Gendertage sind gezählt: CDU entdeckt die Bedeutung des Cs wieder

In der Neoklassischen Ökonomie werden Märkte als etwas angenommen, das einem Gleichgewicht zustrebt. Steigt die Nachfrage nach einem Gut, dann steigt dessen Preis und gleichzeitig finden sich immer mehr, die das Gut produzieren. Als Ergebnis steigt das Angebot und der Preis wird wieder geringer. Auf Aktienmärkten hat sich diese Idee in der Diskussion um Arbitrageure niedergeschlagen, also Händler, die Aktien, die sie für unterbewertet halten, kaufen und im Gegenzug überbewertete Aktien verkaufen. Im Ergebnis nähert sich der Preis der unterbewerteten und der überbewerteten Aktien dem korrekten Preis an.

Auf den sozialen Märkten der Gesellschaft ist das genauso.

Seit Jahren werden in Deutschland unter dem Banner von Staatsfeminismus und Gender Mainstreaming Frauen bevorzugt. Seit Jahren werden Frauen, die sich im Angebot befinden, staatlich subventioniert, um ihnen auf diese Weise einen Marktvorteil zu verschaffen. Das hat nicht nur in manchen Teilen zu einem Leistungsverfall geführt, es hat auch den Bogen der Toleranz überspannt, da die Kosten für die Bevorzugung in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen. Wenn viele hohe Kosten für einen Nutzen zu tragen haben, der weit hinter den Kosten zurückbleibt und nur einer ausgesuchten Minderheit zugute kommt, dann ist es eine Frage der Zeit, bis gesellschaftliche Akteure auf den Plan treten, die die Unzufriedenheit nach ihren Vorstellungen kanalisieren wollen und auf diese Weise dafür sorgen, dass die Gesellschaft, die erhebliche Schlagseite nach links hat, wieder justiert wird. Die AfD ist ein solcher Akteur. Die CDU scheint sich, trotz Merkel, als solch ein Akteur anbieten zu wollen.

Diesen Schluss muss man ziehen, wenn man die Ankündigung zum Politischen Salon am 3. Februar 2018 liest, die die Konrad-Adenauer-Stiftung, also das Vehikel der CDU, in das Steuergelder seit das Bundesverfassungsgericht deren Einleitung in Parteikassen verboten hat, kanalisiert werden, gerade verschickt hat.

„Gender, Instrument der Umerziehung? Ziele – Kosten – Wirkungen“, so lautet der Titel der vierstündigen Veranstaltung, die man wohl völlig wertfrei als kulturellen Backlash bezeichnen muss: Die christliche Kultur schlägt zurück, und sie tut das mit genau den Werten, die die Genderideologie seit Jahrzehnten zu diskreditieren versucht. Das war vorhersehbar. Einzig, dass es so lange gedauert hat, bis sich konservative Parteien gründen bzw. die CDU sich erinnert, dass C für Christlich und die damit verbundenen Werte steht, ist überraschend.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) wird wohl als intellektuelle Vorhut der CDU vorausgeschickt, um den Widerstand auszutesten, der von denen zu erwarten ist, der derzeit noch aus den Steuertrögen des Gender Mainstreaming gefüttert werden.

Und das tun die Mannen der KAS dann auch mit Überzeugung und mit dem Versuch, Anschluss bei Papst Franziskus zu finden. Letztlich kann es nur gut sein, wenn wieder bekannt wird, dass nicht nur die Gender Ideologie den Anspruch erhebt, ihre Anhänger selig zu machen, sondern auch die christliche Ideologie. Und während Erstere die Seligkeit in der Diversität eng umrissener Vorstellungen dessen, was man ablehnt, verspricht, ist die Seligkeit, die Letztere beschreiben, zumindest positiv definiert. Das mag den ein oder anderen zu dem Gedanken bringen, dass keine, weder die christliche noch die Genderideologie die Ideologie seiner Wahl ist, dass er lieber Individuum und eigenverantwortlich bleibt, und zwar unter Abgrenzung zu den jeweils vorgeschlagenen kollektiven Formen der Seligkeit und unter rationaler Abwägung von Alternativen zum eigenen Vorteil. Denn ein gesellschaftlicher Markt funktioniert immer dann am besten, wenn alle ihren eigenen Vorteil zu verwirklichen suchen. Das verhindert Trittbrettfahrer. Es verhindert Sozialprofiteure, und es sorgt dafür, dass der gesellschaftliche Wohlstand gemessen als Lebensstandard der einzelnen maximiert wird.

Dessen ungeachtet empfehlen wir jedem Leser die Lektüre des Ankündigungstextes, der mit der Feststellung endet, dass die „Gendertheorie keiner wissenschaftlichen Prüfung standhalten könne“, eine Feststellung, die den Staatsfeminismus, wie er sich im Gender Mainstreaming niederschlägt, mit den Gender Studies vermengt und somit das ist, was die Genderista, die die Wissenschaft für politischen Aktivismus verraten hat, verdient: Die Gespenster, die die Genderista gerufen hat, sie holen sie mittlerweile ein und lassen sich nicht mehr abschütteln.

Kein Wunder, dass sich landauf landab die Angst vor Veränderung in den rigiden Gehirnwindungen der Genderista einstellt, Veränderung, die die eigene Ideologie ins Abseits stellen und das gepflegte Leben auf Steuerzahlers kosten beenden kann bzw. wird.

Hier der Ankündigungstext:

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Konrad-Adenauer-Stiftung,

wissen Sie, was die Gender-Ideologie will und wie sie unsere Gesellschaft verändert? Wenn nicht,
dann sollten Sie unbedingt unseren Politischen Salon besuchen. Soviel steht fest:

Die Gender-Theorie geht davon aus, dass jeder – neben seinem biologischen Geschlecht – sein eigenes soziales Geschlecht selbst bestimmen kann. Wer heute Mann ist, kann sich morgen als Frau definieren. Dass diese auf Selbstoptimierung ausgerichtete Ideologie, die in ihrer verkürzten Logik die Familie negiert, mit dem christlichen Menschenbild nichts zu tun hat, ist offenkundig.

1999 hat Bundeskanzler Gerhard Schröder die als Gender-Mainstream bezeichnete Ideologie als Staatsziel zur Gleichstellung von Frauen und Männern beschlossen und zwar als durchgängiges staatliches Leitprinzip.

Papst Franziskus hat jüngst die Gender-Theorie als „Feind der Ehe“ bezeichnet. „Es gibt heute einen Weltkrieg, um die Ehe zu zerstören“, sagte er. Die Ehe werde nicht „mit Waffen zerstört“, sondern „man zerstört sie mit Ideen.“

Der Evolutionsbiologie Prof. Ulrich Kutschera hat in einem Artikel im Focus (38/2015) belegt, dass die Gendertheorie keiner wissenschaftlichen Prüfung standhalten könne. Sein Fazit: „Solche Lehren sind eine Schande für den Wissenschaftsstandort
Deutschland“.

Auf Ihr Kommen freut sich Ihr
Karl-Heinz B. van Lier
Landesbeauftragter
Politisches Bildungsforum Rheinland-Pfalz
Leiter des Landesbüros

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6 Responses to Gendertage sind gezählt: CDU entdeckt die Bedeutung des Cs wieder

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  3. Brockenteufel says:

    Professor Kutschera ist noch einer der Wenigen, die wissenschaftlich arbeiten. Und das C für Christlich gilt schon lange nicht mehr. Das C steht, zumindest seit eine Frau Merkel Bundeskanzlerin ist, für den Arabischen Halbmond! C*DU!!!

  4. Sebastian says:

    Witzig, dass die CDU ausgerechnet bei diesem Thema ihr “C” im Namen wiederentdeckt, das sie sonst grundsätzlich zu vergessen scheint.
    Weder bei der Flüchtlingspolitik (Eingeschränkter Nachzug, Abschiebung in Kriegsgebiete, Flüchtlinge ersaufen lassen statt die Fluchtursachen zu bekämpfen), noch bei der Wirtschafts- oder Sozialpolitik (Privatisierung, Abbau sozialer Transferleistungen, Vernachlässigung der Unter- und Mittelschicht zugunsten von Gutverdienern und Unternehmensbesitzern) ist die CDU irgendwie “christlich”. Im Gegenteil, sie ist sogar antichristlich – eben konservativ und wirtschaftsfreundlich. Genau das, als was man diese Partei bei näherem Blick wahrnimmt und auch wahrnehmen sollte.
    Dass die KAS also ausgerechnet bei der leidigen Gender-Mainstreaming-Thematik mit christlichen Werten argumentiert, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.
    Mir scheint, diese Proklamation “christlicher Werte” ist nichts also opportunistisches Blendwerk, was man gerade anbringt, wenn es einem passt. Bei anderen Themen verschweigt man das “C” im Namen dagegen lieber…

  5. Sven Kuchary says:

    Die CDU-Basis entdeckt den volkswirtschaftlichen Schaden durch Gender-Gaga. Angesichts der AfD erkennt die CDU-Basis ihr trotz Merkelismus noch verbliebenes konservatives Profil. Auch erkennt sie das Spielchen, das die SPD im von ihr besetzten Propagandaministerium treibt (“BM für alle außer Männer”). Der Name des Seminars “Gender, Instrument der Umerziehung – Ziele, Kosten Wirkung” lässt hoffen, dass die CDU die Machenschaften durchschaut. So wie Sciencefiles den wissenschaftlichen Flurschaden von Studies aufzeigt, so wird die CDU hoffentlich auf diesen Vorarbeiten aufbauend den politisch-geselltschaftlichen Flurschaden thematisieren. (Mainz, 3. Februar 2018, 10-14 h, 18 Euro)

  6. Pingback: Gender. Eine Ideologie liegt im Sterben. – Der Waidler

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