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Klimawahnsinn: Schaibleweise Drogenträume bei t-online

Die Klimakrise verändert alles“. So lautet der Titel eines Essays von Jonas Schaible bei t-online. t-online ist natürlich nicht mehr t-online, sondern Ströer, um so erstaunlicher, dass man bei Ströer nunmehr ganz offen in die Welt der Esoterik eintaucht und eigene Katastrophentheoretiker beschäftigt, die in Essays, die man nicht anders als ungeordnet, wirr und in weiten Teilen falsch bezeichnen kann, versuchen, sich oder andere um den Verstand zu schreiben.

“Die Erderhitzung ist eine Gefahr, die sich von allen anderen unterscheidet. Sie erfordert neues Denken, neue Antworten …”. Die Aussage, die Schaible an den Beginn seines Essays stellt, hat nicht zur Folge, dass er Antworten gibt, er deutet Antworten nur an. Sie hat auch kein neues Denken zur Folge, als angedeutete Lösungen findet sich bekannter faschistoider Unfug. Der Essay von Schaible ist wohl auch weniger als Diskussionsbeitrag gedacht. Dass er das nicht ist, dafür spricht schon die Abwesenheit von Argumenten und das weitgehende Vermeiden von prüfbaren Tatsachenaussagen, und die wenigen Tatsachenaussagen, die Schaible macht, sind nachweislich falsch. Das Essay gehört in die Reihe des Geschreibsels, das wohl explizit dazu dienen soll, Hysterie und vielleicht sogar Panik unter denen zu erzeugen, die für alles empfänglich sind, das dem alten Grundsatz von Sir Humphrey Appleby entspricht: Politicians like to panic. It is their substitute for achievement. Seit den 1970er Jahren, in denen diese tiefe Erkenntnis formuliert wurde, sind ein paar Dekaden vergangen. Diejenigen, die panischen Aktivismus an die Stelle von Errungenschaft stellen, finden sich nunmehr auch unter Journalisten, in politischen Stiftungen, in der Armada der Kostgänger von Bundes- und Landesprogrammen und an vielen anderen Positionen der Gesellschaft.

Beginnen wir damit, das Panik-Pamphlet von Schaible in Schaible zu zerlegen.





Am schnellsten ist man mit den Tatsachenaussagen fertig:

Schaible behauptet, noch kein Mensch habe eine drei oder vier Grad wärmere Erde gesehen.

Zwei Abbildungen. Zweimal wird die Behauptung von Schaible, sein uninformierter Alarmismus widerlegt. Die “Römische” und Mittelalterliche Wärmeperiode waren in der südlichen und der nördlichen Hemisphäre deutlich wärmer als die heutigen Temperaturen. Und die Menschheit hat in beiden Phasen eine Blüte erlebt. Die Mittelalterliche Wärmeperiode ist mit Renaissance und Aufklärung verbunden, eine Zeit ohne Hungersnot, eine Zeit der Entdeckungen und Erfindungen. Dass die Römer gut zu leben wussten, wird niemand bestreiten, der keine Fußbodenheizung hat. Damit sind auch die Zweifel, die Schaible daran hat, dass Menschen in “einer drei Grad wärmeren Welt” existieren können, beseitigt. Sie können es. Sie können es sogar sehr gut.

Schaible schreibt: “Schon kleine Schwankungen des Klimas haben gravierende Folgen. Es gibt beispielsweise Forscher, die einen Vulkanausbruch 1783 für steigende Brotpreise und den Ausbruch der französischen Revolution verantwortlich machen. Schon ein einziger Dürresommer …”

Wir brechen hier absichtlich ab, um den kleinen manipulativen Taschenspielertrick deutlich zu machen, den Schaible hier anwendet. Der Vulkanausbruch von 1783 hatte natürlich keine Erwärmung zur Folge. Er hatte eine Abkühlung in der nördlichen Hemisphäre von wohl rund einem Grad Celsius zur Folge. Ausgebrochen ist der Laki auf Island, einer der üblichen Verdächtigen, einer der Schwefel-Dioxid-Speier, die alles Leben in ihrer Umgebung zerstören. Als Folge der ungewöhnlich großen Menge von Gas und Asche, die der Laki im Winter 1783 ausgestoßen hat, kam es zu einem sehr harten Winter in der nördlichen Hemisphäre mit großen Schneemassen, einer gefrorenen Elbe, einer Verkürzung der Wachstumsphase und in der Folge zu einer geringeren Ernte, Versorgungsschwierigkeiten und steigende Brotpreisen. Dass die französische Revolution von einem Vulkan-Krater, der sechs Jahre zuvor ausgebrochen ist, ausgelöst wurde, nun ja, es hat wohl seinen Grund, dass Schaible die Quelle dieser “Erkenntnis” verschweigt. Aus dem Ausbruch des Laki können wir also schließen, dass ein Abkühlen des Planeten sich heftig auf die Menschen, die es erleben, auswirkt. Schaible will indes suggerieren, dass Erwärmung das Problem sei. Deshalb verschweigt er die Kälte als Grund für die hohen Brotpreise und führt den Dürresommer 2018 an, der dazu geführt habe, dass die Getreideernte weltweit den Bedarf nicht mehr decken konnte. Dass die Bedarfsdeckung nicht mehr vorhanden ist, weil Getreide zu Biosprit verarbeitet wird, eine andere der grünen Spinnereien, das verschweigt Schaible. Oder er weiß es nicht. In jedem Fall ist, was er schreibt, falsch.

Es mag der Erwähnung weit sein, dass Schaible seine ganze Hysterie auf die Prognosen von Klimamodellen baut. Man muss schon besonders verwegen oder besonders dumm sein um Klimamodellen zu vertrauen, deren Vorhersagen zu glauben, Modellen, die in der Vergangenheit gezeigt haben, dass sie das Klima in keiner Weise vorhersagen können. Die folgende Abbildung zeigt das Ergebnis eines Vergleichs, der Temperaturvorhersage von 102 Klimamodellen (rote Linie) mit der tatsächlichen Temperaturentwicklung. Modelle, die so weit von der Realität abweichen, sind nicht nur schlecht, sie sind Müll. Wer sich dennoch auf sie verlassen will, partout darauf beharren will, dass das Falsche morgen richtig sein kann, der muss andere Motive haben, die ihn treiben.

Abweichung der durch Klimawandelmodelle vorhergesagten Temperaturentwicklung (rote Linie) von den tatsächlich gemessenen Temperaturen.

Die Entwicklung, die in der Abbildung dargestellt ist, steht in einem – nun ja – eklatanten Widerspruch zur Behauptung von Schaible, “Wissenschaftler” hätten “Tempo und Dramatik der Erderhitzung eher übervorsichtig kommuniziert”. Wir wissen ja nicht, auf welchem Planeten Jonas Schaible lebt. Aber die Alarmisten, die Manns und Hansens, die den Klimawandel-Hoax aufgebracht haben, haben ihn von Anfang an dramatisiert. Die PR-Abteilung der Klimaalarmisten um Al Gore und andere, haben das Eis der Arktis schon mehrfach komplett abschmelzen lassen. Nichts davon ist eingetreten. 

Und was tut man, wenn man behauptet: A führt zu B, aber B stellt sich nicht ein, und wenn man dann behauptet, C anstelle von A führr zu B und B stellt sich wieder nicht ein? Man erfindet intervenierende Variablen, behauptet, alles sei ganz komplex und hat nunmehr X1, X2 und X3, die irgendwie A und C und B beeinflussen und dazu führen, dass B sich entweder einstellt oder nicht einstellt. Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, dann ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist. Das Motto der Klima-Alarmisten ist seit Jahrhunderten als Tautologie bekannt.

Nur bei Schaible scheint das alles noch nicht angekommen zu sein. Er schreibt: 

“Der wahre Schrecken liegt in der Wechselwirkung, in sich selbst verstärkenden Prozessen, in der Gleichzeitigkeit von Dürren und Starkregen, Waldbränden und Überschwemmungen, Stürmen und Meeresspiegelanstieg überall auf der Welt, also: in der Komplexität.”

Wieder behauptet Schaible etwas faktisch. Wieder erzählt er Unsinn. Der Meeresspiegel steigt seit Jahrhunderten mit 1,5 bis 2 mm pro Jahr. Ein Einfluss des Menschen ist nicht erkennbar. Waldbrände werden seit Jahrzehnten weniger, Stürme auch, Starkregen und Überschwemmungen haben nicht zugenommen. Der Mann phantasiert in einer Art Letzten Stadiums eines klimatisch bedingten Delirium Tremens.

Die ganzen Anomalien, die einem normalen Wissenschaftler ausreichen, um den Klimawandel-Alarmismus ins Reich der Mythen zu verbannen, haben wir hier zusammengestellt. Abermals: Wer trotz dieser Masse an Evidenz am Klimawandel-Hoax festhält, der muss ein spezielles Motiv haben.

In der Tat, Schaible scheint andere Motive zu haben. Wir haben oben schon ansprochen, dass er der Ansicht ist, die von ihm phantasierte Klimakrise, für die es, um es einmal unmissverstänlich festzustellen, KEINERLEI Belege gibt, sei ein “Problem ganz eigener Qualiät”, das das “übliche Denken herausfordere” und dem nicht “mit den eingeübten Mechanismen der Vernunft” begegnet werden könne. Das steht zu Beginn des Textes und eigentlich muss man ab dieser Aussage von Schaible nicht mehr weiterlesen, denn jemand, der offen ankündigt, er wolle keinen vernünftigen Text schreiben, diskreditiert sich von selbst.

Nun gehört Schaible offenkundig zu den Schreibern, die im Eifer des Gefechts schon einmal Blödsinn schreiben, weil sie von der Hysterie, in die sie sich zu schreiben im Stande sind, weggetragen zu werden scheinen. Also haben wir ihm den “benefit of the doubt” gegeben und weitergelesen. Das Weiterlesen ist eine Reise vom Schrecken zum Entsetzen.

Wir unterziehen unsere Leser nun derselben Reise in geballter Form. Es folgen Zitate, orginal-Schaibles.

  1. “Veränderung ist Bewahrung, Bewahrung ist Zerstörung, Mäßigung ist Übermaß.”
  2. “Klassischer Liberalismus, verstanden als Freiheit, sich für alles (also auch die fossile Lebensweise) und gegen alles (also auch Klimaschutz) zu entscheiden, sichert keine Freiheit, er zerstört sie unweigerlich. […] Je mehr Freiheit zum Nichthandeln wir uns jetzt herausnehmen, desto weniger Freiheit werden schon jetzt geborene Kinder als Erwachsene haben.”
  3. “Man braucht nur eine einzige Annahme für so etwas wie eine Letztbegründung der Demokratie, nämlich die Gleichheit der Menschen. Dann gilt nämlich, dass kein einzelner Mensch beanspruchen kann, zu wissen, was gut und richtig ist [Also auch Schaible nicht, warum schreibt er also sein Essay?]. Also ist nur ein politisches System legitim, in dem alle Gleichen gemeinsam im Prozess definieren, was gut und richtig ist: Demokratie. […] Daraus folgt: Wer heute daran festhält, dass es kein politisches Ziel geben kann, das infrage steht, solange Freiheitsrechte und Menschenrechte gewahrt werden, zerstört die Bedingungen künftigen demokratischen Handelns. Wer aber deshalb jetzt wirksamen Klimaschutz als politisches Ziel für unverhandelbar erklärt, verstößt gegen den Urgrundsatz der Demokratie”.

Das ist starker Tobak. Faschistoider Tobak.

Beginnen wir mit der Anspielung an George Orwell unter 1. Veränderung ist Bewahrung, meint, wenn hektische Veränderungen umgesetzt werden, die, wie gleich zu zeigen sein wird, alle die Einschränkung individueller Freiheit zum Ergebnis haben, dann sei dies die einzige Möglichkeit, die Erde vor Überhitzung zu bewahren. Wer dagegen den Status Quo bewahren wolle, der zerstöre die Erde. Die Mäßigung, die Übermaß ist, nun ja. Wahnsinn bricht zuweilen eben durch.



Die ganze Litanei von Schaible, sein faschistischer Katechismus, sein Angriff auf die Freiheit, macht natürlich nur dann Sinn, wenn man seine Prämisse, dass es eine Klimakrise gibt, dass es wichtig ist, Hysterie zu entwickeln und in Deutschland den CO2 Ausstoss zu senken, was natürlich keinerlei Eindruck auf das Erdklima macht, aber Schaible dennoch wichtig ist, wenn man diese Prämisse akzeptiert. 

Warum sollte man eine Prämisse akzeptieren, die nachweislich falsch ist? Warum sich einer Glaubenskongregation von mehr oder minder ravingly mad people anschließen, die sich in eine Art spirituelle Trance schreiben können, und in dieser Trance dann, wie man es Betrunkenen nachsagt, ihr wahres Gesicht zeigen?

Das bringt uns zu 2.

Freiheit umfasst definitiv keine fossile Lebensweise. Wer seine Freiheit missbraucht, um Holz zu verbrennen, wird nicht mehr geduldet, denn er “zerstört Freiheit”. Dieser Aussage liegt ein ganzer Wust von Missverständnissen zugrunde, was Freiheit denn eigentlich sein soll. Für Schaible kann es nur auf einem Planeten Freiheit geben, der innerhalb des globalen Temperaturranges liegt, von dem man ihm erzählt hat, er sei der richtige. Schaible glaubt das, was er nicht selbst beurteilen kann uneingeschränkt und knüpft nunmehr noch sein Unverständnis darüber, was Freiheit ist, daran. Freiheit ist aber nichts, was von der Erdtemperatur abhängt. Freiheit besteht darin, sich den Folgen entziehen zu können, die die Klimafanatiker, als die man sie nunmehr bezeichnen muss, für die Menschheit vorsehen: Den Raub individueller Freiheit. Ja, Freiheit ist ein individuelles Gut, kein gesellschaftliches, kein generationales, wie Schaible zu denken scheint. Man kann Individuen die Freiheit nehmen, nicht Gesellschaften oder Generationen. Wer schon einmal versucht hat, eine Generation einzusperren, hat das bemerkt. 

Wie irre die Behauptung, die Temperatur habe einen Einfluss auf Freiheit ist, die Schaible hier aufstellt, kann man – wie so oft – auf Basis empirischer Daten darstellen: Schon heute besteht in der durchschnittlichen Jahrestemperatur zwischen Deutschland und Spanien ein Unterschied von mehr als 4 Grad Celsius. Hätte Schaible Recht, dann müsste Freiheit in Spanien ein selteneres Gut sein als in Deutschland. Vergleicht man beider Lebensweise, die der Deutschen und die der Spanier, man kommt eher zum gegenteiligen Schluss. 

Bei Punkt 3 geht die Rage, in die sich Schaible mittlerweile geschrieben hat, vollständig mit ihm durch. EIgentlich, so schreibt er, ist Demokratie, wenn alle mitreden. Wenn alle mitreden und nichts gegen den menschengemachten Klimawandel unternehmen, den Schaible für gegeben hält, dann zerstören sie damit die Demokratie. Warum? Erinnern wir uns an die Schaiblesche Ansicht, dass man nur im Temperaturrange, den Michael Mann vorgibt, glücklich werden kann. Demokratie gedeiht nicht außerhalb von angenehmen 22 Grad Celsius. Die Demokratie in Athen war ein Irrtum der Geschichte. 

Wie aber überzeugt man die “Gleichen” in der Demokratie davon, dass Klimawandel wichtig ist, Verzicht deswegen wichtig ist, Verzicht auf Freiheit deshalb wichtig ist? Man führt. Das ist die Lösung von Schaible. Die “Herrschaft der Gleichen” wird durch die Führung der Gleicheren, die natürlich in Vollbesitz der Schaibleschen Klima-Wahrheit sind, ersetzt. Schaible geht bei George Orwell 1984 los und kommt bei George Orwell “Farm der Tiere” an, der Herrschaft der Schweine, die die Arbeitspferde zum Wohle aller schlachten lassen.

Brave New World können wir da nur mit Aldous Huxley sagen.

Wer es aushält, viel zu viele Sätze über eine Phantasie in Klimawandel zu lesen, dem empfehlen wir den Essay von Schaible. Er ist ein gutes Beispiel für das, was man früher als Drogenträume bezeichnet hat, wenn sich Carlos Castaneda in eine andere Realität gedoped hat und von dort zurückgekehrt ist, mit außerirdischen Eindrücken. Indes hat Castaneda nie Wahrheit für seine Eindrücke beansprucht und erwartet, dass anderer ihre Freiheit aufgeben, weil er im Drogentraum eine ganz andere Welt gefunden hat, die es erfordert, zu verzichten, denn “Mäßigung ist Übermaß”, wie Schaible auf t-online schreiben darf. 

Jeden Tag denkt man, es geht nicht mehr dümmer. Jeden Tag wird man eines Besseren belehrt. 



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