Klimawandel-Exorzismus: Gericht bedroht Regierung mit juristischer Exkommunikation

Das Oberste Gericht der Niederlande hat die Regierung dazu verurteilt, den Ausstoß an Treibhausgases deutlich zu reduzieren.

“Das Gericht stützte sein Urteil auf die UN-Klimakonvention und gesetzliche Verpflichtungen des Staates zum Schutz des Lebens und Wohlbefindens der Bürger. Diese Verpflichtungen seien in der Europäischen Menschenrechtskonvention verankert.”

Mit anderen Worten, Richter stützen ein Urteil, das aktiv und jetzt in das Leben von Menschen eingreift, auf Vorhersagen, die mehr oder weniger halbseidene Akademiker mit Klimawandelmodellen aufstellen, deren Reliabilität und Validität Wissenschaftler vor Scham im Boden versinken lässt. Eine Einbildung wird zum Zielzustand erklärt, dem die Gegenwart untergeordnet wird. Die Klima-Initiative “Urgenda” freut sich über das Urteil, so wie sich immer alle Menschen darüber gefreut haben, wenn eine Autorität ihnen versprochen hat, etwas gegen Umstände zu unternehmen, denen sich die kleinen Menschlein hilflos ausgeliefert gefühlt haben.



Das Urteil des Obersten Gerichts der Niederlande ist ein moderner Exorzismus, mit dem etwas vertrieben werden soll, das niemand sehen und fühlen kann, von dem sich aber dennoch einige bedroht fühlen.

Uns erinnert dieses Urteil an das, was Peter Dinzelbacher beschrieben hat:

“Insekten, besonders Engerlinge und Heuschrecken sowie Feldmäuse und Maulwürfe waren in einer Landwirtschaft, die noch ohne Pestizide auskommen musste, eine sehr konkrete Bedrohung. Das beste Beispiel dafür ist vielleicht die ‘Engerlingbulle’, die sich die Herren von Uri 1492 vom apostolischen Stuhl erbaten. In diesem unter Papst Alexander IV. ausgestellten Dokument heißt es, sie wüssten sich gegen die dramatischen Schäden durch diese ‘Würmer nicht mehr zu helfen, wenn ihnen nicht die aensura ecclesiastica’, also eine feierliche priesterliche Verfluchung der Tiere beistehe. Ähnliches galt in der Fischerei in Küstengebieten für Blutegel und Raubfische.

Diesen Schädlingen versuchte man nun mit den Mitteln des geistlichen Gerichts beizukommen, und zwar mit dem Exorzismus und der Exkommunikation. Hierbei ging es nicht gegen ein einzelnes Tier, sondern gegen das ‘Kollektiv’ aller an einem bestimmten Ort anwesenden der entsprechenden Gattung, die für die Landplage verantwortlich waren.

[…]

‘und es kam der Bann über sie mit einem Urteil, das der Pfarrer von Kaltern von allen seinen Geschworenen erfragte. Und so lautet das Urteil des ersten Geschworenen, der gefragt wurde: Alldieweil also dieselben Heuschrecken Land und Leute weiter schädlich werden können, so deuchte ihn Recht, dass sie der Pfarrer auf der Kanzel verderbe mit brennenden Kerzen und im Namen des Vaters, des Sohns und des Heiligen Geistes. Dem folgte man, uns so geschah es, und alle flogen aus dem Land …’

Genauso brauchbar schien der Exorzismus. Eine typische Formel für diesen Zweck, je nach Tierart und Ort des Geschehens zu modifizieren, lautet in einer vom bischöflichen Gericht zu Lausanne verwendeten Fassung von 1452:

‘Ich exorziere euch, Krankheit bringende Würmer oder Mäuse beim allmächtigen Gott, dem Vater, und Jesus Christus, seinem Sohn, und dem Heiligen Geist, der aus beiden hervorgeht, damit ihr sogleich von diesen Gewässern, Feldern oder Weinbergen usf. verschwindet und nicht weiter in ihnen wohnt, sondern zu solchen Örtlichkeiten umzieht, wo ihr niemandem schaden könnt. Ich verfluche euch vonseiten des allmächtigen Gottes und des ganzen himmlischen Hofes und der Heiligen Kirche Gottes, dass ihr, wohin ihr auch immer gehen werdet, verflucht seid, dass eben ihr von Tag zu Tag abnehmt und schwindet, bis von euch an keinem Ort mehr Überreste zu finden sind, ausgenommen solche, die dem Heil und Gebrauch der Menschen nützlich sind. Dies zu gewähren, möge sich der herablassen, der kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten und die Welt durch das Feuer”.

(Dinzelbacker, 2006: 116-118)



Anlass für Exorzismus und Exkommunikation von Schädlingen im Mittelalter waren BEOBACHTBARE KONKRETE SCHÄDEN, die verursacht wurden. Anlass für den modernen Exorzismus sind Annahmen über Zusammenhänge und Ergebnisse von Modellrechnungen, die vielleicht eintreten, vielleicht auch nicht, also derzeit Hirngespinste sind.

Die Klima-Moderne ist ein Schritt zurück hinter das Mittelalter.


Dinzelbacher, Peter (2006). Das fremde Mittelalter. Gottesurteil und Tierprozess. Essen: Magnus Verlag.




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