Unglaublich: 4000 Euro für Unterkunft. Wer wirklich an Flüchtlingen verdient

Durch das Internet geht derzeit ein Bescheid des Landkreises Leipziger Land, aus dem hervorgeht, dass 10 Flüchtlinge, die man wohl als Familie bezeichnen kann, den Landkreis pro Monat 7.350 Euro kosten. Wie gewöhnlich, wenn derartige Bescheide auftauchen, meldet sich die lautstarke Fraktion derer, die Fake News schon im Mund führen, bevor sie den Gegenstand oder die Fakten kennen. Wir warten nicht, bis uns Fakten “finden”, wir suchen die entsprechenden Fakten haben und haben deshalb beim Landratsamt Leipziger Land nachgefragt, ob der Bescheid als generisch anzusehen ist. Hier die Antwort:

“… zur Frage, ob die in den sozialen Medien kursierenden Fotos mit abgebildete Schriftstücken echt sind, darf das Landratsamt Landkreis Leipzig keine Stellung beziehen. Diese Aussage fällt unter den Sozialdatenschutz. Auch wurde ein solches Schreiben nicht durch das Amt in den Umlauf gegeben. Daher der dringende Hinweis:
Bitte wahren Sie den Datenschutz: Die Namen, Geburtsdaten und auch genaue Adresse dürfen nicht weiter verbreitet werden!

Allgemein ist jedoch zu sagen, dass die Bescheide die vom Landratsamt Landkreis Leipzig in Angelegenheiten des Asylbewerberleistungsgesetzes (AsylbLG) erstellt werden, in ihrer äußeren Erscheinung dem abgebildeten Schriftstück entsprechen.

Die Bescheide des Amtes sind so aufgebaut, dass in den Berechnungen eine Gesamtsumme ausgewiesen wird. Diese stimmt nicht notwendiger weise mit dem Auszahlungsbetrag überein. Zum Beispiel können die Kosten für die Unterbringung einer zehnköpfige Familie monatlich durchaus über 4000 Euro betragen. Darin sind dann bereits alle Nebenkosten enthalten, ähnlich einem Studentenwohnheim oder einer anderen möblierten Unterkunft. Diese Summe bekommt die Familie nicht ausbezahlt, der Betrag wird von der ausgewiesenen Gesamtsumme abgezogen.

Ausgezahlt würde jedoch nur ein wesentlich kleinerer Betrag. Dieser entspricht dem Sozialhilfesatz, der allgemein bekannt sein dürfte. Zur groben Orientierung:

Eine Flüchtlingsfamilie, die unter den Rechtskreis nach § 2 AsylbLG fällt, erhält Leistungen analog dem SGB XII. In einer Familienkonstellation mit 10 Personen kann von im Schnitt etwa mit 300 Euro pro Person ausgegangen werden. Die genauen Zahlen sind öffentlich zugänglich.

Mit freundlichen Grüßen”

Wir sind sowohl der Ansicht, dass Steuerzahler ein Recht darauf haben zu erfahren, was mit ihren Steuergeldern geschieht als auch ein Recht zu erfahren, wer von ihrem Steuergeld in welcher Höhe unterstützt wird. Wie der Fall aus dem Landkreis Leipziger Land zeigt, entwickelt sich unter dem Siegel des Datenschutzes die Korruption in exzellenter Weise. Dem kann man nur dadurch begegnen, dass man Informationen öffentlich macht und seine Leser aufruft, die Organisation herauszufinden, die die 4.000 Euro Unterbringungskosten einsteckt.

Man muss also davon ausgehen, dass der Bescheid korrekt ist und keine Fälschung darstellt und vor diesem Hintergrund die Frage stellen, ob 4000 Euro monatliche Mietzahlung für eine Familie von 10 Personen als angemessen anzusehen sind? Die Summe würde es erlauben gleich zwei der Häuser zu mieten, die wir unten zusammengestellt haben und es blieben immer noch monatlich mindestens 700 Euro übrig, um Möbel zu kaufen. Die Art und Weise, in der hier Steuergelder verschleudert werden, ist atemberaubend und sie zeigt, wer hier offensichtlich an Flüchtlingen verdient, denn es steht zu erwarten, dass die zehn-köpfige-Familie, deren Unterbringung rund 4.000 Euro monatlich kostet, von einem der vielen Vereine, die sich so rührend um Flüchtlinge kümmern und sich dabei eine goldene Nase verdienen, untergebracht und „betreut“ wird, ganz so, wie wir das in dem hier verlinkten Post dargestellt haben.

Ungereimtheiten und Flüchtlingsgewinnler: 4.285 Euro Hartz IV für Flüchtlingsfamilie

Damit dürfte klar sein, wer an Flüchtlingen verdient und die Allgemeinheit dafür schröpft, dass er sich zum guten Menschen stilisieren kann, der sich um Flüchtlinge kümmert. Es dürfte auch klar sein, dass Verwaltungen gemeinsame Sache mit denen machen, die sich durch Steuergelder fressen wie Feuer durch trockenes Stroh. Wäre dem nicht so, sie würden sich weigern 4.000 Euro für Unterkunft zu bezahlen, wenn eine Unterkunft mit 263 Quadratmetern Wohnfläche in hervorragender Lage am See in Leizig-Gohlis für 1.950 Euro Kaltmiete im Monat zu haben ist.

 

 

 

1.950 €, 263 qm, 6 Zimmer

1.080 €, 144 qm, 5 Zimmer

1.450 €, 181 qm, 6 Zimmer

Diese um die Hälfte billigere Lösung ändert natürlich nichts daran, dass sich auch mit rund 2000 Euro Kosten für die Unterbringung einer zehnköpfigen Familie erhebliche Probleme von Fairness und Gerechtigkeit verbinden. Die meisten Rentner, die ihr Leben mit Arbeit zugebracht und durch ihre Arbeit die Rentenkasse gefüllt haben, leben heute mit deutlich weniger Geld und in deutlich beengteren Verhältnissen als viele Flüchtlinge, die bislang keinen einzigen Euro zum deutschen Gemeinwesen beigetragen haben.

Das ist natürlich nicht die Schuld der Flüchtlinge, ebenso wenig wie sie dafür verantwortlich gemacht werden können, dass Landratsämter und Flüchtlingsgewinnler gemeinsame Sache zu machen scheinen, wenn es darum geht, Steuerzahler zu schröpfen.

Wenn die Welt bislang nur über Deutschland lacht, weil die deutsche Bundeswehr mit Besen anstelle von Gewehren an Manövern teilnimmt (weil die Ausrüstung nicht reicht) oder deutsche Großvorhaben wie der Berliner Flughafen genau das bleiben, ein Vorhaben, dann liegt dies daran, dass die Kunde davon, wie Flüchtlingshilfe dazu missbraucht wird, Geld im großen Stil von denen, die es erwirtschaftet haben, zu denen umzuverteilen, die an Flüchtlingen verdienen, sich noch nicht verbreitet hat.

Aber wir arbeiten dran.

P.S

Der Bescheid wurde in die Witznitzer Werkstraße zugestellt. Dort befindet sich eine Asylbewerberunterkunft mit 280 Plätzen, die für ihren Betreiber wohl eine Goldgrube ist, die sich trotz der Kosten für den Wachschutz lohnt.

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14 Responses to Unglaublich: 4000 Euro für Unterkunft. Wer wirklich an Flüchtlingen verdient

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  2. Hajo says:

    Sehr schöne Häuser haben sie da gefunden. Das illustriert gut, was mit den 2000 oder gar 4000 Euro möglich ist, und mancher der erwähnten Renter oder gar Hartz IV Empfänger wird sich das mit Erstaunen ansehen.

  3. Xamterre says:

    Bei den Unterkünften für schutzsuchende Flüchtlings-Asyl-Migranten und Innen (oder wie heißen die aktuell?) ist es dasselbe wie bei den Windenergie-Betreibern:
    Man kann sich als selbsternannter “Gutmensch” den dumpfen Steuerzahlern moralisch turmhoch überlegen fühlen, weil man ja für das Gute “kämpft” und gleichzeitig noch richtig Reibach machen.

  4. Sebastian says:

    Nunja, eine bewachte Unterkunft mit Strom, Wasser, Heizung und ggf. Essen auf der einen und eine Kaltmiete auf der anderen Seite ist vielleicht nicht der beste Vergleich.

    Aber dass die Unterkunft mit rechnerisch 112.000 € (400 € pro Person) im Monat unterstützt wird, kann ich mir gut vorstellen. Es wurde ja schon mehrfach darüber berichtet, z. B. hier:
    https://www.focus.de/finanzen/news/ueber-600-euro-fuer-ein-bett-asyl-abzocke-in-essen-wie-sich-die-stadt-von-einem-heimbetreiber-uebers-ohr-hauen-liess_id_6578882.html

    Da ist sogar von über 1000 € pro Person(!) die Rede. Ob eine hohe Nachfrage eine derartige Abzocke rechtfertigt, halte ich in dieser Situation schon für fraglich. Dass jetzt im Jahr 2018, wo die Nachfrage so deutlich gesunken ist, immer noch über 400 € pro Person gezahlt wird, ist allerdings ein nicht minderer Skandal.

  5. Gereon says:

    Nun, der H4 Empfänger ist schon erstaunt, denn er muss zu seiner Miete von 230€ noch 50€ selbst tragen , die man ihm nicht als Wohnkosten gewährt.
    Und natürlich ist die Unterkunft nicht vom noblen Flair gezeichnet, den er hier auf Bildern bewundern darf. Das Parkett sieht doch sehr wohnlich aus.

    Andererseits darf man nicht vergessen, dass es viele private Mieter ruiniert hat, an Flüchtlingsdarsteller zu vermieten, da Zerstörungswut, Aggression , vertriebene Mieter, Schäden am Haus, Ruhestörung, ständige Polizeibesuche, zertrümmerte Einrichtung nicht im normal kalkulierten Mietpreis eingepreist war.

    Ich habe in den vergangenen Monaten mehrere Stories gelesen von bürgerlich gutmenschlich gesinnten Vermietern, die vor dem Aus stehen und vor sich hinstammeln: ‘Ich wollte doch helfen’.
    In der Mainstream Regianalpresse sogar, also in weit abgemilderter Form.

    Jemand der solche Häuser an Flüchtlingssimulierer vergibt, rechnet damit, dass er von den Einnahmen die Immobilie neu errichten muss. Nur die Grundstückskosten muss er beim Neuaufbau wohl nicht mehr zahlen.

    • Sebastian says:

      Das Problem der Mietnomaden ist schon lange bekannt. Dafür braucht man keine Flüchtlinge oder “Flüchtlingssimulierer”.
      Wie groß das Problem konkret im Zusammenhang mit den mit der Flüchtlingswelle zu uns gekommenen ist, hätte ich aber gern noch durch eine entsprechende Quelle untermauert.

      • Gereon says:

        Wenn Sie an solchen Quellen interessiert sind, und nicht nur den Beitrag relativieren möchten, bemühen Sie bitte die google-Suche. Beispiele finden sich zuhauf.

  6. merkelhasser says:

    Wenn ich in den öffentlichen Verkehrsmitteln westdeutscher Städte fahre, überkommt mich ein Anfall von Ekel und ich bedaure, keine Schußwaffen zu besitzen. Denn nur mit Waffen wird sich das Problem lösen lassen. Stände aber dieses, zu Konsumhomoniden degenerierte Volk auf, würden uns alte Freunde das liefern, was zum Sieg nötig wäre.

  7. zawehn says:

    In den Kommentaren von Focus Online habe ich gefunden: “Nicht umsonst haben in einer Saarländischen Gemeinde 3 SPD Personen an der Quelle ein Haus gekauft und Flüchtlinge aufgenommen. In 2 Jahren ist das Haus von den Steuerzahler komplett bezahlt. ” Leider habe ich keine konkreten Namen etc. recherchieren können…

  8. StefanH says:

    … Und ich mit zwei Kindern und ordentlichem Einkommen sollte bzw. durfte den Unfug auch noch hübsch finanzieren bzw. mir anhören, dass eine Kindergelderhöhung um zwei (2!) Euro (bzw. in meinem Fall eine Erhöhung des Kinderfreibetrags) nun wirklich das höchstmögliche der Gefühle sei, während ein MUFL mit 5000 und mehr im Monat gepampert wird … Satz mit X, war wohl nix. Viel Erfolg noch mit all euren Goldstücken und beste Grüße aus Südamerika …! (Es macht ungeheuren Spaß, hier die ganzen neuen Geschichten aus Schilda II zu lesen, mit zwei ausgestreckten Mittelfingern vorm Bildschirm zu sitzen und F*** Y** zu rufen, muahahaha!)

    • Sebastian says:

      Diese Ungerechtigkeit gibt es doch an jeder Ecke.
      Während Unsereins einen Spitzensteuersatz von 42 % zahlt, muss der Millardär auf seine Kapitalerträge nur 25 % entrichten. Der Besitzer einer kleinen Buchhandlung muss brav seine Abgaben zahlen, während die amerikanische Konkurrenz ihre Gewinnsteuern auf unter 0,1 % drücken kann.
      Und der dumme deutsche Arbeitnehmer wird für Rente und Krankenversicherung gesamtsolidarisch zur Kasse gebeten, während Staatsbedienstete, Zahnärzte, Apotheker sowie Anwälte ihre eigenen Grüppchen bilden und Großverdiener nur einen Bruchteil ihres Einkommens zu dieser Gemeinschaft beitragen müssen.

      Der H4-Empfänger und die “kleinen Leute” klagen über diese (vermeintliche?) Ungleichbehandlung gegenüber Flüchtlingen. Wohlhabende und Reiche lachen sich ins Fäustchen, dass IHRE Bevorzugung dabei vollkommen aus dem Blick gerät.

      Man könnte sich über so vieles im Land beschweren, aber wem erzähle ich das?

  9. Dr. Dr. Marcus Ermler says:

    Ich verstehe das Problem und die Aufregung nicht. Heute habe ich in einem Artikel der WELT von einem honorigen Professor doch so einiges gelernt: “Die Wirtschaft wächst, die Arbeitslosenquote ist historisch niedrig, unsere Gesellschaft ist so sicher wie nie. Und ganz nebenbei haben wir es auch noch geschafft, eine Million Flüchtlinge aufzunehmen”.

    Und wer jetzt kein Brot hat, soll eben Kuchen essen. Dabei aber nicht vergessen: immer vegan, fair-trade und aus ökologischem Anbau (die Zutaten, nicht der Kuchen).

  10. Pingback: Geldverschwendung für Flüchtlinge – Immer mehr Städte sagen „Nein“ | PRAVDA TV – Lebe die Rebellion

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