen gewesen. Das Lernplakat verbreitet hier also die Unwahrheit. Warum hier explizite Lügen verbreitet werden, kann man nur vermuten. Dass ein Ministerium Steuergelder aufwendet, um Lügen zu finanzieren, sollte indes in einem demokratischen Staat Gegenstand entsprechender Anfragen der politischen Opposition und vielleicht auch entsprechender Ermittlungen des Landesrechnungshofes oder der Staatsanwaltschaft sein.

Und schließlich, das, worum es eigentlich geht:

“Israel boykottieren“. Klingt nach engagiertem Verbraucherverhalten. Ist aber eine dreckige Sache. Die Nazis warum ehrlicher und nannten es: „Kauf nicht bei Juden“.

Das kann man nur als dreckigen Versuch der Verhaltensbeeinflussung bezeichnen. Einmal davon abgesehen, dass es weder Schwarz-Friesel noch die Aktion 3 Welt Saar noch das Ministerium für die Verschwendung von Steuergeldern im Saarland auch nur das Geringste angeht, aus welchen Gründen Verbraucher Produkte aus Israel kaufen oder nicht kaufen, den Boykott israelischer Produkte mit dem Aufruf „Kauf nicht bei Juden“ in Zusammenhang zu bringen, erfüllt vermutlich den Tatbestand der Volksverhetzung, denn damit werden diejenigen, die aus guten Gründen einen solchen Boykott als individuelle Verbraucher ausüben, nicht nur verunglimpft und zu Nazis stilisiert, sie werden auch in ihrer Menschenwürde und ihrer Freiheit, eigenverantwortliche Handlungen auszuführen, beeinträchtigt und alles mit finanzieller Unterstützung des Saarländischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie. Und einmal mehr unter Gleichsetzung des Staates Israel mit der Religion des Judentums.

Und natürlich ist der volksverhetzende Unsinn ein Fehlschluss der Bejahung des Konsequens gepaart mit dem Versuch, durch die Vorgabe falscher Alternativen einen gewünschten Effekt bei denen, die damit traktiert werden, zu erreichen.

Was man vom Lernplakat also lernen kann ist, dass dessen Macher keine Ahnung von den wissenschaftlichen Konzepten haben, mit denen sie hantieren, dass sie bar jeder Kenntnis der Logik sind, und sie einzig ihr Bemühen auszeichnet, Propaganda zu machen und ihre Leser zu täuschen und zu belügen. Allein die falsche Behauptung, der Iran und Nordkorea würden im UM-Menschenrechtsrat gegen Israel stimmen und der Versuch, den Menschenrechtsrat dadurch verächtlich zu machen, sollte ausreichend sein, um den verantwortlichen Minister im Saarländischen Ministerium zum Rücktritt zu bewegen, und dazu führen, die 25.000 Plakate einzustampfen. In einer Demokratie wäre dieser Versuch, Menschen zu belügen und zu betrügen, dafür jedenfalls ausreichend.

Die Saarländer haben das mit ihren Steuergeldern finanziert.
Wieder gut, kein Saarländer zu sein.


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16 Responses to Juden, Radfahrer oder öffentlich finanzierte Aktivisten: Wer verschwendet Steuergelder?

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  2. Theo Kruse says:

    Wenn man wirklich ernsthaft Anti-Judaismus (der Begriff Antisemitismus ist m.M.n. unkorrekt) bekämpfen wollte, wäre es doch viel einfacher, auf positive Leistungen von jüdischen bzw. jüdisch-stämmigen Menschen hinzuweisen.

    Wie wäre es mit z.B. mit Esther Vilar (Nicht-Feministin), Seymour Hersh (Kriegsreporter, u.a. über My Lai-Massaker und Abu-Ghuraib-Folter) oder Noam Chomsky (“Erfinder” des Propaganda-Modells; Kritiker der modernen Kriegsführung, die sich hauptsächlich gegen die Zivilbevölkerung richtet)?

    Hmm, da habe ich wohl die Falschen herausgesucht, denn die vertreten Ansichten, die nicht so recht in’s heutige Mainstream-Klima Deutschlands passen.

    Vielleicht etwas unpolitisches, eine Künstlerin, wie die Schauspielerin Natalie Portman (bekannt u.a. durch ihre Rollen in Star Wars und Black Swan)?
    Ach nein, die hatte angeregt, die israelische Gesellschaft solle sich etwas weniger auf den Holocaust focussieren und stattdessen mehr anderen, aktuellen Massakern (z.B. Ruanda oder Darfur) widmen.
    http://www.independent.co.uk/news/people/natalie-portman-says-jewish-community-should-focus-less-on-the-holocaust-10465577.html
    Sie wurde dafür heftig kritisiert, auch und vor allem ad hominem (in Israel und den USA). In deutschen Zeitungen habe ich nichts von ihrer Aussage gelesen!?

    Wie wäre es mit dem israelischen Schriftsteller und Journalisten Uri Avnery?
    Wahrscheinlich ist der auch nicht recht, denn er kritisiert ständig die israelische Regierung. Und die deutsche auch, weil sie ihm nicht israelkritisch genug ist.
    Natürlich verteidigt er auch den Boykott von Waren aus besetzten Gebieten als “ein fundamentales demokratisches Recht.”
    Er wagte sogar zu behaupten, jedes Land liefe Gefahr, eines Tages eine Diktatur zu werden, auch Israel.
    http://www.uri-avnery.de/es-kann-hier-geschehen

    Tja, das ist schon schwierig, wenn man ideologisch vorgeht. Wie wäre es mit differenzierter, ehrlicher Argumentation?
    Nein, das geht natürlich nicht, da würde man böse stolpern. Undinge, die Goldmann-Sachs angerichtet hat, kämen zur Sprache. Man müsste schauen, was für Leute denn die ukrainischen Oligarchen sind und wie sie sich am ukrainischen Staatseigentum zuungunsten der Bevölkerung bereichert haben.
    Oder mal schauen, wem die aktuellen Kriege in Nahost denn hauptsächlich nützen. Den “Amerikanern”?
    Sicher nicht.

  3. H.R. says:

    Auffällig und bedenklich :

    Es scheinen immer Frauen zu sein, von denen derartiger Bullshit kommt.

  4. corvusalbusberlin says:

    Ganz einfach: Frauen sind ganz besonders machtgierig. Machtgeil!
    Die besten Beispiele Merkel und auch Hillary/Killary.
    Warten Sie mal ab, wenn die beiden zusammen am Ruder sein werden.
    Da können wir uns dann jubilieren: “Hosianna in der Höh!”

    • Bill says:

      Blödsinn, Frauen sind nicht machtgieriger als Männer.
      Aber in vielen Behörden sitzen Frauen die nur über Frauenförderung an ihre Stellen gekommen sind, nicht über ihre Intelligenz.
      Im Verein mit “Feelz over Realz” kommt dann so ein Schwachsinn raus.

      PS: Wieder gut, kein Saarländer MEHR zu sein…

      • corvusalbusberlin says:

        @Bill sagt: “Aber in vielen Behörden sitzen Frauen die nur über Frauenförderung… ”
        Sind Merkel und werden Killary auch durch die Frauenbeförderung an ihre Stellen gekommen bzw. kommen?
        Sie werden sich wundern, was die beiden aushecken werden.
        Na, mal sehen, wo diese Tante im nächsten Jahr landet mit ihrer Clique.

        Ich kenne keine machtgeilere als Merkel.

        Kohl und auch die früheren Bundespräsidenten waren dagegen peanuts.
        Auch von den anderen Präsidenten habe ich diese Gefühl von “Machtgeilheit” nicht.
        Macht ja, aber nicht Machtgeilheit.

        Weder von Putin noch von Clinton et cetera…..

  5. Ralf Pöhling says:

    Zitat:”Es beginnt damit, dass durchgehend Israel und Juden synonym gesetzt werden.”

    Exakt.
    Betrachtet man dabei den Titel des Plakates „Juden und Radfahrer beherrschen die Welt – Wieso Radfahrer“, muss man sich darüber nicht wundern, dass sich die Theorie einer “Zionistischen Weltverschwörung” so hartnäckig hält, wie ein Schimmelpilz.

    Ich lasse mich hier gerne von einem Israeli korrigieren, aber so weit mein Wissenshorizont reicht, ist das weltweite Judentum und der Zionismus in etwa so deckungsgleich, wie die Interpretation des Katholizismus durch Papst Franziskus und der rechtsnationale Flügel der AFD. Nämlich gar nicht.
    Die orthodoxen Juden und ihre sozialistischen Mitstreiter stehen Israel als Nation meist sehr kritisch gegenüber. So kritisch, dass sie den Staat Israel unterminieren wollen.
    Der berühmten “Pro-Israel-Lobby” in den USA steht eine “Anti-Israel-Lobby” gegenüber, die nicht minder einflussreich ist, aber wegen einseitiger und von links geprägter medialer Berichterstattung kaum wahrgenommen wird.

    Im Prinzip geht es hier überhaupt nicht um Antisemitismus, sondern um das gleiche Problem, was alle anderen zur Zeit auch haben:
    Religiös-sozialistischer Internationalismus vs weltlich-kapitalistischer Nationalismus.

    Auch bei den Christen und den Muslimen ist die Nähe zum sozialistischen Internationalismus, und damit zur gewollten Abschaffung der Nationalstaaten, sehr gut erkennbar.
    Religionen denken genauso wie der Kommunismus supranational. Die Nationalstaaten, und dies gilt auch für Israel, stehen den Expansionswünschen deshalb im Weg.
    Das beim Austausch der Nationalstaaten durch sozialistisch geprägte, weltweite Religionsgemeinschaften am Schluss die alte Rivalität zwischen den drei großen monotheistischen Religionen nicht zur Vereinigung, sondern zum ultimativen Konflikt führen muss, wird nicht gesehen oder durch ideologisch geprägtes Wunschdenken verdrängt.
    Wie wenig Judentum, Christentum und Islam jedoch in ihrer Vollausprägung miteinander kompatibel sind, ist in Israel und seit kurzem auch bei uns in Europa gut zu beobachten.
    Und das sich die Kommunisten am Ende diktieren lassen werden, doch lieber der Tora, der Bibel oder dem Koran zu huldigen, anstatt ihrem heißgeliebten Marx, ist mehr als unwahrscheinlich.

  6. Eloman says:

    Da sieht man mal wieder, dass gut gemeint und gut gemacht zwei verschiedene Paar Schuhe sind. Wobei ich anmerken muss, dass “Boykottiert Israel” und “Kauft nicht beim Juden” doch schon einen ziemlich ähnlichen Geruch haben. Vielleicht haben seinerzeit ja auch Deutsche aus “Guten Gründen” nicht beim Juden gekauft? Ist halt immer so ne Sache mit den guten Gründen. Manchmal enden die dann eben auch erst bei 6 Millionen Toten.

    • vogelflug says:

      Guten Tag,

      da hätte ich zwei Fragen an Sie:

      1. Haben Sie an den obigen Artikel gelesen?

      2. Haben Sie zufällig an dem gezeigten “Lernplakat” mitgearbeitet?

      Ihre Argumentation scheint mir der des Plakats ähnlich.

      MfG

      • Eloman says:

        Ich erlaube mir gelegentlich den Luxus einer eigenen Meinung. Und an dem Plakat habe ich mitnichten mitgewirkt. Sonst noch Fragen?

  7. Uranus says:

    Das Lernpaket enthält stellenweise nicht korrektes Gendersprech. Es heißt z.B.: „…solidarisch mit den lebenden Juden und Jüdinnen…“ Besser wäre doch „…Jüdinnen und Juden…“ gewesen. Aber selbst das wäre nicht völlig korrekt, denn damit sind die transsexuellen Ju… . Ja, wie heißen die heißen die eigentlich?

  8. vogelflug says:

    Gab es in der letzten Zeiten Kritik an Israel im Allgemeinen?
    – Könnte man so sagen, ja!

    Gab es in der letzten Zeit Kritik an Belgien im Allgemeinen?
    – Kann ich nicht direkt bestätigen.

    Jetzt könnte man natürlich einfach fragen “Wie kommt das?”
    Da gibt es ja bestimmt verschiedene Gründe, teils berechtigte Kritik, teils unberechtigte usw, usf.
    Um dies zu ergründen müsste man sich mit verschiedenen kritischen Aussagen auseinandersetzen und diese im Einzelnen bewerten. Das ist bisweilen anstrengend und kostet Zeit. Gibt es da nicht einen einfacheren Weg?

    Aber ja: Kritik != Hass.

    Und für Hasser gibt es in der BRD keinen Platz mehr…

    Aber nicht vergessen: Orwells “1984” steht für “1948” und hat somit nichts mit der heutigen Zeit zu tun, wie jeder Abiturient lernt…

  9. Mielia says:

    Hinweis: Sie wollten vermutlich “Im aufgeklärten 21. Jahrhundert […]” statt 20. Jahrhundert schreiben.
    Einmal mehr zeigen Sie erschreckende Zustände an Ministerien und Universitäten auf. Vielen Dank dafür und bitte weiter so.
    Vergessen Sie bitte allerdings nicht auch weiterhin Artikel mit positiven Nachrichten zu publizieren. Zu unser aller Freude und für optimistische Lichtblicke in die Zukunft.

  10. A.S. says:

    Das Gleichsetzen von Juden mit Israel ist eigentlich falsch, aber es fällt doch immer wieder eine Verbindung zwischen Israelkritik und Judenfeindlichkeit auf.
    Im Herbst 2014 gab es in Europa massenhaft Großproteste gegen das militärische Vorgehen Israels. Diese Proteste mündeten oft in Straßenschlachten vor Synagogen, was nur mit einer Gleichsetzung durch die Demonstranten zu erklären ist. Zudem gab es aus der Demonstrantenmenge Rufe und Plakate, die sich eindeutig gegen Juden (nicht Israelis) richteten. Da gibt es die Gleichsetzung. Sogar ein deutsches Gericht hat schon einen Brandanschlag auf eine Synagoge in Wuppertal als “Israelkritik” akzeptiert und damit die Gleichsetzung letztlich akzeptiert.
    Da erzähle mir keiner, die Gleichsetzung von Juden und Israelis sei bei Aufklärung über Antisemitismus unangemessen. Europäische Juden müssen oft darunter leiden.

    • Ralf Pöhling says:

      @A.S.

      Sie beschreiben korrekt wie es falsch gehandhabt wird.
      Ist es nun sinnvoll, diese falsche Handhabung einfach so fortzuführen, oder wäre es nicht doch endlich an der Zeit, ein wenig mehr zu differenzieren?
      Wir leben in einer modernen und globalisierten Welt voller unterschiedlicher Interessen. Wenn wir weiterhin die simple Schwarzweißmalerei mittels Differenzierungsmerkmalen aus vergangenen Zeiten beibehalten, werden wir die globalen Probleme von heute nicht lösen können und über kurz oder lang ins Mittelalter zurückfallen.

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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