Judaslohn: Eine Million Euro für Gender-Junk – Steuergelder vom BMBF

Eine wissenschaftliche Disziplin wird kritisiert. Sie wird harsch kritisiert. Es werden Fragen nach ihrer Epistemologie, ihrem Erkenntnisinteresse, ihrem wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen gestellt. Die theoretische Basis der wissenschaftlichen Disziplin wird angezweifelt. Es wird festgestellt, dass die wissenschaftliche Disziplin keinerlei Beitrag zu einem wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt geleistet hat. Es wird gezeigt, dass die Disziplin in manchen Bereichen der Wissenschaft dazu geführt hat, dass hinter bereits erreichte Wissensfortschritte zurückgefallen wurde. Den Mitgliedern der wissenschaftlichen Disziplin wird vorgehalten, dass das Wenige, das sie an Beitrag zum wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt für sich reklamieren, Plagiate oder Trivialitäten sind, die keinerlei wissenschaftlichen (Neuerungs-)Wert haben. Schließlich wird die Disziplin, werden ihre Vertreter als politische Steigbügelhalter ausgewiesen, deren Ziel nicht darin besteht, Wissenschaft zu betreiben, sondern politischen Aktivismus zu verbreiten, an Universitäten, um dort die Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnis zu zerstören, in der Gesellschaft, um dort als Legitimation für einen Umbau der Gesellschaft zu dienen, als willige Vasallen der politischen Indoktrination.

The Snout in the Trough

Was tun Vertreter einer wissenschaftlichen Disziplin, die mit solch‘ grundlegender Kritik konfrontiert sind, deren wissenschaftlicher Status in Frage gestellt wird, weil sie als Steigbügelhalter der Politik identifiziert werden? Das ist ganz einfach: Sie erstellen Meta-Analysen, in denen sie den Erkenntnisfortschritt, der ihrer Disziplin zu verdanken ist, nachzuweisen versuchen. Sie beantworten die Fragen, die zur Epistemologie und zum Erkenntnisinteresse des Faches gestellt werden. Sie zeigen den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen des Faches auf. Sie modifizieren ihr Fach da, wo die Kritik zutrifft. Sie halten sich fern von politischem Aktivismus, um den Gedanken, man sei Ideologe und eben nicht Wissenschaftler gar nicht erst aufkommen zu lassen. Sie betreiben Grundlagenarbeit. Sie beschreiben ihre wissenschaftliche Methode. Sie werben Drittmittel ein, um Projekte zu finanzieren, die eine klare wissenschaftliche Fragestellung und einen vorab benennbaren wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn haben.

Das tun Vertreter einer wissenschaftlichen Disziplin, die heftig kritisiert wird.

Deshalb wissen wir, dass Gender Studies keine wissenschaftliche Disziplin sind. Deshalb wissen wir, dass deutsche Hochschulen in der Hoffnung mit Gender Studies infiltriert wurden, man könne einem beabsichtigten gesellschaftlichen Umbau dadurch wissenschaftliche Legitimation verschaffen. Deshalb wissen wir, dass Gender Studies eine Ideologie sind, deren Vertreter keine Wissenschaftler, sondern politische Aktivisten sind, die sich zum Vasallen von Politikern zu machen, um die Wissenschaft an die Politik zu verkaufen.

Der Judaslohn beträgt im vorliegenden Fall eine Million Euro.

Eine Million Euro aus Steuermitteln investiert das Bundesministerium für Bildung und Forschung, um die Kritik, die an Gender Studies und damit am Verbündeten des Staatsfeminismus im Bereich der Hochschulen geäußert wird, zu diskreditieren. Wie gesagt, ein wissenschaftliches Fach, das in die Kritik geraten ist, würde sich mit dieser Kritik befassen. Das Projekt REVERSE, das vom BMBF finanziert wird, befasst sich gerade nicht mit der Kritik, sondern mit den Kritikern.

Warum?
Weil die Kritik, das steht schon fest, noch bevor auch nur eine Arbeitsstunde in REVERSE investiert wurde, natürlich falsch ist. Denn, so behauptet Annette Henninger, die in Marburg die Professur mit der Widmung „Politik und Geschlechterverhältnisse mit Schwerpunkt Sozial- und Arbeitspolitik“ besetzt, Anti-Feminismus spalte die Gesellschaft. “Das gefährdet die Akzeptanz von Pluralität und damit verbunden auch die Werte einer Demokratie“.

Was Feminismus mit Pluralität zu tun hat, das wissen wir nicht, aber wir wissen, dass Henninger nach ihrer eigenen Aussage die „Werte einer Demokratie“ gefährdet, denn die Pluralität, die Anti-Feminismus mit Sicherheit darstellt, sie stellt für Henninger ein Problem dar, ein Problem, das die staatliche Gleichstellungspolitik, die Genderforschung und die „bisherigen Errungenschaften“ in Frage stellt.

So redet kein Wissenschaftler.

So redet ein Priester, der mit Ketzern konfrontiert ist, die die Errungenschaften seines Glaubens (also goldverzierte Tabernakel und große Besitztümer seiner Kirche) in Frage stellen.

So redet ein Funktionär, der befürchtet, sein üppiges Gehalt sei durch Pluralismus, also andere Ideen und Kritik an seiner Tätigkeit, gefährdet.

So redet ein politischer Vasall, dessen Aufgabe darin besteht, die Ideologie dessen, von dem er finanziell abhängig ist, zu legitimieren.

Und weil so kein Wissenschaftler redet und als Konsequenz Henninger nicht als Wissenschaftler angesehen werden kann, ist das Projekt „REVERSE“, das Henninger mit der Million Euro aus Steuergeldern leitet, auch kein wissenschaftliches Projekt, sondern ein Legitimationsprojekt, eine vom BMBF gekaufte Wissenschafts-Chimäre, bei der es nicht darum geht, die fehlende Erkenntnistheorie, die fehlende Methode, die fehlende Epistemologie, den fehlenden Erkenntnisgegenstand, die fehlenden Ergebnisse, den angezweifelten Nutzen der Gender Studies nachzuliefern, sondern darum, die Kritiker als politische Gegner, am besten Rechte, in jedem Fall aber Personen zu diskreditieren, die es doch tatsächlich wagen, „Gender Studies, Gender Mainstreaming“ oder „die Infragestellung heteronormativer Zweigeschlechtlichkeit“ zu kritisieren, die Gender Studies als „quasi-religiöse Strömung“ ansehen und den Genderisten eine Zugehörigkeit zur „Scientific Community“ absprechen.

Das ist natürlich falsch.

Die Gender Studies sind keine quasi-religiöse Strömung. Sie sind eine religiöse Strömung. Die Vertreter der Gender Studies hatten unzählige Gelegenheiten, sich als Wissenschaftler darzustellen und die Kritik, die vorgebracht wird, mit wissenschaftlichen Methoden zu entkräften. Sie haben es jedes Mal und ziehen es auch dieses Mal vor, die Kritiker zu attackieren. So verhält sich niemand, der eine Idee davon hat, was Wissenschaft und was wissenschaftlicher Fortschritt ist. So verhalten sich politische Steigbügelhalter, deren Aufgabe darin besteht, einen gesellschaftlichen Umbau zu legitimieren. Als solche sind sie kein Mitglied der Scientific Community.

Wenn noch ein Beleg dafür notwendig war, dass Gender Studies und die, die sie betreiben, keine Wissenschaftler sind, nicht einmal die Spur einer Idee davon haben, was Wissenschaft eigentlich ist, dann ist das Projekt „REVERSE“, das das BMBF geschaffen und gekauft hat, um die eigene Politik des Gender Mainstreaming, also z.B. die Benachteiligung von Männern im Rahmen des Professorinnenprogramms zu legitimieren, ein solcher Beleg.

Die Ergebnisse des Gender-Trashs, die in zwei Jahren vorliegen sollen, muss man nicht abwarten, um schon jetzt zu wissen, dass am Ende stehen wird, was von Henninger bereits ausgeplaudert wurde: Kritik an den Gender Studies ist Häresie, wer sich ihrer schuldig macht, ein Rechter. Und dazu kann man nur sagen: Na und?

Dass ein BILDUNGSministerium eine Million Euro Steuergelder verschwendet, um Gender-Trash zu finanzieren, der dazu dient, Kritiker zu diskreditieren und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch zu denunzieren, ist ein deutliches Zeichen dafür, dass der Gender-Aktivismus auf dem letzten Loch pfeift, dass der Versuch, Gender-Junk an Hochschulen mit dem Feigenblatt der Wissenschaftlichkeit zu schmücken, vollständig in die Hose gegangen ist. Dafür spricht auch, dass das BMBF direkt als Financier auftreten muss, um gewünschte Ergebnisse vorzugeben und genehme Ergebnisse zu erhalten, weil eine Finanzierung durch die Scientific Community – z.B. durch die DFG  -offensichtlich nicht in Frage kommt. 

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10 Responses to Judaslohn: Eine Million Euro für Gender-Junk – Steuergelder vom BMBF

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  2. Dr. Klaus Eckhard says:

    Sehr geehrter Herr Klein,
    Sehr gut zusammengefasst, was Genderstudies ausmacht, und vor allem welchem politischen Ziel sie dienen sollen. Meinerseits, als Arzt und Evolutionsbiologe möchte ich noch einmal, für jeden Laien verständlich, die Kernaussage dieser Ideologie benennen: natürliche Geschlechter gibt es nicht. Das jeweilige, persönliche Geschlecht ist immer ein kulturelles Konstrukt.
    Jeder Mensch mit einem IQ leicht jenseits von grenzdebil erkennt, dass diese Kernaussage des Genderismus falsch ist. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

    • Dietger LAther says:

      Sehr geehrter Herr Eckhard, würden Sie bitte wissenschaftliche Quellen zitieren, die Ihre Aussagen belegen. Es würde mich wundern, wenn Sie dies könnten. Und….verwechseln Sie bitte Sex nicht mit Gender.

  3. Heike Diefenbach says:

    Wissenschaftler hatten und haben es noch nie nötig gehabt oder einen Anlass dafür gesehen, sich aufgrund von Begründungsnöten für ihre Theorien oder verwendeten Methoden ein Ministerium ins Boot zu holen, um sich zwei Jahre Auszeit zu nehmen, um darüber nachzudenken, was man man alles gegen die geübte Kritik (oder gar die Personen der Kritiker im Zuge eines klassischen Fehlschlusses ad hominem) vorbringen könnte.

    Das ist m.W. ein echtes novum bzw. ein echter Tiefpunkt unter den Wissenschaftsparodien, die bislang geboten wurden, denn:

    Wissenschaftler kennen ihren Gegenstand hinreichend gut und haben hinreichend über ihre Behandlung des Gegenstandes nachgedacht, um verschiedenen Kritiken zu begegnen, und wenn sie Kritiken nicht begegnen können, dann räumen sie sie ein und verändern ihre Theorie oder Vorgehensweise entsprechend.

    Man nennt das wissenschaftlichen Fortschritt, und dieser funktioniert auf der Basis gegenseitiger (idealerweise konstruktiver) Kritik. Das ist normal.

    Wie vollkommen fremd der Genderista diese Normalität ist, wird hinreichend deutlich, wenn sie nach fünfzehn Jahren Etablierung immer noch nicht mit Kritik umgehen kann und nun zwei Jahre bezahlten Urlaub von einem Bundesministerium benötigt, vermutlich um, wenn sich nicht mit Kritk auseinanderzusetzen, ihre Kritiker zu beschimpfen wie sie das bislang normalerweise betrieben hat.

    Allein die Tatsache, dass es Leute gibt, die nicht im Stande sind, den grundlegenden Mechanismus der Wissenschaft, die Auseinandersetzung mit Kritik, in ihrer täglichen wissenschaftlichen Arbeit zu leben, und sich bezahlten Urlaub nehmen müssen, um mal (zum ersten Mal?!?) zu überlegen, was man auf Kritik antworten will, aber gleichzeitig als Wissenschaftler durchgehen möchten, zeigt zum einen, dass diese Leute keine Wissenschaftler sind und zum anderen, dass die Chancen sehr schlecht stehen, dass sie jemals welche werden können, denn sie haben offensichtlich die gesamte Idee der Wissenschaft und ihren Charaker als kooperative Methode der Wissensgewinnung nicht verstanden.

    Wenn ein Ministerium für Bildung eine solche Hobbygruppe zwei Jahre lang finanziert, dann ist das schlimmer, denn es zeigt dass in diesem Ministerium offensichtlich niemand zu finden ist, der weiß, was Wissenschaft ist und wie “sie geht”.

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  5. Andreas Kuhn says:

    Es lohnt sich immer, für Gendertexte den Bullshit-Index mit dem Blablameter zu messen:
    Hier die Werte für die Fallstudien des Projektes REVERSE
    https://www.uni-marburg.de/genderzukunft/forschung/REVERSE

    Fallstudie Geschlechterpolitik: Akteur*innen und Adressat*innen von Liberalisierungsdiskursen und Gegendiskursen
    0,60

    Wissenschaft: Anti-‚genderistische‘ Argumentationen in akademischen Kontexten
    0,89

    Sexualpädagogik: Der Kampf um sexuelle Bildung als Krisensymptom
    0,95

    Elternberatung: Mutterschaft als Krisenarena
    1,01
    “Glückwunsch, Ihnen ist es tatsächlich gelungen, unsere Bullshit-Skala von 0 – 1 zu sprengen! Diesen Text tut sich ein Leser wohl nicht freiwillig an, aber uns haben Sie beeindruckt.”

    Migrationsgesellschaft: Ethnisierung der Geschlechterverhältnisse. Figurationen des Anti-Feminismus nach Köln
    0,73

    Da wird für 1 Million so viel heiße Luft produziert, das dier aktuellen Klimaziele niemals erreicht werden können.

  6. labolg says:

    Wenn man die hilflose Antwort der norwegischen „Gender-Experten“ auf die Fragen des das Gender-Paradoxon abklärenden Harald EIA betrachtet (vereinfacht): „Wir haben die bessere Theorie, daher kann die Empirie nicht stimmen“ sieht man den Unsinn des staatlich finanzierten Genderismus. Zum Beispiel sichtbar daran, dass die einseitig theoretisierende Gender Mainstreaming-Ideologie den fundamentalen Irrtum begeht, die als entscheidende menschliche Gegebenheit vorliegenden neurophysiologischen Unterschiede in den Gehirnen von Frau und Mann völlig auszuklammern bzw. fälschlicherweise zu behaupten, diese festgelegten Gegebenheiten um– bzw. dekonstruieren zu können.
    [Einzelheiten bezüglich unüberbrückbarer Unterschiede in den Gehirnen von Frau und Mann und über „Kinder – Die Gefährdung ihrer normalen (Gehirn-) Entwicklung durch Gender Mainstreaming“ sind in dem Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 6. Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2014: ISBN 978-3-9814303-9-4 nachzulesen]

  7. Pingback: Ultimativ bewiesen: „gender studies“ KEINE Wissenschaft | fakeminr

  8. Pingback: REVERSE Reality „Anti-Feminismus spaltet die Gesellschaft“ | stapelchipsblog

  9. Pingback: Wanka’s Resterampe: BMBF verpulvert weitere 390.000 Steuereuros | ScienceFiles

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