Vor einigen Tagen haben wir vom Berliner Modell berichtet. Ziel des Berliner Modells ist es, die Position „Grundschullehrer“ so zu entwerten, dass sich wirklich nur noch die Ladenhüter der universitären Lehramtsausbildung, denen man einen Gnadenabschluss gegeben hat, darauf bewerben.
Und selbst unter diesen Ladenhütern werden die Berliner Lehrersucher nicht fündig, 6 für 33 Stellen haben sie zusammenbekommen. Sechs, die noch Grundschullehrer werden wollen, in Berlin.
Dabei hätte gerade Berlin Grundschullehrer nötig wie kein anderes Bundesland, denn egal, welchen Leistungstest man ansieht, die Berliner Schüler sind immer am Ende der Leistungsskala zu finden. Ob Lesen, Schreiben oder Rechnen, keiner weiß darüber weniger als ein Berliner Schüler.
Dies hat die Berliner Verantwortlichen dann doch zum Aktivismus getrieben. Vor allem, weil die Berliner Schüler in Mathematik dem Feld der Schüler aus den übrigen Bundesländern weit hinterherlaufen, hat man im zuständigen Ministerium für Bildung; Jugend und Wissenschaft zu drastischen Maßnahmen gegriffen: Wer in Berlin Grundschullehrer werden will, der muss Mathematik beherrschen, naja, er muss „Mathematisches Professionswissen für das Lehramt an Grundschulen“ besitzen.
Letzteres ist die Bezeichnung, unter der die angehenden Grundschullehrer ihr Wissen in Mathematik sammeln und nachweisen sollen. Und die Bezeichnung steht über der entsprechenden Klausur, mit der das Wissen der angehenden Grundschullehrer am Ende eines ganzen Semesters, am Ende der entsprechenden Vorlesung und Übung getestet wird.
Mit denselben katastrophalen Ergebnissen, die sich immer einstellen, wenn man Berliner Schüler, oder Ex-Schüler und nun Studenten im Hinblick auf ihre Kenntnisse und Kompetenzen prüfen will: Die angehenden Grundschullehrer fallen reihenweise durch die Klausur: Jeder Dritte erweist sich als mathematisches Nicht-Talent, dem man mit zweifacher Wiederholungsmöglichkeit der Klausur unter die Arme greifen muss, damit er es dann letztlich mit einem mathematischen Blindenhund versehen, vielleicht doch schafft, in den Grundschullehrerdienst in Berlin Aufnahme zu finden.
Wie sinnvoll derartige Maßnahmen zur Anspruchsreduzierung sind, ist eine Frage, der wir hier nicht dass weiter nachgehen wollen. Dass Berliner Lehramtsstudenten, die ihre Karriere als Grundschullehrer gefährdet sehen, ihre Teilzeitkarriere in den meisten Fällen, gegen die Prüfung Sturm laufen und Zeter und Mordio schreien, ob der unglaublich schwierigen Klausur und der monumentalen Ungerechtigkeit, die Ihnen wiederfahren ist, ist ein anderes.
Ein Drittes ist die Klausur, derer wir habhaft geworden sind, und die wir uns in der Redaktion vorgenommen haben. Wir dürfen verkünden, dass wir alle zum Grundschullehrer in Berlin geeignet sind, was nicht viel wert ist, wie jeder sehen wird, der seinerseits versucht, diese wirklich läppische Klausur, an der in Berlin die Grundschullehreraspiranten reihenweise scheitern, zu lösen.
P.S.
Obwohl wir die Klausur bestanden haben, bitten wir die Berliner Lehrersucher sich nicht bei uns zu melden. Wir haben keinerlei Absicht, in Berlin (Berlin!) Grundschullehrer zu werden, schon weil wir keine Familie mit dem Beruf vereinbaren wollen.
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Keine Ahnung. Aber in der Regel sind Wiederholungsklausuren etwas anders als die ursprüngliche Klausur. Aber in Berlin würde ich nicht ausschließen, dass die Wiederholungsklausur mit der ursprünglichen Klausur identisch ist…
„Wir haben keinerlei Absicht, in Berlin (Berlin!) Grundschullehrer zu werden, schon weil wir keine Familie mit dem Beruf vereinbaren wollen.“
hahahha, der war gut…
Es handelt sich um Grundschullehrer. Auch für diese sollte der moderne Ansatz gelten, gemeinsam mit den Kindern die Mathematik zu entdecken, soweit es ihnen möglich ist. Man sollte nicht nach Art von Bildungsnazis und Wissensfaschisten die Ansprüche von vornherein hoch schrauben. Auch die Lehrer lernen während der Unterrichtsstunden, was Mathematik ist. Am Ende ist die doch sowieso nur ein kapitalistisches Herrschaftsinstrument, das hinterfragt werden muss. Um rechte Parolen zu nummerieren oder Dildos abzuzählen oder die Varietäten von Gender zu listen, reicht die Beherrschung des Zahlenraums bis 50 oder 100. Anderes wäre auch Tieren gegenüber rassistisch, schließlich können Tauben auch „nur“ bis ungefähr 7 zählen, und das reicht für das Leben völlig. Alles Weitere erledigen Computer oder die Regierung, der Strom kommt ohnedies aus der Steckdose. Solange die Kompetenz reicht, das Kreuzchen an der richtig guten Stelle, d.h. bei Grünen und Linken, zu machen, und man von sich stark überzeugt ist, gibt es nichts zu beklagen. Am besten wäre es, gebildete Flüchtlinge mit den Aufgaben zu betrauen. Wer zum Beispiel das syrische Abitur hat, und das sind ja Unzählige, liegt oberhalb des hiesigen Grundschulniveaus, d.h. die Qualifikation reicht allemal. Für afghanische oder somalische Hochschulabsolventen gilt dies ebenfalls. Wenn die Kinder zum Beispiel bereits Arabisch sprechen oder halt zu lernen angehalten werden, geht alles bestens. Wo also ist das Problem? Von Berlin lernen heißt siegen lernen, man muss nur offen für alles sein, vor allem nach unten.
ich habe die Klausur durchgearbeitet und finde sie nicht trivial, sondern für die Grundschule angemessen. Bei Aufgaben wie die zur allgemeinen Zahlendarstellung und Statistik hatten (zu meiner Zeit) 1981 Informatik/Wirtschaftswissenschaften beim Vordiplom nicht wenige Studenten erhebliche Probleme. Stören tun mich Ungenauigkeiten in der Aufgabenstellung.
Z.B Aufgabe 12, da werden 2 Punkte für Definitionen vergeben, die in der Aufgabenstellung explizit nicht verlangt wurden. Ungenaue Schreibweisen sind häufig (heißt es nun K(M;r) oder k(M;r), wird die Basis einer Zahl jetzt in Klammern geschrieben oder nicht).
Aufgabe 9b: Dem kleinen Malte die Bruchrechnung zu erklären mit Hilfe von Mengen, disjunkten Vereinigungen und Kardinalzahlen ist wohl ein Witz und ich hab das auch nicht verstanden.
Das „viel Erfolg“ Nilpferd in einer Klausur für erwachsene Menschen ist infantil und kann weg.
Wenn jedes ihrer Redaktionsmitglieder die Klausur in 90 Minuten geschafft hat, dann ziehe ich den Hut.
Dann ziehen Sie bitte den Hut. Wir haben weniger als 90 Minuten benötigt. Abgesehen davon, muss man in Rechnung stellen, dass diejenigen, die diese Klausur absolvieren, ein Semester lang in Vorlesung und Übung nichts anderes getan haben, als das einzuüben, was in dieser Klausur abgefragt wurde.
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Sie haben einen Eimer Wasser mit 10 Litern und einem Eimer Wasser mit 5 Litern. Sie schütten den Inhalt des 10 Liter Eimers in den 5 Liter Eimer.
Wie viele Eimer haben Sie am Ende?
3? 4? 5? ich kann mich nicht entscheiden 😉
*rofl*
Ich habe zwei Eimer. Einen leeren 10-l-Eimer und einen randvollen 5-l-Eimer und außerdem etwa 10 Liter Wasser auf dem Fußboden.
Als studierter Mathematiker (Diplom 1962) würde mich interessieren, ob der Test bei Wiederholung derselbe ist oder ein anderer, gleichwertiger.
Keine Ahnung. Aber in der Regel sind Wiederholungsklausuren etwas anders als die ursprüngliche Klausur. Aber in Berlin würde ich nicht ausschließen, dass die Wiederholungsklausur mit der ursprünglichen Klausur identisch ist…
Würde gerne einige der Aufgaben lesen !
Klicken Sie auf die Klausur am Ende des Textes und Sie können alle Aufgaben lesen.
und was ist jetzt die verliebte Zahl von 6?
Da hilft nur Mathematik abwählen!
„Wir haben keinerlei Absicht, in Berlin (Berlin!) Grundschullehrer zu werden, schon weil wir keine Familie mit dem Beruf vereinbaren wollen.“
hahahha, der war gut…
Es handelt sich um Grundschullehrer. Auch für diese sollte der moderne Ansatz gelten, gemeinsam mit den Kindern die Mathematik zu entdecken, soweit es ihnen möglich ist. Man sollte nicht nach Art von Bildungsnazis und Wissensfaschisten die Ansprüche von vornherein hoch schrauben. Auch die Lehrer lernen während der Unterrichtsstunden, was Mathematik ist. Am Ende ist die doch sowieso nur ein kapitalistisches Herrschaftsinstrument, das hinterfragt werden muss. Um rechte Parolen zu nummerieren oder Dildos abzuzählen oder die Varietäten von Gender zu listen, reicht die Beherrschung des Zahlenraums bis 50 oder 100. Anderes wäre auch Tieren gegenüber rassistisch, schließlich können Tauben auch „nur“ bis ungefähr 7 zählen, und das reicht für das Leben völlig. Alles Weitere erledigen Computer oder die Regierung, der Strom kommt ohnedies aus der Steckdose. Solange die Kompetenz reicht, das Kreuzchen an der richtig guten Stelle, d.h. bei Grünen und Linken, zu machen, und man von sich stark überzeugt ist, gibt es nichts zu beklagen. Am besten wäre es, gebildete Flüchtlinge mit den Aufgaben zu betrauen. Wer zum Beispiel das syrische Abitur hat, und das sind ja Unzählige, liegt oberhalb des hiesigen Grundschulniveaus, d.h. die Qualifikation reicht allemal. Für afghanische oder somalische Hochschulabsolventen gilt dies ebenfalls. Wenn die Kinder zum Beispiel bereits Arabisch sprechen oder halt zu lernen angehalten werden, geht alles bestens. Wo also ist das Problem? Von Berlin lernen heißt siegen lernen, man muss nur offen für alles sein, vor allem nach unten.
ich habe die Klausur durchgearbeitet und finde sie nicht trivial, sondern für die Grundschule angemessen. Bei Aufgaben wie die zur allgemeinen Zahlendarstellung und Statistik hatten (zu meiner Zeit) 1981 Informatik/Wirtschaftswissenschaften beim Vordiplom nicht wenige Studenten erhebliche Probleme. Stören tun mich Ungenauigkeiten in der Aufgabenstellung.
Z.B Aufgabe 12, da werden 2 Punkte für Definitionen vergeben, die in der Aufgabenstellung explizit nicht verlangt wurden. Ungenaue Schreibweisen sind häufig (heißt es nun K(M;r) oder k(M;r), wird die Basis einer Zahl jetzt in Klammern geschrieben oder nicht).
Aufgabe 9b: Dem kleinen Malte die Bruchrechnung zu erklären mit Hilfe von Mengen, disjunkten Vereinigungen und Kardinalzahlen ist wohl ein Witz und ich hab das auch nicht verstanden.
Das „viel Erfolg“ Nilpferd in einer Klausur für erwachsene Menschen ist infantil und kann weg.
Wenn jedes ihrer Redaktionsmitglieder die Klausur in 90 Minuten geschafft hat, dann ziehe ich den Hut.
Dann ziehen Sie bitte den Hut. Wir haben weniger als 90 Minuten benötigt. Abgesehen davon, muss man in Rechnung stellen, dass diejenigen, die diese Klausur absolvieren, ein Semester lang in Vorlesung und Übung nichts anderes getan haben, als das einzuüben, was in dieser Klausur abgefragt wurde.
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